Bauer Willi
Kommentare 35

Stiller Protest – lauter Protest (und was Privates)

Eine öffentliche Stellungnahme

Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.

Wir, die Graswurzler, zu denen Nadine Henke, Gabi Mörixmann, Bernhard Barkmann, Marcus Holtkötter, Dirk Nienhaus, Ralf Paulsen, Rene Rempt und ich gehören, heißen eine solche Zweckentfremdung nicht gut und möchten uns hier klar und unmissverständlich davon distanzieren.

Bei allem Verständnis für die aufgebrachte Stimmung verfolgen wir weiterhin unsere Linie des Dialogs. In einer klaren und unmissverständlichen Sprache, basierend auf Fakten und Argumenten.

Die Graswurzler, hier Bauer Willi

Und jetzt das Private: Ich werde ein paar Tage Auszeit nehmen. Die letzten Wochen seit der Bekanntgabe des Agrar-Paket waren sehr motivierend aber auch sehr anstrengend. Ich muss jetzt mal „mein Gehirn durchlüften“ damit da keine Sicherungen heiß werden. Ich werde Artikel aus dem Vorrat bringen. Kommentare werde ich freischalten, mich aber nicht an der Diskussion beteiligen. Eben eine Auszeit.

Aber wie sagte schon Paulchen Panther: „Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage“

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35 Kommentare

  1. Es geht glaube ich hier darum, dass in den Socialmedia von einem grünen Kreuzzug gesprochen wird und das grüne Kreuz damit eine ganz andere Wertigkeit und auch Dynamik bekommt. Die Kreuzzüge waren alles andere als friedlich und leise.
    Ich kann es gut verstehen, dass die Graswurzler sich davon distanzieren. Dass heißt ja nicht, dass keiner an der Demo teilnimmt. Die Entscheidung der Teilnahme ist privat und muss jeder für sich selbst treffen. Und das sollte respektiert werden.

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  2. „Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.“
    Es geht glaube ich hier darum, dass von einem grünen Kreuzzug gesprochen wird und das grüne Kreuz damit eine ganz andere Wertigkeit und auch Dynamik bekommt. Die Kreuzzüge waren alles andere als friedlich und leise.
    Ich kann es gut verstehen, dass die Graswurzler sich davon distanzieren. Dass heißt ja nicht, dass keiner an der Demo teilnimmt. Diese Entscheidung ist privat und muss jeder für sich selbst treffen. Und das sollte respektiert werden.

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  3. Realist sagt

    Zunächst das Lob: Die Aktion der grünen Kreuze war und ist ein absoluter Erfolg als Ausdrucksmittel gegenüber der Öffentlichkeit, wie schlimm es steht. Der noch viel größere Erfolg war und ist für mich aber der, dass dieser Protest von unten kam. Danke allen Initiatoren!!!

    Nun die Kritik angesichts dieses Postings: Mit der Betonung auf die Graßwurzelbewegung finde ich es etwas komisch, nun eine Art Besitzanspruch auf die grünen Kreuze zu erheben. Das macht doch so eine Art von Protest aus: Einige wenige stoßen etwas an und entweder verpufft es, oder aber (wie bei den grünen Kreuzen) wird eine Bewegung ausgelöst (dessen Ende nicht absehbar ist). Eine Distanzierung (von was überhaupt genau?) erscheint mir sehr unangebracht.
    Die grünen Kreuze können nämlich aus meiner Sicht nur ein Anfang sein. Wenn die Landwirtschaft jetzt so langsam nicht massiv dagegen hält, wird es sie in ein paar Jahren nur noch unter gänzlich anderen (negativen) Vorzeichen geben. Es ist deshalb gut, wenn andere den Faden aufgreifen und ihn weiterspinnen. Es muss einfach etwas passieren!!!

    P.S. Auch wenn Du, Bauer Willi, nun grüne Pakete verschickst und dazu aufrufst (was ich gut finde), möchte ich auch dazu noch eines loswerden: Wenn wir uns die derzeitigen Medien- und Politikmuster und erfolgreichen Protestformen angucken, müssen wir akzeptieren, dass die stille Mahnung nur begrenzten durchschlagenen Erfolg hat. Klar, man kommt in die Lokalzeitung und ist Teil der Erntepredigt. Toll! Aber sonst? Bewegen tun wir damit nichts – wir lügen uns etwas in die Tasche, wenn wir das glauben. Wir selbst müssen uns bewegen, damit etwas passiert.

    Wie schrieb schon Erich Kestner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

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    • Bauer@BauermitHeimat sagt

      Ja, schade daß die Grünen Kreuze nun mit Urheberrecht versehen werden …. Eine Graswurzelbewegung ist eben eine „Bewegung“, also mit Dynamik verbunden. Daher ist die Initiative „Land schafft Verbindung“ auch in diesen Kontext zu sehen. Willi, wenn Du Bonn nicht mit Deinem Trecker blockieren willst, akzeptiere ich das, aber eine Distanzierung finde ich traurig.

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  4. Moin!

    Ich fürchte, gegen Umweltauflagen zu kämpfen ist im Prinzip wie gegen die ureigensten Interessen der nachhaltigen Landwirtschaft zu kämpfen?!

    Was erwartet man denn? Keine Auflagen, möglichst wenig Kontrollen? Und dann … wird nicht jede Produktivitätssteigerung ohnehin wieder eingepreist?

    Wenn es nur um den Dialog mit der Politik, aber nicht mit den Verbrauchern geht, dann kann man sich das schenken!

    Welche Parteien will man hier denn erreichen? Ich weiß zumindest, welche Parteien MERCOSUR bejubelt haben und für die Wirtschaftspolitik verantwortlich sind, die die Landwirtschaft erst in diese Misere geführt haben. Und ich weiß, welche Partei da welche Beiträge im Bundestag eingereicht hat von wegen nach den Taten bemessen.

    Und von wegen Bauernverband. Ich dachte immer, Spekulation mit Agrarflächen wäre ein Problem. Scheint aber nicht so schlimm zu sein, wenn eine linksgrünversiffte Landesregierung sich dieses Problems endlich mal annehmen möchte?!
    https://www.tlz.de/politik/gruene-und-linke-wollen-gesetz-gegen-landraub-bauernverband-sieht-das-kritisch-id227210699.html

    Jetzt holt einen der Mist ein, zu dem ein der ewige Unterbietungswettkampf gezwungen hat, und man wundert sich?! Ewiges Wachstum funktioniert nie nicht, sollte jeder Landwirt wissen … und trotzdem hofiert man immer diejenigen, die genau das fordern … und wundert sich darüber, daß das Auto wichtiger ist als Essen … yeah …

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    • Thomas Apfel sagt

      Lieber Herr Suhr,
      den „Unterbietungswettkampf“ suchen sich die Bauern weder aus, noch betreiben sie ihn.
      Der Selbige ist systemimmanent und wird über Druck des Handels durch in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern (wegen geringerer Standards und Produktionskosten) mögliche Niedrigpreise bestimmt. Das Problem ist eher, dass Nationalstaaten mit ihren Parlamenten, Regierungen und Verwaltungen einerseits machtlos sind gegenüber der Globalisierung der Märkte und andererseits den Rahmen des Nationalstaats brauchen um ihre (gut bezahlte) Existenz zu rechtfertigen. Es ist der alte Fluch der Kleinstaaterei, der Europa daran hindert wie China, Indien und die USA als eigener starker Wirtschaftsraum zu agieren. Dieser Umstand wird unter anderem durch die USA genutzt, um über alle möglichen Wege den Spaltkeil in die EU zu treiben (Vishegrad, NATO, und allerlei bunte „Revolutzeriönchen“ und „Bewegungen“).
      Was genau die LINKE daran ändern kann (und will) ist mir ein Rätsel.
      Die Bauern respektive die Landwirtschaftsbetriebe werden genau zwischen diesen objektiv wirkenden Gesetzten eines einerseits offenen Marktes und andererseits nationaler „Verteuerungsmaßnahmen“ zerrieben. Daran will und kann im Moment keine Partei etwas ändern, dann müsste man ja den Handel – unsere Wohlstandsgrundlage – regulieren. Die tatsächlich notwendige Gestaltung von Rahmenbedingungen geht derzeit in der totalen Hysterie unter. Ihre Partei ist beim Schüren der Hysterie nebst den Grünen Spitzenreiter. Was Maßnahmen der Landwirtschaft gegen Biodiversitätsverlust und Stoffausträge in die Umwelt betrifft wird gerade von den Landwirtschaftsbetrieben in Deutschland viel getan. Es ist zu begrüßen, und das ist kein Verdienst ihrer Partei, dass die Roten Gebiete beim Nitrat auf Kreisebene und Verursacher heruntergebrochen werden könnten. In Bezug auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume für Insekten und anderes Mitgetier sind Strukturanalysen der Landschaften und sinnvolle Wiederherstellung bzw. Neuerstellung von Saumbiotopen sinnvoll. Gemeinsam mit den Bauern wird das aber nur gelingen, wenn nicht jeder angelegte Blühstreifen und jede Obstwiese sofort Naturschutzstatus bekommt. Das ist dann tatsächlich eine Enteignung. Bei der Bewertung der tatsächliche Auswirkungen von Pflanzenschutz auf Biodiversität und Artensterben gehört ihre Partei und vor allem Frau Tackmann zu den Scharfmachern, die die Grünen gern links überholen möchten.
      Nüchterne Abwägungen und Beurteilungen täten not, einen Beitrag gerade ihrer Partei dazu kann ich nicht feststellen. Ein Dilemma in den gegenwärtigen Entwicklungen ist die Verschiebung der „gefühlten“ Glaubwürdigkeit in Richtung NGO´s, einfach dank deren medialer Vernetzung. Der Politik, den Parteien und den konventionellen Bauern wird nur von einem Viertel der Bevölkerung Glaubwürdigkeit attestiert. Bei den NGO´s ist das Verhältnis genau umgekehrt, sie werden von über 70 % der (interessierten) Bevölkerung für glaubwürdig gehalten. Sie werden in den nächsten 10 Jahren die Politik bestimmen und nicht mehr die Parteien, und sie sind über kein Wahlverfahren demokratisch gewählt, sondern generieren ihre Macht aus Dogmen, Halbwahrheiten auf der einen Seite und Inquisition und Ausgrenzung auf der anderen Seite: ( „Du nicht meiner Meinung: Du Faschist !“). Dies ähnelt der Machtergreifung durch andere Glaubenseiferer in den verschiedensten Gegenden dieser Erde in Vergangenheit und Gegenwart erschreckend.

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      • Ernest Schönberger sagt

        Und wie weiter, Herr Apfel? Der Nebel am Ende Ihrer war Ausführungen war irgendwie gar nicht mehr so konstruktiv. Statt Nebel mal drei Thesen.
        1) Eine gesteigerte Wertschätzung von Essen schadet unser Gesellschaft nicht.
        2) Die Zusammenarbeit von Bauern mit Abnehmern außerhalb des oligopolischen Handels, insbesondere in der näheren Umgebung, schafft Vertrauen und schließlich Rückhalt in der Bevölkerung und steigert die Ernährungssicherheit. Hierbei können Ernährungsräte helfen. Die Schreihälse beiderseits (Greenpeace z.B. und der Bauernverband) werden bleiben, aber die Vernunft darf nicht sterben, und dafür muss mehr passieren.
        3) Wenn Wirtschaftsweisen anfangen zu töten, müssen sie geändert werden.

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        • firedragon sagt

          Herr Schönberger,

          These 1: hat niemand was gegen einzuwenden
          These 2: es ist schwierig regionale Abnehmer zu finden. Das liegt an dem jeweiligen Produkt, welches „produziert“ wird und am Mangel regional verarbeitender Betriebe.
          These 3: welche Anbauweise, meinen Sie, die tötet?

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            • firedragon sagt

              Gebe ich Ihnen im Prinzip schon recht.
              Trotzdem hätte mich Ihre 3. These interessiert.

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          • Ernest Schönberger sagt

            Zum Thema: es ist schwierig regionale Anbieter zu finden. Das ist wohl eines der dicken Bretter. Daher da weiter:
            Wo werden Ernährungsräte, die Stadt und Land verbinden könnten, diskutiert?
            Kennt jemand Slow Food? Bec Hellouin? International Biochar Initiative? Das Buch „Humusrevolution“?
            Wenn das Problem der LEH ist, wie könnte eine Exit-Strategie lauten?
            Hilft einem Milchbauern bei Stadtnähe, eine Milchtankstelle einzurichten?
            Oder sind das alles Geschäftsgeheimnisse, die man nicht offen diskutieren kann?
            Dann komme ich gerne vorbei und höre mir Ihre Ideen vor Ort an.
            Ich wohne in Düsseldorf und kenne Heinrich Hannen bzw den Lammertzhof. Der ist nicht unzufrieden mit seinen Erträgen.
            Ich glaube nach meinem aktuellen Stand, dass es möglich ist, die LW zum Teil zu regionalisieren, Boden aufzubauen, global (nicht so sehr in D) reichlich CO2 zu binden. Aber viel hängt davon ab, die Verbraucher in D aus der LEH-Gehirnwäsche zu befreien. Und dann das Vertrauen bei den Bauern aufzubauen, dass es auch anders geht. Bin in der Solawi hier drin. (Mein Hoffnungshorizont ist utopisch ein Win-Win nach dem Motto: wir bauen Arbeitsplätze in der LW auf, machen die Dörfer attraktiv, dann will auch nicht jeder in die Stadt und die Mietpreise bleiben human. Bitte nicht darauf antworten, sondern wenns geht konkret zum Thema „regionale Abnehmer finden“)

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            • Schmeckt gut sagt

              Herr Schönberger, prima, wenn sie sich so bei ihrem regionalen Bauern einbringen. Wir leben hier auf dem platten Land. Haben jeweils eine Stunde bis zur Autobahn. Geringe Bevölkerungsdichte. Trotzdem lief bis vor 10 Jahren unsere Direktvermarktung mit über 10 verschiedenen Früchten recht gut. Als dann die Discounter und Megasupermärkte verstärkt an ihrer Qualität im O&G und auch gesamten Sortiment arbeiteten und auch mehr und mehr Doppelverdiener und Singlehaushalte entstanden, brach genau dieser, von ihnen geforderte Direktabsatz, massiv ein. Wir bauen jetzt nur noch eine Kultur an und das im großen Stil. Sie würden wahrscheinlich sagen „industrieller Anbau“. Es funktioniert aber nicht anders. 3 Generationen und unsere Angestellten und Saisonhelfer wollen versorgt sein. Solawi finde ich auch megaspannend, aber wie bitte schön soll die bei uns auf dem platten Land funktionieren, wo viele nach dem Geld schauen müssen? Vor 20 Jahren, bevor wir den Betrieb neu ausgerichtet haben, wäre es einen Versuch wert gewesen. Aber einen Hofnachfolger hätte ich dann mit Sicherheit nur gefunden, wenn wir in Großstadtnähe leben würden. Zur Risikoabsicherung in der Solawi benötigt man einen bevölkerungsreichen Einzugsbereich. Mein Sohn ist vor 3 Jahren in eine Vater/Sohn-GbR eingestiegen, um die Hofübergabe vorzubereiten. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob dieser Schritt richtig war.

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              • Ernest Schönberger sagt

                Vielen Dank, hochinteressant. Solawi ist halt genau das Stadt-Land-Ding, stimmt. „Industriell“ ist eben der Stand der Technik, da kommt man nicht so eben raus, das habe ich verstanden. Z. B. weiß ich, dass man beim Umstellen auf Bio erst einmal drei Jahre brücken muss. Mein Beispiel, Herr Hannen, hat Glück, weil er einen ziemlich guten Wasser-Vertrag mit den benachbarten Stadtwerken hat – er hat direkt nebenan ein Wassergewinnungsgelände von denen. Ich lerne immer weiter aber ich weiß schon: nur Stadt und Land gemeinsam schaffen eine gute Zukunft (sorry für den Kalenderspruch).

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                • Schmeckt gut sagt

                  So kommen wir weiter in der Diskussion. Danke. Muss jetzt aber zur Gemeinderatssitzung. Morgen mehr.

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            • Schmeckt gut sagt

              Ach ja. Bei uns kommen immer wieder Kunden und bedauern, das wir die anderen Früchte nicht mehr anbauen. „Die haben wir doch immer bei Ihnen gekauft“ (Standardspruch). Alle anderen Früchte hatten wir aber schon vor 4 Jahren gerodet. Nur mal so als Denksportaufgabe.

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            • firedragon sagt

              Herr Schönberger,

              danke, dass wir ins Gespräch kommen.
              Regionalität :
              Unser Betrieb hat eine kleine Mutterkuhhaltung. Die Kälber verkaufen wir gerne als Absetzer. Hat dieses Jahr nicht geklappt, wir haben zwei Bullen stehen.
              Wir haben einen Metzger im Dorf, der hat auch ein Schlachthaus, es entspricht allerdings nicht mehr den heutigen EU – Anforderungen.
              Wenn es klappt könnten die Tiere 30 km entfernt bei jemandem geschlachtet werden. Die Entfernung ist noch akzeptabel. In anderen Regionen ist das nicht immer so möglich.
              Wir bauen Mais für die menschliche Ernährung an. Drei Orte weiter ist Deutschlands einzige Maismühle. Da haben wir Glück, dass die in unserer Region ist. Wir wollten den Mais gerne auf Bio umstellen, geht aber nicht, der Markt ist voll. Die Produkte, die diese Mühle hergestellt, sind weltweit im Handel.
              Wir bauen diverse Getreidesorten an, wir haben auch zwei Bäcker bei uns im Ort. Der mahlt allerdings kein Getreide. Zudem ist er an unseren „normalen“ Sorten nicht interessiert. Eher an unserem Dinkel und Emmer. Für diese Sorten gibt es hier in unserer Region keinen Abnehmer, der ist sehr viel weiter weg.
              Wir haben überlegt, ob wir uns eine Schälmaschine kaufen sollen, ist für uns zu teuer.
              Wir haben auch Wein. Den verkaufen wir nicht regional. In unserer Region gibt es Wein zu Hauf.

              Diese Regionalität die wir uns alle so sehr wünschen, die gab es. Leider ist sie gestorben und daran hatte auch die Politik mit ihren Auflagen mit Schuld.
              Vielleicht erwächst sie ja wieder neu.

              Herr Schönberger, wir arbeiten konventionell.
              Wir haben vieles im Anbau, was nicht gespritzt wird und den Rest behandeln wir je nach Druck. Ist beispielsweise das Unkraut in einem tollerierbarem Rahmen, werden keine Herbizide ausgebracht. So lange Schädlinge nicht überhand nehmen, verwenden wir auch keine Insektizide.
              Jede Spritzung kostet Geld und das schmeißt keiner zum Fenster raus, wenn er es später nicht mehr sieht.
              Ich denke, da kann ich für die Mehrheit der Landwirte sprechen.

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              • Ernest Schönberger sagt

                Vermute mal, die Aussage

                …Diese Regionalität die wir uns alle so sehr wünschen, die gab es. Leider ist sie gestorben und daran hatte auch die Politik mit ihren Auflagen mit Schuld. …

                hat in der starken Lobbymacht des LEH-Oligopols und der Chemie und Maschinenbauindustrie seinen tiefen Hintergrund. Oder?
                Das Kapital – das flüchtige Reh – kann ja in globalisierten Zeiten so gut ausweichen wie noch nie. DAGEGEN muss was getan werden. Und: es gibt einen Grad von Mechanisierung / Automatisierung, der vor Ort Sinn macht. Mehr nicht. Oder? Das müsste Politik, glaube ich, eher regional als bundesweit oder gar EU-weit regeln. Und da hakts. Weil man Chemie und Maschinen eben weltweit am gewinnbringendsten verkaufen kann. Weil man als LEH-Riese ganz Westeuropa als Markt hat. Weil Transporte halt so billig sind. Weil, weil, weil…

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                • firedragon sagt

                  Herr Schönberger,

                  diese kleinen Strukturen sind, wie es sie noch vor 30-40 Jahren gab, mit der Ausweitung der Globalisierung gestorben. Erst langsam, dann immer schneller.
                  Dieser Wandel trifft aber nicht nur auf die LW zu, es hat alle Bereiche getroffen. Und das ist nicht nur ein deutsches Problem.
                  In der Wirtschaft (auch Landwirtschaft) greifen so vielen Räder ineinander, da ist es verdammt schwierig rauszukommen. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist. Aber einer allein kanns auch nicht richten.
                  Und wie Sie schon geschrieben haben; ich kann zum Beispiel Baden-Württemberg nicht mit Holstein vergleichen, auch nicht die Toskana mit den Niederlanden. Die Gesetzgebung müsste flexibler sein.

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                • Wenn die LW in der Globalisierung ist, Firedragon
                  dann muß man hier eben nach der Ökologie und nicht nach Menge subventionieren!
                  Also Kleinbetriebe erhalten und nicht nach Fläche fördern, oder?

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                • firedragon sagt

                  Inga,
                  wenn der Staat das tatsächlich will, hätte er das schon lange machen können /müssen.
                  Also, will er es wirklich?

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                • firedragon sagt

                  Herr Schönberger,
                  Ihre Mitteilung mit Link habe ich gesehen, wird aber ’ne Weile dauern, bis ich dazukomme, den anzuschauen.

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                • firedragon sagt

                  Guten Abend Herr Schönberger,
                  den Link habe ich mir angeschaut – ganz ehrlich – wir haben zuviel „um die Ohren“, als dass wir noch eigene Maschinen bauen könnten. Wir reparieren schon so ziemlich alles selbst, wenn’s irgend geht.
                  Aber danke, war ein interessanter Film.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Die werden sofort ausverkauft sein, bei einem BIO Putenschnitzelpreis von 27,75 € je Kg.

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          • Ernest Schönberger sagt

            Wenn die Aussicht ist, dass keiner mehr Nahrung produziert, sollte das helfen. Es gibt ja so doofe Autoaufkleber, die mit der Feststellung enden, dass man Geld nicht essen kann. Oder die Sage vom König Midas…

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Die NGOs generieren ihre Glaubwürdigkeit v.a. über Großspender, die äußerst professionelle Medienkampagnen finanzieren und Idealismus mimen, wo sie ihre eigenen privaten Interessen meinen.
        In Österreich sind zum Beispiel Hausratte und zwei Fledermausarten vom Aussterben bedroht. Hat so ein Tier je nur annähernd jene mediale Aufmerksamkeit erlangt wie der Wolf, der global alles andere als vom Aussterben bedroht ist? Der WWF ist vor allem eine Vereinigung finanzkräftiger Großwildjäger. Und warum die den Wolf hier haben wollen, das kann man in folgendem Text nachlesen:
        https://www.jagdreisen.de/beitrag/jagd-auf-wolfe
        Rehkrickerl und Hirschgeweihe hängen schon zuhauf in den illustren Jagdzimmern, jetzt muss was Spannenderes her. Und plötzlich ist der Schalenwildbestand, der dem Jagdtourismus zuliebe hochgehalten wurde, ein Problem.
        NGOs machen heftigst Politik, aber ohne Verantwortung. Während man von Politikern immer mehr auf Offenlegung ihrer Finanzquellen pocht, interessiert sich kein Schwein, wer die NGOs sponsert.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Ein Schmankerl aus dem Fließtext des Links: „Zentraleuropäische Jäger werden bereits in naher Zukunft Wolfsbestände kontrollieren müssen. Die Wölfe werden eine sehr ernste Bedrohung für die Wildbestände, fürs Nutzvieh und für Jagdhunde darstellen. So ist es bereits in Skandinavien der Fall. Es wird also dazu kommen, sie bejagen zu müssen. Jedoch sehe ich den Wolf nicht als Problem. Das wäre zu kurz gedacht. Zu erst einmal ist der Wolf ein Test für den Jäger. Eine ehrliche und interessante Herausforderung.“

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          • firedragon sagt

            Holla die Waldfee, sag ich dazu.
            … Test für den Jäger… ehrlich und interessant…??
            Derjenige, der das geäußert hat scheint sich ausschließlich von Wild zu ernähren. Anders ist das wohl nicht zu erklären.
            Wieviel Nutztiere werden diesem „Test“ wohl zum Opfer fallen. Und die Tierhalter finden es sicher interessant Kadaver auf den Weiden einzusammeln. Und sie werden wahrscheinlich ehrlich entschädigt.

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  5. Dominik sagt

    Ich denke du sprichst nicht für alle die du oben genannt hast…. Wer auf Facebook die Gruppe verfolgt kann sehen das sich einige von denen an dem Protest beteiligen werden. Schöne Grüße

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  6. Friedrich sagt

    Wir machen weiter unseren stillen Protest, denn wir wollen frei mit der Politik reden und so Veränderungen herbeiführen. Anders unsere jungen Berufskollegen , die nach holländischen Vorbild mit den Schleppern demonstrieren wollen. Die Gruppen sammeln sich gerade und organisieren sich über das Internet , ohne den Bauernverband. Welcher Weg nun der Richtige ist , wird sich später herausstellen , aber eins sollte klar sein . Zeit haben unsere Höfe nicht , denn Düngeverordnung und Agrarpaket lsssen unsere Einkommen in die Verlustzone laufen und das treibt uns alle an. Einer unserer Gegner , der Staatssekretär Aeikens verläßt schon freiwillig das Ministerium . Jetzt fehlt nur noch der Staatssekretär Flasbarth im Umweltministerium, dieser Hauptakteuer und unser größter Widersacher. Beide gehören dort nicht hin und sollten durch realistische , nicht ideologische Fachleute ersetzt werden. Hoffen wir einmal.

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    • Matthias Zahn sagt

      Die Frage, welcher Weg der richtige ist, ist nicht ganz korrekt. Der Weg oder besser das Ziel ist das gleiche, nur die Route ist eine andere………

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  7. Inga sagt

    „Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.“

    Sehr respektlos,
    wer nimmt sich das Recht dazu?

    Bauer Willi,
    gute Erholung!

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