Der nachfolgende Text ist von der Facebook-Seite von „WIR vom Land“ geklaut.
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Da ich in diesem Jahr nicht nach Berlin fahre, hier die Frage, ob ihr den Eindruck der Autoren teilt. Hier der Text:
*ErlebnisBauernhof*
Wenn Symbolik die Realität ersetzt
Wer auf der derzeit laufenden INTERNATIONALEN GRÜNEN WOCHE 2026 die Halle 3.2 mit dem Titel ErlebnisBauernhof betritt, liest groß den Anspruch:
👉 „Nahrung sichern – Natur schützen“.
Wer sich dann umschaut, erlebt jedoch eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Zwei Traktoren.
Keine relevanten landwirtschaftlichen Maschinen.
Keine Exponate, die ernsthaft zeigen, wie Lebensmittel heute produziert werden.
Kein Stallkonzept.
Keine Technik zur Bodenbearbeitung.
Keine Erntetechnik.
Keine Lösungen für Tierhaltung, Pflanzenschutz, Wasser- oder Nährstoffmanagement.
Stattdessen: Handelskonzerne, Lebensmittelindustrie, Verbände der Ernährungswirtschaft.
Das ist kein Zufall.
Es ist ein Symptom.
Vom Bauernhof zur Schaufensterfläche
Der sogenannte ErlebnisBauernhof ist kein Ort mehr, an dem Landwirtschaft erklärt wird, wie sie tatsächlich stattfindet. Er ist eine ideologisch weichgespülte Bühne, auf der über Landwirtschaft gesprochen wird – aber nicht mit ihr.
Der Apfel wächst hier rhetorisch noch am Baum.
Praktisch endet die Darstellung dort, wo es unbequem wird:
➡️ Technik.
➡️ Leistung.
➡️ Zielkonflikte.
➡️ Globaler Wettbewerb.
Landwirtschaft wird reduziert auf Emotion, Haltung und Moral.
Produktion – das Herz jeder Ernährungssicherung – bleibt unsichtbar.
Wer nicht zeigt, wie Boden bearbeitet wird, wie Erträge gesichert werden oder welche Maschinen dafür nötig sind, erklärt Landwirtschaft nicht.
Er vernebelt sie.
Deutungshoheit an den Handel abgegeben
Besonders problematisch ist, wer stattdessen den Raum füllt.
Wenn REWE, EDEKA, Netto oder Kaufland die prominenten Akteure sind, während reale landwirtschaftliche Praxis fehlt, verschiebt sich die Perspektive grundlegend.
❗ Ernährung wird nicht mehr vom Acker her gedacht, sondern vom Regal.
Der Handel inszeniert sich als Hüter von Nachhaltigkeit und Verantwortung.
Die Landwirtschaft wird zur Kulisse.
Bequem für den Handel.
Politisch anschlussfähig.
Medial gut vermittelbar.
Für Landwirte ist es fatal.
Mercosur im Hintergrund – und kein Wort davon
Diese Inszenierung wirkt besonders zynisch vor dem Hintergrund des geplanten Mercosur-Abkommens.
Während Märkte für Agrarimporte mit deutlich niedrigeren Standards geöffnet werden sollen, zeigt man auf der Grünen Woche eine Landwirtschaft, die es so nicht gibt:
Entkernt.
Enttechnisiert.
Entpolitisiert.
Man predigt Nachhaltigkeit – und gibt heimische Produktion preis.
Man spricht über Ressourcenschutz – ohne Realität zu zeigen.
Man feiert Dialog – und vermeidet die Debatte über Wettbewerbsfähigkeit, Kostenstrukturen und Versorgungssicherheit.
Indoktrination statt Realität
Natürlich sind AgrarScouts, Bildungsangebote und Dialogformate wichtig.
Aber Bildung, die zentrale Teile der Realität ausblendet, ist keine Aufklärung.
Sie ist Lenkung.
Wer Kindern Landwirtschaft erklären will, muss ihnen auch zeigen, dass moderne Landwirtschaft Technik braucht, Produktivität braucht und ökonomisch funktionieren muss.
Alles andere ist Romantisierung.
Oder schlimmer: die Vorbereitung darauf, Landwirtschaft als verzichtbar zu akzeptieren.
Und nun Feuer frei: wie seht ihr das?


Der Erlebnisbauernhof ist wohl mit der geplanten Verabschiedung des Mercosur-Abkommens wohl schon liquidiert worden.
Die Zeiten von Büllerbüpräsentationen mit kleinen Familienbetrieben sollten eh schon längst vorbei sein.
Die Realität sieht schon lange anders aus.
Warum sollte man den Verbraucher weiter täuschen oder falsche Eindrücke vermitteln ?
Ein paar Maschinen und Videos von Betriebsabläufen und Hofvideos hätten schon Sinn gemmacht.
Da hätte man gerechterweise aber auch die anderen Standbeine bzw.alle erforderlichen Einnahmenquellen zeigen müssen welche zum Erhalt eines Familienbetriebes notwendig sind.
Wahrscheinlich hat man bewusst darauf verzichtet und nur ehrlich gezeigt wo an
der Landwirtschaft das Geld verdient wird und zeigen wollen das die Urproduktion in der EU künftig nicht mehr erwünscht wird.
Warum sollte die Ernährungsindustrie andere Interessen Vertreten oder gar Anpreisen wie die anderen Branchen und Staatsvertreter welche gerade in Davos tagen ?
Es geht denen doch nur noch um Geschäfte, Geld und Macht !
Für die betreiben wir doch nur noch staatlich subventionierte Landschaftpflege und
etwas Kulturerhalt und der ein oder andere einen Streichelzoo !
Grüne Woche ist irgendwie seit Jahren wie Karneval. Immer das gleiche Ritual.
Aus aller Herren Länder reisen Menschen an es wird sich vergnügt, es wird getrunken und gegessen, gern auch exotisches probiert.
Ähnlich wie Rosenmontag von Karnevalisten wird von WHS ein Umzug zur Bespassung mit verkleideten Personen, viel Pappe, Plakaten und Traktoren organisiert. Immer die gleichen Parolen analog den flachen Witzen einiger Büttenrednerr. Zum Abschluss versichert man sich gegenseitig es war schön und nächstes Jahr kommen wir wieder.
Lokalsender produzieren Videos vom „Bauern Treff“
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-abendschau/demo-wir-haben-es-satt-in-berlin/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8zMTU0NWEzMS00NjU0LTRhNDYtYTlkZC00MDZhOGZhNmIxMDJfcHVibGljYXRpb24
ja sogar die Tagesschau berichtet über die Grüne Woche äh ich meine natürlich über den Umzug. Da haben dann auch Nicht Landwirte eine klare Vorstellungen über das bäuerliche Leben.
https://www.tagesschau.de/video/video-1546106.html
was
Symbolik statt Realität
Bilderbuchbauernhof?
Es spiegelt die öffentliche Meinung der Landwirtschaft wider.
Nur nicht mit Bauern identifizieren,
die Werbung macht das übrige.
Wenn man im Internet nach was kulturellem in irgendeiner Stadt schauen will, dann kommt nur Reklame von den dortigen Hotels oder Autohäusern.
Ent-täuschungen, so wie sie hier geschildert werden, haben immer etwas mit Täuschung aber auch Selbsttäuschung zu tun.
Mit welchen Erwartungen fährt man zur Grünen Woche nach Berlin?
Es ist keine Agritechnica, keine Eurotier, keine Anuga (Lebensmittelmesse Köln), keine klassische Landwirtschaftsausstellung, aber etwas Besonderes.
Man sollte, wenn man noch nie da war, 2 oder 3 Tage einplanen, Der 1. Tag dient der Orientierung in einem auch noch relativ unübersichtlichen Messegelände. Am 2. Tag kann man dann ganz gezielt Messestände ansteuern, unbekannte Speisen und Getränke aus sehr vielen Ländern dieser Erde ausprobieren, die Vielfalt ist überwältigend.
Man kann aber auch ganz gezielt die Stände von Verbänden, Organisationen und Ministerien ansteuern und so richtig Dampf ablassen (wenn man möchte). Wo hat man sonst so kompakt die Möglichkeit dazu.
Ich habe die Gelegenheiten in den letzten Jahren (dieses Mal nicht) immer genutzt, Personal auf den Ständen (mir bekannte wie unbekannte) anzusprechen. Prof. Grethe ist mit seiner Agora agrar da, das BMEL, die Bioverbände, natürlich der Bauernverband und viele andere mehr.
Hin und wieder hat man sogar seine „Erfolgserlebnisse“. Eine Mitarbeiterin auf dem Demeterstand hat sich für meine Belehrungen im letzten Jahr mit einer Packung Bio-Reis bedankt.
Und dann ist da immer noch der legendäre Niedersachsenabend in der Niedersachsenhalle und der angrenzenden Thüringenhalle (mit allerbester Bratwurst). Dafür benötigt man allerdings eine besondere Einladung und eine gewisse Stand-und Tinkfestigkeit. Heute Abend ist es wieder soweit.
AK: Na dann viel Spaß!
Sitze heute zuhause vor dem PC- Bildschirm. Ansonsten hätte ich manchen Ständen wieder meine Aufwartung gemacht. Davon können Sie ausgehen.
Nur mit der Stand- und Trinkfestigkeit wird es nicht besser 😎
Off topic
@Arnord Krämer
Ich habe natürlich auch eine Geschichte zur Grünen Woche.
Damals war ich noch minderjährig und im Auftrage der Deutschen Landjugend da.
Standbetreuung.
Es war der Abend des CMA-Standempfanes.
Wie kommt man da rein?
Es gab zu der Zeit Einfache und Doppelkarten.
Deswegen haben wir uns ältere Alleinstehende gesucht, um eine Einzelkarte gegen eine Doppelkarte zu tauschen.
Zu zweit reingehen, getrennt raus. Da hat man eine eine Einzelkarte zurückbekommen.
Und von vorne.
Bis alle drin waren.
War ein guter Abend.
Grüße
Nicolai
„Zu zweit reingehen, getrennt raus. Da hat man eine eine Einzelkarte zurückbekommen.“
Wieso „zurückbekommen“? Hatten Sie an der Auslasskontrolle angegeben, Ihre Karte drinnen „verloren“ zu haben? Nach mehreren solcher Vorfälle müsste die Aufsicht eigentlich misstrauisch geworden sein.
Ich selbst hatte mal zwei Probetage bei einer Spezialfirma für Messe-Einlasssysteme. Die Firma war super-smart und woke, aber das Arbeitsfeld war für mich ethisch schwierig. Später kam z.B. Corona mit noch mehr Kontrollen, und diese nehmen untergründig ja regelrecht zangenartig zu, in allen Lebensbereichen von Allen. Demnächst alles bargeldlos, Impfausweis mit Einlasskarte verknüpft usw.
Auf der CeBit war ich aber öfter. Tolle Stewardessen, alle Leute gut angezogen, nett und respektvoll, und Tüten voller Flyer und Visitenkarten mitgenommen (womit man sich als Toast outet), die man danach alle noch mal im Internet abgecheckt hatte. – Aber die körperliche Auszehrung einer solchen Tour ist schon enorm, denn danach ist man komplett kraftlos und ausgelaugt ob der vielen Eindrücke.
Ein paar Jahre davor war ich sogar mal auf einer Gartenbaumesse irgendwo in NRW. Da konnte man sich Bezugsquellen für holländischen Bambus besorgen oder seine Stecklingszucht auf In-Vitro-Vermehrung umstellen. An meinen selbst vermehrten Korkenzieherweiden waren alle sehr interessiert, hatten sich aber nicht zurückgemeldet.
Aber auf einem Erlebnisbauernhof waren wir mal auf Klassenfahrt. Das war der Bauer Pöttschke oder Pietke in NRW, der für solche Zwecke sehr beliebt war und wo daher täglich bis zu 10 oder 20 Reisebusse mit Schulklassen ankamen, den üblichen Rundgang absolvierten (ohne Schweineställe oder Misthaufen übrigens, keine Fliegen), ein bisschen staunten, einige zwischendurch mal mussten, und zum Abschluss die gesamte Schülerschar ein paniertes Schnitzel serviert bekam, weit größer als der Teller, mit Pommes.
Das riesige Schnitzel war ein Alleinstellungsmerkmal und lohnte an sich schon die ganze Anfahrt mit dem Reisebus. Heutzutage würde man bei frittiertem Panierschnitzel und Pommes eher vor Transfetten und Acrylamiden (oder wie die heißen) warnen. Der Erlebnisbauer hatte der Gesundheitsbauernschaft eigentlich einen Bärendienst erwiesen.
Wir selbst hatten auf dem Bauernhof zum Hof hin ein massives, elektrisch betriebenes Rolltor und einen schweren Türdurchgang. Und dahinter der große, schwarze Hund, der total lieb war, was ihm aber keiner ansah. Und wir Kiddies genossen es als Hausherren, andere heranstreunende Kindergruppen oder gar touristisch oder historisch orientierte Erwachsene zu belehren, welche Rechte sie auf unserem Privatbesitz hatten.
Erlebnisbauernhof war hinten, z.B. „Mutproben“ in der Scheune (wo man als Kleiner durch die Torspalte reinkam, obwohl das abgeschlossen war), und alles, wirklich alles, was es da zu entdecken und an Mist zu bauen gab. Wir dachten, wir seien Detektive und Könige. Hinter dem Denkmal im Garten hatten wir ein Geheimversteck, wo wir Feuer machten und am dicken Efeu das Denkmal hochkletterten, um den Garten auszuspähen. Und noch viel krassere Dinge, wenn wir später seinen Trecker „ausliehen“ usw.
Mein Vater, der Bauer, hatte sich nie beschwert. Es hieß, in seiner Jugend sei er noch schlimmer gewesen. Und es war ja auch nichts kaputtgegangen durch die kleinen Rabauken.
Im Fazit heißt das aber: Der beste Erlebnisbauernhof ist, wenn man selbst einen hat.
Die „Mutproben“ von uns Kiddies in der Scheune bestanden übrigens aus Balkenklettern, und dann im Purzelbaum auf die Heuballen herabzuspringen. Auch hatten wir in den (übrigens bei der Heuernte eigenhändig) gestapelten Heuballen einen Hohlraum gefunden, in dem man sich sicher verstecken konnte, aber durch die Ritzen der Scheunenverkleidung den halben Hof im Überblick hatten. Wir waren schon gewitzte kleine Kerlchen, und diese Erfahrungen haben auch nur wenige Privilegierte. Mein Vater, der das über Indizien irgendwie mitbekam, sagte nur, wir sollten kein Plastik ins Heu geben. Ich meine, wir hätten die Scheune ja auch locker abfackeln können.
Sollte das Prickingshof gewesen sein? Da steht eher das Schnitzel als Erlebnis und weniger der Bauernhof. Anlaufstelle für Seniorenfahrten und eben auch sehr hungrige Stadtbevölkerung. Wer es mag!?
1995 war ich zum ersten und einzigen Mal zur Grünen Woche. Der Grund war der Besuch meines finnischen Freundes mit seinem Nachbarn. Finnland war gerade der EU beigetreten, übrigens sehr zum Missfallen der einheimischen Landwirte, und meine Gäste wollten jetzt etwas über die hiesige Landwirtschaft erfahren. Ihre Erwartungen wurden in jeder Hinsicht enttäuscht, nach ihren Ansichten hatte die Ausstellung mit der Landwirtschaft wenig zu tun, ich erlebte sie auch eher als eine Freßveranstaltung.
Übrigens EU-Beitritt, mein Freund hatte damals 100ha Landwirtschaft und 400ha Wald. Dazu standen 20 Milchkühe im Stall, 3 Jahre später waren die Milchkühe weg, dafür hatte er einen neuen Mähdrescher. Nach seinen Aussagen lag es an den neuen Regeln. Er zeigte mir auch die Luftbilder seiner Ackerflächen mit den farblichen Markierungen, er war also schon richtig in den Subventionsdschungel angekommen.
2025 kamen innerhalb von 9 Tagen 310.000 Besucher. In Tarmstedt kommen in vier Tagen im Jahr 2025 118000 Besucher. Also, in meinen Augen ist die Grüne Woche ein Happening der Agrar-Aktiven, ein Termin, an dem man mal alte Freunde wieder trifft, sich junge Leute eine schöne Zeit machen und Städter etwas anderes zu fühlen, zu sehen, zu riechen und zu schmecken bekommen, als in ihrer gewohnten Umgebung……Spaß halt.
Achja, und Politiker und Großkopferte können Dinge absondern, die ansonsten niemand wahrnehmen würde.😎
Mein Vater war damals auch jedes Jahr da, ein wesentlicher Zweck für ihn sei gewesen, die Kollegen aus dem Büro mal zu sehen, die sich sonst immer rar machten… 😉
Und für die Berliner: man konnte sich halt mal ein paar Tage gepflegt, gut und kostenlos durchfressen.
Bei der Jugendveranstaltung auf der Grünen Woche hat Alois Rainer mit fachlichem Unwissen die kundige Landjugend geschockt. So hat er sich z.B. mit Bürokratieabbau bei der Planzendchutzdokumentation gerühmt. Die muss jetzt erst innerhalb von 2 Wochen erfolgen und nicht in zwei Tagen. Die Jugend musste ihn darauf aufmerksam machen, dass dafür jetzt zusätzlich Uhrzeit, EC-Stadium, Beikräuterbestimmung, etc. erfasst werden müssen! Wusste er nicht…
Ok, sind die auch direkt mal desillusioniert worden.
Was nützt das ganze Aufgerege. Den Großteil der Menschen interessiert das alles nicht und, ja, es ist Rettung in Sicht. Bill und Tom Kaulitz übernehmen „Wetten dass“. Ich hör nichts anderes mehr….
„Bill und Tom Kaulitz übernehmen „Wetten dass“.
Jaaaa, als ich das gelesen habe, dachte ich: Jetzt ist diese Gesellschaft komplett lost. 🦄🤡😎
RS: Habe mich heute schon gegenüber T-Online geäußert! Kenne diese ( langhaarigen)Typen garnicht…Sollen Musiker gewesen sein und aus dem Osten? Ob sich das ZDF da einen Gefallen tut?
War 1994 als Thüringer Aussteller( Halle 20) mit Thüringer Rostbratwürsten u.a. für die Jena-Fleisch Holding vor Ort. Das alles in meiner Funktion als Marketingmanager der Unternehmung! Fazit: Haben Rostbratwürste ständig nachgefordert, um die “Fressorgien” der Berliner u.a.befriedigen zu können was uns einen guten Umsatz generierte…Mit einer Fachausstellung wie die ANUGA oder AGRA oder Thüringenausstellung hatte das damals schon wenig zu tun! An letzteren Messen hatte ich mit Unterstützung auch der CMA Produkte wie Klossteig und später Kraftfutter kontraktieren können!
Kann natürlich das Heute auf der Grünen Woche nicht einschätzen…
Traurig, aber wahr!!
Auch zum diesem Thema gilt (leider wieder) das Zitat aus der Bibel, Matthäus 7,16-20, „An ihren Taten soll man Sie erkennen!“
Tichys Einblick hatte von ein paar Tagen diese Sondersendung „100 Jahre Grüne Woche“ aufgenommen und veröffentlicht:
https://youtu.be/AdLKOOK4oQI?si=YQjjQUCLFyegK5v8
Moin vom Fjord.
Wenn ich mich bei EDEKA umgucke sehe ich nur Produkte deren Rohstoffe von Landwirten auf landwirtschaftlichen Betrieben erzeugt worden sind.
Mein Schubkarre ist kaputt, ich muß zum Stellmacher. Danach zum Schmied.
Mittags treff ich mich mit den anderen Knechten im Dorfkrug, die dicken Mägde in den Po kneifen.
Es heißt Landwirt.
Trotzdem laßt ihr euch alle als Bauern beschim… äh bezeichnen.
Dieses Wort ist inzwischen negativ besetzt.
Grüße
Nicolai
Begrifflichkeiten helfen echt weiter.🤡 Früher Lehrling, heute Auszubildender, früher Putzfrau, heute Reinigungsfachfrau, früher Hausmeister heute Facility-Manager….wer sich einer Begrifflichkeit unterordnet hat schon seine Würde verloren, finde ich.
Wenn Sprach Inhalte verschleiern soll, dann hat Ideologie gewonnen.
Na Nicolai, es kommt immer darauf an, wie man mit der Bezeichnung „Bauer“ aufzutreten bereit ist. Also ich persönlich habe damit überhaupt keine Probleme, denn ich bezeichne mich selbst auch als Bauer (dabei bin ich staatlich geprüfter Betriebswirt 😉 ). Der Betriebswirt steht auf einem „vorzeigbaren“ Dokument und liegt im Keller. So what. Papier ist geduldig.
Hi @schmeckt gut
Du hast vollkommen recht.
Jeder hat das Recht, SICH als Bauer zu bezeichnen.
Wenn hier jedoch die Lieferanten als Bauern bezeichnet werden, empfinde ich das als daneben.
Wir sind Landwirte.
Grüße
Nicolai
Wie klingt denn „Landwirt Willi“ 🙄
Moin
„Bauer Willi“ ist ein selbstgewählter Künstlername.
Grüße
Nicolai
Gutsherr vom Gestüt Asmussen
Ich war noch nie auf der Grünen Woche aber wenn man sich die sozialen Medien ansieht ist sie vor allem ein Ort wo Politiker und Verbände sich präsentieren und warme Worte absondern! Von daher kann der Text gut passen.
Ich war letztes Jahr das erste und letzte Mal auf der Grünen Woche und hab sie genau so wie beschrieben wahrgenommen. Eine bunte Fressmesse für Städter , die mit der Urproduktion nichts zu tun hat. Die Halle des BMEL riesig, luxuriös ausgestattet (wer zahlt das?), nur Blümchen und Bienchen. Bei der Landtechnik bestände die Chance zu zeigen, zu welcher Präzision und Effizienz sie befähigt, statt dessen: ein E-Traktor. Auf Nachfrage , lachend, hinter vorgehaltener Hand, nur für Kommunen gedacht, da er spätestens alle 6 Std geladen werden muss.
Warum lässt sich die LW so das Heft aus der Hand nehmen?
Antwort: Die Landwirtschaft hat zuwenig Geld. Als Restgeldempfaenger kann man keine großen Sprünge machen.
Zuerst kommen Mercosur und hierzulande die vertikale Integration. Nach dem entsprechenden Dumping kann man dann verlangen, was man will. Und so wie Europa zuletzt nur mit den Geldscheinen wacheln musste, um den hungernden Ägyptern die Frühkartoffeln wegzukaufen, so wie die Argentinier selber kein Rindfleisch mehr bekommen, weil der Export mehr Geld einbringt, so werden bald den verarmten Europäern die Produkte ihrer Riesenkonzerne von den Konsumenten der Aufsteigermächte weggekauft werden. Und dann bleibt uns wieder nur die vorsintflutliche Landwirtschaft, die hier dargestellt wird. War im Frühmittelalter auch so, nachdem die hoch entwickelte Landwirtschaft der Römern untergegangen war.
Sehr prophetisch, das Ganze, Hut ab!
Ich wusste schon immer, dass ich zur europäischen Agrar-Aventgarde gehöre auf meinem extensiven Hügel! 😉
AvAntgarde natürlich
Da schliesse ich mich meinem Vorredner an. Der Text ist ebenso zutreffend geschrieben wie dramatisch von der Aussage. Hier zeigt sich die Bedeutungslosigkeit der Ernährungsthemen auch in den Köpfen der Verbraucher. Es muss ein politisch initiiertes Umdenken in unserer Bevölkerung geben, damit verstanden wird, das Nahrungsmittelsicherheit und Landschaftspflege ein Kulturgut ist, das erhaltungswürdig ist. Wir lassen uns von desinteressierten und schlecht informierten Mitbürgern in eine Ecke stellen und nehmen zu oft eine verteidigende Demutshaltung an. Das ist unbegründet.
Schon vor 30 Jahren habe ich unserer Pflanzenschutzindustrie gesagt, sie solle Werbegelder in Erklärvideos für die Verbraucher stecken. Dann hätten wir zumindest ein gewisses Fach-und Sachverständnis bei der Verbraucherschaft .
Klarer kann man die gegenwärtige Praxis der Übernahme dieser „Landwirtschaftsmesse“ und der „Meinungsmache“ durch den Handel nicht zusammenfassen. Sehr guter Text … könnte und sollte Grundlage neuer „Bauernproteste“ werden.
Dieser Appell geht meines Erachtens genau in die richtige Richtung: Handel, Werbestrategen, Medien und das Bildungssystem erzeugen nichts, als bunte Bildchen und Geschichtchen. Wissenschafts-basierte Bildung und Berichterstattung sind Relikte aus der Vergangenheit. Die Masse an (per Internet) verfügbaren Informationen überfordert und befördert eine totale Abflachung der „Informiertheit“. KI könnte das ändern … wird aber (privatwirtschaftlich betrieben) eher Blasen-Denken verstärken um Klick´s zu generieren.