Bauer Willi
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Standpunkt: FREIE BAUERN zur Arbeit des BMEL

Die FREIEN BAUERN sind eine Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland. Hier ihr Standpunkt zu den letzten Beschlüssen aus dem BMEL.

https://www.freiebauern.de/index.php/8-mitteilungen/390-freie-bauern-zum-gap-kompromiss-oezdemir-hat-noch-immer-nicht-verstanden-was-landwirtschaft-ist

“Die FREIEN BAUERN, Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe, haben die inzwischen von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zugestandene Aussetzung praxisferner Auflagen der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP begrüßt, das Zustandekommen des Bund-Länder-Kompromisses jedoch als absurde Hängepartie für die Bauern kritisiert. „Jedes kleinste Entgegenkommen musste dem Minister mühsam abgerungen werden, der offenbar noch immer nicht verstanden hat, was Landwirtschaft ist, nämlich die Produktion von Lebensmitteln durch Sonnenenergie, Bodenfruchtbarkeit und menschliche Arbeit“, sagte Georg Straller von der Bundesvertretung der FREIEN BAUERN. Verbiete man auf vier Prozent der Fläche die Bearbeitung des Bodens, so wirke sich das unmittelbar negativ auf die heimische Produktion von Lebensmitteln aus, erklärt der 58jähriger Schweinemäster aus dem bayerischen Ipflheim: „Da kann man lange und klug schwätzen von multiplen Krisen ­– was in unserem reichen Land fehlt, wird auf dem Weltmarkt aus Ländern zugekauft, wo der Regenwald brennt, und es wird Ländern weggekauft, wo die Menschen hungern.“

Unter dem Eindruck der durch Ukrainekrieg und Sanktionen ausgelösten massiven Inflation werde auch in Deutschland ein Bewusstsein dafür wachsen, wie wichtig eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln ist, geben sich die FREIEN BAUERN optimistisch und fordern einen Paradigmenwechsel in der Agrarumweltpolitik. Jahrzehntelang hätten Naturschutz-Lobbyisten einer satten Öffentlichkeit vorgegaukelt, die Zurückdrängung von Landwirtschaft zugunsten von Wildnis nütze der Umwelt, so Straller: „Jetzt zeigen sich die katastrophalen globalen Folgen dieser Traumtänzerei. Wir müssen weg von großflächigen Verunkrautungen und Vernässungen, hin zu einem besseren Biotopverbund in der Agrarlandschaft.“ In ihrem im Februar veröffentlichten Konzept zur ökologischen Intensivierung der deutschen Landwirtschaft hatten die FREIEN BAUERN der Bundesregierung unter anderem vorgeschlagen, 10.000 Kilometer neue Hecken und Baumreihen zu pflanzen. Diese würden vergleichsweise wenig Platz beanspruchen, über Erosionsschutz und Mikroklima aber die landwirtschaftlichen Erträge positiv beeinflussen. Straller: „Leider zeigt Herr Özdemir bislang überhaupt kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit denjenigen Bauern, denen Artenvielfalt nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern ein ehrliches Anliegen ist.“

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12 Kommentare

  1. Mayer sagt

    Und was ist mit Photovoltaikanlagen zugebauten Ackerflächen? Kann mir doch keiner glauben machen das es sich um nicht nutzbare Ackerflächen handelt, dazu war ich lange genug in der Landwirtschaft tätig und habe auch dort meine Lehre gemacht. Auf die Idee Ackerflächen zu vergeuden als auch Futter und Lebensmittel in die Biogas Anlage zu schaffen und dort zu vernichten, darauf wären die Kommunisten in der DDR garantiert nicht gekommen, denn dann hätten wir vielleicht doch Kohldampf schieben müssen. Hoch lebe die Agrarpolitik der EU und Deutschland.

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  2. evo.... sagt

    Deren Website stammt von ideengrün:

    https://www.ideengruen.de/

    Der arbeitet hauptsächlich mit den Grünen zusammen. Das sehe ich sehr, sehr kritisch für die seriöse Landwirtschaft! Auf den Websites für die Grünen sind die Farben schon mal viel intensiver. Dagegen schauen die Farben bei den “Freien Bauern” nach alten ausgewaschenen Hemden aus. Kann natürlich auch von den Freien auch gewollt sein, aber?

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  3. Mark sagt

    Es wird Zeit, endlich klare Kante zu zeigen. Das macht dieser kleine Verband ganz gut. Dies müsste der große Verband endlich begreifen. Wenn er nicht in Bälde kapiert, muss man eben den Kleinen groß machen.

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  4. Felix Krupp Materna sagt

    Irgendwann werden auch die Grünen verstehen, dass die Bauern die größten Umweltschützer sind, auf jeden Fall mehr als diese Tesla-fahrenden, in den Öko-Urlaub fliegenden Avocado-Esser.

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      Die Grünen Khmer wissen das schon seit über 40 Jahren, weswegen sie die Bauern wegen der latent stets vorhandenen Gefahr der Entlarvung fürchten und hassen. Die Grünen haben noch nie wirklich Umweltschutzpolitik betrieben, sondern letztlich immer autoritäre Machtpolitik. —

      Aus dem unten erwähnten Artikel:

      “(…) Ministerin Christianne van der Wal begründet das so: »um der Natur eine Chance zur Erholung zu geben«. Als ob die zerstört wäre. Van der Wal ist »Ministerin für Umwelt und Stickstoff« – ja, das Ministerium in Den Haag gibt es seit Januar dieses Jahres und heißt tatsächlich so. Die Emissionen von Stickoxiden und Ammoniak sollen nach den Plänen der Regierung bis 2030 um 50 Prozent gesenkt werden. In Naturschutzgebieten sollen es sogar mehr als 70 Prozent sein, in einigen Regionen sogar bis zu 95 Prozent.

      Für mindestens 30 Prozent der bäuerlichen Betriebe bedeuten diese Absichten das Aus, für weitere erhebliche Einschränkungen. Das niederländische Finanzministerium hatte einmal kalkuliert, dass die »Stickstoff«-Politik der Regierung dazu führen würde, dass 11.200 landwirtschaftliche Betriebe vollkommen eingestellt werden müssten, und weitere 17.600 ihren Viehbestand auf fast die Hälfte reduzieren müssten. Rund 53.000 Betriebe zählt dieser für die Niederlande wichtige Wirtschaftszweig, der pro Jahr Agrar-Produkte im Wert von mehr als 100 Milliarden Euro exportiert.

      Am Vortag zu dem Gespräch in Utrecht besuchte Rutte fernsehwirksam einen Milchviehbetrieb in Friesland. Hinterher jedoch twitterte er, dass eine Verringerung des Stickstoffausstoßes tiefgreifende Veränderungen mit sich bringe. Daher bleibe die Regierung in engem Kontakt mit den Bauern. Rutte: »Denn ein gemeinsamer Dialog ist es, der uns weiterbringt«. Dass keine Gemeinsamkeiten möglich sind, wenn die eine Seite die komplette Vernichtung der anderen fordert, ist den Bauern klar. Nein, nicht das vollkommen unsinnige Ziel wird infrage gestellt, sondern die Vernichtungspolitik der Landwirtschaft fortgesetzt. (…)”

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    • Inga sagt

      Die hätten das schon vor 50 Jahren merken müssen
      und
      sich mit denen solidarisieren sollen.

      Aber so wird ja auch so wenig wie möglich und viel wie nötig von dem Pflanzenschutzmittel ausgebracht,

      aber die würden das dann nicht als giftige Pestizide bezeichnen.
      Weil sie mehr Interesse daran hätten und somit die Bevölkerung auch.

      Es würde vie4lelicht mehr öffentlich darüber diskutiert!

  5. Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

    Ich halte das für eine wichtige Nachricht:

    Tichyseinblick.de
    Erste Gesprächsrunde: Niederländische Regierung hält an Stickstoff-Plänen fest
    Von Holger Douglas
    Mi, 10. August 2022

    Die niederländischen Bauern sind nach dem ersten Gespräch mit der Regierung, an dem auch Premierminister Mark Rutte teilnahm, enttäuscht. Sie kündigen weitere Proteste an. Die Regierung will an ihren Plänen festhalten, die eine drastische Reduzierung der Stickstoff-Emissionen vorsehen. Das würde das Aus für viele Betriebe bedeuten. (…)

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  6. Ferkelhebamme sagt

    Solch unmissverständliche, klare Worte wünschte ich mir von unserem Verband!

    Unser Agrarministerium und LW-Minister posten derweil übrigens gerade süße Katzenfotos…
    Ich fühle mich inzwischen als trauriger Teil einer unglaublichen Satire-Sendung

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    • Arnold Krämer sagt

      Die Landwirtschaft wird kaputt reguliert. Die Fesseln werden mehr und enger, wo genau das Gegenteil erforderlich wäre. Das Land wird mit dieser Politik noch richtig arm werden.

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  7. Heinrich Steggemann sagt

    Meine Zustimmung zu den Ausführungen. Zur Förderung der Artenvielfalt brauchen wir keine pauschalen Flächenstillegungen. Wir brauchen eine Aufwertung der Eh-da-Flächen, also nicht landwirtschaftlich nutzbare Rand- und Vernetzungsstrukturen wie z.B. Strassenbegleitgrün oder Entwässerungsgräben. Dort müssen die Mähtermine und sonstige Pflege angepasst werden und wo möglich sollte auch mal ein Jahr nicht gemulcht werden. Dieser Massnahmenkatalog kann nur vor Ort festgelegt werden. Regelungen der EU sind hier fehl am Platze. Ebenso darf ein Mehr an Artenvielfalt und Menge nicht mehr bei Baumassnahmen und z.B. Pflanzenschutz (siehe aktueller Entwurf der EU) bestraft werden.

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