Bauer Willi
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Tomaten – Wissenwertes aus der Schweiz

Welche Tomaten sind besser? Dieser Frage geht Jürg Vollmer aus der Schweiz nach. Er betreibt mit „Countryside“ eine sehr interessante Seite mit Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung, die es lohnt zu abonnieren.

https://www.countryside.info/p/gewachshaus-tomaten-vergleich-bio-konventionell?

Es geht nicht nur darum, welche besser schmecken, sondern auch um die Frage von Energieeinsatz, Pflanzenschutz, Wasserverbrauch und viele weitere Aspekte. Mit Ergebnissen, die ich so nicht erwartet hätte. Oder wussten Sie, dass 96% der Tomaten, die in Deutschland verzehrt werden, importiert werden?

 

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28 Kommentare

  1. Inga sagt

    Wie werden Kleinstbodenlebewesen gefördert, Limes?

    Doch durch die Bereitung günstiger Lebensbedingungen, oder?

    Das kann man such im Gewächshaus machen.

    Da sind nicht nur die Technik der Hydroponik

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  2. Sabyne sagt

    Ich schwelge jedes Jahr in meinen Tomaten und esse mich gut acht Wochen daran satt. Das reicht dann bis ca. April/Mai. In den vergangenen Jahren waren wir um die Zeit in Südtirol und haben dort schon italienische Tomaten bekommen, die ihren Namen verdienen. Ich glaube ja eh, dass das, was exportiert wird, die Ware ist, die kein Italiener essen will.

    Und ja, nichts schmeckt intensiver als die sonnenwarme Frucht frisch vom Strauch. Liegt die Ernte einen Tag, ist der Geschmack schon verändert – aber immer noch besser als irgendeine Supermarkt-Ware.

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    • Alberto Guidorzi sagt

      Ich versichere Ihnen, dass wir Italiener Tomaten essen und exportieren. Wenn Sie im Sommer Süditalien besuchen oder dorthin reisen, können Sie die lokalen Tomatensorten genießen, die eine Delikatesse sind. Die alten Sorten haben zwar Geschmack, aber ihnen fehlen die Eigenschaften, sich an neue sozioökonomische und gesundheitliche Bedingungen anzupassen, und können daher nicht in großem Umfang angebaut werden. Unabhängig davon, ob Tomaten wenig oder gar keinen Geschmack haben, ist Lycopin (der wichtigste Nährstoff in Tomaten) immer vorhanden, wenn sie rot sind. Natürlich ist eine in der Sonne oder im Gewächshaus gereifte Tomate nicht dasselbe. Es muss jedoch gesagt werden, dass die alten Sorten, obwohl sie einen ausgezeichneten Geschmack haben, weit entfernt von ihren Anbaugebieten nur sehr wenige Tomaten gegessen hätten.

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  3. Alberto Guidorzi sagt

    Bio sollte gleichbedeutend mit natürlich sein (ist Kaliumsulfat aus Steinsalzminen oder ein synthetischer Dünger?), daher sollte zertifizierter Bio-Anbau im Gewächshaus nicht existieren, weil er unnatürlich ist. Bio sollte nur im Freilandanbau existieren. Andernfalls spielen wir mit der Fiktion.

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    • Rüdiger sagt

      im gwh gibt es weniger probleme mit der blattgesundheit als im freiland, vor allem in niederschlagsreichen Regionen. Daher werden im gwh weniger fungizide benötigt. die pflanzen halten im gwh auch länger durch und können somit mehr ertrag auf der fläche produzieren.

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    • Polymesos sagt

      Nichts, was wir Menschen essen ist natürlich.

      Unsere Gemüsepflanzen wirken neben der Natur wie Mutanten.
      Sie wachsen nur mit maximalem Nitrat Einsatz.
      Die Düngewerte in Gemüsekulturen liegen beim mehrfachen von Getreide.

      Ohne diesen Dünge Flash
      gäbe es kein brauchbares Menschenpflanzen Gemüse.
      Daran kann auch Bio nichts änderen.
      Es wird eben so getan,
      als wäre Naturdünger etwas prinzipiell anderes,
      aber die Dosis kann nicht verringert werden,
      wenn brauchbares Gemüse rauskommen soll.

      Sogar ein Bio Kompost Grabgarten ist im Prinzip
      ein Nitrat Hotspot.
      Auf großer Fläche wäre das ein ökologisches Desaster,
      weshalb sowas auch gesetzlich verboten ist.

      Gewächshäuser wie in den Niederlanden
      sind inzwischen oft ohne Bodenkontakt.
      Das macht es möglich den menschlichen Bedarf
      an exorbitanter Düngung
      ohne Verlust in den Untergrund zu realisieren.

      Das ist echter Naturschutz.
      Viel besser als darauf zu bestehen,
      die menschlichen Gemüse Mutanten
      der Natur zuzumuten.

  4. Limes sagt

    Interessante Übersicht zur Produktion von Tomaten.
    Ein Ranking lässt mich etwas ratlos zurück: „Bio-Gewächshäuser sind ökologischer in punkto Biodiversität, Rückstände und Kreislauf-Prinzipien.“
    Was ist eigentlich Biodiversität, wie wurde die gemessen insbesondere bei dieser menschengemachten industriellen Produktion wie in einem Gewächshaus.
    Oder ist Biodiversität nur ein Markeing wording, nicht messbar sondern dient nur als „Marketing Story“ zur Produktdifferenzierung?

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Schreibt er ja eh: Die Bodenorganismen werden gefördert und nehmen auch Einfluss auf den Geschmack und die Inhaltsstoffe.

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      • Limes sagt

        Ach so! Biodiversität ist wenn irgendwelche Bodenorganismen in einer künstlichen menschengemachten Gewächshauswelt vorkommen bzw evtl vielleicht gefördert werden könnten falls sie dort noch nicht leben. Das war mit nicht klar da muß man erstmal drauf kommen.

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        • Inga sagt

          Wie werden Bodenlebewesen gefördert, Limes?

          Doch durch die Bereitung günstiger Lebensbedingungen, oder?

        • Inga sagt

          Das nennt man Fachideotenschaft,

          daran erkrankt unsere Gesellschaft und bringt auch solche Politiker hervor.

          Deswegen sollte jeder fragen, wenn er sich im fremden Fachbereich befindet und nicht einfach behaupten.
          Denn das ist respektlos.

          • Limes sagt

            Ja unsere Gesellschaft erkrankt am Ungefähren und vielen Wortphrasen ein Bsp ist Biodiversität hier im Zusammenhang mit einem Gewächshaus.
            Bei Biodiversität erwarte ich etwas konkretes und messbares als nur da leben irgendwelche Bodenorganismen. Das ist recht banal. Hinzu kommt der Gewächshausboden der von ausserhalb dort hingebracht wird ist ja kein einheitliches Substrat sondern sehr unterschiedlich je nach Herkunft.
            Dieses Ungefähre und die wenig konkrete Aussagen bestätigen mich im Grunde in meiner These, Biodiversität im Gewächshaus als Argument ist ein Marketing Gag um dem Verbraucher ein gutes Gefühl zu vermitteln.

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      • Rüdiger sagt

        Ich empfehle die Messe fruit logistica, die grösste Fruchthandelsmesse der Welt. Jährlich in Berlin. Da werden sie feststellen, dass es auch top Tomaten in Bezug auf Geschmack, Farten- und Formenvielfalt, Haltbarkeit, usw. auch aus Produktion in Steinwolle gibt. Bei manchen wird es schwierig sein diese von Früchten aus Gewächshausproduktion im gewachsenen Boden vom Geschmack her zu unterscheiden. Das ist eher eine Sortenfrage. Wie Herr Bröcker beschrieben hat: Kompromiss zwischen Geschmack und Lagerfähigkeit. Beim Geschmack von Tomaten aus Steinwollproduktion gab es in den letzten Jahrzehnten auch gewaltige Fortschritte.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Als Deutscher Michel habe ich kaum die Chance unterschiedliche Qualitäten im Standarddiscounter zu sommelieren. Und für den Normalbürger sind Tomaten kein Gourmetwein.

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  5. Reinhard Seevers sagt

    „Objektiv gesehen ist das mit dem „richtigen“ Tomatengeschmack aber auch Nostalgie und „aufgepeppte“ Erinnerung.“

    Die Erwiderung hatte ich erwartet und auch so provoziert.😉

    „Bei objektiver Blindverkostung wette ich darauf, dass viele neue Sorten im vorderen Bereich der Geschmacksbewertung landen werden.“

    Sicher wird das so sein, besonders bei Menschen, die bereits auf Gewächshauswasserpflanzen konditioniert sind.
    Tomaten waren immer ein Saisongemüse, ein Sommergemüse. Wenn ganzjährig Sommer herrscht, dann schmeckt es eben auch so, wie es schmeckt: gar nicht.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Genau das wollte ich provozieren😊😎. Ist wie mit den alten Apfelsorten … das Publikum dafür stirbt auch aus, weil die Essgewohnheiten und damit das Geschmacksempfinden sich ändern.
      Die Rundumverfügbarkeit geht immer zu Gunsten der Transportfähigkeit und zu Ungunsten des Geschmacks aus.

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    • Bauer Willi sagt

      Wir haben etwa 7 Tomatensorten im Garten. Bei einer Blindverkostung würde ich mindestens vier davon erkennen. 😁

  6. Reinhard Seevers sagt

    Die meisten Menschen kennen „richtigen“ Tomatengeschmack gar nicht, weil sie nur Wassertomaten seid ihrer Geburt gegessen haben. Ich bin zunehmend enttäuscht darüber, was dem Verbraucher als Tomate vorgesetzt wird, egal ob Bio oder nicht.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Objektiv gesehen ist das mit dem „richtigen“ Tomatengeschmack aber auch Nostalgie und „aufgepeppte“ Erinnerung.
      Ich kriege ja regelmäßig die Solawi-Gemüsekiste zur Aus- und Bewertung. Die werben mit Tomatenvielfalt und haben auch einige wirklich gut schmeckende Sorten. Aber das Zeugs vergammelt halt ziemlich schnell und wird weich und mehlig. In anderen Ländern (und früher auch bei uns) wurde und wird ja mit den Freilandtomaten sehr viel frisch gekocht. Das musste dann eben zur Reifezeit in Dauerschleife in alle möglichen Gerichte und Dauerkonserven umgewandelt werden. Das will heute Keiner mehr.
      Bei objektiver Blindverkostung wette ich darauf, dass viele neue Sorten im vorderen Bereich der Geschmacksbewertung landen werden.
      Im Gastrobereich in Dt. werden aber tatsächlich nur noch einige wenige Sorten verwendet, deren Hauptmerkmal möglichst lang anhaltende Festigkeit ist.
      Ein Kollege von mir baut noch in kleinem Umfang Freilandtomaten an. Bei dem ist alles Selbstpflücke (Obst, Gemüse, Blumen. Die Freilandtomaten werden meist von Leuten „mit Migrationshintergrund“ gekauft/geerntet.

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      • Stadtmensch sagt

        Das musste dann eben zur Reifezeit in Dauerschleife in alle möglichen Gerichte und Dauerkonserven umgewandelt werden. Das will heute Keiner mehr.

        Die Welt könnte friedlich sein, wenn mehr Leute gärtern würden. Ich fühle mich so privilegiert, im Garten Tomaten ernten zu können, und die in Dauerschleife verarbeiten zu lassen. 😉

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        • Thomas Bröcker sagt

          Da hast Du wohl vollkommen recht.
          Andererseits war „der Mörder immer der Gärtner“, wahrscheinlich damals bei Entstehung des Sprichwortes schon eher frustig als friedlich 😊😎.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        So 60 bis 70 Tomatensorten, darunter auch aus Nepal und Russland haben wir bestimmt ausprobiert und sind immer bei der Sorte Matina geblieben.
        Mit einem befreundeten Ehepaar mit Hofladen haben wir 2 Stöcke getauscht. Die Sorte, die im Laden gekauft werden, sind nach meine Meinung Kanonenkugeln, so hart sind die. Allerdings haltbar waren diese Tomaten, aber für meinen Geschmack ungenießbar.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Im „vorwendischen“ Osten war die Sorte „Harzfeuer“ die beliebteste Sorte fürs Freiland. Da klebt aber auch viel Nostalgie dran, so wie bei den Erdbeeren an der Sorte „Senga Sengana“. Beide waren für einen Moment lecker und geschmackvoll, dann aber ganz schnell matschig.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Harzfeuer haben wir mal angebaut, genauer gesagt eine Tomatenpflanze. Die nachgesagte Widerstandskraft bei Braunfäule konnten wir nicht feststellen.
            Unsere Tomaten wachsen im Freiland.

        • Lady sagt

          „So 60 bis 70 Tomatensorten “
          Wirklich beeindruckend!
          Aber Tomaten aus dem eigenen Garten sind wirklich ein Stück Lebensqualität.
          Ich finde übrigens “ Gärtner“ mäßig friedlich. Man könnte ja meinen, dass ein gemeinsames Hobby verbindet. Meine Erfahrungen in Gartenforen sind da anders. Frustriert passt tatsächlich besser, gelegentlich – ganz besonders beim Thema konventionelle Landwirtschaft -wird es sogar fast sektiererisch.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Am Kaiserstuhl gibt es einen Samengarten, der Verein baut jede Menge an samenfesten Sorten an, da kann man die Tomaten besichtigen, davon für die Samengewinnung abernten, natürlich kostet das ein kleiner Obolus. Zu dem Samen aus Kathmandu kam ich, weil eine Nichte, einen Kerl aus Nepal angelacht hat, ist ein umgänglicher Typ mit einem gut bezahlten Job
            In einem Gartenforum treibe ich mich nicht herum, das macht meine Frau, bin selbst nur für den Anbau zuständig.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Handel will feste Tomaten, die nach einer Woche noch genauso fest sind und der Verbraucher will seine letzte Tomate nach einer weiteren Woche noch essen können.
      Habe mal Samen gekauft, am Bild sahen die wunderschön auch, auch meinem Garten. Nur, nach unserem Geschmack waren die ungenießbar, deshalb ließ ich die am Stock hängen. Die faulten auch nach 5 Wochen noch nicht, weitere wurden rot und Passanten lobten mich, was für eine ertragreiche Sorte ich habe.

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