Bauer Willi
Kommentare 45

Streiten macht Spaß!

Am Samstag, 28. Januar hab ich mit Herrn Rabhansl im Deutschlandfunk Kultur richtig gepflegt gestritten. Hat Spaß gemacht. Hier nachzuhören:

Im Februar kommt ein weiterer Beitrag des DLF in der Sendung “Andruck”

https://www.deutschlandfunkkultur.de/bauer-willi-kremer-schillings-100.html

Bildquelle: Deutschlandfunk Kultur

(Aufrufe 2.060 gesamt, 1 heute)

45 Kommentare

  1. Brötchen sagt

    Reinhard ist nur zwei alte Hasen erzählen von früher….ist zu nix wichtig
    der Westen war fachlich nicht schlecht…man muss alles im Zusammenhang sehen!
    das hab ich so nicht gesagt…
    wir waren pleite also was nutzt einem das wenn es theoretisch gut war….

  2. Smarti sagt

    Die Marktanteile von Bio sind im freien Fall, bisher ist es noch nicht wirklich aufgefallen, weil die konventionelle Milch so hochpreisig war, dass sie die Übermengen an Biomilch unauffällig aufgesaugt hatte. Noch vor kurzem war der Handelspreis von Milch über 60 Cent, jetzt ist er auf etwa 30 Cent abgestürzt und sinkt weiter. Für Biomilch gibt es gar keinen eigenen freien Markt, bisher wurden nur Bio-Umsteller angenommen, wenn auch der Absatz gesichert war. Jetzt ist der Absatz eingebrochen, weil Bio-Käufer zu niedrigpreisigeren Produkten umgestiegen sind oder allgemein weniger tierische Produkte kaufen.
    Der Export aus Europa ist ebenfalls auf niedrigem Niveau gedeckelt und wird in nächster Zeit auch nicht mehr wachsen – das hat mit dem Dollar und dem zu hohen Preis für andere Länder zu tun. So lange ein so hoher Preis, das gab es noch nie… doch jetzt sinken die Preise umso schneller – keine guten Aussichten und leider sind auch keine Prognosen möglich. Da kann man auch gleich den Ötzi fragen, der ist übrigens ein harter Veganer ( das gibt er aber ungern zu), wie ich heute erfahren habe.
    30 % Bio wie die Grünen wollen ist ebenso unmöglich zu machen, wie mit dem Fahrrad auf den Mond zu radeln, Biolebensmittel sind Ladenhüter – egal was der Verbraucher erzählt.
    Landwirte müssen sich in Zukunft darauf einstellen, auf jede Stimmungsänderung im Markt reagieren zu können, um bestehen zu können. Ob Madenbratwurst oder Grill(en)teller, sobald die passenden Ohrmarken lieferbar sind, bin ich dabei 🙂 .
    Erstmals natürlich ganz klein – bestimmt fressen die unsere Hühnis “zur Not” auch aus der Hand – wenn sonst keiner will.

    5
    • Ferkelhebamme sagt

      Hatte heute prompt das Hochglanz-Angebot eines Umbaus auf Insektenstall im Email Postfach. Spannend, aber och nöööö

      2
      • Brötchen sagt

        auf Telegramm gibt es schon Boykottlisten für Produkte wo Insektenmehl drin sein soll. der Schuss wird wohl nach hinten losgehen. die sammeln da schon fleissig.

        1
        • Ferkelhebamme sagt

          Lidl und Aldi melden gerade, dass sie weniger Fleischprodukte verkaufen WOLLEN, wegen der Umwelt. (Nicht müssen, weil die Rohware gerade fehlt,…) Dafür bauen sie ihr veganes Ersatzprogramm aus. So geht Mangel-Marketing, Respekt!

          6
          • Smarti sagt

            Gell Ferkelhebamme, von den Discountern können wir Bauern noch was lernen ?! ( Wenn wir denn so werden wollen – ich eigentlich nicht ) .
            Unsere Molkerei geht gerade mit einem von denen in die 8te Preisrunde ohne eine Einigung. Da machen Betriebe pleite wegen einem Cent… ( mehr auf dem Konto vom LEH ).
            Dagegen sind Politiker arme getriebene Würstchen von Klimaklebern, die dumm wie Stroh sind… .
            Nein, ich halte Verbraucher nicht für dumm, aber sie rennen absichtlich voll in die falsche Richtung. Selber Schuld ?

            4
            • Inga sagt

              Wir wollen die in der Natur mit Kraft der Sonne und humus- u. nährstoffreichen Boden entstandene und deswegen gesunden Lebensmittel nicht
              respektlos
              verramschen, gelle?

            • Ferkelhebamme sagt

              Raffiniert, das muss man ihnen lassen: es gibt gerade weniger Schweine als nachgefragt wird, Tendenz weiter in Richtung Mangel und die Grillsaison hat noch nicht einmal begonnen. Lidl und Aldi münzen die Lücken im Regal zu Klimaschutz um und alle Dummies klatschen Beifall.
              Den Soldatenfliegenlarven-Vermarkter hatten wir gestern auch noch am Telefon: die suchen dringend Züchter, denn der Markt für Fake-Wurst und -fleisch und die Tierfutterindustrie ruft. Schöne neue Welt, Zeit für eine große Tüte Popcorn.

              6
        • Reinhard Seevers sagt

          Ich habe Pollmer das erste Mal vor über 30 Jahren auf der Gewerbemesse in Otterndorf gehört. Damals hatten die Landfrauen ihn eingeladen. Inzwischen finde ich ihn etwas zu sarkastisch und zu wenig sachlich. Er hat in meinen Augen den Nimbus des “alten weißen Mannes” erreicht. Wenn er so weiter macht, verliert er seine verdiente Glaubwürdigkeit, finde ich. Aber vielleicht ist das auch einfach der Lauf der Dinge…..

          • Brötchen sagt

            Reinhard geht mir ebenso!
            ER ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und kann Leute fesseln.
            Habe ihn auch mal erlebt.
            Aber von Lw. hat er auch nur begrenzt Fachkenntnisse.

            Denke er tut der Landwirtschaft eher nicht so gut.

  3. Ludwig sagt

    Landwirtschaft ist jetzt wieder ein Thema , weil die Versorgungssicherheit zum Thema wird. Das heist auch Stromversorgungssicherheit gebündelt mit Nahrungsmittelsicherheit , denn ohne Energie auch keine Lebensmittelherstellung , ob in der eigenen Küche oder bei den großen Lebensmittelherstellern. Das Ergebnis des Stromausfalls im Landkreis Harz war sinnbildlich auf alle Regionen in Deutschland übertragbar. Durch Vereisung waren Stromleitungen gerissen und damit war der Strom weg. Nach einer halben Stunde ging auch kein Handy mehr. Alles Tod. Da war dann Nachbarschaftshilfe gefragt. — Willi hast gut gesprochen , wobei auch inzwischen auffällt , daß die aggressive Frageweise des ÖRR inzwischen milder wird, weil die sich wohl auch nicht mehr so sicher sind. Von der industriellen und künstlichen Nahrungsmittelherstellung sehe ich zur Zeit noch keine große Gefahr , denn die Startups mit viel Geld gesponsert sind nach einigen Jahren bisher immer wieder vom Markt verschwunden , weil zu teuer und der Geschmack. Habe neulich mal Hafermilch probiert und ist meinem Magen nicht gut bekommen … und der Geschmack …
    Habe das Zeug nachher weggeschüttet. Fürchterlich.

    8
    • Inga sagt

      Ich glaube in Ö ist das Volk nicht so landwirtschaftsverhasst als hier und deswegen wird in den Medien auch ganz anders mit und von Landwirtschaft geredet.
      In der Politik vielleicht auch .

      1
    • Smarti sagt

      “Ich habe das Zeug nachher weggeschüttet, fürchterlich”.
      Ich kann es auch nicht trinken. Aber trotzdem wird die Generation Klimakleber das Zeug weiterhin konsumieren und tierische Produkte boykottieren. Das sage nicht ich, sondern der Chef der Schwarzwaldmilch, und Herr Schneider hatte die letzten 20 Jahre einen guten Instinkt.
      Man kann die Produktion von Hafermilch belächeln und der Industrie überlassen, oder aber selber in die Hand nehmen ( ist viel einfacher als melken ) und den Gewinn einstreichen…
      in Zukunft “muss” die Landwirtschaft – der einzelne Landwirt – um seine Einnahmen kämpfen, sonst ist er weg.
      Früher musste man für seine Produkte brennen, sie selber mögen… heute reicht die gute Geschichte… die Lüge…je nachdem, auf welcher Seite man steht.
      Nein, gut finde ich die Entwicklung nicht, aber ich habe sie auch nicht erfunden. Langweilig wird es bestimmt nicht, und da wir diesen Strom nicht mehr aufhalten können, macht es vielleicht Sinn, sich manchmal mit treiben zu lassen und manchmal auch aktiv mit zu schwimmen.
      Lieber Hafermilch statt Glugg, glugg 🙂 .

      • Reinhard Seevers sagt

        Smarti, die Marktwirtschaft führt in so kurzer Zeit zur Überproduktion, gerade bei einfach herzustellenden Produkten, dass es bereits nicht mehr lohnt einzusteigen, wenn die Produktion angelaufen ist. Hier greifen die Mechanismen des Kapitalismus sofort.
        Nein, das ist wirklich die schlechteste Empfehlung.

        2
  4. Rudolf Weishaupt sagt

    Sehr gut, dass das Thema Landwirtschaft nun auch in unseren ö-r Medien ankommt! Ich beobachte das seit einigen Wochen. Ganz sicher auch ein Verdienst von „Bauer Willi“ und der sehr guten Öffentlichkeitsarbeit um das neue Buch! Ich freue mich jetzt schon auf den Bericht in „Andruck“! So ein kurzes, halbwegs streitlustiges Interview bringt mehr als ein langes freundliches Gespräch, in dem dem Interviewpartner Bälle zugespielt und die Antworten dann nur abgenickt werden.

    3
  5. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Ich denke,wenn Bauer Willi nen Irokesen Haarschnitt und nen Ring in der Nase hätte,würde das kurzfristig für mächtig Aufmerksamkeit sorgen,bin mir aber sicher,das wäre nicht nachhaltig.Essen ist was ganz emotional persönliches,es darf auf gar keinen Fall T E U R E R werden.

    2
    • Bauer Willi sagt

      Für den Irokesen-Haarschnitt fehlt der Rohstoff…. 🙂
      Den Ring durch die Nase? Ich rede mal mit meiner Frau…

      8
  6. Pälzer Buh sagt

    Wenn ich mich recht erinnere, an ein Interview mit Gregor Gisy. So ist dessen Großvater der Züchter(Erfinder) in Sachen Hühner. Mast/ Eier als auch Zweinutzungshuhn.

    Wie immer schöner Sachlicher Streit in dem Betrag von heute.

    1
      • evo.... sagt

        Verherrlichen braucht man den Oettel wohl auch nicht. Er stammt aus einer Kaufmanns-Familie. Die Schwiegereltern waren Händler. Er selbst hat für ein Handelshaus gearbeitet. Da kommt man zu Geld und an Informationen.

        Ich vermute er hat die Hühner-Rassen importiert, weil er eine Geld-Quelle vermutet hat.

        2
      • Inga sagt

        Ja, dann hat er erkannt, daß man in der Intensivhaltung mit der passenden Rasse, die Leistung bringt, Geld verdienen kann.
        Und die Großstädte versorgen kann.

        Wie dumm sind die Großstädte, die über intensive Landwirtschaft schimpfen.

        4
  7. Frikadellen piet 44 sagt

    moin Willi das war ein sehr schönes Gespräch in dem einiger Punkte sehr gut angesprochen und erklärt wurden deine Familie ist bestimmt stolz auf dich lebenslang grün weiß

    2
  8. Inga sagt

    Kann die Landmaschinenindustrie nicht mal ihre Maschinen umsonst an Landwirte abgeben, damit die sich leisten können im Sinne des Naturschutzes weniger zu ernten?

    7
  9. Brötchen sagt

    Lebensmittel müssten, wenn es nach den Grünen Forderungen geht, noch viel teurer sein.

    Eier vom Zweinutzunghuhn würde 0.80 Cent und Brustfilets 38 € das kg kosten! Bzw. die Kollegen kalkulieren mit den Preisen!

    Das was wir hier an Preisen sehen ist nur ein Bruchteil, was Lebensmittel kosten würden, wenn grüne Träume wahr werden!
    Dann würde der ganze Aufwand für Naturschutz und Biodiversität noch oben drauf kommen.

    Die DDR hatte die schönen Fantasiepreise….und wir waren so gut wie pleite..

    4
    • Inga sagt

      Ja, die hat ja auch alles subventioniert, damit ihre Bürger mit dem niedrigen Lohn sich alles leisten konnten.

      • Brötchen sagt

        Inga hier das gleiche, nur anderes Niveau.
        Nur waren techn. Sachen sehr teuer, wenn es die überhaupt gab.

        Es wurden nur bestimmte Sachen des Grundbedarfes mit bestimmten Preisen bedacht.
        Fleisch war im Verhältnis recht teuer!
        um die 10 Ostmark je kg bei einem Durchschnittsverdienst von 600 bis 700 Ostmark. Renter hatten glaube 300 Ostmark. Miete war 50 Ostmark.
        Trabbi 10000 Ostmark. Aber paar Salamanderschuhe auch 100 Ostmark, wenn es die mal gab. Butter wie heute 2,50 OM soll aber weniger Fett gehabt haben.

        So ein Steuersystem wie heute gab es da nicht.

        https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mauerfall/ddr-im-herbst-1989-milliardensubventionen-sollen-das-system-staerken/10895952-2.html

        Glaube der Staat verpflichtet die Betriebe nur zu bestimmten Abgaben und hatte eine fest geplante Produktion und eine fest geplante Rohstoffversorgung.

        Das nähert sich dem allen ganz langsam an.
        Wie wenn Energie kontigentiert wird, haben wir das alte Planwirtschaftssystem.
        Wir wurden dazu als Landwirte auch ausgebildet, in dieses System einspeisen zu können, mit der Planung.
        Abseits dessen gab es noch gewissen Spielraum, so Art Tauschverfahren zwischen Betrieben. Ansonsten hätte das ganze nie funktioniert, hat auch nur sehr schlecht funktioniert.

        3
        • Stadtmensch sagt

          “hat auch nur sehr schlecht funktioniert.”

          Zum Glück gehts heute in der “Leistungsträger-Marktwirtschaft” ganz ohne Subventionen: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/chipfabrik-im-saarland-wolfspeed-und-zf-erwarten-hohe-zuschuesse/28953090.html
          (halbe Milliarde….Schnäppele)

          Wenn ich nur an Müller Milch denke…

          Oder jetzt wieder in den “Verschwörungsmedien”, der Vergleich zwischen dem Militärbudget F und D. Die Franzosen können mit dem gleichen Kapitaleinsatz ein Vielfaches an Miltärtechnik aktuell und einsatzfähig! halten. Die deutsche Laber-Gesellschaft kann sich jetzt noch in die Bedeutungslosigkeit jammern. Es ist zum Fremdschämen…

          6
          • Reinhard Seevers sagt

            Wie sagte man in den 70ern immer: Der Russe darf nicht am Wochenende angreifen, dann sind nämlich alle zu Hause.
            Die Bundeswehr ist Sinnbild der gesellschaftlichen Zustände. Mal ist sie Kriegsmaschine, mal Aufrechterhalter der Rüstungskonzerne, mal Luschentruppe, mal Verteidiger der Demokratie…je nach Weltlage und politischer Stimmung im Lande, wird ihr dieses oder jenes Mäntelchen umgehängt. Erinnert irgendwie an die Landwirtschaft. Ist die Bundeswehr eigentlich nachhaltig? Und wenn nicht, warum nicht? 😎

            6
          • Stadtmensch sagt

            Für den Weltfrieden ist es natürlich ein Segen. Das will ich nicht unerwähnt lassen. Man stelle sich vor, die (H)Ampelmänner und -Frauen könnten sich auf eine funktionierende Militärverwaltung stützen.
            😉

            3
        • Ostbauer sagt

          Also Brötchen,
          an der “schlechten” Landwirtschaft, ist die DDR garantiert nicht zu Grunde gegangen.
          Die funktionierte in der Planwirtschaft noch am Besten, zumal die LPGen nur Zielpläne aufgedrückt bekamen. Wie sie die erreichten, da hatten sie relativ freie Hand.
          Besondere Blüten trieb die ganze Subventionierung der Grundnahrungsmittel allerdings auch. (z.B. massenhaftes Verfüttern von Brot an die indviduellen Schweine ;oder Kaninchenzucht, für 50 Mark das lebende Karnickel verkauft, für 12 Mark das fertige Karnickel im Laden zurückgekauft)
          Aber alles andere, was wir damals und manchmal heute noch als Luxus beschreiben würden, war sauteuer. Wir haben es vermisst, aber es hat uns nicht umgebracht.
          Deshalb gehe ich auch vollkommen konform mit den Vorwürfen von Herrn Seevers;
          bevor man die Grundbedürfnisse so massiv in Frage stellt, sollte ja wohl erst der ganze andere Rest hinterfragt werden.
          Mal so am Rande; nach so manchem Kommentar hier; mich erstaunt immer wieder, wie wenig der geneigte Bürger der alten Bonner Republik über seine “Brüder und Schwestern im Osten” wusste und weiß.
          Eigentlich wäre es ja interessant sich mal mit den Historien zu beschäftigen, aber ob das emotionslos und faktenbasiert ablaufen würde? Ich hab da so meine Zweifel.
          Immer, wenn das Thema hier hoch kam gabs irgendwie Ärger.
          Aber wie sagt der Chef vom Ganzen: Streiten macht Spaß!

          2
          • Brötchen sagt

            Ostbauer na doch….die ganze Tierhaltung war überdimensioniert und war sehr unwirtschaftlich!
            Da machst Du dir was vor!
            Fachlich war das alles super, da gehe ich konform, aber die Wirtschaftlichkeit war wegen der Fantasiepreise schwierig.

            • Stadtmensch sagt

              Weiß nicht. Als noch nicht alles bis aufs Letzte “wirtschaftlich” war, hatten die Leute auch genug zu essen. Es gab nicht diese internationale Arbeitsteilung bei der Produktion von Agrarrohstoffen, es gab keine Multis, die sich am Handel demaßen mästen, wie es jetzt passiert.
              Naja, das Kind liegt im Brunnen. Jetzt hilft nur noch ganz innovativ noch zwei Rippen zusätzlich ranzuzüchten. Flügel wegzüchten beim Geflügel. Da geht noch was. Wir sollten den Anlegern dankbar sein, dass sie uns ständig diese “Innovationen” ermöglichen. Nur schnell sein. Nicht fragen.

              • Brötchen sagt

                stadtmensch ich arbeite zufällig in der zucht….was du anführst sind Mythen und Legenden.
                in der DDR war überhaupt nix der Wirtschaftlichkeit untergeordnet. vom bis letzten wirtschaftlich waren wir weit entfernt.
                es wurden unsinnig grosse tierbestände vorgehalten für die nicht genügend Futter vorhanden war, das hatte dann die auswüchse wie Eiweißmischsilage oder Broilerkacke als Rinderfutter. zur Ernte würde dann gezittert wieviel Futter für Devisen wieder eingekauft werden muss, damit wurden dann schweine gemästet die unter Preis nach dem Westen verschleudert wurden, wegen der Devisen. das könnte auf Dauer nicht gut gehen. typisches Schneeballsystem.
                die mähdrescher standen meist früh und waren mehr kaputt als ganz, weil laufend die Keilriemen rutschten usw. die ganze Ernte war ein einziger Krampf. heute juckt keinen, wer und wie die Ernte mit drei mähdreschern einfährt. Strohbergung ist ein Klacks….wir haben damals wochenlang rumgewürgt.
                habe selber genug bei der Getreideernte geholfen und mit Stroh abgefahren als Jugendlicher in den Ferien. Silagequalität war meist unter aller Sau usw…
                gab sicher auch gute Dinge, aber man kann sich auch selbst besch….
                die mastställe waren Bruchbuden und gülle- und rattenhöllen. habe Mal eine kleine Mast alleine als Urlaubsvertretung gemacht….heute kann sich keiner vorstellen was da abging.
                jedenfalls damals lag das Kind meterhoch in der gülle dagegen sind heute die ställe urlaubssanatorien.

                3
                • Stadtmensch sagt

                  Hab ein bisschen Einblick in die Historie der Agrargenossenschaft Laas (Verwandtschaft). Zustände die du beschreibst sind da nicht dabei. Aber wird schon stimmen was du schreibst. Für Devisen wurde alles getan.

                  Finde es nur interessant, dass jetzt hier in der besten aller Welten auch wieder nur gejammert wird 😉

                  Zu Ostbauers Kaninchen-Statement hab ich das gefunden:

                  “Fatal waren dazu die Vorgaben Honeckers: „Die Leute brauchen billiges Brot, eine trockene Wohnung und Arbeit“, befand er. „Wenn diese drei Dinge stimmen, kann dem Sozialismus nichts passieren.“ Also war Brot billiger als Getreide und diente als Schweinefutter. Und Züchter konnten ein Kaninchen für 60 Mark verkaufen, das Tier geschlachtet und ausgenommen bei der Handelsorganisation HO aber für 15 Mark zurückkaufen.”

                  “https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/mit-dem-plan-in-die-pleite-6792904.html”

                • Brötchen sagt

                  das wusstest du nicht mit den Kaninchen, das ist doch Allgemeinwissen.
                  war ähnlich auch mit Eiern.
                  30 % der Mastschweine waren aus privater Produktion!
                  wir haben die ganzen Problemkreise auch beim Studium offen diskutiert in den Seminaren. das ist nicht nur meine persönliche Erkenntnis.
                  es wurde aus diesem Grund auch viel Futter in den Betrieben weggefunden..
                  mein Vater hat immer einen ganze Kasten Buttermilch gekauft, für die Schweine….
                  sicher habe ich auch etwas übertrieben, im Westen war damals auch nicht alles so ausgefeilt.
                  es gab auch offiziell kein Futter zu kaufen…ich meine als Futtermittelhandel wir heute.
                  als lpg Mitglied oder im veg bekammst du Deputat….paar zenter Gerste und Kartoffeln konnte man in der mühle abholen.
                  das reichte für ein Schwein…
                  manche hatten nebenbei noch kleine Flächen, die riefen dann bei meinem Vater an, wegen mähdrescher oder Stroh…
                  ansonsten würde Kartoffeln gestoppelt, da ging es dann manchmal auch schnell in die vollen reihen…
                  das wurde noch so geduldet.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Wofür sind die Abenteuer der Vergangenheit noch Mal hilfreich?
                  Der Osten war theoretisch überlegen und ökonomisch unterlegen, der Westen fachlich schlecht, dafür monetär gut dabei….😎

                  2
                • Brötchen sagt

                  die alten wollen sich natürlich ihre schöne DDR nicht kaputt reden lassen.
                  wenn ich z.b. meine Verwandtschaft sehe, die haben nach der wende nie wieder gearbeitet und reden sich dann die DDR schön….was ich ja auch nachvollziehen kann.
                  wie der ostbauer schrieb war alles der Autarkie untergeordnet!
                  das war eben wirtschaftlich unsinnig!
                  da die DDR Mark nicht konvertibel war, ging das nicht anders.
                  selbst mit Polen war der Austausch schwierig, weil dann zuviel Geld / Produkte abgeflossen sind.
                  ich habe im Rahmen des Studiums in einigen betrieben gearbeitet verteilt über die ganze DDR.
                  man hat auch im Nachhinein viel überlegt, wenn das besser gelaufen wäre dann und so weiter…das war aber von Ansatz her schon dem Untergang geweiht.

            • Ostbauer sagt

              Im Normalfall war die Tierhaltung nicht überdimensioniert, zumindestens nicht beim Milchvieh,wenn auch die nachfolgende Logistik (Gülleproblem) zu dem Zeitpunkt nicht gelöst wurde.Komischerweise sind es aber gerade die Milchviehbetriebe, welche heute noch bestehen.(4000 er Milchviehanlage)
              Mit der Einführung der AIV( Agrarindustrievereinigung) hat man den Bogen dann wohl überspannt.
              Wirtschaftlichkeit war damals wohl eher zweitrangig; wichtig war, wie bei allen Autokratien, die Selbstversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

  10. Reinhard Seevers sagt

    Sehr schön….frei nach dem Motto von Gregor Gysi: “Missverstehen Sie mich richtig!”😎

    6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert