Bauer Willi
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Teure Lebensmittel – Verlogener Lebensmittelhandel

Lebensmittel sind teuer. Stimmt. Sie sind auch deshalb teuer, weil sich das Oligopol von Rewe, Edeka, Lidl, Aldi und ihren Tochtergesellschaften derzeit dumm und dusselig verdient. Die Preise für viele Rohstoffe sind in den letzten Wochen und Monaten nämlich enorm gefallen. Die stark gesunkenen Preise gibt der Lebensmittelhandel aber nicht oder nur in Trippelschritten an den Konsumenten weiter.

Beispiel gefällig? Für Brotweizen bekommt der Landwirt aktuell nur knapp 16 € /100 kg. Es ist noch nicht lange her, da wurde dafür deutlich mehr als 20 € bezahlt. Der Preis für Schweinefleisch beträgt aktuell 1, 45 €/kg. Vor gut einem halben Jahr waren es noch über 2 €. Auch der Milchpreis ist auf Talfahrt. Wenn Milch billiger wird, müsste in der Folge auch die gesamte „Weiße Linie“ (Produkte aus Milch) ebenfalls billiger werden. Geradezu schamlos ist das Agieren bei Kakao und Schokolade: hier ist der Preis von Januar 2025 bis heute von rund 11.500 USD auf 5.000 USD gefallen. Die Schokolade bleibt aber nach wie vor teuer.

https://www.finanzen.net/rohstoffe/kakaopreis

Nicht von ungefähr ist daher die Schokolade von Milka nomimiert für die Mogelpackung des Jahres. Der Preis pro Tafel wurde von 1,49 € auf 1,99 € erhöht und gleichzeitig das Gewicht von 100 g auf 90 g gesenkt. Die Tafeln sind gleich groß, aber flacher!

Dass gesunkene Rohstoffkosten nicht oder nur sehr verzögert weitergegeben werden,  ist nicht neu. Neu ist, dass die Margen der „Big Four“ von Jahr zu Jahr größer werden. Steigende Margen sind vom Prinzip her nicht zu beanstanden. Wohl aber dann, wenn es auf Kosten der Erzeuger und der Verbraucher geht.

Verlogen ist der Lebensmittelhandel deshalb, weil er vorgibt, partnerschaftlich mit seinen Vorlieferanten umzugehen. (Beispiel im Titelbild). Aktuell bietet Lidl 2,5 kg Zucker im Plastikbeutel an, der aus Portugal stammt. Die Fabrik dort arbeitet nur mit Rohzucker aus Übersee, meist Südamerika und raffiniert ihn in Porto. Partnerschaft sieht anders aus. Ein anderes Beispiel liefert Rewe mit seinem „Kompetenzzentrum Landwirtschaft“. https://www.kompetenzzentrum-landwirtschaft.de/  Ausser heißer Luft ist mir bisher nichts bekannt geworden, was wirklich den Namen „Partnerschaft“ verdient hätte. Ehrlich wäre es, wenn der LEH sagen würde, dass es ihnen nur ums Geld geht.

Das „merkwürdige“ Verhalten des Lebensmitteleinzelhandels ist auch Thema des nachfolgenden, sehr lesenswerten Artikels

https://www.cicero.de/kultur/werbung-haltung-diversity-wokeness

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68 Kommentare

  1. Ex-Baumschuler sagt

    Vormalige (eigentlich die ganze Merkel-Ära lang stabile) und derzeitige Preise wichtiger „Preiszeigerprodukte“ (die über Jahre hin in allen mitspielenden Supermärkten stabil die selben Preise und Qualitäten aufweisen):

    – Erbsensuppe 65 Ct / 1,89 € (Edeka: 1,49 €)
    – Linsensuppe 89 Ct / 1,89 €
    – Einsteigerschokolade 45 Ct / 99 Ct
    – mit Trauben/Nuss 55 Ct / 1,19? €
    – Milch 1,5% ca. 50 Ct / ca. 1 €
    – Buttermilch 39 Ct / 59 Ct
    – Kefir 59 Ct / 1,29 € + Pfandschlupf (Edeka: 89 Ct)
    – Schweinegehacktes oder Bratwurst ca. 3,50 €/kg / ca. 7,50 € kg

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  2. Nicolai Asmussen sagt

    Moin @Bauer Willi
    Das kapier ich nicht.
    Die Ferkelhebamme hat doch klar gesagt, das ein Preis von 1,45 € noch nichtmal für das Futter reichen würde.
    Das ist Fakt.

    Das hier eher die höherwertigen Fleischteile nachgefragt werden, hat damit zu tun, daß es schnell gehen muß.
    Maggi-Tütchen auf, Heißwasser drauf und Mutti hat wieder Toll gekocht.
    Um es mit Alfred Biolek zu sagen:
    Hmm, ist das wieder lecker heute!
    Grüße
    Nicolai

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    • Bauer Willi sagt

      @N.A.
      Ich verstehe vieles von dem nicht, was Sie schreiben. So auch jetzt. Auf was beziehen Sie ihr Unverständnis?
      Ich würde darum bitten, dass Sie in ganzen Sätzen schreiben, damit auch ich es verstehen kann.
      Die (vermeintlichen) Witzchen können Sie gerne weglassen.

      Danke

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      • Nicolai Asmussen sagt

        Moin @Bauer Willi
        Es ist mir unverständlich, warum man für einen Preis von 1,45 € pro Kg Schlachtgewicht nicht einmal das Futter bezahlen könne.

        Ich hoffe, es ist soweit klar geworden.

        Warum hinterfragen Sie einen Futterpreis von 50€/dt nicht?
        Weil Frau @Ferkelhebamme es sagt?
        Dann ist es automatisch FAKT?

        Das waren ganze Sätze.
        Grüße
        Nicolai

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        • Rathje Clasen sagt

          Für 1,45 muss man ein Mastschwein produzieren , was nicht geht.
          Weil das Ferkel ca 65 Euro kostet plus minus ca 75 Euro für Futter plus ca 8 Euro für Energie , Verluste ,Tierarzt usw.
          Fixkosten und Arbeit oben drauf , dann fehlen aktuell ca 25 Euro pro Mastschwein als Durchschnittsmäster.
          Das Futter liegt bei ca 26 Euro pro dt netto im Schnitt von Vormast und Endmastfutter.

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          • Nicolai Asmussen sagt

            Moin @Rathje Clasen
            Ich kann die 25€ herbeizaubern.
            Einfach nur den aktuellen Ferkelpreis bezahlen.
            75€ – 35€ = 40€
            Sind 15€ Überschuß.
            Siehe da, wie ich zaubern kann.
            Grüße
            Nicolai

            • Rathje Clasen sagt

              Zauber du man weiter.
              Sowas versucht man genau einmal.
              Genau diesen Mästern werden gerade jetzt im Januar die Schweine nicht abgeholt / Schweinestau/ Übergewichte/ Geld verbrennen.
              Sowas merken sich die Händler.

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              • Ferkelhebamme sagt

                Vor allem die, die für das holländische Schnäppchen ihre feste Lieferbeziehung verraten haben, stehen ganz oben auf der roten Liste. Werden die Ferkel knapp, wird’s interessant werden. Leider dauert das noch ein wenig

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                • Inga sagt

                  bekommen wir aus Holland Ferkel?

                  Ich dachte aus Dänemark.

  3. Stadtmensch sagt

    Hach die Bauern wieder. Immer mit dem schweren Stein auf der Brust.
    Die Schwarz Gruppe braucht die Kohle, für den Ausbau ihrer Hegemonie: https://schwarz-digits.de/schwarz-digits-datacenter-luebbenau
    Die nehmen den lustigen Milliardär Peter Thiel beim Wort: „Wettbewerb ist für Loser“.

    Und überhaupt, läuft nicht schlecht für die Milliardäre. Die Blaupause hießt „Board of Peace“ und neue alte Methoden zur Durchsetzung von Machtansprüchen: https://www.jungewelt.de/artikel/516134.trumps-mordtruppe.html
    Zitat: »So sieht öffentliche Sicherheit aus.« ICE-Kommandeur und Social Media Star.

    Wie jeder weiß, hilft hier nur noch Deregulierung, pragmatische Rechstauslegung und Vorfahrt für Kapitalakkumulation. Genau das, was Opposition, Regierung, Wählende und vor allem Milliardäre wollen. Eine Linke gibt es nicht, die hätte eh nur zu nörgeln.

    Also findet euch ab mit mit der Perspektive Streichelzoo, Bullerbü-Wellness, Freiflächen-PV usw. ab. TINA

    „You either fight and stop it, or you are consumed by it.“

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    • Bauer Willi sagt

      @Stadtmensch
      Die Kapitalakkumulation des LEH geht mir ja auch auf den Senkel. Jetzt machen Sie bitte noch einen realistischen Vorschlag, wie man das ändern kann. Und kommen Sie mir nicht mit Erbschaftssteuer. Das Modell der SPD hat nämlich das Potential, die deutsche Landwirtschaft in wenigen Jahren abzuschaffen.

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      • Stadtmensch sagt

        Ein Anfang wäre ja, wenn es eine breite öffentliche Debatte über die Mechanismen der Vermögenskonzentration gäbe. Ohne Schaum, ohne Polarisierungsabsicht. Ok, das gibt es alles schon lange im Elfenbeinturm der Wissenschaft, es soll da aber auch nicht raus.

        Dann würden interessierte Mitbürger eventuell ihr Weltbild verbessern können und es gäbe neue Ideen: Solawi auch im Bereich „moderner Landwirtschaft“. Also nicht nur im BIO Bereich wie beim Kartoffel Kombinat und nicht nur auf dem Niveau von Abo-Kisten, sondern echte „Vergemeinschaftung“ der Produktionsmittel.
        Die Gesellschaft- oder zumindest relevante Teile davon wären dann ein „ideeller Gesamtnebenerwerbslandwirt“.

        Leider sind die mentalen Verkrustungen auf allen Seiten zu hart, als dass hier eine kritische Masse einen Möglichkeitsraum erkennen könnte. Deshalb wird olle Schwarz Gruppe weiter das dreißigfache an Marge einsacken und die Höfe gehen in die vertikale Integration oder es wechselt die Nutzung (Verkauf, Versiegelung, Material zu Müll verarbeiten, Arbeitsplätzchen)

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        • Rathje Clasen sagt

          Stadtmensch , sie können bei uns einer Parzelle mieten , da bin ich offen.
          Die Welt lebt vom Machen nicht vom Schnacken.

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          • Stadtmensch sagt

            Wir sind zwar auf dem Weg zurück in die Subsistenzwirtschaft, am Prinzip der Arbeitsteilung und Spezialisierung würde ich jedoch so lange wie möglich festhalten wollen. Sonst geht es noch viel schneller rückwärts.
            Als „Stadtbauer“ weiß ich ungefähr wovon ich rede…

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          • Inga sagt

            Ja, soll sie mal.

            Sie/er kann auch in der Garage eine Kuh zum Milch melken und ein Schwein für Hausschlachtung stellen. es dann verwursten und zum Einfrieren.

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        • Bauer Willi sagt

          @Stadtmensch
          ich denke nicht, dass es „mentale Verkrustungen“ sind. Es ist schlicht Faulheit und Bequemlichkeit. Der Konsument bekommt es doch immer noch einfacher gemacht. Lieferdienste für Getränke, Lieferdienste des LEH, dazu noch Pizza etc. bis an die Haustür. Es wird nicht nur bezahlt, es ist auch völlig egal, was es kostet.

          Abokisten leben übrigens auch von der Bequemlichkeit…

          Ergänzung: mit meinen Zuckerrüben, Raps und Getreide wird es mit „SoLaWi“ schwierig. Wobei ich die Idee sehr gut finde…

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          • Stadtmensch sagt

            „mit meinen Zuckerrüben, Raps und Getreide wird es mit „SoLaWi“ schwierig.“

            Wieso? Wenn die Produktion für den „Freien Markt“ unwirtschaftlich wird, produziert man eben für den geschlossenen Markt der Genossenschaft.

            Das Kapital für Erhaltung und Modernisierung der Produktionsmittel und das Kapital für die Errichtung einer parallelen Vertriebs- und Verarbeitungsstruktur wird bei interessierten Verbrauchern eingesammelt und ab da kann die Genossenschaft bestehend aus Millionen von Mitgliedern dem LEH Paroli bieten.

            Nachteil: wo kommt in dieser Welt das Geld für tolle neue Rechenzentren her, wie sie die Schwarzgruppe baut. Die will ja auch jeder haben….

            Ah ok, das müsste dann ein Subunternehmen der Genossenschaft werden.

            Das Muster ist: alle haben Mitsprache, was, wieviel, womit produziert wird
            Jedenfalls so lange bis alles im Sumpf der Korruption versinkt.
            Also wir sehen: keine Hoffnung nirgends…

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        • Peter sagt

          Suche dir eine Agrargenossenschaft, kaufe Anteile und besetze eine Stelle im Stall oder auf dem Acker (im Winter gerne Vertretung im Stall…😉)…(vollzeit natürlich, weil alles andere Hobby ist…); Wenn du mehr als das verflixte 7. Jahr diesen (deinen!) Möglichkeitsraum ausgefüllt hast und der „Laden“ einigermaßen läuft, kannst du mitreden. …einfach machen!

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  4. Frikadellen piet 47 sagt

    moin eine Satire Sendung könnte mal einen Beitrag bringen in dem gezeigt wird wie der Lebensmittel Einzelhandel die Kunden verarscht und die Produzenten, die sehr gute Produkte liefern verhungern lässt! schön Samstag

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    • Inga sagt

      Hat das der Nuhr noch nicht gebracht?

      Hatte man früher in den 50igern keine Vorurteile gegenüber dem LEH, ähnlich wie der Landwirtschaft?

      Wann sind die Preisempfehlungen gekommen, damit der Kraufmann es nicht teurer verkaufen konnte
      und warum?

      Können ähnliche Empfehlungen nicht für landw. Produkte gelten?

      warum kostet das kg Schwein immer noch 1,40€, wie in den 50igern, aber die Löhne der Verbraucher sind seit dem um wieviel gestiegen?
      In den 50igern sind auch noch die Innerreien, Borsten uns Hufe mitbezahlt worden, eben Lebendgewicht.

      Das ist ja dan für den Mäster heutzutage noch weniger, nur wegen der Macht des Handels.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Bei den Preisempfehlungen denke ich, daß die auch dazu dienen können, den Käufer zu „framen“ damit es dann „günstig“ wirkt, wenn der Verkaufspreis ein wenig darunter liegt (da kann es auch Absprachen zwischen Produzent und Händler geben…).
        Ein Problem liegt etwa darin, daß die allermeisten Käufer die Qualität nicht beurteilen können und auch deswegen nur nach Preis kaufen. (Ich habe sogar Verkäufer in einer Metzgerei erlebt, die noch nicht einmal Rindfleisch von Schweinefleisch unterscheiden konnten.)
        Als Ersatz gibt es dann die ganzen Etiketten (Haltungsstufe, regional, Bio,…), die aber eher dem Wohle der Zertifizierer und der Marge dienen.
        Dort herauszukommen, ist schwierig. Wer hat schon das Startkapital, die passende Umgebung für die Produktion und das passende Einzugsgebiet mit finanzstarken Käufern wie beispielsweise die „Hermannsdorfer Landwerkstätten“ in der Nähe von München?

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  5. Rathje Clasen sagt

    Hier in Niedersachsen sehen die Landhändler den Roggenpreis Ernte 26 eher bei 10 bis 12 Euro wie bei aktuell 15 Euro im Einkauf.
    Begründung :
    Die Futtermühlen kaufen lieber ein Schiff voll mit Roggen in homogener Qualität aus dem Baltikum , wie etliche Lkw Lieferungen von hiesigen Landhändlern mit unterschiedlichen Qualitäten . und das bei steigenden Roggenanbau.
    Sowas schlägt natürlich auch zeitversetzt auf die Schweinepreise durch.
    Die Spirale nach unten ist noch nicht zu Ende, mein Bauchgefühl

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    • Bauer Willi sagt

      @Rathje Clasen
      ein mir bekannter Schweinemäster sagte mir vergangene Woche, dass er froh ist, wenn es bei den 1,45 bleibt und der Preis nicht noch mehr fällt. Er fragt sich allerdings auch, wohin das noch führen soll. Kommt jetzt die nächste Runde des Ausstiegs?
      Und gleichzeitig importieren wir Schweinefilet und Schnitzel…

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      • Rathje Clasen sagt

        Der Roggen hält den Darm fit , und sättigt . Dadurch sind die Tiere ruhiger.
        Wie beim Menschen auch.
        Schwarzbrot statt Semmel ist gesünder, und die Menschen sind nicht so „griffig“😁

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  6. Rolf Sieling sagt

    In Deutschland ist niemand bedroht und die freiwillige Abgabe von know how an Russland, China und USA hat unsere DAX Unternehmer reich gemacht. Leider sitzen wir Landwirte ortsgebunden hier und diskutieren über die Doppelmoral der Wirtschaft. Der Hälfte unserer Bevölkerung interessiert das überhaupt nicht, weil sie vielleicht auch immigriert sind. Die andere Hälfte profitiert auch über DAX Wetten, Krypto, Gold usw. obwohl es keinen praktischen Nutzen gibt. Im Mittelalter hätte man den Scharlatan Musk verbrannt. Diese Billionen Investments sind nur Buchgeld, die Absicherung erfolgt über die normalen Produzenten. Für die KI wird Sklavenarbeit und Umweltzerstörung in Kauf genommen, aber möglichst weit weg. Also wie kommen wir als Landwirte damit klar? Der ländliche Raum hat im sozialen Bereich etwas zu bieten, Pflegekinder, Altenheime etc. Im Energie Bereich kennen die Preise auch nur eine Richtung. Die Hauptsache ist für die Familie eine ehrliche und zufrieden stellende Entwicklung zu überlegen.

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    • zmp_nachfahre sagt

      Neu ist das freilich nicht und schon gar keine Ausnahme: „wir zahlen einen fairen Mindestlohn“ (und lassen die Billig- und die Drecksarbeit in Asien machen); „wir fahren emissionsfreie Autos“ (und lassen dafür Kinder in Afrika nach Kobalt wühlen); „wir produzieren CO2-freien Strom“ (und roden dafür hektarweise Wälder) – „bei uns ist alles sauber“ (und haben in Osthessen der Welt größte Giftmüll-Deponie mit über 3 Millonen Tonnen „gefährlicher Abfälle“ (Dioxin, Zyanid, Arsen, Quecksilber) – davor wurden sie gegen Devisen in die DDR verkauft. Dummerweise haben wir diesen Teil seit ’89 wieder zurück und das Geld ist futsch).

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  7. Sonja Dengler sagt

    Ja, die D-Landwirtschaft ist bedroht, sehr bedroht sogar – so wie jeder Bürger in D sehr bedroht ist: von politischer, medialer und politischer Seite. Jeden Tag wird eine neue Angst-Sau durchs Dorf getrieben und soll uns mürbe/gefügig machen.
    An manchen Tagen mag man gar nicht mehr daran denken, was man mit uns alles macht. Aber: es formiert sich doch immer wieder Widerstand. Macht wieder Hoffnung 🙂
    So wie hier, ansehen lohnt sich: https://x.com/neogermane/status/2014404759378165774?s=51

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    • Andreas sagt

      Frau Dengler, was sagt ihre German Maria zu einer Kanzlerkandidatin,
      die ihre Steuern in der Schweiz zahlt und als bekennende Lesbine mit einer
      asiatischen Frau verheiratet ist. Mehr Verlogenheit geht doch wirklich nicht.

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      • Christian Bothe sagt

        Andreas: Nette Aussagen zur AfD und ihrer Führung. Aber das von Ihnen letzt formulierte betrifft leider die BRD insgesamt auch und trifft auf viele und vieles andere auch! Leider!

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  8. Nicolai Asmussen sagt

    Moin
    Es ist genauso, wie ich schrieb.
    Für 1,45 € bekommt man kein Schweinefleisch.
    Dafür gibt es gar nichts, weil es niemand anbietet.
    Eroiren Sie doch mal bitte die Preise, für die die Schlachtunternehmen die halben Schweine zum Zerlegebetrieb abgeben.
    Grüße
    Nicolai

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    • Ferkelhebamme sagt

      Das ist der Erzeugerpreis, den der Mäster kg/SG vom Schlachter bekommt. Aber nur, wenn er das perfekte Schwein lt Schablone liefert. Vorkosten werden noch abgezogen, außerdem alle möglichen anderen vorgeschobenen Gründe, s. letzte Tönnies-Ankündigung.
      Das reicht nicht mal, um das Futter zu bezahlen

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  9. Nicolai Asmussen sagt

    Hi @Kleine – Klatte Paul
    „was also soll uns der Hinweis auf das Karkassengewicht inclusive Knochen sagen?“

    Schweine im Weltall war näher dran als Schweine in Brasilien.

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    • Kleine - Klatte Paul sagt

      Es scheint alles falsch verstanden zu werden. Ich nehme mich da nicht aus.
      1,45 € ist die Abrechnungsbasis für das Karkassengewicht in Deutschland in Brasilien wird nach Lebendgewicht abgerechnet und ja, es gibt Fleisch inclusive Knochen für 1,45 €/kg zu kaufen. Allerdings handelt es sich dabei um typische Teile der Karkasse, die in Deutschland nich sonderlich beliebt sind, wie z. B. Pfötchen, Schwänze, Köpfe u. Ä. , Aber diese Teile muss man schon in großen Mengen kaufen, um auf diesen Preis zu kommen. Wenn in Brasilien dasselbe, bzw. mehr für Lebendgewicht bezahlt wird, zeigt das für mich, dass die deutschen Mäster unter Weltmarktpreis abgespeist werden. Die Frage ist, woran liegt das?
      Meiner Meinung nach liegt es an zu vielen Handelssperren, z. B. durch Seuchen.
      In dem Bezug frage ich mich, warum muss ein Land wie Deutschland ein komplettes Jahr nachweisen, um wieder als Maul- und Klauenseuche freies Land zu gelten. Es ist vollkommen absurd den Handel mit Produkten von Paarhufern dermaßen einzuschränken, nur weil an einem Wasserbüffel scheinbar die notwendigen Untersuchgen nicht durchführt wurden, die es braucht.

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  10. Malte Voerste sagt

    Die 1,45€/Kg Schlachtgewicht bekommt man dank Abrechnungsmaske gar nicht mehr, weil die Schweine geschoben werden und genug nach oben aus der Maske herausfallen. Letzte Lieferung mit 105 anstatt 99kg obwohl rechtzeitig angemeldet. Jedesmal ist angeblich das Schlachtband defekt. So baut man Druck auf und bekommt das überschüssige Fleisch auch noch geschenkt.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Same here 😢. Gleichzeitig stauen sich die Ferkel in der Aufzucht, die Mäster haben die Plätze noch nicht frei oder stallen nicht auf, um ebenfalls Druck aufzubauen. Die Händler würden ganz großzügig für NW-Notierung (35,-) ohne Aufschläge abholen. Als letztes Glied der Kette bist du vollkommen am A….
      Der LEH hätte es mit Marketing in der Hand, für mehr Absatz zu sorgen und die deutsche Erzeugung zu stärken. So ziehen gerade ganz viele Erzeuger die Not-Reissleine.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Och, ich denke, daß der LEH lieber wo- und wieauchimmer billiger einkauft als Geld ins Marketing zu stecken.
        Und den allermeisten Kunden ist es völlig egal, in welcher Sprache das Schwein gequiekt hat…

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  11. Smarti sagt

    Noch vor 20 Jahren gab es in jedem Dorf mehrere Landwirte mit Kühen und/oder Schweinen. Der Müller in der Gegend kaufte das Getreide und zumindest ein Teil wurde direkt ab Mühle privat verkauft oder an die Bäcker der Umgebung. Ehrensache, dass der Bäcker dieses Mehl verwendete. Ich selber habe die Mühle noch gekannt, sie sollte verkauft werden, hat aber keinen Nachfolger mehr gefunden. Den zwei Bäckern und der Metzgerei ist es ebenso ergangen. Bei einer Bäckerei in der Stadt stand mal der Lastwagen mit der Mehllieferung. Ich habe ganz frech heimlich die Etiketten der vielen Fertigmischungen angeschaut und konnte in der kurzen Zeit kein Herkunftsland finden.
    Noch eine Metzgerei gibt es in der Nähe, in der Schaufensterscheibe hängen aktuell immer die Namen der Landwirte, von denen die Tiere stammen. Ehrensache, dass der Metzger die Tiere persönlich beim Landwirt kauft. Geschlachtet werden sie neu in Waldshut im Schlachthof, aber zerteilt noch immer in der Metzgerei. Die Preise sind aber eigentlich für mich unerschwinglich, gut dass wir selber schlachten lassen. Trotz der hohen Preise in dieser Metzgerei hat der Senior bis 80 täglich mitgeholfen, die Familie ist gewiss nicht „reich“, sondern das fliesst alles zurück in den Betrieb und die Angestellten. Alle diese Familienbetriebe brauchten noch keine (Lügen)-Geschichten, um ihre Ware zu verkaufen, denn man kannte die Landwirte, seine Tiere und seine Felder. Regional war ganz normal.

    Dann kamen die „Schützer“, und die wollten vor allem Spenden eintreiben. Wie geht das ? Als erstes braucht es ein Opfer: arme Tiere im Stall, aussterbende Tiere und Pflanzen, Klima, etc.
    Als zweites braucht es einen Schuldigen: Landwirte, Massentierhalter, Bienenkiller, Brunnenvergifter, Urwaldvernichter, Klimawandel und so weiter.
    Und als Drittes braucht es eine gute Geschichte.. und da kommen eben die „guten Verkäufer“ ins Spiel. Die Landwirte haben sich viel zu wenig gegen die vielen „Gegner“ gewehrt, wollten und konnten das einfach nicht. Es ist ein super Ungleichverhältniss von Geldern, von Zeit, von Nerven. Es waren ja Nachbarn, Biobauern, Verwandte, Medien, die Politik, einfach gefühlt „Alle“.
    Also fiel der „moralische Zwang“ – Landwirte sind ja sowiso immer ein wenig „Tierquäler“ etc.. also kauft man lieber das nett beworbene günstige Zeugs vom Handel.
    Regionale oder zumindest inländische Lebensmittelproduzenten und Verarbeiter zu unterstützen, vielleicht weil man sie dann mal wieder brauchen könnte, wollen sie die Meisten leider nicht mehr leisten.

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  12. Christian Bothe sagt

    Was den LEH und seine Profitgierige betrifft, habe ich keine andere Meinung! Bedenken sollten wir aber auch den Verarbeiter dazwischen wie die Molkerei( manche genossenschaftlich!organisiert), den Schlachthof mit Verarbeitung,den Wurstproduzenten, den Kartoffelverarbeiter usw., welche letztlich die Verarbeitungsprodukte im LEH listen! Das heißt, der Primärproduzent muss seine Erzeugnisse zu gutem Preis dem Verarbeitungsbetrieb oder Getreidehaendler verkaufen( EZG etc.)! Ich weiß, da ich ja schon alle Seiten mit landwirtschaftlichen Zwischen-und Endprodukten bedient habe,wie schwierig das ist! BW hat ja aktuelle Preise aufgezeigt!Ich glaube auch nicht, das der LEH in der freien Marktwirtschaft seine Preispolitik ändern wird in Zeiten von Mercosur sowieso kaum…

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    • Thomas Bröcker sagt

      Die alte Aussage: „Und ist der Handel noch so klein, bringt er doch mehr als Arbeit ein“ gilt verschärft, wenn der Einkauf in ganz wenigen Händen liegt … also der Handel „groß“ ist.
      Die Erzeugerpreise sind nicht mal halbwegs kostendeckend, währen die 4 Großen im Handel Gewinnmargen von um 25 % generieren. Die Verarbeiter sind irgendwo dazwischen. Sie müssen ihre Kosten bei Strafe des sonstigen Untergangs, an die Lieferanten weitergeben. Dass das auch nicht immer gerecht zugeht, steht auf einem anderen Blatt. Letztlich sind die Verarbeiter mit ihren Kosten wie eine immer gleich breite Schiebemuffe auf der Preislatte zu sehen. Geht der Preis am Übergabepunkt an den LEH nach unten, rutscht auch diese „Muffe“ nach unten. Sie selbst wird nicht kleiner, sondern nur der Auszahlungspreis für den Restgeldempfänger Urproduktion an der Unterseite der Muffe. Das ist eigentlich nicht zu durchbrechen, solange der Handel über die nationalen Grenzen und Wohlstandsdifferenzen frei einkaufen kann. Irgendeiner ist immer „günstiger“ als die teure Produktion der alten „EU-Kernnationalstaaten.
      Das ist ein Dilemma.

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      • Dietmar Groß sagt

        Offensichtlich reichen die derzeitigen LEH- Margen noch nicht.
        Aldi Süd entlässt 500 der derzeit 2000 MitarbeiterInnen in der Verwaltung in Mülheim. Nach Insider-Informationen wird die Buchhaltung nach Indien verlagert,
        der Einkauf OG auf europäischer Ebene organisiert.
        https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bereiche-buchhaltung-personal-und-einkauf-betroffen-aldi-sud-streicht-hunderte-stellen-in-deutschlandzentrale-15172222.html.
        Irgendwo muss das Geld ja herkommen, um in Zukunft nur noch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung anbieten zu können…… (grins)

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        • zmp_nachfahre sagt

          Das paßt – Aldi hat doch immer schon bei den Mitarbeitern geknausert. Z.B. haben sie als letzte Scannerkassen eingeführt, weil die ja teuer sind. Davor mußten die Kassiererinnen für alle (!) Artikel im Sortiment die Preise auswendig wissen.
          Ob das in Indien wirklich funktioniert, muß sich aber erst noch zeigen. Sehr gute Leute gibt es da in der Tat, aber fast immer ist es besser, daß die dann hier arbeiten. Sonst fressen gerne mal die Verständigungsprobleme die gesamte Ersparnis auf.

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    • Christian Bothe sagt

      Ergänzung: Hatte es ja schon mal erwähnt wie das etwas umschiffen kann, um ein Unternehmen( Holding) von totaler Abhängigkeit vom LEH zu befreien. In meiner damaligen kleinen Fleischholding waren Primaerproduzenten( EZG) und eine Fleischerinnung Gesellschafter der Holding! Töchter waren ein Schlachthof(Dienstleister) und eine Wurstverarbeitung( alles GmbH)mit Listungen im LEH. Basis für Rentabilität der Holding insgesamt waren u.a.die Filialen der Fleischerinnung! Ist allerdings schon eine Weile her! Ein aktuelles ähnliches Bsp.in einer anderen Größenordnung ist Bio Dennree mit dem Tochterunternehmen eines 6000ha Betriebes und MK von über 1000 Tieren als Primärproduzent und dem größten eigenen Bio-Filialnetz der BRD!Das Gros sind natürlich die marktbestimmenden LEH-Unternehmen mit ihrem Marketing! Kapitalismus in Teinform eben!

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  13. Werner Knödler sagt

    Das Lebensmittel Kartell aus Aldi, Lidl , Edeka und REWE
    schmarotz sich auf Kosten ihrer Kunden und Zulieferer
    die Bäuche voll .
    Das Bundeskartell schaut diesem schamlosen Treiben in
    gewohnter Manier absolut untätig zu .
    Im Gegenteil die Regierung verbietet sogar die Zusammenarbeit
    von Lebensmittel Verarbeitern ( vor Jahren Preisgestaltung bei Milch ).
    Über die Folgen können wir lange diskutieren ,
    gut sind sie auf jeden Fall nicht.
    Aber wenn es kein Brot mehr gibt kann man ja Kuchen essen .
    War ironisch gemeint , da diese Aussage ja kopflos macht

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    • Brandenburgbauer sagt

      Moin @Werner Knödler, kann ich voll umfänglich unterstützen. Ich würde noch einen Zahn schärfer kommentieren. Die “ Big – Fore “
      wie Sie Willi hier nennt , sind eine staatlich gewollte legale Mafia bzw. ein staatlich gewollter Clan.

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  14. Nicolai Asmussen sagt

    Moin vom Fjord
    1,45 € ist nicht der Preis für Schweinefleisch.
    Es ist der Preis für den gesamten Schlachtkörper.
    Oder wer ißt die Knochen mit?
    Es gibt klare Einteilungen.

    Sie selbst fordern Fairness.
    Grüße
    Nicolai

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    • Kleine - Klatte Paul sagt

      In Brasilien gibt es aktuell mehr als 1,45 € je kg Lebendgewicht, da sind sogar die Borsten Augen und Klauen noch dran, was also soll uns der Hinweis auf das Karkassengewicht inclusive Knochen sagen?

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      • schmeckt gut sagt

        Der Hinweis auf zusätzliche Abzüge in D ist ja richtig (das „bezahlen“ wir Bauern), lenkt aber vom wesentlichen ab: dem existenzbedrohenden Preis in der EU (übrigens auch bei Industriegütern – so langsam erkennen es auch diese Branchen, dass die Bauern nur die Vorreiter waren). Und dieser niedrige Preis ist nicht nur gewollt, sondern politisch „erzwungen“, weil nur so die Inflation niedrig bleibt und das „Wahlvolk“ eher das Kreuz bei den „Richtigen“ macht. Kretschmann-Erbprinz Özdemir ist so auch plötzlich zum Mercosur-Rechtfertiger verkommen – weil Wahlkampf ist und weil ihm die Bauern schon immer egal waren. Das Kreuz alle 4 Jahre zählt, nichts anderes.

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    • Bauer Willi sagt

      @NA
      1,45 bekommt der Erzeuger aktuell. Kennen Sie einen anderen Erzeugerpreis? Wenn nicht, verstehe ich Ihren Kommentar nicht.

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      • Brandenburgbauer sagt

        Moin, ganz richtig erfolgt die Auszeichnung der Ware auf der Abrechnung des Schlachhofes, nach SG ( Schlachgewicht) pro kg in Euro. Allen ein erholsames Wochenende.

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    • Inga sagt

      Bei uns werden dir Schweinehälften ausgeschlachtet gewogen und nach dem Gewicht und Klassifizierung der Muskelmasse bezahlt.

      Also ohne innere Organe, Augen, Borsten und Hufe.
      Aber die sind auch durch das teure Futter gewachsen und gehören biologisch zum Schwein.
      Sonst wäre das Schwein doch gar nicht gewachsen.
      Die wollen auch bezahlt werden.

      Das ist Raubbau an der Natur.
      Der Verbraucher soll sich schämen, so die Natur auszubeuten.

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