Bauer Willi
Kommentare 42

Wählen gehen! Aber wen?

In vier Wochen ist Europawahl. Im Fernsehen laufen schon die Werbespots, die Aussagen sind – wie so oft – relativ nichtssagend bzw. versprechen viel, ohne konkret zu werden, wie man die Wünsche erfüllen will.

Für mich steht fest, dass ich wählen gehe, Ich  weiß auch, wen ich wählen werde. Nachdem ich 50 Jahre lang meist CDU, aus taktischen Gründen auch schon mal FDP gewählt habe, werde ich dies zur Europawahl nicht mehr tun. Ich werde eine Partei wählen, die ich für christlich, liberal und konservativ halte, also genau so, wie ich mich selbst einschätze: christlich, liberal, konservativ. Ich werde meine Stimme bei der Europawahl den “Freien Wähler” geben.

Wer noch unentschlossen ist, welche Partei für ihn in Frage kommt, kann sich Hilfestellung beim Agraromat holen.

https://www.agrarheute.com/agrar-o-mat/

Dort werden spezielle Themen der Landwirtschaft abgefragt. Und tatsächlich stimmt das Ergebnis mit meinen Vorstellungen übereinander.

Den Wahlomat habe ich auch zu Rate gezogen, fand die Fragen allerdings sehr merkwürdig weil sie in vielen Fällen nicht dem entsprichen, was ich und möglicherweise auch andere Mitbürger für bedeutsam halten. Schauen Sie dort auch einmal rein.

https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2024/app/main_app.html

Es geht dort unter anderem auch um Wolf, Gentechnik und Naturschutz.

Ich war neulich von der CDU im Landtag NRW zu einer Podiumsdiskussion eingeladen und habe dort auch kundgetan, dass ich zur Europawahl nicht die CDU wählen werde. Ich habe dort auch gesagt, dass ich meine Berufskollegen, die ernsthaft die AfD wählen wollen, bitten werde, dies nicht zu tun. Die AfD ist nach meiner Auffassung und nach deren Verhalten weder christlich noch liberal. Ob diese Partei konservativ ist? Meiner Meinung nach nicht. Sie ist rückwärtsgewandt, aber das ist nicht das gleiche.

Für mich ist eine Stimme für die AfD eine verlorene Stimme, denn es wird in Europa keine Koalition mit dieser Partei geben.  Die “Freien Wähler” hingegen sind in Europa dem bürgerlichen Lager zuzuordnen und stimmen sehr oft mit CDU und FDP bzw. den entsprechenen Pendants im EU-Parlament. Hier wird gestaltet, nicht nur Opposition gemacht.

Dieser Text gibt meine persönliche Meinung wieder. Jeder darf gerne eine andere Meinung haben.

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42 Kommentare

  1. Pälzer Buh sagt

    So ich den Agrar o mat benutzt, hier die Top 3:mein Ergebnis: uiijuji😯 Freie Wähler 72%, CDU/CSU 77%, AFD 92% Übereinstimmung.
    Bin ich nun Rechts(extrem)? Nein,….
    Morgen den 14.05. gehe ich als Parteiloser “freier deutscher Bürger” mit zwei Weinen auf eine SPD Wahlveranstaltung.

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  2. Christoph aus der Stadt sagt

    Bevor man bei der EU-Wahl sein Kreuzchen macht, sollte man bedenken, dass praktisch jede nationale Partei in einer der 7 Europafraktionen aufgeht. Daher empfiehlt es sich nicht nur Information über die jeweilige Fraktion einzuholen, die man dort am Ende wählt, sondern auch über die “Parteikollegen” aus anderen Staaten, mit denen dort fraktionsintern zusammengearbeitet wird. Beispiel: Die Freien Wähler sind bei “Fraktion Renew Europe”. Die AFD in der Rechtaußenfraktion “Fraktion Identität und Demokratie (ID)”.
    https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20190612STO54311/die-sieben-fraktionen-des-europaischen-parlaments

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    • Reinhard Seevers sagt

      Diese Information ist ja schön und gut, welche Konsequenz soll der unbedarfte Wähler daraus ziehen? Der Einzige, der in den letzten Jahren substanzielle Wahrheiten aus dem Palast der Eurokraten veröffentlicht und damit publik gemacht hat, ist und war Martin Sonneborn = fraktionslos und der NI- Fraktion angehörend, was wiederum komplett schnurz ist.

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    • Johann Kuipers sagt

      wobei die Ferien Wähler evtl die Fraktion wechseln wollen oder werden, da es dort erhebliche Differenzen in einigen Bereichen gibt.

  3. Sonja Dengler sagt

    Die Freien Wähler kann ich nicht als bürgerlich einordnen: unsere Stadt wird von ihr regiert: linker und grüner und bösartiger gegenüber Bürgern (und Bauern!) geht nicht. Die lassen Polizeiautos an unserem Grundstück patrouillieren, weil wir das Schild zugunsten der Bauern aufgestellt haben. Dabei weder aggressiv noch sonstwie negativ aufgefallen sind. Aber dieses Schild hat uns anscheinend über Nacht zu Nazis gemacht….
    Die AfD hat innerhalb der Partei eine sehr große christliche Gruppe ebenso wie eine jüdische Gruppe und vor kurzem hörte ich ein ausführliches Interview mit Höcke: der ist Christ und ich habe das Parteiprogramm gelesen. Es lohnt sich, ihn erst einmal selbst anzuhören, statt auf die Mainstream-Medien, die ja gerade sehr mithelfen, alles zu zerstören. Die AfD werde ich wählen, es ist die einzige Partei, die sich gegen Abtreibung wendet (Hitler war übrigens für Abtreibung) und das ist Kindermord in Millionenhöhe. Furchtbar. Ich werde nochmal nachlesen, was die AfD zur Landwirtschaft sagt, sobald ich etwas gefunden habe, teile ich es hier mit.
    Nicht-wählen, das ist eine verlorene Stimme aber ansonsten sollte ja jeder seine Stimme abgeben und wer nicht weiß, wen er wählen soll, kann ja seinen Wahlschein ungültig machen. Dann wird die Stimme gezählt und das heißt, man hat CDU/CSU, Grün,lila, Rot, Blau usw. nicht das Feld überlassen – beim Auszählen der %-Zahlen ist es wichtig, ob wenigstens ungültige Wahlscheine dabei sind, statt nicht gewählt zu haben.

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  4. Frikadellen piet 45 sagt

    hallo ich sehe das ähnlich wie Willi ich denke wenn wir beide mal zusammensitzen würden und ein Bier trinken dann werden da schnell mehrere draus bin mal gespannt ob vielleicht noch irgendwelche neuen politischen Entscheidungen zu Europawahl kommen gerade wegen der Gentechnik die ich ja für absolut notwendig halte

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  5. Arnold Krämer sagt

    Deutschland hat 96 Sitze im EU-Parlament. Da bei der EU-Wahl keine 5-% Hürde besteht, bedeutet das, dass z.B. eine Partei mit 1% Stimmen-Anteil 1, eine Partei mit 3% Stimmenanteil 3 Abgeordnete ins EU-Parlament schicken darf. Wer also mit der Wahl einer kleineren Partei liebäugelt muss sich vor allem die Personen auf der vorderen Listenplätzen anschauen, um nicht mehr als nötig, “die Katze im Sack” zu kaufen. Nach meinem Wissen arbeitet nur die CDU mit Landeslisten, alle anderen mit je einer Bundesliste.

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  6. firedragon sagt

    “… Ich habe dort auch gesagt, dass ich meine Berufskollegen, die ernsthaft die AfD wählen wollen, bitten werde, dies nicht zu tun. …”

    Herr Dr. Kremer-Schillings,

    man kann Wahlwerbung betreiben, man kann über Politik diskutieren, man kann seine Meinung über Parteiprogramme äußern.
    Jemanden zu bitten das Kreuz an der “richtigen” Stelle zu setzen, das sollte man nicht.

    Jeder hat sein ganz persönliches Richtig.

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    • Bauer Willi sagt

      Sie zitieren mich richtig: „…sie bitten werden, dies nicht zu tun“.

      Damit habe ich auf Fragen der CDU geantwortet.

      Bitte keine Unterstellungen

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  7. Rolf Sieling sagt

    Zur Europawahl zählt jede Stimme, auch bei den Freien Wählern. Würden drei Prozent erreicht, bedeutet das drei Sitze. Zumindest Gegenstimmen zu Herrn Häusling usw. , obwohl dann noch kein Landwirt dabei ist. Anthony befindet sich auf Listenplatz 7 als Niedersachse. Aber es soll sich ja bis zur Bundestagswahl 25 entwickeln. Falls dann von den Freien Wählern und von der FDP die 5% geschafft werden, könnte es für eine Koalition mit der CDU reichen. Nur so bekommen wir keinen Landwirtschaftsminister aus Reihen der Grünen oder der SPD. Wir brauchen Fachleute als Minister und als Staatssekretäre. Sowohl keine Kompromiss Kandidaten mehr, als auch keine Randfiguren. Vielleicht ergibt sich auch von alleine eine Veränderung der allgemeinen Sichtweise. Ich werde definitiv dieses Jahr die Hälfte ernten auf normalem Standort in Niedersachsen, Russland hat Frost, Brasilien zuviel Wasser, Australien verkauft an China und in der Ukraine ist nach zwei Jahren auch abgewirtschaftet. ??????

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  8. Ludwig sagt

    @brandenburgbauer. Die Briefwahl lehne ich ab , weil bei der Wahlberechterstattung immer eine große Differenz im Wahlergebnis zu den Wahllokalen zu sehen war. Ich war viele Jahre als Wahlhelfer bei den Wahlen tätig und hier waren entsprechend viele Leute beim Auszählen dabei . Es gab also eine gegenseitige Kontrolle damit alles richtig ablief. Differenzen gab es nie , weil es der Ehrgeiz nicht zuließ falsch gezählt zu haben. Wie das mit der Auszählung der Briefwahl abläuft weiß ich nicht , nur das keine Wahlhelfer dabei sind und immerhin sind die Briefwähler rd. 50% und das ist entscheidend für das Wahlergebnis.
    Briefwahl sollte lt. Wahlgesetz die Ausnahme und nicht üblich sein. Für mich gibt es bei der Briefwahl keine soziale Kontrolle und ist damit für mich nicht akzeptabel. Hier möchte ich speziell auf die letzte Berlinwahlen hinweisen , wo tichyseinblick unrichtige und geschätzte Wahlergebnisse festgestellt hat , sodaß die Wahl vom Gericht bestätigt wiederholt werden mußte. Das war Wahlmanipulation ! Deshalb nur Wahl im Wahllokal !

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  9. Obstbäuerin sagt

    Inzwischen haben wir eine Parteienlandschaft, die “biodiverser” nicht sein könnte. Mir erscheint es auch müßig, die Wahlprogramme zu vergleichen, denn wenn die Machtfrage erst geklärt ist, spielen Wahlversprechen keine Rolle mehr. Müssen Parteien mit z.T. konträren Auffassungen (wie zur Zeit die Ampel) gemeinsam regieren, gibt es Chaos. In der EU gibt es Machtverschiebungen, die ohne jegliche Beteiligung des Parlamentes geschehen – und zack steht eine von der L. an der Spitze. Mich würde interessieren, ob es bei der EU-Wahl die gleiche Parteienfinanzierung gibt, wie in Deutschland. Pro insgesamt abgegebene Wähler-Stimme bekommen die Parteien prozentual nach Wahlergebnis einen Betrag in der Höhe X. Je mehr Wähler wählen gehen – umso größer der Kuchen. Ich habe auch den Eindruck, dass immer mehr Menschen mit der Politik unzufrieden sind, weil ihre Probleme keine Rolle mehr spielen. Ein streitbarer Artikel ist dazu bei Manova erschienen: https://www.manova.news/artikel/die-demokratie-der-reichen

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    • Stadtmensch sagt

      Danke für den Link. So siehts aus. Fürs EU-Parlament scheint mir Die Partei am geeignetsten. Für nationales Gedöns bleibt mir nur BSW als kleinstes Übel übrig.

      Habe jetzt endlich mal “Das Kapital im 21. Jahrhundert” von Thomas Piketty durch.
      Das kam vor reichlich zehn Jahren raus und sucht nach Lösungen, wie man die Demokratie vorm Großen Geld retten kann. Die Diagnose ist ähnlich wie oben im verlinkten Text: wir bewegen uns schnellen Schrittes auf Ungleichheitsverhältnisse wie in der Belle Époque zu.
      Jane Austen reloaded 🙂

      Als nächstes steht Gekaufte Zeit von Wolfgang Streek auf dem Plan. Irgendwo hab ich mal aufgeschnappt, dass man die kurze Zeit, die man hinieden verbingen darf, doch mit Freude ausfüllen sollte…weiß nich…ich quäle mich lieber….

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  10. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Der Mensch ist emotional,egoistisch,aggressiv und FAUL!

    Wenn keiner die AFD wählt,wie kommen die auf 20 bis 30%??

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    • Obstbäuerin sagt

      Mein Enkel (15) hat mich gefragt, an was ein Atheist (also ich) glaubt und ich habe ihm geantwortet, dass ich an das Gute im Menschen glaube. Allerdings werde ich immer häufiger enttäuscht. Trotzdem werde ich von meinem Glauben nicht abfallen, Hans Gresshöner.

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  11. Polymesos sagt

    Welche Partei ist richtig? Natürlich keine!
    Jede möchte die Macht gewinnen und die Demokratie aushebeln.

    Welche politische Idee ist richtig? Natürlich alle!
    Jede hat einen Punkt und ist unverzichtbar.

    Hab das alles in diesem Buch über Demokratie beschrieben,
    (Titel: Demokratie ist nicht genug)
    hab nur noch niemanden gefunden,
    der mir irgendeine konstruktive Kritik dazu geben wollte.

    So unverständlich kann das doch gar nicht sein.
    Demokratie ist das Gleichgewicht zwischen allen Ideen,
    und jede Einzelidee bedroht diese Ausgewogenheit.

    Durch eine kleine Veränderung am Wahlrecht
    könnte man Demokratie stabil und zweckmäßig machen.
    Dann wäre der gesamte Populismus ausgehebelt,
    der Gesamte, also der jeder einzelnen Partei,
    denn im gegenwärtigen Verständnis von Abstimmung
    bleibt den Parteien, allen Parteien, gar nichts anderes übrig,
    als populistisch zu sein.

    Für uns Landwirte bedeutet das leider,
    dass gegenwärtig eigentlich alle Parteien in diesem einen Punkt einig sind,
    dass die Landwirtschaft sich hervorragend als Pseudo Feindbild eignet.
    Die Parteien, die gelegentlich etwas anders sagen,
    würden an der Macht
    auch diese wirksame Methode entdecken.

    Eigentlich müssten gerade Landwirte
    die Dringlichkeit einer Weiterentwicklung der Demokratie einsehen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Landwirtschaft ist kein Wahlthema, sondern eine Emotionalität, die politisch instrumentalisiert wird.

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      • Polymesos sagt

        > Landwirtschaft ist (…) eine Emotionalität

        Ich würde noch konkreter sagen,
        Landwirtschaft ist ein Sündenbock,

        zusammen mit der Polizei und den Lehrern,
        denn die bekommen von ihren jeweiligen politischen Gegnern
        ganz ähnliche Querschläge ab.

        Jede besorgte Partei benötigt so ein imaginiertes Feindbild,
        um von den echten Aufgaben abzulenken.

        Immerhin werden die Sündenböcke der Moderne nicht mehr hingerichtet.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Schauen Sie sich den Link aus 2014 an, dort spricht Anton Hofreiter auch über Landwirtschaft und Fleischreduzierung. Für die Grünen ist Landwirtschaft und deren Umbau= Transformation ein essentieller Teil zur Weltrettung. Dieses Thema soll in eine positive Erzählung so umgewandelt werden, dass die Bürger dem zustimmen. Der “große Sprung” steht fest, er muss uns nur noch so lange eingeimpft werden, bis die Konformität vollständig ist.

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          • Polymesos sagt

            > Für die Grünen ist Landwirtschaft und deren Umbau= Transformation ein essentieller Teil zur Weltrettung.

            Soweit die offizielle Darstellung
            Dahinter stehen aber wahrscheinlich andere Ziele.

            Eine freie Landwirtschaft ist nicht nur ein störender Konkurrent im Lebensmittelsektor,
            ohne den man die Lebensmittelpreise viel freier gestalten könnte,

            zusätzlich halten die Bauern auch noch Land,
            das man in superreichen Kreisen so dringend als immobiles Gold, für die Absicherung gegen Währungsturbulenzen bräuchte.

            Und nicht zuletzt durchschauen die Bauern die
            unwissenschaftlichen Vorschläge zur Bewältigung der Klima Probleme,
            mit denen das Wahlvolk zur Urne geködert werden soll.
            Die Zerstörung der Demokratie erfordert nunmal Einigkeit.

            Grün = aristokratischer Kapitalismus

            Ich bin ja kein Sozialist.
            Kapitalismus ist nicht das Böse schlechthin,
            ohne Kapitalismus funktioniert sicher nichts,
            aber wenn er zu mächtig wird,
            ist das auch ne doofe Sache.

            Demokratie = Mitte

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  12. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Leider muss man wohl schon jetzt konstatieren, dass die mächtigste Gruppe die der Nichtwähler sein wird. Die Politikverdrossenheit vieler EU-Bürger wird hier Geschichte schreiben. Ich hoffe inständig, dass sich diese Befürchtung nicht bewahrheiten wird.

    Ob nicht viele Parteien sich genau eben diese Gegebenheiten vielleicht nicht sogar wünschen!? Keine persönliche Entscheidung ist aber empirisch untermauert die schlechteste Wahl jedes Einzelnen schlechthin.

    Die einzige Alternative ist keine Alternative, darüber müssen wir hier sicherlich nicht erst noch umfangreich streiten.

    Was aber auch einer Faktizität entspricht ist die Tatsache, dass sich gerade unsere konservative Mitte sehr schnell neu erfinden muss. Dieser nur scheinbar süße „Parteien-Smoothie“, der sich gerade in der Mitte extrem konzentriert, liefert viele Worthülsen, die gemäß den Erfahrungen in der Vergangenheit nur selten mit Leben erfüllt werden.

    Gretchenbeispiel: Gerade unser Bauerfreund „Hubsi“ Aiwanger, lieber Willi, hat sich als Stimmenfänger entpuppt, der grandiose Versprechen für „seine Bauern“ ins Mikrophon förmlich hineinbrüllte – je lauter umso wahrer. Wir hier in unserer Region bekommen jetzt nicht nur eine Monsterstromtrasse(!) geliefert, nein, wir bekommen sogar drei(!!!), bewusst forciert jetzt von dieser Energie- und Wirtschaftsminister-Politgröße hier in Bayern. Sein Geschwätz von gestern juckt ihn einfach nicht mehr…!!!

    Gerade die Vorteile einer zunehmenden Aufgeklärtheit des Wahlvolkes, jederzeit über sämtliche Themenkreise hinweg informiert zu sein, steigert die derzeit vorherrschende Politikverdrossenheit. Der Unmut der Bevölkerung wächst, wächst rasant. Attacke gegen Politiker ist der vollkommen falsche Weg jetzt, hier eine Umkehr hin zu einem gemeinsamen Für- und Miteinander bewerkstelligen zu können. Eine Legislaturperiode reicht übrigens nicht, unser zukunftsorientiert fortschrittlich vernetzendes Denken muss über solche Zeiträume weit hinausreichen, …das aber ist nur in den seltensten Fällen geschehen.

    Daher ist es schwer, sehr schwer, an der richtigen Stelle ein Kreuzchen zu setzen, …nur die einzige Alternative ist für mich tatsächlich überhaupt keine.

    Der gestrige Eurovision-Contest in Schweden offenbarte, wie unvorstellbar diese Freiheiten dort bei uns in Deutschland realiter wären. Der Gewinner ist ein Schweizer, die plebiszitäre Demokratie eines solchen Kleinstaates ist per se einmal gut, funktioniert allerdings nur bis zu einer gewissen Einwohnerzahl. Das aktuelle europäische Demokratiesystem hat für die meisten Entscheidungsträger extreme Vorteile, läuft etwas schief, kann man sich flugs wegducken u. den volkswirtschaftlichen Schaden in Gänze sozialisieren. Das passiert aktuell bei uns in gigantischem Ausmaß, um es nur kurz anzureißen. Der hierdurch entstandene Kollateralschaden ist groß, viel zu groß, um von der Mehrheit der Bürger akzeptiert zu werden.

    Im eigentlichen müssen wir uns daher alle in der Pflicht sehen, für die Nichtwähler das Kreuzchen in gelebter Mitverantwortung an der richtigen Stelle setzen zu wollen, …nicht einfach eine solche Entscheidung fürwahr.

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    • Arnold Krämer sagt

      ……die mächtigste Gruppe die der Nichtwähler……

      Gibt es eine Verzerrung der Sitzverteilung durch die Nichtwahl oder ist das Unwissen über die wahre Bedeutung des EU- Gesetzgebungsmaschinerie gleichmäßig verteilt hinsichtlich der grundsätzlichen Parteienpräferenz?

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  13. Reinhard Seevers sagt

    Merkwürdig, zu sehen, wie derzeit die Kernanliegen der AfD von den Etablierten genutzt werden, um für die Wahl zu punkten.
    Anscheinend ist es eben nicht der Rückwartsgang sondern Weg weg vom derzeitigen Zustand.
    Ich hab noch nie so gehadert.

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  14. Frank sagt

    Wer ernsthaft die Unterstützung eines Wahlomaten in Anspruch nimmt und dann das dort Vorgeschlagene umsetzt, der hat die Kontrolle über seinen politischen Geisteszustand verloren.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Amen – die Sonntagspredigt. Ja – so sei es…

        (Es wird wohl sehr viele geistig Umnachtete geben in dieser Frage, so wie es Ihrer ganz persönlichen Einschätzung unterliegt)

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    • Thomas Bröcker sagt

      Für mich ist das eher ein Spaß. Bei dem Europaportal war ich erstaunt, wie sehr sich meine Wahlentscheidung (die feststeht) prozentual von den nächstnäheren Parteien abhebt: 85 % zu 56 %.
      Bei der Agrar-Befragung war das nicht so eindeutig, aber doch klar, nur mit weniger Abstand. Hier waren nach meinen Antworten 3 Parteien fast gleichauf. Dabei auch die Freien Wähler.
      Meine Europawahlentscheidung ist allerdings stärker von außerlandwirtschaftlichen Themen bestimmt. Auf Bundesebene würde ich definitiv die Freien Wähler unterstützen (wenn der Termin ran ist.)

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich finde den Abgleich der eigenen Sichtweise mit einem Fragenkatalog, der willkürkich vorgelegt und algorithmisch berechnet wird irgendwie spookie……aber wer’s mag. 🤗

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    • Arnold Krämer sagt

      “……und dann das dort Vorgeschlagene umsetzt,……. (also die Partei wählt, die nach dem Beantworten der Fragen an erster Stelle steht).
      Korrekt beschrieben, Frank.

      Den Wahlautomaten befragen, ersetzt ein wenig das Studium der Parteiprogramme, also in jedem Fall zeitsparend. Aber was sind denn schon Parteiprogramme, wenn die Kandidaten fragwürdig und charakterlich ungeeignet erscheinen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn Wahlprogramm und Wahlversprechen in einem vierjährigen Turnus vorgelegt, dann aber durch Koalitionen aufgeweicht oder negiert werden, dann sollte man irgendwann das Wahlsystem und die Form demokratischer Legitimation grundsätzlich hinterfragen und reformieren. Ansonsten wird sich das Problem des Nichtwählens und der Stârkung extremer Positionen nur noch verstärken, glaube ich.

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        • Arnold Krämer sagt

          Wer als treuer CDU-Wähler auch bei der nächsten BT-Wahl wieder sein Kreuz dort macht, muss sich “vera….t” vorkommen, wenn dann am Ende in einer Koalition mit den Grünen wieder nur grüne Politik herauskommt. Das war unter Merkel auch ohne direkte Beteiligung der Grünen ja schon so.
          Durch die vielen Poltikebenen (EU, Bund, Länder) gibt es ohnehin faktisch “große Koalitionen”, und alle Parteien haben ihre “Leichen im Keller” mit Ausnahme der AfD, die nur durch Regierungsbeteiligung entzaubert werden kann.

          Das eigentliche Problem demokratischer Gesellschaften ist die Tatsache, dass bei dem detaillierten und missionarischen Gestaltungswillen der Parteien (Stichworte u.a.: Gerechtigkeit, Sicherheit, Moral, Minderheiten) bei vielen Themen kein halbwegs tragfähiger Konsens in der Gesellschaft mehr herzustellen ist. Den vielen politischen Mikroagressionen (so nehmen es viele Bürger war) folgen jetzt die Makro-Agressionen auf der Straße.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Wer Zeit und Muße hat, der sollte sich das Schlussplenum zum Thema der grünen Erzählung aus 2014 anschauen, dann wird vieles deutlich. Dann kann man das letzte Wahlergebnis, das zu der jetzigen Situation geführt hat, auch als reine Protestwahl gegen die alte CDU bewerten. So wie jetzt etliche die AfD als reine Protestpartei definieren. Fakt ist, es muss sich etwas ändern.
            https://youtu.be/FmCtDSVuJIM?si=3zaADJH1o1PSe_gL

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  15. Der Brandenburgbauer sagt

    Auf keinen Fall werde ich Parteien wählen die solche Auspeitscher in ihren Reihen haben wie , von der Leyen ( CDU) , Strack – Zimmermann ( FDP) , Rakete von den ( Linken) oder die in ihrem Auftreten blasse Frau Barley ( SPD ). Ein absolut rotes Tuch sind die Grünen. Also doch mal etwas intensiver mich mit den Freien Wählern Beschäftigen. Im Brandenburger Landtag machen diese eine solide Politik.

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  16. Ludwig sagt

    Jeder sollte wählen gehen , auch wenn die gewählte Partei immer nur das kleinere Übel ist , denn keine Partei kann den jeweiligen Wunsch des Wählers entsprechen. Willis Meinung teile ich in der ganzen Sache. Aus Sicherheitsgründen lehne ich die Briefwahl ab , da hier doch Probleme mit der Auszählung passieren können. – Vorsichtig ausgedrückt -. Die Altparteien lehne ich ab , da ich ganz egal wen ich wähle immer Grün bekomme. Von Links bis Rechts gibt es neue Parteien , sodaß jeder hier was finden kann , was ihm am nächsten kommt. Ob Corona , Rente , Wohlstand , Energie , usw. haben die Altparteien zuviele Fehlentscheidungen getroffen und meinen dem Bürger alles vorschreiben zu müßen. Der Politiker ist der Angestellte des Wählers und hat entsprechend zu handeln. Auch mit dem Eid auf die Verfassung dem deutschen Volke zu dienen haben die Altparteien schon einen Meineid abgegeben. Um dem Wählerwillen Nachdruck zu verleihen kann ich immer nur darauf hinweisen vor den EU-Wahlen noch einmal Demos abzuhalten, damit die Politik die Ernsthaftigkeit erkennt .

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Ludwig , bis auf deine Aussage was die Briefwahl betrifft , stimme ich dir voll zu.

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  17. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, natürlich werde ich auch wählen gehen. Im Gegenteil zu Willi, weiß ich noch nicht 100 prozentig an welcher Stelle ich das Kreuz setze. In Brandenburg finden neben der Europawahl auch gleichzeitig Kommunalwahlen statt. Es stehen viele Körperschaften zur Wahl. Kreistag , Wahl der Vertreter für die Verbandsgemeinde, Stadtverordnetenversammlung, Bürgermeister, Ortsbürgermeister und Ortsbeiräte. Wir , meine Frau und ich werden Briefwahl machen. Hier haben wir die Möglichkeit uns alle Parteien und Vereinigungen sowie alle Kandidaten uns in Ruhe anzuschauen. Dafür ist im Wahllokal meistens nicht genügend Zeit. Besonders bei der Europawahl lohnt es sich genau abzuwägen. Wie schon erwähnt , nicht zu wählen ist für uns keine Alternative. Angenehmen Sonntag.

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