Bauer Willi
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Spargelzeit…

Der Spargel ist, neben Erdbeeren, noch eine der wenigen Kulturen, auf die der Konsument im Frühjahr wartet. Klar, es gibt ihn das ganze Jahr über, dann kommt er aus fernen Ländern. Ab April, also jetzt, kommt er zunehmend von den heimischen Feldern und Höfen. Beim Spargel ernähren sich also viele Deutsche noch so, wie es sich Freunde der bäuerlichen Landwirtschaft wünschen: saisonal und regional. Da ist sogar ein kleiner Ausflug zum Bauern drin. Der ist übrigens ganz nett und damit sich die Fahrt auch lohnt, nimmt man noch ein Kilo Möhren und 2,5 kg Kartoffeln mit. Der Bauer soll ja auch was verdienen.

Die Hände, die den Spargel ernten, sieht man nicht. Spargel stechen ist anstrengend, den ganzen langen Tag geht man meist gebückt. Geerntet wird bei Regen, Kälte und brütender Hitze. Anders geht es nicht. Und der Lohn ist mager. Meist wird nur Mindestlohn bezahlt. Viel mehr geht nicht, dann würde der Spargel zu teuer und dann will ihn keiner kaufen. 14 €/kg ist ja auch nicht gerade ein Pappenstiel, Spargel ist schon ein gewisses Luxus-Gemüse. Für Mindestlohn findet sich kein Deutscher, der die Arbeit machen will. Schon seit Jahren.

Und jetzt Corona. Sofort verfügte Horst Seehofer als Schutz vor dem Eintrag von Infektionen ein Einreiseverbot für „Erntehelfer“. Das klingt logisch. Doch dann die Erkenntnis, dass ja irgendjemand den Sommer über die Arbeiten auf dem Feld machen muss. In einem normalen Jahr sind das rund 300.000 ausländische Arbeiter, wobei die Zahl natürlich geschätzt ist. Und natürlich geht es nur zu einem kleinen Teil um Spargel. Feldgemüse will gepflanzt werden, Obst geerntet und Wein gelesen werden. Und gerade in Bio-Betrieben wird die Handarbeit ganz überwiegend von osteuropäischen Helfern erledigt. Anders ginge es gar nicht. Bio-Lebensmittel und Niedriglohn für Rumänien passt nicht gut. Deshalb wird darüber auch nicht berichtet. Auch nicht über das Dixi-Klo am Feldrand. Das ist image-schädigend.

Jetzt dürfen Erntehelfer einreisen. In der Anzahl begrenzt, mit hohen Auflagen und damit verbunden, hohen Kosten. Die AbL, gemeinsam mit der Gewerkschaft und Greenpeace melden sich gleich zu Wort und fordern eine vernünftige Unterbringung ein. Das steht übrigens auch im 6-seitigen Papier von BMEL und BMI, das sogar die Waschtemperatur für die Kleidung und das Geschirrspülen vorschreibt (mindestens 60 Grad). Link s.u.

Spargelzeit. Ich weiß nicht, ob ich es gut finden soll, dass jetzt osteuropäische Erntehelfer einreisen dürfen. Klar, den Bauern wird es freuen, denn diese Leute sind erfahren und fleißig. Sie müssen nicht angelernt werden und arbeiten gerne. Viele von ihnen warten schon, dass sie in Deutschland in der Landwirtschaft arbeiten dürfen. Der Lohn hat zuhause eine ganz andere Kaufkraft und wird dringend benötigt. Und wer einmal in Rumänien war, weiß, wie die Leute auf dem Land dort wohnen. Fließendes warmes Wasser ist dort auch heute noch längst nicht überall Standard.

Was zeigt uns die Spargelzeit in Zeiten von Corona? Ja, es gibt eine Reihe von Menschen, die sich in diversen Portalen zur Feldarbeit gemeldet haben. Gerne mit der Begründung, dass „man ja den Bauern helfen will“.  Das sind edle Motive. Doch ob die Person, die sich jetzt meldet, wirklich eine Hilfe ist, darf man hinterfragen. Wenn die Einweisung schon eine Stunde pro Person benötigt, die dann aber am dritten Tag wegen Erschöpfung, Unwohlsein oder sonstigen Gründen aufgibt, ist nicht nur der Stress für den Betriebsleiter höher, sondern es bleibt die Arbeit schlicht liegen. Lebensmittel, die nicht geerntet werden, fehlen. Wer also jetzt bei der Feldarbeit hilft, hilft damit auch der Gemeinschaft.

Einen Unterschied gibt es dann doch in der Spargelzeit. Die kleineren Betriebe, die noch viel mit Familienangehörigen arbeiten und, wenns brennt, auch mal die Verwandtschaft und Nachbarn mobilisieren können, können solche Zeiten besser überstehen. Wer 150 Hektar Spargel und mehr zu ernten hat, für den ist die Situation prekärer. Allerdings: wenn er bisher an die Gastronomie geliefert hat, hat er ein ganz anderes Problem: keine Käufer, denn die Restaurant sind geschlossen. Von daher wäre es nicht unklug, wenn doch nicht zu viel geerntet wird.

Wie es weitergeht? Wer will das heute sagen. Was heute noch als unvorstellbar gilt, ist in zwei Wochen oder zwei Monaten vielleicht ganz normal.

Wie ich die Versorgung mit Lebensmittel in den nächsten Monaten generell einschätze? Dazu später mehr. Jetzt erst einmal ein paar sonnige und warme Tage. Es ist ja Spargelzeit.

Euer Bauer Willi

PM062-Corona-Saisonarbeitskraefte

 

 

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174 Kommentare

  1. hugo sagt

    Auch wenn ich hier jetzt gekreuzigt werde, mal eine ketzerische Frage:

    – Erntehelfer werden heuer eingeflogen und auch irgendwie wieder nach hause geflogen auf Kosten der Landwirte
    – die Unterkünfte dieser Erntehelfer müssen größer ausgelegt werden da die vorhandenen nur noch zur Hälfte belegt werden dürfen, also edliche Neubauten von Unterkünften.
    Und anscheinend rechnet es sich trotz dieser enormen zusätzlichen Ausgaben.
    Konsumenten sagen jetzt das die Bauern hierzulande ja schon immer auf hohem Niveau gejammert haben.
    Ist nicht wirklich meine Meinung aber das ist die Stimmung vieler Menschen die sich Spargel, Erdbeeren, Weintrauben u.s.w. jetzt schon aus dem Ausland kaufen.
    Ich erwarte keine Antwort da es nicht meine Meinung ist.
    Aber viele Konsumenten entschuldigen damit Ihren Einkauf von Billigobst aus dem Ausland.
    Ich ersehe aber auch keine Öffentlichkeitsarbeit der Bauernschaft die solchen Meinungen entgegentritt.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Hugo, keiner baut neue Unterkünfte, wie sollte das auch gehen.
      Thiermann hatte bereits 2009 bis zu 5000 Erntehelfer, die er in unterschiedlichsten Unterkünften unterbringen musste. Glaub Mal, dass solche Betriebe sich da schon Lösungen überlegen, wie z. B . Wohnwagen und halbe Belegungen etc.
      Deine Gedankengänge sind weit weg von der Realität, wie fast alles, was aus deinem Geiste strömt.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn die nicht genug Erntehelfer bekommen, dann reichen die Unterkünfte auch bei dem gesetzlichen Abstand.

      Neubauten für die diesjährige Saison?
      Versuchen sie mal einen Bauantrag im Bauamt abzugeben, nicht mal das ist derzeit machbar.
      Ob sich der Spargel derzeit Rechnet, kommt auf die Erzeugerpreise während der ganzen Saison an. Ernten die nicht, dann haben die Verluste.
      Ein Bauer jammert in der Meinung des deutschen Volkes, auch dann, wenn er gar nicht sagt.

      Wenn ich daran denke, wie am ersten Tag der Corona Regeln rum gejammert wurde, von Menschen, die tagtäglich dies den Bauern angedichtet haben, das war unglaublich.
      Eigentlich finde ich es gut, dass diese Menschen, die ständig den Bauern unterstellten, dass die Bauern schon immer auf hohem Niveau gejammert haben, dass denen auch mal die Muffe geht und sehen wie es sich anfühlt, wenn man um den Lebensunterhalt fürchtet.

      Die sollen halt was anders Tun, wenn es in ihrem Beruf nicht weiter geht, oder auf den Apres Ski, oder den wöchentlichen Clubbesuch verzichten.

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  2. Reinhard Seevers sagt

    Mit Preisen von 8,90€ bis 11,90€/kG ist auf jeden Fall für den Kunden keine Verknappung erkennbar….

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    • Brötchen sagt

      Sind auch die Preise bei uns. Es sind auch keine stânde aufgebaut. Gestern hat sich ein großer Spargelbauer im Fernsehen bedankt für den großen Zuspruch von Freiwilligen zum spargelstechen. Es waren wohl 500 Darunter ein zahnarzt, Gastronomie usw…

      Der größere hat jetzt auch ein drive in für seine Gaststätte eingerichtet.

      Der Hofladen in unserem Dorf hat Spargel, holt sie immer selbst aus dem Anbaugebiet.

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Zitat: „Auf mehr als 100 Hektar Land baut Heuer bei Burgwedel in Niedersachsen Spargel und Beeren an. Mit dem Flieger hat er einen Personalengpass bei der Ernte in diesem Jahr gerade noch abgewendet. „Wir kommen zurecht“, sagt er. In der Branche allerdings gebe es dieses Jahr deutlich weniger Erntehelfer als sonst. Auch ihm hätten viele bewährte Helfer diesmal abgesagt.
    Spargel ist ein Luxusgemüse: Man kann auch ohne ihn gut leben. Für Heuer aber ist der Spargel die wirtschaftliche Existenzgrundlage. „Wir leben von diesen drei Monaten“, sagt Heuer über die Ernte.“

    Es ist vergleichbar mit den Marktbetreibern des Oktoberfestes, sie leben von den paar Wochen Spaß, es ist ein Luxus……wie Kreuzfahrten, Skiurlaub, Scampis und CO.

    Und auf der anderen Seite wird dann in der Regional-Prawda aus Halle https://www.haller-kreisblatt.de/lokal/versmold/22745375_Seit-Corona-steht-die-Welt-still-jedoch-nicht-bei-den-Landwirten.html

    so etwas publiziert:
    „Also gut, die Corona-Pandemie bedroht die Landwirtschaft also nicht unmittelbar in ihrer Existenz. Doch wird sie langfristig massiv von ihr verändert? Schon längst läuft die wissenschaftliche Debatte darüber, ob die moderne Massentierhaltung den Ausbruch von Pandemien nicht begünstige.“

    Solche Widersprüche in der Wahrnehmung sind irgendwie gaga oder?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Inzwischen gehört es für manche zum „guten“ Ton, auch in dieser Zeit, der Landwirtschaft an das Schienbein zu treten.

      In Stuttgart, am Neckartor ist die Abgasbelastung stark zurück gegangen, aber die Landwirtschaft sei an der jetzigen Staubbelastung schuld.

      Das Nekartor liegt in der Innenstadt, in der Nähe des Bahnhofes!

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    • bauerhans sagt

      das Haller Kreisblatt gehört doch zum Westfalenblatt,da wundert mich solch aussage.

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Herr Seevers,
      würde mal sagen, da wird mächtig getrommelt, um das Buch zu verkaufen. Bin mal gespannt, wie groß die Bühne für ihn bereitet wird.
      Das vorherige Buch habe ich gelesen (muss dazu sagen, es war inhaltlich anders dargestellt, als es eigentlich ist). Der Autor verwendet eine sehr derbe Sprache und „zerhackt“ regelrecht alles, was landwirtschaftlich nicht seinem Weltbild entspricht.
      Was ich ihm allerdings hoch anrechne, dieser Mensch macht was und lässt seine Viecher nach seinem Ideal leben, er tönt nicht nur rum.
      Allerdings habe ich keine Ahnung, was bei dem im Gasthof ein Essen kostet.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Dieser Mann hat in gewisser weise recht, so scheffelt man das Geld ein, das der Verbraucher an der Fleischtheke einspart.
      Dass der Mann noch den angeblichen Export von Gemüse in das Ausland anprangert, obwohl der Sebstversorgungsgrad nur bei 38% liegt, spricht Bände.

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76634/umfrage/selbstversorgungsgrad-mit-gemuese-in-deutschland/

      @ Drachen
      Den schwarzen Adler kenne ich, bin ab und zu mal vorbeigefahren.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Rein getraut hätte ich mich schon, die Frage ist, ob ich das brauche?

          Gegenüber ist das Restaurant für Arme, das heißt für die mit schmalem Geldbeutel, als so auch für mich.

          Warst Du schon mal im Deidesheimer Hof?

          Da speisten prominente Menschen,
          wie Helmut Kohl, Gorbatschow und der ehemalige Landwirt, meine Frau durfte natürlich auch mit. 😉
          Nur damit die weist, in was für Kreisen wir uns bewegen.

          Es gab Pfälzer Saumagen auf Sauerkraut für 13, 50 Euro. 😉

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          • firedragon sagt

            Ne Ehemaliger Landwirt,
            ich war noch nie im Deidesheimer Hof (und noch nie in der Krone) beides quasi um die Ecke, allerdings, im Verhältnis, zu teuer. Da ess ich lieber gemütlich meinen Saumagen mit Sauerkraut zu Hause (ich bekomme grad wieder Hunger) 😉.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wir sind am Deidesheimer Hof vorbei gefahren und meine Frau meinte, da könnten wir was Essen. Ich glaub du spinnst, war meine Antwort. Trotzdem lies ich mich erweichen, zumindest mal den Aushang anzuschauen. In der Speisekarte stand das oben genannte Sternemenü. Das galt für den Biergarten vor dem Haus. Der Saumagen war der beste, den ich je gegessen habe, das Sauerkraut war auch sehr gut.
              Und das Gefühl da, gegessen zu haben, wo Staatsgäste diniert haben, war ein sau gutes Gefühl, man gönnt sich ja sonst nix. 😉

              Drachen, vor 30 Jahren haben wir mal San Franzisco unsicher gemacht. Da gab es das Portland Hotel, die Übernachtung kostete damals 500 $ die Nacht, ohne Frühstück. Meine Frau und ich haben uns die Lobby im 3 Stock angesehen, alles feinster Marmor.
              Das tollste war, am Eingang waren 2 Boys, die haben uns die Türe aufgemacht, jetzt wusste ich, wir gehören jetzt auch dazu.;)

              Na ja, in unserem Übernachtungshotel mussten wir die Türe wieder selbst betätigen. 🙁

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              • firedragon sagt

                Grins (stell ich mir grad bildlich vor)
                „ich glaub du spinnst“ fällt bei uns auch öfter – von beiden Seiten.
                Zum Glück kostet „gucken“ nichts.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  In den USA kann keinem verboten werden, bis in die Lobby eines Hotels zu gehen.

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    • Christian Bothe sagt

      R.Seevers,habe bei der Hälfte der Ergüsse des Kochs aufgehört zu lesen.Soviel fachlicher Unsinn ist schon „gemein gefährlich“ und neudeutsch unter Fake News einzuordnen…

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  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, wisst ihr was mir zur Zeit so auf den Keks geht, das der größte Teil der Unternehmen, nach 3-4 Wochen Produktionsstop sofort seinene Produktivität in Frage stellt. Und natürlich sofort den Staat bzw. Steuerzahler zur Hilfe ruft.
    Wo ist da eine Vorsorge für immer möglich eintretende Krisenzeiten?????.
    Wo ist das Geld hin aus den Zeiten wo der Markt so richtig Geld abgeworfen hat ???

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    • Ostbauer sagt

      Moin Landsmann,
      hast ja Recht,geht mir nicht anders. Aber ich mach den Unternehmen keinerlei Vorwürfe. Die meisten stecken jede übriggebliebene Eurone wieder ins Unternehmen; so wie wir auch!
      Wo will man da Reserven anlegen?
      Wenn ich an die Formalitäten zur Dürrehilfe 2018 denke, dann bekomme ich einen Hals. Man; was mussten wir uns nackig machen. Und das letzte Geld kam nach 9 Monaten.
      Ich glaube, wenn die heute die gleichen Maßstäbe anlegen würden, hätten wir Revolution.

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      • firedragon sagt

        Brandenburgbauer und Ostbauer,
        letzte Woche war Minister Wissing (RLP) im Fernsehinterview. Aussage – an einem! Tag gingen „Geldanträge“ in Höhe von 900 Millionen (deutschlandweit) ein.
        Er hat auch klar gesagt, daß die Unternehmen wissen, daß der Staat kein Geld zu verschenken hat und der sich das in irgendeiner Form zurück holen wird (logisch). Auch hat Herr Wissing deutlich gemacht, daß die Höhe der Gelder, die da „helfen“ sollen, beim Großteil der Unternehmen noch nicht einmal die monatlich zu zahlenden sozialen Lasten abdeckt.
        Verhält sich also ähnlich, wie die Zukunfts-Milliarde „für“ die LW. Hört sich nach aussen hin für den Normalbürger so wahnsinnig viel an, handelt sich aber in Wirklichkeit nur um den Wert einer Portokasse für die Unternehmen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Ostbauer

        Wenn man einen gesicherten Nachfolger hat, für einen überlebensfähigen Hof, dann kann man alles in den Betrieb stecken.
        Ist das nicht der Fall, dann sieht es schlecht aus. Dann muss man alles, den Unterhalt des Hauses, Wasser, Abwasser, Strom usw selbst bezahlen. Zumindestens hat sich der Zurückbehalt an Grundstücken verbessert, was bei unseren kleinen Betrieben sehr wichtig ist.

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        • Ostbauer sagt

          Nachfolge ist gesichert, seit 4 Jahren mit auf dem Hof.
          Sonst hätte ich mir die letzten Jahre bestimmt nicht mehr angetan.
          Meine Altersvorsorge liegt draußen auf dem Acker.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Heute habe ich in der Tageszeitung gelesen, wie sich ein freischaffendes Künstlerehepaar über Wasser hält, die ihren Lebensunterhalt mit Auftritten bei Vereinsfesten und privaten Feiern verdient haben. Da im Moment nichts mehr läuft, trägt der 74 jährige Mann jetzt Aushilfsweise die Tageszeitung für 14 Tage aus, dass Geld in die Haushaltskasse kommt.

      Mir verschlägt es die Sprache, wie man so in das Rentenalter geht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Gibt nur wenige Künstler, die abgesichert sind…..
        Sagen doch hier alle, dass Kunst/Kultur eine Brotlose Kunst ist, so what?

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  5. Bauer Fritz sagt

    Wenn man diverse Medien liest bekommt man ja den Eindruck, daß es nach Abklingen oder gar Auslaufen von Corona fast fix sein muß, daß jene Personengruppen, die sich nun als systemrelevant herausgestellt haben, in Zukunft mit völlig anderen Mindestlöhnen ausgestattet werden. Es hört sich so an, als wäre aus moralischer Sicht das Doppelte von bisher gerade der unterste Level, den man diese Personen fürderhin anbieten wird. Oder sagen wird doch gleich 20 € pro Stunde. Und ob das brutto oder netto ist, eigentlich auch schon egal.

    Spezielle Mister Supergscheidwaschl erklären per Zeitungartikel weissagend alle betriebswirtschaftlichen Grundlagen als obsolet und setzen so ganz nebenbei alle marktwirtschaftlichen Regeln und Gesetze außer Kraft. Es liest sich halt super, einfach mal so hinzurotzen, die Spargelbauern (und alle anderen Bereiche natürlich auch) brauchen ja nur den Leuten mehr zu zahlen, dann kommen auch genug Helfer aus dem Inland. Es macht ja nichts aus, daß der deutsche Mindestlohn je Stunde von 9,35 € fast das drei- bis sechsfache der Mindestlöhne jener Staaten ist, aus denen Leute hierher arbeiten kommen (Mindestlöhnen 2020 lt. Statista: Polen: 3,50 €; Tschechien: 3,40 €; Slowakei: 3,33 €; Kroatien: 3,17 €; Ungarn: 2,85 €; Rumänien: 2,81 €; Bulgarien: 1,87 €). Übrigens gilt das ja nicht nur für Saisonkräfte in der Landwirtschaft, sondern auch für Helfer in der Altenpflege, am Bau, in diversen Baunebengewerben etc.

    Wir werden als künftig alles wieder hier im Land machen, zu Mindestlöhnen – wie gesagt – von 20 € je Stunde. Also die Autos, die Medikamente, die Schutzmasken, die Altenpflege. Und weil wir schon dabei sind, gleich auch all die Handys, die Unterhaltungselektronik und die Kleidung. Also all das Zeug das wir aus Ländern bezogen haben, wo die Löhne sich nicht mit 1 € je Stunde bemessen, sondern mit 1 € pro Tag (kann auch weniger sein.)

    Ich gebe all diesen moralischen Verheißungen eine Halbwertszeit von 2 Wochen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Sollte das eintreten, kann ich nur hoffen all die Menschen, die nun in den wohlhabenden Ländern Europas in Quarantäne sind, haben diese zurückliegenden 2-3 Wochen „lustvoll“ genutzt. Damit in spätestens 9 Monaten jener Nachwuchs da ist, den wir brauchen werden um all die Jobs zu befüllen, wo wir künftig alles selber machen werden. Also Leute, schaltet den Fernseher aus und schmeißt die Zeitungen weg. Es gibt viel zu tun.

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    • Bauer Willi sagt

      @Bauer Fritz
      Wenn die Krise vorbei ist, weiß ich, was wir dann ändern. Nichts! Alles wird so weiter gehen wie vorher. Stop, eine Änderung wird es doch geben: Wir haben dann 6 Mio. Arbeitslose. Ob das ein Sozialsystem aushält?

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      • Bauer Fritz sagt

        Ich könnte jetzt noch anführen, daß wir künftig ohnehin auf KI (künstliche Intelligenz) setzen.
        Und dann wird alles gut – vor allem das mit den Millionen Arbeitslosen.
        Das kann man dann wohl auch nur noch mit künstlicher Intelligenz verstehen – mit durchschnittlicher menschlicher Intelligenz geht sich da irgendwas nicht ganz aus ….

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        • Inga sagt

          Dann muß die künstliche Intelligenz Steuern und in die Arbeitslosenversicherung einzahlen!
          In die Kranken- und Pflegeversicherung auch, oder ob wir dann alles aus Steuergelder bezahlen?

          Und wir können uns dann vermehrt anderen interesanten Dingen zuwenden!
          🙂
          Aber wir müssen mit der Situation auch umgehen können!

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        • Einfacher Bürger sagt

          Die künstliche Intelligenz brauchen wir auch denn momentan werden alle für dumm verkauft.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      In Zeitungsannoncen wurde unlängst Ackerland zur Pacht noch angeboten mit dem aufmerksamen Hinweis: Angebote unter 1.500 €/ha werden nicht beantwortet. – Ja, so verhält es sich mit den marktwirtschaftlichen Geboten und Regeln, dem Vernehmen nach hat man sich in manchen Regionen gar auf über 2.000 €/ha hochgejubelt; ich lasse mir natürlich gerne vorrechnen, wie sich das mit einer gesunden Ökologie auf den Höfen in Einklang bringen lässt. Kannibalismus mit aussichtsreicher Zukunft in Zeiten vor allem auch eines rasant voranschreitenden Klimawandels, einer jetzt verabschiedeten DüV-Novelle + angepeilter Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatz im konventionellen Bereich!?

      Wer damit andere Höfe wollentlich und willentlich extrem beißwütig von der Scholle gejagt hat, steht diesem nunmehr wirklich ein klägliches Jammern zu!?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Jammernde und Zahlende müssen nicht immer deckungsgleich sein….ist wie bei allen anderen Menschen auch.
        Ich kenne einen Geschäftsmann, der im Umkreis von 15km alles wegkauft, was geht. Da kommt kein praktizierende Landwirt mit, komisch finde ich, dass der Grundstücks-Verkehrsausschuss das immer freigibt….

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        • Arnold Krämer sagt

          …dann schauen Sie sich die oberste Rechtsprechung zum Grundstückverkehrsgesetz einmal an. Noch ist der Sozialismus keine offizielle Staatsdoktrin.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Steh im Moment auf dem Schlauch…ist das jetzt ein Statement für oder gegen die Handlungsweise der Grundstücksverkehrsausschüsse?

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            • Arnold Krämer sagt

              Den Landwirtschaftsbehörden (in Niedersachsen den Grundstücksverkehrsausschüssen) sind durch die höchstrichterliche Rechtsprechung die Hände gebunden. Sie dürfen kein “gutes“ Geschäft für den Verkäufer kaputt machen. Deshalb kann über den Preis grundsätzlich jeder verkaufsinteressierte Landwirt heraus “gekickt“ werden. Das Grundstücksverkehrsgesetz ist eine stumpfe Waffe in der Gestaltung der Agrarstruktur.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Ok, so hab ich es auch verstanden!
                Ich finde es gelinde gesagt zum Ko..en, wie z.B. in Regionen mit kleinstrukturierten Betrieben und Böden mittlerer Bonität mit solchen Möglichkeiten die Pachtpreise unnötig in die Höhe geschoben wird. Der Geschäftsmann kauft Flächen in kleiner Ausdehnung (ca 1 – 5 ha) und verpachtet zu horrenden Preisen. Entweder ist die Fläche interssant für die 3 großen M oder ein kleiner Betrieb, der Kartoffel anbaut ist gezwungen, aufgrund der notwendigen Fruchtfolge, diese Flächen teuer zu pachten.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Herr Seevers, die Kaufpreise folgen den Pachtpreisen und nicht umgekehrt. Das gilt zumindest für Westdeutschland. Die Verhältnisse in Ostdeutschland kann ich nicht wirklich beurteilen. Der Pachtmarkt bei Boden ist nämlich viel umfangreicher und vielschichtiger. Auf dem Pachtmarkt spiegeln sich sehr unterschiedliche Produktionsrrichtungen und Rentabilitäten wieder. Und aus den Pachtpreisen lassen sich dann über eine Kapitalisierung mit einer Verzinsung von 1 bis 2 % ganz „schicke“ Kaufpreise errechnen.

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                • Mark sagt

                  „Auf dem Pachtmarkt spiegeln sich sehr unterschiedliche Produktionsrrichtungen und Rentabilitäten wieder.“
                  Auf dem Pachtmarkt spiegelt sich mitunter auch sehr viel Unvernunft wieder!

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                • Arnold Krämer sagt

                  @Mark
                  Unvernunft, Unwissen, Übermut, Neid, Rache….
                  alles anzutreffen an Motiven, den Pachtmarkt betreffend.
                  Landwirte sind auch nur Menschen!

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                • Inga sagt

                  Ist doch klar,
                  Die Preise für landw. Produkte passen nicht zu den zu denen von Industrieprodukten, So kann ein Industrieller ganz andere Bodenspekulationen betreiben wie ein Landwirt oder Bauer, oder?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Meine Frau fing als Altenpflegerin des Landkeises an und hat immer noch den Status ÖD.

      Irgendwann wurde eine GmbH gegründet, dann konnte man bei Neuanstellungen einiges an Lohn sparen.. Manchmal werden auch Leiharbeiterinnen angestellt, eine bekam 1.000 Euro Netto weniger, als meine Frau.

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      • Inga sagt

        Na ja, das ist ja die zunehmende Ausbeutung der Mitareiter…
        Sie hat ja Glück mit dem alten Vertrag,

        und wie ha tisich da das Betriebsklima verändert?

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
          Redewendung!

          Manchmal ist es besser, zu schweigen, statt Unpassendes oder Überflüssiges zu sagen. 😉

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  6. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Analog zum deutschen Klopapierhamstern mutiert diese exzessiv erheblich abgehoben geführte „Spargel-Dikussion“ in Reihen der LW zur reinsten Lachplatte – wäre die Situation an sich nicht so bitterernt…

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    • Bauer Willi sagt

      Der Spargel ist nur ein Symbol. So wie das Klopapier. Zum Lachen ist beides nicht, weil es etwas offenbart: wir sind keine logischen Menschen und werden (fast) nur von Emotionen geleitet.
      Angenommen, Sie gehen morgen durch den Supermarkt und sehen eine Packung mit 8 Rollen Klopapier. Was machen Sie? Na? Ehrlich?

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Eine grundehrliche Antwort: Weil wir eben dieses Toilettenpapier-Hamstern als absolut lächerlich empfunden hatten und wir hier dem allgemeinen Massenverhalten nicht gefolgt sind, hatte meine Frau tatsächlich ein Problem mit der bedarfsgerechten Anschlussversorgung. Dankenswerterweise konnten unsere Schwiegereltern uns mit einer freundlichen Leihgabe aus dieser Patsche helfen, was uns ihnen gegenüber ein Leben lang zu tiefster Dankbarkeit verpflichtet. Aktuell sind wohl aber alle heimischen Keller- u. Lagerräume überfüllt, es gibt jetzt auch wieder Klopapier….

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        • Bauer Willi sagt

          Danke für diese wirklich ehrliche Antwort. Uns erging es ähnlich. Wir brauchten dann irgendwann tatsächlich Klopapier. Bei drei Haushalten auf dem Hof kann man sich aushelfen. Mutter hatte noch 16 Rollen…

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      • Paulus sagt

        Mein lieber Willi, nach den Erfahrungen der letzten Wochen kann ich nur zu einem Motto raten: Heil dir dem Siegerkranz, nimm was du kriegen kannst! In vornehmer Zurückhaltung und im Glauben an so etwas wie Vernunft und Solidarität habe ich nicht gehamstert, jetzt sind wir gekniffen! Angesichts dieser Erfahrung fällt es mir verdammt schwer in Zukunft Rücksicht auf andere, um nicht zu sagen auf den Pöbel zu nehmen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wir haben heute die ersten 8 Rollen nach 3 Wochen geschossen! Am Kiosk vor dem Bahnhof…..😁

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Deshalb habe ich 10 Paletten davon bestellt, ich fürchte, wenn die geliefert werden, sind beim Aldi die Regale wieder voll. 🙁 😉

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  7. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Bei unserem größten deutschen Filialnetzbetreiber wartet man aktuell mit dem dekadenten saisonalen Lockangebot für grünen Spargel aus Mexiko/Spanien auf, zum Kilogrammpreis von menschenverachtenden 4,98 € und schämt sich dafür wohl noch nicht einmal.

    Solange wir dekadenten Wohlstandsbürger selbst in Zeiten einer so noch nie dagewesenen Covid-19-Pandemiekrise uns entsprechend perfiden „Sparfuchs-Verlockungen“ noch immer gegenübersehen dürfen, wo man für knapp 5,00 € Wasser an der Ladentheke -Spargel besteht zu annähernd 95% aus Wasser- entsprechend aussaugend aus Spanien/Mexiko importieren kann, bleibt nur ernüchtert festzustellen: Wir haben die Ernsthaftigkeit unserer Lage weltweit schließlich noch nicht kapiert.

    Jeder Agrarexperte weiß im übrigen, wie viel Wasser (aktuell eine wahrlich äußerst knappe Ressource in Zeiten eines obendrein im Hintergrund unverkennbar brutal verlaufenden Klimawandels!) zunächst erst einmal benötigt wird, um dieses eine Kilogramm „Spargelwasser“ zu produzieren, realisiert, wie frevelhaft wir damit aktuell mit unserer Natur, unseren Mitmenschen jenseits deutscher Grenzen umgehen. Verwunderte es da wirklich noch, wenn der Kollaps infolge einer derartigen Impertinenz uns tatsächlich ereilte?

    Realitäten, über die man gegenwärtig ungern spricht, sie sind deshalb aber nicht weniger wahr: Unsere heimischen „Spargel-Barone“ sind in den meisten Fällen keine Familienbetriebe, wo alleine deren gesamtes familiäres Umfeld „mitbuckelt“. Sind wir grundehrlich, so weiß man auch, dass solche Agrarfabriken nicht wirklich auf Agrarsubventionen angewiesen sind. In Zeiten vergangener Dekaden, verankert in einer gnadenlosen „Wachsen-oder-Weichen-Strategie“ hat man innerhalb unserer ländlichen Räume mit dieser „grünen Gemüseoffensive“ auch gerne mal 10 Bauernhöfe und mehr im direkten Umfeld einfach geschluckt, die gut befüllte „Kriegs-Kasse“ schaffte leidige Konkurrenz im Handumdrehen vom Hals; die entsprechenden Entgelt-Scheinchen haben‘s damit sehr schnell gerichtet. Und jetzt kommt von gerade eben diesen Berufskollegen in einer für ALLE entbehrungsreichen Zeit das lauteste mediale Gejammere!? – Ist man mithin so wenig krisenfest, dass man sich sofort als „Wackelkandidaten“ öffentlich outen müsste? Die reine Gier hat vielleicht im Verlaufe der Zeit auch manchmal zu viel Hirn einfach aufgefressen. Nicht nur Covid-19 übt jetzt enormen Druck aus, auch der Klimawandel dürfte so einige Sorgenfalten auf solchen Betriebsleiterstirnen hinterlassen.

    Geldsprache ist Weltsprache, die (fast) jeder kapiert; in Zeiten von Pandemien rettet eine solche „Internationalität“ aber auch die Reichen nicht; diese 120 Nanometer machen vor niemandem halt. – Das ist die Härte der Natur.

    Spargel strotzt im übrigen geradezu von Nitrat. Der Beweis par excellence, wie „giftig“ also Nitrat ist; im Spargelwasser gibt‘s also Nitrat ohne Ende. Gerade jene Protagonisten dürften wohl mit ihrem „MUST-Have“-Spargel-Gourmetgaumen ausgestattet sein, der auf dieses Königsgemüse/“Königswasser“ zu keinem Zeitpunkt überhaupt verzichten möchte; selbstredend auch in Zeiten von Corona nicht.

    Ja, das Leben schreibt so oft seine ganz eigenen, von vielen oftmals vollkommen falsch interpretierten Stilblüten…

    Nehmen Sie mir diese, meine Worte, bitte nicht allzu übel – wenn wir uns aber auch mitmenschlich wieder mehr annähern möchten -und das erachte ich aktuell als überlebensnotwendig- dann dürfen wir eines ganz sicher nicht mehr sein: UNEHRLICH!

    Man möge mir meine Ehrlichkeit also verzeihen. – Bleiben Sie bitte alle gesund!

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    • Thomas Apfel sagt

      Das ist der allgemeine Trend zur Spezialisierung und Konzentration. Das treibt tatsächlich manchmal Blüten. Die kleinen Spargelbauern wurden hier von Polen aus aus dem Geschäft gedrückt. Wir haben das damals (vor rund 10 Jahren) wegen eigener Betroffenheit mal verfolgt. Da tauchten Marktstände in großer Stückzahl auf, die einem polnischen Betrieb gehören sollten. Wir haben daraufhin diese Adresse aufgesucht, kein Spargel weit und breit, sondern ein kleiner Ackerbauer. Beliefert wurden die Stände von Fahrzeugen mit dt. Kennzeichen aus den Landkreisen nahe Berlin. Viele der großen Betriebe haben oder hatten auch große Flächen in Polen um wahlweise in Spitzenzeiten genug „eingedeutschte“ Ware zu haben. Mit dem angenehmen Nebeneffekt bei Übermengen mit der oben geschilderten Masche die Kleinen über dann als polnisch deklarierter Ware vom Markt zu drängen. Das ist durch, ist Geschichte, gehört aber auch zur Wahrheit über diese Branche.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Als Kind kannte ich Spargel gar nicht….gab es schlicht nur aus Gläsern und fand man max. in der Hühnersuppe auf Hochzeiten. Der Spargel ist inzwischen zu einem Modegemüse geworden, Spargelessen in allen Varianten in diversen Locations.
        Zusätzlich wird Bioenergie zur Beheizung genutzt und damit noch frühzeitiger auf den Markt geworfen, dies wird dann als Gegenargument gegenüber griechischen Importspargel genutzt. Die Spargelfelder sind ökologisch in meinen Augen tot. Die Flächen so erosionsgefährdet, wie kein anderer Acker. Folie tut ihr übriges……
        Die Spargelbauern haben in der Vergangenheit gut verdient, deshalb hat es sich ja auch so verstärkt. Es sind Großbetriebe mit dutzenden Satteliten-Verkaufsständen entstanden……

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Schwarzwurzelgemüse -lange Zeit als Spargel der Armen verunglimpft- war in den Familien-Hausgärten unserer Mütter und Großmütter die durchaus gesunde leckere Alternative zum heutigen Spargel-Hype und in der Bauernküche kaum wegzudenken.

          Heute erfahren Schwarzwurzeln selbst in der Haute Cuisine wieder eine berechtigte Renaissance, so ganz nebenbei.

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          • firedragon sagt

            Also ich gebe der Schwarzwurzel immer den Vorrang. Schmeckt einfach und man hat was zum Kauen.

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        • Mark sagt

          „Spargelessen in allen Varianten in diversen Locations“
          Am besten schmeckt mir der Spargel in gekochtem Schinken, noch besser ist der Schinken ohne Spargel!

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    • Ein Privatier sagt

      @Wurzelwicht

      „Kannibalismus mit aussichtsreicher Zukunft in Zeiten vor allem auch eines rasant voranschreitenden Klimawandels, …“
      „(aktuell eine wahrlich äußerst knappe Ressource in Zeiten eines obendrein im Hintergrund unverkennbar brutal verlaufenden Klimawandels!)“
      „Nicht nur Covid-19 übt jetzt enormen Druck aus, auch der Klimawandel dürfte so einige Sorgenfalten auf solchen Betriebsleiterstirnen hinterlassen.“

      Das Klima ändert sich seit über 4 Milliarden (4.000.000.000!) Jahren.
      Den mit Ursünde behafteten Homo sapiens gibt es seit etwa 40.000 Jahren.
      Werden die gläubigen Klimaapokalyptiker der geilen Gaia wieder Menschenopfer darbieten müssen, um diese unverkennbar brutal voranschreitende Hure Natur zu befriedigen?
      Oder werden sie die Menschheit lediglich zwingen, Opfer zu bringen?

      Bitte niemals vergessen:
      Natur gut – Mensch böse

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      • Reinhard Seevers sagt

        Klar ändert sich das Klima seit Bestehen der Erde. Es gibt aber erst seit knapp 200 Jahren derart steigende Bevölkerungszahlen in Verbindung mit der Besiedlung von Fläche und den daraus erwachsenden materiellen Ansprüchen und Schäden. Während der Neanderthaler in seinem Leben vielleicht eine Handvoll Menschen getroffen hat, so trifft der heutige Mensch allein auf dem Weg zur Arbeit bereits mehr Menschen…..es ist ist nicht der Klimawandel das Problem, es sind die Folgen Privatier. Wenn tausende vor deinem Haus stehen und dir dein Heim streitig machen möchten, dann wirst du das nicht mögen wollen…..Darum geht es, um Menschenleben, nicht um Besserwissen wann es schon einen Klimawandel gab und wie oft und überhaupt….es geht um Leben und Tod, wie auch bei Corona.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Sollte / muss ich darauf jetzt eine Antwort parat haben!?

        Nehmen Sie es mir nicht übel, meine Gedankenwelt ist gegenwärtig eine etwas andere; auch ich gestehe ein, mit unserer aktuellen Situation noch nicht wirklich „trittsicher“ umgehen zu können.

        Weit mehr beschäftigt mich also sehr ernsthaft, treibt mich geistig überaus rege um, wie ich als konventioneller Ackerbauer mit den an mich gestellten Herausforderungen umzugehen vermag, damit ich mein Scherflein dazu beitragen kann, dass unsere Grundnahrungsmittel nicht zum Mangel mutieren müssen, wenn unserer heimischen Versorgungssituation eine noch weitreichendere Bedeutung zukäme.

        Der Klimawandel ist kein Hirngespinst, er ist omnipräsent und das bereitet mir wahrlichst große Sorgen….

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Wie vor – ein ander Mal gerne dazu tiefschürfendere Philosophien ;-), versprochen, ich drück mich nicht vor dieser Diskussion

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    • hugo sagt

      Hallo Wurzelwicht,
      Ich hab gelernt das Spargel wenig Nitrat hat.
      Spargel gehört grundsätzlich zu den Gemüsearten mit niedrigen Nitratgehalten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel (BVL) stellte 2010 rund 25 mg je kg Frischmasse fest. Außerdem senken Waschen, Schälen, Dämpfen und Kochen den Nitratgehalt. Spargel führt nicht zu einer übermäßigen Zufuhr von Nitrat.
      Hab meinen Kindern immer Spargel empfohlen wenn ihnen der Salat zu grün war.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        In den heimischen Hausgärtchen vielleicht; wird kurz vor der Ernte auf den Spargelfeldern nicht nochmals kräftig angedüngt für Menge und Qualität…!?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wieso wird hier wieder über etwas spekuliert, was in den offiziellen Daten für Nitrat-Gehalte bei Spargel nie wiederzufinden ist?

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            • Reinhard Seevers sagt

              Nitratgehalt von Spargel?
              Spargel gehört grundsätzlich zu den Gemüsearten mit niedrigen Nitratgehalten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel (BVL) stellte 2010 rund 25 mg je kg Frischmasse fest. Außerdem senken Waschen, Schälen, Dämpfen und Kochen den Nitratgehalt. Spargel ist ein Saisonprodukt, aber selbst ein hoher Spargelkonsum in dieser Zeit führt nicht zu einer übermäßigen Zufuhr von Nitrat. Auch ein Wiederaufwärmen ist in dieser Hinsicht unbedenklich, sofern der Spargel kurz gegart, anschließend rasch abgekühlt und dann kühl gelagert wurde.

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  8. Scheunenfund sagt

    Genau so ist es. Es ist doch eigentlich sehr beschämend, dass wir Erntehelfer aus Osteuropa holen müssen, damit diese unseren Spargel stechen. In diesen Tagen wird vielen Leuten bewusst, dass ihr Job nicht systemrelevant ist, sie vielleicht einsam im Homeoffice sitzen, den Lohn in voller Höhe weiter erhalten, und deren größte Sorge ist, ob sie ihre Aufwändungen fürs Homeoffice von der Steuer absetzen können. Und genau das ist unser Problem. Es sprechen alle nur darüber, dass der Lohn der Erntehelfer nicht angemessen ist, dabei wird aber oft vergessen, dass mit dem eingesparten Geld viele einheimischen Berufsgruppen bezahlt werden müssen, deren Gehälter in Wirklichkeit auch nicht angemessen sind. Auch wenn das viele nicht hören wollen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Scheunenfund, die Leute im home-office arbeiten häufig für Firmen und Schulen, sind also lediglich aus den Räumen der Firma ausgelagert.
      Interessant wird es, wenn man den gesamten Profisport, von der Formel Eins bis zum Fussball anschaut oder den gesamten Kulturbetrieb, auch das Fernsehen. Nichts geht ohne Steuern und Gebühren….ich glaube, dass das wirklich auf den Prüfstein gehört. Als erstes die Formel Eins, auch wegen der Umweltrelevanz und der Nachhaltigkeit….aber ich glaube, dass das Volk, das nicht mögen wird, denn Brot und Spiele sind der Treibstoff des Systems.

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      • Brötchen sagt

        Reinhard dann müsste man die ganze Pferdehaltung abschaffen.
        Fressen Nutztieren das Futter weg und sind von der Menge her bestimmt noch umweltrelevanter. Wenn man konsequent wäre.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Das möchtest du nicht. Die sind mein Ausgleich, ohne werde ich sehr unentspannt 😉

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            • Reinhard Seevers sagt

              Reine Spaßhaberei ohne Nachhaltigkeit….nicht systemrelevant! 🙂

              wie Formel Eins, Ski-Sport, Wassersport, Motorradrennen, usw. usw……

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              • firedragon sagt

                Aaaha… was machen denn dann all die Menschen mit ihrem hart erarbeiteten Geld in ihrer Freizeit?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich denke, es verdienen alle viel zu wenig? Alle sind arm, keiner kann sich etwas leisten……die Löhne sind zu gering.
                  Aber ganz ehrlich, wenn der Materialismus nicht überwunden wird, dann ist eh keine Hoffnung für die Menschheit. Es fehlt den Menschen an Alternativen zur materiellen Befriedigungskultur, das ist das Dilemma.
                  Es ist doch augenscheinlich, dass sämtlicher Bespaßungsbereich eine Halbwertzeit von ca. 2 Wochen hat, dann ist die Kohle alle. Das System wird nur so aufrechterhalten, und dann wird den Politikern die Schuld an der eigenen Unfähigkeit gegeben, ist wohl menschlich.

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                • Lady sagt

                  Feuerdrachen, Ferkelhebamme,

                  wir haben Freude an unseren Pferden und ertragen den Neid des Fussvolks doch mit einem Lächeln. Natürlich von oben herab, egal ob vom Bock oder aus dem Sattel.
                  Außerdem sind es Kulturgüter und auch Hüter der Kulturlandschaften.

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                • firedragon sagt

                  Einen wunderschönen guten Abend Lady,
                  Du bist ja gut drauf heute, habe eben wegen dem Raps schon gelacht. Also wir arbeiten ja mit einem Imker zusammen – Rapshonig bekommt der ganz gut an Mann und Frau. Wir sind am überlegen, etwas Rapsöl bei einem Kollegen pressen zu lassen – für unsere Kunden als Weihnachtsgeschenk (mal sehen). Ansonsten geb‘ ich Dir recht, Raps als Rohware an Laufkundschaft ist dann doch ein Ladenhüter und die fünf Kilo im Jahr für eine rheumaerkrankte Person, halten den Betrieb nicht am Laufen.
                  Und das mit den Neidern – ich frage mich immer, auf was die neidisch sind – auf die Arbeit? Das Hochgefühl auf dem Pferderücken streite ich nicht ab 😇.

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                • Paulus sagt

                  @ Lady, von oben herab was die Sitzposition betrifft, oder von oben herab was etwas anderes betrifft? Es gibt ja reitende und fahrende Zeitgenossen die beherrschen beides ganz gut. Diese Frage hast du provoziert und ich konnte mit sie mir nicht verkneifen. 🙂

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Mir hat mal einer gesagt, am liebsten sei es beim Reiten, wenn man dem Pferdchen in die Augen sehen kann.
                  Wie der das macht, ist mir nach wie vor schleierhaft.

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                • Lady sagt

                  “ Es gibt ja reitende und fahrende Zeitgenossen die beherrschen beides ganz gut. Diese Frage hast du provoziert und ich konnte mit sie mir nicht verkneifen. 🙂 “

                  Musst du dir doch auch nicht verkneifen , Paulus, und auch keine fadenscheinigen Argumente für völlig berechtigte Fragen anführen. 🤣
                  Und die Antwort ist damit sicher auch klar 😎
                  Aber natürlich gilt das nicht für „Alle“ ,und du erkennst auch gleich, wer trotzdem ein prima Typ ist .

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es dreht sich nur um die Erntehelfer, die für deutsche Bauer arbeiten.
      Die selben Menschen, die von „Lohnsklaven“ schreiben, gehen nachher zum ALDI & Co und kaufen das Gemüse aus südlichen Ländern, deren Erntehelfer, – meistens Illegale – die mit einem Euro in der Stunde abgespeist werden.

      Anschießend geht es zu Primark, oder KIK, das T-Shirt für 1,99 Euro kann man sich nicht entgehen lassen. Wie es den Näherinnen in Bangladesh geht, interessiert dann nicht.

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      • Inga sagt

        Der Kund eist angeblich König…

        und wer trägt die Verantwortung für Ethik und Moral?

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        • Ein Privatier sagt

          Die „Verantwortung für Ethik und Moral“ für die Näherinnen in Bangladesh tragen die Bangladeshis, die überwiegend Mohammedaner sind.
          Wenn wir Ungläubigen aus Gründen der unserer Moral und Ethik keine Waren mehr von Näherinnen aus Bangladesh kaufen, weil die in Bangladesh nach unchristlichen Maßstäben behandelt werden, dann haben die gar keine Arbeit mehr.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Würden wir für das T-Shirt statt 2,99 Euro, 3,49 bezahlen und die 50 Cent auch bei denen ankommen, dann würde bei uns die Welt nicht untergehen und die Bevölkerung in Bangladesh hätte genug zum Leben.

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  9. Friedrich sagt

    Unsere deutsche Regierung und die EU-Kommission haben von der Tranformation in Richtung Green Deal gesprochen. Vor Corona ! Greta und Co wurden uns da vorgeführt.
    Diese Tranformation wird kommen , aber nicht die von der Politik erdachte , sondern eine andere. Wir erleben gerade eine Abschottung ins Regionale. Jeder ist sich selbst der Nächste.
    Trump läßt grüßen ! Plötzlich werden in Europa Grenzen , die angeblich nicht zu sichern waren , geschlossen. Wir erleben die Grenzen der Globalisierung . Wir müßen jetzt feststellen , daß wir nur 15 – 20 Mill. arbeitende Menschen als Systemrelevante brauchen und der Rest durch Umverteilung beschäftigt wird. Deshalb muß umgesteuert werden und Dinge , die wir billig im Ausland haben herstellen lassen , wieder selbst zu machen . Jedenfalls teilweise. Mit der kommenden Arbeitslosigkeit müßten doch mittelfristig auch die Erntehelfer aus dem Inland überwiegend kommen können. Die Rede vom Fachkräftemangel war eh nur hergeholt , denn wir haben Studienwege erstellt , die danach sowieso kaum eine produktive Verwendung finden konnten. Landläufig haben das die Altvorderen „Brotlose Künste “ genannt. Mit der Digitalisierung hätten wir ein Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren von rd. 7% erwirtschaften müßen , haben wir aber nicht , weil wir alles mit Dokumentations- und Kontrollwahn vernichtet haben. Jetzt erleben wir , daß die relevanten Teile der Wirtschaft arbeiten und der unproduktive Teil zu Hause untätig ist , oder Homeoffice betreibt. Die Untätigen , daß ist unser Potential. Diese Personen werden jetzt in den produktiven Bereichen der Wirtschaft gebraucht und die Willigen melden sich auch in den Krankenhäusern , Pflegeheimen , Bauernhöfen usw. .
    Wir können es also schaffen durch diese schlimme Zeit zu kommen. Bleibt nur die Frage wieviel Spargel z.B. jetzt auch zu Verkaufen ist. Ich schätze rd. 50% , weil jeder Haushalt den Spargel auch selbst aufbereiten muß . Ob das jedem gelingt ? Haben wir überhaupt genügend Verkaufsstellen ? Sind die Verbraucher bereit den höheren Preis zu zahlen ? Ist denn genügend Kaufkraft vorhanden , denn Kurzarbeitergeld ist weniger Einkommen als vorher. Fragen über Fragen die beantwortet und abgeschätzt werden wollen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Spargel kochen, müsste eigentlich auch die verwöhnte Göre auf die Reihe bringen, die Soße Hollandaise wird eh im Tetrapack gekauft. Mit Kartoffeln könnt es schon schwierig werden, aber die können zur Not nach Schinken greifen.

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      • Paulus sagt

        @ Ehemaliger, weit gefehlt! Als wir von einer akademisch verbildeten Bekannten einmal zum Essen eingeladen wurden, habe ich die Sache mit dem Spargel, mit freundlichen Worten und zu ihrer Erlösung lieber selbst in die Hand genommen. Die Handhabung eines Spargeltopfes scheint nicht ganz einfach zu sein. Eine Hollandaise, mit der man auch noch den schlimmsten Fraß übertünchen kann, halte ich in Bezug auf den Spargel für Frevel.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Du musst eine besondere Art von Bekannten haben. Leben die unter der Brücke? Soweit mir bekannt, haben die normal keinen Spargeltopf. Warum hat man auch die Regale von Ravioli leer geräumt? Die können alle nicht so gut Kochen, wie deine Frau.

          Letztes Jahr hat die Tafel ca. 40 Kg Spargel bekommen, verkauft hat man den Spargel nicht bekommen, nicht einmal geschenkt wollten die den Spargel. Ja du hast Recht, ein Spargeltopf ist ein schwieriges Gerät.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Spargeltopf ist ein Gerät worin man Spargel kochen kann, man kann auch Kartoffeln drinnen Kochen, dann wäre ein Kartoffelkochtopf.

              Der Spargeltopf hat keine einheitliche Größe. Es gibt unterschiedliche Modelle auf dem Markt, die sich nach dem Volumen sortieren lassen. Zu jedem Spargeltopf ist jedoch immer ein Korbeinsatz zu finden. Er gewährt bei dieser speziellen Form das aufrechte Stehen des Spargels. Die Höhe der Töpfe ist immer so ausgelegt, dass der Spargel im Stehen gekocht werden kann und sich der Deckel immer noch schließen lässt.

              Der Korbeinsatz verhindert also das Umkippen des Spargels und erleichtert die Entnahme. Einfach das Sieb aus dem Topf nehmen und den Spargel servieren. Ein weiterer Vorteil von diesem Aufbau: Das Spargelwasser muss nicht weggeschüttet werden. Es dient beispielsweise zum Herstellen von speziellen Soßen oder kann als Aroma zum jeweiligen Gericht hinzugegeben werden.

              Hier werden sie geholfen:

              https://www.toepfe.org/arten/spargeltopf/

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              • Reinhard Seevers sagt

                Ich weiß gar nicht ,wie ich die letzten 40 Jahre ohne einen solchen Topf den Spargel gekocht bekommen hab….unglaublich, was man alles haben muß!?😀

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              • Lady sagt

                El, so einfach scheint das mit dem Spargel dann doch nicht zu sein 😉
                Ich habe mal die Variante erlebt, dass die Hausherrin leider das Schälen aus Zeitgründen eingespart hatte. Und es war leider kein grüner Spargel. Das Zeug konnte man nicht essen.
                Der Sinn eines Spargeltopfes ist eigentlich, dass der Spargel eben nicht in großen Mengen Wasser gekocht wird. Sondern nur im Dampf, also der Spargeltopf wird nur wenig mit Wasser gefüllt. Noch besser ist es übrigens, den Spargel im Ofen zu machen, ohne Wasser.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Herr Seevers,

                zu einer Küche die 30.000 Euro gekostet hat, gehört auch entsprechende Geräte, eben auch ein Spargeltopf, für die Suppe nimmt der kochende Mann des Hauses seinen Zauberstab.

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                • Inga sagt

                  Aber Herr Ehemaliger,
                  wenn du so eine teuer Küche hast, dann ist doch da bestimmt auch eine Dampfgareinrichtung dabei, weshalb du doch gar keine Spargeltopf brauchst, außer du hast noch einen von früher.
                  von der Dampfgareinrichtung könntest du das Spargelwasser auch in die Suppe schütten, wenn da überhaupt noch wertvolles Spargelwasser anfällt, denn sie sorgt ja dafür, dass die wertvollen Stoffe alle im Spargel bleiben.

                  Die Idee das wertvoller Wasser, das noch gute Inhaltsstoffe vom Spargel hat, in der Soße oder Suppe zu verwenden kommt ja daher, dass diese dem Menschen auch zugeführt werden können, was ja bei dem Kochprozess dem Spargel verloren gegangen ist.

                  Das muß Mann auch wissen!
                  🙂

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Meine liebe Frau Inga,
                  ich habe nicht geschrieben, dass unsere Küche 30.00. Euronen gekostet hat.

                  Unsere Küche ist 40 Jahre alt und noch gut in Schuss. Damals hatte die 10.000 DM gekostet.

                  Natürlich sind Kühlschrank, Spülmaschine und der Herd erneuert worden.

                  Ich bin ein armer Rentner, ich kann mir keine, so teure Küche leisten.

                  Lieber eine alte Küche und was gscheits in der Pfanne. 😉

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            • Paulus sagt

              Genosse Seevers, einen Spargeltopf benutzt man um nach dem ersten Kochvorgang der den Schalen und Abschnitten gilt, die edlen Stangen in diesem reduzierten Sud, der im Finale nur drei cm hoch sein darf im Dampf zu garen. Das bedarf selbstverständlich einer gewissen Fertigkeit. Ist so ähnlich wie die Sache mit den Steckrüben. Die Kochkunst ist die einzig wahre Kunst. Wo bleibt der Dieter hier? 🙂

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              • Reinhard Seevers sagt

                Tja, das mit dem Geschmack ist immer so eine Sache…..ich hab den Spargel auch schon in dutzenden von Varianten gegessen. Aber so wie Oma ihn gemacht hat schmeckt er mir immer noch am Besten…..ohne Spargeltopf, immer geschält 😁, nie mit Muskatnuß, immer mit Zitrone und Butter, …..jedem der seine.

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Mit Frühkartoffeln und… Schinken!! 😊

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        • fingerphilosoph sagt

          Im Wasser gekocht, verliert Spargel seinen ganzen Geschmack an die Brühe.
          Also, wenn schon, dann im eigenen Saft geschmort, in Alufolie im Backofen, mit Butterflöckchen, Salz, Pfeffer, einer Prise Muskat und eventuell einem Schuss Weißwein.

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          • firedragon sagt

            Ich bin perplex, was man hier alles lernen kann. Ah fingerphilosoph, ein Schuss Weißwein kommt nicht eventuell dazu – da kommt Wein dran an die Sauce.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Was glaubst Du, warum der Mann des Hauses die Sauce Hollandaise immer selber macht?

              Die Angetraute erlaubt ihm eine Flasche Wein zu kaufen, er braucht ja ein Schuss Wein für die Sauce, den Rest darf er Trinken, dass der Wein nicht kaputt geht. 😉

              Kommt immer darauf an wie Mann es macht, dann ist selbst die Ehefrau zufrieden, manchmal. 🙂

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            • fingerphilosoph sagt

              Ah, firedragon, Spargel aus der Alufolie schmeckt auch ohne Sauce, als Beilage zu Rinderfilet oder Schweinemedaillon. Der Spargel schwimmt im eigenen Saft und in flüssiger Butter. Den Schinken, möglichst mit Fett dran, wickle ich ums Fleisch, nicht um den Spargel. Als Abwechslung zur ewigen Sauce hollandaise kann man den Spargel auch mit einem hart gekochten, gehackten Ei bestreuen und mit in Butter goldbraun gerösteten Weißbrotbröseln und frischen Kräutern bestreuen. Der Kenner achtet natürlich darauf, dass die Spargelspitzen beim Übergießen mit Sauce frei bleiben.

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              • firedragon sagt

                Okay, Wein im Glas dazu?
                Nicht zu trocken, eher säurearm und dezent fruchtig.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich hab HOFFNUNG, dass ihr kulinarisch gut über die Runden kommt!

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                • firedragon sagt

                  Herr Seevers,
                  Ravioli mit Mehltopping an Blattkkopapier der Saison mag zwar der Renner derzeit sein, wenn ich das (immer noch) Nichtvorhandensein dieser Zutaten in den Supermarktregalen so betrachte, ich ziehe dann doch normales Essen vor.

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            • Inga sagt

              Ichhabe früher, als ich noch ienen großenDampfdrucktopf hatte, denStänder unten reingetan, ein Siebeinsatz drüber,den Spargel quer gelegt udn dann ohne Druck gegart.

              Ich denke
              Butterflöckchen, Salz, Pfeffer, einer Prise Muskat und Weißwein
              kommen in die Soße, oder?

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          • Mark sagt

            Den Schuss Weißwein (2/8 oder so) gönn ich mir lieber ohne Spargel, ebenso dden Schinken… .-)

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    • fingerphilosoph sagt

      Habe gestern noch einen netten Artikel gefunden des Inhalts, dass sich ausgerechnet die Grünen und die Linken dagegen verwehren, dass den reichen Berlinern nun aufgrund Corona der Trip ins Ferienhaus an der Ostsee verwehrt wird. Besitzer von Ferienhäusern und -wohnungen dürften ja wohl zu den eher nicht gerade Nachhaltigen, dafür aber Wohlhabenden gezählt werden, da frage ich mich dann schon, wie das mit den Lehren der Grünen und Linken zusammenpasst.

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article207023019/Corona-Krise-Das-geht-zu-weit-Linke-und-Gruene-kritisieren-Reiseverbote.html

      Was Wunder, dass viele Menschen nun glauben, Masken aufsetzen zu müssen, wo die Masken der Heuchelei mehr und mehr heruntergerissen werden.

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    • Thomas Apfel sagt

      Unser aller Fernseh-Philosoph der Herr Precht, seines Zeichens Lehrender an der Leuphana Uni in Lüneburg, hatte Gestern Prof. Maja Göpel erklärt uns die Welt, (ebenfalls aus dem erlauchten Leuphana Umfeld) zu Gast.
      Hauptthema war der Green Deal und die Frage, wie die nächste Transformation der Gesellschaft aussehen müsste. Landwirtschaft und Fleischverbrauch war, wie bei dieser Klientel üblich, das Startthema. Zu Beginn folgende Zahlen: die Land- und Nahrungsgüterwirtschaft trägt weltweit 10 Billionen $ zum Bruttoprodukt bei, verursacht aber bei Einrechnung aller externalisierten Kosten 11 Billionen $ Kosten (McKinsey Studie).
      „Wir produzieren immer mehr Fleisch in immer größeren Agrarfabriken, wovon schon jetzt 2/3 exportiert werden (O-Ton Precht)“.
      „Landwirtschaft, wie wir sie derzeit betreiben ist insgesamt gesehen völlig unökonomisch. (Frau Göpel)“
      Na, da sollte das doch der Wirtschaftszweig sein, der sofort abgeschafft, auf Mittelalterbauernhofgrößen – Mischbetriebe umgestellt wird und der 100 % -igen staatlichen Steuerung und Lenkung unterstellt werden muss. Wir sind dann Staatsangestellte, und bekommen endlich anständige Löhne. Alles super im Green-Deal-Wunderland.
      Bildet euch nicht ein, dass die weltfremden Weltverbesserer schlafen, die werden gerade massiv wieder wach. Da muß man sich z. B. nur mal die letzten Verlautbarungen des BÖLW ansehen!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Tja, hatte ich ja schon mal geschrieben, dass die Frau Göpel zum Thinktank der Regierung gehört….da weiß man, woher der Wind weht.
        Das finde ich schon gefährlich, was die beiden da verlauten.

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      • Christian Bothe sagt

        @Th.Apfel,solchen Müll kann man sich doch gar nicht anschauen.Habe ich auch nicht getan, wäre meiner Berufsehre als studierter Diplomagraringenieur nur abträglich…Andere Sache zu AK mal wieder Th.Apfel( wissen Sie das ?) In der DDR gab’s (Wessis denken vielleicht den hatten wir nicht) auch Spargel (Beelitz,Zerbst,Thüringen). Folienanbau war ja noch nicht modern,denke ich. Aber wer hat ihn geerntet? Es gab ja einige ha. Daran kann ich mich noch erinnern. Denke man hatte den in spezialisierten Gartenbaubetrieben und VEGs angebaut? Spargelersatz war für uns dann halt die Schwarzwurzel…

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        • Thomas Apfel sagt

          Wir hatten 15 ha Grünspargel zu DDR Zeiten. Da ist dann früh der ganze Bereich Obstbau (120 AK) für eine Stunde auf den Acker zum ernten. Das war ja „Tauschwährung“, so wie auch die Champignons, die wir im Kühlhaus in den geräumten Zellen gezogen haben. Steinobst und Apfelernte wurde auch damals schon zu großen Teilen von polnischen und russischen (Offiziersfrauen) Saisonkräften erledigt.

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            • Thomas Apfel sagt

              Yes, das VEG Obstbau Markendorf (in 1976 aus einer Vereinigung von LPG Markendorf und einem kleinen VEG hervorgegangen).
              die LPG war eine typische arme Neubauern LPG die durch die Vereinigung vom staatlichen Förderprogramm Obstbau profitiert hat.

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        • Brötchen sagt

          Manche LPG hatten auch Spargel.

          Der Betrieb von meinem Vater auch.

          Den haben die selber geerntet, war glaube ich nur wenig Fläche.

          Zu den festen wie Jugendweihe usw. gab es immer Spargel.

          Zudem hatte jeder zu Hause mind. eine Reihe.
          Da würde gesammelt, bis es zu einer Mahlzeit reichte.

          Solche Riesenstangen wie heute gab es da nicht.

          Meines Erachtens schmeckt auch nur der dünnere Spargel.

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  10. Ja, so ist es bei uns auch. Polnische Hochzeiten sind der Hammer! Dort gibt es eine grandiose Gastfreundschaft! Zwei unserer vier Mitarbeiter sind vor kurzem Vater geworden. Und natürlich wissen wir, wie schwer es ihnen fällt, so lange nicht bei der Familie zu sein. Andererseits können sie so viel besser für ihre Familien sorgen, da es in ihrer Heimat an der russischen Grenze, kaum Einkommensmöglichkeiten gibt.

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  11. firedragon sagt

    Was ist am Dixi-Klo schlecht?
    Ich bin froh, dass der Gemüsebauer die Dinger seit etwa zwei Jahren seinen Arbeitern an den Feldrand stellt. Sonst waren die nämlich alle bei uns in den Äckern und das ist schei…!
    Wäre mir lieb, wenn ein Großwinzer das ebenfalls so handhaben würde, da wir in unseren angrenzenden Weingärten das gleiche Problem mit Hinterlassenschaften von dessen Arbeitern haben.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Du bekamst kostenlos Dünger geliefert und jetzt beklagst du dich noch. 😉

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      • firedragon sagt

        Ehemaliger Landwirt,
        dann erklär mir mal, wie man das in die betriebliche Düngebilanz einzurechnen hat 😉.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Jetzt stellst Du mir aber eine Frage und wenn ein Spatz auch noch seine Notdurft verrichtet hat, wird es schwierig. 😉

          Als ich noch ein kleiner Junge war, befand dich ein Ehepaar und deren Knecht (lediger Onkel) auf dem Feld nebenan beim Rüben hacken. Als sich ein Druck beim Knecht aufgebaut hatte, pinkelte er auf das Nachbarfeld.

          Nicht einmal der Dung gönnte er uns, meinte die Bäuerin grollend. 🙂

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  12. Fanni sagt

    Hallo, warum wird immer gesagt,dass 9 Euro zuwenig sind für diese schwere Arbeit? Was ist denn überhaupt angemessen für Arbeit?
    Ich nehme mal mich selber als Beispiel. Bin 50 plus, hab studiert und meinen urspr. Beruf nur wenige Jahr ausgeübt und zugunsten von Hof und Familie aufgegeben, hab aber auch dort wieder mindestens 2 Berufe „gelernt“ und mich weiterentickelt. Führe seit einem vietel Jahrhundert zusammen mit meinen Mann eine Landwirtschaft. Arbeite seit 15 Jahrten „ungelernt“ in einem Büro im Controlling mit- , Klar ich hab das nicht expliziet „gelernt“ aber ich kapiere doch relativ schnell und arbeite einfach gerne. Bin fit in Excell und Co und steck am Computer sogar manchmal meine Söhne noch in die Tasche. Ich verdiene nicht wahnsinnig viel aber kann meine Arbeit mit dem Hof gut verbinden und das ist auch schon was. Aber trotzdem ich komm nicht weiter…………weil ich das nicht gelernt hab………wenn ich jetzt woanders arbeiten wollte werde ich als Hilfkraft eingestuft.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich denke, in der Gesellschaft hat sich der Eindruck verfestigt, dass besonders körperlich schwere Arbeit auch niedere Arbeit ist. Das hat sich seit dem Mittelalter nicht geändert. Die Standesdünkel von damals wirken auch heute noch.

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Die Standesdünkel von damals wirken auch heute noch.“

        Genau Willi, die faulen Säcke, die noch nie körperlich gearbeitet haben und sich nur den Arsch am Schreibtisch platt sitzen werden hier ja oft genug angegangen….muss man wohl mit leben…..

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        • Inga sagt

          Und dieser Standesdünkel hat sich hier nach den beiden Weltkriegen noch verstärkt.
          Als diese Schreibtisch- oder IndustriearbeiterInnen im zerbombten Land dann bei den Bauern Unterschlupf finden mussten, wo alles da war, neben einem warmen Zimmer auch noch zu essen, eben mehr als auf Lebensmittelkarten, vielleicht gegen Mithilfe,
          Kam vielleicht bei vielen von denen Neid auf und der wurde dann mit dem Phänomen aus dem Mittelalter, dem Standesdünkel kompensiert.
          Wer lebt denn „hinterm Mond“?
          Die ach so konservativen Bauern auf dem Dorf, oder Leute mit dem Standesdünkel aus dem Mittelalter, besonders die, die die Willi Brand Ära mit durchlebt haben?

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Damals als dem BumBum Boris das Nutella noch geholfen hat, hat die der höheren Kaste zugehörigen einen Tennisklub gegründet. Das einfache Volk durfte auch Mitglied werden, um die Plätze zu pflegen, spielen durften die auch noch, wen die „Höhergestellten“ kein Lust hatten.

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Werter Herr Seevers,

          Sie bedienen sich nun aber recht eigentümlicher Metapher für unsere immerhin auch hart arbeitenden Schreibtischtäter – mit Verlaub „faule Säcke“…; als Architekt für alle Fälle sieht man Sie doch sicherlich auch nicht tagtäglich mit der Schaufel in der Hand, bestückt gerne auch mal mit einigen sehr schmerzhaften Blasen nach verrichtetem Tageswerk!? 😉

          Spass beiseite, den von Ihnen so „stigmatisierten faulen Säcken“ ist leider nur allzu oft gar nicht bewusst, welcher Kraftakt im Vorfeld notwendig ist, damit z.B. unser saisonales Königsgemüse rechtzeitig zum Osterfest nicht nur in Hotellerie und Restaurants, sondern auch in jedem stylischen deutschen Esszimmer frisch auf den Tisch kommen kann…

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          • Inga sagt

            Ihm ist auch nicht bewusst,
            was das für ein Kraftakt ist, ein Haus zu bauen,
            früher brauchte man die „fauen Säcke“ von Architekten nicht dazu, das Haus entstand auch ohne sie, vielleicht weniger sicher und krumm und schief, aber schlaue Baumeister, die die Naturgesetze innehielten, bekamen das auch hin.
            Ein Meister konnte beides, Kopf- und Handarbeit.
            Wer hat am meisten bewirkt und ein Dach übern Kopf erschaffen? Der hätte dann normalerweise auch den meisten Lohn verdient.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Als Bauernsohn, gelernter Zimmerer und Architekt bin ich nicht nur in der Lage zu planen, den Antrag zu stellen, sondern auch das Haus selber zu bauen und den Gemüsegarten auch noch herzurichten….
              Übrigens, Inga, früher hatten wir auch einen Kaiser, da brauchten wir weder Fernseher, noch Internet, noch Supermarkt noch Auto, noch dies und das….früher hatten Frauen auch den Mund zu halten, wenn die Männer das forderten….tja früher war oft vieles besser gelle? 🙂

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              • Inga sagt

                Es geht nicht um früher und Kaisers Zeiten,
                es geht um den Mehrwert an Arbeit,
                worüber sich die „faulen Säcke“ am Schreibtisch lustig machen.

                In diesem Falle ist eben das entstandene Haus durch Stein auf Stein mehr wert, weil es den eigentlichen Sinn, Schutz vor Unwetter und Kälte hat und auch Geborgenheit bietet, eben durch den Maurer mehr wert.

                Aber die „faulen Säcke“ haben Zeit sich über diese Diskrepanz lustig zu machen.
                😉

                Deswegen ist es löblich, wenn du trotzdem alle praktischen Arbeiten an dem Haus mit Geist, Gehirn und Hand selber ausrichten kannst!
                Und noch selber den Garten davor oder dahinter bewirtschaften tust und in Krisenzeiten die Steckrüben dem Spargel vorziehen kannst, denn die sind dann mehr wert!
                Solche Leute braucht das Land!

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              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                Oh, ein kleiner Macho – hoffentlich weiß sich Ihr Heimchen am Herd dagegen erfolgreich zur Wehr zu setzen.

                …aber, aber, Herr Seevers!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                „.früher hatten Frauen auch den Mund zu halten, wenn die Männer das forderten….tja früher war oft vieles besser gelle? 🙂“

                Ja früher hatten die Frauen noch Respekt vor dem Ehemann. 😉
                Wie konnten wir es nur so weit kommen lassen. 🙁

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              • bauerhans sagt

                „früher hatten wir auch einen Kaiser“

                den hatte mein opa wohl bei der einweihung des Porta Denkmals 1912 gesehen und sich wohl gedacht:

                „Ich bin auch ein König auf meiner Scholle!“

                mein opa hatte den betrieb mehrfach in existenzschwierigkeiten gebracht.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Hans, du lebst…Gott sei Dank!! Gab es nicht einen heftigen Bums in deiner Nachbarschaft?

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        • Bauer Willi sagt

          Architekten zähle ich nur bedingt dazu 🙂 ,

          Was ich sagen will: jetzt im Moment werden alle möglichen Berufe abgefeiert. Eben kam die Nachricht, dass Söder eine einmalige Extrazahlung für Krankenschwestern machen will. Das finde ich erbärmlich.

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          • Inga sagt

            Sollte man auch hier die Krise nutzen,
            um die wertvollere Arbeit höher anzusehen und zu entlohnen.

            Auch haben die Leute wohl Recht, die behaupten, dass Krankenhäuser in letzter Zeit kaputtgespart wurden und dafür Fußballplätze oder ähnliches gebaut wurden, oder!?!

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        • Inga sagt

          Ja, und die haben noch soviel geistiges Potenzial frei, dass sie Bauernbashing betreiben können,
          das macht bestimmt viel Spaß, oder?
          Die anderen sorgen sich um ihre Existenz, ist das sozial? Das ist echt unsozial!

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      • hugo sagt

        Schwere körperliche Arbeit ist es nicht was diesen Eindruck erweckt. Bäcker, Metzger, Schreiner, Zimmerleut arbeiten auch schwer körperlich und das wird nicht als „niedere“ Arbeit gewertet genausowenig wie beim Bauern.
        Sehr oft ist es ein Vorurteil das muskelbepackte Menschen aus „bildungsfernen“ Schichten stammen und dies füht meiner Meinung und Erfahrung nach zu einer gewissen Ablehnung.
        Standesdünkel gibt es in jeder Gesellschaftsschicht, egal ob Beamter, Angestellter oder Selbstständiger=Bauer.
        Auf dem Land wird im Wirtshaus offener gesprochen und manche Meinungen, die man so in der Stadt nicht hört weil verpönt werden halt auf dem Land beim Namen genannt. Das führt eher dazu das man das Landvolk für etwas rückständig hält, haben mir meine 3 Kinder auch schon vorsichtig zu erklären versucht. Da ich mit diesen Menschen aufgewachsen bin weiß ich das die es nicht so meinen wie es Städter aufnehmen aber auch das ist schwer zu vermitteln.

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  13. Sandra Harms sagt

    @ Bauer Willi
    Es wird immer der Begriff „Saisonarbeiter“ benutzt, ja er mag wenn man über die Feldarbeit redet der Richtige sein. Aber auf vielen Betrieben wo die Helfer aus Osteuropa seit zt. 30 Jahren, Jahr für Jahr vor Ort sind, ist das weitaus mehr als ein schlichtes Beschäftigungsverhältnis. Es sind im lauf der Jahre auch Freundschaften entstanden, man ist auch ausserhalb der Saison miteinander in Kontakt, Schreibt sich zu Weihnachten und Geburtstagen.Landwirte haben auch Urlaub gemacht in diesen Ländern, dann waren die Saisonkräfte für ein paar Tage Touristenführer,oder auch Gastgeber. Auch glückliche Ehen sind aus der Beschäftigung als Erntehelfer entstanden.
    Für meinen Teil, vergessen wir bei der Diskussion um das Thema, das Menschliche Total. Sicher gibt es Berufskollegen die auf die Erntehelfer aus diesen Ländern herabschauen,sie mies behandeln, aber das sind die wenigstens, denn die Saisonkräfte sollen ja wiederkommen.

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    • Schmeckt gut sagt

      Danke Sandra, für diesen Hinweis. Unsere ersten Helfer aus Polen konnten wir 1991 gewinnen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Ehepartner während der Erntezeit gefunden. Zu den allermeisten haben wir immer noch Kontakt (über facebook geht das prima). Wir konnten schon mehrere 25jährige Jubiläen feiern (25 Erntejahre, vielleicht mal mit einer kurzen Pause). Wir leiden mit, wenn ein liebgewonnener Helfer verstirbt. Und selbstverständlich ist es in der jetzigen Krise so, dass wir auch Wissen, dass viele Familien in Polen und Rumänien das Geld aus der Erntezeit fest eingeplant haben. Die Situation ist katastrophal. Auf der anderen Seite können wir zur Zeit draußen weiter arbeiten, die Gruppe Saisonarbeiter, die zur Zeit die Obstkulturen schneidet ist super und froh hier zu sein. Ich denke, es werden einige auch länger bleiben und uns dadurch sehr helfen. Es geht zu großen Teilen eben auch um Vertrauen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Sandra,
      Danke das Du das schreibst und das es auch von Schmeckt gut bestätigt wird. Ja, wir vergessen das Menschliche, aber in der Medienwelt hat das oft keinen Platz.

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      • firedragon sagt

        Unser Betrieb hat einen polnischen Arbeiter, er kommt seit etwa 30 Jahren zu uns. Einen rumänischen Arbeiter (seit 10 Jahren), er bringt, je nach Arbeitszpitze ein oder zwei Männer mit (sind im Wechsel trotzdem immer die gleichen).
        Da das jetzt nicht soo viele sind, leben die mit uns in der Familie. Wir sitzen alle zusammen am Tisch, wenn wir mal Zeit haben, packen wir alle ein, fahren an den Baggersee, besuchen ein Fest oder waren schon im Freizeitpark.
        Wir hängen da nicht den „Chef“ raus, das sind alles gute „Jungs“, die von uns niemals zweitklassig behandelt werden.
        Zur Bezahlung : diese Jungs sind goldwert, wir würden sofort mehr zahlen, wenn wir könnten. Dazu bräuchte die Landwirtschaft für Getreide mindestens das Doppelte (besser Dreifache), um dem gerecht zu werden.

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  14. James Taylor sagt

    Es gibt auch einen positiven Aspekt, denn so, wie es bisher war, konnte es nicht bleiben. Der Shutdown hat alle Bruchlinien zeitgleich aufgedeckt, Angebot und Nachfrage kollabieren zeitgleich und Loesungen muessen, weil bedingt durch die Anzahl der Intensivbetten die Pandemie auf bis zu vier Jahre gestreckt werden muss, tatseaechlich mehr sein als ein Provisorium. Keine Partei, keine Bewegung und kein Wissenschaftler mit noch so futuristischen Ideen zum Wirtschaften wuerde uns derart hart zwingen 30-40 Jahre unseres Tuns in den Muelleimer zu werfen wie dieses Fledermausvirus.
    Das Wirtschaftssystem, dass sein Ueberleben auf Dumpingloehne aufbaut, ist nicht zukunftssicher. Fatal daran ist besonders, dass dieses System nur deshalb notwendig ist, weil die Industriestaaten selbst einen prekaeren Arbeitsmarkt fuer 40-60% der eigenen Bevoelkerung aufgebaut haben, der eine Billigproduktion von Lebensmittel geradezu erzwingt.
    Der groesste Witz daran ist, dass nun alle die Grenzen hochziehen, aber dieses Problem nur global zu loesen ist, selbst dann, wenn die Lebensmittel zu einem grossen Teil in Zukunft regional und ausserhalb der Marktmechanismen erzeugt werden.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es gab auch schon in den vorherigen Jahrhunderten Saisonarbeitskräfte. Die Schnitter oder Heuerlinge, Holzer und Flösser des 17. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein. Das Problem löste sich durch die Industrialisierung und durch Auswanderung. Evtl. wird ja die Digitalisierung und das Grundeinkommen eine Lösung? Keine Ahnung, aber das hatte bei der Pandemie und den Konsequenzen auch keiner….. hinterher sind alle schlauer.

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    • Bauer Willi sagt

      Meine Hoffnung ist ja auch, dass sich die Menschen jetzt bewusst werden, dass Lebensmittel keine Selbstverständlichkeit sind. Dem widmet sich auch ein Beitrag in der „Welt“.
      Wie der an den Titel kommt? Keine Ahnung, ich hatte keine Kontakte.
      https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/plus207022047/Don-Alphonso-Satt-werden-mit-Bauer-Willi-hungern-mit-Luisa-und-Greta.html

      Wenn ich die Diskussionen in anderen Foren lese, geht mir die Hochnäsigkeit und Überheblichkeit, mit der über unseren Beruf gesprochen wird, auf die Nerven. Das beschreibt der Artikel auch.

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      • Smarti sagt

        Wenn dieser Artikel explizit über Bauer Willi schreibt, müsste er doch auch von Bauer Willi veröffentlicht werden dürfen ?

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    • Schmeckt gut sagt

      James, die Probleme waren doch bekannt. Die Politik hat es doch laufen lassen, ansonsten hätte sie doch eingreifen können: Durch ein Kartellamt, das den Namen auch verdient; durch genauen Blick auf Konzernaktivitäten, durch Lenkung der Kapitalflüsse… Diese Globalisierung hat es doch erst ermöglicht, Produkte des täglichen Bedarfs immer billiger in Standardqualität an Billigstandorten zu produzieren, um so im Lande eine günstige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die hierdurch gewonnene Wertschöpfung konnte im Land dann für überteuerte Güter ausgegeben werden. Es waren schon lange Grenzen erreicht. Dies konnte man doch am sehr hohen Anteil preiswerter Komponeten aus Asien (mittlerweile sogar aus Myanmar…) bei der Produktion von Luxusartikeln sehen. Luxusautos aus D, Textilien, Elektronikartikel und so weiter werden oft zu mehr als 80% in Billigländern vorproduziert und in D nur zusammengeschraubt. Die Aktionäre freut es und die wenigen deutschen Angestellten freuen sich über gute Löhne. Auch für die vielen Leute, die kontrollieren und dokumentieren müssen, bleibt genug übrig. Unsere Branche, die Landwirtschaft, hat bei dem Spiel ein riesiges Problem: Wir können große Teile der Produktion nicht auslagern. Unser Boden ist hier in D und unsere Kosten entstehen auch in D. Das hat zu den Entwicklungen geführt, die uns jetzt auf die Füße fallen. Auch das ist und war der Politik bekannt. Zur Zeit wird versucht durch eine Flut von Geld das System am Laufen zu halten. Wird das reichen?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Nicht DIE Politik „Schmeckt gut“, es ist der globale Kapitalismus in Verbindung mit dem alternativlosen westlichen Wertesystem. Es ist jeder, der sich in dem System unterordnet und jetzt wieder als erster eine Lockerung der Quarantäne fordert…wir alle sind es.
        Der ständige Fingerzeig auf die Politik ist einfach unerträglich.

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        • Schmeckt gut sagt

          Die „Politik“ ist und bleibt der Macht des Geldes und der Einflußnahme einiger Weniger untergeordnet. Alternativ wäre eine gewaltsame Revolution denkbar, die die Macht an das Volk abgibt. Beispiele, auch bestehende gibt es genug. Aber ist das ein gutes, umsetzbares Beispiel? Sobald viele versuchen, mitzumischen, wird durch die Kakophonie entweder ein Chaos draus, oder Einzelne gewinnen wieder übermäßig Einfluß. Wo ist also die Lösung?

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      • Scheunenfund sagt

        Genau so ist es. Es ist doch eigentlich sehr beschämend, dass wir Erntehelfer aus Osteuropa holen müssen, damit diese unseren Spargel stechen. In diesen Tagen wird vielen Leuten bewusst, dass ihr Job nicht systemrelevant ist, sie vielleicht einsam im Homeoffice sitzen, den Lohn in voller Höhe weiter erhalten, und deren größte Sorge ist, ob sie ihre Aufwändungen fürs Homeoffice von der Steuer absetzen können. Und genau das ist unser Problem. Es sprechen alle nur darüber, dass der Lohn der Erntehelfer nicht angemessen ist, dabei wird aber oft vergessen, dass mit dem eingesparten Geld viele einheimischen Berufsgruppen bezahlt werden müssen, deren Gehälter in Wirklichkeit auch nicht angemessen sind. Auch wenn das viele nicht hören wollen.

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        • Brötchen sagt

          Was ist denn angemessen, nennen sie eine Zahl und dann rechnen wir.

          Genauso ist das mit den Lkw Fahrern.

          Die Transportkosten sind heute schon sehr von Bedeutung ob ich ware bestelle und wie viel und wie viel Tiere ich transportiere.

          Und die werden noch steigen mit dem Green Deal und mit den Mautgebühren.

          Und natürlich werden dann auch die Löhne erhöht🙃.

          Bin selbst ab und an mit dem Lkw ganze Tage unterwegs und kenne den Wahnsinn, nur gehen die Diskussionen am Kern vorbei!

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          • Brötchen sagt

            Übrigens eine geringere lohnspreizung gab es schonmal, im Arbeiter und Bauernstaat!

            Hat zu allgemeiner Verwahrlosung geführt.

            Jetzt ist es vielleicht etwas aus dem Ruder gelaufen.

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            • Obstbäuerin sagt

              Warst Du auch verwahrlost, Brötchen? Wie hat sich das denn bemerkbar gemacht? In meinem Lebensumfeld gab es so was nicht.

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              • Brötchen sagt

                Ich erinnere mich an die Aussage eines bekannten der arbeitete bei Beier, der war zu ostzeiten bei florena weil die Geschäftskontakte hatten. Er war erschrocken wie herunter gekommen der Betrieb war.

                Bei mir war es ähnlich, als ich kurz vor der Wende anfing.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  mal kurz was anderes. Hattest Du Dir das Werkstattbuch LW (Nov. 19) bestellt?

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                • Brötchen sagt

                  @Drachen

                  Ja! Ist gutes Buch, aber eben regionaler Bezug.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Scheunenfund, die Leute im home-office arbeiten häufig für Firmen und Schulen, sind also lediglich aus den Räumen der Firma ausgelagert.
          Interessant wird es, wenn man den gesamten Profisport, von der Formel Eins bis zum Fussball anschaut oder den gesamten Kulturbetrieb, auch das Fernsehen. Nichts geht ohne Steuern und Gebühren….ich glaube, dass das wirklich auf den Prüfstein gehört. Als erstes die Formel Eins, auch wegen der Umweltrelevanz und der Nachhaltigkeit….aber ich glaube, dass das Volk, das nicht mögen wird, denn Brot und Spiele sind der Treibstoff des Systems.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Unser Jüngster wurde von der Bayrischen Staatsregierung auch zum Homeoffice verdonnert, der arbeitet jetzt in der eigenen Wohnung und nicht im Büro. Mit einem Glasfaseranschluss ist das überhaupt kein Problem.

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    • Paulus sagt

      @ James
      Was den Wert eines Menschen betrifft kann kein Unterschied bestehen, ich denke darin sind wir uns alle einig. Es gibt allerdings Unterschiede beim „vermeintlichen“ Wert der Tätigkeiten die sie ausüben. Und genau da scheint mir einiges, nein vieles im Argen zu liegen.
      Als alter Industrieheini habe ich mich hier ja schon des Öfteren dazu geäußert, sodass man fast annehmen könnte ich sei ein Gewerkschaftsfunktionär. Stimmt aber nicht!
      Eine Schreibkraft die Diktate vom Band schreibt und noch nicht einmal in der Lage ist selbst Korrektur zu lesen, wird in der allgemeinen Wahrnehmung erstaunlicherweise höher bewertet als ein Arbeiter, der z.B. im Stahlwerk arbeitet oder ähnlich komplexe Anlagen im Wert von etlichen Millionen mit enorm hoher Eigenverantwortung fährt. Das ist vielleicht nicht gerade das beste Beispiel, trifft aber stellvertretend für so manch andere Berufsgruppen zu. Ich denke schon, dass wir den Wert gewisser Tätigkeiten völlig anders als bisher bewerten müssen.

      Wenn ich solche oder ähnliche Gedanken in meiner Konzernzentrale vortrage, machen selbst die unantastbaren ENA-Absolventen nebst den coolen BWLern erstaunlicherweise ein ernstes Gesicht.

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