Bauer Willi
Kommentare 79

Unerwünschte Blumenwiese

Selten habe ich so viele Mails und private Nachrichten bekommen, wie nach dem Artikel von Marian. Der Satz mit den „nützlichen Insekten“ hat viele aufgeregt. Mir hat es den Vorwurf eingebracht, dass ich einen solchen Artikel nicht hätte bringen dürfen.

Tja, ich bin nicht angepasst. Aber ich bin verwundert über die mangelnde Toleranz und das seltsame Demokratieverständnis bestimmter Kreise. Die Einstellung dieser Leute lässt sich in dem sarkastischen Satz beschreiben, den mir neulich ein Freund schrieb:

„Es gibt immer zwei Meinungen: Meine und die Falsche“

Nachfolgend zwei Artikel zu Blumenwiesen und Insekten. Passt.

https://www.soester-anzeiger.de/lokales/lippetal/gemeinde-lippetal-beobachtet-auswirkungen-13826211.html

https://www.uckermarkkurier.de/uckermark/aerger-um-bluehwiese-vor-templiner-wohngebiet-0539925607.html

Ach so: wer wissen will, was andere über den Artikel von Marian schreiben, hier der Link. Ich kenne den Verfasser nicht, wohl einige der Kommentatoren dort.

https://www.facebook.com/groups/1515173838527716/permalink/3350008651710883/

 

 

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79 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Eine kleine Ergänzung zur Lippetaler Blumenwiese: lt. Leserbrief in der hiesigen Zeitung wurde die Insekten-Wiese in Frage gestellt, weil sie (kahlgeschoren) den Kindern als Fußballfeld diente. Es soll Flächen geben, die besser geeignet, weil ungenutzt, gewesen wären.

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  2. Thomas Apfel sagt

    Was mir in Anbetracht der Mückenplage und dem „Insektenhype“ noch so einfällt: Mücken hatten früher (in der Zeit ohne Insektenschutzgitter und Mückenspray) eine viel größere Bedeutung als Plagegeister und vor allem Krankheitsüberträger. Sie halten sich meist in hohem Kraut und Gebüsch und sehr viel weniger auf kurz gemähtem Rasen auf. Das könnte auch ein Grund sein, warum ein kurzer Rasen in Grünanlagen und Gärten irgendwie instinktiv als besser empfunden wird und es in Innenstädten und Wohnhausnähe vieleicht auch ist. Wenn man die Dörfer der Amazonas-Indigenen sieht, sind die Plätze um und unter den Häusern und auch der zentrale Dorfplatz immer bewuchsfrei gehalten und wie ein Zimmer gefegt. Der Grund dürfte auch hier sein, dass denen das Ungeziefer nicht ungesehen zu nahe kommt.

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  3. firedragon sagt

    Willi,
    was mir immer noch nicht so recht in den Kopf will – warum bekommst Du Nachrichten und Mails wegen einem Text, den Du nicht geschrieben hast? Klar Du hast den zum Lesen eingestellt, aber Marian war ja anwesend und ist es noch. Es hätten sich doch alle mit ihm direkt auseinandersetzen können.

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  4. Lady sagt

    Gerade gesehen, dass Fiphi den Fehler auch gesehen hat. Trotzdem wiederhole ich es hier:
    Der Regenwurm ist kein Insekt. Das sollte man wissen als Insektenschützer, Herr Fischer.

    Dafür weiß er aber dies:
    “ Nur die Wirtschaftsleistung der bestäubenden Insekten beträgt zwischen 235 und 577 Milliarden US-Dollar im Jahr. “
    Ok die Spanne ist vielleicht etwas groß, aber ansonsten hat er es sicher genau beobachtet. Eine Quelle dafür wäre ganz chic. So behaupte ich , das ist eine erfundene Zahl . Quelle: Eigene Beobachtungen . 😉
    Ansonsten wird gleich das „volle Programm“ aufgefahren, Monsanto darf ebensowenig fehlen wie Gentechnik.
    Im Grunde macht er genau das . was Fiphi auch anprangert. Monsanto gibt es nicht mehr, aber mit Bayer klingt die Geschichte eben nicht, Da ist es keine. Bayer ist eher positiv belegt. Gentechnik geht immer, hier gleich noch verwustet mit dem erwähnten „Hybridsamen“.
    Aber alles ganz wissenschaftlich, aber sicher….

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  5. Obstbäuerin sagt

    Die letzten 4 Jahre habe ich unsere Insektenwelt mit Krefeldaugen beobachtet. 2016, 2017 und 2018 waren ausgesprochene Schmetterlingsjahre. Artenreichtum und Masse unübertroffen. 2019 gab es weniger Schmetterlinge, dafür massenhaft Marienkäfer, Grashüpfer, Grillen und Heuschrecken, sowie sehr viele verschiedene Libellen. 2020 zeichnet sich ab, dass es unzumutbar viele Mücken gibt, Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen massenhaft vorkommen. Ebenso verändert sich auch das natürliche Vorkommen von blühenden Pflanzen. Obwohl das Angebot von Wildblumen extrem vielfältig und üppig war, gab es nur wenige Schmetterlinge. Wahrscheinlich, weil es zu kalt war. Der Zusammenhang zwischen Temperatursumme und Auftreten von Arten scheint eine größere Rolle zu spielen als das Angebot von blühenden Pflanzen.
    Eine „Blühwiese“ in Frankfurt hat für große Aufregung gesorgt, weil sie einfach abgemäht wurde. Die Empörung war groß. Allerdings habe ich beim Betrachten des Bildes der abgemähten Wiese vermutet, dass dort kaum blühende Pflanzen vorhanden waren, die abgemäht werden konnten. Eine Bekannte bestätigte meine Vermutung. Leider haben wir kein Foto der „blühenden Blühwiese“. https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1813398/

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  6. Berthold Lauer sagt

    „Es gibt immer zwei Meinungen: Meine und die Falsche“

    Wohl wahr, Willi, anscheinend ist es vielen nicht möglich, eine andere Meinung oder Sicht auf die Dinge zu lesen oder zu hören, ohne gleich das komplette Repertoire an Gründen, warum das alles Quatsch, Illusion, Träumerei oder Spinnerei sein muss, hervorzukramen.
    Muss jede Idee gleich die Welt retten oder die Menschheitsernährung ermöglichen oder für alle nachvollziehbar oder nachahmenswert sein? Kann man etwas nicht einfach zur Kenntnis nehmen, diskutieren, gern auch widersprechen, für sich ablehnen, aber letztlich als das Recht des Anderen auf eigenes Denken akzeptieren, solange es meine eigenen Rechte nicht gefährdet!! Und wenn jemand in seiner noch so winzigen Nische Erfüllung findet, ist es doch ok. Und wenn er/sie nach kurzer Zeit schon wieder die Lust verliert oder gar auf die Nase fällt, können wir uns doch im stillen Kämmerlein zurücklehnen in der Gewissheit, dass wir es ja von Anfang an besser gewust haben.

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    • Thomas Apfel sagt

      Wenn die Landwirtschaft mit aller Macht in eine Richtung getrieben werden soll, MUSS diese Richtung analysiert, durchgerechnet und bewertet werden. Genau das wird aber durch die religionsartige Handhabung der Diskussion von der Öko-Befürworterseite verhindert.
      Mit religionsartig meine ich die Art der Durchsetzung der Ansichten dieser Seite:
      Dogma (Überhöhung der eigenen Auffassung und Ausblenden gegenteiliger Erkenntnisse), Beschwörung des Weltuntergang (Auswahl extremer Ergebnisse (z.B. Krefeld) und deren Gebetsmühlenartige Wiederholung in allen Medien).
      Verteufelung aller Zweifler als „Leugner“ (Ketzer) (aus der Kirchengeschichte wohlbekannt)
      Verhinderung neutraler Bewertung und Überprüfung der Dogmen durch Verschleierung echter Ergebnisse und Auswirkungen dieser Ansichten auf Natur und Mensch.
      Und ganz wichtig: die eigenen wirtschaftlichen Interessen mit Spenden auf der Basis „Guter Geschichten“ (Predigten) umsetzen und alimentieren. Auch hier die Kirchen als Kollekten und Spenden unterstützte Unternehmen das große Vorbild!
      Es ist selbstverständlich gut und normal, dass Leute Nischen suchen, besetzen und sich und ihre Auffassungen praktisch testen. Nur ändert das nicht daran, dass bei dem medial genutzten Missionierungs- und Sendungsbewusstsein dieser Mitmenschen immer hinterfragt werden muss, ist das breit umsetzbar, ist das sinnvoll, ist das tatsächlich nachhaltig. Sinnvoll fände ich auch von der Seite: Erstmal machen und das Maul halten und bei Erfolg mit Missionierung beginnen !!
      Wir setzen das hier um (machen und beobachten) und es läuft zum Tel ganz anders als ich es mir im Kopf „vorfestgelegt“ hatte. Es ist und bleibt für beide Seiten interessant, ändert aber nichts an meinen oben beschriebenen Auffassungen.

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      • Stadtmensch sagt

        „Erstmal machen und das Maul halten“

        Ich verstehe nicht, warum es bei so vielen landwirtschaftlichen Versuchsanstalten und bodenkundlichen Instituten nicht schon längst ein allgemein oder wenigstens für Praktiker zugängliches „Bodenmodell“ gibt. Jeder erfindet das Rad neu und erstellt seine jährlichen Analysen und Kataster. Zuletzt das Thünen-Institut mit seinem Bodenkohlenstoff-Messnetz.
        Man ist doch als Praktiker ziemlich verloren, wenn man am eigenen Standort herumexperimentiert. Da kommt man vielleicht zu einem reproduzierbaren Zusammenhang, aber ob der sich verallgemeinern lässt oder ob man damit auch gleich die Ursache im vollen Umfang erklären kann, ist doch mindestens genauso wichtig. Als Vorbild für die Herangehensweise an den Untersuchungsgegenstand Boden-Organismus sollte die Medizin dienen. Da hat sich Data-Mining zum Teil auch gut bewährt. Soll heißen, immer wenn es zu komplex wird, kann der Mensch das Muster nicht mehr ohne Hilfsmittel erkennen.

        Zum Glück arbeitet sich @brötchen schon in KI mit Python ein. Da muss das Schaf eben noch ne Weile mit Pelz rumrennen 😉

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        • Reinhard Seevers sagt

          Stadtmensch, sobald das Einkommen der Bauern dem der Ärzteschafft entspricht, die Forschungsgelder die gleiche Höhe haben, wie in der Pharmabranche, und die Politik endlich weiß, was sie will, dann kann man über individuelle Untersuchungsmethoden sprechen…bis dahin weiß jeder Bauer wie die Fruchtbarkeit seines Ackers aussieht….
          Ich finde, dass endlich eine Gruppe „Besserkönner“ sich einen Hof aneignen sollte, und genau das probieren (existenziell!) sollten, was die Landwirtschaft seit Jahrhunderten macht…..wie Herr Apfel sagt, machen und Maul halten, das trifft es! Und wenn die Gruppe nicht mehr weiter weiß, dann kann sie ja Forschung betreiben, oder den Nachbarn fragen.

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          • Stadtmensch sagt

            Ach was. Ihr mit eurer Einzelkämpfer-Mentalität…das wird doch nix!
            „Es gibt kein Recht auf Abenteuerspielplätze!“
            *schnellduck*

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            • firedragon sagt

              Stadtmensch,
              was meinst Du mit Abenteuerspielplatz – die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe etwa? Wenn ja, ich habe hier weder Abenteuer noch Spielplatz. Das ist ungeschönte Realität und harte Arbeit (wie in vielen anderen Berufen auch).
              Sollte Dir allerdings klar sein.

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              • Arnold Krämer sagt

                Unternehmen sind „selbstgebastelte Abenteuerspielplätze“!
                An dem Spruch (stammt nicht von mir) ist auch in Bezug auf landw. Betriebe etwas !!! dran:
                selbstgebastelt: vielfältig in Struktur, Organisation etc., kein Betrieb gleicht dem anderen.
                Abenteuer: beinhaltet immer auch die Gefahr des Scheiterns (Betriebsaufgabe, selten Insolvenz)
                Spielplatz: sobald ökonomische Freiräume vorhanden sind, leisten sich auch Landwirte bestimmte Dinge, die streng ökonomisch nicht rational sind (z. B. in der Technisierung)
                Die harte Arbeit bleibt.

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                • Stadtmensch sagt

                  „Die harte Arbeit bleibt“

                  Sicher. Hin und wieder scheint aber auch Entspannung möglich zu sein. Ich lese hier vom Aktien-Traden, Wandern, Veganer-Foren-Lesen, …
                  Und dann wird auf die „rotgrünen Homeoffice-Menschen“ geschimpft, die einen zwingen mal kurz am PC ein Formular auszufüllen 😉

                  Aber ok, wir sollten uns nicht an der „Arbeitshärte“ messen. Das ist sowas von „20. Jahrhundert-Proletarier-Klassenbewusstsein“

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                • firedragon sagt

                  Herr Krämer,
                  bei einem Abenteuer will man eher was erleben, das setze ich nicht mit einem Unternehmen gleich, da dieses überleben soll (nach Möglichkeit mehrere Generationen).
                  Das mit dem Spielplatz, kann ich für andere nicht beurteilen. „Spielereien“ (wenn man sie so nennen möchte) werden bei uns im Betrieb eingesetzt und dienen zur Einkommenssicherung.

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                • Arnold Krämer sagt

                  @ Drachen, Stadmensch
                  Die Motive landw. Unternehmer für ihr Handeln und ihre Investitionsentscheidungen sind sehr unterschiedlich. Wenn es nur ums Überleben ginge, wäre das auch m. E. zuwenig.
                  Aber das ist ein weites Feld genauso wie die von Stadtmensch angesprochene „Work-Life-Balance“. Aber Fragen des Selbstmanagements, der Selbstkontrolle und Selbssteuerung möchte ich jetzt hier nicht weiter diskutieren, obwohl sie gerade für den land. Familienunternehmer eine sehr große Rolle spielen

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Stadtmensch, hier schreiben viele Pensionisten!

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          • Diese „Besserkönner“ gibt es durchaus: Die Hope Farm der Royal Society for the Protection of Birds arbeitet konventionell, erwirtschaftet Jahr für Jahr Gewinn und hat gleichzeitig die Artenvielfalt auf den eigenen Äckern massiv gesteigert. Mit integriertem Pflanzenbau, weiter Fruchtfolge und klarer Unterteilung in hochwirtschaftliche Bereiche und Grenzertragsbereiche geht das.

            Aber: Das geht halt nicht einfach so „wie früher“ – ganz egal ob das „früher“ jetzt die 1870er für Ökobauern sind oder die 1970er für konventionelle Landwirte. Beides ist lange her und im heutigen Umfeld nicht mehr möglich. Wir wissen heute viel mehr über verschiedene Zusammenhänge. Das führt zu höheren Umweltstandards für alle Bereiche: private Haushalte, Dienstleistungen, Industrie und eben auch Landwirtschaft.

            Es ist OK, wenn Landwirte sagen, dass ihnen die Veränderungen schwerfallen und sie dabei Hilfe brauchen. Aber dazu müssen sie auch klarstellen, welche Art von Veränderungen sie sich unter den gegebenen Umständen vorstellen können, welche Hilfe sie wofür brauchen usw. Im Augenblick klingen die Landwirte eher wie eine gelangweilte Behörde, „bin nicht zuständig“, „geht nicht“, „das macht Abteilung XYZ“…

            Ihr wollt euren Hof umweltfreundlicher bewirtschaften, habt aber keinen Bock auf den Hokuspokus im Bioanbau? Dann bringt eure Verbände dazu, entsprechende Berater für die Umsetzung von F.R.A.N.Z.-Maßnahmen einzustellen!

            Ihr wollt grundwasserfreundlicher düngen? Dann bringt euer Kreisumweltamt dazu, sich dem unterfränkischen Wasserschutzbrot-Projekt anzuschließen!

            Ja, ich weiß – Veränderung bedeutet Risiko. Gerade für Betriebe, die am Rande der Kostendeckung arbeiten, sogar ein existenzielles Risiko. Aber ohne Veränderung ist halt in spätestens einer Generation Schluss – dann wird es nur noch eine Handvoll Importeure für landwirtschaftliche Erzeugnisse geben und vielleicht einige Forschungs- oder Museumshöfe.

            Noch heißt es „wachse oder weiche“. Wenn ihr daran nichts verändert, wird es in Zukunft einfach nur noch „weiche“ heißen, weil ein „wachsen“ nicht mehr möglich ist.

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            • Thomas Apfel sagt

              Was ich jetzt nicht so richtig entnehmen konnte: Bewirtschaftet die Royal Society for the Protektion of Birds die Farm selbst, oder berät sie wie es bei uns die Landschaftspflege- und Umweltverbände vorhaben ? Wichtigste Voraussetzung tatsächlich eine Entwicklung beurteilen zu können war hier die Bestandserfassung zum Projektstart 2000. So etwas haben wir kaum und wenn oft absichtlich durch Akteure der UW-Verbände verfälscht.
              Die Herangehensweise ist logisch und der Erfolg folgerichtig eingetreten. Mich würde interessieren ob die nur am Boden-brütenden Arten (Lerchen z.B.) auch zugenommen haben und welchen Besatz an Prädatoren es gibt. Die Goldammer (als Beispiel) ist ja ein Allerweltsvogel der nicht gefährdet ist und zu mindestens Boden-nah brütet, die gibts auch bei uns noch reichlich.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Die wenigsten Bauern wollen grundwasserschädlich düngen, ihren Boden ruinieren, die Artenvielfalt zerstören, irgendwas und irgendjemanden vergiften, ihre Tiere quälen etc. Das Problem ist überhaupt nicht fehlendes ökologisches Bewusstsein oder eine aus den 1970er Jahren stammende Bequemlichkeit. Das Problem liegt längst auf einer ganz anderen Ebene, die nur hinter fruchtlosen öffentlichen Ökodiskussionen umso unauffälligere und fröhlichere Ungeheuerlichkeiten ermöglicht: Das Sagen hat längst nicht mehr die Politik, sondern die großen Kapitalsammelbecken. Und weil die Politik in den 1990er Jahren ihnen ausdrücklich das Ruder überlassen hat, spielt seither JEDE Veränderung, ob zum „Guten“ oder zum „Schlechten“, ihnen in die Hände: ob nun der NABU an der Seite der LEH – Konzerne sich an Dumpingpreisen für die Bauern mitschuldig macht, ob der Corona-Shutdown das Geschäft der Gastronomie in den LEH verlagert und die österreichischen Bauern mangels Tourismus auf ihrem Rindfleisch sitzen bleiben, ob in Österreich Verbesserungen der staatlichen Transfers für die Bauern vom LEH wieder eingepreist werden; ganz egal, es geht alles in dieselbe Richtung.
              Die Landwirtschaft ist da nur ein Rad in einem viel größeren Getriebe, und mit gut 2% der Bevölkerung ein sehr kleines Rädchen.

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              • Lady sagt

                “ Das Sagen hat längst nicht mehr die Politik, sondern die großen Kapitalsammelbecken. “
                Da bin ich zwar anderer Meinung und wüsste auch gerne, was du unter Kapitalsammelbecken verstehst. Aber wichtiger ist die Frage, wo ist da der Zusammenhang ?

                Den Bauern wird vorgeworfen, sie würden Wasser, Boden und Luft „vergiften“. Und Insekten.
                Was hat das mit „dem Kapital“ zu tun? Suchst du da nicht schlicht einen anderen Sündenbock?
                Den Bauern jedenfalls hilft das nicht. Da wird nur eine Ideologie gegen eine andere ausgetauscht.

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      • Berthold Lauer sagt

        Ich unterscheide gern ein wenig zwischen normalen Diskutanten und organisationsgstützten Weltveränderern. Auch ich versuche zu analysieren und durchzurechnen und kopfzuschütteln. Ich muss aber auch (resigniert) feststellen, dass diese organisierte neue Religion ( wobei sich die „alten“ Religionen auf der Suche nach Themen und Zuspruch überhaupt nicht unterscheiden) selbst mit viel Zeit und Energie nicht von Fakten, Wissenschaft und Widerlegen beeindrucken lässt! Wie Sie es dargestellt haben: Dogma, Überhöhung, Moral. In der Konsequenz bedeutet das , so bitter das sein mag: An die Wand fahren lassen!!
        Den Schwarzen Peter haben wir so oder so!

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  7. Thomas Apfel sagt

    Den Facebook – Beitrag würde ich Sebastian Lakner zuordnen. Er ist ja der Hauptautor der NABU Studie „Neue GAP – Fit, fair und nachhaltig“ und hat bei Bauer Willi Facebook auch schon ähnlich reagiert.
    Unabhängig davon, ob und wie viel Insekten tatsächlich abhanden gekommen sind, finde ich seinen Ansatz für mehr Landschaftsstruktur nicht falsch. Kritisch ist die Forderung nach Pflanzenschutzverzicht und Extensivierung in PRODUKTIONSFLÄCHEN und die damit verbundene Verteufelung des Synthetisch – chemisch- basierten Pflanzenschutzes. Noch kritischer ist es, über die Bezahlung von ausschließlich ÖVF (Ökologische Vorrangflächen) über die Mittel der ersten Säule alle Öko Produktionsflächen automatisch in die Maximalförderung von 1.350 €/ha fallen zu lassen. Das entspricht einer Voll – Alimentierung des Öko-Anbaus, egal ob mit oder ohne Produktion.
    Die Hauptgründe für Insektenschwund im Landwirtschaftsumfeld sind das Fehlen von Vieh und Kuhscheisse, wie Herwig Scholz es schon mehrfach schön illustriert hat.
    Es ist doch vollkommen logisch, dass sich Insektenmenge und Artenzusammensetzung ändern, wenn ich die Quelle der Vielfalt, nämlich die flächendeckende Viehhaltung beseitige !!!

    Bei uns zeichnet sich gerade eine Stechmücken- und Bremsenplage ab. Bremsen wahrscheinlich, weil genug „wildes Vieh“ in Wald und Flur unterwegs ist. Ich hab spaßenshalber mal den GVE Besatz Wildschwein, Reh und Rotwild in unseren Flächen überschlagen – sind rund eine GVE auf 12 ha, das ist nicht unerheblich.

    Im Übrigen zeichnet sich das ab, was ich vor längerer Zeit schon mal vermutet habe: Die in Brandenburg mit etwas über 700 €/ha dotierten Blühstreifenförderungen sind jetzt schon vollkommen überzeichnet (rund 6 mio € waren geplant für rund 8500 ha). Diese Form der „Wertschöpfung“ liegt deutlich über der mit Ackerbau auf schlechten Ecken erreichbaren. Wenn „die Gesellschaft“ das für sinnvoll hält und bezahlt, wird das sofort gemacht, insbesondere von den großen Betrieben im Osten.

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    • Brötchen sagt

      Thomas war gerade wandern, war froh, dass ich aus dem nsg raus war, die schwärme haben einen fast gejagt.

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  8. firedragon sagt

    Zitat: „das praktische Handbuch für Realisten & Träumer“
    Titel: Das neue Buch vom Leben auf dem Lande
    Autor: John Seymour (Erstausgabe 1976)

    Wenn tatsächlich so viele Menschen neu in die LW einsteigen wollen, kann man sich ja mal vorher mit diesem kleinen netten Ratgeber auseinandersetzen.
    Mir sind noch nicht viele Bücher mit einem Warnhinweis untergekommen.

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    • bauerhans sagt

      der bioeinsteiger aus der stadt hatte damals seine hühner mit der futtermischung aus dem buch füttern wollen,wollten die nicht.

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Dass die Krisengewinnler jetzt danach trachten, mit ihren Milliarden den Boden an sich zu reißen, mit Sklaven zu bewirtschaften und dann die Lebensmittelpreise in die Höhe zu treiben, ist schon klar. Ebenso klar ist aber auch, dass immer mehr Leute das durchschauen und aus diesem Grund nach kleinen Grundstücken zur Selbstversorgung suchen oder sich in bestehende Betriebe integrieren wollen, damit sie an ihrer eigenen Versorgung mitarbeiten und diesen Machenschaften (vermeintlich) entkommen können. Bei uns boomt ja auch die Direktvermarktung. Man gönnt den LEH – Konzernen das Geld nicht mehr. Die Bauern können die Nachfrage gar nicht decken bzw. gar nicht schnell genug neue Hofläden aufmachen.
    Naiv ist nur der Satz in obigem Beitrag: „Schlimmstenfalls muss man den Leuten mehr zahlen“ Wenn das so einfach ginge, würden jetzt die Massen in die Landwirtschaft drängen. Aber ich mach schon ein Verlustgeschäft ohne noch meine eigene Arbeit zu rechnen. Was soll ich da jemandem zahlen?
    Und die Krisengewinnler wissen das.

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    • Paulus sagt

      Hochverehrte gnädige Frau, könnte es sein, dass sie ihr Hobby mit ernst zu nehmender LW, also mit Erwerbstätigkeit verwechseln? Ich habe 28 Jahre lang Hochlandrinder im Freiland gehalten, auf 28 ha mit max. 28 Stck., meist waren es deutlich weniger. Wir hatten einen landwirtschaftlichen Partner vor Ort, einen Schlachter und Metzger so gut wie nebenan, und ganz wichtig, unser Metzger hatte Abnehmer die bereit waren einen sehr hohen Preis für ein bedingungsloses Qualitätsversprechen zu bezahlen. Hört sich alles ganz toll an und das lw-Konto bewegte sich auch überwiegend leicht im Plus. Aber nur weil Entnahmen ausschließlich in den „Betrieb“, wenn ich es mal überheblich so nennen darf, gingen. In Wahrheit war es Krauterwirtschaft die man sich zwecks Lustgewinn gönnt. So wie sich halt manch Prominter einen Wingert kauft. Das oder ähnliches kann unmöglich die Zukunft der LW sein.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Nein, ich verwechsle mein Hobby nicht mit Erwerbstätigkeit. Aber einerseits würden trotzdem gerne Leute für Geld bei mir arbeiten. Und andererseits können auch viele Erwerbslandwirte nicht das zahlen, was die Leute gerne hätten.

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  10. Ehemaliger Landwirt sagt

    Die Kommune legt Blumenwiesen an,
    die Anwohner kaufen Fliegengitter für Fenster und Türen und kaufen zusätzlich noch elektrische Insektenvernichter.

    So geht Wirtschaft! 😉

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  11. Arnold Krämer sagt

    @ Elisabeth Ertl
    „Ich werde ständig konfrontiert mit Leuten aus der Stadt, die jetzt in Folge von Corona auf der Suche sind nach landwirtschaftlichem Grund, auf dem sie sich betätigen möchten.“

    Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, dem von-Thünen-Institut in Braunschweig. Der sagte, dass die überschüssige Liquidität nach der Finanzkrise 2008 vor allem in die Immobilien-Sparte geflossen sei. Für den Agrarbereich kann ich das auch nur bestätigen Der Preisanstieg für landwirtschaftliche Flächen in unserer Region in den letzten 10/12 Jahren ist gewaltig gewesen. Und für ihn stellt sich jetzt die Frage, wo die überschüssige Liquidität hinfließt, die aus den vielen Milliarden der Corona-Hilfsprogramme entsteht, weil denen ja reale Werte nicht gegenüberstehen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die landwirtschaftlichen Bodenpreise in der nächsten Zeit entwickeln werden wenn gleichzeitig so viel agrarpolitischer Gegenwind für die Masse der jetzt noch aktiven Landwirte entfacht wird.

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  12. Ehemaliger Landwirt sagt

    Vor Jahren hat ein Obstbauer der Tafel Zwetschgen ab Baum angeboten, weil die Pfücke für ihn nicht mehr lohnte. Die Plücke musste von den armen Menschen selbst vorgenommen werden.

    Fazit:
    Kein Mensch wollte die Zwetschen, viel leicht wurde auch nur vergessen, vorher die Zwetschgen als Marmelade zu verarbeiten.

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    • Altbauer Jochen sagt

      So ist es Ehemaliger, wenn ich im Herbst viel zu viel
      Äpfel für uns selbst von meiner ( kleinen) Obstwiese
      pflücke kann ich nur ein paar Nachbarinnen meines Alters
      einige Körbe voll schenken.
      Jüngeren Leuten kann man mit sowas nicht kommen.
      Der leckere Saft den ich dann in Flaschen habe, schmeckt
      allen. Aber den schaff ich übers Jahr auch allein mit
      meiner Frau zu trinken.

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  13. Mark sagt

    Schon heftig, wenn man ernsthaft darüber diskutiert, ob ein Artikel wie der von f…ph veröffentlicht werden darf. Und genau deshalb sind solche Artikel immens wichtig. Ganz besonders werrtvoll macht diesen Artikel, dass der Verfasser nicht aus dem landwirtschaftlichen Umfeld kommt und dass es sich auch nicht um eine „Auftragsarbeit“ aus dem Agrarbereich handelt. Nur so ist auch die hysterische Reaktion eines R. Fischer zu verstehen, der sich bemüßigt sieht, das gesamte Repertoire des Ökopopulismus mit samt aller Ökoklischees gegen diesen Artikel abzufeuern. Zu gut weiss Fischer, dass das gesammte Kartenhaus dieser Ökoweltuntergangsphantastereien ganz schnell in sich zusammen fallen kann. Und man kann sicher sein, dass dies auch geschieht.

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    • firedragon sagt

      Mark,
      ich kenne Herrn Fischer nicht, denke er ist der Meinung, dass fingerphilosoph ein Landwirt ist (aus dem Text „… wenn er aufgibt…“).
      Ich bin auch überrascht, dass Herr Fischer so umfangreich auf fingerphilosoph’s Gedanken reagiert, aber okay, auch dessen Gedanken kann man zu Kenntnis nehmen. (Kommentare zum Fischertext kann ich übrigens nicht lesen)

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      • Arnold Krämer sagt

        Wer so umfangreich reagiert ist betroffen/ getroffen.
        „Was trifft, trifft zu“.
        Insofern gut, dass Willi solche Beiträge wie von fp veröffentlicht. Besonders wertvoll sind gerade auch die Diskussionbeiträge der Nichtlandwirte, wenn sie erkennbar ohne ideologische Verbortheit formuliert sind.

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  14. fingerphilosoph sagt

    Was ist schon ein Shitstorm bei Facebook gegen eine Wanze im Bett?

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    • Brötchen sagt

      FP im Prinzip hast du nur zusammengefasst, was du immer so schreibst😎

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  15. firedragon sagt

    Guten Morgen Brötchen,
    selbst wenn es sehr viele Arbeitslose geben sollte. Was denkst Du, könnte der Staat zum Arbeitseinsatz in der LW verpflichten?
    Ich bin nicht davon überzeugt, dass Arbeitssuchende zur LW strömen werden. Eine Handvoll vielleicht, aber die werden die Felder nicht „rocken“.

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    • Brötchen sagt

      Ach träumst du, wir suchen schon des längeren Leute. Man findet niemand!

      Auch Handwerker und kleine Unternehmer erzählen dir das gleiche!
      Landwirtschaft ist das auch ganz ganz schwierig!

      Selbst wenn der Staat das könnte, die machen mehr schaden als nutzen und mir tun die Leute jetzt schon leid, die sich mit den unwilligen und tricksern abgegeben müssen.

      Bisher so ist meine Erfahrung, habe ich drei vier Leute erlebt, die wirklich mit Arbeit was im Sinn hatten.

      Viele haben auch ein gewisses Anspruchsdenken, aber keine Vorstellung wie das geld zusammenkommen soll, was die als Lohn haben wollen.

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      • firedragon sagt

        Hey Brötchen, ich träume überhaupt nicht, hatte Dich nur gefragt, was Du denkst 😉.
        Was müssen „die Leute“ können, die ihr sucht?

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        • Brötchen sagt

          Lust zum Arbeiten! Selbstständig arbeiten und das machen was aufgetragen wurde und nicht das was man gerne macht und das nicht, was man nicht gerne macht.😎

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          • Stadtmensch sagt

            Ich übersetze mal: Gesucht werden Leute, die Lust auf unkreative Scheißarbeiten ohne eigenen Handlungs- und Verantwortungsspielraum haben. Gearscht sind sie trotzdem, wenn die Arbeit für sie schlecht organisiert wurde. Sie müssen „flexibel“ mit den Launen der Führungskraft umgehen können.
            😉

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            • Brötchen sagt

              Stadtmensch, die Leute haben sogar sehr sehr viel Freiraum!
              Weil keine Zeit mehr ist, das ständig einer daneben steht.

              Das Problem ist, man muss da eine Balance finden zwischen Motivation und Druck.

              Vielseitig ist es auch, aber eben mit Arbeit verbunden. Tierhaltung heisst immer aufmerksam sein, nie nachlassen, auch wenn man selber mal einen Hänger hat.

              Das ist schon eine Mühle auf Dauer.

              Wir haben jetzt eigentlich ein gutes junges Team beieinander aber eben nicht perfekt. Damit habe ich mich abgefunden.

              Der Chef ist übrigens eine ganz junge Frau, nicht ich!

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  16. bauerhans sagt

    in den medien wird ja ständig darüber berichtet,wie kleine startups in der landwirtschaft mit handarbeit und ohne hilfsmittel die leute mit frischen zutaten fürs essen mit dem lastenfahrrad beliefern.
    (eine szene im ndr gestern,wie 2 touristinnen auf dem markt salat kaufen,der 3€ pro 100g kostet:Das ist aber zu teuer!)
    wer glaubt ernsthaft,dass sich so etwas durchsetzt!

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    • Bauer Willi sagt

      Nicht im großen Stil. Aber eine Nische für einige ist es schon. Wenn aber die Kaufkraft abnimmt, wird es schwierig. Jeder kündigt jetzt Entlassungen an.

      Aktien jetzt verkaufen!?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Die Leute werden wieder für Kost und Logis in der LW arbeiten. Wenn sie bei uns nicht dazu bereit sind, werden die großen Bodenspekulanten sie dazu zwingen.

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        • firedragon sagt

          😕 Frau Ertl, ich glaube, dass ist das nicht mehr erleben werde – „freiwillig“ für Kost und Logis arbeiten.

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          • Arnold Krämer sagt

            …..das funktioniert in Südtirol für 1, 2 oder 3 Wochen bei der Heuernte, vereinzelt auch für andere Arbeit auf Bergbauernhöfen. Rund 2 Drittel derjenigen, die sich über die „Bergbauernhilfe“ einspannen lassen und engagieren, kommen aus Deutschland, tun dies sicherlich aber nicht, um sich damit materiell „grundversorgen“ zu lassen.

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  17. Elisabeth Ertl sagt

    „Knapp 30 % der weltweiten berufstätigen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Das sind eine Milliarde Menschen. Eventuell nimmt sich der Gastautor da ein klein wenig zu wichtig. Ich denke, es würden sich Leute finden, die das übernehmen würden, wenn er aufgibt. Schlimmstenfalls muss man den Leuten halt mehr zahlen.“
    Da hat der Autor mittlerweile recht. Ich werde ständig konfrontiert mit Leuten aus der Stadt, die jetzt in Folge von Corona auf der Suche sind nach landwirtschaftlichem Grund, auf dem sie sich betätigen möchten. Viele würden gerne – natürlich für Geld, das ich aber leider nicht habe – auf unserem Hof mitarbeiten und mitleben. Man ist dabei, sich seinen Platz nahe an den Lebensmitteln zu sichern für den Fall, dass die Krise sich ausweitet. Man will Landwirtschaft lernen. Die Zeit der fehlenden Nachfolger ist vorbei. Und diese Leute, die jetzt mehr Ökologie fordern, die werden sich als Neueinsteiger auch durchsetzen, ob uns das gefällt oder nicht. Denn je mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, desto mehr kann wieder händisch gemacht, desto klein stukturierter können die Flächen sein.

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    • Bauer Willi sagt

      Der Gedanke mit der Handarbeit ist mir auch schon gekommen. Wenn Deutschland im Frühjahr 2021 über 6 Mio Arbeitslose hat, wird anders diskutiert. Dann lohnt auch ein Selbsterntefeld …

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        • Brötchen sagt

          Drachen, eigentlich hätte fp was vom Mythos der Arbeit schreiben können.

          Die meisten Menschen wollen überhaupt nicht mehr körperlich und stupide arbeiten.

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          • fingerphilosoph sagt

            Wenn etwas die Welt kaputt macht, dann doch wohl die menschliche Arbeit.

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            • Brötchen sagt

              Ja kann man auch so sehen😀 Du bist schon so ein Philosoph!

              Das hänge ich Mal meinen Leuten in die umkleide.

              Mein Lieblingsspruch aus Italien Nudelmanufaktur…….you cant improve perfection.

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      • Scheunenfund sagt

        Dann möchten auch Deutsche wieder freiwillig bei Tönnies oder auf dem Bau arbeiten? Nie im Leben!

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      • Brötchen sagt

        So ein selbsterntefeld ist doch nur Show und hat nicht ernsthaft etwas mit selbsternte zu tun. Da tänzeln die Städter von Baum zu Baum, pflücken da und dort ein Äpfelchen, unten liegt alles voll mit abgefallenen Früchten, die Kinder quengeln und Mutti hat eigentlich keine Lust.
        War schon öfter Selbstpflücken, Äpfel und Heidelbeeren, aber nicht weil es günstiger wäre, es ist eher teurer und ist nur aktionbespassung mit Wohlfühleffekt.

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        • Bauer Willi sagt

          In der Nähe von Köln hat ein Landwirt 4 ha Selbsterntefelder. 40 qm vermietet er für 160 € im Jahr.

          Zwei Fragen: Wieviel € pro qm ist das? Wie groß ist ein Hektar?

          Bei uns, 20 km vor Köln, funktioniert das schon nicht mehr. Kann man nicht mit dem Rad fahren, ist zu weit… 😉

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          • Paulus sagt

            Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, ich habe das jetzt nur kurz im Kopf überschlagen. Wenn ich mich nicht vertan habe, generiert dieser Bauer bei Auslastung 160.000 € an Umsatz, ohne die Gestehungskosten zu berücksichtigen. Im günstigten oder eher ungünstigsten Fall stehen dem 1.000 rotgrün lackierte Anspruchsteller gegenüber. Also, ich würde meine Kappesköppe lieber bei der Genossenschaft abliefern.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sehr geehrter Herr Paulus, ich habe in der Schule gelernt, dass ein Hektar 10. 000 qm hat, bei 4 Euronen Pacht, sind das nach bäuerlichen Rechnung 40..000 Euro.

              Trotzdem, die Pächter werden schnell erkennen, dass da Arbeit dahinter steckt.

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              • firedragon sagt

                Ehemaliger Landwirt,
                Du hast die Pacht für ein Hektar ausgerechnet und Paulus für die vier Hektar – passt.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Stimmt, bei 4 Hektar passt es.

                  Und die Moral der Geschicht,
                  ein Rechenfehler findet man bei beiden nicht. 😉

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              • Paulus sagt

                Sehr geehrter Herr Ehemaliger, auch nach bäuerlicher Rechnung dürften es bei bei 4 ha immer noch 160.000 €
                sein.
                Ich frage mich ja auch nur, wie ein Bauer mit 1.000 Anspruchstellern, zuzügl. deren Blagen und sonstiger Freizeitgelüste, die ja auch noch zu befriedigen sind, so zurecht kommt. Nun ja, die Großstadtnahen Bauern mutieren eh schon zu Kirmesveranstaltern.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

                  Das nächste mal muss ich doch genauer hinschauen.

                  Ob die Parkplätze für die 1000 reichen, oder haben die eine U-Bahn Haltestation?

                  Aber Fährräder mit Hilfsmotor wäre eine Alternative, die Dinger mit Batterie meine ich.

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        • firedragon sagt

          Brötchen, Du pflückst gerne zum Wohlfühlen… … hm… … was hast Du im Herbst vor?

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          • Brötchen sagt

            Du Arbeit habe ich genug, der Garten sieht aus und eine Schafe sind noch. nicht geschoren!

            Mal sehen vielleicht komme ich zur Weinernte.

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            • firedragon sagt

              Ich würde Dir ja „schnell“ 😉 bei der Schur helfen, wenn da nicht so viele Kilometers zwischen wären.

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              • Brötchen sagt

                Bräuchtest nur etwas festhalten, ist auch kein Drama.
                😎

                Muss eben nur vorsichtig sein, weil die mächtige Hörner haben und die klauen können einen auch verletzten.
                War mal unvorsichtig und die ganze Sandale voller Blut.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  ich glaube zuerst würde ich Dir ein Paar richtige Sicherheitsarbeitsschuhe verpassen, Deine Mördertiere werden definitiv gefesselt und geknebelt und Du hältst die fest 😇.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Es gibt ja ein großes Tabu: dass es nämlich in Wahrheit keine umweltfreundlich und nachhaltig zu produzierende Energie gibt: Die jetzt noch nicht ausgebaute Wasserkraft würde ökologisch wertvolle Lebensräume für immer zerstören. Windkraft vernichtet unzählige Insekten und Vögel. Photovoltaik tritt jetzt zunehmend in Konkurrenz zu landwirtschaftlicher Nutzung etc. Die Elektromobilität wird den Stromverbrauch aber verdoppeln – bei Ausstieg aus Atom und Kohle.
        Im Innersten weiß jeder, dass da gelogen wird, dass sich die Balken biegen, genau wie jetzt beim Schuldenmachen, welches die meisten von uns in die Armut stürzen und mitnichten einen Wirtschaftsaufschwung bewirken wird.
        Nachhaltig sind Energiesparen und menschliche Handarbeit.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “ Die Zeit der fehlenden Nachfolger ist vorbei. Und diese Leute, die jetzt mehr Ökologie fordern, die werden sich als Neueinsteiger auch durchsetzen, ob uns das gefällt oder nicht. Denn je mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, desto mehr kann wieder händisch gemacht, desto klein stukturierter können die Flächen sein.“

      Ist das Satire?
      Es gab schon immer eine paar Aussteiger mit Rastrerlocken, es gab sogar manche, die gewillt waren Landwirtschaft zu machen, aber deren Weltbild ist keine Landwirtschaft wo der Bauer 12 Stunden am Tag die Handhacke schwingt.

      Frau Ertl, kenne mich in ihrem Land nicht so aus, aber in Deutschland arbeiten die lieber beim Harz IV.

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      • Thomas Apfel sagt

        Wenn´s wirtschaftlich betrieben werden soll, geht die Suche nach „billigen“ und „willigen“ Saisonarbeitskräften jenseits der Ostgrenze ganz schnell los! Die Lohnansprüche für das einheimische Personal sind selbst bei hohen Transferleistungen aus Bio-Förderung durch den alleinigen Verkauf der Produkte (oder AboKiste) nicht zu erwirtschaften. Wenn Betriebe umgestellt und neu gegründet werden, entwickelt sich ganz schnell ein Trend zum Wachstum und zur Mechanisierung (wie es der Beitrag zur Hacktechnik ja anschaulich gezeigt hat)
        Es ist dasselbe Wachstum-basierte Wirtschaftssystem in dem diese Kollegen sich bewegen, was soll da an Entwicklung anders laufen?

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