Bauer Willi
Kommentare 10

Stiller Protest – lauter Protest (und was Privates)

Eine öffentliche Stellungnahme

Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.

Wir, die Graswurzler, zu denen Nadine Henke, Gabi Mörixmann, Bernhard Barkmann, Marcus Holtkötter, Dirk Nienhaus, Ralf Paulsen, Rene Rempt und ich gehören, heißen eine solche Zweckentfremdung nicht gut und möchten uns hier klar und unmissverständlich davon distanzieren.

Bei allem Verständnis für die aufgebrachte Stimmung verfolgen wir weiterhin unsere Linie des Dialogs. In einer klaren und unmissverständlichen Sprache, basierend auf Fakten und Argumenten.

Die Graswurzler, hier Bauer Willi

Und jetzt das Private: Ich werde ein paar Tage Auszeit nehmen. Die letzten Wochen seit der Bekanntgabe des Agrar-Paket waren sehr motivierend aber auch sehr anstrengend. Ich muss jetzt mal „mein Gehirn durchlüften“ damit da keine Sicherungen heiß werden. Ich werde Artikel aus dem Vorrat bringen. Kommentare werde ich freischalten, mich aber nicht an der Diskussion beteiligen. Eben eine Auszeit.

Aber wie sagte schon Paulchen Panther: „Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage“

(Aufrufe 2.259 gesamt, 18 heute)

10 Kommentare

  1. Es geht glaube ich hier darum, dass in den Socialmedia von einem grünen Kreuzzug gesprochen wird und das grüne Kreuz damit eine ganz andere Wertigkeit und auch Dynamik bekommt. Die Kreuzzüge waren alles andere als friedlich und leise.
    Ich kann es gut verstehen, dass die Graswurzler sich davon distanzieren. Dass heißt ja nicht, dass keiner an der Demo teilnimmt. Die Entscheidung der Teilnahme ist privat und muss jeder für sich selbst treffen. Und das sollte respektiert werden.

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  2. „Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.“
    Es geht glaube ich hier darum, dass von einem grünen Kreuzzug gesprochen wird und das grüne Kreuz damit eine ganz andere Wertigkeit und auch Dynamik bekommt. Die Kreuzzüge waren alles andere als friedlich und leise.
    Ich kann es gut verstehen, dass die Graswurzler sich davon distanzieren. Dass heißt ja nicht, dass keiner an der Demo teilnimmt. Diese Entscheidung ist privat und muss jeder für sich selbst treffen. Und das sollte respektiert werden.

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  3. Realist sagt

    Zunächst das Lob: Die Aktion der grünen Kreuze war und ist ein absoluter Erfolg als Ausdrucksmittel gegenüber der Öffentlichkeit, wie schlimm es steht. Der noch viel größere Erfolg war und ist für mich aber der, dass dieser Protest von unten kam. Danke allen Initiatoren!!!

    Nun die Kritik angesichts dieses Postings: Mit der Betonung auf die Graßwurzelbewegung finde ich es etwas komisch, nun eine Art Besitzanspruch auf die grünen Kreuze zu erheben. Das macht doch so eine Art von Protest aus: Einige wenige stoßen etwas an und entweder verpufft es, oder aber (wie bei den grünen Kreuzen) wird eine Bewegung ausgelöst (dessen Ende nicht absehbar ist). Eine Distanzierung (von was überhaupt genau?) erscheint mir sehr unangebracht.
    Die grünen Kreuze können nämlich aus meiner Sicht nur ein Anfang sein. Wenn die Landwirtschaft jetzt so langsam nicht massiv dagegen hält, wird es sie in ein paar Jahren nur noch unter gänzlich anderen (negativen) Vorzeichen geben. Es ist deshalb gut, wenn andere den Faden aufgreifen und ihn weiterspinnen. Es muss einfach etwas passieren!!!

    P.S. Auch wenn Du, Bauer Willi, nun grüne Pakete verschickst und dazu aufrufst (was ich gut finde), möchte ich auch dazu noch eines loswerden: Wenn wir uns die derzeitigen Medien- und Politikmuster und erfolgreichen Protestformen angucken, müssen wir akzeptieren, dass die stille Mahnung nur begrenzten durchschlagenen Erfolg hat. Klar, man kommt in die Lokalzeitung und ist Teil der Erntepredigt. Toll! Aber sonst? Bewegen tun wir damit nichts – wir lügen uns etwas in die Tasche, wenn wir das glauben. Wir selbst müssen uns bewegen, damit etwas passiert.

    Wie schrieb schon Erich Kestner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

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    • Bauer@BauermitHeimat sagt

      Ja, schade daß die Grünen Kreuze nun mit Urheberrecht versehen werden …. Eine Graswurzelbewegung ist eben eine „Bewegung“, also mit Dynamik verbunden. Daher ist die Initiative „Land schafft Verbindung“ auch in diesen Kontext zu sehen. Willi, wenn Du Bonn nicht mit Deinem Trecker blockieren willst, akzeptiere ich das, aber eine Distanzierung finde ich traurig.

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  4. Moin!

    Ich fürchte, gegen Umweltauflagen zu kämpfen ist im Prinzip wie gegen die ureigensten Interessen der nachhaltigen Landwirtschaft zu kämpfen?!

    Was erwartet man denn? Keine Auflagen, möglichst wenig Kontrollen? Und dann … wird nicht jede Produktivitätssteigerung ohnehin wieder eingepreist?

    Wenn es nur um den Dialog mit der Politik, aber nicht mit den Verbrauchern geht, dann kann man sich das schenken!

    Welche Parteien will man hier denn erreichen? Ich weiß zumindest, welche Parteien MERCOSUR bejubelt haben und für die Wirtschaftspolitik verantwortlich sind, die die Landwirtschaft erst in diese Misere geführt haben. Und ich weiß, welche Partei da welche Beiträge im Bundestag eingereicht hat von wegen nach den Taten bemessen.

    Und von wegen Bauernverband. Ich dachte immer, Spekulation mit Agrarflächen wäre ein Problem. Scheint aber nicht so schlimm zu sein, wenn eine linksgrünversiffte Landesregierung sich dieses Problems endlich mal annehmen möchte?!
    https://www.tlz.de/politik/gruene-und-linke-wollen-gesetz-gegen-landraub-bauernverband-sieht-das-kritisch-id227210699.html

    Jetzt holt einen der Mist ein, zu dem ein der ewige Unterbietungswettkampf gezwungen hat, und man wundert sich?! Ewiges Wachstum funktioniert nie nicht, sollte jeder Landwirt wissen … und trotzdem hofiert man immer diejenigen, die genau das fordern … und wundert sich darüber, daß das Auto wichtiger ist als Essen … yeah …

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    • Thomas Apfel sagt

      Lieber Herr Suhr,
      den „Unterbietungswettkampf“ suchen sich die Bauern weder aus, noch betreiben sie ihn.
      Der Selbige ist systemimmanent und wird über Druck des Handels durch in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern (wegen geringerer Standards und Produktionskosten) mögliche Niedrigpreise bestimmt. Das Problem ist eher, dass Nationalstaaten mit ihren Parlamenten, Regierungen und Verwaltungen einerseits machtlos sind gegenüber der Globalisierung der Märkte und andererseits den Rahmen des Nationalstaats brauchen um ihre (gut bezahlte) Existenz zu rechtfertigen. Es ist der alte Fluch der Kleinstaaterei, der Europa daran hindert wie China, Indien und die USA als eigener starker Wirtschaftsraum zu agieren. Dieser Umstand wird unter anderem durch die USA genutzt, um über alle möglichen Wege den Spaltkeil in die EU zu treiben (Vishegrad, NATO, und allerlei bunte „Revolutzeriönchen“ und „Bewegungen“).
      Was genau die LINKE daran ändern kann (und will) ist mir ein Rätsel.
      Die Bauern respektive die Landwirtschaftsbetriebe werden genau zwischen diesen objektiv wirkenden Gesetzten eines einerseits offenen Marktes und andererseits nationaler „Verteuerungsmaßnahmen“ zerrieben. Daran will und kann im Moment keine Partei etwas ändern, dann müsste man ja den Handel – unsere Wohlstandsgrundlage – regulieren. Die tatsächlich notwendige Gestaltung von Rahmenbedingungen geht derzeit in der totalen Hysterie unter. Ihre Partei ist beim Schüren der Hysterie nebst den Grünen Spitzenreiter. Was Maßnahmen der Landwirtschaft gegen Biodiversitätsverlust und Stoffausträge in die Umwelt betrifft wird gerade von den Landwirtschaftsbetrieben in Deutschland viel getan. Es ist zu begrüßen, und das ist kein Verdienst ihrer Partei, dass die Roten Gebiete beim Nitrat auf Kreisebene und Verursacher heruntergebrochen werden könnten. In Bezug auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume für Insekten und anderes Mitgetier sind Strukturanalysen der Landschaften und sinnvolle Wiederherstellung bzw. Neuerstellung von Saumbiotopen sinnvoll. Gemeinsam mit den Bauern wird das aber nur gelingen, wenn nicht jeder angelegte Blühstreifen und jede Obstwiese sofort Naturschutzstatus bekommt. Das ist dann tatsächlich eine Enteignung. Bei der Bewertung der tatsächliche Auswirkungen von Pflanzenschutz auf Biodiversität und Artensterben gehört ihre Partei und vor allem Frau Tackmann zu den Scharfmachern, die die Grünen gern links überholen möchten.
      Nüchterne Abwägungen und Beurteilungen täten not, einen Beitrag gerade ihrer Partei dazu kann ich nicht feststellen. Ein Dilemma in den gegenwärtigen Entwicklungen ist die Verschiebung der „gefühlten“ Glaubwürdigkeit in Richtung NGO´s, einfach dank deren medialer Vernetzung. Der Politik, den Parteien und den konventionellen Bauern wird nur von einem Viertel der Bevölkerung Glaubwürdigkeit attestiert. Bei den NGO´s ist das Verhältnis genau umgekehrt, sie werden von über 70 % der (interessierten) Bevölkerung für glaubwürdig gehalten. Sie werden in den nächsten 10 Jahren die Politik bestimmen und nicht mehr die Parteien, und sie sind über kein Wahlverfahren demokratisch gewählt, sondern generieren ihre Macht aus Dogmen, Halbwahrheiten auf der einen Seite und Inquisition und Ausgrenzung auf der anderen Seite: ( „Du nicht meiner Meinung: Du Faschist !“). Dies ähnelt der Machtergreifung durch andere Glaubenseiferer in den verschiedensten Gegenden dieser Erde in Vergangenheit und Gegenwart erschreckend.

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  5. Dominik sagt

    Ich denke du sprichst nicht für alle die du oben genannt hast…. Wer auf Facebook die Gruppe verfolgt kann sehen das sich einige von denen an dem Protest beteiligen werden. Schöne Grüße

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  6. Friedrich sagt

    Wir machen weiter unseren stillen Protest, denn wir wollen frei mit der Politik reden und so Veränderungen herbeiführen. Anders unsere jungen Berufskollegen , die nach holländischen Vorbild mit den Schleppern demonstrieren wollen. Die Gruppen sammeln sich gerade und organisieren sich über das Internet , ohne den Bauernverband. Welcher Weg nun der Richtige ist , wird sich später herausstellen , aber eins sollte klar sein . Zeit haben unsere Höfe nicht , denn Düngeverordnung und Agrarpaket lsssen unsere Einkommen in die Verlustzone laufen und das treibt uns alle an. Einer unserer Gegner , der Staatssekretär Aeikens verläßt schon freiwillig das Ministerium . Jetzt fehlt nur noch der Staatssekretär Flasbarth im Umweltministerium, dieser Hauptakteuer und unser größter Widersacher. Beide gehören dort nicht hin und sollten durch realistische , nicht ideologische Fachleute ersetzt werden. Hoffen wir einmal.

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    • Matthias Zahn sagt

      Die Frage, welcher Weg der richtige ist, ist nicht ganz korrekt. Der Weg oder besser das Ziel ist das gleiche, nur die Route ist eine andere………

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  7. Inga sagt

    „Die #grüne Kreuze stehen nach wie vor für einen stillen Protest von uns Landwirten. In den digitalen Medien wird derzeit versucht, die grünen Kreuze auf andere Zwecke zu übertragen.“

    Sehr respektlos,
    wer nimmt sich das Recht dazu?

    Bauer Willi,
    gute Erholung!

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