Bauer Willi
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„Schweinestau“ – Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal….

Mittlerweile ist es auch in den Abendnachrichten angekommen, dass es mit der Schlachtung von Schweinen Probleme gibt. Der einfache Grund: Die Schlachtbetriebe nehmen – wegen Corona – weniger Schweine ab. Was das für die Kette von der Zuchtsau bis zum Schlachthof bedeutet, schildert Nadine Henke im nachfolgenden Artikel.  Und macht damit auch unmißverständlich klar, warum all diejenigen, die jetzt mit klugen Ratschlägen um die Ecke kommen, besser den Mund halten würden.

Hier der Link:

Hätte, hätte, Fahrradkette – meine Gedanken zum Schweinestau

 

Eines finde ich besonders erwähnenswert: Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Landwirtschaft systemrelevant. Sie wurde von allen Seiten gelobt, dass es trotz schwieriger Bedingungen nicht zu Engpässen gekommen ist. Wenn die Schweinehalter in dieser Zeit, also im März/April bei damals hohen Fleischpreisen öffentlich erklärt hätten, dass sie die Ställe weniger belegen (und damit weniger Fleisch anbieten), hätte man ihnen vorgeworfen, den Markt zu erpressen um die Preise noch weiter in die Höhe zu treiben. Aus damaliger Sicht auch mit Recht.

Heute wird den Schweinemästern tatsächlich von außerhalb der Rat gegeben, jetzt die Ställe weniger zu belegen. Das hat wieder Auswirkungen auf die Ferkel. Und auf die Sauen. Die Frage, die sich jetzt stellt: Ist das richtig? Wer kann das einschätzen? Und wer übernimmt die Verantwortung, wenn es falsch war?

Und was ist, wenn wegen Kastenstand, Kastration und Kupierverbot am Ende des Jahres zahlreiche Schweineleute (von Ferkel bis Mast) die Brocken hinwerfen? Weil sie es leid sind, ständig mit neuen Auflagen, Verordnungen und Verboten konfrontiert zu werden. Das ist übrigens sehr wahrscheinlich. Was ist, wenn dann die Schweine fehlen? Holt man die dann aus dem Ausland, wo diese Auflagen nicht gelten? Wie absurd ist das denn?!

Also: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal….. (ihr wisst schon…)

P.S.: Danke an Nadine Henke für die wunderbaren Bilder.

 

 

 

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151 Kommentare

  1. Der Brandenburgbauer sagt

    Nach dem ich die ganzen Kommentare in diesem Blog gelesen hatte, musste ich einen persönlichen Kommentar an Nadine Henke schreiben. Das war mir ein „Herzensbedürfnis“.
    Ich bin dann meinem innerlichem Drang gefolgt und habe das getan.
    Schade das darauf keine Antwort erfolgt ist.

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    • Smarti sagt

      Sie wird ihre drei kleinen Jungs ins Bett gebracht haben und hat dafür das Handy ausgeschaltet. Vielleicht möchte sie ihre Antwort(en) auch erstmal überschlafen oder sie braucht mal ein wenig Zeit nur für sich ?

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  2. Ferkelhebamme sagt

    Und dann muss heute die Schlachtung in Gelsenkirchen gestoppt werden, weil einer der Amtsveterinäre positiv getestet wurde und nun das ganze Amt unter Quarantäne steht. Notfallpläne der Behörde? Fehlanzeige!
    Mann, ich glaub mein Schwein pfeift!

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    • Diatryma sagt

      …wirkt ein bissl wie Soylent Yellow 😛 Ich glaube, ich hätt doch lieber ein Steak.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich glaube nicht, dass das so abwegig ist. Ob ich das essen möchte, ist noch eine andere Frage. Aber unter dem Motto: „Meister, wenn das rauskommt, was da reinkommt (in die Wurst), kommst du wo rein, wo du nich mehr rauskommst“ essen wir auch so Einiges, dessen Ursprung wir nicht genau wissen möchten.

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      • Diatryma sagt

        …schon möglich. Dass die Wurst nicht aus Filetstück ist, denk ich mir so. Damit kann halt auch Ungustiöseres zu Nahrung verarbeitet werden, was man „so“ nicht essen würde. Im Rahmen der Lebensmittelkontrolle. Wenn es da Probleme gibt, ist das schon wieder eine andere Baustelle.

        Die „neuen“ Nahrungsmittel sind wohl Gewöhnungssache… hatten wir halt noch nicht. Mal sehen, wies schmeckt.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Edeka Nord verweigert allerdings weiterhin die Annahme von Ebern und Improvac-Tieren, ist also weiterhin ein Sargnagel für die deutsche Ferkelzucht

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  3. Karl Timme sagt

    Kurzfristige Lösung: Schlachtkapazitäten freigeben, Kühlhäuser ausnutzen, Absatzwege aquerieren.
    Beseitigt aber nicht das Grundproblem in Deutschland.

    Die gesamte Wirtschaft ist „auf Kante gestrickt“. Es gibt keinerlei Spielraum, weder im Gesundheitssystem, noch im Nahrungsmittelbereich, noch in der Energiewirtschaft (Blackout) und anderen Bereichen.
    Eswird alles bis aufs letzte optimiert. Zum Zwecke der efizientesten Freizeit, billigsten Flüge, häufigsten Pauschalurlaube und anderes.
    Damit „mann“ sich dabei gut fühlt, die absolute Rundumversorgung für die unterste Gesellschaftschicht ohne Arbeitspflicht, die billig Arbeit kommt aus Drittländer, kann keinem Deutschen zugemuttet werden.
    Das alles muß (einschließlich überbordender Bürokratie) finanziert werden.

    Eine Transformation?- überlegt mal wo?
    „Die“ kommt! nach dem unausweichlichgroßen Knall (Green Deal)

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    • Günter sagt

      Die Julia könnte die Abwrackprämie auf zuviel produzierte Nutztiere ausweiten,
      wenn des ganze net so traurig wär…..

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  4. Bauherr sagt

    Alles richtig und der Schweinemarkt wird durch Arbeitszeitbeschränkungen belastet.

    Die Wortwahl „Klappe halten“ hat so eine negative Aussenwirkung wie die schwarze Fahne. Zu radikal, denke ich.

    So ganz unschuldig ist Frau Henke nicht, denn es wurde ununterbrochen das Baurecht kritisiert, weil man nach mehr Platz pro Tier nicht vergrößern kann. So finanziert sich Tierwohl niemals.

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    • Das stimmt nicht ganz – ich habe in der Tat das Baurecht kritisiert, jedoch nicht, um damit weitere Erweiterung der Bestände zu erwirken, sondern damit bestehende Betriebe auch die Möglichkeiten für einen Umbau zum Wohle der Tiere bekommen. Ich weiß nicht, was an dieser Forderung verwerflich ist.

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      • Bauherr sagt

        Ihre Forderungen sind nicht verwerflich wie auch die Kritik am Kinderbuch richtig war.
        Man erzeugt nur mit solchen Dingen eine ungünstige Gegenreaktionen .
        Ich verstehe mich als Lobbyist für Bauernfamilien (Betonung auf Familie) und ich würde als Minister eine Grenze bei 1000 Sauen setzen. Unterhalb dieser Grenze Lockerung im Baurecht und Zuschuss/Schadensersatz und darüber hinaus nur noch eigenes Risiko . Wenn man sich anschaut, wer besonders in Ostdeutschland investiert und kauft, hat das mit Familien nix zu tun. Dort schafft man schlechte Arbeitsplätze für Rumänen…

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  5. Smarti sagt

    Danke für den Artikel von Nadine Henke. In Gesprächen mit Bekannten habe ich festgestellt, dass die Meisten ! tatsächlich glauben, dass fast alle Schweine ihr ganzes Leben im Kastenstand dahinvegetieren. 0,75 m2 Bodenfläche, ein Gitter drumrum und fertig ist der Schweineknast. Dies sind beileibe keine dummen Leute, sondern interessierte Menschen, die Zeitung lesen. Mein Beruf bringt es mit sich, dass es öfters Pferdehalter sind, die ihr Pferde sogar noch in der Box halten – sicher hat dieses dann pro kg deutlich weniger Platz als eine Herde Mastschweine – doch das glaubt mir keiner. Mit diesem ( falschen ! ) Bild im Kopf kommt keine Hilfe vom irgendwem – die Politik hat Angst vor den Tierschützern -sondern man ist froh um jeden Schweinebetrieb, der gerade ausradiert wird.
    Die Milchviehhalter haben ähnliche Probleme. Vor Jahren haben sie, um für einen auskömmlichen Milchpreis zu demonstrieren, vor der Presse Tankwagenweise Milch weggeschüttet. Was blieb in den Köpfen der Verbraucher hängen ? Es gibt viel zu viele Milchbauern, die noch dazu viel zu viel Milch produzieren die niemand braucht. Dafür müssen Kühe unglaubliche Leiden in der Tierindustrie auf sich nehmen.
    Für diese Probleme sind die Landwirte also selber verantwortlich – gut, dass es endlich eine Partei gibt, die diesen Tierquälern das Handwerk legt, deshalb wählen wir grün.
    Im nachhinein wird es tönen: die Betriebe waren ja selber schuld…. wollen ja nur noch wachsen oder weichen..

    Es gibt so viele „Einzelkämpfer“, sie informieren auf der HP, schreiben Leserbriefe oder machen bei Willi mit. Trotzdem hat ein Kinderbuch ( das wahre Leben der Tiere ) mit eindeutigen „Formfehlern“ die viel grössere Reichweite. Nicht dem Praktiker wird geglaubt sondern denen, die die schlimmsten Bilder haben, denen die am Lautesten schreien. Auch wenn einige das schon ganz geschickt verpacken.

    Mein Vorschlag wäre ein eigenes „Kinderbuch“ produzieren mit echten Bildern von Tieren. Der Text dazu in Farben gegliedert.
    1. Kindgerechte Sprache ( Haltung, Fütterung, )
    2. klare, verständliche Informationen für Laien ( aktuelle Probleme, LEH, Importe. ? )
    3. Falsche / komplizierte Aussagen aufdröseln, richtigstellen für Profis
    4. Konsequenzen – was passiert, wenn in D dieses Produkt nicht mehr hergestellt wird ?
    um aktuell zu bleiben eine Internetseite dazu ?

    Ein freundliches „Bilderbuch“ als kompakte, aktuelle Information von Landwirten an die ganze „nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung“. Kinderbuch und Fachwissen für den Papa im Einem.

    In diesem Blog sind sehr viele kometente Leute, die über ein grosses Fachwissen verfügen, kurzweilig und interessant schreiben, sowie dieses auch jederzeit belegen können. Je mehr mitmachen, desto interessanter. Ich fände es auch gut, über „Insektensterben“ und andere Probleme, die der Landwirtschaft angelastet werden zu schreiben.

    Wie oft gehe im mit dem Gefühl aus einem Gespräch, nicht verständlich genug argumentiert zu haben – manchmal habe ich auch einfach keine Lust mehr, immer und immer wieder das gleiche zu erklären und gleichzeitig zu wissen, dass es „die“ gar nicht wirklich interessiert… ich könnte „hunderte solcher Bücher“ verschenken :).

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    • Ferkelhebamme sagt

      „Marike und Julius – Entdecke mit uns den Bauernhof“, „ Wir Kinder vom Hof“ – Beide aus dem Landwirtschaftsverlag
      Ersteres haben wir hier gesponsert vom Ortsverband mit den Landfrauen allen ersten Klassen und den Schülerbüchereien der Grundschulen geschenkt, letzteres als es herauskam den örtlichen Kindergärten.
      Bei Ravensburger gibt es inzwischen auch viele realistische Bilderbücher.
      Was uns verlorengeht, sind die weiterführenden Schulen, wo die meist jungen Lehrerinnen durch mangelndes Wissen aber viel Meinung glänzen und die Kinder sehr durch die sozialen Medien beeinflusst werden. Ich kämpfe an der Schule meiner Kinder, aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

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    • firedragon sagt

      Smati,
      denkst Du wirklich, ein bzw. mehrere solcher Bücher werden von denen gelesen, von denen wir uns wünschen, sie würden ein solches Buch lesen?
      Ich wollte im Frühjahr 2020 gerne im Verbandsgemeindeblatt über unseren Ortsverein eine Serie für Kinder, die Landwirtschaft im Jahresverlauf kindgerecht erklären sollte, aufbauen.
      Ich habe es nicht gemacht. Warum – wegen oben gestellter Frage. Viele Landwirte haben abgewunken – es brings eh nichts, vertane Liebesmüh, steck da bloß keine Zeit rein … ja, die Zeit – die stecke ich tatsächlich lieber in meine Familie und in unseren Betrieb und halte das am Laufen, weil alles was LW macht, nur noch irgenwie als Rechtfertigung wahrgenommen wird … das ist das eigentlich Frustrierende.
      Ausserdem haben wir hier eine Gruppierung, die dieses Blatt stark in Beschlagt, mit ihren naturschützerischen Aktionen, nimmt. Ich hatte auch keine gesteigerte Lust da in eine Art Wettkampf zu ziehen, ist einfach nur ermüdent.

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  6. Ferkelhebamme sagt

    Für mich am erschreckendsten ist, dass es unsere Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner war, die öffentlich angeprangert hat, dass die Schweinebauern vorausschauend die Produktion hätten herunterfahren müssen. Das zeigt doch sehr deutlich, wer hier keine Ahnung von Schweinezucht und Haltung hat. Das hat sich schon bei ihrer stolzen Präsentation der Tierwohl-Förderung abgezeichnet, deren Inanspruchnahme unter den gegebenen gesetzlichen Bedingungen und dem gebotenen Zeitrahmen überhaupt nicht praktikabel ist. Ich habe schon mal gefragt: Ist das Inkompetenz oder Absicht?

    Eine Aufgabe der Sauenhaltung ist momentan übrigens auch nicht so einfach möglich: Sauen sind auch Schweine, die Schlachter wollen sie nicht haben. Also wie wär’s mit staatlich finanzierten Sauengnadenhöfen?
    Würden die Schlachter ein Signal setzen und Schlachtschweine-Partien von Mästern bevorzugen, die nachweislich deutsche Ferkel wieder einstallen, wäre den deutschen Ferkelzüchtern schon mal geholfen. Da die großen Schlachter sich aber auch als Viehhändler betätigen (wo war da mal wieder das Kartellamt??) und feste Verträge mit Holland und Dänemark haben, wird das nicht passieren.
    Die Schlachthöfe, vor allem Tönnies, sind inzwischen ein Politikum, woran sich die Landräte durch das Statuieren von Exempeln profilieren möchten. Das hat man ganz deutlich bei der ersten Schließung des Schlachthofes in Rheda gesehen, dessen Wiedereröffnung durch fadenscheinige Begründungen (Arbeitsschutzmaßnahmen, die jahrelang vorher immer anstandslos abgenommen wurden usw) immer weiter herausgezögert wurde, ohne zu Bedenken, was das für den nachgelagerten Bereich bedeutet.
    Das ABC der Sauenhalter (ASP, Borchert-Kommission, Corona) in Verbindung mit den 3K-Fragen ist schon Grund genug, das Handtuch zu werfen. Was aber noch viel schlimmer ist, ist die Anfeindung aus der Gesellschaft. Der Spiegel-Artikel war da die Krönung. Wir haben einfach keine Lust mehr, uns für diese Snobs krummzubuckeln. Beiß nicht die Hand, die dich füttert…

    7+
    • Reinhard Seevers sagt

      Die Klöckner scheint einfach überfordert mit ihrem Amt. Sie hat doch bereits die Getreidebestäubung durch Bienen als wichtig angesehen…..bereits da hätten alle Alarmglocken läuten müssen bei den Verbänden und Bauern….haben sie aber nicht….komisch oder?

      4+
      • Ferkelhebamme sagt

        Doch haben sie. Die Aussagen von Frau Schulze offenbaren auch ständig totales Unwissen. Inkompetenz ist nur leider für Politiker kein Grund ihr Amt aufzugeben.

        5+
      • Arnold Krämer sagt

        Das Problem ist nicht so sehr, dass Politiker bestimmte Dinge nicht wissen (können), sondern dass sie vor fast jedes Mikro treten, meinen, zu allem und jedem etwas sagen zu müssen. Da kommt vieles zusammen, Aktionismus, Profilierungssucht, Minderwertigkeitsgefühle, Wichtigtuerei, mangelnde Demut, Unfähigkeit, Nein zu sagen. Ein schmaler Grad, auf dem sich Politiker heute in einer Mediengesellschaft bewegen und bewähren müssen. Von Überforderung kann man bei Frau Klöckner m. E. nicht reden. Bei dem, was sie bisher auch persönlich angestrebt hat, kann man vielleicht eher von Übereifer sprechen.

        2+
    • Die Sauen „fließen“ noch recht gut ab, will sagen, es ist zumindest bei uns derzeit noch kein Problem, die Sauen geschlachtet zu bekommen.

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          • Wollen die alle Dauerwurst machen?

            Oder die Bauern verkaufen viele, weil sie die nicht mehr zulassen (besamen oder trächtig werden lassen) wollen!
            Und die Schlachter nehmen die lieber, weil sie pro kg billiger sind!

            Ist das ein Erklärung dafür?

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            • Ferkelhebamme sagt

              Inga, das bedeutet, dass sich der ohnehin große Strukturwandel in der Sauenhaltung gerade stark beschleunigt…
              Nadine und ich stehen quasi auf der roten Liste der aussterbenden Arten in Deutschland.

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      • Mit Sauen ist Mutterschweine gemeint, Oder?

        Da kann man ja gute Dauerwurst von machen!

        aber wenn jetzt zu wenig geschlachtet wird, muß es doch im Discounter an Angeboten fehlen, oder?

        Und wenn dann später zu viel geschlachtet wird, wohin mit dem Überschuss, alles einfrieren oder in Dauerwurst trocknen?

        Es ist eben ein lebendiges Lebensmittel,
        das von der Zeugung, Geburt, Mast im Stall
        und Schlachtung, Lagerung, Verkauf
        eine besondere Logistik braucht!

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          • Reinhard Seevers sagt

            So geht nun mal Wirtschaft….wenn dem nicht so wäre, gäbe es auch kein ausländisches Auto in diesem Land.

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            • Schon klar – ich merke nur immer wieder in Diskussionen, dass den Menschen das nicht bewusst ist, dass wir trotz >100% Selbstversorgungsgrad Schweinefleisch in nicht unerheblicher Menge importieren, weil wir Deutschen doch recht selektive Fleischesser sind.

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            • Wenn der Stau in den Ställen wegen den geschlossenen oder weniger verarbeitenden Schlachthöfen ist,
              dann fehlt doch genau diese Menge im Verkauf, oder?
              Also muß von Ausland eingeführt werden.

              Aber in Normalen Zeiten wird wohl auch eingeführt, oder?

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      • fingerphilosoph sagt

        In der Kommunikation mit Bauern stelle ich doch relativ häufig fest: da wird in grellen Farben die Apokalypse an die Wand gemalt, kommt dann jedoch die persönliche Situation zur Sprache, sagt derselbe Bauer, der den Untergang gerade mit hochdramatischen Worten beschworen hat, dass ihn das Problem gar nicht so sehr betrifft. So auch in diesem Fall: warum schreibt ausgerechnet eine Landwirtin über den katastrophalen Schweinestau, deren „Sauen noch recht gut abfließen“ und bei der es derzeit „noch kein Problem ist, die Sauen geschlachtet zu bekommen“.

        Bauer Willi beschwört ebenfalls mit schöner Regelmäßigkeit im Frühsommer eine Missernte aufgrund von Dürren oder dem Verbot von Pestiziden, um dann im Herbst mit der eingefahrenen Ernte doch recht zufrieden zu sein. Das war nun in diesem Jahr auch nicht das erste Mal so.

        Wie soll ich als Außenstehender aus einer derartigen Kommunikation ableiten können, dass sich die Situation in der Landwirtschaft tatsächlich dramatisch verschlimmert? Mir ist gerade nur ein Artikel in Erinnerung, wo es diese merkwürdige Diskrepanz zwischen der allgemeinen und der persönlichen Situation nicht gegeben hat: der von der Milchbäuerin, die seinerzeit vom Ende ihres Betriebs und vom Auszug der Kühe erzählt hat.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Fingerfilosof, das liegt eben an der inhomogenen Situation in der Landwirtschaft. Es gibt „DIE“ Gesamtlage, aus der alle, auch Außenstehende etwas ablesen wollen, und es gibt die individuelle Lage.
          Diejenigen, die es nicht betrifft, die sind in der Regel auch nicht zu hören, weil sie wissen, dass es kontraproduktiv ist, sich in den Diskurs einzumischen.
          Es gibt regional extreme Unterschiede, die dann den Schnitt runterziehen oder raufdrücken. Ferkelhebamme hat lediglich von Schlachtsauen geschrieben, die ihren Betrieb betreffen, außerdem sind Schlachtsauen nur ein kleiner Teil des Marktes. Wenn ihr Abnehmer noch keine Sorgen hat, dann lässt das nicht auf die ganze Mastschweinebranche schließen.
          In der Milchkrise war es auch so, dass etliche Betriebe auch mit geringen Erlösen klar kamen, diese hätten sich aber niemals hingestellt und gerufen, alles halb so schlimm, geht schon. Es ist eben schwierig alles und alle über einen Kamm zu scheren.
          Bei Bio ist es doch genauso undeutlich. Der Markt boomt angeblich und dennoch muss die Subvention erhöht werden? Betriebe stellen um, weil es so lukrativ ist und Betriebe kehren zurück zu konventionell.
          Letztes Jahr sind viele in der Region im großen Stil in den Vertragskartoffelbau eingestiegen, weil die Aussicht gut schien und Läger gefördert wurden. Heute ist der Preis so im Keller, dass die Kartoffeln z.T. als Futterkartoffeln kostenlos von Milchviehbetrieben genommen werden….sie bezahlen nichts für die Ware, die Kollegen dürfen sie sogar noch auf die Höfe transportieren für lau.
          Landwirtschaft ist schon immer von vielen Faktoren abhängig gewesen und die Schweinebauern waren immer diejenigen, die mit großen Schwankungen leben gelernt haben. Heute kommen aber zwei Parameter hinzu (ASP und Corona,) die diese Situation bedingen, die wir vorfinden.
          Es geht bei der Schweinehaltung aufgrund des Wachstums der Tiere um Wochen, bis der Vermarktungszeitpunkt überschritten oder die Tierschutzgesetze gebrochen sind.
          Ich möchte nicht wissen, was auf einigen Betrieben jetzt gerade abgeht……

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          • fingerphilosoph sagt

            Mein Kommentar bezieht sich auf Nadine Henke, nicht auf die Ferkelhebamme.

            Wenn das mit den 1.350 Euro/ha für Bioflächen tatsächlich so kommen sollte, sind sämtliche Diskussionen mit Verbrauchern sowieso hinfällig. Bei durchschnittlichen 68 ha/Betrieb ist das ein geschenktes Jahreseinkommen von fast 92.000,- Euro, bloß weil man sich „Bio“ nennt. Und das, ohne dass auch nur eine Rübe verkauft wurde. Wenn das die Runde unter den Verbrauchern macht, die mit einem Jahresgehalt von 40.000,- Euro auskommen und damit auch noch die Bioflächen der Bauern finanzieren müssen, werden keine Diskussionen mehr stattfinden.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Genau das haben wir doch bereits seit Wochen hier geschrieben….weg mit Subventionen dieser Art, her mit kostendeckenden fairen Preise, weg mit der Bürokratie und schon geht es vielen besser.
              Das versteht sogar der Bürger. Der Weg dahin wird aber vom „green deal“, vom LEH, vom System Kapitalismus etc. verstellt.

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              • Arnold Krämer sagt

                Der Berufsstand muss massiv dafür kämpfen, dass diese Form von Subventionierung (1350 €/ha für Ökoflächen) nicht kommt, weil der nächste Schritt in der politischen Diskussion die Frage des Bodeneigentums ist. Denn irgendwann werden es die letzten „Dummen“ auch merken, dass hier ein knappes, unvermehrbares Gut (von in vielen Regionen erheblichem Vermögenswert) steuerlich subventioniert wird, während gleichzeitig Arbeitseinkommen und sonstige Kapitaleinkünfte durch die Globalisierung, offene Märkte, Personenfreizügigkeit etc. schon seit Jahren massiv unter Druck stehen.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Ich kann mir keinen über Bodeneigentum verfügenden Landwirt vorstellen, der ein Geschenk von 1350,- Euronen/ha ablehnen würde. Stattdessen werden die jetzt noch konventionell wirtschaftenden Bauern massenhaft Bio-Bauern werden.

                  Ich stelle übrigens gerade einen deutlichen Qualitätsverlust in Sachen Bio-Erzeugnisse fest: die Hälfte der Zwiebeln ist verfault, die Kartoffeln sind voller brauner Gänge, in den Paprika schwarze Gespinste, Tomaten mit braunen Flecken, Äpfel in der Größe von dem, was ich sonst als Mostobst kenne, Winzsalate mit papierdünnen Blättern – gerade so, als hätten die Bio-Bauern es gar nicht mehr nötig, ihre Kunden mit appetitlichen Erzeugnissen zu locken.

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                • Brötchen sagt

                  Fingerphilosoph ich schon, das hat einige fallstricke incl. Demütigungen.

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                • Arnold Krämer sagt

                  @fp
                  So wird es kommen und teilweise ist es jetzt schon so. Subventionen verderben den Charakter, deshalb weg damit, außer bei fehlenden Alternativen (Dauergrünland und Bergregionen). Habe ich immer schon gesagt, aber die Politiker brauchen „Spielgeld“, mit dem sie ihr Klientel „beglücken“ können.

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            • bauerhans sagt

              „Bei durchschnittlichen 68 ha/Betrieb ist das ein geschenktes Jahreseinkommen von fast 92.000,- Euro“

              NEIN,
              denn die pachtpreise steigen dann auf 800-1000€ pro ha!

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            • Arnold Krämer sagt

              Stopp!!! Die besagten 1350€/ha stammen aus einem Papier, das bereits 2016 von Prof. Lakner und anderen für den NABU erstellt wurde. Dieser Betrag ist aber „nur“ eine vorgeschlagene Teil-Komponente für die Ausgestaltung der EU-Agrarförderung ab 2021 bzw. 2023. Die Diskussionen darüber sind jetzt in vollem Gange.
              Eine Förderung für die Gesamtfläche eines Betriebes in dieser Größenordnung wird es sicherlich nicht geben. Dafür reicht das Geld vorn und hinten nicht. Die Umschichtung der EU-Gelder, deren Umfang sich praktisch nicht ändert, wird jedoch klar in Richtung Öko-Landwirtschaft gehen, das ist sicher. Und eins ist auch klar. Immer wenn finanzielle Anreize stark genug sind, sind Landwirte auch geschickt in der Organisation ihrer Betriebe oder Unternehmungen, um diese auch für sich nutzen zu können. Das war in der bisherigen Förderperiode der EU auch schon der Fall.

              1+
        • Thomas Apfel sagt

          Na ja, @Fingerphilosoph, es ist insgesamt schon ein schleichender Prozess. Die fast 200.000 Betriebe, die in den letzten 30 Jahren verschwunden sind, sind das in der Regel nicht mit lautem Geschrei. Und logisch, jeder Betrieb versucht ohne ökonomischen Totalzusammenbruch seinen Betrieb geordnet aus der Produktion zu nehmen. Das geht auch mir so. als kleinem Obstbaubetrieb. Der Trend ist aber eindeutig, die Erzeugerpreise sind z.B. in 2019 wiederum um 6 % gesunken, während die Kosten um rund 5 % gestiegen sind. Die Betriebe bewegen sich an der absoluten Kante der Rentabilität. Da ist es völlig normal, dass sich über JEDEN Faktor echauffiert wird, der die Kosten treibt, oder die in Richtung von weniger Ertrag geht (Pflanzenschutz und Dünger z.B.) oder andere teure Auflagen, die sich in keiner Weise im Preis wiederfinden. Die Wertschöpfung in der Landwirtschaft verharrt seit über 30 Jahren auf nominal annähernd gleicher Höhe, während die Kosten jährlich durchschnittlich um 2 – 4 % steigen. Allein die Löhne für Saisonkräfte sind in den letzten 6 Jahren um 80 – 100 % gestiegen.
          Also was ich damit sagen will, : der Untergang erfolgt nicht Erdrutschartig, sondern langsam, stetig, aber gnadenlos. Nicht der „der Landwirtschaft“ als solcher, aber wohl der der betroffenen Betriebe.
          Besonders ungehalten werde ich immer, wenn selbst Wissenschaftler die Flächenbindung fordern. Veredlung ist deshalb in bestimmten Regionen verankert, weil die Flächen der Betriebe zu klein sind um aus Marktfrucht und Bio-Gas ohne Tiere genug Geld für den Erhalt von Betrieb und Familie zu generieren. Und ein Marktfruchtbetrieb, der mit Großtechnik, ausreichend Fläche und Bodengüte mit wenig Personal sein Geld verdient, wird den Teufel tun, wieder in die Tierproduktion einzusteigen nur um die „richtige“ GVE Zahl je ha zu haben.

          6+
          • Reinhard Seevers sagt

            Und die Verwirrung der Öffentlichkeit wäre noch größer, wenn man die Betriebe zeigen würde, die gerade jetzt große Ställe planen….wie soll man das als „Die Landwirtschaft leidet“ verkaufen? Ich erkenne immer mehr, dass immer weniger das System durchblicken…..es ist Wandel im Zeitraffer, beschleunigt durch schlechte Agrarpolitik, negative Presse, satte Bürger, Corona, ASP, und Desinteresse……

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          • fingerphilosoph sagt

            @ Thomas Apfel
            Es geht ja nicht drum, dass ich den Bauern die dramatische Situation nicht glauben möchte, sondern darum, dass es einem Unbedarften wir mir bei dieser Art der Kommunikation schwer fällt. Dazu gehört übrigens auch, wenn statt von Schweinemast in euphemistischer Weise von „Veredlung“ gesprochen wird. Da kriege ich echt einen zuviel.

            Was das Verschwinden der Höfe angeht, habe ich sogar noch dramatischere Zahlen: zwischen 1970 und 2020 sind ungefähr 800.000 Bauernhöfe verschwunden. Aber in der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse gab es ja keinen Einbruch, im Gegenteil. Es wurde trotz des Verschwindens der Höfe doch immer mehr produziert, und zwar so viel, dass der LEH in Preisdumping machen und die Bauern gegeneinander ausspielen kann.

            Das Verschwinden der Höfe ist doch die logische Folge der Industrialisierung der Landwirtschaft. Wenn ein einzelner Bauer dank Technologien immer mehr Menschen ernähren kann, muss es doch so kommen, dass immer mehr Bauern sich einen anderen Job suchen müssen, vor allem, wenn die Bevölkerung nicht mehr wächst. Und das tut sie in den Industrieländern ja nicht.
            Im selben Zeitraum sind auch Hunderttausende kleiner Schreinereien, Schneidereien, Schusterwerkstätten usw. durch die Industrialisierung verschwunden.
            Man kann eben nicht beides haben: High Tech und Industrialisierung bei gleich bleibender Zahl der Betriebe.

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            • Reinhard Seevers sagt

              1. Filosof sind in der Definition „landw Betriebe“ alle enthalten, die als solche definiert werden, dazu gehören Klein- und Kleinstbetriebe, Nebenerwerbsbetriebe und Zuerwerbsbetriebe. Jeder der in die landw. Alterskasse einzahlt gilt als landw. Betrieb in der Statistik. Sogar reine Verpächter. Je nachdem wer selche Ziele hat, wird irgendwelche Daten aus einer Statistik für seine Zwecke interpretieren. Das sehen wir doch gerade jetzt in der Corona -Zeit, wie inhomogen die Datenlage ist, und wer daraus was interpretiert.
              2. Natürlich ist der Wandel das Normale, deshalb hat es ja auch so einen Aufreger gegeben, als Ruckwied von „normalen“ Zahlen in Bezug auf den Strukturwandel gegeben. Das zu verstehen und zu akzeptieren sind zwei Paar Schuhe.
              3. Die Produktivität der Agrarbranche ist die Säule des wirtschaftlichen Wohlstands dieses Landes, das kann man zurückdrehen, wenn man möchte….möchte man?

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              • fingerphilosoph sagt

                Ein Land mit einer breit aufgestellten LW mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben wäre m.E. wünschenswert, weil ein solches Land krisenfester ist.

                Andererseits sind die Bürger in einem solchen Land auch rebellischer, weil jeder einen kennt, der einen kennt, über den man im Notfall seine Wurst und seine Eier kaufen kann. Das Volk in einem solchen Land ist unabhängiger und freier und nicht unbedingt bereit, widerspruchslos Banken zu retten und Rettungsschirme für Fluglinien zu finanzieren.

                Aber dieser Zug ist leider schon lange abgefahren. Für den Bürger ist es inzwischen egal, ob die landwirtschaftlichen Erzeugnisse im In- oder Ausland produziert werden, weil er sowieso 80 bis 100% seines Bedarfs im Supermarkt einkauft und er keinen direkten Bezug zur Produktionsstätte hat.

                Die Produktivität der Agrarbranche ist nicht die Säule des wirtschaftlichen Wohlstands dieses Landes. Der verdankt sich den herausragenden Technikern und Ingenieuren, die dieses Land mal hervorgebracht hat. Nicht den Landwirten.
                Der Wohlstand schwindet in dem Maße wie es statt Ingenieuren nur noch Verwaltungsbeamte hervorbringt.

                0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Falsch Filosof, wenn die Produktivität der Landwirtschaft niedrig ist, ist der Wohlstand des Volkes ebenfalls niedrig…..das kann man schön auf dem ganzen Planeten sehen. Wer seine Nahrung selber aus der Erde holen muss, hat keine Zeit und kein Geld sich Ingenieurskunst zu kaufen.

                  Hier, ein Beispiel wie Bio-Bio scheitert, wenn es nicht ökonomisch ist: https://www.topagrar.com/rind/news/aus-fuer-die-reine-lungau-12376485.html?utm_source=topagrar

                  Man kann es drehen und wenden, am Ende kommt Geld raus oder eben nicht.

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                • Brötchen sagt

                  FP das unterschätzt du Niedersachsen lebt zum großen Teil von der Landwirtschaft. Vieles ist ein Laien nicht bewusst.

                  Wir beschäftigen oft Heizungsinstallateure und Elektriker.

                  Das sind Mischfutterbetrieb. Mineralfutter und Zusatzstoffhersteller. Ausrüstungsfirmen wie Lüftungsbauer, Stalltechnik, Fütterungstechnik, melktechnik, Landmaschinen, Kühlmonteure, Tierärzte, Desinfektionsmittel Hersteller, Schädlingsbekämpfer, Landtechnik service……nur um ein paar zu nennen.
                  Eine vor sich hin dümpelnde Landwirtschaft erzeugt da keine Nachfrage und das dann so wie in Rumänien oder Afrika, um wirtschaftlich florierende Länder zu nennen oder Frankreich boomt ja auch geradezu.

                  Das hängt alle mit Wertschöpfung, Export und Veredlung zusammen…

                  1+
                • Thomas Apfel sagt

                  Ausschließlich die Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft (auch durch hervorragende Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler) hat die Grundlage für den heutigen Wohlstand geschaffen. Schon deshalb, weil auch der realitätsfernste Börsenspekulant sein Fressen gesichert sieht und wie 95 % der Bevölkerung auch, nicht mehr 70 % seiner Arbeitszeit (oder die anderer Personen für ihn) für die eigene Ernährung opfern muß. Die Produktivitätssteigerung der LW hat doch überhaupt erst die Arbeitskräfte für die Industrialisierung freigesetzt. Trotzdem gilt immer noch: „und weil der Mensch ein Mensch ist, da braucht er was zu fressen bitte sehr, es macht ihn ein Geschwätz nicht satt, das schafft kein Essen her“ …

                  5+
                • firedragon sagt

                  Letzten Monat fingerphilosoph, gab es einen schönen Film, muß gucken, wie der Titel ist, kam im SWR.
                  Was den Film so interessant gemacht hat, war, was Du den LW hier gerade absprichst: Effektive LW, durch Mechanisierung, dadurch Abwanderung von AK in die Industrie, Werbemittel und Konsumanreiz, dadurch wirtschaftlicher Aufschwung des Landes. Fazit des Films – einige wenige reiche Menschen sind nicht in der Lage einem Land zu wirtschaftlichem Aufschwung zu verhelfen. Ziel war und ist es, dass es dazu die breite Masse benötigt. Diese Masse muss dazu allerdings in die Lage versetzt werden und sie wäre es nicht, würden die LW heute noch genauso wirtschaften, wie vor hundert Jahren.
                  Die Produktivität der Agrarbranche ist die Säule des wirtschaftlichen Wohlstandes eines Landes, fingerphilosoph.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  In Niedersachsen macht diese Branche ca. 16 % des Umsatzes und der Beschäftigten aus. Über 30 Mrd umsatz der Fahrzeugbau macht in etwa 90 Mrd aus.

                  Der reine Maschinenbau sind unter 20 Mrd.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  So sieht es aus Thomas, leider ist das Wissen um die Geschichte des Kapitalismus nur rudimentär vorhanden, deshalb wissen die Wenigsten, wem sie den Wohlstand verdanken…..
                  Das Problem ist nun aber, dass durch die Reduzierung der Anzahl der in der Landwirtschaft Wirkenden, die Abhängigkeit aller höher wird. Die Balance zu erhalten, das ist die größte Herausforderung der Zeit.
                  Entweder wir schaffen es, uns innerhalb des Systems mit dem System zu arrangieren, oder es muss ein neues System her. Auf jeden Fall zeigt sich am derzeitigen Agrarbereich, wie das System funktioniert und wie es gegen die Wand gefahren werden kann oder wird…..einer muss ja der Erste sein, nicht wahr Filosof? Lasst uns Bauern legen, das schmerzt die Wenigsten…..aber nur bis zum „point of no return“.

                  2+
                • firedragon sagt

                  Ergänzung fingerphilosoph: es wird augenscheinlich von der Politik angestrebt, zu einer LW von vor hundert Jahren zurückzukehren.
                  Es soll ja damals alles besser gewesen sein … unserem Betrieb ist das egal, sollen sie ruhig machen, gehen wir eben zurück ins Mittelalter.
                  Stell Dir vor fingerphilosoph, alle Landwirte (weltweit) würden so denken, wie ich und nicht nur denken, sondern auch umsetzen, wie viel Zeit gibst Du dem Wohlstand? ( und nebenbei dem Frieden?)
                  Vielleicht sollte die LW nicht rebellieren und aufklären wollen, vielleicht sollte sie sich eine Egalmentalität zulegen, wäre doch mal was anderes…

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Nee, Leute, macht euch nichts vor. Die Produktivität der Landwirtschaft verdankt sich in erster Linie findigen Ingenieuren und Technikern. Genauso wie die gesteigerte Produktivität in Sachen Möbel, Klamotten und Schuhen ursächlich auf Technologien zurückgeht und nicht auf Schreiner, Schneider und Schuster. Inzwischen kann man auf die Schreiner, Schneider und Schuster sogar ganz verzichten. Man braucht nur noch Handlanger, die die Maschinen bedienen.

                  Die Produktivität in der LW hat einst mit der Erfindung von Hacke, Rad und Pflug angefangen, also den Arbeiten von frühen Ingenieuren und Technikern. Der Beitrag der Landwirte beschränkte sich auf Zwei- bzw. Dreifelderwirtschaft, den Einsatz von Arbeitstieren und Düngung, aber bis zur Erfindung der Egge haben sich die Erträge pro Hektar in einem Zeitraum von 5.000 Jahren gerade mal verdoppelt. Mit Beginn der Industrialisierung und der ersten landwirtschaftlichen Nutzmaschinen sind die Erträge dann aber förmlich explodiert.

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                • firedragon sagt

                  Okay fingerphilosoph, dann lass es uns egal sein.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Tut mir leid, Fph, aber da muss ich widersprechen. Wenn der Ingenieur ohne das Praxiswissen und/oder dei Praxistests der Landwirte Maschinen konstruieren würde, wird das nix mit Produktivitätssteigerung. Die Maschinen sind schon alle mit den Landwirten entwickelt worden. Deshalb ist der deutsche Landmaschinensektor weltweit so anerkannt.

                  2+
                • fingerphilosoph sagt

                  @ firedragon

                  Was oberflächlich so aussieht, als wollte die Politik – wahlweise die NGOs oder die Stadtbewohner – die LW in eine Zeit vor 100 Jahren zurückbomben, hat in Wirklichkeit einen ganz anderen Hintergrund, nämlich die Durchsetzung einer neuen Art von Technologie. In Wirklichkeit geht es um den Kampf zweier Technologien: die sogenannte „smarte“ Technologie gegen die althergebrachte Großtechnologie. Die LW ist eins der Schlachtfelder, auf dem dieser Kampf ausgetragen wird, dies auch deshalb, weil sie in der Vergangenheit allzu sehr auf die Großtechnologie gesetzt hat.

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                • firedragon sagt

                  Es besteht ein himmelweiter Unterschied, ob smarte Technologien in Laboren angewendet werden fingerphilosoph oder im freien Feld, bei „Wind und Wetter“. Ich bin skeptisch, ob das funktionieren wird, lasse mich aber gerne überraschen – zur Not gibt’s ja immer noch Holz und Stahl.

                  0
                • fingerphilosoph sagt

                  Weißt du, firedragon, ähnliche Unkenrufe gab es auch bei den Großtechnologien, gerade seitens der Landwirte. Der Ruf der Landwirte als „Hinterwäldler“ kommt daher, dass sie sich anfänglich, also so um 1900 herum, den Großtechnologien energisch widersetzt haben. Die Landwirte waren ja beileibe keine Vorreiter in Sachen technischem Fortschritt. Die sind erst nach dem 2. Weltkrieg, also mit als Letzte, auf den Fortschrittszug mit aufgesprungen.

                  Ich sehe den technologischen Fortschritt durchaus kritisch, aber wir sind nun mal der „homo technologicus“ – für unsere heiß geliebten neuen Technologien riskieren wir stets alles: unsere Zukunft, uns selber, unseren Planeten. Deshalb wird es auch kein Zurückrudern geben. Die große Menge der Menschen will die fortschreitende Elektronifizierung und deshalb wird es sie auch geben.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Zitat Filosof: …“Der Ruf der Landwirte als „Hinterwäldler“ kommt daher, dass sie sich anfänglich, also so um 1900 herum, den Großtechnologien energisch widersetzt haben.“

                  Ich kombiniere messerscharf, hätten sich die dummen Bauern damals durchgesetzt und hätte die Ingenieurskunst sich in der westlichen Hemisphäre aufgrund kapitalistischer Erfolgsaussichten nicht durchgesetzt, dann hätten wir das Dilemma jetzt gar nicht!
                  Der Ingenieur ist Schuld Filsosof! 🙂 Afrikaner, Orientalen und Asiaten haben sich tapfer gegen alles gewehrt und galten oder gelten deshalb noch heute aus unserem Wertverständnis heraus als Hinterwäldler gelle?….na dann, fröhliches Weiterentwickeln!

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Der Ruf der Landwirte als „Hinterwäldler“ kommt daher, dass sie sich anfänglich, also so um 1900 herum, den Großtechnologien energisch widersetzt haben.“

                  Glaube kaum, das die Bauern damals Einfluss auf die Industrialisierung hatten.
                  Schon damals hielten sich die Städter als auserwählte des Volkes, eine Kaste, weit höher angesiedelt, als die Bauern, obwohl die Jahrhundertelang in die Straßenrinne gesch….. haben.

                  Bei unseren Reisen, waren alle Reisende aus der Stadt, zumindest sagten sie es, da die nichtbäuerliche Landbevölkerung auch einer Stufe unterhalb der Städter gesehen sehen sind unterlassen die den Wohnort zu erwähnen.

                  Interessant war immer, wen gesagt habe, dass ich Landwirt bin, dann hat es denen die Sprache verschlagen.

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                • Natürlich ist das Land krisenfester, Fingerphilosoph,
                  es ist wie in der Biodiversität, die Vielfalt macht es.

                  Früher konnten die Bauern für den niedrigen Preis auch keine Ferkel aufziehen und sie wünschten sich, es werden gar keine geboren, dann hätten sie viel Geld gespart,
                  warum traf es jeden einzelnen Betrieb nicht so stark, weil er noch mehr Betriebszweige hatte.
                  Vielfalt siegt.
                  Genau so gilt das auch für unseres Land,
                  die landw. Beriebe insgesamt im Land sind breit aufgestellt.
                  Da gibt es das natürliche Grünland und die saften Lös-Lehmböden. also hier ist von der Natur her schon Vielfalt geboten und danach maß man seinen Betrieb gestalten. Also auch natürliche Vielfalt.

                  Ja und die Techniker und Ingenieure haben dazu Geräte entwickelt, dass der Bauer diese vielfältige Tätigkeit schaffen kann, und zu einem niedrigen Preis verkaufen kann.

                  Bauer sein und das know how mit der Natur umzugehen haben muß er noch.

                  Seine Gegend, Boden und Witterung muß er auch im Auge behalten.
                  Dipl. Ing. Wetterfrosch darf ihn beraten, ja das ist von Vorteil.
                  alle werden nach und nach je nach bedarf gebaucht,
                  der für Maschinenbau, Elktro, Elektronik, Bio und Biochemie.

                  Ohne die hätten wir jetzt teuerer Lebensmittel, kleinere Höfe, aber eine intaktere Natur

                  Und das Rad an den Ackerpflug hat ein Bauer bei Learning for doing erfunden.
                  Da gab es ja noch gar keine Berufe.
                  Ein Bauer muß ein Allrounder sein.

                  Die Nachkommen von ihm haben sich vielleicht
                  in den verschiedenen Disziplinen etabliert.
                  Sind sie inzwischen Fachidioten geworden?

                  Vorbei mit der Vielfalt?

                  0
                • Thomas schrieb:
                  „Die Produktivitätssteigerung der LW hat doch überhaupt erst die Arbeitskräfte für die Industrialisierung freigesetzt. “
                  Na ja,man kann das auch andersrum sehen: Die Landwirtschaft war und ist gar nicht in der Lage die an anderen Stellen zu erzielenden Löhne zu zahlen!
                  Die Menschen sind euch schlicht weggelaufen.

                  Ich halte es für fatal, eine Diskussion darüber zu führen, wem wir den Wohlstand in unserem Land verdanken. Vielleicht ist es auch ein „was“. Ein stabiles Rechtssystem zb, eine demokratische Ordnung , Freiheit, Bildung usw. Hier lassen sich tatsächlich Kausalitäten zum Wohlstand zeigen.
                  Ihr braucht Verbündete und das ist im Zweifel der Unternehmer !
                  Dass ich den Begriff „systemrelevant“ nicht mag, habe ich schon mal gepostet. Es gibt weder ein System und jeder ist ersetzbar.
                  Und sogar der Verwaltungsbeamte kann mal richtig notwendig /relevant sein.
                  Also ganz so schlicht oder eindeutig ist gar nichts. Und Menschen sind arg beweglich, genau wie Kapital. Land allerdings nicht, es ist in Gegenzug auch nicht vermehrbar.
                  Und leider geben Subventionen fast immer ein völlig falsches Signal. Ökonomisch falsch. In der Regel rächt sich das irgendwann…
                  Ich kann sehr gut verstehen, dass ihr die Subventionen verbunden mit der Gängelei los werden wollt. Aber dann wird genau die Struktur übrig bleiben, die „gesellschaftlich“ nicht gewünscht ist. Ob das klug ist?

                  0
                • Ehemaliger

                  „Der Ruf der Landwirte als „Hinterwäldler“ kommt daher, dass sie sich anfänglich, also so um 1900 herum, den Großtechnologien energisch widersetzt haben.“
                  Glaube kaum, das die Bauern damals Einfluss auf die Industrialisierung hatten.

                  Sie hat höchstens das vom Bauern erfundene Rad weiterentwickelt und verschieden eingesetzt..

                  Die Bauern hatten auch keinen Einfluß auf die Industrialisierung, höchstens dass sie gutes und billige Nahrungsmittel für die Industriearbeiter hergestellt haben.
                  Natürlich sind die Städter hoch erhoben Hauptes an uns vorbeigelaufen, weil sie nicht so im Dreck wühlen mußten wie mir, und weil die Industrie ein Selbstläufer war, haben sie ihr Geld auch leichter verdient,die Gewerkschaften haben auch immer von Zeit zu Zeit auf Urlaub und mehr Lohn gepocht, von so etwas konnten die Bauern nur träumen, die Preise für ihre Erzeugnisse blieben gleich.
                  Aber die Industrie fand die Bauern auch als Kunden und hat viel High-tech auf dem Bauernhof hervorgebracht. Auf dem Dorf hatten dann die Frauen eher einen Führerschein wie die aus der Stadt, weil sie ihn beruflich brauchten. Mit der Melkmaschine mußten sie auch umgehen können, in der Stadt den Geschlechtsgenossinnen wurde so etwas nicht zugetraut,weil die Technik den Männern vorbehalten war.

                  In den 20igern war wohl schön gebräunte haut wie bei uns in den 70igern Mode war, unmöglich, denn das war ein Zeichen den ganzen Tag auf dem Feld zu arbeiten. Mit so jemanden wollte sich keiner vergleichen.
                  Weil die bauern mehr Arbiet hatte und nicht soo an der Kultur teilnahm wie die Städter, deswegen galten sie als zurückgeblieben, wie einer der im Hinterwald wohnt.

                  Eigentlich eine Beleidigung.

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                • Thomas Apfel sagt

                  Guten Morgen @ Lady,
                  mir ging es einfach nur um den historischen Zusammenhang (18. – 19. Jhd.) dass erst der Weg aus der Quasi – Subsistenzwirtschaft des Mittelalters in die moderne Landwirtschaft überhaupt freie Arbeitszeitkapazitäten geschaffen hat, die die Grundlage der Industrialisierung waren.
                  Dass uns (der Landwirtschaft) derzeit wie damals die Leute davonlaufen, hängt mit der schweren Arbeit und den oft nicht kostendeckenden Preisen und der daraus resultierenden schlechten Entlohnung zusammen. Wir sind nur an einem Punkt, an dem die „Kostensenkung“ aus Selbstausbeutung heraus am Ende der Fahnenstange angekommen ist.
                  Dass Diejenigen, der im Osten auf großen Flächen sitzen und als Betriebe nur mit Subventionen überhaupt überleben kann, für Subventionen sind, ist auch logisch. Zum Schluß werden folgerichtig nur noch große Flächenbesitzer aus altem „Flächererwerb“ im Ausgang des Feudalsystems und große Flächenbesitzer die Geld aus dem großen Wunderrad des Finanzsystems in „reale Werte“ (Land) „investiert“ haben Menschen für sich arbeiten lassen. Nur wird das keineswegs billiger (unter demokratischen Vorzeichen!) als das gegenwärtige bäuerliche Selbstausbeutungssystem.

                  0
                • Thomas Apfel sagt

                  Korrektur: der klassische Verwechsler: Ich meinte den Übergang des („geliehenen“) LehnsBESITZES in das freie bürgerliche EIGENTUM mit (fast) uneingeschränktem Verfügungsrecht des Eigentümers.
                  Die Kenntnisse über den feinen aber wichtigen Unterschied zwischen Eigentum und Besitz wurden in meiner Schulbildung unter sozialistischem Vorzeichen unzureichend vermittelt. Deshalb ist der sozialistische Kampfbegriff „Großgrundbesitzer“ für die Zeit nach 1796 falsch, weil daraus auf wundersame Weise weitgehend „Großgrundeigentümer“ wurden.

                  0
            • Ferkelhebamme sagt

              FP, Veredelung ist ein gängiger landwirtschaftlicher Fachbegriff und beschreibt das Veredeln von als Lebensmittel unbrauchbaren Futter zu hochwertigen Lebensmittel in Form von Fleisch z.B.. Ist doch eine tolle Sache, oder?

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              • fingerphilosoph sagt

                @ Ferkelhebamme

                Nicht wenn man auf Äckern, auf denen man Lebensmittel anbauen könnte, dann als Lebensmittel unbrauchbares Futter anbaut. Mit diesem Argument schießt du dich selber ins Abseits.

                Eine tolle Sache ist, wenn ich einen leckeren Schweinebraten auf dem Teller habe. Das weiß ich zu schätzen, auch ohne dass der Braten mit rhetorischen Wortspielereien „veredelt“ worden ist.

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                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph, nicht der Braten wurde veredelt. Er ist das Ergebnis von Veredelung. Veredelt wurde bspw. Getreide, welches nicht für die menschliche Ernährung geeignet ist oder im Ergebnis als Fleischprodukt einen besseren finanziellen Erlös einbringt. Das nennt man nun mal Veredelung. Und ist auch keine rhetorische Spielerei, sondern ein branchenüblicher Begriff, mit dem jeder Branchenvertrauter etwas anzufangen weiß, ob es dem Rest der Bevölkerung nun passt oder nicht.

                  1+
                • Ferkelhebamme sagt

                  Schwups, sind wir bei der üblichen Veganer Argumentation. Die Diskussion möchte ich jetzt nicht hier lostreten.
                  Nur Kurz: Bitte bedenke, dass es tatsächlich nicht möglich ist, auf jedem Acker brauchbare Lebensmittelqualitäten anzubauen. Außerdem ist auch der zu generierende mögliche Nährwert zu beachten: hochwertiges Protein, Eisen, B-Vitamine, Niacin… gegenüber…?

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                • Fingerphilosoph,
                  Veredlung ist doch

                  aus Getreide und Gras
                  Fleisch, Eier Milch zu machen!

                  Und die werden dann nochmal durch würzen kochen, braten und backen veredelt.

                  Eine ganze Industrie steckt dahinter,
                  Bäcker, Fleischer, Molkerei
                  ja durch Ingenieursleistung zu industriellen Großunternehmen gemacht.
                  Aber keine stellt den guten Kochkäse von Oma her!
                  Und backt die guten Brötchen von unserem Dorfbäcker
                  oder stellt die Spezialwurst von unserem Dorfmetzger her.

                  Die Vielfalt ist verschwunden.

                  1+
            • Schmeckt gut sagt

              Ja, richtig Fph. Sehe ich genaus so. Im Nachbarort ist vor Jahren ein Möbelhersteller von einem polnischen Unternehmen übernommen worden. Wie konnte es dazu kommen? In den 2000ern Jahren hat Polen Unmengen an „verlorenen Zuschüssen“ durch GMO-Mittel zur Verbesserung der Industriestruktur bekommen. Der polnische Betrieb konnte dadurch eine neue, hochmoderne, kosteneffiziente Produktion mit wenigen (billigen) Ak aufbauen und soviel Geld verdienen, dass unser Nachbarbetrieb mit einem weltbekannten Namen, interessant wurde und vor 5 Jahren übernommen wurde. Genauso läuft es schon seit Jahren im landwirtschaftlichen Bereich. Hohe Strukturzuschüße durch GMO-Mittel ausserhalb Deutschlands; beklagen der schlechten Produktionweise in der deutschen Landwirtschaft; übervolle Märkte mit hohen Kosten und logischerweise entstandenen Strukturdefiziten in D und auf der anderen Seite Aufblasen der Produktion durch GMO-Zuschüsse. Dies geschieht meiner Meinung nach bewußt und soll auch Strukturschäden verursachen, um eine Branche im Sinne Brüssels zu formen. LW ist aber zu komplex, um so zu funktionieren. Eine Notbremse wird zu spät kommen und der GreenDeal wird noch einmal zusätzlich Öl ins Feuer gießen.

              0
        • Brötchen sagt

          FP bei den schlachtsauen geht es um 5 bis 10 Tiere, die selektiert werden schätze och mal. die kann sie auch noch länger stehen lassen. beim mastschwein geht es um hunderte und die nehmen 900 g am Tag zu. die schlachtsauen sind in der regel ausgewachsen.

          0
          • Ferkelhebamme sagt

            Nein, es ging schon um eine starke Reduzierung der Herde, nicht nur die übliche Selektion. Wir haben z.B. überlegt, die Sauenherde soweit zu reduzieren, dass wir nur noch die eigenen Mastställe vollmachen können, denn der Verkauf der Läufer ist gerade ein riesen Verlustgeschäft. Mit der Reduzierung hätten wir auch die laufenden Kosten, vor allem Impfkosten der Ferkel gespart. Der Schlachter hat uns die Entscheidung abgenommen…
            Auf den aktuellen Schweinestau hätten Sauenschlachtungen keinen Einfluss! Die hochträchtigen Sauen, die nicht geschlachtet werden dürfen (womit ich auch ein großes moralisches Problem hätte!), ferkeln jetzt noch ganz regulär, also wirkt sich eine Reduktion der Sauen auch erst frühestens in einem halben Jahr aus. Außerdem macht es keinen Sinn, hier unsere eigene Zucht zu zerstören, wenn fleißig aus Holland und Dänemark rangekarrt wird!

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        • Das Problem sind halt auch in meinen Augen nicht die Sauenschlachtungen (und auch da scheint es ja schon durchaus einen Stau zu geben, siehe Kommentar von Ferkelhebamme weiter oben), sondern die Schlachtungen der Mastschweine – und genau die Situation mit dem Rattenschwanz, der da dran hängt, beschreibe ich in meinem Artikel.

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        • Smarti sagt

          Meiner Meinung nach knallt nur es noch nicht, weil die Landwirtsfamilien ihre Höfe mit allem was geht subventionieren. Um echte Vollerwerbsbetriebe von Nebenerwerbs- und Hobbybetrieben zu unterscheiden bräuchte es eine klar definierte Linie.
          Vielleicht so was wie: mehr als 80 % der Einnahmen für hergestellte Lebensmittel: Vollerwerb
          40 – 80 % : Nebenerwerb und weniger als die 40% der Einnahmen von Milch, Fleisch, Eier, Gemüse etc: nur noch Hobbylandwirtschaft.
          Hofladen, Ferienwohnung, Pferdepension, Gastro, Biodiversität usw. sind ohne Zweifel überlebenswichtig für den Hof und sollen auch landwirtschaftlich bleiben – sind aber ehrlich gesagt nur dazu da, die sonst unwirtschaftliche Lebensmittelproduktion finanziell zu stützen.
          Nur deshalb gibt es in BW meiner Meinung nach noch Bauernhöfe – wenn auch als Mogelpackung.
          Beispiele
          200 Milchkühe, Biogas, über 400 ha Land, hat sich ein Baggerunternehmen mit 4 Arbeitern gekauft ( wegen den Arbeitern ). Ist das jetzt noch ein Bauernhof oder Industrie ?
          80 Milchkühe, Pferde-und Kuhpension, Hundezucht, Solawi – DER Vorzeige-Bullerbühof 🙂 – ist nach meiner „40 % Regel“ ein Hobbybetrieb. Obwohl 2 Landwirte, 1 Lehrling und 1 Angestellter hier arbeiten und 12 Personen davon leben.
          Unter unseren Kollegen habe ich keinen Vollerwerbsbetrieb mehr gefunden ! Heute morgen habe ich mit unserem Tierarzt darüber gesprochen und auch er kennt nur noch Industrie, Hobby oder Ausläufer.

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          • Also wir sind ein klassischer Familienbetrieb im Vollerwerb – auch wenn wir sicher eher zu den „größeren“ Ferkelerzeugern zählen. Wir haben rein die Ferkelerzeugung und können somit nicht mit anderen Betriebszweigen quersubventionieren. Vielleicht mag der ein oder andere nun sagen – „selber schuld, man muss sich halt breit aufstellen“. Nur das sind halt nicht wir – wir sind mit Herz & Seele Sauenhalter – wir können auch nichts anderes (also ich kann noch Schweinetierarzt). Keine Ahnung, ob wir schon „Industrie“ sind – ich weiß nicht, wie das definiert wird.

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        • Arnold Krämer sagt

          „Wie soll ich als Außenstehender aus einer derartigen Kommunikation ableiten können, dass sich die Situation in der Landwirtschaft tatsächlich dramatisch verschlimmert?

          Der Agrarsektor macht durch viele unterschiedliche Stimmen immer wieder „nur“ auf Teilaspekte des Sektors aufmerksam. Anders geht es aber auch nicht. Das hat mit der Komplexität und Vielschichtigkeit des Sektors, unterschiedlichen Interessen, Zielen, den „Kommunikationsakteuren“ selbst, aber auch unterschiedlicher einzelbetrieblicher und temporärer Betroffenheit zu tun.
          Aktuell sind es die Schweinehalter (Mäster und Ferkelerzeuger), die Grund zum Klagen haben, weil die ASP allgemein einen massiven Preisrückgang verursacht und die Corona-Fälle bei den Schlachthöfen von Tönnies in Rheda (GT) und Sögel (EL) und von Vion in Emstek (CLP) zu temporären Schließungen und für reduzierte Schlachtung bzw. Verarbeitung geführt haben. Da alle anderen Schweineschlachthöfe in D (Westfleisch, Böseler Goldschmaus, Tummel, Brand u. a.) zu 95 % ausgelastet sind, gibt es kaum Umlenkungsmöglichkeiten für die schlachtreifen Schweine.
          Einzelbetrieblich gibt es aber auch sehr unterschiedliche Betroffenheiten, weil im günstigen Fall z.B.
          1. Eigene, bisherige Absatzwege nicht blockiert/verengt sind
          2. Vereinzelte (sehr wenige) Schlachthöfe auch weiterhin höhere Preise als den Notierungspreis der „Vereinigung der Erzeugergemeinschaften“ zahlen.
          3. Die eigene Unternehmens- und Finanzierungsstruktur für große Stabilität oder für Ausgleichsmöglichkeiten sorgt
          4. Stabile außerlandwirtschaftliche Einkommen vorhanden sind

          Allgemein und langfristig besteht aber für nahezu alle Betriebszweige und Produktionsrichtungen bei durchrationalisierten Betrieben das Problem, dass steigende Kosten nicht mehr durch vielschichtigen technischen Fortschritt aufgefangen werden können und die Überwälzung der steigenden Stückkosten wegen der politisch gewollten Konkurrenz durch im Ausland billiger hergestellte Produkte (Rohstoffe wie verarbeitete, konsumfähige Ware) nicht oder immer weniger gelingt. Das gilt sowohl für Konvi- wie für Öko-Ware.

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    • Paulus sagt

      @Ferkelhebamme, „Was aber noch viel schlimmer ist, ist die Anfeindung aus der Gesellschaft.“ Ich kenne den von dir besagten Spiegel-Artikel nicht, aber ihr Schweinebauern habt nun mal extrem schlechte Karten.
      Verfestigt hat sich im Gedächtnis mancher Zeitgenossen doch folgendes:
      – ihr füttert eure Tiere mit Soya, dafür wird in Brasilien der Regenwald abgeholzt
      – hinzu kommt der umweltschädigende Transport mit Seeschiffen, mittels Schweröl
      – ihr haltet eure Tiere in Massenhaltung auf zu engem Raum
      – ihr haltet eure Tiere, damit ein Teil nach China oder sonstwohin exportiert werden kann
      – dafür wird die Gülle in D verklappt und verseucht unser Grundwasser
      – von euren Betrieben gehen vor allem Emissionen aus, sei es Gestank, Keime oder sonstwas
      – prekäre Arbeitsverhältnisse bei Tönnies und Co werden auch noch mit euch in Verbindung gebracht, wenn auch unberechtigerweise
      Die Kommunikationsexperten denen es gelingt daraus ein positives Image zu basteln möchte ich sehen. Erstaunlicherweise versucht es der von euch geschmähte LEH, z.B. mit „Fleisch aus Münster“ oder ähnlich krampfhaften, allerdings schwachsinnigen Aussagen.

      PS. Die aus der eigenen Filterblase entstandene Aussage von Nadine Henke halte ich für ungeschickt. Hätte man seitens der Schweinemäster zur Zeit der höheren Preise geschickt kommuniziert, das man die Ställe jetzt mit einer geringeren Anzahl belegen könne, wäre das im Sinne des Tierwohls ganz sicher positiv aufgenommen worden, und eben nicht als Erpressung.
      Die Aussage „Wenn man keine Ahnung hat sollte man die Klappe halten“ ist arrogant aber nicht zwingend richtig.

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      • Brötchen sagt

        Paulus du als ingeniör weisst doch, das ein technologisches Verfahren nur mit entsprechenden Grundbedingungen funktioniert.
        Die Ställe sind bezüglich Lüftung und Entmistung auf eine entsprechende Besatzdichte konzipiert. Geringere Besatzdichte wird schon mit der iniative Tierwohl umgesetzt dafür gibt es schon gigantische prämien. Daran kannst du eigentlich nur in geringen Grenzen dran drehen.
        Und die weisst doch der Kapitalist in personam des bäuerlein schmeisst nur mit den Geldscheinen so um sich. Da die Ferkelerzeuger ja so gigantische gewinne von 200 Euro pro Sau und Jahr machen, da kann man doch verzichten, sollen sie doch Kuchen essen.

        Mit dem „zugeschickt“ gebe ich die Recht!😎

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        • Ferkelhebamme sagt

          Brötchen, dieser „gigantische“ Gewinn war nur in der kurzen Hochpreisphase möglich. Und solche Zahlen in die Welt zu stellen, ohne Nichtlandwirten zu erklären, dass das nichtmal der „Reinverdienst“ ist, mit dem das Bäuerlein dann um sich schmeißen kann, führt schnell zu Mißverständnissen.

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      • firedragon sagt

        Paulus – Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal … NACHFRAGEN !!!
        Wer schreibt was von „Klappe halten“ ??
        Mensch, nicht immer gleich alles so negativ auslegen …

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      • Ferkelhebamme sagt

        @ Paulus: ich meine den Bethge Kommentar, dem du entnehmen kannst, dass Leute wie ich schlechte Menschen sind.
        Warst du es nicht, der den Bauern vorgeworfen hat, keine Unternehmer zu sein? Und jetzt sollte ich freiwillig auf die Chance verzichten, endlich mal wieder Rücklagen bilden zu können? Soweit es aber garnicht gekommen ist. Ich habe dir damals schon gesagt, dass die Hochpreisphase kein Grund zur Euphorie ist und ich habe Recht behalten. Mit diesem katastrophalen Ausmaß hat aber niemand gerechnet.
        Bei der Belegung meiner Ställe halte ich mich an deutsche Gesetze! Wem das nicht passt, der hat genügend Möglichkeiten andere Systeme zu unterstützen! Tun sie aber nicht.
        Und glaubst du ernsthaft, ein freiwilliges Weniger-Aufstallen wäre auch nur irgendwo registriert oder positiv weiter kommuniziert worden? Das ist ja schon fast naiv, was ist los?. Only bad news are good news.
        Gegen die riesige Propaganda-Maschinerie kommen wir nicht mehr an, man könnte es aber auch positiv sehen: ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Und wenn Frau Klöckner noch so ein paar Unfähigkeits-Beweise raushaut, befürchte ich leider auch eine Radikalisierung der Bauernproteste. Wer bereits am Boden liegt, hat nichts mehr zu verlieren.

        2+
          • firedragon sagt

            Paulus,
            ich muss mich bei Dir entschuldigen. Da steht tatsächlich „den Mund halten“, ich hatte das überlesen … das hätte mir nicht passieren dürfen.

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        • Paulus sagt

          @Ferkelhebamme, ich habe euch in eurem Tun und Schaffen doch gar nicht angegriffen, sondern lediglich auf die Schwierigkeiten und Defizite in der Kommunikation hingewiesen. Die führen nun mal dazu das es so ist wie es ist.
          Und wenn man dann als „normaler Bürger“, wohlgemerkt nicht als „Bauer“ noch solche Stories lesen darf wie die des Blogbetreibers zum Erntedank, dann wundert euch doch bitte nicht wenn man euch, freundlich ausgedrückt nicht ernst nimmt. Ich fühle mich als vermeintlich „dummer Verbraucher“ hier dauernd verunglimpft, nur mal so am Rande.
          Das hat der Erfinder des Dialogs, ein gewisser Herr Dr. Kremer-Schillings, aber auch noch nicht begriffen. Immerhin geht er mit gutem Beispiel voran und kauft nur das Klopapier im Aldi. Leute, euch scheint gar nicht klar zu sein welcher Stuss hier mitunter von der bäuerlichen Seite kommt.

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          • Arnold Krämer sagt

            „…….euch scheint gar nicht klar zu sein welcher Stuss hier mitunter von der bäuerlichen Seite kommt.“
            Das Forum ist ein Spiegelbild der landw./bäuerlichen Gesellschaft. Schon ziemlich authentisch. Menschlich/ehrlich eben und nicht „aus einem Guß“.

            Verbraucherschelte ist aber so überflüssig wie nur was,
            1. weil auch die Landwirte Verbraucher sind und ihre Frauen ebenfalls bei Aldi und Lidl gesichtet werden.
            2. Die Verantwortung der Politik für das Dilemma in der dt. und europ. Landwirtschaft m. E. viel größer ist
            3. Das Verbraucherverhalten in der Gesamtheit ökonomisch rational ist.
            4. Der Verbraucher in den wenigsten Fällen Kunde des Landwirts ist. Selbst der Supermarkt ist nicht Kunde des Landwirt.

            3+
          • Schmeckt gut sagt

            Paulus, du fühlst dich doch genauso angegriffen, weil du dich (vermeintlich 😉 ) nach Gefühl und Verhalten richtig verhälst. Gestehe uns Bauern doch auch zu, dass wir uns verunglimpft fühlen dürfen. Die allergößte Mehrheit unseres Berufsstandes verhält sich mindestens gesetzeskonform. Uns wird nur immer unterstellt, dass wir „Schweinehunde“ sind. Ermittelt man wirklich neutral (am besten im Vergleich zu Importware) unsere Einflüsse auf alle Lebensbereiche, wird die Wissenschaft feststellen, dass es in D die ressourcenschonenste LW ever gibt. Verbesserungen haben wir schon immer vorgenommen, sie müssen uns nur auch ein gutes Gefühl vermitteln, dann nehmen wir auch gewisse Mehrkosten in Kauf. Aber den Hof und/oder das Familienglück (zugegeben vielleicht ein wenig dick aufgetragen, aber du verstehst vielleicht, worauf ich hinaus will) setzen wir definitiv nicht aufs Spiel. Dann ist Schluß mit Lustig. Wir sind immer noch Unternehmer und nicht vollkommen bescheuert.

            3+
          • Bauer Willi sagt

            „Der Erfinder des Dialogs, ein gewisser… hat das auch noch nicht begriffen“ Wirkt auf mich eine ganz klein wenig arrogant…

            1+
          • “ Ich fühle mich als vermeintlich „dummer Verbraucher“ hier dauernd verunglimpft, nur mal so am Rande. “

            Das verstehe ich nicht ganz, Paulus. Ich habe mich hier noch nie als Verbraucherin verunglimpft gefühlt. Man muss aber auch nicht über jedes Stöckchen springen, das hingehalten wird.
            Und ich finde deine Bemerkung angesichts der beschriebenen Situation ziemlich daneben.
            Sie ist genau das, was Nadine Henke kritisiert. Empathie sieht anders aus…

            2+
      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        Selektive Wahrnehmung: Es geht bei „Klappe halten“ um die „guten“ Ratschläge, die gemacht werden. Wer um seine Existenz kämpft, ist da sensibler.

        Du gehörst mit „hätte man damals“ übrigens auch dazu. Das hilft in der derzeitigen Situation nicht weiter. Und nicht jeder erkennt oder weiß, wie die Situation ist. Daher der Artikel.

        Warum Nadine Henke aus einer Filterblase berichtet, erschließt sich mir nicht. Ja, sie schildert ihre persönliche Situation. Und das finde ich berichtenswert.

        3+
      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        Selektive Wahrnehmung: Es geht bei „Klappe halten“ um die „guten“ Ratschläge, die gemacht werden. Wer um seine Existenz kämpft, ist da sensibler.

        Du gehörst mit „hätte man damals…“ übrigens auch dazu. Das hilft in der derzeitigen Situation den Betroffenen nicht weiter. Im Übrigen: nicht jeder weiß, wie die Situation ist. Daher der Artikel.

        Warum Nadine Henke aus einer Filterblase berichtet, erschließt sich mir nicht. Ja, sie schildert ihre persönliche Situation. Und das finde ich berichtenswert.

        2+
      • Ich habe nirgends „Klappe halten“ geschrieben.
        Die Schlagzeile mit der Erpressung habe ich mir ja nun nicht ausgedacht, die war seinerzeit so in der Presse zu lesen. „Bauern drohen mit Versorgungsengpässen“ hieß es im Spiegel, „Erpressung trotz Coronavirus: Bauern drohen der Politik mit Engpässen bei Lebensmitteln – oder nicht?“ titelte Ruhr24. Meine Aussage ist ebenfalls nur eine Vermutung – genauso wie Deine, dass die Argumentation mit „mehr Tierwohl“ gut aufgenommen würde. Retrospektiv ist das Alles doch sehr schwierig zu beurteilen – und v.a. hilft es uns jetzt halt auch nicht weiter.

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  7. WindbauerHans sagt

    Leider geht es immer so weiter….gegen uns Bauern! Aber einigen unserer Berufskollegen ist einfach nicht zu helfen!! Sie bauen obwohl Sie wissen es wird noch schlechter!!!… ..ich schüttle da nur noch den Kopf!! Wenn es dann mit dem Betrieb…dem Familienfrieden wegen der schlechten Lage Bergab geht….dann sind immer die anderen Schuld!!!…..Nein!!!!….der welcher den Kreditvertrag unterschrieben hat die Arbeit auch der Familie aufbürdet……ist ganz alleine für seine Situation verantwortlich….sonst niemand!!!! Kenne da aus meinem Umfeld 3 Landwirte!! Übrigens mein Schwager arbeitet für den größten Landmaschinen Hersteller der Welt….im Versuch in Nordpolen gerade. Ganz arme Leute dort….aber große Betriebe…..3000ha Körnermais…..große Schweineställe und Milchbetriebe…..Löhne dort…..unter 400Euro im Monat! Die warten darauf Deutschland mit Lebensmitteln zu versorgen. Also Leute…hatte es schon öfters hier geschrieben.. .wenn Ihr noch könnt….werft die Flinte ins Korn!!! Egal was Euch die Politik sagt…. es ist gelogen. Einen schönen Tag noch!!

    5+
    • So wie du es beschreibst, @windbauerhans so sehe ich die Entwicklung auch. Deutschland ist gerade dabei, die heimische Landwirtschaft in Richtung Osten auszulagern und wegzubürokratisieren. Alles zum Wohle des Trinkwassers!
      Wasserschutz ist wichtig, keine Frage. Man kann es aber auch übertreiben. Und an diesem Punkt sind wir schon lange angekommen.
      Wer als Landwirt keine Nische findet, in der ein besonderes Produkt erzeugt, der muss sich künftig mit Marktbedingungen arrangieren, wie du sie beschrieben hast.
      Wie das allerdings funktionieren soll, das erschließt sich mir nicht. Unsere Betriebe sind schon kostenoptimiert. Es wird wenig Bereiche geben, in denen noch gespart werden kann. Ich jedenfalls stecke in absehbarer Zeit kein Geld in meinen Milchviehbetrieb. Weder zur Modernisierung noch zur Erweiterung.

      2+
      • Reinhard Seevers sagt

        Herr Kinker, ich verstehe ihre Sicht der Dinge gar nicht. Ihr Betrieb ist doch grad so aufgestellt, wie Politik, Medien, Gesellschaft und Werbung es haben möchten. Sie sind sozusagen das Musterbeispiel deutscher Zukunftslandwirtschaft…..neee, Sie haben alles richtig gemacht und können sich beruhigt zurücklehnen….ok, ob der Nachfolger noch eine Chance hat, das wiederum steht in denSternen. Das stand zu Ihrer Jugendzeit aber auch gelle?
        Investieren können Sie doch weiter in Richtung Tourismus….da bahnt sich eine neue Reigonalisierung an! :-)….daheim ists am Schönsten!

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        • Herr Seevers, ich verstehe deine Sicht der Dinge gar nicht,

          Herr Klinker hat doch eine betriebsfremde Nische in seinem Bauernhof,
          eben dem Tourismus!

          Eine andere Nische wäre, die Logistik der Schweinehaltung zu betreiben, von Zeugung bis zum Verkauf, bzw. zum Teller.

          Wenn das andere Leute nicht hinbekommen, weil da zu viel Naturgesetze zu beachten sind.

          Die werden auch nicht beachtet, wenn wir nur nach Billigfleisch gieren,
          und das dann im Osten Europas für billig Geld hergestellt werden muß.

          Ist das schlau?
          unser Kreislauf zwischen Land und Tier muß doch auch stimmen.
          Oder sollen da nur Naturwald u. Blumen wachsen und Wildtiere u. Wölfe rumlaufen?
          Eine gute Biodiversität? aber eine andere und eventuell teurere?

          Wo unsere Nahrungsmittelherkunft nichts mehr zu tun hat?

          Wollen wir das?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Inga, liest du eigentlich auch die Beiträge, bevor du eine Antwort formulierst?

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            • Sonst würde ich das ja mit dem Tourismus nicht wissen,

              oder war das nur ein Rat von Dir, dass er dahin investieren könnte?

              Entschuldigung, dann habe ich tatsächlich nicht richtig gelesen.
              aber mit dienm Ratschlag hast du ja Recht, nur

              für mich ist es eine Zumutung,
              wenn man auf seinem Hof noch in ganz andere Brunchen investieren muß!
              Es reicht doch schon wenn ein Bauer
              Biologe, Genetiker, Züchter, Pflanzenkulturanbauer, Tiermast und Kaufmann sein muß!

              Muß er jetzt auch noch Hotelier und Koch sein?
              Oder Verkäufer?
              Nicht jeder hat das Talent!

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              • Brötchen sagt

                „für mich ist es eine Zumutung,
                wenn man auf seinem Hof noch in ganz andere Brunchen investieren muß!“

                Inga Dich zwingt doch keiner, geh irgendwo an die Kasse, lebste ruhiger und verdienste mehr.

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                • und wer soll unseren Bauernhof ein wichtiges Teilchen der Ökologie, erhalten?

                  ach, nebenher an die Kasse im Supermarkt oder so?

                  Unsere Ökologie muß mehr wert sein Ramschware.

                  Und eine Berufgruppe dafür ausnutzen ist in unserem Sozialstaat
                  echt unsozial!

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                • Brötchen sagt

                  Inga du nimmst Dich zu wichtig, greif zum Telefon da gibt es massig Leute, die machen Dir das in einer halben Stunde oder kaufen Deine Ponderosa auf.

                  Was mich immer wieder stutzig macht, wie manch einer der sein ganzes Leben im Kapitalismus, dem faulendem und sterbendem, zugebracht hat und wir im blühendem Sozialismus 😉 jetzt sich hinstellt und „plärrt“ das könnt ihr doch nicht machen, was soll denn da werden…fttt macht die Raupe und fährt drüber.

                  Nicht falsch verstehen, ich stehe genauso wie Du da und wehre mich und will was erhalten. Aber irgendwann kommen eben die Realitäten, muss man sich stellen und versuchen eine Lösung zu finden.
                  Das das nicht einfach ist, dem bin ich mir schon bewusst!
                  Nebenher z.b. oder ein Teil verpachten/vermieten o.ä.

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                • Brötchen, du meinst ich nehme mich als Bauernhof im Familienbetreib zu wichtig?

                  Aber wenn meine Ponderosa vom Nachbarn übernommen wird, macht der doch zu viel Monokulturen da drauf, weil er viehlos wirtschaftet.

                  Es ist doch bekannt, dass wenn immer mehr weichen die Großbetriebe größer werden, die Massentierhaltung und Monokulturen wachsen.
                  Ist uns das nicht zu unökologisch?

                  Wollen wir das?
                  Kann sich unser Wohlstandstaat das überhaupt leisten?

                  Entschuldigung, hatte ich das Wort Sozialismus erwähnt, das wäre falsch,
                  ich meinte Sozialstaat.

                  Ich meinte das so, wenn unser Staat sozial sein will, dann darf er diese eine Berufgruppe oder Brunche nicht vernachlässigen.

                  Und die Lösung müssen wir alle (Bauer, Verarbeiter, LEH, Kunde, Politik) zusammenfinden, nicht die Berufsgruppe alleine lassen, g
                  gerade wo sie nur Rohstoffe produziert und so am Anfang der Produktion steht und den Preis nicht weitergeben kann.

                  Ein Teil vermieten oder Verpachten, wäre doch wie eine Halbtagsstelle oder so.
                  Man könnte einen nicht benötigten Stall oder Feldscheune verpachten.

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              • bauerhans sagt

                „für mich ist es eine Zumutung,
                wenn man auf seinem Hof noch in ganz andere Branchen investieren muß!“

                warum zumutung?
                ich hab heute roggen gedrillt und heute abend einen schönen tradinggewinn an der börse mitgenommen.Herr Scholz,der Finanzminister, nimmt sich auch seinen anteil.

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                • Ja von beidem, vom Erlös des Roggens und auch vom Gewinn, der ja nur etwas geistige Leistung und ein paar Klicks gekostet hat, an der Börse,

                  ich meinte doch ein Familienunternehmen!

                  Na ja das wächst und etabliert sich ja in den Betrieb hinein.

                  Aber irgend etwas muß dafür leiden!

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          • Brötchen sagt

            „unser Kreislauf zwischen Land und Tier muß doch auch stimmen.“

            Inga das wollen Schulabrecher in der Politik so in ihrer Traumwelt haben und das ist ja auch eine tolle Vision und ist ja auch nichts gegen zu sagen.

            Aber man kann Schweinehaltung auch techn. auf dem Mond umsetzen, alles eine Frage des Aufwandes.
            Frag doch mal den Mond, was der von Kreislaufwirtschaft hält, oder den Riesenvulkan, der ausbricht und halb Europa mit Asche bedeckt. Der zeigt Dir was Kreislaufwirtschaft ist, nämlich „werden und vergehen“ und jetzt sagt der Riesenvulkan, werden ich das euch mal hier richtig schön planieren, da bekommt ihr schöne neue Mineralien, ein paar neue Diamanten und dann habt ihr 1 Mio. Jahre Zeit, an eure Kreislaufwirtschaft zu denken. Pfttt macht das….und wech

            1+
        • Ja, @Reinhard Seevers, unser Betrieb ist zweigeteilt. Einmal als Milchviehbetrieb und der andere Teil des Einkommens kommt aus dem Tourismus. Der Tourismus läuft gut, die Nachfrage ist immens, aber ich kann die Wohnungen nur einmal vermieten. Da hilft es nichts, wenn 20 Interessenten nachfragen. Wenn unser Superminister Söder wieder ein Beherbergungsverbot ausspricht, wie im Frühjahr, dann ist Schluss mit den Einnahmen aus der Vermietung. Dieses Verbot ist zu erwarten.
          Die Gedanken, die ich niedergeschrieben habe, befassen sich nicht speziell mit meinem Betrieb, sondern mit Durchschnittsbetrieben aus unserer Region.
          Ich denke nicht egoistisch nur an mich, sondern auch an meine Kollegen.
          Was mich nervt ist die Tatsache, dass ich und meine Berufskollegen neben dem Milchviehbetrieb weitere lukrative Standbeine brauchen, nur um die Tierhaltung am Laufen zu halten.
          Ich bin gerne Bauer. Und deswegen setze ich mich dafür ein, dass Landwirtschaft wieder Spaß macht, und dass mit unserer Arbeit wieder Geld verdient werden kann.

          1+
  8. bauerhans sagt

    die politik schaut zu,beruhigt,aber mahnt auch,die wissen aber schon,was auf den höfen los ist!
    ich erwarte weitere einschränkungen,aber keine wirkliche hilfe.

    3+
  9. Oberländer sagt

    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Es zeigt sich das sich nur ganz ganz wenige
    unserer sich selbst lobpreisenden Politikerinnen
    ihrer Verantwortung bewusst sind.
    Barbara Otte-Kinast ist wohl eine der wenigen
    die die Lage erfasst hat. Hoffen wir das sie durch
    hält.
    Von Merkel, Schulze und Klöckner ist in dieser
    Richtung wohl nichts Sinnvolles zu erwarten.
    Ich sehe weiterhin eine große Gefahr , das die
    Landwirtschaft in hier in Deutschland einem
    billigen Zeitgeist geopfert wird ,
    das NGO- Schmarotzer weiterhin ihr Unwesen treiben
    und die Veterinärämter in jeden überbelegten Stall treiben
    um ihrer Selbstverherrlichung willen.

    12+
    • Selektive Wahrnehmung … wäre mal schön, wenn man nicht immer auf jeden Politiker reinfiele, der was von Respekt labert und ein bißchen Leierkasten spielt.

      Frau Otte-Kinast habe ich anders erlebt, fragen Sie sie mal zu Dürrehilfen:
      https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/hannover-cdu-politikerin-barbara-otte-kinast-agrarministerin-will-keine-duerrehilfe-fuer-landwirte_a_50,4,2480319665.html

      https://www.nwzonline.de/wirtschaft/hannover-otte-kinast_a_50,4,2536062332.html

      In Niedersachsen will die CDU nicht Landwirten helfen, sondern das weiter so durch Steuermittel gegenfinanzieren, nennt es dann Gesellschaftsvertrag. Dabei bräuchte es Investitionen zur Umstellung, nicht für ein weiteres Wachse oder Weiche. Ich bin gespannt, wie sich der Niedersächsische Weg entwickeln wird, last Exit sozusagen.

      Und am meisten labern die Weiter-so-Strukturwandel-Fans von Digitalisierung … läuft … ist ja nicht so, daß Michael Horsch und andere da schon Näheres analysiert hätten oder ein LEH alle Produktivitätssteigerungen eh einpreisen würde.

      Kein traut sich zuzugeben, daß uns der Export um die Ohren fliegen wird, alle Betriebe, die sich darauf fokussiert haben, damit über die Wupper gehen werden. Konservative Landwirte sind ja gute CDU- und FDP-Wähler (oder AfD), wenn man so die PR-Aktionen verfolgt. Da verteidigt man verbal das Schnitzel und spricht von mehr Respekt, während man allesamt hinterrücks mit Mercosur und Co. erdolchen will 🙁

      Tip: Wer mehr Respekt fordert, muß es nicht denen sagen, die den Respekt verdienen, sondern denen, die gefühlt den Respekt vermissen lassen!

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      • oberländer sagt

        Keine Sorge , ich vertraue Politikern blind ,
        aber nur so weit wie ich sie als Blinder
        mit dem ersten Streich nieder strecken kann.

        2+
  10. Lieschen Müller sagt

    Ich gebe Reinhard recht, Drama und Dilemma. Butterberge und Milchseen hatten wir auch schon. Doch, das Produktionsband kann man abstellen, es kommt nur mit einem Jahr Verzögerung zum Stehen. Irgendwie ist das alles so zynisch, „es stehen genau die Schlachtkapazitäten zur Verfügung, die man braucht“. Wie in der Pflege: Anzahl Betten, Anzahl Pflegekräfte alles genau ausgerechnet. Oder in den Kitas und Schulen: alles genau auf die kommenden 10 Jahre ausgerechnet. Und es funktioniert nicht. Jede Störung führt zu Verwerfungen. Oder bei den Beteiligten zu Burnout und Frustration. Und ja, es ist eine gesellschaftliche Entscheidung: wollen wir eine Gesellschaft in der es genug Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Biobauern und „glückliche“ Tiere gibt? Oder wollen wir mit 200 km/h über Autobahnen rasen und den Bankern und Immobilienfondsmanagern das Geld hinterherwerfen?

    2+
    • Reinhard Seevers sagt

      Lieschen. der Kapitalismus ist die Grundlage unseres Wohlstandes. Er funktioniert für alle am Besten, wenn er Massenware mit Skalierungseffekt ubiquitär zur Verfügung stellt. Die Erzeugung tierischer Produkte, hier im Besonderen die Erzeugung von Schweinefleisch, hat sich dem angepasst und fällt nun aufgrund einer doppelten Problematik (ASP und Corona) auf die Nase. Man muss sich lediglich von allen ideologischen Verknüpfungen lösen und eine pragmatische Lösung suchen, die Bauern wie Tieren hilft….mehr nicht.
      Es wäre so einfach ……es ist aber nicht opportun in unseren Zeiten.

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      • Brötchen sagt

        Reinhard im Soz./Komm. in der Monarchie……“wenn er Massenware mit Skalierungseffekt ubiquitär zur Verfügung stellt. “ funktioniert das besser und in Afrika oder in der Mongolei sowieso…

        Da sind auch Krankenhausbetten in Hülle und Fülle vorhanden und jeder hat drei hübsche, junge Krankenschwestern, die einem die Wünsche von den Augen ablesen ;)….

        1+
        • Reinhard Seevers sagt

          Brötchen, ist das jetzt ironisch gemeint? Versteh deinen Text nicht wirklich….

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          • Brötchen sagt

            Teils teils…..was den Kapitalismus betrifft nicht.

            Soll heißen Deine Theorie halte ich für nicht schlüssig.

            Verständlich?

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            • Reinhard Seevers sagt

              Brötchen, es ist die Geschichte des Kapitalismus….jede Massenproduktion hat zur Erwerbsmöglichkeit der Ware für alle Bürger geführt und ihnen gleichzeitig den Arbeitsplatz ermöglicht.
              Beispiele sind u.a. die Textilindustrie, die Automobilindustrie, die Stahlindustrie (Bergbau) …..
              Ohne die Verbilligung der Ware durch Masse, hätte es das System nicht gegeben.
              Landwirtschaft hat die Masse durch Produktivitätssteigerung erreicht….die Spirale ist aber nun zu Ende.

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              • Brötchen sagt

                mit dem ersten Teil gehe ich mit, der zweite ist Spekulation bzw. aktueller Stand.
                Bis jetzt hat der faulende und sterbende Kapitalismus immer noch eine Antwort gefunden, der Soz./ Kom. und der Feudal-und Gottestaat auch nicht.

                Es wäre jetzt Spekulation ob techn. und molekulargenetische Entwicklungen das Problem aufbrechen können.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Brötchen, du stellst mich jetzt nicht in eine Soz.-Kom- Ecke oder? Ich kann doch nichts dafür, dass es ist, wie es ist. Für die Landwirtschaft in unserem Wohlstandsstaat, unserem Wirtschaftssystem, unserer gesellschaftlichen Umgebung, der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Marktwirtschaftlichen Bedingungen, usw. ist die Spirale zu Ende gedreht. Die Frage ist, was rettet möglichst Viele Landwirte und deren Familien…..
                  Nischenproduktion, Ökologisierung, Export?
                  Keine Ahnung…..deshalb streiten wir aber doch auch hier, oder?
                  Aktuelle Probleme zu lösen, scheint ja bereits nicht mehr möglich in diesem Land.

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                • Brötchen sagt

                  Ganz stimmt Deine Theorie nicht, es gibt abseits der Massenprod. eine Menge „Nischen“, die gab es im Soz. nie!

                  Nein ich stelle Dich nicht in die Ecke! , das war jetzt nicht meine Intention.
                  Bloss mit was willst Du denn die Entwlg. weiterspinnen, es wird doch immer Kapitalismus bleiben, weil es nichts anderes funktionierendes gibt.

                  Kap. bedeutet ja Privateigentum an Produktionsmittel und demokratische Strukturen.

                  Der Familienbetrieb und auch Dein Begriff „viele Landwirte“ steht für mich nicht zur Diskussion, weil es die im Osten schon seit Ewigkeiten nur noch in Rudimenten gibt!

                  Gerade habe ich einen Bericht in der BZ zum 30 jährigen Bestehen gelesen und da ist die Lw im Osten schon mehr oder weniger eine Erfolgsgeschichte.

                  Ich denke das wird sich zweiteilen, es wird die konv. „Massenproduzenten“ geben und es erfolgt eine Entwicklung in den Nischen, die von vielen Voraussetzungen abhängt ( techn. Entwicklungen, Know How und Marktentwicklungen).

                  Z.B. im Biobereich im tier. Bereich sehe ich gewaltig Luft.
                  „Aktuelle Probleme zu lösen, scheint ja bereits nicht mehr möglich in diesem Land.“

                  ASP ist schon eine Herausforderung und das wird, wie es jetzt aussieht, schon ein Riesenproblem.
                  Bisher hat sich immer eine Lösung gefunden und „Lebe geht weiter“…..wir nehmen uns manchmal auch zu wichtig und alle anderen kochen auch nur mit Wasser, selbst die detailversessenen Japaner bekommen keine objektive Fleischklassifizierung hin.
                  Gut wäre, wenn der Höhenflug von manchen pol. Akteuren bald gestoppt werden würde, woll’n wir mal das nächste Jahr und die Wahl abwarten. Denke zwar auch nicht, das es so viel besser wird, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich die Vernunft durchsetzt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Brötchen, ich sehe doch an der täglichen Arbeit, dass es genügend Landwirte gibt, die eine Hoffnung haben und weiterhin investieren. Einige nennen das ja Irrsinn, andere sagen, es ist jetzt der beste Moment, um zu investieren. Es gibt etliche, die lassen sich runterziehen und streichen die Segel, andere haben Nachwuchs bekommen und starten jetzt richtig durch…..ja es geht immer weiter, war immer so, wird immer so bleiben. Wenn es also nur um individuelle Probleme geht, dann können wir die Diskussion auch hier abstellen…..
                  Wenn ich die Oberlausitz mir wieder vor Augen führe, dann mache ich mir keine Gedanken, Brötchen, das wird Naturschutz. Es gibt aber ganz andere Regionen, da brummt die Veredelung…

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Reinhard, ja gehe ich voll mit!

                  Sage ich ja, es wird die Massenprod. immer geben,

                  man muss dann eben als Betrieb bestimmen, wozu man in der Zukunft gehören „will“ und das hat dann Konsequenzen, das man da „mitspielen muss“.

                  In den Nischen das gleiche.

                  Viele machen den Fehler, die schwanken ständig hin und her.
                  Man kann das ja machen, bloss dann muss man sich klar machen, was das für Konsequenzen hat und die Konsequenzen prasseln ja nicht ständig und gleich auf einem nieder.
                  Irrungen und Wirrungen, kann man ja hier auch ständig lesen.

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                • Arnold Krämer sagt

                  @Brötchen:
                  Kap. bedeutet ja Privateigentum an Produktionsmittel und demokratische Strukturen“.

                  Nein, stimmt so auch nicht, siehe China.
                  Der Kapitalismus braucht keine Demokratie. Die Demokratie braucht aber den (leistungsfähigen) Kapitalismus, denn wenn es nichts (mehr) zu verteilen gibt, schlagen sich die verschiedenen Ethnien, bzw. andere relevante Gruppen die Köpfe ein.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Arnold Krämer ja war auch nur so aus der Hüfte geschossen.
                  Kann man jetzt stundenlang drüber streiten.

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                • Brötchen sagt

                  Ich habe auf dem Spickzettel gelinst….Marktwirtschaft ist noch Bedingung, kann man sich in China drüber streiten.

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      • Lieschen Müller sagt

        Was ist denn eine pragmatische einfache Lösung? Die Schweine freilassen? Die Schlachthöfe wieder zu 100% laufen lassen? Wohin dann mit dem Fleisch? Nach China exportieren, obwohl die das Fleisch nicht wollen? Alles vernichten und verbrennen? Alles einfrieren und nächstes Jahr essen? Jedem Menschen 50 kg Schweinfleisch nach Hause liefern?

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        • Brötchen sagt

          Lieschen, man kann Scheunen oder andere Hallen als Übergangslösung nutzen.

          Die Verarbeitungsbetriebe und auch die Schlachthöfe haben riesige Kühllager und können auch einfrieren.

          Das ist kein Problem, das wird sowieso gemacht und das werden die auch machen, denn so günstige Ware bekommen die so schnell nicht wieder.

          Nach dem tiefen Tal jetzt, werden die Preise extrem in die Höhe schießen.
          China hatte so hohe Preise, das vom Staat künstlich Fleisch subventioniert wurde!

          Es werden reihenweise Betriebe aufhören, das haben die schon vor der ASP gesagt, also wird die Ware sowieso knapp werden.

          Alle anderen Maßnahmen ungeklärte Regelungen und Kostentreiber wie CO2 Steuer tun ein übriges.

          Polen hat wohl gerade die gleichen Probleme habe ich gestern irgendwo gelesen……also sehr niedrige Preise

          2+
        • Ferkelhebamme sagt

          Eine pragmatische einfache Lösung wäre auch ein unbürokratisches Vorziehen der Auszahlung der Flächenprämien. Das würde vielen zumindest kurzfristig die Liquidität sichern.

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          • Karl Timme sagt

            Löst aber nur die Probleme in der Geldbörse, nicht die in den Ställen. Wäre nach dem Prinzip der Bauernmillion, löst das eigentliche Problem nicht und kommt vor lauter Bürokratie erst an wenn alles vorbei ist.

            1+
      • Christian Suhr sagt

        Nein, der Kapitalismus ist die Grundlage des Wohlstandes Weniger. Es funktioniert nur gut, so lange das Wirtschaftswachstum horizontal möglich ist (quasi nach dem Krieg, wenn man bei 0 anfängt usw.). Ab einem bestimmten Punkt findet nur noch eine vertikale Vermögensverteilung statt von unten nach oben.

        Kapitalismus heißt Wegwerfen, damit man schnell was nachkauft.
        Schnell kaputtgehen, damit man schnell was nachkauft.
        Immer mehr produzieren, um mehr zu verkaufen, aber zu doof sein, um zu schnallen, daß deswegen die Leute nicht mehr Kaufkraft und damit Nachfrage hätten.
        Autos auf Halde.
        Mehr Lebensmittel an der Börse als in real existieren.
        Aus dne Augen, aus dem Sinn, und nach uns die Sintflut (womöglich sogar wortwörtlich).

        Ja, die Wirtschaft als solches bedeutet Wohlstand. Vor allem die Landwirtschaft ist Grundlage dafür. Aber ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben mit Altersarmut, menschenunwürdiger Sozialhilfe, Menschen, die weggeworfene Lebensmittel bei den Tafeln holen müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen, Mietwucher und Co. Deutschland hat einen riesigen Niedriglohnsektor, der jetzt sogar noch ausgeweitet werden soll, indem bis zu 600 € als Minijob anerkantn werden (also der Steuerzahler für diese dann auch bei den Sozialversicherungen gegenfinanzieren darf).

        Wir machen uns immer billiger, orientieren uns nach unten, nicht nach oben!

        2+
        • Reinhard Seevers sagt

          Ja Herr Suhr, schön….was hat nun die Altersarmut mit der Lösung des derzeitigen „Schweine-Problems“ zu tun? Genau, gar nichts.
          Ich wäre grundsätzlich auch für Verknappung der Güter….dann steigt der Preis für die Erzeuger angeblich. Und gleichzeitig wäre ich für die Erhöhung aller Sozialleistungen. Das Geld dafür kommt aus der Druckerpresse. Herr Suhr, das System funktioniert langfristig treppauf genauso wenig wie treppab. Es ist lediglich ein umgekehrtes Vorzeichen.

          1+
    • Brötchen sagt

      Lieschen, der Aufbau eines gut funktionierenden Bestandes Milchkuh oder auch Sauen dauert mind. 1 Jahr, bei der Milchkuh Jahre…..nur auf die Tiere bezogen!

      Selbst bei Hühnern gilt die Devise, eine gute Herde ist die halbe Miete, bloss nichts machen, was das durcheinanderbringen könnte.

      2+
    • Arnold Krämer sagt

      Vieles, nein fast alles, ist mittlerweile in der Landwirtschaft “auf Kante genäht”, organisatorisch optimiert. Da gibt es keine Reserven, keinen Puffer mehr. Der wirtschaftliche Druck hat dies einerseits notwendig gemacht und den Verbrauchern andererseits zu sehr preisgünstigen Lebensmitteln verholfen. Das System (kapitalistisch, prozessoptimierend) stößt an seine biologischen und organisatorischen Grenzen, auch unabhängig von den aktuellen Verwerfungen. Offensichtlich trifft das nicht nur für den Agrarsektor zu. Politisches Handeln verschärft die Verhältnisse, bewusst, unbewusst, in guter Absicht, wie auch immer.

      3+
      • Brötchen sagt

        Arnold, teilweise ist das eher eine „technokratische“ Krise….

        wer will kann sich das hier mal ansehen, weil es ja überall besser ist….

        Aussagen zur Fleischqualität und Arbeitsbedingungen

        https://youtu.be/ObqeB0sdyxg

        0
  11. Der brandenburg sagt

    Aus meiner Sicht hat Nadine Henke in dem eingestelltem Link
    “ Hätte, hätte Fahrradkette …. “
    Sehr deutlich und auch für Nichtfachleute überzeugend den
    Schweinezyklus beschrieben.
    Ein einfaches stopp bei der
    Produktion wie so oft gefordert ist nicht machbar . Ich habe fast täglich mit Landwirten zu tun die
    “ Noch “ Schweine halten.
    Kann mich deshalb sehr gut in ihre Situation versetzen und mitfühlen wie denen zu mute ist.
    Die Reduzierung vieler kleiner
    Schlachthöfe in der Vergangenheit muss man aber auch was die Zukunft betrifft trotzdem hinterfragen!
    Das hat jetzt nichts mit hätte, hätte zu tun.
    ASP wird sich weiter ausbreiten und bei Corona steht uns noch einiges bevor!

    5+
    • firedragon sagt

      Hätte, wenn und aber…
      Wir sind wieder einmal an einem Punkt angekommen, wo wir zurück schauen können und sich heute aufzeigt, dass die Schließung der städtischen Schlachthöfe ein Fehler war.
      Hat unser Betrieb damals schon nicht nachvollziehen können, uns aber dazu veranlasst, keine Schweine mehr zu halten (und das waren nur maximal 20). Es gibt bei uns eine Handvoll Hausmetzger, die sind aber natürlich nicht in der Lage einen Schweinestau abzuarbeiten.
      Ich bin es leid, jemanden (Politik) Vorhaltungen zu machen – bringt ja eh nichts.
      Angebot: wen es entlastet … unser Betrieb kann übergangsweise vier ausgewachsene Schweine aufnehmen – darüber kann man jetzt lachen, eher sollte man es symbolisch sehen… was weg ist, ist weg und kann nicht einfach so wieder reanimiert werden.

      5+
      • Paulus sagt

        Firedragon, die Sache mit den städtischen Schlachthöfen habe ich mir von einem ehem. Klassenkameraden mal erklären lassen. Der hat nach dem Abi eine Ausbildung zum Metzger/Metzgermeister gemacht und das elterliche Geschäft übernommen.
        Die städtischen Schlachthöfe waren defizitär und die klammen Kommunen hatten andere Probleme als diese zu unterhalten.
        Er hat dann mit einigen Kollegen versucht den Schlachthof in seiner Kleinstadt mit einigem Aufwand wieder zu reaktivieren, um eine regionale Marke aufzubauen. Es ging ein paar Monate lang gut, dann erwies sich das Experiment als Verlustbringer. Es begann schon damit, dass keiner der Beteiligten mehr bereit war morgens um 5.00 Uhr den Kessel anzuheizen, usw. …
        Die beziehen von Westfleisch noch nicht einmal mehr Schweinehälften oder Rinderviertel, sondern nur das was sie in der Wurst- oder Salatküche brauchen oder im Geschäft verkaufen können.
        Unser ostbelgischer Metzger der noch selbst schlachtet, schafft das auch nur indem er ein gewisses Klientel bedient, sich im Hochpreissegment bewegt und ausliefert. Mit einer Reichweite bis nach Lüttich, Maastricht NL und Luxemburg.

        0
        • firedragon sagt

          Paulus, es kann wohl nicht überall funktionieren – eine Geschäftsidee kann noch so toll sein, wenn nicht eine bestimmte Menge an Kaufkraft kommt, geht es nicht lange gut … und wenn nur bestimmte Teile verkauft werden können, funktioniert es nur über Zukauf.

          0
  12. Reinhard Seevers sagt

    Es ist ein Drama und ein Dilemma zugleich. Die Öffentlichkeit nimmt wahr, dass ein „Produkt“, dass eh als Synonym für alle Fehler der Agrarbranche steht, unablässig weiter „produziert“ wird. Die Öffentlichkeit und die Politik sieht nicht, dass es eben kein Produktionsband ist, das einfach abgestellt werden kann. Es wird ihnen aber scheinbar auch nicht erklärt. Es ist ja sogar schwer es innerhalb der Branche deutlich zu machen. Die Situation spielt allen „Gegner“ in die Hände. Die Ladentheken sind voll, es gibt keinen Mangel, wozu die ganze Aufregung? Tierschutz? Ist eine Sache der vermeidlichen Massentierhalter, sollen sie doch weniger Tiere halten….usw. Alles dreht sich im Kreis, keiner hat Ahnung und Mut, Entscheidungen zu treffen. Es gibt aber auch keine gesellschaftliche Rückendeckung….das Schwein ist geliebt als Grillgut, ansonsten werden ihm keine positiven Attribute zugeschrieben.
    Pragmatische Lösungen sind gefragt, von Politikern, die die Zusammenhänge verstehen und Entscheidungen treffen.

    7+

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