Bauer Willi
Kommentare 21

Erntedank, die Kirche und das grüne Kreuz

Ein Beitrag von Pastor Axel Rothermundt zum Erntedank-Sonntag.

http://www.kirchenkreis-buxtehude.de/glauben/andacht.html

Das Bild ist übrigens unser Erntedank-Wagen 2019. Da hat sich meine Frau wieder richtig viel Arbeit gemacht.

Bauer Willi

 

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21 Kommentare

  1. Ehemaliger Landwirt sagt

    Der Erzbischof von Freiburg Stephan Burger hat viel Verständnis für die derzeitigen Sorgen der Bauern und sieht keine Probleme mit den grünen Kreuzen. Er ist der Meinung, die Kreuze wären grün und Grün wäre die Farbe der Hoffnung.

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  2. Was ich von den Bauern und der Verbandsvorsitzenden zu Erntedank 2019 gelesen haben macht mich einfach nur zornig – genauso wie das Bild mit dem Grünen Kreuz, dass in dem Artikel in der Jungen Freiheit abgebildet war ( https://jungefreiheit.de/wirtschaft/2019/mit-gruenen-kreuzen-gegen-das-agrarpaket/ ).

    Hier mein Kommentar, den ich in der Jungen Freiheit dazu hinterlassen habe:

    Das Bild zum Artikel, mit dem grünen Kreuz auf einen frisch bearbeiteten Feld, demonstriert die Ahnungslosigkeit und die erschütternde, gefährliche Inkompetenz der Bauern im Jahr 2019 perfekt.
    Das Problem ist nämlich, dass Agrarwissenschaftler wie dieser Prof. von Tiedemann und der „Bauer Willi“ Ignoranten sind, die wesentliche Entwicklungen in verschiedenen für die Landwirtschaft wichtigen Disziplinen verschlafen haben, die grundlegende Prinzipien wirklich zukunftsfähiger Landwirtschaft nicht kennen und die folglich, auf der Grundlage ihrer schädlichen alten Paradigmen, die Bevölkerung und die Politik gefährlich falsch informieren.
    Hier ist nicht der Platz für Lehrstunden in Bodenmikrobiologie und moderner Landwirtschaft. Daher nur einige Links:
    http://www.freizahn.de/2019/09/klimaschutz-durch-landwirtschaft/
    http://www.freizahn.de/2019/06/die-angst-vor-dem-klimawandel-sinnvoll-nutzen/
    http://www.freizahn.de/2019/05/anmerkungen-zu-einer-gruenen-wahlkampfveranstaltung-fuer-landwirte/
    http://www.freizahn.de/2017/06/naehrstoffgehalt-der-lebensmittel-sinkt-seit-dem-2-weltkrieg/
    http://www.freizahn.de/2017/05/gedanken-zum-film-bauer-unser/

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sie müssen als Zahnarzt viel Freizeit haben um uns mit ihren Weisheiten zu beglücken.
      Mein Zahnarzt hat so viel Patienten, dass er nicht dazu käme.

      Verdammt noch mal, wenn ich das gewusst hätte, dann wären meine Söhne auch Zahnarzt geworden, dann wäre auch jemand in der Familie, der was von Landwirtschaft versteht.

      5+
    • Thomas Apfel sagt

      Selten soviel spinnerten Müll gelesen. Ganz grundsätzlich ist es eben die belüftende Bodenbewirtschaftung, welche den schnellen Abbau der organischen Substanz DURCH Bodenleben beschleunigt. Bohren Sie lieber weiter Zähne auf und verschonen Sie die Umwelt mit den Weisheiten irgendwelcher GURU´s. Wer nicht wenigstens Jemanden kennt der schneidern kann, sollte keine Schneiderei aufmachen wollen.

      2+
    • umkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Ohne Ihr Wissen grundsätzlich bewerten oder in irgendeiner Weise schmälern zu wollen, stört mich im Besonderen, wie emotionslos auf Krawall gebürstet Sie die Bauern generell kritisieren, die sich in Vielzahl derzeit wirklich existentiellen Zukunftsängsten ausgesetzt sehen, ausgesetzt sehen müssen!

      Und mit Verlaub, Sie betonen, Sie seien kein Zahnarzt aus bloßer leidenschaftlicher Überzeugung für eben dieses Berufsbild geworden, sondern sehen in Ihrem Beruf vor allen Dingen auch die finanzielle Sicherheit -schließlich gehören Sie nachweislich zu den deutschen Spitzenverdienern- genießen deshalb aufgrund dieser Freiräume auch das Ihnen ermöglichte, ganz persönliche experimentelle Terrain.

      Warum, bitte schön, sprechen Sie genau solche persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten den Bauern auf ihren Höfen gänzlich ab. Ist diese Spezies Mensch, in einem neuzeitlichen Sklaventum verhaftet, geistig für Sie zu einfach gestrickt, um im Einklang mit Mensch, Tier und Natur die moderne LW zeitgemäß fortentwickeln zu können!?

      Wie weit Sie von unserer Materie tatsächlich weg sind, beweisen Sie mit Ihrer pauschalen Vorverurteilung; Sie sind damit allerdings einer von vielen und somit entsprechen Sie auch nur dem profanen Durchschnittsbürger und durchschnittlich zu sein, ist doch genau das, was man Ihrer Person nicht zuschreiben sollte, oder!?

      6+
    • firedragon sagt

      Guten Tag Herr Becker,

      schade, dass Sie in Ihrem Beruf nicht die Erfüllung finden und dieser für Sie nur eine Verdiesnstmöglichkeit darstellt.

      Sie vertun Ihre Zeit mit viel Theorie !

      Möchten Sie Ihren Ego nicht sinnvoller beschäftigen ?

      Denken Sie nicht auch, statt Therorie sollte jetzt eigentlich die Praxis folgen ?

      Wagen Sie es !
      Seine Sie mutig und zeigen uns und vor allem sich selber, dass sich Ihre Theorien in die Praxis umsetzen lassen.
      Pachten Sie einen Hof, davon gibt es reichlich derzeit im Angebot.
      Stellen Sie sich der Materie !

      EINE Bedingung : Sie verwenden keinen Cent Ihres bisherigen Einkommens !!
      Das legen Sie auf Eis, sonst wäre das gleichzusetzen mit schummeln.
      Schummeln verboten.
      Halten Sie sich an die Spielregeln des Gesetzgebers und in zwei Jahren erstatten Sie hier einen Zwischenbericht.

      Nehmen Sie die Herausforderung an ?

      7+
  3. Walter Parthon sagt

    Werner Schwarz zum Erntedank:
    Nicht der Bauer bestimmt, wie wir Klima, Gewässer, Umwelt, Tierwohl bewahren, — wir alle bestimmen es, indem jeder kauft, was er fordert. Und deshalb frage ich heute ganz direkt: Wer von uns übernimmt Verantwortung? Wer von uns ändert sein persönliches Verhaltensmuster, um der Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden?
    Wir Bauern schaffen das nicht alleine. Wenn Sie uns nicht helfen, dann schaffen wir lediglich eines: Uns selber ab. Damit ist nichts gewonnen!

    5+
    • firedragon sagt

      Guten Abend,

      dazu möchte ich gerne folgendes schreiben.

      Wir alle, zumindest ein Großteil, lässt kein gutes Haar an Discounter. Warum?
      Wir schimpfen, es ist zu billig.
      Warum ist es zu billig?
      Schaut Euch um : es ist alles eingepackt, der Großteil in Plastik. Der Bequemlichkeit geschuldet, ausserdem wird somit Personal eingespart.
      Wenn uns das alles ein Dorn im Auge ist, warum kaufen wir nicht möglichst plastikfrei ein?
      Ich weiß, dass ist nicht ganz einfach und die Auswahl in manch einem Supermarkt schränkt sich dadurch ein.
      Wenn sich aber jeder dazu ermahnt, darauf zu achten und sich dieses Verhalten regelrecht antrainiert, kann auf lange Sicht eine Veränderung stattfinden.
      Ebenso könnte man sich auch antrainieren, saisonale Lebensmittel einzukaufen, wenn man nur will!
      Und, vielleicht das Schwierigste, entwickelt endlich wieder Stolz! Ihr braucht keinen Wein aus Übersee, Ihr benötigt keine Frühkartoffeln aus Ägypten und so viel mehr kommt vom Ausland in unsere Regale. Lebensmittel, die es hier auch gibt – den Jahreszeiten entsprechend.
      Seid stolz, dass unser /Euer Land dazu in der Lage ist.
      Wenn wir alle der Supermarktkasse zeigen, dass wir nicht auf ausländische Waren angewiesen sind, so entlastet das den inländischen Markt. Daraus folgt :die hiesige LW kann nicht mehr so unter Druck gesetzt werden.
      Dadurch können die Produzenten etwas mehr Geld für ihre Produkte gegenüber dem Markt durchsetzen.
      Der Preis im Laden wird dadurch nicht in die Höhe schnellen.

      1+
      • Inga sagt

        Wenn nicht alle Billigfleisch und -wurst kaufen würden, brauchten wir keine Massentierhaltung!

        Und wer alle daran verdient?

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  4. Altbauer Jochen sagt

    Schön wenn ein Pastor sich noch dazu bekennt
    nicht gegen die Bauern zu predigen.
    Die Realität ist oft eine andere,
    da wird normale Landwirtschaft unterschwellig als etwas
    verwerfliches dargestellt.
    So manche Kirchenleute sind im Denken genauso
    in eine Kaste einzuordnen wie ideologisch starrsinnige
    Menschen in Gesellschaft und Politik.

    6+
    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Nun, wenn unsere Kirchen heute ihre Pfründeflächen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, wissen sie sehr wohl, das Maximum aus den Pächtern herauszupressen; das ist die „christliche“ Realität. – Und obendrein noch die neuesten Bedingungen zur Bewirtschaftung selbiger Flächen….

      Berechtigt in Erinnerung rufen dürfen sich dabei die Bauern grundsätzlich, wie unsere christlichen Glaubensgemeinschaften überhaupt an ihre Flächen gekommen sind.

      Mit Verlaub, ich bin durchaus ein überzeugter Christ und im Glauben tief verwurzelt, dennoch sind mir obige Erfahrungen nicht erspart geblieben, mir nicht und auch vielen meiner Berufskollegen vor Ort nicht. So manche Kommune darf sich im eigentlichen ein Scheibchen abschneiden, wie verhandlungstechnisch trittsicher sich die Kirche dabei positioniert und ihre Interessen auch durchzusetzen weiß.

      Bei diesen administrativen Verwaltungsangelegenheiten dominiert der knallharte Kapitalismus gegenüber den einst Unfreien. Ich glaube nicht, dass eine solche Herangehensweise von Gottes Gnaden gewünscht ist.

      Im Geiste danke ich unserem Herren dennoch für all das, was er auf unseren Äckern wachsen und gedeihen ließ. Selbst wenn viele in unserer Gesellschaft massive Kritik an der konventionellen Landwirtschaft üben, so darf ich auch den meisten meiner Berufskollegen attestieren, dass unser bäuerliches Tun jahrein, jahraus, von einem weitgehend pfleglichen Umgang mit der Natur im Einklang mit unserer Schöpfung vonstatten geht.

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  5. Friedrich sagt

    Eine Kirche , die dem Mainstream folgt , wird noch mehr Mitglieder verlieren. Auch unsere Superidentin war auf der Schülerdemo am Freitag. Unverhohlen macht sie Werbung für die Grünen. Diese Leute grenzen auch Andersdenkende aus , wie man beim ev. Kirchentag auch öffentlich mitgeteilt hat. Kann das noch Kirche für alle sein ? — Leider gibt es nicht mehr ganz viele Pastoren , wie oben, die das mit dem täglichen Brot noch ernst meinen.

    8+
  6. Hörner sagt

    „… unser täglich Brot gib uns heute …“ wird schon seit Jahrhunderten gebetet und sollte uns daran erinnern, dass es eben nicht selbstverständlich ist täglich genügend zu futtern zu haben.

    10+
    • Inga sagt

      auch zu wissen, wo das Futter herkommt und dass es aus Gottes Natur kommt was alles damit zusammenhängt!

      1+
      • Nicht "Weiter so!" sagt

        an Inga: „das Futter kommt…aus Gottes Natur“ Sind Sie denn noch nah an der Natur? Heißt Ihr Gott „Bayer“?

        0
  7. Obstbäuerin sagt

    Das hört sich gut an und obwohl ich Atheist bin, glaube ich ihm. Es wäre wünschenswert, wenn die evangelische Kirche auch in den oberen Etagen diese Meinung vertreten würde. Das ist aber leider nicht der Fall:
    „EKD für Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft
    Die EKD hatte im Rahmen ihres zweiten Nachhaltigkeitsforums in Bad Boll eine Erklärung mit Appellen an Politik sowie Land- und Lebensmittelwirtschaft verabschiedet und sich unter anderem für politisch und gesetzlich kohärente Rahmenbedingungen für die Förderung einer nachhaltigen multifunktionalen Landwirtschaft ausgesprochen. Auch die Einführung verbindlicher Tierwohllabel, die Unterstützung des Ökolandbaus und eine stärkere Orientierung vom Weltmarkt zum europäischen Binnenmarkt sind Teil der Appelle, genauso wie die Erweiterung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft um soziale und ökologische Kriterien. „Wir treten ein für eine Ernährungs- und Agrarwende, die unabdingbar ist, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ähnlich wie bei der Energiewende braucht es dazu ein Ausstiegskonzept aus der industriellen Landwirtschaft mit Zielen, Zeitvorgaben und sozialen Ausgleichsmittel“, heißt es in der Erklärung des EKD-Nachhaltigkeitsforums.
    Dazu äußerte sich Prinz Löwenstein mit folgenden Worten:
    „Der BÖLW-Vorsitzende begrüßte, dass die EKD sowohl die Verbraucher als auch die Bauernfamilien im Blick habe. Man müsse die „richtige Entscheidung zur einfachen Entscheidung machen“. Neben der Mehrwertsteuer müssten auch Abgaben auf diejenigen Betriebsmittel diskutiert werden, von denen die „größten Probleme der industriellen Landwirtschaft ausgehen“. Prinz Löwenstein nannte in diesem Zusammenhang chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und künstlichen Stickstoffdünger.“
    Nachzulesen bei topagrar

    3+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin und Friedrich, er schert aus, aus dem Mainstream der Kirche, das sollten wir anerkennen. Und nicht in einem heimlichem Kämmerlein, nein in einer weit verbreitetem Kolumne. Das war der Ansatz, warum ich DANKE gesagt habe, für diesen Beitrag. Das das keiner versteht wundert mich doch sehr.

      2+
  8. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin,passende Worte und viel Verständnis für unseren Berufsstand. Eine sehr gute Kolumne.
    DANKE.

    2+

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