In den Nachrichten wird aktuell darüber berichtet, dass ein El Nino bevorsteht. Dieses Klima-Phänomen ist seit langem bekannt und spielt sich im Wesentlichen auf der Südhalbkugel zwischen Südamerika und Australien ab, wo dann die Zufuhr von kaltem Tiefenwasser an der Küste Chiles unterbunden wird. Das führt zu starken Niederschlägen dort und großer Trockenheit in Australien. Weil diese Phänomen kalendarisch oft mit dem Weihnachtsfest zusammenfällt, hat man es „El Nino“ (der kleine Junge) getauft.
Laut einiger Medien soll dieser Effekt in diesem Jahr besonders stark ausfallen. Welche Auswirkungen könnte es für Westeuropa in den kommenden Monaten haben? Ich habe mal geschaut, was die Medien dazu sagen:
Im Artikel der FAZ (hinter der Bezahlsperre) ist zu lesen:
„Irgendwann in den nächsten Wochen wird die Unsicherheit über die Zukunft des El Niño 2026/27 verschwunden sein, sagt der Physiker und Klimamodellierer Thomas Jung vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhavener. Das wird der Lackmustest für die Modelle – und für die Klimaforschung überhaupt. Denn treten die frühen, extremen und massiv gehypten Vorhersagen vom Monster-El-Niño nicht ein, so fürchtet jedenfalls Mojib Latif, „könnte uns das wieder viel an Glaubwürdigkeit kosten“. Er meint damit vor allem die politische Glaubwürdigkeit. Die Debatte der vergangenen Wochen um das Katastrophenszenario RCP8.5 zeige, dass Korrekturen oder Schwächen in Klimamodellen politisch „missbraucht werden“ könnten.“
Die Auswirkungen für Europa werden als eher gering eingeschätzt.
Ganz anders klingt das in der Süddeutschen Zeitung:
„Schon in diesem Sommer sei mit erhöhten Temperaturen und Überschwemmungen rund um den Globus zu rechnen.“
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wissen/el-ni-o-sommer-e836884/?
Beim SWR hat eine Meteorologin einen Faktencheck gemacht:
https://www.swr3.de/aktuell/fake-news-check/el-nino-faktencheck-rekord-sommer-102.html
Hier einige Zitate:
„El Niño hat mit unserem Wetter diesen Sommer tatsächlich noch gar nichts zu tun“, stellt Spindler klar. Die Wetterlage momentan liege aktuell nur an ganz normalen Hochdruckgebieten, die für die Sommermonate üblich sind.
Das Wetterphänomen El Niño baue sich derzeit erst langsam im Pazifik auf, aus diesem Grund kann es dieses Jahr keine Auswirkungen auf uns haben, wenn überhaupt, dann erst nächstes Jahr. Die Meldungen, dass uns dieses Jahr wegen El Niño ein „Rekord-Sommer“ bevorsteht sind also falsch.
Und weiter:
„Aktuell sieht es so aus, als würde der kommende El Niño mit rund 65 Prozent Wahrscheinlichkeit nur mäßig bis mittelstark ausfallen. Dann wären die Folgen vor allem in Nord- und Südamerika sowie in Ostasien zu spüren, wo häufiger mit Extremwetter gerechnet werden muss.
Das Fazit von SWR3 Wetterfrau Lea Spindler: Ja, 2026 ist ein El-Niño-Jahr, weil sich das Phänomen jetzt aufbaut. Spürbare Auswirkungen auf Europa hätte es aber nur, wenn es deutlich heftiger ausfällt – und dann eher im Sommer 2027.“
Es ist interessant, wie unterschiedlich über das gleiche Thema berichtet wird. Aus der Erfahrung mit früheren El-Nino-Ereignissen neige ich dazu, deshalb Frau Spindler am meisten zu glauben, weil es wissenschaftlich und damit logisch begründet wird. Auch andere Meteorologen kommen zu dem Ergebnis, dass sich El Nino auf das Wetter in Europa kaum auswirkt. Für möglich, aber nicht sicher vorhersagbar, ist ein kälterer und schneereicher Winter (Januar – März). Der Sommer (2027) könnte sowohl heiß und trocken, aber auch kühl und feucht ausfallen
Zur aktuellen Situation bei uns im Rheinland: Im Mai hat es 116 mm geregnet und damit fast die doppelte Menge als der langjährige Durchschnitt. Im Juni hatten wir in den ersten drei Tagen auch wieder 10 mm. Die Tages-Höchsttemperaturen liegen am späten Nachmittag um 20 Grad, eine Hitzewelle ist für die nächsten zwei Wochen nicht in Sicht. Für das Pflanzenwachstum ist dieses Wetter ideal.
Die Wintergerste beginnt sich gelb zu färben, so dass eine Ernte Mitte bis Ende Juni wahrscheinlich ist. Der Weizen hat mit der Kornfüllung begonnen, die Schoten des Raps sind gut gefüllt. Die Rüben haben „Reihenschluss“ am 1. Juni erlebt und auch die Kartoffeln wachsen zügig und haben schon die erste Fungizidspritzung bekommen.


Immer wieder werden Wetter und Klima bewusst oder unbewusst verwechselt.
Das Klima wandelt sich stetig und in sehr langen Zyklen. Eiszeiten und Warmzeiten wechselten sich schon immer ab.
Das Wetter kennt neben „Normal-Werten“ auch Extrem-Ereignisse wie z. B. die Niederschläge vor 10 Jahren im Ahrtal oder extremen Hagel, der z. B. am 1. 7. 1887 die gesamte Ernte und auch viele Häuser in meiner emsländischen Gemeinde vernichtet hat. An diese Katastrophe erinnert man sich heute noch und gedenkt mit einer Prozession und der Bitte um eine gute Ernte. Vergleichbares wird es in vielen anderen deutschen Gemeinden geben.
Der Mensch wird weder das Klima noch das Wetter steuern können, auch wenn er durch sein immer energieintensiveres Leben und seine massive Vermehrung weltweit zweifellos Einfluss nimmt auf atmosphärische Bedingungen. Er wird sich aber anpassen müssen, möglicherweise bis hin zur „Selbstaufgabe“ als Ganzes, dem weitgehenden Aussterben auf der Erde.
Die Idee, die Menschheit sei schlecht für den Planeten, wurde eigentlich zuerst in den 1970/80-ern von Aurelio Peccei entwickelt, von Alexander King sogleich unterstützt, und findet seitdem in den politischen Programmen des Club of Rome seine Verbreitung.
Wenn man der KI lange genug und hartnäckig die Frage stellt: „Was stellt die größte Bedrohung für unseren Planeten dar?“, dann kommt man zum Ergebnis: der Mensch. Sollte also irgendwann der absolute Auftrag an die KI ergehen die Welt zu schützen, dann müßte sie logischerweise die Menschheit dezimieren. Spielt man diesen Gedanken mit KI-gesteuerter Kampfrobotik durch, dann landet man bei einem Film (Terminator) aus den 80’er Jahren, den man damals als absolut unrealistisch einstufte.
„… größte Bedrohung … der Mensch.“
Siehste, und ich dachte noch, das sei Satan, nicht der Nächste.
moin man sieht also das Wetter ist jedes Jahr anders. mit dem Wetter hat den Landwirtschaft also jedes Jahr andere Herausforderungen! aber nicht nur die Landwirtschaft hat mit dem Wetter zu tun, wie man in dem Beitrag diesen konnte! wir sollten also versuchen mit all den Sachen die uns das Wetter bereitet klar zu kommen. leider können wir nicht alles voraussagen und müssen spontan reagieren! dieses kann die Landwirtschaft, aber leider viele andere Industrien oder besser gesagt Menschen nicht. sie suchen dann häufig irgendein entschuldigen, den es aber beim Wetter nicht immer gibt. das sollte man endlich mal lernen! schönen Sonntag und munter bleiben
Zum Thema Klima passt im erweiterten Sinn auch das:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/chemie/ammoniak-ohne-haber-bosch-berliner-forscher-verdreifachen-die-ausbeute/
Für den N-Dünger werden nur ca. 1….2% des weltweiten Energieverbrauchs verwendet und es fallen nur 1 % der Klimagase dabei an.
eigentlich wenig. oder?
Für den Vorteil, den die Menschheit davon hat.
@e
Wenn Landwirte (?) hier solche links einstellen, frage ich mich schon nach deren Fachkenntnis.
Dann bringen wir zukünftig Gülle hauptsächlich nur noch zu P/K-Düngezwecken aus? Das Nitrat wurde vorher abgefischt und industriell verwendet. Damit wird aus dem Volldünger Gülle nur noch ein Teildünger. Als Ersatz für das Nitrat muss dann zusätzlich aufbereiteter N-Dünger herhalten.
Andererseits wird mit solchen verlinkten Beiträge die Nitratproblematik im Grundwasser zementiert. Da dürften sich wohl viele alternative Leser auf die Schenkel schlagen. Selbst in´s Knie geschossen!?
@Kemetbauer was ist an der Idee N aus Gülle oder anderen organischen Stoffen N zu gewinnen sachlich und wissenschaftlich begründet falsch?
Grundkenntnisse landwirtschaftliche Praxis. Eine N Düngung ausschliesslich aus organischen Produkten ist aufgrund des N Kreislaufes unsicher und mit Risken behaftet entweder zu wenig N oder zu viel N für die Ertragsbildung verfügbar oder gar Potential für N Auswaschung. Deshalb werden ja N Dünger in der guten fachlichen Praxis an die Witterung und den Standort in angepassten in adequaten N Düngergaben (Menge/Termin) appliziert.
Ob N mit Haber Bosch Verfahren gewonnen oder aus Gülle extrahiert und zielgenau angewendet kann Landwirten egal sein, Hauptsache N Kosten passen.
@Kemetbauer: leider ist in der Gülle kein Nitrat enthalten. Bitte beachten!
@Kemetbauer – entscheidend ist doch das Mengenverhältnis von N/P/K in der Gülle zum Bedarf der Pflanzen. Wir bekommen zwar P und K über die Gülle hin, aber nicht den N-Bedarf. Hier benötige ich zusätzlich mineralischen N-Dünger mit unterschiedlicher Wirksamkeit (schnell-langsam Pflanzenverfügbar) um auf Witterung und Pflanzenbedarf (Entwicklungsstadium) reagieren zu können. Alleine der organische N-Dünger kommt nicht punktgenau und belastet mir das Grundwasser.
Glückwunsch zum Regen bei mir nördlicher Kaiserstuhl trocken . da wär ausbau der Beregnung nötig .Die Klimmaretung ist wichtiger z,B. Moorvernässung.
„Die Klimmaretung ist wichtiger z,B. Moorvernässung.“
Ja, dann wird es sicher wieder ausreichend regnen, nördlich des Kaiserstuhls. Da bin ich sicher!👍😎
Eine Trockenheit wird es bei uns in diesem Jahr kaum noch geben können , denn die Böden sind voll mit Wasser gesättigt. Neulich liefen sogar eine Drainagen leicht. Der Dünger kam bei den Pflanzen voll zur Wirkung , sodaß der Weizen noch stärker eingekürzt werden mußte als gedacht. Auch die durch die Kälte spärlich wachsenden Rüben explodierten im Wachstum und hatten bei uns durch die frühere Einsaat 5 – 10 Tage vor Ostern am 31. Mai alle Reihen geschlossen. Alles deutet auf eine gute Ernte hin wenn die Irankrise nicht wäre. Erhöhte Dünger , Diesel und andere Kosten lassen Zweifel an normaler Düngungsintensität
erkennen und das weltweit. Rußland , EU-Europa und die USA sollen lt. USDA rd. 50 Mill. Tonnen weniger Getreide und Mais ernten . Durch Kostensteigerung , Flächeneinschränkung und EL Nino soll Australien rd. 40% weniger ernten. Welche Auswirkungen aller genannter Positionen hat die Ernte in Südamerika , Afrika und Kanada ? Keiner kann das vorher sagen. Bei Flächen mit 1 – 3 to/ha stellt sich für die Farmer die Frage bei 50 – 100 Dollar Gewinn je Hektar überhaupt eine Einsaat zu machen , wenn die Kosten den Gewinn überschreiten. Besonders heikel ist die Lage in Afrika , denn dort kommt der Dünger „Just in Time“ aus dem Persischen Golf. Erste Fachleute gehen von einer Hungerkrise dort aus , weil der Dünger zu spät oder garnicht an kam. In einigen Wochen werden uns die Weltraumsateliten sagen können , wieviel Getreide eingesät wurde in den letzten Wochen . Das sagt aber nichts über die Dünger- und Kraftstoffverfügbarkeit aus und schon garnichts über die Erntemengenverfügbarkeit aus. – Es bleibt spannend – Eine bessere Sicht über die Erntemengen weltweit und die Erzeugerpreise wird es erst nach der Ernte ab September geben. Gut wer eine eigene Hoflagerung hat und abwarten kann.
Meine Wetterprognose ist schon ur-alt und die stimmt IMMER:
„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich’s Wetter oder es bleibt, wie es ist!“
Wer liest denn heute noch Beiträge, die nicht mit einer reißerischen Überschrift daherkommen? Fast keiner! Sachliche Information, fachlich korrekt geschrieben, langweilt die Leute nur noch. Darüber hinaus verstehen immer mehr Leser immer weniger, weil ihr geistiger Horizont schwindende Tendenzen aufweist. Man möchte unterhalten werden und dabei bitte auch gleichzeitig noch eine Anregung zum Echauffieren mitgeliefert bekommen. Das Resultat sehen, hören und fühlen wir überall.
Mojib Latif 1997:
https://youtu.be/VCFt8nBOewY?is=zEly82r1yBqqweEm
Übrigens, wenn die Ernte 2026 das ergibt, was sich abzeichnet, dann wird die Erntemenge eher zum Problem, denn zu einem Erfolg. 🥴
In Süddeutschland sieht das Getreide nicht so gut aus wie im Norden. Bei Mais und Kartoffeln kann man noch nichts sagen.
@RS
Hier die Stellungnahme von Latif zu dem obigen Video: „Hab ich nie gesagt und ist alles Quatsch. Es gibt eine Klimaerwärmung“.
Die „Klimaschützer“ bewirken mit ihrer Hysterie genau das Gegenteil ihres eigentlichen Ansinnens, nämlich die Sensibilisierung für das Thema.
Wenn man ständig mit „Weltuntergangsszenarien“ konfrontiert wird, dann stellt man sich innerlich irgendwann auch einmal darauf ein. „dann kann man so wie so nichts mehr dagegen tun“. Dann resigniert man.
Weniger wäre hier deshalb oftmals wirklich etwas mehr.
Herr Donhauser, das ist nicht nur bei den Wetterberichten so, leider
Und das ist genau so gewollt!
@Ewnaswfegw
Dazu ein schöner aktueller bfb- Beitrag
https://youtu.be/VpU7B5RR2lY?is=Gsd3ukr60GDPZ7n7