Bauer Willi
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Ethik und Tierwohl

Arnold Krämer hat sich die Stellungnahme des Ethikrates zum Tierwohl durchgelesen und zusammengefasst. Am Ende findet ihr seine Bewertung.

Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag mit den großen Fragen des Lebens. In seiner aktuellen Stellungnahme vom 16. Juni 2020 „Tierwohlachtung – zum verantwortlichen Umgang mit Nutztieren“ fordert er eine stärkere Achtung des Tierwohls und spricht im Abschnitt 5 relativ konkrete Empfehlungen für einen „vernünftigen“ Umgang mit Nutztieren aus.

In der Einleitung zu diesen Empfehlungen (Seite 43 bis 48) stellt er fest, dass

  • viel Unklarheit in der Gesellschaft hinsichtlich eines angemessenen Umgang mit Nutztieren bestehe,
  • Tieren oft routinemäßig Schmerzen und Leid zugefügt werde,
  • und es einen erheblichen Bedarf an praktischen Reformen gebe.

 

Er sieht Mindeststandards eines ethisch zu verantwortenden und auch tierschutzgesetzlichen Vorgaben entsprechenden Umgangs mit Nutztieren als derzeit nicht oder nicht hinreichend beachtet an.

Die vom Ethikrat formulierten Eckpunkte einer ethisch verantwortlichen Nutztierhaltung werden nachstehend in knapper Form wiedergegeben. Sie dienen nach eigener Aussage „der ethischen Fundierung umfassender, dem Tierwohlgedanken verpflichtete Reformvorschläge, wie sie etwa der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt hat“.

  1. Zumindest höher entwickelte Tiere haben einen „Eigenwert“ und gewissermaßen einen dritten moralischen Status zwischen Mensch und Sache. Daraus folgt eine besondere Schutzwürdigkeit der Tiere und eine besondere Verantwortung der Menschen. Tiere dürfen nicht grundlos getötet werden. Den Interessen der Menschen sind Grenzen zu setzen. Deshalb müssen auch Übergangsfristen für die Beseitigung tierschutzwidriger Zustände (genannt werden die betäubungslose Ferkelkastration und die Kastenstandhaltung von Sauen) begrenzt sein und nicht verlängert werden.
  2. Soweit Menschen Nutztiere halten, sind sie für deren Wohlergehen verantwortlich. Es sind Haltungsbedingungen, die artgerechte Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und ein natürliches Sozialverhalten fördern, rechtsverbindlich festzulegen und effektiv zu kontrollieren. Die zusätzlich entstehenden Kosten dürfen nicht alleine den Landwirten auferlegt werden. Der zu erwartende Strukturwandel in der Tierhaltung ist durch ein abgestimmtes Konzept von Unterstützungsleistungen und Anreizmodellen abzusichern. Eine „Tierwohlsteuer“ könnte zur Finanzierung beitragen.
  3. Tieren dürfen keine vermeidbaren Schmerzen und Leiden zugefügt werden. Um dies zu erreichen wird ein gesetzliches Verbot von „Qualzucht“ gefordert. Abzulehnen sind Verstümmelungen (Enthornung von Rindern, Schnabelkürzen bei Geflügel), funktionale Umgebungsbedingungen, die zu Stress und Gesundheitsschäden führen (z.B. Dauerbeleuchtung in Geflügelzuchtställen, Spaltenböden in Kuhställen, enge Käfige für Muttersauen) sowie die Trennung von Mutter- und Jungtieren direkt nach der Geburt. Lebendtransporte von Tieren sind nach Möglichkeit zu vermeiden und regionale bzw. lokale Schlachtungs- und Verwertungsstrukturen zu schaffen und zu fördern.
  4. Tierschutzstandards dürfen nicht unterlaufen werden durch die Interpretation oder Konkretisierung in Rechtsvorschriften und Gutachten. Insbesondere ökonomische Erwägungen sind für den Tierwohlbegriff irrelevant.
  5. Bei der Konkretisierung von Gesetzen sind Interessenkonflikte und einseitige Besetzungen von Gremien zu vermeiden. Schon die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft für Tierschutzfragen ist in diesem Sinne problematisch.
  6. Die Bedingungen von Zucht, Haltung und Verwertung einschließlich der Tötung von Nutztieren muss mit guten Gründen gerechtfertigt werden. Dieses sind zum Beispiel der Beitrag von Fleisch und anderen tierischen Produkten zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, Nutztierhaltung als wertvolles historisches Kulturgut und der Aspekt des mit dem Verzehr verbundenen „guten Lebens“ der Menschen.
  7. Getötete Nutztiere müssen aus Respekt vor dem tierlichen Leben zumindest eine achtsame und möglichst umfassende Verwertung erfahren.
  8. Achtung des Tierwohls führt zu Kostensteigerungen, folglich einer höheren Wertschätzung und einem reduzierten Konsum tierischer Produkte. Gleichzeitig sind Ersatzprodukte zu stärken (z.B. pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte, „In-vitro-Fleisch). Bei Gemeinschaftsverpflegung sollten Kitas oder Werkskantinen verpflichtet sein, immer auch eine fleischfreie Option anzubieten.

 

Tierwohlachtung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und bedarf einer verantwortlichen Regulierung, in der einseitige Schuldzuweisungen und übersimplifizierende Charakterisierungen zu vermeiden sind. In der gesamten Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Endverbraucher sind die konkreten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten bei der Umsetzung des Tierwohlkonzepts zu klären. Die bestehenden Strukturen der Agrarwirtschaft sind in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zu berücksichtigen, um individuelle von systemischen Gefährdungen des Tierwohls sinnvoll zu unterscheiden. Um effektive Kontrollmechanismen sicherzustellen, muss die Rolle der Amtstierärztinnen und -ärzte gestärkt werden.

Zur praktischen Umsetzung ist die gesamte Gesellschaft aufgefordert. Zielkonflikte sind offen zu benennen. Die Politik muss den Transformationsprozess angemessen strukturiert gestalten. Die Lasten, die der damit verbundene Strukturwandel mit sich bringt, müssen fair verteilt werden. Entsprechende Anstrengungen sind sowohl auf der deutschen als auch auf der europäischen Ebene zu unternehmen. Eine internationale Kooperation ist anzustreben.

Meine Bewertung: Der Ethikrat liefert den geistigen Überbau und damit eine besondere Legitimation für die Maßnahmen, die politisch längst formuliert, teilweise eingeleitet oder sogar schon umgesetzt sind. Der Schwachpunkt seiner Empfehlungen kommt in den letzten beiden Sätzen der Empfehlungen zum Ausdruck. Deutschland soll und wird einen Sonderweg beschreiten und sich mit seinem hohen ethisch/moralischen Anspruch wirtschaftlich weiter schwächen. Die Finanzierbarkeit der vielen Sonderwege, die Deutschland bei der Energiewende, der Verkehrswende, der Agrarwende, welcher Wende auch immer gehen will, wird angesichts auch der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronakrise, allerdings immer fragwürdiger.

 

Könnt ihr euch der Meinung von Arnold Krämer anschließen? Oder habt ihr eine andere Meinung?

Das Titelbild ist bei Gabi Mörixmann in Melle entstanden.Sie hat einen Aktivstall für Schweine, den ich auch schon besichtigt habe.

https://www.bauerwilli.com/eine-schoene-sauerei/

https://aktivstall-fuer-schweine.de/

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169 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Guten Morgen Frau Heitmann,
    Glückwunsch, dass Sie 70 sind und dazu noch schlank und fit. Meine Hochachtung, dass wegen Ihnen seit 50 Jahren kein Tier leiden musste.
    Sie müssen, wenn ich mir Ihre Wortwahl so betrachte, einen großen Groll gegen eine spezialisierte Minderheit haben, die die Frechheit besitzt, den Großteil der Deutschen lebensfähig zu halten. Und ich muss Ihnen in dem Fall sogar recht geben – die LW ist dumm, mitunter saublöd, dass sie das nicht schon längst abgestellt hat.
    Zum Schluss möchte ich mich für unser aller Ahnen bei Ihnen entschuldigen, die es vor Urzeiten gewagt haben, das Jagen und Sammeln einzustellen und es dadurch ermöglicht haben, dass Sie heute Ihre 70 Jahre genießen können und das auch noch schlank und fit.

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  2. Sibilla Richrath sagt

    Da hilft nur eins: Julia Klöckner kapiert es erst, wenn sie mal einen ganzen Tag so verbringen müßte, wie z.B. eine Sau im Kastenstand, oder die Ängste und Qualen erleben, wie das Tier sie im Schlachthof erleben muß. Denn Tiere haben gleiche Gefühle wie Menschen, gleiche Ängste, gleiche Schmerzen, gleiche Mutter-Kind-Bindung. Den Fleischessern müßte jeder Bissen im Hals stecken bleiben. Die späte Rache der Tiere für unseren Umgang mit ihnen ist jetzt schon zu spüren:
    Seuchen brechen aus, weitere Klima-Aufheizung macht Erde und Lebewesen kaputt, usw.

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  3. Wir sollten uns lieber mehr Wissen aneignen, als nur Meinungen zu haben. Wir wissen, daß unsere „Schlachttiere“ die gleichen Schmerzen und Ängste fühlen wie Menschen. Trotzdem werden sie aufs Brutalste gequält vom ersten bis zum letzten Lebenstag. Die Brutalität+ Doppelmoral der Menschen ist verachtenswert: Sie streicheln Hündchen+Kätzchen und beteiligen sich gleichzeitig an den bestialischsten Grausamkeiten anderer Tiere. Hinzu kommt die Dummheit der Menschen, unsere Erdoberflächen weltweit mit Gülle aus der Massentierhaltung zu verseuchen, weshalb die nächste Seuche schon auf uns zukommt. 45 % der gesamten weltweiten Landmasse beansprucht die Nutztierhaltung, was Unmengen an Fäkalien + Feinstaub produziert. Allein die Schweine in Deutschland produzieren doppelt so viele Fäkalien wie alle Menschen in Deutschland. Die Fleisch-Industrie verbraucht 1/3 der Welt-Frischwasser-Reserven. Die Tierindustrie ist für 70% der Rodungen im Amazonasgebiet verantwortlich. Dort entstehen dann Tierfutterplantagen und Weideflächen. Folge der Rodungen ist die Erderwärmung. Sie bedroht die Vegetation, die Tiere, die Menschheit, also die Zukunft der Erde. Wie dumm muß man dafür sein? Das Einzige, was uns retten kann, ist logischerweise allein die vegane Ernährungsweise. Sich mit Gemüse+Obst zu ernähren ist gesund und lecker. Ich mache es seit über 50 Jahren schon, weil ich damals einen Zeitungsbericht über die grausamen Tiertransporte las und sowas nicht mit meinem Geld unterstütze. Resultat: Ich bin mit über 70 schlank + fit, im Gegensatz zu den vielen zu dicken und somit kranken Menschen um mich herum. „Der Mensch ist, was er ißt“, gut zu sehen auf den Straßen. Wir würden uns und den Tieren und der Zukunft der Erde einen Riesengefallen tun, wenn wir endlich aufhören mit Tierquälerei und Erdoberflächenzerstörung und statt dessen uns natürlich und gesund ernähren mit den Früchten unserer Erde. Unser Gaumen gewöhnt sich an das, was er täglich zu schmecken kriegt. Also geht die Umstellung ganz leicht, ist lecker und tut allen gut.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Frau Heitmann, bei Ihnen hat die Jahrelange Indoktrination ja bestens gewirkt.

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      • Brötchen sagt

        Ja voll auf Linie!

        Glaube die holt Ihr Geld von der Sparkasse und den Strom aus der Steckdose und Ihr Essen aus dem Kühlschrank!

        Mein Diättrunk Almased (Achtung Werbung) besteht zu großen Teilen aus Soja….;)

        Nicht zu empfehlen, da nicht gesund! Zuviel Protein.

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    • fingerphilosoph sagt

      Sie ernähren sich nur vegan? Ist das Ihr Ernst? Wo immer Pflanzen im Ackerboden wachsen, nehmen sie über ihre Wurzeln außer den für uns notwendigen Nährstoffen eine Menge anderer Stoffe mit auf, die unserer Gesundheit womöglich schaden. Außerdem müssen Kulturpflanzen immer gedüngt und mit Pestiziden geschützt werden, weil es von Natur aus nicht vorgesehen ist, dass auf einer Fläche jeweils nur eine einzige Getreideart wächst. Diese Probleme kann man auch nicht damit lösen, dass man auf dem Acker jedes Jahr eine andere Frucht anpflanzt. Das ist einfach nicht natürlich, und das weiß jeder. Ackerbau erschöpft die Böden, die dann erodieren. Wer es ernst meint, der darf so was nicht zulassen. Inzwischen kann man Nahrungsmittel ja mit dem 3-D-Drucker herstellen. Da kann man die wichtigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe genauso kombinieren, wie der Körper sie braucht, ohne dass er auch nur ein Gramm Überflüssiges oder Schädliches zu sich nehmen muss. In Zeiten von Ressourcenknappheit muss man darauf achten, dass man nichts mehr verschwendet. Vegane Ernährung war gestern. Die vegane Ernährung muss zusätzlich auch aus dem 3-D-Drucker stammen, damit wir keine unnötigen Stoffe mehr zu uns nehmen und damit wir der Umwelt nicht schaden.

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          • fingerphilosoph sagt

            @ Brötchen

            Die vegane Logik ist nicht die meine, ich habe sie hier spaßeshalber nur mal ein Stück weitergedacht. Der Roggenvergleich ist interessant. Danke.

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            • Brötchen sagt

              Ja FP weiß ich, wollte Dir nur sagen, das die Aussage nicht so ganz stimmt, man kann schon richtig lange nur eine Frucht anbauen.
              Mit Mais ist das eigentlich auch kein Problem. FRuchtfolgen sind aus pflanzenhygienischer Sicht schon ganz gut. Hafer hat z.B. eine pflanzenhygienische Funktion.

              Wenn die ganzen pol. Pfeifen die ganze Situation noch verschärfen wird sowieso bloss noch Mais und Roggen angebaut werden.

              Kartoffeln sieht man dieses Jahr sehr sehr gute Bestände, aber das machen bei uns nur sehr spezialisierte Betriebe.

              Tier. Dünger sind bisher immer noch die einfachsten und besten, sieht man auch bei Versuchen mit Mais, die Varianten mit Flüssigmist oder Gärresten sind meist mit die besten.

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              • fingerphilosoph sagt

                Naja, 150 Jahre ist nicht so richtig lange. Schau Dir mal die Gegend an, die früher mal „fruchtbarer Halbmond“ hieß, also Irak, Syrien. Oder das Industal im heutigen Pakistan. Waren mal sogenannte Wiegen der Zivilisation, wo der Getreideanbau ursprünglich seinen Anfang nahm. Heute sind es nicht nur durch Kriege verwüstete, sondern davon unabhängig auch so wüstenähnliche Landschaften. Zugegeben, Klimawandel spielt auch noch eine Rolle.
                Andererseits: Denkst Du nicht auch, dass die ungedüngte Roggenparzelle durch Diffusionsprozesse von den gedüngten doch hin und wieder ein bisschen was abbekommt?

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                • Brötchen sagt

                  Sicher, sind 150 Jahre nicht lange.
                  Ich habe gestern auf Arte die Sendung über die
                  Azteken gesehen, wenn man sich überlegt, dass ist erst 500 Jahre her.

                  „Andererseits: Denkst Du nicht auch, dass die ungedüngte Roggenparzelle durch Diffusionsprozesse von den gedüngten doch hin und wieder ein bisschen was abbekommt?“

                  es gibt sogenannte Lysometerversuche, die ist eine kleine Parzelle unterkellert, da kann man Diffusionsprozesse genau verfolgen. Diese Anlagen gibt es auch schon sehr lange.
                  Es gibt über ganz D. verteilt noch mehr Dauerversuche mit Roggen.
                  Auch in BB.

                  Hier habe ich noch was gefunden….

                  https://www.agrar.hu-berlin.de/de/institut/departments/dntw/biomet/aglv/agfeld/rostock2000/warnstorff_html

                  Die haben auch noch die Sorten geändert.

                  Wenn man die Versuche geschickt organisiert, kann man recht gut, über stat. Methoden bestimmte Effekte schätzen.

                  Falls Du mal gegoogelt hast, die bewahren auch die Bodenproben extra in einem besonderem Gebäude auf, über die ganze Zeit.

                  Syrien hat heute noch sehr fruchtbare Gegenden mit guter Lw.

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    Ein Kunde möchte gerne ein Schweineschnitzel kaufen. Es soll nicht wie eine arme Sau in der Pfanne landen, sondern als das Fleisch eines glücklichen Schweines aus der Region.
    Es soll in seinem Leben in einem großen, hellen Stall mit Freigelände mit wenigen Artgenossen verbracht haben, sein Speiseplan war abwechslungsreich und bestand aus Eicheln, Bucheckern, Getreide und ab und zu ein Sträußchen Petersilie, als besonderer Leckerbissen.
    Da so ein Schwein pumperlgsund ist, braucht die keinen Tierarzt, der dieser Sau Antibiotika verabreicht.
    Wenn dann die vorab festgelegte Zeit des Todes naht, führt der Bauer das Schwein in eine mobile Schlachtkabine, singt ihm leise Wiegenlieder in das Ohr und streichelt zärtlich seine Borsten,, bis der Schlachter den glücklichen Leben ein Ende bereitet,
    Anschließend wird das Tier von fröhlichen, übertariflich bezahlten, einheimischen Metzgersburschen zerlegt, von dem jeder für sich in einer luxuriösen Penthauswohnung lebt.
    Auf dem Nachhauseweg können sie umweltfreundlich mit dem Fahrrad mit Kühlanhänger das Fleisch beim Metzgergeschäft abliefern.

    Genau so ein Schweineschnitzel möchte der Kunde gerne kaufen, aber im Metzgergeschäft entscheidend er sich lieber für ein Schnitzel aus der Massentierhaltung, das in einem Großschlachtbetrieb von rumänischen Arbeiter in Pfannengerechte Portionen gebracht wurde, die kosten nämlich im Sonderangebot nur 5,49 Euro je Kg.
    Diese regelmäßige kollektive Empörung, wenn wir mal wieder mit unschönen Realitäten konfrontiert werden, ist scheinheilig, zumal das schnell wieder vergessen ist.

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  5. Reinhard Seevers sagt

    Viele haben ja gehofft, dass Corona der systemrelevanten Landwirtschaft in die Hände spielen würde, und nun geschieht das genaue Gegenteil. Wo sind all die Hellseher geblieben?

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    • bauerhans sagt

      Covid 19 liegt nur an C.Tönnies persönlich,die elternschaft aus GT hat ihm schon ne kostenaufstellung geschickt.
      ganz schrecklich,diese profitkapitalisten und ausbeuter.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ist doch schön, dass die Gesellschaft nun eine politische Rückendeckung für die endgültige Benennung des allumfassenden Sündenbock hat. Reisen ist nicht mehr möglich, weil Fleisch erzeugt und verzehrt wird…..Die Lösung liegt im Verzicht auf Fleisch. Es ist vollbracht!

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      • Ferkelhebamme sagt

        Wenn sogar Landrat Gericke mehrfach raushaut „Wir wissen, wem wir das zu verdanken haben!“ muss man sich nicht wundern, dass jetzt in Beckum rumänische Autos brennen.
        Hetze wird gesellschaftsfähig.

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        • Brötchen sagt

          Die sollten vielleicht auch mal nachdenken, was sie Tönnies positiv zu verdanken haben!

          Die bezahlt bestimmt gut Steuern und und…..

          Viele andere Regionen würden sich so ein Zugpferd wünschen, der so viel Wertschöpfung erwirtschaftet!

          Sicher hat der auch nicht alles richtig gemacht, das Fleischgeschäft ist knallhart.

          Gestern kam ein Interview mit dem MDR Landrat, wo der größte Tönnies Schlachthof im Osten liegt (eigentlich noch fast der Einzige).

          Der hörte sich etwas demütiger gegenüber Tönnies an, weil der weiß was ohne ihn da wäre…..nämlich Totentanz was Wirtschaft betrifft.

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        • sonnenblume sagt

          Ich fürchte, daß uns dieser Aktionismus, der aktuell in Deutschland und auch in der EU abläuft, eines Tages noch gewaltig auf die Füße fallen wird.
          Unsere Politiker vergessen, daß sie an der aktuellen Situation durch ihre Entscheidungen in der Vergangenheit durchaus ihren Anteil haben und schauen bei den jetzigen Entscheidungen auch nicht über den nächsten Tag hinaus. So langsam hat man doch das Gefühl, in einem Tollhaus zu leben.

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          • Stadtmensch sagt

            Der Wähler darf nicht vergessen, dass er sich irgendwann für Fortschritt und Entwicklung entschieden hat. Das war das Signal an die Politik, mit den unternehmerischsten Unternehmern das Große Rad zu drehen. Nun ist der ganze Osten ohne Tierhaltung und Verarbeitung und die Böden verteilen sich im Wind. Im Westen ist zu viel Tierhaltung und Verarbeitung, so dass es kaum noch auszuhalten ist.

            Bei uns hat die Stadtverwaltung eine ganze Innenstadt nach den Wünschen von Investoren für ihren Konsumtempel ausgerichtet. Jetzt ist der Laden pleite und steht rum samt seiner x Parkhäuser. Könnte man ein Mahnmal draus machen: Definition von Wohlstand (2000 – 2020).

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              • Stadtmensch sagt

                Ja, weil der @Ehemalige Daimler-Aktien gebunkert hat und nicht PodBike fahren mag 😉

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wenn einem mit einem PodBike ein Feldhase in die Quere kommt, bleibt einem nur noch die letze Ölung.

                  E Autos sind in der Stadt von vorteil, da kann man mit der S-Bahn zur Arbeitsstelle fahren und gleichzeitig sein Vehikel mit Sonnenstrom aufladen, für den Fall, dass man ein paar von den Platten auf der Hütte hat.

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            • sonnenblume sagt

              “ der Wähler “ , früher und heute. Selbst viele Wähler von gestern, haben offensichtlich vergessen, was sie damals mal wollten.
              Hier spiegelt sich doch unser aktuelles gesellschaftliches Problem wider. Alles, angefangen beim Auto, über die Energie, bis eben zur Ernährung, soll schlagartig in die entgegengesetzte Richtung gedreht werden. Es wird dabei nur vergessen, das man laufende Prozesse nicht so schnell umdrehen kann. Dafür sind die Themen viel zu komplex. Welcher Wähler kann Folgen und Auswirkungen derart gut einschätzen um das alles so rigoros zu fordern? Wird darüber überhaupt nachgedacht? Solche Überlegungen würden so manchen Politiker auch gut tun, statt unüberlegte Aussagen in die Presse zu bringen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wo kaufen jetzt die Verbraucher ein?

              Oder war der Einkaufstempel überhaupt nicht notwendig?

              Merke,
              wenn einer so ein Projekt bauen will, stehen bei jedem Stadtrat die —-€— Zeichen auf den Augen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Hetze war schon Gesellschaft fähig, gegen die Landwirtschaft.

          Denjenigen, die Fahrzeuge von Rumänen anzünden, sollte man mal genauer erklären, dass sie selbst ein Teil des Problemes sind.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Das ist doch ein guter Beweis dafür, dass Bildung nicht hilft, und dass das Internet die Menschheit nicht schlauer gemacht hat….wie im Mittelalter.

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            • Stadtmensch sagt

              Ist wirklich so. Mit Verbreitung des Buchdrucks gabs auch erst mal viel mehr Verschwörungstheorien (Aberglaube hieß das damals) und die Hexenverbrennungen schienen ein probates Mittel, um die Volksseele zu besänftigen. Jetzt haben wir die Digitalsekten (Truther, QAnon wie sie alle heißen). Denen ist mit Argumenten auch nicht beizukommen.

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              • Ein Privatier sagt

                „Mit Verbreitung des Buchdrucks gabs auch erst mal viel mehr Verschwörungstheorien (Aberglaube hieß das damals) (…)“

                Kopernikus und Galilei waren Verschwörungstheoretiker.


                „Denen ist mit Argumenten auch nicht beizukommen.“

                Das, was in einem System als Argument gilt, ist in einem anderen System kein Argument.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  ….und wenn man weiß, dass der Buchdruck im Orient erst ca. 500 Jahre später angekommen ist, der weiß auch, warum es heute ist, wie es ist…..die Welt hat sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickelt. Heute wird das urplötzlich und blitzartig nachgeholt übers smartphone!

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    • Ostbauer sagt

      Ich bin im Moment auch etwas verwundert. Allerdings nicht was die Systemrelevanz betrifft, sondern über die Beurteilung der jetzigen Krisenlage.
      Anscheinend denken die Meisten, das war`s mit Corona und jetzt geht alles seinen bewährten Gang. Ich sehe das nicht so. Zum einen beschleicht mich das Gefühl, dass die klimatischen Bedingungen in den Schlachthöfen , die ja ähnlich der Wetterlage in Herbst und Winter sind, Ursache für die schnelle Verbreitung sind. Wenn da was dran ist, kann man auch eine 2. Welle nicht ausschließen.
      Zum anderen sind die Ankündigungen zum Stellenabbau diverser Betriebe quer durch die Branchen nicht zu übersehen.
      Glaubt irgend jemand, dass das Kurzarbeitergeld für die nächsten Jahre einfach so weiter gezahlt werden kann ?
      Ich hab die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass die LW- Pakete mit Sachverstand geschnürt werden. Zum Jahresende sind wir schlauer. (oder auch nicht)

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  6. Thomas Apfel sagt

    Gestern Abend Phoenix Runde zum Thema Fleisch: Die Diskussionen zu diesem Themenkreis sind inzwischen so festgefahren, dass es kaum noch zu ertragen ist.
    Herr Krüsgen hat sich redlich bemüht die Diskussion auf den Pfad der tatsächlichen Zusammenhänge zu bringen : Aussichtslos !!!!. Der Vertreter („Berater“) der Fleischindustrie, ein Herr Huber (der mir bislang nicht aufgefallen ist) hat eine Schleimspur in Richtung Sahrah Wiener und d. Grünen hingelegt die kaum zu toppen ist. Der hat tatsächlich den Eindruck erweckt, die Fleischverarbeitung wolle (und könne) quasi zum Dorfmetzger zurück. Wenn die Flächenbindung für Mastbetriebe nach Maßgabe der Grünen kommt, ist die spezialisierte Mast- und Verarbeitungsbranche tot.
    Niemand wird das Risiko auf sich nehmen in kleinere regionale Strukturen der Fleischverarbeitung zu investieren, so sehr sich Axel Vogel in Brandenburg und Andere das wünschen.
    Es scheitert schlichtweg an der in vielen Regionen kaum noch vorhandenen Nutztierhaltung, die auch nicht wiederkommt !
    Bei mir in der Nachbarschaft (in der Nähe der freilaufenden Hühner des Herrn Erz) verhindert gerade eine der allgegenwärtigen Bürgerinitiativen mit dem Kampfbegriff „Massentierhaltung“ eine sinnvolle Investition des ansässigen Landwirtschaftsbetriebes. Meine Verwandschaft (Beide LW studiert) als Anwohner voll dabei. Dabei liegt der Viehbesatz in dieser Ecke unter 0,4 GVE/ha.

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    • bauerhans sagt

      A.Hofreiter hatte sich auch wieder defätistisch bei Markus Lanz geäussert.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In BW legt der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch bei 52,3 %.

      In diesem Bundesland ist es kaum möglich eine Baugenehmigung für einen Stall mit mehr als 5 Stellplätze zu bekommen.

      In meiner Nähe ( ca. 20 Km.) hat einer von den Guten, einen Stall für 24.000 Bio Hühnern gebaut, was da an Protesten abgegangen ist, war unglaublich.
      Die nächste Besiedelung liegt in 4 Km Entfernung.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ob Bio, Demeter oder ganz konventionell, das ist völlig egal. Die Leute wollen keine Ställe in ihrer Nachbarschaft, schon gar nicht in so „großer“ Zahl.
        Das Gleiche gilt aber auch für Windkraft, Gewerbegebiete, Straßen, Wohngebiete…..
        Politik wird immer schwerer und individuelle Gruppeninitiativen entwickeln sich mal hier und mal da.
        Vils-Brunnen will sein Betriebsgelände erweitern und zusätzlich ein Hochregallager (40m) bauen. Der Bauort liegt am Rande eines Kurortes und landschaftlich auch noch in einem bedeutsamen Bereich. Die Leute sind mehrheitlich dafür, weil Vilsa, das Wasser schützt, gutes Wasser (BIO) verkauft, Arbeitsplätze hält und gute Steuern zahlt…
        Niemand diskutiert hier über die Nachhaltigkeit von Wassertransporten quer durch die Republik, oder den Verzicht auf Kunststoffflaschen oder oder….das ist der GUTE!

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  7. Friedrich sagt

    @ Ferkelamme.
    Ja , wir haben eine durch und durch NGO-bestimmte Politik. Diese Politik der Moderation und des nicht „Führens“ zu solchen Entscheidungen , weil keiner wirtschaftliches Denken hat, kann nur schief gehen. Auch die wundersame Geldvermehrung und Verteilung wird das tun, weil jetzt viermal soviel Geld auf ein Viertel Ware stößt . Dies kann dann nur in einer starken (hyper) Inflation enden. Diese Menschen haben , wie wir zuhause immer sagen, einen Wasserschlauch im Rücken , statt einer Stahlstange. Jedermanns Darling zu sein kann auch nicht gut gehen. Bei aller pessimistischer Aussicht , besteht aber die Hoffnung auf ein „reinigendes Gewitter“. Das gilt natürlich auch für uns Bauern , denn in der Vergangenheit hatte das Finanzwesen mit den Riesenspekulationen das Sagen. Wenn dieses jetzt zu Boden gehen sollte , dann hat die Realwirtschaft vielleicht wieder eine Chance. Hoffen wir drauf.

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    • MAK sagt

      Wer führen will, muss wissen, wo es hin gehen soll. Vielleicht weiß Frau Merkel ja genau, wo sie mit unserer Gesellschaft hin will, nur wir (in der Landwirtschaft) haben das noch nicht durchschaut. Vielleicht lässt sie deshalb die SPD-Umweltminister munter agieren.

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      • Inga sagt

        Brauch sie die industrielle Landwirtschaft mit Billigwaren, um im Außenhandel mehr Bedeutung zu gewinnen?
        Warum?
        müssen diese Billigwaren auf Kosten der Umwelt, Tier und Mensch erzeugt werden, um wirklich mit dem Weltmarktpreis standhalten zu können.

        https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz

        Ihn Minute 40 und weiteren erklärt es der Anton Hofreiter!

        Weltmarktpreise für Getreide geht ja,

        aber für Milchprodukte? Eier?

        Und erst Recht für lebende Tiere und ihre Erzeugnisse, eben Fleisch!

        Hat der Weltmarkthandel der Industriegüter (z.B. Autos) was davon?

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  8. Ferkelhebamme sagt

    Ganz seiner Meinung.
    Kleines Beispiel: um unsere Sauenhaltung (Mast schon mal Außen vor gelassen) auf die gesetzlich geplanten Änderungen umzubauen, müssten wir ca. 500.000 Euro investieren. Ohne die Produktivität dadurch zu steigern und Mehreinnahmen zu erzielen. Wirtschaftlich sind wir schon stark durch Umweltschutzmaßnahmen belastet, z. B. der Verpflichtung zum Bau eines Daches auf den Güllebehälter. Es soll zwar Förderungen geben, doch bleibt der erheblichste Teil auf den Bauern hängen und gerade die Familienbetriebe können das nicht leisten.
    Außerdem ist eine notwendige Erweiterung der Stallanlagen rein rechtlich meistens gar nicht möglich. Zwar soll der Umbau auf Tierwohl im Baurecht jetzt privilegisiert werden, doch BimschG und TA Luft, die Frau Schulze ja sogar noch verschärfen möchte, stehen dem entgegen.
    Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut.
    So hat der gehypte „Stall der Zukunft“, der auf Haus Düsse gebaut werden soll, seine Genehmigung auch noch nicht, so weit ich weiß.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Hab auch noch so ein Beispiel…: Milchviehbetrieb hat Förderung für besonders artgerechte Tierhaltung in Anspruch genommen und mind. 0,2ha Weidefläche pro Tier auf sich genommen. Nach monatelanger Nutzung und Witterungsbedingter Aufweichung der Auslauffläche aus dem Stall, ist ein Teil der Fläche schwarz getreten. Die Kontrolleure der Förderstelle haben diese Fläche von der Weidefläche nun abgezogen und jetzt droht eine Rückforderung der Fördersumme…..

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    • Stadtmensch sagt

      Aus dem Text:

      „„Die Nutztierhaltung steht (…) momentan am Scheideweg, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein oder für den lokalen Markt nachhaltig zu produzieren. Diese Richtung wird allerdings politisch nicht unterstützt, sodass die Nutztierhaltung in Deutschland auf die Dauer eine sehr untergeordnete Rolle spielen wird.““

      Ja, irgendwie scheint es, als könne man nicht gleichzeitig Exportweltmeister für Industrie- UND Agrarprodukte sein. Das machen die Handelspartner auf Dauer nicht mit. Keine Ahnung warum. Das müssen Ökonomen erklären. Die wissen wie man das trotzdem hinkriegt. Das haben die studiert…

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      • Reinhard Seevers sagt

        In meinen Augen ist das Wirtschaftssystem für Güter und Dienstleistungen nicht übertragbar und adaptierbar für die Agrarbranche. Da aber der Welthandel so ist, wie er ist, verkauft die Industrie ihre Bedürfnisbefriedigungsware zum Preis von Nahrungsmittel. Der Arme kann lediglich die Naturressourcen gegen die Industrieressourcen tauschen, der hat sonst nix. Wenn nun der hiesige Erzeuger ebenfalls seine Produkte verkaufen will, muss er mit den Kosten der Importware mithalten, ist doch ganz simpel.
        Wenn dann durch die Arbeitsteilung, die Mehrzahl der Bürger aus der Industriearbeit viel Geld verdient hat, dann ist der Bürger eben auch in der Lage, sogar in Mangelzeiten, den Armen noch den Rest seiner eigenen Nahrung wegzukaufen….so lange, bis der Arme merkt, dass man Autos nicht essen kann.
        Dann irgendwann kippt die Wippe zurück und man möchte, dass die wenigen Verbliebenen Bauern der Mehrheit die Nahrung präsentiert, für die es doch so viel Steuergeld gespendet hat, damit das Essen immer billig blieb…..Und man bemerkt, dass es einen Fehler im System Kapitalismus und Globalisierung gab und gibt…und nuuu?

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        • Stadtmensch sagt

          „In meinen Augen ist das Wirtschaftssystem für Güter und Dienstleistungen nicht übertragbar und adaptierbar für die Agrarbranche.“

          Das sagen die Grünen auch. Man kann ein Nutztier vor der Haustür, wo es jeder sehen kann, nicht so ausbeuten wie Menschen in der Textilproduktion oder in afrikanischen oder südamerkikanischen Minen oder in südeuropäischen Gemüsefarmen. Das gibt unschöne Bilder. Das will man hier in der wohligen Komfortzone nicht haben. Oder man baut Hochsicherheitställe. Aber da seid ihr ja schon dran…Du siehst, es gibt immer einen Weg.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch, du vermischt immer nicht Vermischbares….es geht um das Wirtschaftssystem, nicht um die Tierhaltung. Die Tierhaltung musste und muss sich der Ökonomie anpassen, weil die Ökonomie bestimmt wird vom System (Angebot, Nachfrage, globaler Handel etc). Die Tier- Haltung wird durch gesellschaftlich vereinbarte Haltungsvorschriften bestimmt, der Maßstab ist bei uns aber um den Moralinfaktor noch erweitert worden, bzw. ist gerade dabei abgeschafft zu werden, unabhängig von der Ökonomie. Und DAS ist existentiell für alle Nutztierhalter!

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            • Stadtmensch sagt

              Sieht eher so aus, als würdest DU einen Begriffssalat anrichten. Ökonomie kommt von Oikos. Vom Ganzen Haus. Die Erweiterung davon ist der Ganze Landwirt. Oder Thünensche Ringe, wies mir @Friedrich in besseren Zeiten beigebracht hat (als er noch bei Sinnen war).
              Also, was hat das mit internationalem Freihandel zu tun?

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              • Ostbauer sagt

                Stadtie, ich glaub Du hast noch nie einen “ ganzen Landwirt“ in natura gesehen. Es wird langsam Zeit. Nächste Woche wird die Gerste reif sein und ich brauch noch immer Einen zum Korn abfahren. Kannst natürlich auch bei mir melken oder dich um die Kälber kümmern. Arbeit ist genug da. Ach so; hächseln müssen wir auch noch und Heu machen undQM- Zertifizierung vorbereiten und den ganzen Viehbestand ab 24 Monate auf BHV-1 bluten. Also, du bist willkommen!!

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                • Stadtmensch sagt

                  Wünsch dir nicht was wahr werden könnte! Ich war als Schüler und als Student immer gern jobben. Lebensmittelverarbeitung, Industrie (Anlagenbau) und auf dem Bau. Eindeutiger Favorit war die Zeit auf der Baustelle. Wenn ich die Wahl hätte und mich nur um mich zu kümmern bräuchte, würde ich lieber Korn abfahren und melken, als in den geplanten Radurlaub. Es geht die Maas entlang. Überlege gerade, wie ich das in Zukunft hinkriegen könnte: Bürojob und Ferienarbeit in der LW. Geht bestimmt. Demnächst will ich mal eine Exkursion für eine sechste Klasse in die nächste Agrargenossenschaft (Memmendorf) organisieren. Laas kenne ich schon ziemlich gut.

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                • Ostbauer sagt

                  @ Stadtmensch
                  Ich glaub, das ist ne gute Sache. Hab mir mal die Web-Seite angesehen. Passt. Wir sind fast so aufgestellt, nur ne Nummer kleiner.
                  Wieso muss man, wenn man in so einer tollen Gegend wohnt, an die Maas fahren?

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                • Stadtmensch sagt

                  Ist wie beim kleinen Bär und beim kleinen Tiger auf ihrer Reise nach Panama. Man will nur sicher gehen, dass es zu Hause doch am schönsten ist.

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              • Inga sagt

                Ökonomie ist eben die Wirtschaft eines ganzes Hauses, Haushaltes, bzw. Hauswirtschaft.
                Vielleicht waren die Einnahmen von einem Handwerk noch dabei, die in dem Haus auch für den Haushalt, dem Familieneinkommen betrieben wurde.

                Die Erweiterung davon ist der ganze Bauernhof!

                Da sind mehr Betriebzweige, wie in einem Haushalt.

                Eben nicht Haus- sondern Landwirtschaft!

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        • Smarti sagt

          Auf den Punkt gebracht. In ein paar Sätzen, klar und verständlich. Darf ich das in unserem Hofbrief zitieren ?

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    • firedragon sagt

      Brötchen,
      habe den Text jetzt erst gelesen.
      War ein wenig verblüfft, da ich die Problematik genau anders herum sehe.
      Wir haben nur noch einen Nutztier-Tierarzt weit und breit. Bei den Rindviehchern war Blut zu nehmen und wir mussten ewig warten, letztes Jahr kam von der Kreisverwaltung sogar eine Mahnung, weil sich die Blutentnahme so lange verzögert hatte.
      Wenn es im Stall einen Norfall gibt, ist der T-Arzt sehr schnell da, ansonsten hat man schlechte Karten. Mir kommt dann oft der Gedanke, dass wir die Tierhaltung möglicherweise einstellen müssen, weil zukünftig keine ärztl. Betreuung für die Tiere da ist. Was ich damit ausdrücken möchte, es hängt alles miteinander zusammen und wenn was „im Getriebe“ wegfällt, hat der Rest mitunter ein Problem.

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    • MAK sagt

      ….weil gesunder Menschenverstand immer weniger vorhanden und politisch oft „unkorrekt“ ist.

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    • Ein Privatier sagt

      Wie kommen Sie darauf und was verstehen sie darunter?
      Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, an dem man erkennt, was Sie meinen?

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  9. Christian sagt

    Schade, dass im ganzen Forum nicht einmal über den wesentlichen Punkt gesprochen wurde: das Leid, das wir Nutztieren anrichten, um möglichst billig Fleisch und all das andere, was man in Wurst packet, kaufen zu können. Das ist übrigens mit „Moral“ gemeint – dass wir als Verbraucher und Richter über die Existenzen dieser empfindungsfähigen Geschöpfe eine Verantwortung haben, ihnen ihre durch uns erzwungene eingegrenzte Existenz halbwegs „lebenswert“ zu machen.

    Wieso glauben so viele Menschen, es ist vertretbar, Tiere ihre ganze (zugegebenermaßen kurze) Existenz lang im eigenen Kot „baden“ zu lassen (Hühner, Schweine)? Oder Kühen Dauerschmerzen zuzufügen durch ein aufgepimptes Euter, das möglichst viel Milch geben soll? Das sind oft keine Kühe mehr, sondern Euter mit Beinen und Kopf dran. Schweine sind im Vergleich zu den meisten anderen Tieren hochgradig intelligent, sehr neugierig und empfindsam. Sie riechen noch viel besser als Hunde. Muss schön sein, das ganze Leben im Kot zu fristen, mit der Nase. Schweine könnten 25 Jahre alt werden, leben in der Industrie Fleisch aber nur 6 Monate. Hühner leben zwischen 1 und 3 Monaten, obwohl sie 10 Jahre alt werden können. Nur mal so.

    Wenn wir von Art gerecht reden, dann hieße das, die drängendsten Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen. Hühner wollen picken und scharren, Kühe bequem liegen, um wiederzukäuen, Schweine wollen mit ihrer Nase im Boden wühlen. Und alle Geschöpfe wollen sich bewegen können. Das sollten die Mindeststandards sein. Es möge sich jeder von Ihnen mal vorstellen, wie er/sie sich fühlen würde, sein Leben auf 4 Quadratmeter inmitten des eigenen Unrats zu fristen. Und dann kommt einer rein, schneidet den Herren die Eier ab, damit wir ruhiger werden… Doch frohe Botschaft, alle Qual hat bald ein Ende, denn man beschließt nun, dass wir einen Meter mehr bekommen. Hurra, das macht so viel aus!

    Ja, ja, alles aus dem Elfenbeinturm, ich weiß. Ich war nie Landwirt, weiß aber durch meine (theoretische) Arbeit in diesem Kontext, dass da ganz existentielle Sorgen dran hängen. Immer diese Moralapostel.

    Es geht aber auch ganz konkret. Ich selbst habe durch meine Arbeit in einer NGO 900 Euro raus, zahle Unterhalt für ein Kind, habe BahnCard und Monatskarte, nutze Teilauto (auch teuer) und kaufe zu mindestens 90% Bio, oft regional, bei Fleisch, Milch und Eiern zu 100%. Und trotzdem spare ich noch Geld, fahre in Urlaub, kaufe regelmäßig für viel Geld in Baumärkten ein usw. Okay, ich koche viel selbst, gehe selten in Restaurants, aber wenn man das mit Freunden macht, ist es auch sehr schön, und viel günstiger. Es geht also, und mein Einkommen ist sicher nicht der Durchschnitt. Daher lasse ich das Argument des „leisten könnens“ und der sinkenden zukünftigen Kaufkraft nicht gelten. Es möge jeder mal überlegen, wohin sein Geld fließt und in welcher Menge. Zigaretten, Alkohol und Zuckerwasser sind eben teuer. I

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    • Bauer Willi sagt

      @Christian
      Du kaufst zu 90% Bio, oft regional. Das Problem ist: Du bist damit ziemlich alleine. Wenn es alle machen würden.
      Jeder Kauf ist der Auftrag, das Produkt in gleicher Weise noch einmal herzustellen. Und das machen wir Bauern. Das gekaufte Produkt in gleicher Weise noch einmal herstellen. Wenn wir es anders herstellen und es wird gekauft, stellen wir es auch weiter anders her.

      So wie Du die Landwirtschaft schilderst, war unser Hof vor 50 Jahren. Wi rhatten im Dorf viele Läden, Bäcker, Metzger. Heute nur noch Aldi, Lidl, Netto, Penny Rewe. Da ist alles super-billig. Den Kohlrabi im Garten anzubauen ist blanker Luxus. Ich mach es trotzdem.

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      • Ein Privatier sagt

        Freiheit individuell genießen

        „Den Kohlrabi im Garten anzubauen ist blanker Luxus.“
        Und das ist gut so. Das ist Wohlstand. Man hat mehr Freiheitsgrade zur Verfügung, das Verbringen seiner Lebenszeit individuell zu gestalten.

        „Ich mache es trotzdem.“
        Diesen Luxus gönne ich mir auch. Weil es mir Freude bereitet. Wenn ich es müsste, dann würde es mir wahrscheinlich irgendwann nicht mehr so viel Freude bereiten.

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        • Stadtmensch sagt

          Da haben sie aber Glück, dass andere für sie arbeiten (müssen) in der Marktwirtschaft. Dass deren Arbeit und Konsum im Schnitt mit über 40% des Einkommens besteuert wird, während Kapitalerträge maximal mit 25% (wenn man zu doof ist) besteuert werden. Sozialismus für Reiche eben. Kein Wunder, dass für sie alles so bleiben soll wie es ist.

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          • Ein Privatier sagt

            Könnten Sie auf das „wenn man zu doo! ist“ näher eingehen?

            Ich verspreche Ihnen 10% Belohnung auf meinen ersten Nettogewinn;)

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Christian: „Das sollten die Mindeststandards sein.“

      Die Festlegung von Mindeststandards ist ja eben nicht möglich, weil jeder unserer 82 Millionen Mitbürger meint die Mindeststandards nach eigenen Empfindungen festlegen zu können.
      Im Übrigen haben wir gesetzliche Mindeststandards, die aber ja in Frage stehen. Man kann in einer Gesellschaft, in der die Definition von Mindeststandards niemals ausreicht, weil immer ein noch höherer ethisch-moralischer Maßstab angelegt wird, niemals erreichen.
      Und wenn die Gesellschaft wirklich insgesamt einen höheren Standard möchte, dann sollte sie garantieren, dass derjenige, der dies einhalten soll, diess auch honoriert bekommt. Und hier, genau hier ist die Fahnenstange dann zu Ende, weil die Heuchelei einiger Weniger von der Gesamtheit eben nicht mitgetragen wird.
      Deshalb sollten die Moralisten sich schriftlich von allen Steuerzahlern und Verbrauchern geben lassen, dass diese sich an ihr Versprechen halten und Ethik und Moral mit Kapital unterfüttern, ansonsten: „Fresse halten und weiter fressen, was auf den Tisch kommt.

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    • Thomas Apfel sagt

      Wer zahlt Ihre Miete ? Wenn diese über Wohngeld gestützt ist, zahlen Andere das für Sie. Das müssen sie für Vergleichbarkeit schon noch oben drauf rechnen. Für den Unterhalt dürften sie sich bei diesem Einkommen unterhalb des Selbstbehalts bewegen. Viele Männer „gestalten“ ihr Einkommen so, dass sie unterhalb bleiben und dann „freiwillig“ Almosen an ihre Kinder geben. Aber so einer sind Sie sicher nicht.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Christian, ich kann dieses daramtisierende Geschwafel nicht mehr hören. Und nur weil es ständig wiederholt wird, macht es das nicht wahrer. Wie kommen sie beispielsweise darauf, dass Schweine ihr Leben lang in ihrem eigenen Kot baden? Spaltenboden heißt Spaltenboden, weil da Spalten, sprich Schlitze drin sind: für die schlichten Gemüter: Pipikacka fällt da durch, weg vom Tier. Die Bioschweine stehen schon eher in ihren eigenen Exkrementen, oder glauben Sie, die verwandeln sich bei Kontakt mit Stroh in Feenstaub? Ach, auf den Rest gehe ich garnicht mehr ein, hat eh keinen Zweck. Dass Sie 90 % bio,regional kaufen glaube ich Ihnen nicht, dass ist erfahrungsgemäß zu 99% nur Blablabla und Selbstbetrug.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ferkelhebamme, ich hab so einen Kunden, der 1000 Mastschweine auf Einstreu im Auslauf hält. Ich habe in 50 Jahren noch nie so dreckige, in eigenem Kot sulenden Schweinen gesehen….Aber das Produkt wird auch noch mit allen tierartgerechten Attributen vermarktet. Und der Käufer glaubt den Schwachsinn, weil er das Tier und seine Haltung nie selbst gesehen hat, er glaubt schlicht irgendwelchen Vermarktungsparolen es ist so unglaublich.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Kann funktionieren, wenn man sehr häufig mistet. Aber 1. wer macht die viele Arbeit und 2. wohin mit dem riesigen Mistaufkommen? Allein die gesetzlich konforme Lagerungsstätte würde Investitionen erfordern, von denen andere ein Häuschen bauen. Außerdem hat Stroh was Staub und Pilz-Belastung angeht erhebliche Nachteile für die Tiere. Ich könnte mir aber z.B. für unseren Wartestall eine Wühlecke mit Stroh gut vorstellen, quasi ein Spielzimmer, müsste dafür aber diesen Bereich komplett anbauen, Problem s.o..
          Leute wie Christian lasse ich gerne ein Experiment durchführe: hocke dich auf Tier-Nasenhöhe in einen Strohstall und zum Vergleich in unseren Spaltenbodenstall mit Unterflurabsaugung. die Präferenz ist sehr eindeutig, auch bei überzeugten Stroh-Fetischisten. Durch den Stall könnte man übrigens mit Pantoffeln laufen, wenn man nicht gerade die Toiletten-Ecken trifft. Befestigte Ausläufe z.B. würde ich meinen Tieren auch gerne gönnen, Problem s.o.

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          • firedragon sagt

            Ferkelhebamme,
            Stroh ist schon sehr zeitintensiv, da hast Du recht. Misten mußt man da täglich und wenn Arbeitsspitzen auftreten und man hat keine Zeit, sieht der Stall schnell „scheiße“ aus, trotz Toilettenecke.
            Allerdings muß ich auch sagen – die Schweine, die wir hatten, haben sehr gerne mit dem Stroh gespielt, hat Spaß gemacht zuzuschauen.

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            • Ferkelhebamme sagt

              Ja, da hast du Recht. Ist besser als Fernsehen. Als Beschäftigungsmaterial ist es super, da braucht es pfiffige Lösungen, um es mit bestehenden Güllesystemen kombinieren zu können. Da hätten wir auch schon wieder schöne Ideen, auch automatisiert, um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten. Doch das ist nunmal Luxus, der finanziert werden muss. Wir wurden auf Effizienz getrimmt, die Rolle rückwärts wird teuer. Wer möchte das tragen?

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              • firedragon sagt

                Ferkelhebamme,
                weiß Du was mich fuchst, warum muss überhaupt alles immer teurer werden?
                Vor Kurzem hatte ich hier geschrieben, was wir für Rüben vor zehn Jahren bekommen haben.
                Warum wird nicht alles andere drumrum billiger, das Auto, Versicherungen, Maschinen, Hausbau, eben alles? Dann würde sich Deine Frage vermutlich erübrigen.

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                • Inga sagt

                  Weil da die ganze Wirtschaft mit ihren verarbeitenden Industrien hinter hängt.
                  Und Industriearbeiter sind eben teuer, egal ob sie Brötchen backen, Käse herstellen oder4 Autos bauen!

                  Schau dir Nestle an, was die an einem Liter Milch verdienen, bestimmt mehr als der Milchbauer!

                  Menschenarbeit ist eben viel teurer als die Rohstoffe, egal wo sie herkommen!

                  Deswegen wird ja unser Planet so ausgebeutet, wie die Schlachttiere im Stall und der Bauer!

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                • firedragon sagt

                  Hm Inga,
                  und warum muss/kann/wird verlangt, dass die LW quasi für umme arbeitet?
                  Wenn ich Sonderausstattung bei einem Fahrzeug wünsche oder sonstigen Schnickschnack beim Hausbau oder egal wo, muss ich da den Mehrpreis zahlen – könnte doch auch unbezahlter Standard sein.
                  (Mehr Tierwohl ist Sonderausstattung und Blühstreifen sind Schnickschnack) .

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                • Inga sagt

                  Ist wahrscheinlich Auslegungssache mit dem Blühstreifen, weil von der Landwirtschaft eben mehr Verlangt wird.
                  Bei einigen Autos sind ja diese Sonderausstattungen schon serienmässig drin, die sind im Preis aber schon draufkalkuliert worden, Firerdragon.

                  In der Landwirtschaft gibt es nichts zu kalkulieren, von denen wird verlangt und vorgegeben.

                  Vor vielen Jahren, als meine Kinder noch in der Schule waren, gab es vor den Sommerferien immer so Projektage, wo sich die Schüler immer so Projekte aussuchen konnten.

                  Als mich im Frühjahr unabhängig davon eine Lehrerin fragte, warum wir Bauern immer so viel Gift ins Feld spritzen, anstatt selber die Rüben zu vereinzeln und das Unkraut zu jäten, das täten wir doch wohl nur, weil wir zu faul sind diese Tätigkeit mit der Hand zu machen, denn das müsste eine Bauernfamilie leisten.

                  Da machte ich ihr den Vorschlag, dass mein Mann ja bei der Flächenspritzung in den Rüben mal eine Stange breit die Düsen zu läst, das sind dann 5 Reihen.
                  Diese 5 Reihen wird ja dann eine Projektgruppe sauber von Unkraut bekommen.

                  Darauf hin rümfte sie die Nase.

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                • firedragon sagt

                  Und? Hat die Projektgruppe die fünf Reihen gehackt?

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        • Inga sagt

          Das ist tiergerecht!

          chweine suhlen gerne, das ist ihr Bad Reinhard,

          genau wie den Hühnern ihr Sandbad.

          Der Schlamm vom Suhlen lässt das Schwein trocknen und schrubbt oder wetzt es an der Wand oder Baum dann ab.

          So werden alle Läuse oder sonst was entfernt, das ist sein Reinigungsritual.

          Das ist ihr natürliches Verhalten.

          Im Stall ist eben nur Mist oder Stroh.
          Dann suhlen sich die Schweine eben da drin, wenn sie nicht raus können!

          Deswegen müssen sie auf Vollspalten (wo PipiKaka durchfallt in den Güllekanal) eben künstliches Spielzeug bekommen.

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    • Ein Privatier sagt

      @Christian „Adalar“

      Sie haben hier die Chance, von realen Landwirten echtes, ergangenes Wissen über Landwirtschaft aufzunehmen.
      Legen Sie Ihre ideologische Brille ab – und, ja, Sie tragen eine! – und lauschen und lernen Sie.

      Und gerade das, was Ihnen am meisten widerstrebt, ist vermutlich exakt das Wissen, das Sie am nötigsten haben.

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      • Stadtmensch sagt

        „Sie haben hier die Chance, von realen Landwirten echtes, ergangenes Wissen über Landwirtschaft aufzunehmen.“

        Ober er das wirklich will? Nicht dass er später mit seiner Berufswahl hadert?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “ Schweine könnten 25 Jahre alt werden, leben in der Industrie Fleisch aber nur 6 Monate. Hühner leben zwischen 1 und 3 Monaten, obwohl sie 10 Jahre alt werden können. Nur mal so.“

      Bauernhöfe sind in der Regel keine Streichelzoos.

      Deshalb lebt ein Schwein nur ein halbes Jahr und Hühner ein Jahr.
      Schlachthänchen leben 1 Monat in der Mast.

      Sie scheinen ein Mathegenie zu sein, anders ist nicht zu erklären, wie sie mit 900 Euronen über die Runden kommen, sie kaufen fast alles in Bio, geben viel Geld in Baumärkten aus, da müssen sie ein Haus geschenkt bekommen haben, da sie keine Miete angesetzt haben.

      Sie waren nie Landwirt, arbeiten bei einer NGO, das sind die „Experten“ die den Landwirten beibringen wollen, wie Landwirtschaft geht.

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  10. Berthold Lauer sagt

    Wer das eigene schlechte Gewissen oder die eigene Scham über den Verzehr tierischer Lebensmittel mit Ethik und Moral kompensieren will, sollte konsequent darauf verzichten! Davor hätte ich Respekt! Aber anderen die Verantwortung dafür aufzuerlegen ist mir zu billig. Gibt es eine ethisch-moralische Rechtfertigung ein anderes Lebewesens aufzuziehen um es anschließend zu töten und aufzufressen? Nein!! Eine physische gibt es wohl: Nahrungsaufnahme,! Der Mensch ist schließlich auch nur irgendein Lebewesen! Wenn ich anfange das Tier dem Menschen gleichzusetzen, dann konsequenterweise auch andersrum. Da stossen wir an Tabus!
    Was werden da für Klimmzüge gemacht! Am besten am Küchentisch großgezogen und dann zu Tode gestreichelt. Oder noch besser: das Tier bringt sich selbst um um unseren Fleischhunger zu befriedigen! Das wär’s doch!

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  11. Ein Privatier sagt

    Irgendwie ist es seltsam, traurig und beschämend, dass zum Thema „Tierwohl“ bisher noch keine Tiere hier ihr Insiderwissen mit uns geteilt haben.

    Vielleicht das nächste Mal einfach Tiere explizit einladen?

    Tierwohlexperten können sicher erzählen, wo man mit eloquenten Tieren Interviews verabreden kann.
    Auch über Stellungnahmen tierischer Menschenexperten würde ich mich menschlich freuen.

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  12. fingerphilosoph sagt

    Arnold Krämers Bewertung setzt m.E. am falschen Ende an. In einer Zeit, in der unter anderem zur Abfederung von Corona-Folgen Hunderte von Milliarden Euro aus dem Nichts geschöpft werden, ist die Finanzierbarkeit von Sonderwegen kein schlagendes Argument mehr. Auf einen Sonderweg mehr oder weniger oder auf hundert Milliarden mehr oder weniger kommt es doch schon gar nicht mehr an. Deshalb muss man sich die Frage stellen, ob dieser Sonderweg unabhängig von seiner Finanzierbarkeit richtig ist.

    Eine wichtige Frage ist deshalb, ob Fleisch für eine gesunde und ausgewogene Ernährung notwendig ist. Aufgrund unserer menschlichen Vorgeschichte als Jäger und Sammler würde ich persönlich diese Frage eindeutig mit ja beantworten. Untermauern kann ich dies mit Forschungsarbeiten über die Notwendigkeit von Fett als Gehirnnahrung, Berichten über in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgebliebene, weil vegan ernährte Kleinkinder u.a. mehr.

    Die nächste Frage ist also, wie mit Tieren umzugehen ist, die man essen will. Oder anders herum gefragt: Kann man ein Tier, dessen „Eigenwert“ man ethisch und moralisch achtet, eigentlich essen? Sieht man in einem Tier, das man essen will, nicht ganz automatisch zuerst mal das Schnitzel, den Braten, die Wurst? Solange der Mensch Jäger und Sammler war, war es kein Problem, im gejagten und erlegten Mammut die gebratene Keule, das gegrillte Lendenstück und die fette Fleischbrühe zu sehen, denn Mensch und Tier begegneten sich sozusagen erst im Augenblick des Todes. Davor hatte das Tier sein Tierleben, auf das der Mensch keinen Einfluss genommen hat. Es hatte deshalb aber auch keinen vom Menschen definierten „Eigenwert“.

    Ist es nicht so, dass der Mensch, sobald er den „Eigenwert“ des Tieres moralisch und ethisch achtet, es nicht mehr essen kann? Ist das nicht der Grund, warum wir den Hund und die Katze und mancherorts auch das Pferd eben gerade nicht essen? Ist die Aufforderung des Ethikrats, den „Eigenwert“ des Tieres zu achten, deshalb nicht der erste und entscheidende Schritt auf dem Weg, der schließlich zur Abschaffung der Nutztierhaltung führen wird? Meines Erachtens ist der „Eigenwert“ eines Nutztieres eine Lüge, denn es ist ja nur da, weil es uns nützt. Wenn die Nutztiere uns nicht mehr nutzen, und das vor allem als Fleischlieferanten, werden sie von der Bildfläche verschwinden.

    Mit der Abschaffung der Nutztierhaltung werden wir uns ungesünder und unausgewogener ernähren. Die Frage lautet deshalb: sind wir dazu bereit? Die Frage wird von den ethischen und moralischen Menschen so allerdings nicht gestellt, vermutlich, weil sie die Antwort nicht hören wollen.

    Ich glaube nicht, dass man beides haben kann: das Tier als Freund und Gefährte des Menschen, dessen „Eigenwert“ man achtet, sowie das Tier als Fleischlieferant. Die entscheidende Frage ist also, wie man mit Tieren umgeht, die es nur deshalb gibt, weil man sie essen will. Hier muss die Diskussion ansetzen und nicht am „Eigenwert“ des Nutztiers.

    Ich persönlich möchte einem Tier, das vor meinem geistigen Auge hauptsächlich als Schnitzel existiert, nicht vorheucheln, dass ich sein Freund bin, dem es vertrauen kann. Ich möchte einem Tier, das ich essen will, beispielsweise keinen Namen geben, es streicheln oder mit ihm spielen. Es ist mir ganz recht, wenn ich zu dem Tier, das ich essen will, keine persönliche Beziehung habe, die m.E. aber automatisch entsteht, wenn ich das Tier moralisch und ethisch in seinem „Eigenwert“ achte.

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    • firedragon sagt

      fingerphilosoph, gerade weil ich eine enge „Beziehung“ zu meinen Tieren habe, kann ich sie essen. Sie haben Namen und sie vertrauen uns. Somit ist es möglich, so viel Stress am Tag der Tötung zu vermeiden, wie irgend möglich (natürlich ist der Weideschuß das Beste überhaupt).
      Wenn man Fleisch isst, sollte man sich immer bewusst sein, das war mal Leben. Kann man das nicht, ist es wohl besser, man wird Vegetarier.
      Ansonsten sehe ich Dein Geschriebenes ähnlich.

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      • Brötchen sagt

        „warum wir den Hund und die Katze“

        das hat hygienische Gründe, Carnivoren werden traditionell nicht gegessen.

        Carnivoren fressen Aas und sind nicht so empfindlich gegenüber Botulismus, weil die viel Magensäure haben. Bei bestimmten Parasiten ist das auch ein Problem.

        Bär ist lt. Lebensmittelgesetz erlaubt.

        Das hat schon alles seine guten Gründe und ist historisch über Jahrhunderte so gewachsen.

        Nicht umsonst haben wir jetzt die Sch…..weil es in anderen Erdteile diese Vorsichtsmaßnahmen nicht gibt.

        Die neueste Meldung war letztens, dass bestimmte tier. Fette gegen Diabetes schützen sollen.

        Katze wurde nach dem Krieg als Dachhase verspeist.

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      • fingerphilosoph sagt

        Wenn ich Fleisch esse, bin ich mir schon bewusst, dass es mal Leben war. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass, wer leben will, töten muss, weil Leben nun mal so funktioniert, dass der Tod des Einen das Leben des Anderen bedeutet und es ohne Tod kein Leben gibt.

        Ich bin davon überzeugt, dass sich auch jeder Jäger dessen bewusst ist. Ich unterstelle dem Jäger sogar, dass er sich dessen besonders bewusst ist, eben weil sein Schuss auch fehlgehen kann und das Tier deshalb in seiner Existenz nicht hundertprozentig vom Jäger abhängt. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Weideschuss auch für Nutztiere die beste Lösung ist. Ich denke auch, dass Weidehaltung sowieso eine gute Sache ist, weil Muskelfasern, die sich durch Bewegung aufbauen, besseres Fleisch ergeben als Muskelfasern, die ausschließlich durch Kraftfutter entstehen. Ich mag auch den intensiveren Geschmack von Wild.

        Nur das mit der engen „Beziehung“ sehe ich anders. Wenn ich von vornherein weiß, dass das Tier durch meine Hand oder durch meinen Anruf beim Schlachthof stirbt,
        habe ich das Vertrauen des Tieres doch gar nicht verdient. Was natürlich nicht heißen soll, dass ich dem Tier mehr Stress machen muss, als unbedingt nötig.

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        • Brötchen sagt

          „Nur das mit der engen „Beziehung“ sehe ich anders. Wenn ich von vornherein weiß, dass das Tier durch meine Hand oder durch meinen Anruf beim Schlachthof stirbt,
          habe ich das Vertrauen des Tieres doch gar nicht verdient.“

          Mein Schafbock und mein Hahn belohnen mich immer, indem der Bock mir fast das Bein zerbricht und der Hahn fügt mir schöne Wunden am Bein zu.

          Wenn die wüßten, warum die schon über 4 Jahre alt sind.

          Und ansonsten buckel ich mich ab, das die was zu futtern haben.

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          • Brötchen sagt

            Wahre Liebe unter Menschen ( zwischen Mensch und Tier ?) ist meines Erachtens bedingungslos!

            Solche Sprüche wie “ er hat Dich doch gar nicht verdient“ sind nur weibl. Ablenkungstaktik, um aus einer nicht so schönen Situation rauszukommen…;)

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          • firedragon sagt

            Brötchen, was für Kampftiere züchtest Du denn?
            War mal in den Nachrichten, dass eine ältere Dame die Hühner versorgen wollte. Als dem Mann auffiel, dass die Frau nicht zurück kommt, hat er sie gesucht. Sie lag tot im Hühnerstall. Verblutet, der Hahn hatte wohl die Hauptschlagader getroffen.
            Pass auf Dich auf, wenn Du die bedingungslose Liebe Deines Hahns zu spüren bekommst – wäre schade um Dich.

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            • Brötchen sagt

              Du der ist nicht ohne, der kämpft bis zum Umfallen.
              Ein Kind kann da nicht reingehen.

              „Pass auf Dich auf, wenn Du die bedingungslose Liebe Deines Hahns zu spüren bekommst – wäre schade um Dich.“

              Ja der liebt mich. 😉 Von meiner Liebe ahnt der wahrscheinlich nix.

              Ich habe es mal mit der Methode des Hahnflüsters versucht, also nicht den Kampf aufnehmen, sondern den Hahn anfassen und runterdrücken. Nicht aus dem Weg gehen und einfach ignorieren.

              Hat aber alles nichts genutzt.

              Komisch ist, wenn der Einzelhaft hat, dann tut der nix.

              Das war mein erster Hahn und seine Damen sind glaube ich schon alle tod.

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              • firedragon sagt

                Brötchen, Du bist für den ein Rivale. Wenn’s dem um seine Damen geht, ziehst Du zwangsläufig den Kürzeren 😇.

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                • Brötchen sagt

                  Drachen….darauf wollte ich ja hinaus…. die Theorie von FP ist nicht ganz stimmig.

                  Tiere sind wie der Mensch auch zu gewissen Teilen Instinkt gesteuert.

                  Bei ursprünglichen Naturvölkern sagt man ja, die leben ohne Zukunft, also denken „bloss“ bis zum nächsten Tag. Leben immer im „Jetzt“.

                  Deswegen hast Du ja die Situation, das bei einer Tötungssituation nebenstehende Tiere den Tod an sich nicht realisieren. Wenn keine! Warnsignale ausgesendet werden.

                  Bei Gehegewild weiß ich, das die immer aus dem Trecker oder von einem Stand geschossen werden, weil die sonst eine Verbindung zwischen der Person und dem Schuss herstellen.
                  Bei Rothirschen männl. kann ja der Pfleger in die Gruppe gehen, ansonsten ginge das nicht ohne Scheu.

                  Ob Tiere wirklich nur im Jetzt leben, ist wohl noch nicht ganz klar. Es gibt wohl Hinweise, das die in gewissen Grenzen „planen“ können.
                  Kühe können Riegel betätigen und Hühner sind auch sehr lernfähig. Rabenvögel können Werkzeuge gezielt aussuchen und auch einsetzen.

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                • Brötchen sagt

                  Der Hahn ist übrigens nur bei 19 Perlhühnern. Jeden anderen Hahn macht der kalt bzw. das geht nicht ohne Verletzungen ab.

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                • Brötchen sagt

                  Da kann ich Dir auch noch ne Story erzählen, bei der Vogelgrippe war mal eine lange Auslaufsperre, da habe ich immer zwei Gruppen zeitweise auf den Stallgang gelassen.

                  In der einen Gruppe war ein großer Hahn, der war sehr umgänglich und sehr ruhig, den konnte ich fast streicheln.

                  Jedenfalls ist ein junger Hahn zu seinen Hennen rein und wollte es da mal versuchen.

                  So schnell habe ich den ruhigen Hahn noch nie reagieren sehen, der ist in die Gruppe reingeschossen und hat den jungen Hahn verprügelt, dem ist hören und Sehen vergangen.

                  Als Aussenstehender dachte man, der bekommt das nicht mit….

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                • firedragon sagt

                  Ja Brötchen, Tiere sind nicht dumm, wie vielleicht manche meinen.
                  Ein Kuhhalter (ist schon ewig her) hat ziemlich unschön eine Kuh mit Kalb von der Herde getrennt. Muss dazu sagen, das war auch kein Tiermensch. Jedenfalls war die Kuh mit Kalb dann allein im Stall. Etwa zwei oder drei Wochen später ist der Mann in deren Box und hatte Glück noch lebend raus zu kommen. Diese Kuh war sonst immer (mit anderen Menschen) umgänglich gewesen.
                  Zu den Wildtieren. Rehe hier bei uns wissen auch ganz genau, wann Schonzeit ist. Und sie wissen auch, dass unsere Traktoren ihnen nichts machen, da schlendern die einfach nur ins Dickicht.
                  Ist schwierig zu beurteilen, ob Tiere denken. Da hapert es an einer gemeinsamen Sprache, zwischen Mensch und Tier. Entbindet den Menschen aber auch nicht von seiner Pflicht gegenüber dem Tier, dieses bis zum Tode tiergerecht zu halten und zu betreuen.
                  Jetzt kann man sich über tiergerecht streiten. Weil, Tiere einfach nur auf eine Wiese stellen, nicht automatisch bedeutet, dass das auch dem Bedürfnis entspricht. Dann schlägt nämlich die Natur zu und die ist alles, nur nicht gerecht.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Doch, die Theorie von FP ist schon stimmig :-), denn FP findet, dass Begriffe wie „Vertrauen“ und „Liebe“ eben gar nicht in eine Diskussion gehören, in der es um Nahrungsmittel geht.

                  Die Diskussion wird auf eine falsche Grundlage gestellt, wenn über die Tierwohldiskussion Begriffe wie „Liebe“ und „Vertrauen“ ins Spiel gebracht und für die Tierhaltung für unabdingbar erklärt werden. „Gesunde Tiere“ wäre eine bessere Diskussionsgrundlage, aber da zeigt sich dann dummerweise, dass gesunde Tiere bisweilen auch mit einer Tierhaltung möglich sind, die nicht den Vorstellungen derer entspricht, die Tierwohllabels kreieren. Andererseits ist es so, dass halbnackte Hühner und Schweine mit abgefressenen Ringelschwänzen nicht besonders gesund wirken, selbst wenn ihre Blut-, Fett- und sonstigen Laborwerte in Ordnung sind.

                  Brötchens Argument: „ich buckel mich ab, dass die was zu futtern haben“ ist angemessen und schlüssig. Wenn man für den Lebensunterhalt des Tieres aufkommt, in dem man es füttert, mistet und für seine Gesundheit sorgt, darf man es essen oder sein Fleisch verkaufen. Vom ethisch-moralischen Standpunkt gibt es da keinen Einwand.

                  Fakt ist jedoch, dass der Mensch dem Dilemma des Tötens nicht entkommen kann, ganz egal, wie viele Tierwohllabel er in Umlauf bringt. Dieses Dilemma muss ausgehalten werden, wenn der Mensch weiterhin Fleisch essen will. Wer dieses Dilemma nicht aushält, muss Vegetarier werden, nur das ist konsequent. Dieses Dilemma nicht auszuhalten und Vegetarier zu werden, ist bei näherer Betrachtung aber moralisch und ethisch nicht besser, im Gegenteil. Es ist eine Flucht vor den Grundbedingungen des Lebens.

                  @ Brötchen
                  Hast Du einen Link zu der Geschichte mit Diabetes und Fleisch?

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                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph, wenn ich „Vertrauen“ in Zusammenhang mit Tieren bringe, dann meine ich damit (nur unsere Tierhaltung betreffend), das Tier darf nicht vor mir flüchten, ich muss es anfassen, aufhalftern, anbinden und führen können. Das alles sollte nicht unter Einsatz meines Lebens ablaufen, da so ein Tier dem Menschen gegenüber doch etwas kräftiger ist und das sollten sie nicht wissen, zumal einige unserer Tiere wunderschöne und durchaus tötliche Hörner haben.
                  So ziemlich jeder Tierhalter „buckelt sich ab“ um für den Unterhalt der Tiere zu sorgen, bin derzeit mit Heu wenden beschäftigt.

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                • Stadtmensch sagt

                  Was wollt ihr jetzt schon wieder? Zivilisationskrankeiten mit Fleisch kurieren? Es ist hoffnungslos…

                  Es sprechen doch viel mehr Indizien dafür, dass der menschliche Metabolismus fast keine tierischen Proteine braucht! Die kognitiven Fähigkeiten haben sich ganz sicher im Zusammenhang mit der Jagd entwickelt, sind aber nicht Folge des Fleischkonsums.
                  Tierische Proteine sind einfach leichter resorbierbar und ermöglichen menschliches Leben in vegetationslosen Gegenden. Mehr nicht. Bei der Masse Mensch derzeit auf dem Planeten ist unser exzessiver Fleischkonsum weder wohlstandsfördernd noch effizient.

                  Tiere sollten nur so viel gehalten werden, wie entsprechendes für den Menschen nicht als Nahrung verwertbares organisches Material zu Verfügung steht und wie es zur Absicherung einer bodenschonenden Fruchtfolge sinnvoll ist. Einen „lebendigen“ Boden wird man ohne Wirtschaftsdünger auch nicht erhalten können.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Stadtmensch

                  Mein Hausarzt, auch Internist hat mich mal gefragt, ob ich Vegetarierer wäre. Er war der Meinung, mein Vitamin B12 Mangel käme daher. Mehr Fleisch solle ich essen, war seine Empfehlung.

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch
                  Dass sein Gehirn dreimal größer ist als das seines nächsten Verwandten, des Schimpansen oder Bonobo, verdankt der Mensch seinem Fleischkonsum, der in Verbindung mit dem Kochen/Grillen die notwendige Energie für dieses exorbitante Wachstum bereitgestellt hat.
                  Wären wir Vegetarier, was ja noch nicht mal die Schimpansen sind, hätte unser Gehirn wohl nicht mehr als 400 cm³. Wir hätten niemals die ganze Welt besiedeln können und nichts von dem, was unsere Zivilisation ausmacht. Wir wären, kurz gesagt, keine Menschen.

                  Wenn wir den Fleischkonsum nun der schieren Masse an Menschen wegen reduzieren sollen, dann muss man das explizit auch so vertreten und nicht irgendwelche fadenscheinigen gesundheitlichen Gründe vorschieben. Ebenso wie zu viel Fleischkonsum der Gesundheit abträglich ist, so auch der übertriebene Getreide- und Kartoffelkonsum.

                  Da nicht alle Menschen denselben Stoffwechsel haben, liegt es m.E. beim Einzelnen zu entscheiden, wie viel von was er braucht oder konsumieren will. Wenn einer weniger Fleisch konsumieren will, weil er glaubt, damit die Welt retten zu können, kann er das meinetwegen machen, aber er kann diese seine persönliche Entscheidung weder als die ethisch-moralischere anderen aufzwingen noch mit gesundheitlichen Gründen argumentieren.

                  @Brötchen
                  Danke für den Link.

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                • Stadtmensch sagt

                  @Ehemaliger, seit drei Jahren trinke ich keine Milch mehr. Nichmal ne Erkältung in der Zeit. Davor jedes Jahr ca. 9 Tage mit Siechtum „verloren“. Keine Ahnung, ob das etwas miteinander zu tun hat.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  @Stadtmensch, du hättest auch erwähnen sollen, dass du parallel zur Milch auch noch die Kippen weggelassen hast….:-)
                  Korrelations- Kausalitätskollisionen gibt es immer wieder, ist ganz normal, mach dir nichts draus!

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                • Inga sagt

                  Geh als Frau mal zu einem Eber in den Stall?
                  Ein Jungbulle hat mich auch shocn an die Wand gedrückt!

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Stadtmensch

                  Fleisch soll ich essen, hat mein Onkel Doktor gesagt, nicht Milch trinken.
                  Trotzdem, Milch find ich gut, in Form von Käse. 😉

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        • firedragon sagt

          fingerphilosoph, wir führen das Tier zum Schlachter, also braucht es ein gewisses Maß an Vertrauen zu uns. Hat das ein Tier nicht, ist das Stress hoch drei, will man nicht.
          Und um nicht als gefühllos abgestempelt zu werden – eine Tötung geht nicht spurlos an einem vorüber.
          Unsere Tierhaltung besteht nur aus wenigen Tieren, da ist das kein Problem. Das Fleisch ist für uns und eine Handvoll anderer Menschen – so bekommt man aber die Welt nicht satt! Muss dann halt jeder sein eigenes Schnitzel durchfüttern.

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          • Berthold Lauer sagt

            Wäre doch nicht die schlechteste Lösung: „Muss dann halt jeder sein eigenes Schnitzel durchfüttern.“!!

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            • Obstbäuerin sagt

              Bei den vielen Singlehaushalten in Berlin wären das über 1 Millionen Schweine, die angemessenen Platz benötigen und natürlich Stroh und diverse Beschäftigungsangebote, Berthold. Aber wenn selbst das Auto mit auf die Wohnetage kann, muss ein Schwein oder Rind? das auch können. Früher war das ja auch so, nur im Hof.

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              • Stadtmensch sagt

                Kein Schwein braucht (mehr) Autos:
                https://www.podbike.com
                Schon gar nicht in Berlin
                😉
                Ach was, lasst uns einfach weiter in diese Supermärkte gehen und diese Ware gewordenen Tierteile in den Einkaufswagen legen. Das ist so komfortabel und modern. Niemand muss dabei irgendwas denken oder können. Rein in die Pfanne und runter schlingen…so günstig…

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Aber echt jetzt, das ist doch kein Auto, mit dem fährt man auf dem Gehweg oder in der Fußgängerzone. 😉

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                • bauerhans sagt

                  „Kein Schwein braucht (mehr) Autos:“

                  Gerd Schröder hatte gerade angemerkt,dass ers doof findet,dass seine partei die kaufprämie zum verbrenner abgelehnt hatte.

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                • Berthold Lauer sagt

                  Lieber Stadtmensch, wir Bauern machen ein Angebot! Niemand ist gezwungen, tierische Lebensmittel zu essen. Da steht nix davon in der Verfassung oder im Grundgesetz oder sonstwo! Leisten sie Überzeugungsarbeit!!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Das Volksbegehren pro Biene in BW hat mich im letzten Jahr bewogen, Leserbriefe zu schreiben. In einem, der nicht veröffentlicht wurde habe ich unter anderem folgendes geschrieben:
                Auszug:

                Und jetzt zum eigentlichen Problem, nach meiner Überzeugung würde ein Verbot von Insektiziden und Fungiziden bei uns im Wein- und Obstbau nicht weiterhelfen.
                Wir müssen die Viehhaltung wieder in die Dörfer und Städte bringen. Die Lagerhallen der Obst- und Weinbaubetriebe könnte man gut zu tierfreundlichen Ställen ausbauen, den Daimler in der Stadtmitte stellt man auf die Straße und schon könnten 2 Ziegen in der Garage gehalten werden.
                In Neubaugebieten wäre ein Bauernhof mit Viehhaltung von Nöten, nein keine Massentierhaltung mit 20 Kühen, höchstens 5 Rinder 2 Schweine und 10 glückliche Hühner, ein Hahn gehört auch dazu, dann kann man auch die Kirchenglocken morgens um 6 Uhr abschalten. Fast hätte ich es vergessen, zwei kleine Ferkel müssen auch dazu. Wenn unsere lieben kleinen Kinder erfahren, dass die niedlichen Ferkel mal in Plastik verpackt beim Discounter landen, längstens dann hat sich der ungezügelte Fleischverzehr erledigt.
                In xxxxxx würde sich das xxxxareal und die xxxxxwiesen anbieten, auch in xxxxxx und anderen Dörfern ist bestimmt eine Kreativität vorhanden, um dies zu verwirklichen.
                Liebe Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte, denken sie daran, die Bürger wollen die Insektenvielfalt.

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              • Berthold Lauer sagt

                Ja Obstbäuerin, weiß ich ja! Aber das sollte doch dann nicht unser Problem sein!

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                • Obstbäuerin sagt

                  Mein Problem wäre das schon. Ich vertraue den Tierhaltern, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Beste für ihre Tiere tun. Ich will kein Schwein selber halten aber ich esse gern auch mal Schnitzel oder Gulasch und das Fleisch kaufe ich ganz banal in der Kaufhalle – so wie 95% aller Mitbürger auch. Denn, wenn das minderwertiges Fleisch wäre, müssten ja auch die Tiere minderwertig sein und das sind sie nicht. Auch wenn nicht in einem Luxusstall stehen.

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              • firedragon sagt

                Obstbäuerin, mir ist da noch was eingefallen. Die vielen Singlehaushalte in den Städten können, wenn man nicht auf Fleisch verzichten möchte, auf Kleintiere, wie Hase und Meersau, zurück greifen. Hühnerhaltung auf Balkonien hatte ich schon mal an anderer Stelle erwähnt.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Hasen auf Balkonen, war auch in den Städten üblich.

                  Tierwohl? Aber sicher doch.

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      • Smarti sagt

        Ja, das sieht unsere Familie auch so. Eine gewisse Herdengrösse macht das töten einzelner Tiere auch einfacher – bei uns „müssen“ es zum Beispiel mindestens 4 Schweine sein – bei zweien mit Namen wirds schwieriger, auch weil sie so zutraulich wir Hunde werden. Den Ausführungen von fingerphilosoph kann ich nur zustimmen.

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        • bauerhans sagt

          wir verladen zwischen 8 und 47 schweine,manchmal will einer nicht,dann müssen wir schieben und drücken.
          am schlachthof angekommen,gehts ruhig weiter,wenn der erste die richtung kapiert hat.
          hat die vet. einen schlechten morgen,gibts probleme,die schreit gern (und ich darf nicht zurück schreien).
          ach ja,die ist ja jetzt in rente!

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    • Ein Privatier sagt

      „Ist es nicht so, dass der Mensch, sobald er den „Eigenwert“ des Tieres moralisch und ethisch achtet, es nicht mehr essen kann?“

      Es kommt auf den Ursprung der Moral/Ethik an.
      Ist sie vom (Grünen) Himmel gefallen oder nicht …

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Das klingt alles völlig logisch, aber sehr theoretisch, vor allem, so lange man den Faktor „Endlichkeit alles Irdischen“ ausklammert. Auch wenn uns Menschen niemand schlachten wird, um uns zu essen, werden wir doch auch sterben. Und viele von uns werden dann eben von den „Würmern“ gefressen. Die Tibetaner ließen sich auf hohen Gerüsten „beerdigen“ und von den Raubvögeln verspeisen. Find ich alles eigentlich sympathischer als Feuerbestattung. Und so lange uns diese Kreisläufe nicht daran hindern, anderen Menschen durch Begräbnisrituale Ehre zu erweisen und sie zu würdigen, so lange ist es auch möglich, das Schlachten als eine Art Heilige Handlung zu gestalten. So ist es auch vorgesehen im Judentum und im Islam, bei den Indigenen sowieso, und auch bei uns gab es in vorkartesianischer Zeit noch solche Bräuche. Erst Descartes hat ja Tiere als reine Maschinen betrachtet.
      Im Weisheitsbuch „Kohelet“ heißt es: „Für alles gibt es eine Zeit.“ Also z.B. eine Zeit zu leben und eine Zeit zu sterben.
      Man lebt lang zusammen mit den Tieren, bevor sie geschlachtet werden, und nur mit dem Blick aufs spätere Fleisch würde man sie nicht anständig genug behandeln. Man teilt alle möglichen Erlebnisse mit ihnen, lustige und ärgerliche, herzerwärmende und traurige. Und irgendwann muss man sich von ihnen verabschieden. Mir tut es jedes mal in der Seele weh, ein paar Tage jedenfalls. Es ist eine Art Selbstüberwindung, man wird an die eigene Endlichkeit erinnert, stirbt symbolisch mit. Aber danach herrscht Feierstimmung, Festlichkeit. Ich werde nie vergessen, wie ich meinen ersten frischen Schafbraten in der Küche zubereitete am Gründonnerstag. Mir fällt keine bessere Bezeichnung ein als „heiliger Moment“. Fleisch ist Sonntags- und Festtagsessen.
      Ja, es gibt Phasen, da Blicke ich intensiv auf die Fleischigkeit der Tiere: wenn ich einen neuen Zuchtwidder aussuche, und wenn ich die Lämmer selektiere. Und genau die Tiere mit den voluminösen Schlegeln und den breitesten Rücken werden ja nicht geschlachtet, die dürfen noch lange leben. Und weil sie lange Jahre möglichst gesund leben sollen, schaue ich auch noch auf andere Merkmale, die fürs Fleisch unerheblich sind: einen geraden Rücken, die richtige Zahnstellung, korrekte Beinstellung, feste Fesseln etc.
      Die Schlachttiere verbringen dann noch eine schöne Zeit auf der Weide (ich mäste nicht), sie leiden keinen Hunger wie das Wildtiere nicht selten erleben müssen. Und wenn ich zur Betreuung komme, genieße ich noch ihre Zutraulichkeit, Trolligkeit. Ich genieße sie umso mehr, als sie ja schon ein sicheres Ende hat. Denn das Leben findet immer JETZT statt.

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      • Stadtmensch sagt

        „Erst Descartes hat ja Tiere als reine Maschinen betrachtet“
        Nicht nur die Tiere.

        „und nur mit dem Blick aufs spätere Fleisch würde man sie nicht anständig genug behandeln“, „Feierstimmung, Festlichkeit, heiliger Moment“

        Transzendenz? Hä? Sicher wieder so ein Genderquatsch…

        Wir sind Kaufleute und jetzt haben wir es sogar geschafft, den Japanern den Lachs und den Chinesen das Milchpulver unterzuhelfen. Die Afrikaner nehmen unsere verbrauchten Legehennen. Yeah!

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich spreche nur für mich, und ich versuche halt dem zu folgen, was ich für ethisch halte.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich sehe schon die Chantalle aus Berlin – Marzahn, wie sie vor jeder Currywurst eine Gedenkminute einlegt für das für sie getorbene Schwein….
          Ich kann den Quatsch nicht mehr hören….der Bauer und der Schlachter sollen ethisch – moralisch Tiere halten und Schlachten und der Rest der 82 Millionen kaut munter drauf los. Wie stellt man sich eigentlich die Menschen dieses Landes vor, als dämlich?

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Bei uns in Ö. ist das Gesundheitsministerium für Tierwohl zuständig, derzeit grün besetzt. Jetzt soll auch bei uns die Billigfleischproduktion gestoppt werden. Deutschland wird nicht allein bleiben, das kommt hoffentlich jetzt EU – weit.

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            • Obstbäuerin sagt

              Dann passiert folgendes, diejenigen, die sich teures Fleisch leisten können, essen aus ethischen Gründen keines mehr und der Rest kann es sich nicht mehr leisten. Oder nur noch Weihnachten und Ostern – im Mittelalter aß man, glaube ich, vorwiegend Hirsebrei in der arbeitenden Bevölkerung.

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              • firedragon sagt

                So krass wird es wohl nicht werden Obstbäuerin.
                Was mir allerdings auffällt, wenn ich „Wohlstand“ von Personen sehe, in Form von noblen Karossen, so sehe ich auffällig viele davon auf dem Discounter Parkplatz und nicht vor dem Bioladen. Da stehen dann eher so Schüsseln, wie ich sie fahre.
                Nur eine Bemerkung am Rande.

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              • fingerphilosoph sagt

                Im Mittelalter gab es die Allmende und die Schweine wurden in den Wald getrieben. Es gab genug Fleisch für alle, so um die 100 kg pro Person und Jahr. Im aufgeklärten 18. Jahrhundert war das Elend der arbeitenden Bevölkerung viel größer, pro Person gab es nur noch 14 kg Fleisch pro Jahr.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Aus der Geschichte der Flösserei weiß man, dass die Flösser bereits früh „übertariflich“ mit tâglich 1 Pfund Fleisch und 3Liter Bier versorgt wurden….insofern.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Wenn man den Überblick behält, dann ist das tägliche Fleisch genau genommen ebenso Luxus wie wöchentliche Flugreisen, eine Segeljacht oder eine Villa am Wörthersee. Wer sagt, dass sich das jeder leisten können muss? So lange es für den Sonntagsbraten reicht, gibts nichts zu meckern.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Fingerfilosof: „Ist es nicht so, dass der Mensch, sobald er den „Eigenwert“ des Tieres moralisch und ethisch achtet, es nicht mehr essen kann? Ist das nicht der Grund, warum wir den Hund und die Katze und mancherorts auch das Pferd eben gerade nicht essen? Ist die Aufforderung des Ethikrats, den „Eigenwert“ des Tieres zu achten, deshalb nicht der erste und entscheidende Schritt auf dem Weg, der schließlich zur Abschaffung der Nutztierhaltung führen wird?“

      Diese Sichtweise ist die unseres Wertesystems und ganz eng ausgelegt, die unserer, von der gewählten Politik erdachten Ethikkomission. Sie ist nicht der Maßstab der Weltgemeinschaft und in meinen Augen auch nicht die der Mehrheit unserer Bevölkerung. Die etischen Maßstäbe sind in anderen Teilen der Welt ganz andere. Sind sie deswegen schlechtere? Nein, wir, die westliche Wertegemeinschaft, meint seit ca. 150 Jahren der Maßstab allen Tun und Handelns auf der Erde zu sein, und erzeugt gerade damit Krieg und Unfrieden. Und die Krone wird nun allen aufgesetzt, in dem diese Wertegemeinschaft ihre ethisch – moralischen Ziele weltweit meint verbreiten zu müssen. Das geht komplett schief, weil der Rest der Weltbevölkerung auch mitreden möchte und mitreden wird. Wenn wir unsere Insel der Glückseeligkeit irgendwann mal aufgeben müssen, dann könnte es sein, dass wir uns ganz anderen ethisch-moralischen Grundsätzen gegenübersehen. Wir sind nicht das Maß der Welt!!!
      Wenn demnächst auch noch die Straßenhunde aus Südkorea und China unsere Tierheime und Tierärzte belagern, weil moralin belastete Deutsche diese Hunde vor dem Tod retten, aufgrund der Hundeschlachtereien die dicht gemacht wurden, dann gute Nacht!

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    • Ein Privatier sagt

      @Fiphiph
      „In einer Zeit, in der unter anderem zur Abfederung von Corona-Folgen Hunderte von Milliarden Euro aus dem Nichts geschöpft werden, (…)“

      Das sind keine Folgen des Cornavirus, sondern Folgen der Politik der Regierung.
      Aus dem Nichts lässt sich kein Geld schöpfen. Früher oder später zahlen die Steuerzahler mit ihrer Arbeitsleistung bzw. Lebenszeit für das, was die Politiker verursachen.
      Könnte man Geld aus dem Nichts schöpfen, dann würden auch Autos Autos kaufen.

      „Ich persönlich möchte einem Tier, das vor meinem geistigen Auge hauptsächlich als Schnitzel existiert, nicht vorheucheln, dass ich sein Freund bin, dem es vertrauen kann.“

      Fiphiph im Stall:“Leute, hört mal her. Ich will ganz ehrlich mit Euch sein. Ich will Euch nichts vorheucheln. Ich werde jeden einzelnen von Euch irgendwann entweder selbst töten oder töten lassen. Die älteren unter Euch, wissen, was ich meine. Also, genießt Euer Leben hier bei mir, regelt Euern Kram alleine, kümmert Euch nicht um mich und macht Euch nicht allzuviele Sorgen. Ihr seid alle superlecker, ich mag Euch. Ich mag Euch wirklich.“

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  13. Christian Bothe sagt

    Meine Zuschrift dazu bei Top Agrar!
    Wozu brauchen wir das? Möchte mal sehen wie oft die Damen und Herren im Supermarkt einkaufen und in der Hand deren Flyer mit Sonderangeboten! So eine Polemik zur Nutztierhaltung!!!!ist total daneben,weil jeder viehhaltende Landwirt weiß, wie man erfolgreich Tierproduktion gestaltet.

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    • Stadtmensch sagt

      Hier geht niemand aufs Eis. Wir bemalen Papier wie damals bei der Erfindung des Völkerbundes und träumen etwas vor uns hin…und dann holt uns die Realität wieder ein: Die kleinen Leute, die keine Nerven und keine Zeit für „große Ziele“ haben.
      „Wir sind hier nicht bei wünsch dir was“, schallt es einem entgegen. Heißt übersetzt: wir müssen uns geistig beschränken und nicht materiell!

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  14. Friedrich sagt

    Die Finanzierbarkeit der vielen Sonderwege ? Das ist kaum möglich , denn die Coronakrise war nur der Beschleuniger der anstehenden starken Wirtschafts- und Währungskrise. Irgendwann wird eine neue Regierung den Rückwärtsgang einlegen müßen , weil das Menschenwohl wichtiger ist und man Straßenrevolten wie jetzt in Stuttgard , entgegen halten muß. Wo soll der normalverdienende Bürger das Geld herbekommen , wenn die monatlichen Belastungen für die oben genannten Dinge immer größer werden und nichts mehr für den normalen Lebensunterhalt übrig bleibt. Dazu kommt noch die ganze ungelöste Rentenfrage und und . Ruckzuck sind 300 Euro und mehr im Monat höhere Kosten angefallen. Nein , daß wird nicht klappen. Unsere Politelite sollte endlich Realpolitik betreiben und sich an den wirtschaftlichen Möglichkeiten ausrichten. Nur moderieren und laufen lassen , daß läuft schon lange nicht mehr. Das bringt uns Wohlfahrtsverluste , wird unsere Wettbewerbsfähigkeit ruinieren und wird irgendwann auch die EU zerstören. Wir sind hier schließlich nicht „Bei wünsch dir was“ in Deutschland und Europa.

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    • Ein Privatier sagt

      Der Blick unserer führenden Politiker geht über Deutschland hinaus und richtet sich auf die gesamte Welt. Es geht tatsächlich um gigantische Transformationen.
      Und es geht darum, wer die Welt als Ganzes im Griff hat.

      Aus Wikipedia
      UN-AGENDA 2030

      „Der offizielle deutsche Titel lautet Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (kurz: Agenda 2030);[3][4] synonym wird Globale Nachhaltigkeitsagenda, Post-2015-Entwicklungsagenda, Globale Ziele der UN und Weltzukunftsvertrag verwendet.“

      Vom Biundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
      http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/index.html

      „Ein neues Verständnis von Wohlstand und Entwicklung

      Die Agenda 2030 steht für ein neues globales Wohlstandsverständnis, das über die verengte Betrachtung von Pro-Kopf-Einkommen hinausreicht. Es geht um eine Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie. Es wird deutlich, dass Klimapolitik, nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung untrennbar miteinander verwoben sind.

      Die Umsetzung der Agenda in Verbindung mit dem Pariser Klima-Abkommen (Dezember 2015) bietet die große Chance, den Wandel hin zu nachhaltigen und emissionsarmen Lebens- und Wirtschaftsweisen weltweit zu schaffen – unser Verhalten also „enkeltauglich“ zu machen. Dabei fordert die Agenda 2030 ausdrücklich, die Schwächsten und Verwundbarsten in den Mittelpunkt zu stellen und niemanden zurückzulassen („leave no one behind“).

      Doch jeder Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung. Die Ziele der Agenda 2030 können nur durch eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen einer neuen globalen Partnerschaft erreicht werden. Alle Länder sind deshalb dazu aufgefordert, über ihre Anstrengungen und Fortschritte zu berichten – nicht nur national, sondern auch beim Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (High Level Political Forum on Sustainable Development, HLPF).

      Deutschland übernimmt Verantwortung und ist bereit, gemeinsam mit seinen Partnern zum erforderlichen Wandel beizutragen. Durch eine frühe Berichterstattung an das HLPF hat die Bundesregierung bereits 2016 ein deutliches Zeichen gesetzt.“

      Wikipedia-Link
      Tippen Sie bei Wikipedia „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ ein.

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  15. Ein Privatier sagt

    Big Animal is Watching You

    „Getötete Nutztiere müssen aus Respekt vor dem tierlichen Leben zumindest eine achtsame und möglichst umfassende Verwertung erfahren.“

    Das weiß doch schon jeder Hobbyschamane, dass es auch um das Wohlergehen der Seelen der Tiere geht. Denn das Leben der Tiere geht in den ewigen Jagdgründen weiter.

    Der zunehmenden Infantilisierung der suizidal dekandenten Gesellschaft entspricht eine Zunahme der Antropomorphisierung der nichtmenschlichen Lebewesen.

    Der Kreis schließ sich.
    Die Grünen Menschen wollen zurück zur Natur, zurück zum Animismus, zurück zur umfassend beseelten Natur, in der man Steine als beseelte Wesen anbetet.
    Nach dem Tierwohl kommt das Planzenwohl!

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  16. Lieschen Müller sagt

    Ich finde den Text gut und bin mit fast allen Punkten einverstanden. Das „in-vitro“ Fleisch wöllte ich jetzt nicht, sondern würde dann lieber noch weniger Fleisch essen. Ich finde es gut, dass man auch sagt: „ja, es gibt Zielkonflikte“.

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  17. Reinhard Seevers sagt

    Gegen Ethik und Moral gegen an zu argumentieren ist nicht möglich, da stehtder Verlierer von vornherein fest.
    Heute im Deutschlandfunk war der Pastor Kossen aus Lengerich als Experte zur Fleischindustrie geladen…..seiner Meinung nach wird Fleisch nur wenige Cent teurer, wenn menschliche Bedingungen durchgesetzt würden. Im Übrigen würden die Kosten für die Umweltzerstörung durch zu viel Fleischkonsum sowieso nicht beziffert und es könne nur durch weniger Fleischverzehr eine Verbesserung geben, usw. usw….bla, bla blubb…

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    • Mark sagt

      „Gegen Ethik und Moral gegen an zu argumentieren ist nicht möglich“ Wir müssen der Ethik und Moral etwas entgegensetzen, nämlich Ethik und Moral!

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  18. bauerhans sagt

    da es uns zukünftig wirtschaftlich bedeutend schlechter gehen wird,sind die überlegungen des Ethikrates jetzt schon obsolet.
    „Erst kommt das Fressen,dann die Moral“ (Brecht)

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    • Stadtmensch sagt

      Nein, leider kommt nach dem Fressen keine Moral, sondern Wohlstandsverwahrlosung (siehe Stuttgart). Den jungen Herren ist einfach langweilig. Das sieht man auch an den organisierten Massenschlägereien (mit quasi staatlicher Unterstützung und Einhegung) in der Hooliganszene. Ich kenne diesen Typ Mensch aus eigener Erfahrung. Eigentlich lieb und nett – aber man möchte auch gerne mal „richtig“ leben. Eins weiß ich, Erich Fromm sagt denen nix…

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      • Ein Privatier sagt

        „(…) Den jungen Herren ist einfach langweilig. Das sieht man auch an den organisierten Massenschlägereien (mit quasi staatlicher Unterstützung und Einhegung) in der Hooliganszene. (…)“

        Das sind keine Hooligans mit Springerstiefeln und Bomberjacken.
        Das sind Surensöhne mit Undercut und ein paar wohlstandverwahrloste Antifa-Gender- Stadtmenschen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          …das sagte der Typ von der AfD gestern auch…..Brüder im Geiste?
          Hellseherische Fähigkeiten?

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          • Ein Privatier sagt

            Mit ist es scheißegal, was die von der AfD sagen.
            Ich beziehe mich auf Fakten.
            Und da zählt nur das Faktum und nicht, wer es geäußert hat.

            Kennen Sie dieses Konzept überhaupt?

            Oder sind Sie auch so ein junger Spritzer, der nicht weiß, das es das auch mal gab, bevor Schröder, Merkel, Fischer et al. Deutschland leninisierten.

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  19. Smarti sagt

    Für eine gesunde Ernährung nach diesen ethischen Richtlinien reichen 1000.- Euro pro Person und Monat nicht. Die „Herstellung“ von Fleisch, Fisch, Geflügel wird im nächsten Schritt in Deutschland verboten, danach Milch, Eier etc. Auch mit Gemüse wird es schwierig – Schneckenkorn ?! – Insektengifte ?! – Boden umgraben und dabei Würmer zerhacken ?!

    Nicht mal im allerkleinsten Rahmen funktioniert so eine Landwirtschaft – wir versuchen das bei uns seit Jahren – kannste vergessen. Die meisten wirklich schönen/ ethisch korrekten Projektlein – wie z.B das Hühneraltersheim- haben wir wieder eingestampft.

    1000.- Euro für ein bisschen Gemüse und Kartoffeln – wie rechnet die Frau das ? Ein ethisch vertretbarer Stundenlohn „kostet“ 25.- Euro: damit könnte man 40 Stunden arbeiten ( oder kauft noch Saatgut, Setzlinge, Mineraldünger, Pacht, Wasser, Strom für die Setzlinge im Winter, Haltbarmachen und Kühlung sowie ein Folientunnel, damit auch im Winter/Frühling mal ein Kopfsalat und ein frisches Möhrchen auf dem Tisch sind ). Also 300.- Euro fürs drumrum und 700.- für die Arbeit. Das sind gerade mal 21 Stunden im Monat fürs Beete richten, säen oder pflanzen, jäten,Kartoffelkäfer sammeln, Schnecken sammeln, giessen, ernten… :).
    Trotzdem – gerne melden ! Wir lieben diese Arbeit und arbeiten darum noch für 9.60 ( jede zweite Stunde, der Rest ist Hobby ). Solche Leute nennen andere auch „Landwirte“.

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  20. Mark sagt

    Die geistigen Ergüsse des elitären Ethikrates haben nicht das Tierwohl zum Ziel, sondern am Ende des Tages die Abschaffung der Nutztierhaltung, wobei hier Deutschland wie beim „Klimaschutz“ die Vorreiterrolle einnehmen soll. Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel für vollendete Schizophrenität als den obigen Punkt 8. Mehr Wertschätzung für tierische Produkte und gleichzeitig Ersatzprodukte stärken, was soll das denn??? Ob eine „fadenscheinige“ ethisch begründete Tierwohlempfehlung, die am Ende des Tages eine Zwangstransformation der Ernährungsformen beinhaltet wirklich als „ethischer Fortschritt“ zu bewerten ist wage ich zu bezweifeln!

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    • Smarti sagt

      Nicht nur die Nutztierhaltung soll abgeschafft werden, auch Haustiere, Arbeitstiere, Reittiere, Zootiere etc.
      Am besten auch Menschen – denn Kleinkinder vegan ernähren ? schwierig.

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  21. Reinhard Seevers sagt

    Südkorea und China haben ihre größten Hundeschlachthöfe geschlossen…..der Tierschutz ist auch in Asien angekommen.
    ☝️

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