Bauer Willi
Kommentare 104

Systemrelevant…? Bundesweite Razzien…!

Ich soll mich ja nicht aufregen.

Es ist noch nicht lange her, da wurde die Landwirtschaft als systemrelevant eingestuft.

Das war Mitte März: https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/coronakrise-landwirtschaft-ist-systemrelevant-12002265.html

Am vergangenen Freitag (19.6.2020) dann bundesweite Razzien des Zolls bei landwirtschaftlichen Betrieben mit Saisonarbeitskräften.

https://rp-online.de/nrw/panorama/bundesweite-grosskontrolle-des-zolls-bei-saisonkraeften-und-erntehelfern_aid-51748677

Man muss sich das einmal vorstellen: noch vor wenigen Wochen war nicht klar, ob die Ernte von diversen Kulturen sowie Neuanpflanzungen für den Herbst überhaupt gelingen kann. Landwirte haben Flüge gebucht und bezahlt, um Arbeitskräfte ins Land zu holen. Die meist osteuropäischen Arbeitnehmer*innen waren sehr froh, dass sie kommen konnten. Die Vorschriften für Arbeit und Unterbringung wurden coronabedingt verschärft. Und bei den Bauern auch umgesetzt.

Mir wurde glaubhaft geschildert, dass jetzt in einem Betrieb mit 10 Erntehelfern eine Truppe von 15 Zoll-Mitarbeitern mit schusssicherer Weste, Gummiknüppel und Waffe den Betrieb darauf hin untersuchten, ob Schwarzarbeit vorliegt. Auch die Unterkünfte wurden untersucht. Die Betriebsleiter kamen sich wie Schwerverbrecher vor, dabei waren sie es ja, die sich darum gekümmert haben, dass die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist.

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/razzia-zollaemter-nrw-landwirtschaft-100.html

Damit eines klar ist: Kontrollen müssen sein, um die berühmten „schwarzen Schafe“ zu sanktionieren. Aber ob es angemessen ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt zu tun, darf bezweifelt werden. Schließlich endet die Ernte von Spargel, Rhabarber und anderen Kulturen am 24.6., dem Johannistag.

Die Bemühungen aller, „den Laden am Laufen zu halten“ werden so ad absurdum geführt. Und solche Begriffe wurden ja zur Hoch-Zeit der Corona-Krise immer wieder im Wort geführt. Aber die Landwirte finden sich da in guter Gesellschaft mit Kranken- und Altenpflegern, Kassiererinnen oder Erzieherinnen., die ja auch bis vor kurzem systemrelevant waren.

  • Noch ein Beispiel für mangelndes Feingefühl?

Ein Berufskollege erzählte mir vor wenigen Tagen, dass er vom Zoll gefragt wurde, ob er an „einer dieser Treckerdemos“ teilgenommen habe. Dann müsse er das bei dem Antrag auf Dieselrückvergütung abziehen.

Ja, alles fachlich sicherlich in Ordnung. Aber dass einem da Zweifel kommen, ob das mit der „Systemrelevanz“ so ernst gemeint war?  Und irgend jemand hat ja die Anweisung gegeben, jetzt, 5 Tage vor Johannis, noch eben bundesweite Razzien durchzuführen.

So, jetzt habe ich mich mal wieder aufgeregt. Es ändert nichts, aber vielleicht liest es ja jemand, der Verständnis dafür hat, dass die Bauern derzeit etwas dünnhäutig sind.

(Aufrufe 4.811 gesamt, 1 heute)
24

104 Kommentare

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nestle macht das, was viele Frauen wünschen, Fertigfutter.

      Und Wasser füllen die auch ab. Deshalb kaufen viele Deutsche Vittel. Habe einen Mann vom Elsass gekannt(ist leider Verstorben), der fuhr ins Badische und kaufte Wasser aus dem Schwarzwald.

      1
      • Reinhard Seevers sagt

        Wie schizophren diese Gesellschaft ist, sieht man schön an diesem aktuellen Beispiel:
        https://www.evangelisch.de/inhalte/171678/22-06-2020/verbraucherzentrale-bio-wasser-oft-ueberteuert

        Der Wassererzeuger füllt Biowasser aus der gleichen Quelle ab, wie das „normale“ Wasser und verkauft es für einen Mehrpreis. Das ist schon mal ein geiler Schachzug zur Volksverblödung.
        Der Kunde kauft Biowasser, weil er meint, dieses Wasser sei noch besser, als das bereits gute Mineralwasser und tausendmal besser, als das Nitratverseuchte Leitungswasser. Teil 2 der Volksverblödung greift!
        Der Verbraucherschutz ist nun die Krönung der Blödheit und prangert „Geldschneiderei“ an, weil der Kunde aus Teil 2 so doof ist, und den Mehrpreis freiwllige zu zahlen bereit ist. Das ist dann Teil 3 der Volksverblödung, das Nichtverstehen der Marktwirtschaft unter dem Plebiszit der Weltverbesserung und Geldvermehrung! Was für ein bescheuertes Volk wir doch sind.

        3
        • Arnold Krämer sagt

          noch verrückter wird es, wenn dann das vegane Biowasser aus Südtirol (Plose, Brixen) 1000 km weiter nördlich im Emsland angeboten wird. Und in Hamburger Biomärkten kann man es sicher auch kaufen.

          1
        • Arnold Krämer sagt

          Man schafft es immer weniger den Schülern Lesen, Schreiben, Rechnen beizubringen. wie soll man dann das Funktionieren von Wirtschaft (gehört ja nicht einmal zu den Naturwissenschaften) vermitteln?

          1
  1. Inga sagt

    In unserer Stadt heisst die Kirmes Jahrmarkt, weil das hat mit Stadt- und Marktrechten von Früher zu tun, eben Rummelplatz!
    Und da besteht der Jahrmarktsumzug aus über 30 Motivgruppen z.T. Fussgruppen, aber der grösste Teil von Wagenmotiven von Traktoren gezogen. Frontlader ist gut für Motoschild.

    0
  2. Oberländer sagt

    Hallo Willi,

    hatte leider nicht früher Zeit hier was an zu merken.
    Natürlich sind wie Landwirte Systemrelevant.
    – Horden von Amtmänninen und Amtmännern können
    sich an uns austoben .
    – selbstherrliche Politikerinninnen können sich an Erntewagen
    selbst beweihräuchern.
    – unzählige Spendensammelvereine verdienen Millionen mit
    ihren Hetzkampagnen.

    Du siehst also , ohne uns Bauern wäre manch ein Stand überflüssig
    wenn er es nicht schon lange ist

    7
      • Thomas Apfel sagt

        Der Lauterbach ist doch irgendwie auch eine Sorte Psychopat. Nicht gerade lustig, was für Leute in solchen Positionen sitzen. Der möchte Deutschland zwangsveganisieren, entsalzen und zuckerfrei konservieren. Die Kontrolle hat dann eine Gesundheitspolizei unter Führung von Lauterbach für die SPD und und Häusling von den Grünen. Da wird dann einmal im Monat ein Bio-Steak gegen Ablaßspenden genehmigt, dafür wird im Gegenzug die den Einzelnen zugestandene Lebenszeit um 6 Monate verkürzt.

        5
  3. Ehemaliger Landwirt sagt

    Ab dem 25.06 gibt es nur noch von Feldern, die abgeräumt werden. Beim Spargel auf dem Teller haben wir mal ein paar Tage ohne eingelegt. Aber ein paar Stängelchen haben wir eingefroren. 🙂

    0
  4. Arnold Krämer sagt

    Der Agrarsektor ist überreguliert und „unterkontrolliert“, was die wirklich wichtigen und relevanten Dinge betrifft.

    Wer immer mehr Regelungen schafft, muss eigentlich auch für immer mehr Kontrollen (Kontrolleure) sorgen, eigentlich logisch, oder? Weil das nicht geht, hat man das System der „Eigenkontrollen“ erfunden mit der Papier- oder neudings EDV-Dokumentation. Das kostet Zeit, Geld und Nerven und hilft auch nicht wirklich, wenn es darum geht, gute und gesunde Lebensmittel/Agrarrohstoffe zu produzieren).

    1
    • Stadtmensch sagt

      Ist es nicht so, dass man auch hier den Datensatz vom letzten Abreichnungszeitraum reinladen kann und „einfach“ nur aktuelle Werte einträgt? Wie soll es sonst gehen? Wenn man nicht genau misst, kann man auch nicht genau regeln. Wenn der demokartisch legitimierte, halbwegs transparente Überbau nicht regeln kann, haben wir ruckzuck, ebenfalls Tyrannei (Kartelle, Mafia, Diktatur). Es kostet eben viel Energie, ein so komplexes System handlungsfähig zu halten und man wird nie fertig mit optimieren…

      1
      • Ostbauer sagt

        Ich habe mal eine Fläche zur Winterbegrünung beantragt. Die Fördersumme betrug 1400 €.
        Am 13. August kam die Kontrolle zur Flächenvermessung; da stand noch Weizen drauf.
        Mussten sie eben zu Fuß laufen. Alles iO.
        Im September kam die Kontrolle der Kontrolle, (auch Kontrolleure müssen kontrolliert werden) 2 Mann aus 200 km Entfernung.( Hm)
        Im November die Kontrolle ob die Fläche begrünt ist. Anfang Februar die Kontrolle ob die Fläche noch begrünt ist. (Musste bis 15. 2. stehenbleiben)
        Da würde ich mal sagen: überoptimiert oder Verschwendung von Steuergeldern.

        6
    • Arnold Krämer sagt

      Die beiden Regierungsparteien in Berlin haben in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, den Bürokratieaufwand in der Landwirtschaft zu überprüfen. Eine ungeheuer schwierige Aufgabe angesichts der Komplexität des Themas, mit dem sich z. Zt. einige Personen des Statistischen Bundesamtes (federführend) beschäftigen. Die Beararbeitung des Themas (bin selbst geringfügig beteiligt) leidet natürlich unter den monatelangen Corona-Beschränkungen.

      0
    • Mark sagt

      „Der Agrarsektor ist überreguliert und „unterkontrolliert“, “ Überreguliert ja, unter kontrolliert nein. Wenn dann falsch kontrolliert. Meist wird bei Kontrollen nur der bürokratische Müll kontrolliert, darauf stehen bei Verstössen dann auch noch völlig unverhältnissmässige Strafen, z.B. bei der Düngeverordnung bei fehlenden oder falschen Bilanzen bis zu 50000€. Wenn die Papierchen stimmen heisst das jedoch noch lange nicht, dass „alles“ in Ordnung ist und umgekehrt.

      0
      • Arnold Krämer sagt

        Unterkontrolliert hatte ich in “ “ gesetzt und eingeschränkt.
        Man kontrolliert überwiegend das pünktliche, fristgerechte Vorhandensein von (vollständig ausgefülltem) Papier. Da gibt es keinen Ermessens- und Bewertungsspielraum. Damit kann man seitens der Behörden „bequem“ umgehen.

        2
  5. Konstantin sagt

    Ich kann in deinem Beitrag kein Problem erkennen. Das nur wegen Corona jetzt Kontrollen gegen Schwarzarbeit ausgesetzt werden sollen ist einfach nur lächerlich. Bist du also der Meinung, dass es jetzt in Ordnung ist? Es gibt garantiert genug schwarze Schafe die genau so gedacht haben und versucht haben die Situation auszunutzen. Saisonarbeit ist nunmal ein Bereich in dem es an vielen Orten zu Schwarzarbeit kommt. Kontrollen sind der einzige Weg dies zu Bekämpfen.
    Ich sehen auch kein Problem in der Ausrüstung mit Schutzweste, Waffe und Schlagstock, dies gehört halt dazu und wird bei einem Einsatz getragen. Ich gehe auch lieber gut ausgerüstet zu einem Hof mit vielen Saisonarbeitern. Es kann nie vorausgesagt werden was passiert und wie die jeweiligen Personen sich verhalten. Gerade wenn eventuell eine Vielzahl von Schwarzarbeitern angetroffen werden, deren Existenz in der Heimat von der Arbeit abhängt.
    Das was sie hier betreiben ist schlicht und einfach eine Diffamierung von staatlichen Einsatzkräften, mehr nicht. Jedes ihrer Argumente ist mit Eigensicherung und Bekämpfung der Schwarzarbeit zu entkräften und hat nichts mit der Systemrelevantheit der Landwirtschaft zu tun.

    2
    • Bauer Willi sagt

      Zur Antwort zwei Zitate:
      „Damit eines klar ist: Kontrollen müssen sein, um die berühmten „schwarzen Schafe“ zu sanktionieren.“
      „Ja, alles fachlich sicherlich in Ordnung.“

      Und dann bitte den allerletzten Satz noch einmal lesen.
      Wissen Sie, was man unter Emphatie versteht?

      2
    • Ein Privatier sagt

      Anscheinend als notwendig erachtete, generell angewendete Eigensicherung sticht entspanntes Fingerspitzengefühl, Empathie und Gemeinsinn.
      Der zu Überprüfende wird vorab grundsätzlich als potentiell gefährlicher Feind betrachtet.

      Wie konnte es zur generalisierten Anwendung dieses Vorurteils kommen?

      Was geschieht mit unserem Land?

      https://hassmelden.de/

      4
      • Stadtmensch sagt

        Ernsthaft @Privatier? „Fingerspitzengefühl, Empathie und Gemeinsinn“? Sie?

        1
        • Ein Privatier sagt

          Hier, zur Stützung Ihrer Haltungslaune, wenn ich Ihnen versichere, dass Sie Ihr Herz nicht am rechten Flecke haben:

          0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor einigen Jahren gab es schon Beschwerden, über die Vorgehensweise der Beamten.
      Die Beschwerden erreichten das Bundesfinanzministerium, genauer gesagt, auch den Finanzminister Schäuble. Wolfgang Schäuble hat eine Weisung gegeben, man solle die die Kontrollen mit Maß und Ziel so ausführen die der Situation entspricht.

      Jetzt meint man anscheinend wieder, man hat es auf Bauernhöfen mit Menschen zu tun, die sich sonst auf Baustellen in Berlin und in der Partyscene in Stuttgart aufhalten.

      0
      • Ein Privatier sagt

        Man muss die Polizisten auch verstehen.
        Wohin mit all den Aggressionen, wenn man sie z.B. am Partyvolk in Stuttgart nicht abreagieren kann, weil das seine Aggressionen an den Polizisten abreagiert?

        3
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Den Ausführungen nach, ist der Konstantin beim Zoll.

          Zu den Vorkommnissen ist Stuttgart, diese Menschen kann ich nur als Mob bezeichnen und deren Taten sind auf das äußerste abzulehnen.

          Gerade solche Menschen sind nicht auf Bauernhöfen, oder am Spargelacker anzutreffen.

          1
          • Ein Privatier sagt

            So ist es.

            Das wird alles nicht besser.

            Zukünftig wird der Mob sagen: #WirSindMehr

            Ochlokratie

            Ochlokratie (altgriechisch ὀχλοκρατία, aus ὄχλος óchlos, deutsch ‚Menschenmenge‘, ‚Masse‘, ‚Pöbel‘, und -kratie), deutsch auch Pöbelherrschaft, ist ein abwertender Begriff für eine Herrschaftsform, bei der eine Masse ihre politischen Entschlüsse als Mehrheit oder durch Gewalt durchsetzt. In der älteren Literatur findet sich gelegentlich als Synonym das Wort Laokratie (griech.: λαός laos, deutsch ‚Volk‘, ‚Volksmenge‘ und κράτος kratos, deutsch ‚Macht‘, ‚Herrschaft‘). Wörtlich übersetzt heißt Laokratie ‚Volksherrschaft‘.[1] Im Conversations-Hand-Lexikon von 1831 wurde Laokratie ebenfalls mit Pöbelherrschaft übersetzt.[2]

            https://de.wikipedia.org/wiki/Ochlokratie

            0
            • Inga sagt

              Die älteren erfahren Leute, die das Regime des Hitlerreiches erlebt haben und bedauern, meinten alle:
              Ja, wenn der Schaum nach oben kommt.

              Das Gleiche wird von denen erzählt, die das DDR-Regime erlebt haben.

              1
              • Ein Privatier sagt

                Ja … und der kommt nicht nur nach oben, er wird auch nach oben gebracht und importiert.

                2
          • Inga sagt

            Habe gerade im TV gesehen, dass so eine Journalistin einen Sparkelbauern schlecht gemacht bzw. gemobbt hat.
            Indem sie die Massen von Spargelresten, die zum Düngen auf dem Feld verblieben,
            und behauptete, dass der Bauer mutwillig seinen Spargel vernichtet, um eine Preissteigering zu erlangen.
            Und das gerade in diesem Jahr…

            Ob ihr das Spass macht ihre Dummheit zu demonstrieren???

            1
        • Reinhard Seevers sagt

          Das eine hat mit dem anderen so gar nichts zu tun…..es sei denn, man möchte auf Teufel komm raus einen Zusammenhang konstruieren.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Herr Seevers, mit ihre Flut von nichtssagenden Beiträgen, werden sie bestimmt nicht des Forums Liebling.

            2
      • Inga sagt

        Ja, ehemaliger Landwirt,
        Du bist aber „sehr rückständig“, hast du noch nie etwas von

        Bauerntrampel

        gehört?

        Und die selben Vorurteile bestehen gegenüber den Ausländern, die auf dem Feld helfen.

        Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste…

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mit Bauerntrampel wurden immer die Bäuerinnen gemeint.
          Aber für einen Laib Bauernbrot sind mache über hundert Kilometer gefahren, gebacken von den Frauen, die sie vorher als Trampel bezeichnet haben.

          2
          • Inga sagt

            So ist es eben mit den Vorurteilen,
            da kannst du deren Dummheit mal sehen, die sich so ambivalent benehmen!
            Wollen wir die noch für voll nehmen?

            Ich denke heute hat sich das bestimmt verändert, wo länger in höhere Schulen gegangen wird und oft die gleichen Berufe ergriffen werden,
            Papa Bauer kann ja zahlen!

            Die Werbung nutzt das auch aus,
            in dem sie griechische Bäuerinnen in Weinlaub rumstaxen lässt,

            und schon hat man das Medikament
            Antistax
            für Wehnenentzündungen in den Beinen.

            Denn dessen Wirkstoff ist im Weinlaub enthalten!

            hier sieht man auch wieder die Ambivalenz.

            Im vorigen Jahr hat eine über 80 jährige zu mir gesagt, dass sie nach dem Krieg auch mal auf dem Bauernhof gelebt hat, als sie aus der Großstadt evakuiert waren.

            Dort lebten sie oben in einem warmen Zimmer.
            Unten die Bauerfrauen backten Brot.

            Da bat ihre Mutter auch mal um etwas Mehl, damit sie Brot backen konnte. Das bekam sie!
            Die Mutter backte und es kam ein flacher Fladen raus.
            Die jetzt 80igjähre fuhr ohne Pause das Gespräch fort und behauptete
            die Bauerin hätte ihr mit Absicht schlechtes Mehl gegeben,
            mit ekelhaft verzogenen Gesicht sagte sie
            Roggenmehl
            oder ähnliches schlechte.
            Da erklärte ich ihr das Brot wird heutzutage noch mit Roggenmehl gebacken.

            Ihre Mutter hat vergessen das Treibmittel vergessen!
            Der Teig konnte nicht aufgehen.

            Damit war sie wahrscheinlich nicht zufrieden,
            dann wollte sie mir eine andere Bosheit des Bauern beweisen.
            Sie erzählte mir,
            dass ihre Mutter für das Kind um ein Glas Milch gebettelt hat,
            da antwortete der Bauer,
            klar,
            wenn sie mir den Hof dafür kehrt,

            Stellen Sie sich mal vor, sagte die 80igjährige zu mir, ich sollte dem sein Hof kehren mit acht Jahren.
            Ist das nicht zu viel verlangt? Ein 8 jähriges Kind kann das doch noch nicht!

            Ich antwortete ihr
            doch
            ich und andere Bauernkinder mußte das jeden Sonnabend machen.
            Nur weil wir Bauernlinder sind!

            Weil die Leute in der Stadt Lebensmittelkarten bekamen, durften die Bauern ja für sich auch nicht so viel abzweigen wie sie wollten, erklärte ich ihr.

            Das hat sie dann verstanden.
            Da war sie zufrieden.

            So,
            und als die Evakuierten und Flüchtlinge von den Höfen wieder weg waren, und sich in der Stadt etabliert hatten,
            fing der Bauernhass an!

            Dann waren sie eben Trampel!
            Das war das Dankeschön!

            Und die 80igjährigen Großmütter, die das noch so erlebt haben, erklären das aus ihrer Sicht auch den Enkelkindern,
            deswegen ist das Bauernbashing heutzutage immer noch da!

            Großmütter haben großen Einfluß in den Groß-Familien!!!

            Wenn nun so ein Enkelsohn Lehrer geworden ist,
            der ist dann schon im Stande und
            fährt das Bauernkind in seiner Klasse an mit der Frage

            Warum müßt ihr Bauern immer übermäßig viel Düngen, so das die Umwelt gefährdet ist und warum spritzt er so viel Gift auf die Felder?
            So schleichen sich diese Vorurteile durch die ganze Gesellschaft.

            Die eine Fernsehsendung meint,
            die Bauern düngen auch so viel, weil die Düngemittelindustrie sie dazu drängt, denn sie braucht ja Umsatz

            in der Späteren Sendung wird gezeigt,
            wie die Hohenheim einen Digitalgesteuerten Düngerstreuer entwickeln, der den Stickstoffgehalt des Boden misst und so dementsprechend N-Dünger auf den Boden lässt!

            1
    • Ostbauer sagt

      @Konstantin
      Ich weiß ja nicht an welcher Stelle des Beitrages Sie hier eine Diffamierung sehen.
      In erster Linie kommt es doch darauf an, wie tritt ein Vertreter der der Staatsmacht jemandem bei seiner Arbeit gegenüber. Sieht er in ihm einen Mitbürger oder einen potentiellen Kriminellen. Ihren Ausführungen zur Folge neigen Sie wohl zum Zweiten.
      Das macht mir Angst. Ich hoffe das solche Herangehensweise nicht in der Ausbildung gelehrt wird!

      2
  6. Friedrich sagt

    Jetzt schlagen die Homeoffice-Leute wieder voll zu , um ihre Wichtigkeit zu dokumentieren.
    Wir alle haben erlebt , wer Systemrelevant ist und wer nicht. Die ganzen Kontroler wollen Papier sehen. Die Menschen oder Tiere sind zweitrangig. Es wird nach Checkliste abgearbeitet und da geht es nur um erfüllt oder nicht erfüllt. Hauptsache abgearbeitet. Bei einigen Schwächen kommen die Q+S-Leute dann nach ein oder zwei Jahren wieder. Normalerweise aber nach drei Jahren . Finden tun die immer was , weil kein Mensch alles inhaliert haben kann , was da so gefordert wird. — Habe auch immer mehr den Eindruck , daß das Arbeitbeschaffungsprogramme sind für sehr viele Leute , die sonst keinen Job hätten. Auch wollen die Politiker und Verwaltungen uns alle klein halten , damit wir nicht aufmucken. Ob das alles zukunftsfähig ist ? Erst systemrelevant und jetzt wird wieder draufgekloppt. Menschlich werden wir jedenfalls wieder erniedrigt und das hat System.

    10
    • MAK sagt

      Friedrich, Sie bringen es mal wieder auf den Punkt. Besser und klarer kann man es nicht beschreiben. Es muss Papier produziert werden. Damit wird Scheinsicherheit (im doppelten Sinne des Wortes) produziert. Es sind ABM-Maßnahmen.

      3
  7. Lieschen Müller sagt

    Ja, manchmal ist alles komisch und nervt und der Amtsschimmel wiehert. Andererseits brauchen wir die Kontrollen, leider machen die Arbeitgeber sonst was sie wollen. „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, ähnliche Sprüche wird es auch in der Bibel geben. In der „Leistungsgesellschaft“ kämpft aber jeder gegen jeden und da geht es nur mit ständigen Kontrollen. Wieder mal der Vergleich mit meiner Branche: die Qualität der Pflege sollte erhöht werden. Was ist rausgekommen? Stundenlange Dokumentation……

    1
  8. Ehemaliger Landwirt sagt

    Kopiere nochmals das rein, was ich vor 2 Tagen !!!!! geschrieben habe, keinen hat es interessiert.

    Mit den Zollbeamten habe ich selbst einmal gesprochen und die haben mir bestätigt, dass sie Kontrollen auf den Feldern durchgeführt haben. Alle mit schusssicherer Weste, Gummiknüppel und Waffe.

    …………………………………………..

    Jeden Morgen kurz nach 9 Uhr fährt ein Fahrzeug vom Zoll mit 5 Mann bei einem Edeka Geschäft vor, da machen die Frühstück, weil sie seit Tagesanbruch auf den Feldern kontrolliert haben, ob alles seine Richtigkeit hat.

    Vor 2 Jahren hat ein Betrieb mit Hofladen ebenfalls Besuch vom Zoll gehabt.

    Die sonst besonnene Bäuerin hat zu mir gesagt:

    So muss es den Juden auch ergangen sein, als die Gestapo ins Haus kam.

    Es gab keine Beanstandung im Betrieb.

    1
    • Reinhard Seevers sagt

      Nicht umsonst hab ich den Beitrag schon beim ersten mal nicht kommentiert….die Wiederholung macht den historischen Zusammenhang nicht besser oder richtiger. Ich kenne die Frau nicht, aber sie kann ja aus eigener Erfahrung nicht berichten, sondern lediglich ihr Gefühl über etwas äußern, das geschichtlich wenige Vorbilder hat.
      Ich glaube nicht, dass damals jemand überhaupt gewagt hätte, das Vorgehen der Gestapo anzuzweifeln, jedenfalls nicht öffentlich. In diesem Land darf man öffentlich darüber schreiben, in den Kontext des III. Reiches stellen, und man wird nicht einmal dafür verhaftet oder angeklagt…soweit der Vergleich.

      2
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Im Gegensatz zu ihnen, kenne ich die Frau und mein Urteilungsvermögen hat noch nicht gelitten.

        Klar, dass ich politisch nicht korrekt gehandelt habe und bitte mir gnädigst zu verzeihen, wenn ich sie im ihrem Empfinden gestört habe.

        1
        • Reinhard Seevers sagt

          Zitat Ehemaliger: „Kopiere nochmals das rein, was ich vor 2 Tagen !!!!! geschrieben habe, keinen hat es interessiert.“

          Wer so penetrant nach einer Reaktion ruft, der sollte sich dann nicht wundern, wenn sie kommt. Da muss man auch nicht komisch werden…..

          2
            • Reinhard Seevers sagt

              Nicht eigene Verfehlungen auf andere abwälzen bitte! Allianzen mit anderen gegen einzelne Teilnehmer scheinen auch Mode zu werden….nach wen rufen Sie denn gerade?

              0
              • firedragon sagt

                Mädels, jetzt reißt Euch mal am Riemen. Die Woche hat erst begonnen und morgen ist auch noch ein Tag.

                4
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Und was ist am Mittwoch? 😉

                  0
                • firedragon sagt

                  Du bist doch ein großer Bub, Dir wird schon was einfallen.
                  So und da Ihr alle schon groß seid, lass‘ ich Euch jetzt allein, da ich noch ein bisschen arbeiten muss.
                  Seid lieb zueinander und vertragt Euch.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Drachen.

                  Am Mittwoch vergnügen wir uns an einem Baggersee,
                  das Leben als Rentner ist schön, aber ich denke an euch. 😉

                  0
                • firedragon sagt

                  Ja, da wünsche ich Dir viel Spaß Ehemaliger Landwirt. Ich wäre dort auch gerne – wir sind Mittwoch mit Heu einfahren beschäftigt, ist dann auch ein etwas „nasses“ Vergnügen (der anderen Art).

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Drachen
                  Das habe ich noch alles mitgemacht, mit der Gabel gewendet, von Hand zusammengerecht und mit der Gabel auf den Wagen, das war die gute alte Zeit. 🙁

                  Aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

                  2
              • Inga sagt

                Meinst du Mobbing, Reinhard?

                Das wollen wir doch alle nicht und gerade nicht bei diesen ernsthaften Diskussionen,
                denn da sind sie kontraproduktiv, oder?

                0
          • Inga sagt

            Die Reaktion darauf ist wichtig,
            denn als Shcülerin der 60igern mußten wir unserem L3ehrer verfsprech4en aufzupassen, dass so etwas wie 1933 nicht mehr passiert!

            So, und der Ehemalige hat das gemacht,
            er hat beschrieben, wie es dr4 frau gegangen ist ist und wie es ihr zu Mute war.

            Frage:
            Ist es in unserem Rechtsstaat erlaubt oder erforderlich einen Mitbürger, auch wenn er Arbeitgeber ist, mit so vielen Vorurteilen und bewaffnet zu untersuchen?

            Was für eine Diktatur ist das denn?

            0
          • Inga sagt

            Und wer so ein ungutes Gefühl von Beteiligten ignoriert,
            der weiß nicht worum es hier geht!

            Na ja,
            Gnade der späten Geburt!

            Trotzdem sollten wir das nicht vergessen!

            1
    • Konstantin sagt

      Sie sollten vielleicht mal zu Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Die Kontrollen des Zolls mit den Durchsuchungen der Gestapo bei Juden zu vergleichen ist eine so krasse Beschönigung des Leides, dass die Juden erdulden mussten. Die Gleichsetzung des Zolls mit der Gestapo ist eine Diffamierung die seines gleichen sucht. Seien Sie froh, dass Sie nie eine Durchsuchung der Gestapo miterleben mussten. Eventuell sollten Sie nochmal ein Geschichtsbuch aufschlagen und das nachlesen.

      2
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Leider habe ich keine medizinische Fachkenntnisse, des halb empfehle ich keinen Arzt, sondern eine Lesebrille.

        Nicht ich habe verglichen, sondern die Bauersfrau , die Frau wo die Kontrolle erlebt hat. Ich habe ihre Worte nur weitergegeben.

        1
        • Ein Privatier sagt

          In Konstantins Welt sind Sie aber trotzdem schuldig, schuldig, schuldig!

          Wenn Sie dem erzählen, dass Sie auch ein weißer alter Mann sind, dann wird er Sie vom Sockel stürzen wollen … …

          1
        • Reinhard Seevers sagt

          Vorschlag zur Güte: nächstes Mal einfach kennzeichnen, was die eigene Meinung ist, und was lediglich weitergegeben wird…..oder noch einfacher, das weglassen, was gar nicht gemeint ist….oder einfach zu dem stehen, was man öffentlich postet.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wollte das Thema ruhen lassen, aber sie muss ich nochmals aufklären:

            ***Die sonst besonnene Bäuerin hat zu mir gesagt:***

            Steht hier, dass dies meine Meinung wäre?

            1
      • Stadtmensch sagt

        „Eventuell sollten Sie nochmal ein Geschichtsbuch aufschlagen und das nachlesen.“

        Oder Hans Fallada: „Jeder stirbt für sich allein“. So düster…
        Der Mensch ist ein Abgrund und man darf nie aufhören, das im Bewusstsein zu halten.

        0
  9. Hier fehlt eindeutig das notwendige Fingerspitzen- und Feingefühl von gewissen Behörden. Statt sich um die zu kümmern, die unberechtigter Weise Coronahilfen in Anspruch nehmen, obwohl der Geschäftsbetrieb ohne wesentliche Einschränkungen in der Corona-Zeit weiterlief, stürzt man sich auf eine der schwächsten der Gesellschaft.
    Immer wenn viel Geld verteilt wird, sind Spitzbuben am Werk und profitieren davon.
    Als Staat würde ich mich zuerst darum kümmern, dass die grossen Summen bei den Richtigen landen, die sie auch wirklich benötigen.
    Vielleicht wäre ja ein gewisser Mangel an Nahrungsmitteln manchmal nicht ganz so verkehrt. Ich weiss, das ist zynisch, und bei dem Gedanken ist mir nicht ganz wohl. Aber ich weiss mir keine andere Lösung. Die ganzen Bauerndemos mit den Traktoren: Haben die wirklich was bewegt? Wir wurden bestaunt, die grossen Traktoren bewundert, unsere Reden von Politikern angehört, und was kam dabei raus?
    Die Milchpreise sind teils gefallen, eine Schlachtkuh ist noch 500 bis 700 Euro wert, weibliche Kälber ver(kaufe) -schenke ich für 50 Euro und die neue Düngeverordnung ist mit einem Eilverfahren durch gewunken worden. Die Auflagen werden ständig mehr, und die Erlöse, speziell im Milchviehbereich sinken. Das Ganze ist doch langsam spaßbefreit.

    14
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Franz
      so ist es. Systemrelevant war gestern, die Treckerdemos haben nichts bewirkt, und wer jetzt noch glaubt, er würde mit weiteren Demos Sympathien ernten, hat nichts verstanden.

      Berlin macht weiter wie bisher. Demnächst Schulze mit Insektenschutzprogramm, Ursula mit Green Deal etc.
      Nein, es macht keinen Spaß mehr.

      3
      • Ein Privatier sagt

        Bei rückgrathaften Menschen kommt nach stetig gescheitertem Sympathieheischen manchmal nachhaltiges Aggressionsausleben.

        0
      • Leute, wir müssen eines kapieren: hier in Deutschland und weiteren EU-Ländern wird Landwirtschaft zu Tode reglementiert und bürokratisiert. Solange osteuropäische Grossbetriebe fleissig Getreide und Ähnliches zu uns rüberliefern läuft ja alles wie geschmiert. Corona sollte uns aber zu Denken geben. Von einem Tag auf den nächsten kann die Situation eine völlig andere sein. Dann sind die Grenzen dicht.
        Die Auslagerung der Erzeugung ist ja auch eine feine Sache: kein Problem mit Überdüngung, Gülleüberschuss, Tierschutz. Alles ist in weiter Ferne.
        Ja, das Trinkwasser muss im vertretbaren Maß geschützt werden. Das sehen wir Landwirte sicher alle ein. Es brauchen aber auch die Pflanzen eine vernünftige Ernährung. Diesen Spagat müssen wir hinbekommen. Sonst haben wir am Ende das beste Trinkwasser der Welt und leere Teller

        2
  10. Stefan sagt

    Ich bin selber Gemüsebauer, Kontrollen müssen eben sein. Das ist in jedem Bereich so.
    Wer nichts verbrochen hat, dem stört auch die Kontrolle nicht.
    Und das die Beamten da voll ausgerüstet mit Knüppel, Weste und Waffe kommen ist ganz normal… normale Berufsausrüstung (Ein Bauer hat auch immer sein Messer mit)

    Was bei zu wenig Kontrollen passiert, sehen wir doch gerade bei Tönnies. Ich würde diesen Bereich ebenso als „Systemrelevant“ einordnen, immerhin werden dort auch große Mengen Nahrungsmittel produziert. Aber hätte man dort vorher schon besser kontrolliert, hätten wir jetzt ca 1000. Coronainfizierte weniger.

    1
    • Bauer Willi sagt

      Ja, Kontrollen müssen sein. Schreibe ich oben auch. Dass die Rollkommandos aber gerade am Freitag bundesweit ausgerückt sind, sieht doch arg danach aus, dass genau der Fall Tönnies dazu der Auslöser war.

      Bitte den Artikel noch einmal lesen. Viele Berufskollegen kommen sich vor wie Verbrecher. Mir macht das Leben in so einem Staat bald keinen Spaß mehr. Irgendwie läuft da so manches aus dem Ruder.

      Dann aber eine Frage: Was hätten mehr Kontrollen bei Tönnies verhindert? Vor drei Wochen sind 7000 Mitarbeiter getestet worden, keiner war infiziert.

      Was ist passiert? Wissen Sie es? Ich nicht. Deshalb bin ich mit der Verurteilung auch vorsichtig. Übrigens finde ich das Verhalten von Minister Laumanns sehr fragwürdig.

      3
    • Ein Privatier sagt

      Das Durchschnittsalter der an/mit Corona Gestorbenen liegt bei ca. 80 Jahren, von denen die meisten mindestens eine ernsthafte Komorbidität aufwiesen.

      0
  11. Thomas Apfel sagt

    Ich hatte am Freitag auch Zollkontrolle. Die standen bei mir auf dem Hof und haben nur einen poln. Saisonarbeiter angetroffen, der gerade Kirschen ins Kühlhaus gebracht hat.
    Ich war grad 30 km entfernt zu einer Feldbegehung und meine Frau stand auf dem Markt.
    Das haben die akzeptiert und kommen in 14 Tagen die Unterlagen kontrollieren. Die waren höflich und sachlich. Trotzdem kriegste immer erstmal nen Schock, weil du dir nie sicher bist ob du neben den 12 Stunden auf den Feldern auch alles Papier ordnungsgemäß abgearbeitet hast. Der Kollege war z.B. ab Montag da und ich war mir nicht sicher ob er schon angemeldet war, im Endeffekt hatte „die Buchhaltung“ (meine Frau) das aber alles ordentlich abgearbeitet. Nächste Woche ist QS-Zertifizierung, da ist auch wieder Nachtarbeit angesagt. Das fällt mir zunehmend schwerer, früher war ich da belastbarer und nicht so dünnhäutig.

    9
    • bauerhans sagt

      “ QS-Zertifizierung“

      da ist die unsicherheit in der person des prüfers.
      einer ist wohlwollend,der andere spielt mit seiner „macht“.

      2
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein ehemaliger Kollege hatte mal Ärger mit dem Dünge lager.

        Nicht Ordnungsgemäß sollte es sein.

        Auf seinen Einspruch kam der oberste Häuptling vom RP un der meinte dann, ein Dünge lager unter 10 Säcke ist kein Dünge lager.

        0
        • Inga sagt

          und wenn alles gerade ausgestreut war, bis auf die 10 Säcke
          ich meine es kommt doch auch auf die Größe des Lagers an, oder?

          0
    • Mark sagt

      Mit dem Zoll hatten wir regelmäßig zu tun, als wir die Brennerei noch in Betrieb hatten. Mit einem Zöllner kam man immer klar, soblad 2 oder mehr auftauchten, wurde es kritisch. Als dann klar wurde, dass das Branntweinmonopol abgeschafft werden sollte und ich (und viele andere) sagten, dann dann der Betrieb eingestellt wird, waren die Zöllner wie umgedreht. Freundlich und ermutigend doch weiter zu machen, einer hat mir sogar vorgerechnet, wie ich auch weiterhin mit dem Brennen Geld verdienen könnte, oder dass ich wenigstens die Brennerei verpachten sollte. Das Ganze nur, weil sie Angst hatten, statt bei den Brennern (die man so einfach schikanieren konnte) in anderen, weitaus problematischeren Einsatzgebieten eingesetzt zu werden. Wir haben das Brennen trotzdem vorübergehend eingestellt 🙂

      4
  12. Reinhard Seevers sagt

    Also, Spargel war jetzt doch einvernehmlich nicht „Systemrelevant“ oder nicht? Hatten wir intensiv drüber gestritten, dachte ich. Und die Spargelbauern sind Schlussendlich doch insgesamt zufrieden mit der Ernte.
    Außerdem ist eine „Systemrelevanz“nicht automatisch ein Freibrief für Nicht-Kontrollen oder? Ich finde es ein wenig zu hypersensibel, was den Begriff der „systemrelevanz“ anbelangt.

    3
    • Bauer Willi sagt

      Lesen Sie mal den allerletzten Satz des Artikels oben. Gut, dann eben nicht… 🙁

      2
      • firedragon sagt

        Guten Morgen Willi,
        Du hast mit SAK nichts zu tun, kann das sein?
        Kontrollen sind ganz normal und an der Tagesordnung. Es ist auch völlig normal, dass man als Betriebsleiter erst einmal unter „Generalverdacht“ steht. Kann man jetzt finden wie man will, ist eben so.
        Man kann sich auch darüber streiten, wie der Zoll auftritt. Aber da gibt es keine Unterschiede, ob die Behörden nun eine Razzia in Bordellkreisen oder eben der LW durchführt – da heißt es, Dienst nach Vorschrift. Und dabei geht es nun mal um die Sachlage. „Systemrelevanz“, so es sie denn gibt, ist absolute Nebensache.

        1
      • Reinhard Seevers sagt

        Ich verstehe das Willi, ehrlich! Und je älter man wird, umso dünner wird die Haut!
        Ich habe täglich mit Verwaltungsmenschen zu tun, zudem zunehmend mit jungen unerfahrenen Menschen, die sich noch weiter weg von der Urproduktion befinden, die sich aber ganz dicht an der urbanen „Wirklichkeit“ orientieren. Was meinen Sie, was man mit „alten Hasen“ alles regeln kann, und was mit neuen „Besen“ gar nicht mehr geht….
        Der Frust aller Menschen gegenüber den von uns selbst geschaffenen Hindernissen, aufgrund individueller Interessenlagen und Gruppeninteressen führt zu einer so stark differenzierten Gesetzeslage, dass jeder seinen Anspruch geltend macht, aber gleichzeitig genervt ist, wenn es nicht nach seiner Mütze geht.
        Im Baubereich wirde neben den „normalen“ Gesetzen und Auflagen gerade die Welt versucht zu retten z.B. mit C2C (cradle to cradle) also das Bauen mit Recyclingbaustoffen, Kreislaufwirtschaft etc. Dazu gehört selbstverständlich eine Zertifizierung, die ein Unternehmen vornehmen muss https://www.umweltgutachter.de/prozess-zertifizierung
        Das Planen wird zur Doktorabeit, die Handelnden müssen durchweg Abitur haben, die Bauteile werden in der Fabrik von Ungelernten zusammengeballert und der Zertifizierer erstellt das Zertifikat für den Unternehmer.
        Da kann der kleine Maurer aus der Nachbarschaft mal flugs seinen Laden dicht machen.

        7
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Spargel, Systemrelevant, oder nicht?

      Für mich war er nicht, weil man ohne Spargel leben kann, dennoch war ich froh, dass meine Frau ein paar mal Spargel zubereitet hat.
      Man sollte aber nicht vergessen, wer wochenlang mehr oder weniger eingesperrt ist, und dann nicht einmal was gescheites zu Essen bekommt, das Essen, das er gewohnt ist, wird eine Ausganssprerre noch kritischer sehen.

      Wer Branntwein herstellt, hat ständig Zollbeamte am Hof, das ist ganz normal, die haben jedoch kein schusssichere Weste an, auch keine Waffe und Gummiknüppel dabei. Die machen ihre Arbeit und sind meistens alleine.

      1
      • Bauer Willi sagt

        Bei uns gab es gestern Spargel. Und heute wieder. Lecker.
        Und am 24.6. ist Schluß, bis nächstes Jahr.
        Saisonal und regional, ich will ja in den Himmel kommen 🙂

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ab dem 25.06 gibt es nur noch von Feldern, die abgeräumt werden. Beim Spargel auf dem Teller haben wir mal ein paar Tage ohne eingelegt. Aber ein paar Stängelchen haben wir eingefroren. 🙂

          0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Schälen muss man den Spargel, ob Blanchieren, keine Ahnung ist Frauenarbeit. 😉

              Ich frag mal nach, derzeit ist sie aber am Geld verdienen.

              0
  13. bauerhans sagt

    am liebsten würden einige ja Tönnies sofort schliessen,aber das geht wohl in einem Rechtsstaat nicht.
    Hofreiter ruft ja in der Bild dazu auf,produkte von Tönnies zu boycottieren (wie weltfremd ist der eigentlich!!)
    ab morgen wirds ja wieder richtig sommer und da wird gegrillt und nicht boycottiert.

    5
    • Bauer Willi sagt

      Sollen wir dazu aufrufen, die Grünen zu boykottieren?
      Ach ne, da ist das hier der falsche Blog…

      1
    • Smarti sagt

      Tönnies soll ja jetzt auch sämtliche Kosten seines Corona-Ausbruches selber bezahlen – und danach werden auch die Spargelbetriebe und anderen Gemüsebauern mit Saisonarbeitern zur Kasse gebeten ?! Wann trifft es die erste Molkerei ? Das erste Spital ?
      Wenn eine Firma „zum Wohl der Mitarbeiter“ die Werkstore schliesst ( jeder normal denkende Mensch weiss, dass es eher die fehlenden Materiallieferungen sind…), kriegen sie Kurzarbeitergeld und staatliche Hilfen… wer weiterarbeitet mit erhöhten Kosten ist der gelackmeierte…
      Das mit dem dünnhäutig verstehe ich sehr gut. Was hilft vielleicht ? Nicht den Kopf in den Sand stecken sondern was gegen die Ungerechtigkeit tun. Den Landwirten eine Plattform geben, die Bevölkerung informieren – und genau das machst Du schon lange und zwar richtig gut ! Dafür ein riesiges Dankeschön !
      Manchmal gibt es so Tage, da denkt man – nützt ja alles nichts, alles doof… aber nur weil viele Deiner Leser nicht antworten mögen, heisst es nicht dass Du ihnen nicht hilfst. Alleine das Wissen, dass es „allen“ so geht- dass man nicht „selber Schuld“ ist hilft enorm.

      Ich würde mich übrigens finanziell an einer Studie beteiligen : das Verhältnis der Anzahl Landwirte und deren Ausgleichszahlungen im Vergleich zu staatlichen und privaten Kontrolleuren ( Kosten-Nutzen). Ich befürchte die Papier- Unterlagen- Kontrolleure sind „teurer“ als die gesamte Produktion unserer Lebensmittel.

      7
  14. Mark sagt

    „Ein Berufskollege erzählte mir vor wenigen Tagen, dass er vom Zoll gefragt wurde, ob er an „einer dieser Treckerdemos“ teilgenommen habe. Dann müsse er das bei dem Antrag auf Dieselrückvergütung abziehen.“ Da hatte der Kollege aber noch Glück, denn eigentlich hätte er seine grüne Nummer auch gleich mit abgeben können…Und wenn dann noch eine Cross- Check- Vollkontrolle zur Düngeverodnung kommt, dann ist die Kacke richtig am dampfen. Tja, Kontrollen sind eben sytremrelevanter ….

    3
    • Bauer Willi sagt

      „Alles fachlich sicherlich in Ordnung, aber…“
      Habe vor ein paar Jahren eine Beanstandung meines Antrages bekommen. Der Eintrag und der Beleg dazu unterschieden sich: Eintrag 50,00 €, Beleg dazu 50,01 €.
      Musste darauf schriftlich antworten. Damals kostete die Briefmarke noch 0,70 €.

      Da darf man doch am Verstand von Menschen zweifeln, oder? Zumal der Beleg für den PKW war, der ohnehin nicht berücksichtigt wird.

      2
    • Inga sagt

      Also der Dieselverbrauch auf der Treckerdemo muß genauso gefördert werden, wie das Holen von Futtermitteln aus der Genossenschaft!
      Denn es hat ja mit Landwirtschaft zu tun!

      Dagegen der Dieselverbrauch, der ein Traktor bei einem Krimesumzug verbraucht,
      ach so, da haben ja alle was von, besonders die Zuschauer!

      Wie ist es denn bei Jubiläumsferien in der Landwirtschaft?
      Wenn z.B. in der Nachbarschaft von 30 oder 40 Jahre alten Höfen das Jubiläum der Entstehung und Modernisierung dieser nur unter den Besatzern, Altenteiler und Mitarbeitern gefeiert wird?
      Und wenn da ein Unfall passiert?
      Bezahlt den die landw. Berufsgenossenschaft?

      0
      • Bauer Willi sagt

        Ich fahre immer am Erntedankfest mit unserem kleinen JD 1020 mit. So um die 3 km. Werde ich beim nächsten Mal angeben. Mal sehen, was die Verwaltung daraus macht…

        1
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nach meinem Kenntnisstand, darf man mit dem Trecker zur Demo fahren, wenn die Demo landwirtschaftlichen Zwecken dient, auch mit Agrardiesel, ohne Sanktionen.

      Anders wäre es, wenn nach der Hauptübung der Feuerwehr ein Bauer die gebrauchten Feuerwehrschläuche in das Gerätehaus fährt, das wäre ein Subventionsbetrug, genau genommen.

      3
      • Inga sagt

        Und wenn das Kind damit in die allgemeinbildènde Schule fährt?
        Oder in die Landwirtschaftsschule?

        Oder zum Waschen zwecks Jahrmarktsumzug in die Landmaschinenwerkstadt?

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Du kannst mal wieder fragen stellen.

          In die Landwirtschaftschule dürfte es kein Problem sein,
          zum Waschen in die Werkstatt auch nicht.
          Was ist ein Jahrmarktsumzug? So was kennen wir nicht.

          0
          • Inga sagt

            Ich dachte doch an das Waschen für den Jahrmarktsumzug, damit er da sauber ist, besonders für die Traktoren von Milchbetrieben.

            0
          • Inga sagt

            In unserer Stadt heißt die Kirmes Jahrmarkt, weil das hat mit Stadt- und Marktrechten von Früher zu tun, eben Rummelplatz!
            Und da besteht der Jahrmarktsumzug aus über 30 Motivgruppen z.T. Fußgruppen, aber der größte Teil von Wagenmotiven von Traktoren gezogen. Frontlader ist gut für Motoschild.

            0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.