Es ist jetzt auch in den Medien angekommen, dass es den Schweinehaltern nicht gut geht. Der WDR berichtet darüber.
https://www1.wdr.de/nrw/ostwestfalen-lippe/kreis-hoexter/schweinehalter-not-preise-100.html
Zitat:
„Die aktuelle Entwicklung sei aber mit früheren Krisen nicht mehr vergleichbar, so Tillmann. Denn die Kosten, gerade für Sauenhalter, seien massiv gestiegen. Ställe müssten umgebaut werden. Wer jetzt Investitionen über 20 Jahre abschreiben müsse, denke darüber nach, ob sich das lohne, erläutert der Landwirt im Gespräch. Und auch die Kosten für Futter, Energie und Löhne steigen. Unter dem Strich können viele Betriebe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.“
Trotz Grillsaison und Fußballweltmeisterschaft ist der Preis in den letzten Wochen immer weiter gesunken und liegt – wieder einmal – weit unter den Gestehungskosten. Wer Verluste macht, kann die immer neuen Anforderungen nicht umzusetzen. Dazu kommt, wie schon in früheren Artikeln dargestellt, dass der LEH beim Thema Tierwohl zurückrudert. Der Grund: der Verbraucher hält sich beim Kauf von Fleisch aus höheren Haltungsstufen wegen des höheren Preises zurück. Schließlich kann man dem Produkt nicht ansehen, wie es produziert wurde.
Die Schweinehalter befinden sich in einer schwierigen Lage: wer in den letzten Jahren investiert hat, bekommt Probleme die Kredite zu bedienen. Er muss aber weitermachen, will er nicht von der Substanz zehren. Wer einen „alten“ Stall hat, muss nun überlegen, ob der bereit ist, die neuen Anforderungen zu erfüllen. Dazu kommen private Überlegungen: nähert man sich der 60er-Marke und hat gleichzeitig keinen Nachfolger, fällt die Entscheidung gegen die Weiterführung der Nutztierhaltung leichter. Schließlich können die Gebäude ja auch weiterhin genutzt werden.
Der Trend zur Aufgabe der Nutztierhaltung wird sich – meiner Meinung nach – weiter fortsetzen. Wir werden auch in diesem Segment Fleisch importieren. Spanien hat die Schweinehaltung in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Das Futter dazu kommt in großen Teilen aus der Ukraine.
Wirklich bedrohlich ist die Entwicklung in Dänemark. Hier ist der Preis für Schweinefleisch auf 1.022 €/kg Schlachtgewicht gefallen. Das ist der niedrigste Preis seit 20 Jahren.


Erfüllt es eigentlich den Tatbestand der Beleidigung des Intellekts, wenn ein Großunternehmer jetzt, wo die Preise eine Kehrtwende vollziehen, noch schnell einen Halbjahrespreis für Schweine anbietet?
Jetzt scheppert es richtig:
Geestferkel, die im Frühjahr noch das insolvente Prignitzer Landschwein übernommen haben, sind insolvent, ohne Aussicht auf Rettung.
https://www.bauernzeitung.de/landwirtschaft/tier/insolvenz-xxl-schweinehalter-betriebe-brandenburg-sachsen-anhalt-mv-betroffen-1489
In den Niederlanden hat zudem eine große Anlage (ehemals Straathoff) vor Gericht verloren und muss die Tore jetzt schließen
Ich würde Ahlers nicht unbedingt als Opfer – Zeichen einer unvermeidlichen Krise sehen. Er hat sich mit seinen Ambitionen bei den großen Jungs mitspielen zu wollen, die typischen Fehler von „zu schnell und zu viel“ angetan, finde ich.
Ich hatte schon vor einem Jahr zu einem Freund in MC Pom gesagt, dass das nicht gut gehen wird…..die schuldenfreien gewachsenen Betriebe hatten bereits Bedenken und dann kommt einer um die Ecke, der es besser weiß und kann?
Das mag sein. Er ist aber nicht allein, die GmbH geführten Großanlagen trudeln mächtig.
https://www.bauernzeitung.de/regional/mecklenburg-vorpommern/pleitewelle-mecklenburg-vorpommern-fuenf-schweinezuchtbetriebe-insolvent-1111
Wie lange hält eine Bürgschaft vor, wenn nach der ersten Krise direkt die zweite eintritt? Mal ganz abgesehen davon, dass ich eine Bürgschaft des Landkreises als absolute Wettbewerbsverzerrung ansehe. Wir bekommen die nicht…
Wenn die alle nicht weitermachen, gibt es bald eine ziemliche Ferkellücke. Hatte mich schon gewundert, warum uns letzte Woche ein Händler (wir vermarkten regulär direkt ohne Handel dazwischen) angerufen hat, nur um zu fragen, wie es uns geht 🤨
Ferkelhebamme, ich hatte ja bereits im letzten Jahr gesagt, dass die großen Ostbetriebe im Schweinebereich erhebliche Probleme bekommen werden. Ich arbeite gerade an Umbauten für zwei große Sauenanlage für >3000 Sauen, welche fit für den Verkauf gemacht werden sollen. In Coswig ist in der letzten Woche u.a. zus. noch eine große Anlage in Brand geraten und 22000 Schweine verbrannt……kommt viel zusammen.
Freunde aus der Prignitz berichteten auch, dass die Ställe dort einfach „auf“ sind, und sich da wohl niemand finden wird. Unsere Tochter geht jetzt dorthin, für ihr letztes Ausbildungsjahr, allerdings auf einen familiengeführten Betrieb. Bin gespannt, was das gibt und wohin das überhaupt noch alles führt.
Wenn ein Unternehmen groß oder sogar richtig groß ist, muss man die Größe beherrschen. Punkt! Das heißt Vollkostemdeckung über Jahre hinweg. Punkt! Und das schaffen in der Sauenhaltung meist nur Top -Familienbetriebe mit viel Eigenkapital.
Zur exzellenten Prodktionstechnik müssen Ein- und Verkauf ebenso wie die Personalführung (incl. Selbstmanagement) passen .
Herr Krämer, zur Zeit laufen immer noch so Abschreibungskünstler rum, die ihre Gewinne aus anderen Geschäftsbereichen loswerden müssen…..ein/zwei Jahre wird es wohl noch gehen, denke ich.🤔
Die an sich guten Seiten des Kapitalismus werden zerstört durch die Finanzindustrie und die staatliche Steuergesetzgebung. Lese gerade das Buch mit dem Titel “ Beliebige Fracht“ und bin erschrocken andererseits auch wieder nicht. Habe mir aber auch nicht vorstellen können, dass die deutsche Landwirtschaft ähnlich betroffen sein könnte.
TopAgrar und agrarheute melden Insolvenz des Unternehmen Geestferkel.
Hier eine Erinnerung daran, in welche Richtung sich die Gesellschaft bewegt. Ich finde das gut.
https://www.furche.at/gesellschaft-bildung/schlachthoefe-hinschauen-wos-wehtut-3289602
https://www.furche.at/gesellschaft-bildung/ausgeschlachtet-3298126
Solange die Mengen nicht zurückgehen ändert sich nichts. Wir haben uns von der Hoch-
leistungsdroge anfixen lassen. Nur der Redakteur einer Fachzeitschrift, oder der Zuchtdirektor merken nichts am Gehalt wenn bei uns die Preise purzeln. Ihre Tipps
Leistung und Schlagzahl erhöhen.Geringe Marktunterdeckungen würden genügen um
ordentliche Preise zu bekommen. Der Handel kann sich benehmen wie ein Freier am
Straßenstrich. Wenn es woanders billiger geht muß man eben aussteigen. Kleider und Schuhe werden auch woanders produziert.
@Konrad
Das Freischalten war notwendig, weil Du Dich mit „Konran“ angemeldet hast. Und die künstliche Intelligenz ist so doof, nicht zu erkennen, dass Du das bist.
Fachlich: ja, mittlerweile wird fast alles woanders produziert. Ob es aber klug ist, auch Lebensmittel zukünftig nur noch zu importieren? Dem Verbraucher im Laden ist es völlig egal, dem Lebensmittelhandel im Großen und Ganzen auch. Nur der Metro-Chef hat neulich mal warnend die Hand gehoben. Das war es dann aber auch schon.
Was mich wundert: „unser“ Minister (mir fällt gerade der Name nicht ein) ist merkwürdig ruhig. Dabei brennt es an allen Ecken und Enden. Nicht nur bei den Schweinen, sondern auch im Obst- und Weinbau.
Frau Prof. Vömel
von der Uni Giessen hatte vor 50 Jahren im Hessenbauer pupliziert,
dass man Heilkräuter oder überhaupt Pflanzen von da essen sollte, wo man wohnt, weil die aus dem Boden, von da die Mineralien aufgenommen haben.
Ob einem die dann gerade fehlen?
Der Versuch lief im Kreis Waldeck.
Das könnte auch eine Empfehlung von Indianern sein, und da ist immer was wahres dran.
Frau Prof. Vömel
https://share.google/6dp6tTD0sdNWCO8dD
moin die Situation bei den schweinemestern und Sauen Haltern ist verdammt beschissen! das ganze ist anscheinend nicht nur so in Deutschland. warum das aber so ist kann ich nicht sagen. ich wünsche und hoffe nur dass die Lage bald und zwar ziemlich bald besser wird! schönen Tag
Schade, Kabinett umgebaut aber der unfähige Landwirtschaftsminister bleibt uns erhalten.
Gibt ja auch keinen Grund ihn zu schassen, denn wer nichts falsch macht, weil er nichts macht, der darf bleiben….😁
Während die Schweinehalter finanziell ausbluten höre ich in den Nachrichten, dass die Schwarzgruppe (Lidl, Kaufland) 11 Milliarden in ein KI-Rechenzentrum investierte. Wie die wohl als LEH so viel Geld verdienen konnten? Alles klar, oder?
Scheinbar geht ihnen gerade der A… auf Grundeis was Negativpresse zum Thema Tierwohl angeht.
Natürlich steht der LEH voll dahinter! Natürlich… Bezahlen, lieber LEH, nicht erzwingen
https://www.topagrar.com/schwein/news/leh-verband-der-handel-steht-geschlossen-hinter-tierwohl-20027462.html
JD: Da kommen einen Tränen in die Augen…Habe den Report mit der Schwarz-Gruppe auch gesehen, und mir so meine Gedanken gemacht…Wie kann man solche Milliarden scheffeln, aber weltweit! Habe in Läden in USA, Australien und Europa eingekauft. Eines muss man sagen, das Verkaufsmarketing(Expansion) der Gruppe funktioniert überall, leider auch zu lasten hiesiger Landwirte und Schweinebauern!
Es ist doch schon lange nachgewiesen, dass die landw. Erzeugerpreise nicht zu den der Industriegüter, wie Landmaschinen passen.
Also werden die Grossen Maschinen im Maschinenring gekauft.
Jeder Unternehmer schaut nach Rentabilität.
Das muss auch der WDR und die anderern Dummschwätzer kapieren.
Warum die Politik nicht helfen will, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage mit. Man arbeite an der Agrarexportstrategie und am Bürokratieabbau und sonst, biete die ldw. Rentenbank Liquiditätsdarlehen an. -Ende- CDU-Agrarpolitik im Jahr 2026. Noch Fragen?
Agrarexportstrategie????
Wenn Beamte vorgeben, Kaufmann zu spielen.
Da wird nur unnötig Geld verplempert wie in so vielen Bereichen und in allen Ministerien
Bürokratieabbau?? Prust! Hab ich was verpasst?
@all
War gestern noch die Rede von der Kosteneinsparung durch Bürokratieabbau, kommt schon heute der nächste Hammer, der begleitet von viel Büroarbeit, Einzug in die ldw. Büros halten wird. Die Begrifflichkeit lautet „Verwendungsberechtigungsnachweis“. Alle Flächen die nicht mit Eigentums- Pachtungs- oder Flächentauschnachweisen belegt werden können, fallen ganz einfach aus der Förderung; und zwar ab sofort. Die ldw. Institutionen sind angewiesen worden, die Rechtmäßigkeit der Flächenverwendung zu kontrollieren. Natürlich hat diese neue Gängelei ihren Ursprung in Brüssel. Da hatten in den Sesseletagen in Brüssel mal wieder viele ganz wichtige Leute nichts zu tun und haben sich neue Probleme für ldw. Praktiker ausgedacht. Während es verboten ist, z.B. Sozialabzocker unter Generalverdacht zu stellen, scheinen Landwirte für eine vorauseilende Beschuldigung bestens geeignet zu sein. Weil einige unserer südeuropäischen Berufskollegen es mit der Doppelbeantragung von Flächen nicht ganz so eng gesehen hatten, müssen nun alle europäischen Landwirte Nachweise vorlegen.
Also, werte Kollegen, sucht schon mal Grundbuchauszüge, Pachtverträge und Tauschverträge raus und wenn Flächen ohne Nachweis bewirtschaftet werden, bis zur Kontrolle könnt ihr sie aus eurem Förderantrag sanktionslos streichen. Kontrolliert werden kann ab sofort.
Quelle: Informationsdienst für Berater
@all
Pardon, es muss heißen „Verfügungsberechtigungsnachweis“.
Ich finde es irrational, die Lebensmittelproduktion auf internationaler Ebene zu spezialisieren. Das hat schon innerhalb Deutschlands zu der aus ökologischer Sicht ungünstigen Verteilung der Tierproduktion geführt. Im Osten nur noch 0,3 GVE pro ha, trägt sicher dazu bei, dass wir ohne ausreichend Wirtschaftsdünger die Degradation landwirtschaftlicher Nutzflächen beschleunigen. Politik ist entweder doof oder machtlos. An der deutschen Landwirtschaft hängen hierzulande ca. fünf Millionen Arbeitsplätzchen (Produktion, Verarbeitung, Verkauf). Schöne, regionale, mehr oder weniger regenerativ angetriebene Wertschöpfung. Aber oh Schreck, ihr Anteil am BIP ist so gering – da ist sie doch nach der reinen ökonomischen Lehre überflüssig!? Also weg damit! Lasst uns Preissignalen lauschen und ukrainische Käfigeier fressen! Passt!
Früher hat auch jede zweite Dorfschmiede Autos und Trecker gebaut . Und heute?
Irrational , wo man hinschaut.
wann war das?
1950?
„Also weg damit! Lasst uns Preissignalen lauschen und ukrainische Käfigeier fressen! Passt!“
Stadtmensch, der Russ ist uns behilflich, die Mengen zu steuern…..ist das nun gut oder schlecht? Ich hab den Überblick verloren.🥴
Schwerer Schlag für die ukrainische Eierproduktion: Russischer Angriff zerstört ukrainischen Legehennen-Großbetrieb https://share.google/adQdtwQOcJwNm83Fa
Zu Krieg und Frieden äußere ich mich nicht mehr. Das hier ist doch ein seröser Blog.
Danke.
Stadtmensch: sehr gute Entscheidung! Mache ich auch nicht mehr, außer in der hiesigen Presse, bei t-online, BILD u.a., wenn die Journaille und Politik einseitigen Blödsinn kommentiert! Bei BW sollten wir uns tatsächlich auf LW und NGW konzentrieren ( auch wenn‘s schwerfällt…)
Die Diskussion um Krieg und Frieden zu den Akten zu legen ist das Schlimmste überhaupt. Merkt eigentlich keiner das die Politik, auch entgegen Wahlentscheidungen, ihr eigenes Ding macht und wir mit diesem ganzen Bürokratie-, Nachhaltigkeits-, Klima- und Tierwohlpillepalle nur abgelenkt werden?
Nur das zählt: https://www.boerse.de/aktien/Rheinmetall-Aktie/DE0007030009
(7,3% Schwarzer Felsen…)
„Ich finde es irrational, die Lebensmittelproduktion auf internationaler Ebene zu spezialisieren.“
Da haben Sie völlig recht! Das sehe ich genauso.
Die Spezialisierung auf NATIONALER Ebene hat viele, durchaus auch gute Gründe:
Da gibt es naturräumliche Vorteile z.B. für die Rinderproduktion
Da gibt es Agglomerationsvorteile durch den vor- und nachgelagerten Bereich
Da gibt es Vorteile/Nachteile in der Beschaffung und im Absatz, die Abhängigkeit von Unternehmern im nachgelagerten Sektor. Ich nenne nur einmal 2 Namen (Rothkötter, Geflügel, Wernsing Kartoffeln)
Da gibt es historische Gründe (Fehlentwicklungen in der DDR)
Da gibt es unterschiedlich ausgepägtes Unternehmertum in der Landwirtschaft mit unterschiedlicher Vorbildwirkung unter Berufskollegen (sehr wichtig)
Da gibt es unterschiedliche Beratungs- und Bildungsqualität, unterschiedliches Verwaltungshandeln
u.v.a.m.
Mitte der 1980er Jahre gab es in Niedersachsen eine größere politische Diskussion über agarstrukturelle Fehlentwicklungen im Nordwesten, insbesondere in Südoldenburg. Die Diskussionen wurden über das ML in Hannover auch an die Bundesregierung in Bonn herangetragen. Dort hat man uns (ich war beteiligt als damaliger Mitarbeiter im ML) nicht verstanden, verstehen wollen. Letzteres weiß ich nicht so genau. Mit dem Fall der Mauer hatte man dann auch Wichtigeres zu erledigen als über Investionsförderung und Baurecht sowie die Wirkungszusammenhänge und das pro-landwirtschaftliche Verwaltungshandeln nachzudenken.
Die Goldgräberstimmung in Teilen der westdeutschen Landwirtschaft hat damals ein Übriges getan.
–
Tja, die westdeutsche Landwirtschaft ist eben besser vernetzt, angebunden und sowieso etabliert, während die Ostdeutsche einfach keinen Unternehmergeist entwickeln will (Ironie Ende): https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/studie-eu-agrarreform-bedroht-landwirtschaft-in-ostdeutschland,eu-agrarreform-ostdeutschland-100.html
Glauben Sie, was in dem Beitrag behauptet wird? Ich nicht.
Wenn Betriebe von 100 bis 150 €/ha Staatknete bei den bestehenden Kostendegressionseffekten abhängig sind, dann stimmt vieles nicht.
Auf den ertragsschwächeren Standorten spielen die „Paar Euro“ Förderung sehr wohl eine Rolle. Kombiniert mit den entsprechenden Umweltmaßnahmen sind das ja auch mehr als 100 – 150 €/ha. Das Problem ist, dass der, gerade in diesen Regionen wichtige, Wertschöpfungsanteil aus der Veredlung (sprich Tierhaltung) fehlt. Die Wertschöpfung pro ha in diesen „Tier-befreiten“ Betrieben ist dann oft weniger als die Hälfte wie in Betrieben mit Tierhaltung. Hier steht dann schon die Frage, ob Produktion wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn das komplette Unternehmereinkommen in Niedrigpreisjahren eigentlich aus der Förderung kommt. Ich halte das trotzdem durchaus für sinnvoll. Möge es die Gesellschaft doch als (sehr preiswerte) Landschaftspflege sehen. Zudem könnten ja durchaus auch Zeiten kommen, in denen auch der Ertrag dieser Flächen wirklich gebraucht wird.
Diese Zusammenhänge sind vor ca 15 Jahren über die UNI Greifswald für die Norddeutschen Bundesländer gut analysiert worden (Prof. Klüter).
Die Conclusio dieser Untersuchungen (der Autor ist den Großbetrieben im Osten nicht freundlich gesonnen, so dass die Objektivität in der Betrachtung eher untergeht) war, dass dieses Land in Bauernhand in kleineren Betriebsstrukturen besser aufgehoben wäre. Das halte ich für ausgemachten Unsinn, weil die Hauptursache für die geringe Wertschöpfung im Zusammenbruch der Infrastruktur der Veredlung und Verarbeitung liegt. Und dieser Schaden ist unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen irreparabel !
@Thomas
In dem diskutierten Artikel steht u.a.:
„Da große Betriebe im Osten Deutschlands häufig arbeitsintensive Viehhaltung betreiben, Sonderkulturen anbauen und viele Angestellte beschäftigen, bedeuten Zahlungskürzungen für sie nicht nur einen Verlust an flüssigen Geldmitteln.“
Du schreibst :
„Umweltmaßnahmen sind das ja auch mehr als 100 – 150 €/ha. Das Problem ist, dass der, gerade in diesen Regionen wichtige, Wertschöpfungsanteil aus der Veredlung (sprich Tierhaltung) fehlt. Die Wertschöpfung pro ha in diesen „Tier-befreiten“ Betrieben ist dann oft weniger als die Hälfte wie in Betrieben mit Tierhaltung. “
Der eine spricht von arbeitsintensiven Tierhaltungsbetrieben, der andere von viehlosen Betrieben, welche aber beide dann der gleichen Argumentation folgen, was die Fördermittel angeht? Ich nix verstehen.
Herr Broecker hat wie fast immer Recht. Die Autoren der „Studie“ betreiben ein falsches Spiel, da sie als Lobbyisten unterwegs sind.
„Die Forscher um IAMO-Direktor Alfons Balmann empfehlen daher dringend, starre Instrumente wie Kappung und Degression aus ostdeutscher Perspektive abzulehnen.“
🤗👉
@RS
Muss man aber nicht ernst nehmen. Balmann ist doch nach allgemeiner Auffassung hier, ein Böser.
es gibt ja eine Lösung auch im Osten, dort wo man die offensichtlichen Vorteile von Großbetrieben kann. In dem MDR Beitrag heisst es: „Insgesamt entfallen über 60 Prozent der Agrarfläche auf Betriebe mit mehr als 500 Hektar. Dabei handelt es sich aber kaum um anonyme Großinvestoren. Ein Großteil dieser Flächen wird von lokal verwurzelten Agrargenossenschaften und traditionsreichen Betrieben bestellt, die viele Mitarbeiter beschäftigen und wesentliche Säulen der ländlichen Wirtschaft sind.“
Agrargenossenschaften sind ein Zusammenschluss von Personen meist Landwirten. Einfach in kleinere Einheiten trennen und schon ist die Förderung möglich. Die angestellten Arbeiter der Agrargenossenschaften gründen Lohnunternehmen und werden von den nun kleineren Betrieben mit der Bearbeitung der Flächen beauftragt.
Die Spezialisierung nach Maßgabe der naturräumlichen Möglichkeiten macht auf allen Ebenen Sinn. Ein Bergbauer nutzt die hochgelegenen Flächen als Weiden und mäht das Winterfutter im Tal. In Deutschland hängt die Nutzung von der Bodengüte ab. In Schweden wachsen keine Orangen und in ganz Europa kein Kakao.
Wenn aber in Österreich wertvolle Hochalmen verwalden, während der Überbesatz mit Schafen die neuseeländische Natur ruiniert, und wenn in Lateinamerika hemmungslos abgeholzt wird, obwohl man die langfristigen Folgen nicht abschätzen kann, während in Europa robuste Böden verwildern und verwalden, dann geht es nicht um den Naturraum, sondern ausschließlich ums Geld. Und dann wird die Gesellschaft früher oder später die Erfahrung machen, dass man Geld nicht essen kann. Was Geld als oberster Wert anrichtet, dass sieht man gerade in der Diskussion um Leihmutterschaft. Eine Gesellschaft, die die letzten Tabus aus dem Weg räumt, wird irgendwann an Dekadenz zugrunde gehen.
Die Landwirtschaft und ihre Produkte in unserer Umwelt erzeugt, kann man nicht mit Industriegütern vergleichen.
die Preise passen nicht zusammen.
Sir sind höchstens mit den Preisen der Rohstiffe aus Afrika zu vergleichen.
so können sich die Verarbeiter und der Handel damit vergleichen.
Vielleicht haben die auch die gleichen Tarife.
Die spezialisierten Schweinehalter von heute, haben ihre Betriebe vor 30 -40 Jahren entwickelt ,weg vom Bullerbü Hof mit 20 Kühen, 20 Sauen , 20 Hühner, 2 Pferde , 10 Weihnachtsgänse oder so ähnlich.
Genauso ging es den Milchviehbetrieben .
Treiber dieser Entwicklung waren :
1. Die Arbeitswirtschaft in alten miefigen Ställen.
2. Die Betriebswirtschirtschaft , mit solch einem Zoo konnte man keine Familie ernähren.
3. Auflagen ,Gesetze, und Erlasse damals schon.
Stichwort : Güllelagerraum, Mistplatte, Siloplatte , Dieseltankanlage, Pflanzenschutzraum, Auflagen in der Direktvermarktung , Hygenekonzepte, Seuchenschutz. Dokumentationspflichten , QS System , GAP Politik und deren Kontrollen. Milchquotensystem ,
nur um ein paar Dinge in Erinnerung zu holen.
Wer nun heute glaubt und hier schreibt , damals war die Welt noch in Ordnung , der ist auf einer ganz anderen Umlaufbahn unterwegs.
Dieser Job geht nur , wenn man sich auf max 2 bis 3 Betriebszweige konzentriert , und noch Zeit dafür hat , wenn irgendwas nicht so klappt , zb. im Stall.
„Treiber dieser Entwicklung waren“…..u.a. auch gute Einnahmesituationen, hohe Fördermittel und in der Regel eine gesicherte Nachfolge….usw.
Ist doch klar , alte Leute haben damals auch nicht mehr investiert . Das waren die jungen Leute, die heute alt sind.
Ja, das ist aber eben auch nur ein Teil der Wahrheit….die Einnahmesituation und die Fördermittel waren in meinen Augen eher der Treiber, als die von dir vorgenannten. Man konnte sich Investitionen in das System leisten, weil die Einnahmesituation es hergab und die Vorzeichen nicht negativ waren, so wie sie es heute zu sein scheinen.
Ich habe in den Jahren 88 bis 2000 im Jahr bis zu 400 Förderanträge bearbeitet, nur für drei Landkreise.
Ja , wir liegen da auf einer Welle. Mit einem Zoo ging es damals nicht, also haben sich die Landwirte je nach Belieben spezialisiert. Teilweise auch mit AFP Förderung . Die Aussichten waren damals anders. Da gab es zb. noch einen Zaun durch Deutschland, der Importe aus dem Osten praktisch ausgeschlossen hat.
Neee, neee….die Hochzeit der Förderung waren die 90er, da war der Zaun schon weg. Und im Osten ging es dann munter ebenso los mit den Fördermitteln. Quote und Flächenbindung sicherten die Finanzierungen ab. Jeder wusste, wie er rechnen musste, um optimal finanzieren zu können.
Ich bin Wessi und habe mit Rinderhaltung nichts zu tun . In dem Kuhbereich wurden und werden die Betriebe bis heute in ganz Deutschland mit AFP Geldern zugekleistert, ich weiß. Zumindest wenn da Konzept hintersteht.
Im Schweinebereich in den 90 er nur möglich , wenn man nicht aufstocken wollte .
Und heute gibt es jede Menge Fördermittel für den Schweinebereich (Tierwohl) und dennoch klappt es nicht WEIL die Einnahmesituation eben nicht stimmt. Die Causa Einnahme ist der Grund für oder gegen Investitionen. Da kannst noch mit noch so vielen Scheinen winken, wenn es sich nicht rechnet, rechnet es sich nicht.
Für die Schweinemast hat es zumindest in Niedersachsen in den letzten 30-40 Jahren praktisch keine Investionsförderung gegeben.
So sieht es grad aus .
Aber, aber,
die Bullerbüh Höfe sind sind viek länger als 30 vis 40 Jahren für ein Familienainkommen unwirtschaftluch .
Damals waren sie vielleicht noch in veralten
Schulbüchern.
Herr Krämer ich stimme ihnen zu.Es muss nur Irgendjemand denen in Berlin und Brüssel sagen, dass sie so nicht weitermachen können.
Preise haben für transparente Rohstoffmärkte wie Mastschweine und Ferkel eine extrem wichtige Funktion. Sie sagen, die Ware ist entweder sehr knapp oder sehr reichlich (oder irgendwie dazwischen) immer im Vergleich zur Nachfrage in der EU und zusätzlich aus Drittländern.
Aktuell fehlt die Nachfrage aus Drittländern, deshalb auch der noch extremere Preisabfall in Dänemark, deren Bauern über Jahrzehnte meist das 5- bis 6 fache des nationalen Verbrauchs produzierten.
Das Thema und der Umgang mit den Marktsignalen hat extrem viele Aspekte politisch, volkswirtschaftlich und einzelbetrieblich, so dass ich auch in der einzelbetrieblichen Beratung unterschiedliche Aussagen treffe von Weitermachen bis Aufhören.
Nur die Politik darf nicht so weitermachen wie bisher, weder in Brüssel noch in Berlin.
Wir war das eigentlich früher. da gab’s nur einmal in der Woche Fleisch. Denn Sonntagsbraten. Grillrn, Bratwurststände sind doch erst neu modische Erfindung. Von daher sind wir in einer Entwicklung zur guten alten Zeit. Nur noch sonntags gibt es Fleisch. Der Deutsche sein Schwein und der Moslem sein Schaf und dem Chinesen sein Hund.
Es wurde täglich „vom Schwein“ gegessen. Die Mär vom Sonntagsbraten kann ich nicht mehr hören.
Das ist eine Mär,
da wurde weniger Fleisch nachgefragt, da waren auch die Ställe noch kleiner.
Weil es im Verhältnis so teuer war. Damals musste man noch mehr als 10% vom Einkommen für Nahrungsmittel ausgeben.
Da gab es noch keine Massenauslagen von Fleisch in den Discountern.
Die den Preis drückten
und da gab es auch noch keine Massentierhaltung auf den Bauernhöfen.
Inga, die Mär ist für mich dieser ständig aufgeführte Sonntagsbraten. In der Woche wurde immer irgendetwas vom Schwein gegessen. Vom Bauchspeck über das Hackfleisch bis zu den Innereien. Wenn Menschen aber nur das REINE Fleisch essen, dann bleibt eben der andere Rest über und man muss produzieren, damit das Stück Fleisch angeboten werden kann. Ergo geht es nicht ums Schwein in Gänze, sondern um das Verhalten, den Kauf von besten Fleischstücken und der Verwertung des Restes.
Wenn die Gesellschaft genug Geld hatte, um sich die guten Stücke zu leisten, dann sind sie es gewesen, die die Nachfrage und die Produktion anregten. Wenn nun das Geld wieder weniger werden wird, wird der ein oder andere evtl. wieder das ganze Schwein mit all seinen Teilen nutzen, vielleicht….ich glaub es nicht. Er weicht aus auf z.B. Geflügel, wo immer noch Zuwachsraten zu sehen sind. Ist jetzt der Geflügelbauer auch Schuld daran, dass Massentierhaltung bei Hähnchen und CO stattfinden?
Soll die Landwirtschaft jetzt als moralischer Lenker einer richtigen Ernährung und des eigenen Niederganges auftreten? Geld ist der einzige Faktor, der über Wohl oder Wehe entscheidet.
was machen die Ökotrophologen, welche Aufgabe haben die?
@I
Das sind Ernährungswissenschaftler.
mehr
Zu mindestens in der damaligen DDR war Fleisch ein täglich gegessenes Grundnahrungsmittel. Inga, man muss Wurst, Schinken, Schmalz, Suppenfleisch und Konserven dazu rechnen. Ich musste alle 2 Tage zum „Konsum“ und ein 3/4 Pfund Aufschnitt für unsere Familie holen (5 Geschwister) . Also, das mit „nur Sonntags“ ist m. E. ein Märchen. Wer Garten oder Hoffläche hatte, hatte damals auch immer ein paar Karnickel.
Was jetzt in großer Breite beim LEH in den Theken liegt, war einfach über viele kleinere Geschäfte verteilt.
Also,
Sonntagsbraten ist nur ein Synonym für viel weniger Fleisch ververbraucht.
Wurst gab es tägl.
Werktags gab es 2 bis 3 Tage Linsensuppe oder quer durch den Garten, bei uns Hausschlachtungsleute ohne Kochwurst, weil unser Metzger keinen Kutter hatte.
Die anderen Tage Eisbein und Sauerkraut.
Auch mal Frikadellen. Bratwurst und Grünkohl, Rotkraut, Möhren mit Erbsen, Bohnensalat , event. Blumenkohl. Und immer Kartoffeln dabei.
Nix gekauft, alles aus eigener Herstellung.
Sonntags gab es nur Braten, Schnitzel oder Kotelett.
und heutzutage,
täglich Schnitzel.
Egal wo der Metzger das hernimmt.
Kartoffel sind auch nicht mehr gut genug, es mpssrn Pommes sein.
Alsi müsste dadurch der Fleischverbrauch gegenüber früher gestiegen sein.
Deswegen Massenangebot im Discounter und Massentierhaltung im Stall.
Damit man mit dem selben Kgpreis Schlachtschwein, auch noch ausgeschlachtet ein Familieneinkommen generierrn kann.
TB:Erinnerungen: Ging uns ähnlich in der DDR. Mit 5 Geschwistern gab‘s allerdings meistens sonntags geosse Fleischmahlzeiten zu Mittag! War ja der einzige Tag, wo die gesamte Familie (Arzthaushalt) zusammen war! Die Woche über Schulspeisung,Mensa usw. Aufschnitt war abends immer auf dem Tisch…
und bei uns in westl. Dorf
Blut- und Leberwurst.
in Balse und Darm kann mab sie auvh räuchern.
Na ja, rote geräucherte Dauerwurst auch.
Die Typische
Ahle Worscht
aus Nordhessen ist ja nur luftgetrocknet.
Leckere Schlachtewurst gab‘s dann von mir als Schweinemastchef als Mitbringsel…
Waren dann Erinnerugen an die alte Heimat Schlesien und dortige Esskultur,wo Eltern und Großeltern Haus und Hof verloren hatten…
Inga: wann? In der DDR hatten wir Massentierhaltung zur Genüge ( hatte selbst 10000MS). Soweit ich mich erinnere, gab man um die 30% vom Lohn für Nahrungsmittel in etwa aus…Nicht eingerechnet die moegliche individuelle Tierhaltung(Schlachtungen) von Genossenschaftsbauern und Arbeitern in den Bezirken! Thema waren dann immer die S.g.Warmschlachtungen in Herbst.
Dann habe ich im Märchen gelebt.
Ich denke, wir definieren es einfach unterschiedlich. Du sprichst vom Braten, ich vom ganzen Schwein, mit all seinen Teilen.
Wer sich täglich Stück-Fleisch leisten kann, der tut es und hat es getan…..wir haben früher auch nur Sonntags einen Braten gegessen, aber in der Woche eben alles andere vom gleichen Tier. Frieden!?
bei uns war es ähnlich es gab Sonntagsbraten, Kotlett, Lende zu Weihnachten und/oder Ostern aber jeden Tag irgendein Teil vom Schwein. z.b auf Schulbrot mit Blut-, Leber oder verschiedenen Mettwurst Varianten gekocht oder geräuchert, Schweineschmalz,…. Jedes Teil vom Schwein wurde als Lebensmittel verwertet, selbst die Flüssigkeit der Kochwurst wurde für Suppe verwendet, es blieben nur die Knochen übrig und die bekam der Hofhund.
Genauso war es, weil eben alles verwertet wurde.
Anders als heute auch auf den Höfen, weil es so gut wie keine Hausschlachtungen mehr gibt und das Wissen um die Verwertungsmöglichkeiten auch „unedler“ Teile vom Schwein in der breiten Bevölkerung verloren gegangen ist.
Aber es gibt regionale Unterschiede:
In Franken z.B. findet man auf der Speisekarte in Restaurants auch Eisbein, Schäufele, Leber u.a.
In Norddeutschland gibt es eigentlich nur noch Schweineschnitzel und Schweinesteak sowie vielleicht Kotlett auf einer Speisekarte.
es gab auch am Werktag
falsche Koteletts
das war Rippenspeck in flache Scheiben geschnitten,
geklopft, paniert und gebraten.
es wurde ja alles verwertet und in leckere Mahlzeiten verwandelt.
Der Stadtmetzger kann ja alles in die Kochwurst machen.
Und das Ringelschwänzchen hat der Lehrer in der Schule mit einer Sicherheitsnadel an den Hosenboden geheftet bekommen.
Wurde alles verwerdet.
warum?
Meine Schwiegermutter lebt alleine und bekommt „Essen auf Rädern“. Sie hat sich unlängst erst beklagt, dass das Essen nicht mehr so gut sei und sie Schweinefleisch vermisse. Ja, kann man denn nicht auch separate Menüs für Muslime erstellen. Soll sich die Mehrheit an die Minderheit anpassen?
Die deutsche Moral, die unsere Produktion extrem verteuert hat, killt die heimische Versorgung, und das jetzt im Eilgang. Nicht nur die Schweinebranche. Hab gestern mit einem Obstbauern gesprochen: der Handel kauft nur noch über den Preis, egal wo es herkommt. Für den Verkaufspreis im Laden können die hiesigen Pflaumenbauern die Früchte nicht einmal vom Baum holen. Auch hier: Ausstiegswelle.
Und der LW-Minister aus seinem Elfenbeinturm rühmt sich mit der Förderung von Start—Ups für innovative LW. Abgehoben, während unsere Eigenversorgung wegbricht
Wir haben gewarnt…
Ferkelhebamme, ich hatte ja gestern den link zur AfA -Veranstaltung gepostet…ein Vortragsthema lautet darin:
„Tierwohl und Tierschutz als zentrale Bausteine zukunftsfähiger Tierhaltung
Prof. Dr. Birger Puppe, Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN), Dummerstorf“
Ist irgendwie Ironie pur oder?
Wir können alles. Wer bestellt, muss aber auch bezahlen.
Dummerstorf, passende Bezeichnung für ganz Deutschland
@F
Dummerstorf hat eine lange Historie im Bereich Forschung und Lehre, im ldw. Bereich. Die Reputation und Expertise dieser Forschungsanstalt ist wohl kaum infrage zu stellen. Wenn die sich mit Zukunftsthemen beschäftigen, muss das die heutige Veredlung nicht unbedingt gut finden.
btw: Wie behauptete ein anderer Kommentator: Wissenschaftsfern, sind immer die anderen. Schenkelklopf!
Der Schweinefleischbedarf ist künstlich zurückgefahren worden und durch die Medien befeuert, weil so viele Muslime hier leben, die durchgesetzt haben, dass in Kindergärten, Schulen, Firmenkantinen kein Schweinefleisch mehr angeboten werden darf – man hat durchgesetzt mittels Gehirnwäsche, dass Schweinefleisch „böse“ ist.
Ja, das Bauernhof-Sterben wird weitergehen, man denke nur mal an das Schicksal der Fischer oder schaue sich das Apotheken-Gemetzel an….. Trotzdem denke ich, dass die Herrschaft der Globalisten bald auf einem Höhepunkt angelangt ist, erst nach einem totalen Niedergang gibt es wieder einen Neuaufbau. Die Frage für jeden Bürger ist: wie kann ich bis dahin durchhalten. Aber DASS man durchhalten kann, das zeigt die Geschichte. Und wir sollten uns nicht fürchten, es geht immer irgendwie weiter.
Wenn man sich zu dem Thema dann noch das selten dämliche Video von Hubertus Beringmeier (DBV) ansieht fällt einem nichts mehr ein. https://youtube.com/shorts/Am0T-kwEzPc?is=xM3P9uz1uSIQbFUS
@Ew…..
Was ist an dem Video dämlich? Es ist die Sicht des Schweinehalters. Und ja, es ist mal wieder Zeit für Durchhalteparolen. Es fehlt die rationale Sicht auf die reale Situation und die möglichen Perspektiven. Das ist auch nicht neu. Ich hatte allerdings den Megaschlepper im Hintergrund vermisst. GsD kann man den im zum Thema gehörenden Video sehen.
„Ich hatte allerdings den Megaschlepper im Hintergrund vermisst.“
@Kb dümmliche Polemik und Hetze gegen Bauern ist bei diesem ernsten Thema für Schweinhalter aus meiner Sicht unterirdisch
@L
Diese Videos richten sich auch an potenzielle Verbraucher für Schweinefleisch. Ähnlich wie bei den Demos, fallen hier Megaschlepper bei den Konsumenten sehr negativ auf. Wenn die noch Kohle für solche Schlepper haben, kann es denen ja gar nicht so schlecht gehen, lauten dann einige Kommentare. Nicht ganz zu unrecht, finde ich. Schließlich ist die Landtechnik Kostenfaktor Nr. 1 in der Landwirtschaft.
@L
Dieses Thema kommt mit aller Regelmäßigkeit wieder in die öffentliche Diskussion. Alles wie gehabt.
„Wenn die noch Kohle für solche Schlepper haben, kann es denen ja gar nicht so schlecht gehen, lauten dann einige Kommentare. Nicht ganz zu unrecht, finde ich.“
@K Interessant nochmal nachgetreten.
In dem you tube Video ist kein „Megaschlepper“ zu sehen allerdings in dem WDR Beitrag steht Landwirt Tillmann vor einem „Megaschlepper“ wie sie es nennen. Seine Familie betreibt eine Schweinehaltung auf Stroh auf einem Biohof. Folge ich ihrer Argumentation dann geht es Haltern von Bioschweinen auf Stroh gar nicht so schlecht und sie haben auch noch so viel Kohle um sich grosse Megaschlepper zu leisten. Ist das die Realität oder ist es Unsinn?
Wer die derzeitigen Preise, die Produktionskosten und notwendigen Investitionen in Ställe verfolgt muß zum Schluss kommen Schweinehalter aller Betriebesformen stehen vor enormen Herausforderungen. Offensichtlich sind sie kein Schweinehalter evtl auch kein Landwirt und haben kein Verständnis für diese sonst würden sie nicht solche Sätze schreiben.
Es ist doch schon lange nachgewiesen, dass die landw. Erzeugerpreise nicht zu den der Industriegüter, wie Landmaschinen passen.
Also werden die Grossen Maschinen im Maschinenring gekauft.
Jeder Unternehmer schaut nach Rentabilität.
Das muss auch der WDR und die anderern Dummschwätzer kapieren.
@L
„Wer die derzeitigen Preise………..“. Welche „notwendigen Investitionen“? Wer den Schweinezyklus kennt und im Preistal keine schwarze Null schreibt, der sollte nicht mehr investieren.
Über die negative Entwicklung im Ökolandbau hatte ich mich hier schon öfter ausgelassen. Die bevorstehende Kürzung der Förderung, wird da zukünftig so einiges richten.
Ja, ich bin kein Schweinehalter und trotzdem Landwirt.
Ich finde es übrigens immer wieder lustig, dass, wenn man nicht die Blog-Meinung vertritt, sofort die Frage nach der ldw. praktischen Tätigkeit gestellt wird. Auch @BW mutmaßte schon, dass ich ein Troll bin. Anderes Denken und Handeln kann im ldw. Bereich oft nur schwer akzeptiert werden.
Es gibt im nordwestlichen Niedersachsen (NRW kann ich nicht überblicken) einen erheblichen Investitionsstau in der Schweinemast. Da ist in den letzten 20-25 Jahre kaum oder sehr wenig noch investiert worden. Wenn, dann haben die Landwirte vor allem Geflügelställe gebaut. Etwas anders sieht es im Bereich der Sauenhaltung aus. Da steht aber schon der nächste Schritt (gesetztlich verordnet) bevor, den aber längst nicht alle mitmachen werden.
„2 Beine sind im Stall attraktiver als 4 Beine“
Es hat aber auch damit zu tun, dass der Konsum von Schweinefleisch abnimmt. Zum einen lebens in unseren Ländern immer mehr Muslime. Aber auch die Medizin legt ihren Fokus vermehrt aus die Nachteile des Schwienefleischkonsums:
https://www.welt.de/gesundheit/article5094310/Ernaehrung-Fuer-Rheumatiker-ist-Schweinefleisch-tabu.html
Elisabeth wieder…….die Dosis macht das Gift. Ärzte haben schon vor 100 Jahren davor gewarnt übermäßig Schweinefleisch zu verzehren, wenn man eine Disposition zu Rheuma hat. Ein Freund von mir, Dorfpolizist und Handballer gönntevsich täglich Wurst, Schnitzel und Grillfleisch. Wir haben immer zu ihm gesagt, er solle mal besser reduzieren…..papellapap….ich bin jung und kräftig. Tja, nach dem dritten Rheumaschub und zwei neuen Kniegelenke mit 50Jahren, ist er nun doch der Meinung, er hätte sich anders verhalten sollen. Anderen geht es ähnlich, aber mit Kuchen und Energiedrinks. Schulterzuck.
Ja, es kommt auf die Mange an. Fakt ist aber, dass in den letzten Jahrzehnten viel zu viel Schweinefleisch gegessen wurde, und die Medizin die gesundheitlichen Folgen jetzt nicht mehr bewältigen kann. Und so nehmen die Konsumenten halt nach und nach wieder Vernunft an.
Was die Medizin nicht mehr bewältigen kann (wenn wir einmal die systemimmanenten Mängel des Gesundheitswesens ausklammern), sind hauptsächlich die Folgen der enorm gestiegenen Lebenserwartung, des allgemeinen Bewegungsmangels und des allgemeinen Zu-viel-Essens.
Schweinefleisch selbst hat damit erstmal nichts zu tun. Es schlechtzureden hat aber Tradition.
Die Anzahl der Deutschen hat ja nicht mit den Moslems zu tun. Außer, wenn im gleichen Maße wie hier Moslems leben imm weniger Deutsche leben. Oder kurz gesagt. die Deutschen sterben aus. weil sie nicht genug Kinder bekommen. Die wollen halt mehr Party. Urlaub, teure Autos.
Wenn Preise europäisch oder global gebildet werden und Industrie und Handel global agieren, beginnt die Marktbereinigung dort, wo innerhalb der Nationalen/Staatsgrenzen die Kosten am höchsten sind. Das trifft auf Milch, Fleisch, Marktfruchtanbau oder Obst und Gemüse gleichermaßen zu. Volkswirtschaftlich entscheidender dürfte der parallele Niedergang der Industriestandorte in Hochkostenländern sein. Da ist eine Spirale in Gang gesetzt, die wohl eine nicht mehr aufzuhaltende Eigendynamik entwickelt.
Die Struktur Nationalstaat passt nicht mehr zur Funktionsweise des Wirtschaftssystems. Nur werden sich diese Strukturanpassungen der politischen Organisation an die Gegebenheiten bei den Produktivkräften nicht ohne großen Knall vollziehen … zu viele Frösche in zu vielen teuren politischen Sümpfen. Darin lässt es sich gut leben und die überholten Strukturen und die damit verbundenen Pfründe werden mit Zähnen und Krallen bis zum Untergang verteidigt werden. Da ist für den Einzelnen kein Einfluss mehr vorgesehen. Jeder versucht nur noch irgendwie selbst mit dem A… an die Wand zu kommen.
…..bei uns in der Kleinstadt hat nun der vierte Dönerladen eröffnet. 4 Dönerläden auf 100m …..läuft! Übrigens, natürlich ohne Schweinefleisch. ☝️
Da hilft nur eins, die Einwohner von Deutschland müssen Bratwurst essen. Wer das nicht will. muss Strafe zahlen. Was in anderen Branchen funktioniert, muss halt auch beim Essen funktionieren. Freiheit schadet der Wirtschaft und den Bauern. Staatliche Regel ist notwendig.
wie soll das gehen?
Bei uns in Hassfurt ähnlich!
4 Eisdielen
4 Dönerläden
2 Sushi Läden
1 Mc Donnalds
1 Burgerking
Ein Schweineschitzel oder eine Bratwurst findet man am Abend in der ganzen Stadt nicht (mehr)
Haben Burgerking und McDonalds
nicht so was?
Aber dafür haben die Fleischklopse, wo auch Hackfkeisch drin ist, wie in Bratwurst.
oder ist da eher Rinderhack drin?
„Die Struktur Nationalstaat passt nicht mehr zur Funktionsweise des Wirtschaftssystems.“
Der EU-Binnenmarkt ist liberalisiert, der Euro hat zusätzlich für maximale Transparenz gesorgt. Die Spielregeln, nach denen produziert werden kann sind aber nicht vollständig angeglichen. Insbesondere D tut sich mit hohen Kostenstandards im Bauen und bei der Arbeit hervor. Kapazitätsaufbau wird in den Mitgliedstaaten der EU unterschiedlich subventioniert und gefördert.
Bis die Politik diese strukturellen Benachteiligungen in der EU registriert hat und beginnt gegenzusteuern, ist nicht nur in der Landwirtschaft das meiste weggebrochen. Deshalb hat die Kritik an der EU seitens bestimmter Parteien durchaus ihre Berechtigung.
„Und trotz der gegenwärtigen Krise will Antonius Tillmann nicht aufgeben. Er hofft, dass der Mutige belohnt wird und sich der Markt irgendwann wieder dreht.“
DAS ist die Devise nach der Viele agieren oder meinen, agieren zu müssen. 🤔
@RS
Ökonomische Grundregel: Einsteigen wenn der Preis unten ist und Aussteigen, wenn der Preis oben ist.
Leider verpassen viele Landwirte schon immer den optimalen Ausstiegszeitpunkt. Den Rinderhaltern gelingt das besser. Bestandreduzierung bei hohen Rindfleischpreisen.
Ach Kemetbauer, den Rinderhaltern gelingt nichts besser!
Mastrinder sind ein Koppelprodukt (Nebenprodukt) der Milchviehhaltung. Die Reduzierung des Rindfleischangebots ist Folge der Betriebsaufgaben vor allem in der süddeutschen Milchviehhaltung.
Bei uns hören jetzt auch die Mutterkuhhalter auf. Almwirtschaft und Massentourismus sind kaum noch vereinbar.
https://www.youtube.com/watch?v=FTu18DA0fWk
@Kemetbauer
Ihr Kommentar erinnert mich an einen todsicheren Tipp für den Verkauf von Aktien oder Verkauf von Getreide etc.
„Der richtige Moment für den Verkauf ist der Tag vor dem höchsten Preis“
Lieber Willi
Es wird in Zukunft nicht besser werden, da wir ja gerade sehen wie in osteuropäischen Ländern Megaställe aus dem Boden gestampft werden. Die tierische Produktion wird dort deutlich zunehmen