Bauer Willi
Kommentare 64

Sklavenarbeit und Corona in GB

Nun hat auch Großbritannien seinen Corona-Skandal. Doch hier sind es nicht die Schlachtbetriebe, sondern die Textilindustrie. Auch hier waren die Bedingungen sicher vorher bekannt. Und jetzt muss man entsetzt sein. Von diesem Skandal (lesen Sie unbedingt die Details) sind vor allem Mode-Marken betroffen, die unter Jugendlichen zwischen 16 und 26 Jahren gerade „hipp“ sind und die als „Fast Fashion“ gerade mal für eine Saison konzipiert werden.  Ex und hopp, also eben nicht  „for future“.

https://www.welt.de/wirtschaft/article211154545/Leicester-Textil-Skandal-schockt-die-Briten.html

Eine Frage noch: wurde über den „Textil-Skandal“ in den Abendnachrichten berichtet? Ich kann mich nicht erinnern. Und außer der WELT berichtete meines Wissens auch sonst keine Presse darüber.

Gut, man braucht die Seiten für Tönnies und den Kampf gegen….(hier kann jeder einen Begriff seiner Wahl einsetzen)

 

 

(Aufrufe 2.352 gesamt, 1 heute)
1

64 Kommentare

  1. Brigitte Neveling sagt

    Liebe Landwirte,
    ich sehe das als ein systemisches Problem an.
    Ich bin jetzt 61, stamme aus NRW, jetzt Wahlheimat Eifel, und bin noch aus der Zeit „Sonntag gibts Fleisch“ vom heimischen Metzger, Papa bekam das größte Stück.
    Eier lieferte uns der Eiermann und Gemüse kam vom Wochenmarkt der Bauern oder aus Omas Garten und Honig von Opas Bienen.

    Unsere Eltern und Großeltern haben uns vorgelebt und beigebracht, Lebensmittel zu schätzen, komplett zu verwerten und wenn Reste, dann wiederverwerten oder die Hühner bekamen es. ( es war wenig, deshalb keine Gesundheitsschäden bei den Hühnern.)
    Wir hatten jeder einen Schulplatz, konnten Ausbildung machen oder studieren und die Städte wuchsen; gleichzeitig hatten wir immer mehr Geld für Urlaub, Freizeit, convenience food, was wir auch, behütet wie wir aufwuchsen und durch die Malocherei unserer Nachkriegseltern, gerne konsumierten, von der Werbung angelockt, und DAS haben unsere und heutige Eltern nicht kritisch genug weitergegeben.
    Leider waren wir nicht kritisch, obwohl uns die ganz Alten oft ermahnt hatten ( jetzt weiss ich, was Oma immer mit Sparsamkeit und Bescheidenheit meinte. )

    Meine Generation hat zugelassen, dass Werbung über die Medien immer mehr als Erzieher der jungen Leute wurde, wir waren nicht kritisch und politisch genug.
    Mit Entsetzen sehe ich die Abgestumpfheit vieler junger Leute gegenüber Allem, was ganz sicher mit der Entwicklung der globalen Marktwirtschaft und deren Billigpreise sowie der Computerisierung zusammenhängt ( Wegwerfgesellschaft ) – aber wir haben uns verführen lassen.
    Jetzt zeigt der Planet die Folgeschäden und Menschheit jammert und will zu guten alten Zeiten zurück, was die heutige junge Generation nur noch von alten Schwarzweissphotos oder der Uroma kennt aber nicht weiss, wie es sich anfühlt.
    Greta und die neuen Bio-Jünger werden von den Fachleuten zwar kritisiert, aber immerhin horcht Menschheit auf.
    Die Lösung dieser Wende kann nur der Bauer bewerkstelligen, denn nur er weiss, „wie Brot geht“.
    Meine Oma ( 2 Weltkriege ): „ihr habt alle noch keinen Hunger gehabt!“ schwebt wieder vor meinem geistigen Auge.
    Ich frage alle alten Bauern in meinen Kreisen nach ihrem alten Wissen, aber sie sind müde der stetigen Ermahnungen an uns und wegen ihres entbehrungsreichen Lebens.
    Meine Hoffnung liegt – und ich spreche sie an und höre Ihnen zu – auf deren Kinder/Enkel, die sich mehr und mehr zurück zur LW wenden und sogar Agrar vorher studieren – Chapeau !
    Ich hoffe, dass sie VOR den Immobilien-Hedgefonds ihre Äcker wieder beleben, in NRW geht hier und da eine seltsame „Enteignung“ vor, sonst gibts demnächst alles voller neu gebauter „Lofts“ auf dem Land, aber die Bewohner sind alle verhungert… 😀

    Power to the Bauer – kennen Sie das noch ?
    Danke für Ihre Arbeit !

    7
    • sonnenblume sagt

      Einen Punkt könnte man dem noch hinzu fügen. Wer von diesen Erfahrungen immer wieder gesprochen hat, wurde in der Vergangenheit auch sehr schnell als ewig Gestriger und als nicht auf der Höhe der Zeit angesehen. Modern und im Trend sein ging anders. Wer wollte denn schon als Zurückgeblieben angesehen werden.

      2
    • Reinhard Seevers sagt

      Ich kann Ihnen gut folgen Brigitte. Aber ich nehme nicht für mich in Anspruch, im Büßergewandt der Bomer-Generation zu wandeln. Ich habe als Bauernjunge erleben dürfen, was es hieß „Dummer Bauer, du stinkst, Bauer bleibt Bauer….“ usw. zu erfahren. Ich war der erste der Familie, der aufs Gymnasium durfte, das hat Spuren hinterlassen. Die Landwirtschaft galt als rückständig und primitiv….wir waren nie im Urlaub, Restaurantbesuche gab es nicht und Klamotten wurden beim reisenden Händler gekauft…entsprechend waren wieder die Kommentare der Mitschüler.
      Ich habe heute noch ein Fahrrad ohne Gangschaltung, das mitlerweile 40 Jahre alt ist….
      Nein, die Gesellschaft wird sich nicht in Richtung Verzicht entwickeln, das ist ein feuchter Traum bestimmter Vorbeter. Die Jugend lässt sich nicht den Spaß verderben und auch wenn FFF etwas anderes signalisieren sollte……wo sind die eigentlich?

      3
      • Ferkelhebamme sagt

        „Die Jugend lässt sich nicht den Spaß verderben und auch wenn FFF etwas anderes signalisieren sollte……wo sind die eigentlich?“
        FFF Gütersloh wird Freitag mit ein paar fragwürdigen Tierrechtsorganisationen in Rheda vor Tönnies erwartet. Nette Gesellschaft

        0
    • Obstbäuerin sagt

      Wir haben gerade von so einem Bio-Jünger eine Kiste Bohnen bekommen, die komplett von Schädlingen befallen war und nicht als Lebensmittel verkauft werden kann. Das ist wirklich Verschwendung, sowohl von Boden als auch von Saatgut und lebendiger Arbeit. Die Bohnen sind auf dem Kompost gelandet und dort findet dann die einzige sehr teure Wertschöpfung statt.

      2
    • firedragon sagt

      „Diese Wende kann nur der Bauer bewerkstelligen“
      Frau Neveling, falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, das wird diesem Berufsstand gerade aufgebrummt.
      Ich denke, Sie meinen es eher aufmunternd.

      1
      • Brigitte Neveling sagt

        Ja klar ! Ihr grosser Wissensschatz ist Ihre Macht !
        Leider dauert es bestimmt wieder eine ganze Generation, bis alle das wieder zu schätzen wissen, allerdings wenn man so unsere Regierung anschaut, bezweifel ich, dass unser „Luxusleben“ noch lange dauert – aber spätestens dann sind Sie wieder am Zug !
        Problematisch ist allerdings die Globalisierung, wo z.B. unserer Autoindustrie nur der Export in bestimmte Länder erlaubt wird, wenn wir deren Produkte von Gebieten kaufen sollen, die z.B. durch Urwaldfeuerrodung Anbaugebiet wurden. Vertrackte Kiste.
        Aber: ich beobachte im Supermarkt, wo ich mein Waschmittel kaufe, dass viele Kunden Obst und Gemüse ins Regal zurücklegen, wenn da kein Deutschlandaufkleber drauf ist. Die Sensibilisierung ist angelaufen und rollt !
        Und wenn Landwirte in Gespräche mit Schulen gehen und Kinder für die Landwirtschaft begeistern durch z.B. Praktika, und Kinder lassen sich oft von diesen Themen begeistern, kann man die Idee vom Job auf dem Land sicherlich auch fördern.
        Kinder speichern solche Erlebnisse dauerhaft – das merke ich z.B., wenn ich im Garten rumschneide, mähe, hier und dort was pflanze und giesse, dass immer ein paar Kinder am Zaun herumstreichen und fragen, was ich da mache und ein paar Tage später kommen sie und zeigen stolz ihre Blumentöpchen mit sebstgepflanzten Blumen, Tomaten u.Ä. und kommen immer wieder vorbei.
        OK, ist bei mir viel Optimismus, aber echte Beobachtung.
        Ich geb die Hoffnung nicht auf – in diesem Sinne !
        Und zum „Schimpfwort Bauer“: unter Kindern/Jugendlichen ist das eigentlich versteckter Neid aufs Traktorfahren und z.B. die Fähigkeit, eine Herde Kühe zu füttern und zu betreuen und unter Erwachsenen ist es die Empörung, dass der Bauer wohl in einer bestimmten Angelegenheit mal wieder schlauer oder entscheidungsfreudiger war als man selbst 😀

        1
        • firedragon sagt

          Frau Neveling,
          Neid hin oder her :
          vorpupertäre Kinder sind sehr grausam und sehr verletzend in ihrer Wortwahl. Was erschwerend dazu kommt – Gedankenlosigkeit, dass Worte, die den Mund im „Übereifer“ verlassen, dem Gegenüber im Gedächtnis meist ein Leben lang verbleiben.
          Kinder aus landwirtschaftlichen Familien müssen sehr selbstsicher sein und oft von der Familie wieder aufgebaut werden, um sich selbst in die Lage versetzen zu können, Worte abprallen zu lassen und keine Angriffsfläche zu bieten.
          Natürlich kommt es auch immer auf das Umfeld und den Freundeskreis an. Irgendwann ist diese Zeit auch überstanden und wenn der zwölfjährige „Peiniger“ das „Opfer“ im großen Ackerschlepper fahren (nicht mitfahrend) sieht, ist meist auch Ruhe im Karton. Die jungen Damen himmeln schon da den Fahrer an 😉.

          1
          • Brigitte Neveling sagt

            Jawohl, geht doch !
            Ich erinner mich an die Bauernjungs in meiner Klasse ( ab 5.er Klasse, in der Grundschule war das noch kein Thema )
            Es waren 3 Jungs und alle drei waren sehr ruhige Vertreter, haben sehr überlegt geantwortet und argumentiert. Hier konnte man schon damals erkennen, dass hinter diesen Burschen eine überlegte Mutter stand, die den Kindern diese „Gefahren“ der Schule/Gesellschaft ( Kinder sind grausam ) vorab erklärt hat und ihre Persönlichkeit und Selbstvertrauen absolut stabilisiert hat.
            Kluge Bauernfrauen !

            0
              • Brigitte Neveling sagt

                Ja natürlich !
                Aber ich habe auch beobachtet, dass die Bauern aus meiner Jugend ziemlich wortkarg waren – klar, weil meist doppeltes Tagespensum – die Bauersfrauen haben da gütig zwischen Vätern und Kindern vermittelt. Ausnahmen bestätigen die Regel – auch mein Schulkumpel aus der Grundschule hat oft damals, wenn wir von der Schule zur Wohnsiedlung zurückkehrten, erstmal statt liebevolle Begrüssung eine Tracht bekommen – Erklärung hinterher.
                Eltern formen die Persönlichkeit ihrer Kinder – ob Beamte oder Bauern.

                0
                • firedragon sagt

                  Frauen gütig und Männer prügelnd, aha… 😶.
                  Auch in den landwirtschaftlichen Familien hat sich die Erziehung der Zeit angepasst, wenn man das so ausdrücken kann,Frau Neveling.

                  1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @Drachen
                  Nicht ganz.
                  Der Vater von heute trägt seine Kinder im Stoffbeutel wie das Känguru, währen die Mutter einen Espresso im Straßencafe schlürft.
                  Ich glaube das hat sich in der Landwirtschaft noch nicht herumgesprochen. 😉

                  1
                • firedragon sagt

                  Ne, so was hab ich in der LW tatsächlich auch noch nicht gesehen. Wir hatten das MaxiCosi immer auf den Schleppern montiert – gibt nix besseres, Kinder haben immer gepennt.

                  1
                • firedragon sagt

                  Natürlich Ferkelhebamme und die Jungs haben’s da nicht so einfach… mit was können die da noch imponieren, bleibt nicht viel 😇.

                  0
                • Brigitte Neveling sagt

                  ja klar, Ferkelhebamme,
                  und aus Ermangelung eines Bauernhofes hab ich mir wenigstens vor30 Jahren den ausrangierten MF65 von meinem Pferdebauern gekauft – Horridooo 😀 –
                  das ist zwar wenig gegen einen Deutz, Fahr, MB etc.,
                  aber dieses Gefühl, dazuzugehören, hat mich seit Kindheit begleitet und ich hab mein Leben lang den Kontakt zu Bauers gehalten – und der Wunsch besteht seit Kindheit, deswegen find ichs so wichtig, die Kleinen schon an die Hand zu nehmen, denn Prägung ist die Hälfte der Miete.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Eben, die bekommen Sendungen im TV. ( Trucker Babes).

                  Ich verlange Gleichberechtigung für die Kerle.

                  1
              • Brigitte Neveling sagt

                fire dragon – hab ich mich falsch ausgedrückt:
                das Beispiel bezog sich auf meinen Schulkumpel, der nicht mittags nach Hause auf den Hof kam, sondern in die Siedlung so wie ich.
                Also: die strengen Väter ziehen sich durch alle Schichten.
                Ich hab festgestellt, dass der Bauer meines „Kindheitshofes“, den ich so wortkarg, streng und zigarrerauchend immer über den Hof laufen sah, ein grundgutmütiger, strenger aber fleissiger und lieber Mensch war.
                Das meinte ich auch mit Gernerationenfrage: es dauert oft ein Leben, bis man die Menschen einschätzen lernt und deswegen, auch um „die Welt zu retten“, wäre ein vermehrter Kontakt heutiger Schulkinder zur Landwirtschaft sooo wichtig !

                0
    • Paulus sagt

      Ist in der Eifel doch alles kein Problem gnädige Frau. Heimische Metzger gibt es dort durchaus noch, die hätten nur gerne mehr heimische Kundschaft. Beim Fleischverzehr kann man sich durchaus auf den Sonntag beschränken, wer oder was hindert daran? Den Eiermann, den Wochenmarkt und den Honig lokaler Imker gibt es dort auch noch. Sparsam und bescheiden kann man auch heute noch leben, manche sind sogar dazu gezwungen. Die von ihnen als Immobilien-Hedegfonds Bezeichneten werden allerdings eher einen großen Bogen um die Eifel machen, da liegen sie falsch. Und ganz wichtig: Die Zollbeamten schießen nicht mehr mit ihren Pistolen auf die Kaffeeschmuggler aus Mützenich. Das hat sich zum Glück für beide Seiten erledigt.
      Ja, die Menschheit jammert und will zu den guten alten Zeiten zurück, vielleicht aus ihrer eingeschränkten Sicht. Dieses ganze Nostalgiegeseihere ist unehrlich, um nicht zu sagen verlogen und nur schwer ertragen.

      2
      • Brigitte Neveling sagt

        Herr Paulus,
        das mit der guten „alten Zeit “ ist doch nur ein Begriff, den unsere Eltern/Großeltern schon gebraucht hatten, oft mit Tränen in den Augen.
        Das kann man heute als Nostalgie bezeichnen, weils schon so lange her ist.
        Jedoch was heute viele Menschen „zurück zur alten Zeit“ zieht, ist wirklich die Realität des Bezugs zur Landwirtschaft, zur Güte der Produkte unserer Bauern und einfach auch der Herstellungsweise der Lebensmittel, deswegen ist heute schon bei Schulkindern hier und da ein Bäcker unterwegs, um Herstellung von Brot zu erklären, – ok, Metzger waren noch keine da – , es wird in den Kindergärten schon mit allen gekocht und gegärtnert und automatisch bildet sich ein Bewusstsein für Lebensmittel und die Bauern sind eben die „Ernährungslieferanten“, natürlich kommts auch auf den Lehrer an !
        Leider habe ich noch keinen Landwirt in den Schulen gesehen – wäre das nicht für die Bauern in Rente eine Herausforderung, allein schon, ihr immenses Wissen weiterzugeben ?
        Auch hier, wie überall, eine Generationenfrage – gut Ding will eben Weile haben..

        0
        • firedragon sagt

          Hm Frau Neveling… der Landwirt kommt tatsächlich eher selten in die Schule, er kann ja seinen Betrieb schlecht mitnehmen.
          Die Schulklassen oder KiGa-Gruppen kommen in der Regel auf die Höfe.

          1
          • Brigitte Neveling sagt

            Sie haben vollkommen Recht, firedragon –
            ich bin heute nicht aktuell, inwieweit die Schulen mitspielen, zu meiner Zeit sind wir als „Blagen“ und Jugendliche selbst jeden Nachmittag zu den Höfen gelaufen und haben viel vom Alltag der Bauern miterlebt.
            Ich finde es dringend wichtig, dass diese Bildung“ der Kinder ausgebaut wird – also „Praktika“ auf den Höfen und danke diesen Bauern für ihre immense Geduld, früher nannte man das: Sommerferien und Kartoffelferien 😀

            0
        • bauerhans sagt

          „es wird in den Kindergärten schon mit allen gekocht“

          hier wird mittags im kg frisch gekocht,zuhause bei den kindern nur,wenn oma noch da ist.
          sind die etwas älter,gehts zu mcdo.

          0
          • Brigitte Neveling sagt

            Bauerhans,
            da schliesst sich der Kreis, den ich schonmal in einem der vorigen Kommentare angesprochen hatte, nämlich der Familienverbund.
            Da natürlich nicht mehr jeder einen Hof hat, gehen eben die Eltern arbeiten und Kind ab in den Kindergarten. Oma ist im Heim.
            Wenn man Glück hat, ist die Kindergärtnerin bodenständig und erklärt auch beim Kochen woher und wohin, das ist not so easy, wenn sie selbst keinen Kontakt zur LW hatte und die heutigen jungen K-Gärtnerinnen haben oft eben „nur“ studiert.
            Ein „Teufelskreis“.

            0
  2. Friedhelm Hamhuis sagt

    Da ist nichts mit zwei Seiten oder das darf man nicht in einen Topf werfen. Das gehört garantiert alles in einen Topf! Tönnies hat nichts illegales getan, zumindest habe ich bisher noch nichts gehört oder gelesen. Er hat damals die Chancen die sich aus der Regulierungs- und Verbotswut ergaben genutzt und ist anstatt dicht zu machen gewachsen um so die Kosten auf mehr Umsatz zu verteilen und damit wirtschaftlich zu bleiben. Das ist in der Textilindustrie dasselbe gewesen. Deswegen haben wir hier in D so gut wie keine Textilindustrie mehr. Diesen Weg wird die Automobilindustrie, Fleischindustrie und auch die Landwirtschaft, wenn wir so weiter machen, auch gehen. Da kommt die Ware dann aus dem Ausland und alles ist gut. Billig, billig,…… Geiz ist geil! Geschenkt ist noch zu teuer……… Aber Gnade Gott es geht an den eigenen Arbeitsplatz oder eigenen Pfründe dann is alles nicht mehr gut….. Gibt es noch Politiker und Journalisten die auch mal 4 bis 10 Schritte weiter denken was die Folgen sein könnten? Gibt es da auch mal welche die den Bürgern mal erklären wo das Geld für die ganzen Wohltaten usw. her kommt die wir uns leisten (Ich werde das Gefühl nicht los das viele meinen in Berlin steht ein Goldesel oder Geld regnet wie Manna vom Himmel….)? Das das was wir dann in 10 Jahren bekommen eventuell sogar viel schlechter, schädlicher und unter noch schlimmeren Bedingungen produziert sein wird? NIEMAND hier nimmt mehr wahr und sagt das auch mal öffentlich wie gut wir im Grunde schon sind, was wir schon alles erreicht haben und was wir denken noch erreichen zu können. Antibiotika Einsatz um fast 2/3 gesenkt, Pflanzenschutzmittel deutlich weniger eingesetzt, das das Tierwohl laufend und stetig verbessert worden ist, der Nitrateintrag stetig gesenkt wurde und der Dünger immer präziser eingesetzt wird und wir in vielen Bereichen führend sind und zu den nachhaltigsten zählen die es gibt in Europa und auf der Welt. Mit einem der höchsten Bioanteile,…….. aber alles nichts Wert, wird nicht erwähnt, niemanden interessierts. Aber sobald man ein Haar in der Suppe findet weil irgendeiner sich nicht dran hält bzw. über die Stränge schlägt gibt es von Nord nach Süd fette Schlagzeilen…… und das Schlimmste daran ist: Immer mehr glauben auch noch das dieser eine Misstand und Vergehen des einzelnen gängige Praxis sei bei allen. Wir sind so gut und haben soviel erreicht, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern in fast allen Bereichen des Lebens, aber wir erkennen es garnicht mehr und wir wert schätzen es deswegen auch nicht mehr. Das ist jetzt so und das hätte schon immer so sein müssen, also von wegen was erreicht, wir sind nur da wo wir vor 10 Jahren hätten sein müssen. Es stimmt jetzt aber x, Y und Z an dieser Vorgehensweise nicht und das geht garnicht und das gehört SOFORT geändert….. das die Betroffenen den Kraftakt der letzten 12 Monate verdauen muss und abbezahlen muss nicht nächsten 10 bis 20 Jahre ist irrelevant…. usw. usw. usw. usw. Wir sind bis jetzt auch durch die Corona Krise vergleichsweise mit einem kleinen blauen Auge durchgekommen (Jeder Tote ist einer zuviel, nicht falsch verstehen!) aber selbst das ist nicht gut. Dies zuviel und das zuwenig und dort war man zu hart und dort zu weich und der Experte taugt nix und der andere ist die einzig wahre Stimme……. Leute, unser Glas ist halbvoll und nicht halbleer…..

    8
    • sonnenblume sagt

      Damit meinte ich eher die unvermeitbaren Kontakte, versus private vermeidbare Kontakte. Bei Tönnies kommt dann noch das Thema Fleischverzehr oben drauf. Hat mit Corona überhaupt nichts zu tun.

      1
  3. sonnenblume sagt

    Textil- und Fleischskandal ist die eine Seite von Corona. Geschlossene Räume, Ischl, Heinsberg, Karneval und vorallem Reisetätigkeit ist die zweite Seite von Corona. Man sollte das jetzt nicht alles in einen Topf werfen. Die Unzulänglichkeiten in der Industrie sind und waren allen lange bekannt. Nur durch den Lockdown, der die unmittelbare Umgebung beeinträgtigt, wird das an die Oberfläche gespült. Hätte es ohne Corona eine derartige Aufmerksamkeit gegeben, oder wäre alles so weitergelaufen wie bisher?

    3
  4. oberländer sagt

    Tönies ist das optimale Feindbild unserer linksgrün versüfften Polit- ,
    NGO und Neidhammel Kaste .
    Die Staats – Medien folgen dem in öffentlich rechtlichen Gehorsam.
    Er ist der pöhse Tiertöter der auch och sehr reich ist.
    Niemand will sich daran erinnern das die Entwicklung dieser Strukturen von unsern Politikern vor 20 Jahren gefordert wurde .
    Die gröhlende Künast hätte damals schon andere Weichen stellen können.
    Aber unseren Politikern ist nur eines wichtig , “ billig Futter fürs Volk“
    egal wie.
    Alles andere sind leere Phrasen , auch von Söder.

    4
    • Brötchen sagt

      Nur eine Zahl kleine Schlachthöfe haben eine Schlachtgebühr Veterinärunteruntersuchung von ca. 11 Euro pro Tier. Ein Grossschlachthof über die Mengenstaffelung von ca. 2 – 3 euro. Das Tier hat etwa einen Wert von 160 euro. (Schwein)

      Noch Fragen!

      Das ist nur eine Kostenposition.

      7
      • Stadtmensch sagt

        Da stehen wir nun und schauen zu, wie alles unter die Großen Räder kommt.

        https://www.agrarbuendnis.de/Aktuelles.93.0.html

        „Wir brauchen eine Re-Regionalisierung von Verarbeitung und Lieferketten im Lebensmittelhandwerk. Die notwendige Struktur existiert jedoch kaum mehr. Kleine und mittelständische Betriebe sind unter dem Kostendruck durch die Lebensmittelindustrie und die globalisierten Liefer- und Handelsketten fast zusammengebrochen. Sie profitieren nicht von den Mengenrabatten wie große Industriebetriebe: Mehrfach höher pro Einheit sind die Energiekosten, Entsorgungskosten, Kontrollkosten. Die Beschäftigten sind Facharbeiter und erhalten mindestens den Tariflohn. Billige Werkvertragsnehmer gibt es hier nicht.“

        1
        • Brötchen sagt

          ja das wünscht sich jemand! die kostenrealität ist eine andere! und wie gesagt, da muss man arbeiten!

          2
        • firedragon sagt

          Stadtmensch,
          ich frage mich, warum sich alle über jetzige „Zustände“ künstlich aufregen.
          Hatte mich vor zwei Wochen mit einem Metzger (a.D.) unterhalten. Er wohnt und hatte seinen Laden bei Frankfurt. Noch nicht mal mehr eine Metropole wie Frankfurt hat einen städtischen Schlachthof!
          Diese ganzen Schuldzuweisungen sind eigentlich für den A*. Politik könnte zur Abwechslung ja auch mal sagen, dass sie für das Ist in der Vergangenheit die Weichen gestellt hat.

          1
          • sonnenblume sagt

            Hat man schon jemals erlebt, dass die Politik so ein Eingeständnis abgegeben hat? Eher geht die Sonne im Westen auf.

            3
            • firedragon sagt

              Nein erlebt man wohl eher selten – aber vielleicht würde das Genöle endlich aufhören.

              0
          • Stadtmensch sagt

            Irgendwie reden alle von Arbeitsteilung und Spezialisierung. Da gibt man die Verantwortung auch gerne mal ab. Schwupps – ist man kein politischer Mensch mehr. Wählen darf man trotzdem…

            Man darf auch nicht vergessen, das solche Weichenstellungen lange vorher von Insidern eingefädelt werden und gar nicht zur Abstimmung stehen.

            Bei uns bauen sie jetzt weiter am „Südverbund“. Ein Straßenring um die Stadt wird geschlossen. Man darf als interessierter Bürger zwar Eingaben machen und auf die vielen versiegelten Hektar Acker hinweisen, aber gemacht wird das was auf „Druck von Unten“ (also Straßen, Autos, Arbeitsplätze!!!) für notwendig erachtet wird.

            Wie kann man sinnvoll beschäftigt werden, ohne dass man dabei alles kurz und klein schlagen oder wegrationalisieren muss?

            0
            • firedragon sagt

              Stadtmensch,
              was soll ich Dir jetzt darauf antworten…?
              Die Katze rennt im Kreis und beißt sich selbst in den Schwarz (achselzuck) – ist alles, was mir dazu einfällt.

              0
        • Bauer Willi sagt

          @Stadtmensch
          Eine Re-Regionalisierung ist Utopie! Wer will denn die kleinen Schlachthöfe betreiben? Wer Weideschlachtung macht, hat einen Riesenaufwand mit Genehmigungen.

          Die kleinen Schlachtbetriebe und Metzgereien sind vor allem auch deshalb verschwunden, weil die Auflagen auch und vor allem in der Hygiene nicht mehr leistbar waren. Siehe Brötchen und die Veterinäruntersuchung (11 € zu 3 €).

          Deshalb finde ich solche Aussagen wie die des Agrarbündnis ziemlich verlogen, denn die wissen auch, dass wir nicht mehr aus 4 Schlachtbetrieben 400 machen können.

          7
  5. Reinhard Seevers sagt

    Das waren noch Zeiten, als die Betroffenen selbst das Heft des Handelns in die Hand genommen haben ……
    https://www.arte.tv/de/videos/073425-000-A/steht-auf-genossinnen/
    Heute wird berichtet und berichtet, ein Schuldiger gesucht, rumgeheult und nichts geändert.
    Noch besser, die Schuld für Unzulänglichkeiten wird denen überantwortet, die die Kleidung kaufen, nicht denen, die den Manschen die Verhältnisse bieten, eine Verdrehung der Verantwortungen. Siehe auch neustes Lieferkettengesetz zur Erretung der Welt!

    1
  6. Eckehard Niemann sagt

    So wie die vielen (weiter unten ) dokumentierten Zeitungsartikel beweisen, ist Bauer Willis Behauptung falsch, wonach die Medien nicht über den Corona-Skandal in der englischen Textilindustrie berichten würden. Womit er seine neuerliche Fake-Verschwörungs-News „begründet“, um die Berichterstattung Tönnies & Co. zu diskreditieren…

    Hier noch abschließend ein Text aus Neues Deutschland vom 11.7.2020:

    „England: Arbeit in Sweatshops
    Die Verhältnisse in der Kleiderindustrie der englischen Stadt Leicester erinnern an das vorletzte Jahrhundert: In baufälligen Gebäuden sitzen die Arbeiterinnen und Arbeiter auf engstem Raum an ihren Nähmaschinen, schuften den ganzen Tag lang, werden von ihren Bossen drangsaliert und nehmen dafür einen Hungerlohn nach Hause. Maschinennäher verdienen 4 bis 4,5 Pfund pro Stunde, Verpacker gerade einmal 3 Pfund. Hunderte solcher Sweatshops gibt es in der Stadt, die meisten Angestellten sind Migranten, überwiegend aus Südasien.
    In der Coronakrise hat die Ausbeutung dieser Menschen tödliche Ausmaße angenommen, wie der jüngste Ausbruch der Epidemie in Leicester zeigt. Wie ein Report der Kampagne Behind the Label dokumentiert, waren viele Sweatshops während des verordneten Lockdown weiterhin in Betrieb – ohne dass die Chefs die nötigen Sicherheitsmaßnahmen trafen, um ihr Personal vor der Ansteckung zu schützen.

    Corona und soziale Folgen: Prekär, migrantisch, Corona

    Wegen ihres unsicheren Aufenthaltsstatus und geringen Einkommens haben viele Migranten keine andere Wahl, als die schlechten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, selbst wenn sie sich damit gefährden. So überrascht es kaum, dass sich unzählige Sweatshop-Arbeiter mit Covid-19 ansteckten – und dennoch weiterhin zur Arbeit erscheinen mussten. Ein Angestellter erzählt in dem Bericht, dass in einer Fabrik mit 80 Angestellten 15 gleichzeitig am Coronavirus erkrankten.

    3
    • Arnold Krämer sagt

      Wer ist verantwortlich für die Rahmenbedingungen, unter denen
      1. fremde Menschen ins Land gelassen werden
      2. Arbeitsplätze eingerichtet und organisiert werden
      3. Wohnungen vermietet und genutzt werden
      4. Integration erfolgt oder auch nicht erfolgt?

      Es sind dieselben, die jetzt auf diejenigen schimpfen, die sich in diesem Rahmen bewegen.
      Vielleicht müssen sich die Verantwortlichen einmal überlegen, nicht jeden „Sch…“ regeln und vorschreiben zu wollen, sondern sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Hebelwirkung haben, kontrollierbar sind und diese auch tatsächlich kontrollieren und sanktionieren. Und das gilt gerade auch für die Rechtsbereiche die Landwirtschaft betreffend.

      7
    • Arnold Krämer sagt

      Herr Kremer- Schillings hat sein eingeschränktes Wissen zu Pressemeldungen engl. Textilindustrie betreffend ja im Text eingeräumt. Er hat diesbezüglich nicht den Überblick wie ein Presseprofi Ihres „Kalibers“. Deshalb geht der Versuch einer Diskreditierung seiner Aktivitäten ins Leere. Aber schön, dass Sie hier alle Leser so umfassend aufklären, das ist ja auch der Sinn seiner „Übung“, auch kontroverses oder ergänzendes Wissen und Meinungen zusammen zu bringen.

      4
    • Bauer Willi sagt

      Zitat: „Und außer der WELT berichtete meines Wissens auch sonst keine Presse darüber.“ Da steht ausdrücklich „meines Wissens“.

      Aber darum geht es Ihnen ja gar nicht. Sie wollen, wie schon so häufig, den Autor persönlich diskreditieren. („Fake-Verschwörungs-News“)

      1
      • Eckehard Niemann sagt

        Peinlicher und durchsichtiger Ablenkungsversuch.
        Wenn man eingestandenermaßen zu einem Sachverhalt „wenig Wissen“ hat – wie kommt man dann dazu, auf dieser „Basis“ großspurige Behauptungen über die Medien loszulassen?!
        Und wenn das dann von anderen korrigiert wird, reagiert man mit der Behauptung, dem gehe es doch nur um „persönliche Diskreditierung“…
        „Persönliche Diskreditierung“ macht man so selber – in Eigenregie…

        0
        • Bauer Willi sagt

          Ihre Antwort ist der beste Beleg für meine Aussage.

          Aber mir wird es auch langsam zu kindisch, sich an persönlichen Befindlichkeiten aufzuhalten. Dafür ist mir die Zeit zu schade.

          1
    • Mark Rössler sagt

      Das sind ja alle „sehr“ bekannte Medien, ohne Google hätten Sie diese vermutlich nicht gefunden und die Seiten niemals im Leben aufgerufen.

      0
      • Eckehard Niemann sagt

        Noch nie von FAZ, NZZ, Tagesspiegel oder ZEIT gehört? So unauffindbar sind die doch eigentlich gar nicht. Nicht nur ich rufe sie täglich auf.

        0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im welchem Kanal kamen die Sondersendungen, zu diesen menschenunwürdigen Arbeitsplätzen?
      Habe ich irgendwie verpasst.

      1
  7. Hans sagt

    Presse? Nur noch lächerlich! Bei uns in der Familie gibt es eine Person….war Chef Redakteur einer Überregionalen Zeitung, die einem der größten deutschen Verlagshäuser gehört…..rein Partei Politisch besetzte Vorstandschaft und der Redaktionen! „Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing“!!! Journalistische Unabhängige Berichterstattung? Fehlanzeige!! Daher weis ich auch das ich so gut wie keinem Bericht weder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch Zeitungs Berichten uneingeschränkt glauben schenke!! Zu den wenigen Printmedien denen man noch “ halbwegs“ glauben schenken darf….gehört die NZZ laut seiner Aussage!!
    Daher verwundert es mich auch nicht das nur was gewünscht ist berichtet wird! Wäre das ein Landwirt z.B. gewesen….oh Gott….der wäre „medial erledigt“ worden!

    1
  8. bauerhans sagt

    die Briten sind entspannter als wir hektischen Deutschen.
    god save the queen.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.