Die Überschrift habe ich nicht selbst gewählt sondern ist der Titel eines Beitrages des RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) . Es geht um den Preisanstieg bei Düngemitteln bei gleichzeitig niedrigen Erlösen für landwirtschaftliche Erzeugungen. Die EU-Kommission will Geld in die Hand nehmen, um die Landwirte beim Kauf von Dünger zu unterstützen. Für Deutschland sind 60 Mio € geplant, jedes Land kann aber aus seinem eigenen Etat aufstocken. Minister Rainer „will prüfen“, was in Deutschland möglich ist. Wenn man bedenkt, dass wir in Deutschland rund 11 Mio Hektar Acker und 5 Mio ha Grünland haben (zusammen 16 Mio LN) sind 60 Mio € nicht gerade viel. (3,75 €/ha) Damit rettet man keinen Betrieb, der ums Überleben kämpft.
https://www.rnd.de/wirtschaft/krieg-auf-dem-acker-wie-die-duengerkrise-den-landwirten-das-leben-schwer-macht-TA2JEMKBONC5FFNIVTBINCMC4Y.html
Der Grüne-Politiker Karl Bär ist ohnehin der Meinung, wir müssten weg vom Kunstdünger.
Und jetzt meine Frage: was wäre eigentlich, wenn wir Landwirte für die nächste Anbausaison einfach nur die Hälfte des üblichen Mineraldüngers kaufen und einsetzen würden. Ist das vorstellbar? Ja, das würde bedeuten, dass wir weniger ernten. Aber wenn dadurch die Ware knapp und teurer würde, wäre es für uns ja auszuhalten. Klar ist auch, dass das nicht nur wir deutschen Landwirte tun müssten, sondern möglichst viele….


Der Gedanke mancher Kollegen liegt nahe: Nächste Saison nur die Hälfte des üblichen Mineraldüngers düngen – weniger Ertrag, knappe Ware, höhere Preise. Theoretisch nachvollziehbar. Praktisch nur, wenn möglichst viele mitmachen.
Genau hier greift eine Analogie zu einem aktuellen Paper in Agricultural Economics:
Hoffmann, Kastens, Portugal-Perez & von Cramon-Taubadel (2026):
Food Price Crises and the Insulation of Domestic Grain Markets
https://doi.org/10.1111/agec.70125
Die Autoren zeigen an 260 Getreidepreisen aus 81 Ländern: In Hochpreisphasen (2007/08, 2022) isolieren viele Länder ihre Inlandsmärkte stärker vom Weltmarkt. Für das einzelne Land oft rational – in der Summe ein Dilemma (die Autoren sprechen vom Prisoners’ Dilemma): Je mehr isolieren, desto dünner der Handel, desto heftigere Preisausschläge und mehr Volatilität. Wer mitmacht, trägt Kosten; wer nicht mitmacht, kann trotzdem von der knapperen Marktlage profitieren.
Wo die Analogie trägt:
1. Ohne kritische Masse kein Effekt. Isoliert ein Land (oder düngt nur ein Land halb), ändert sich am relevanten Preis kaum etwas – der Schaden liegt bei den Mitmachern.
2. Mitmachen lohnt sich oft nicht allein. Wer normal produziert (oder normal düngt), bekommt denselben höheren Preis – ohne den Ertragsverzicht.
3. Kleine nationale Maßnahmen bewegen den Markt nicht. Symbolische Hilfen und Alleingänge ändern weder Weltmarkt- noch Erzeugerpreis strukturell.
Wo sie nicht trägt: Das Paper handelt von staatlicher Marktisolation (Schutz der Verbraucher in Krisen), nicht von freiwilliger Düngerreduktion. Es beweist also nicht, dass „halber Dünger“ die Preise rettet – es erklärt nur, warum unabgestimmte Mengenpolitik oft scheitert: sinnvoll für den Einzelnen erst, wenn genug andere mitziehen – und genau dann ist der Anreiz groß, selbst nicht mitzuziehen.
Fazit: Der Dünger-Gedanke trifft denselben Kern wie die Getreide-Isolation in Krisen – für den Einzelnen nachvollziehbar, in der Summe nur mit echter Abstimmung und offenem Blick auf Handel und Mitläufer. Sonst bleibt es teurer Verzicht ohne Preissignal.
„Ach was. Wer ist denn Karl Bär?“ – Das hatte mal meine Freundin gefragt, als sie sich die Beine hübsch machte.
Die Agrarforschung hat auf alles Antworten….
https://www.agrarforschung.de/de/aktuelles
Wir schaffen das!
Ja,
so hat diese Forschung nach 1945 12 Millionen Ostflüchlinge in der alten BRD satt werden lassen.
und diese Forschung
geht auch in der internationalen Landwitschaft weiter.
Ich meine es eher sarkastisch….einfach mal die Vortragsthemen ansehen.
Das eigentliche Dilemma ist doch, dass es (fast) völlig Wurscht ist, ob wir innerhalb unserer Nationalgrenzen-teuer-Produktion mehr oder weniger produzieren. Der Preis wird doch nicht hier im Lande gebildet. Ein globaler Mangel kann die Preise in die Nähe der Kostendeckung unseres Anbaus treiben. Davon sehe ich aktuell nichts im Weltgeschehen, so sehr wir das auch (seit Jahren) heraufbeschwören wollen.
Der Handel hat es ja hinbekommen, dass regional bei Kaufentscheidungen kaum noch eine Rolle spielt. Mit dieser Begründung (regional bringt keinen Vorteil mehr bei der Vermarktung) sind ja letztlich auch fast die Hälfte der Erzeugerbetriebe aus der Reichenau-Vermarktungsgenossenschaft ausgetreten. Ob das eine gute Entscheidung war, bleibt abzuwarten. Aber die Nerven liegen überall blank.
Der LEH weiß, dass der Kunde zukünftig nicht mehr Geld in der Tasche haben wird. Er kann sich gegenüber der Politik als verlässlicher Versorger präsentieren. Er garantiert eine bezahlbare zuverlässige Versorgung. Parallel verlauten Wirtschaftsexperten schon einen spürbaren Aufschwung……Wahlen stehen bevor.😎
Die Befindlichkeiten eines Grüninnen sind mir eigentlich völlig egal .
Allein schon das Grüninnen durch vom Steuerzahler finanzierte NGOs
den LEH dazu erpressen der Landwirtschaft durch Haltungsanforderungen
und Dokomentations-Drangsaliererei das Leben schwer zu machen , ist unerträglich .
Eine starke Reduzierung der N-Düngung , denke ich, ist ohne weiteres möglich .
N-Düngung so steuern das noch eine gute Futterqualität erreicht wird .
Wenn ich mir die aktuellen Erzeugerpreise anschaue , sie sind durch die Bank
Grotten schlecht ist es vielleicht gut wenn die Mengen mal zurück gehen .
Grüne wollen also weg vom Mineraldünger, Tierhaltung für Wirtschaftsdünger wollen sie aber auch nicht. Was denn dann? Brennnessel-Sud?
Mir kommt so vor,
als wollten die nur Schlagzeilen machen, von Hintergrundwissen keine Spur.
Kann man due für voll nehmen?
Die dürften nicht jeden Dummschwätzer in ihre Partei aufnehmen, sondern nur die, denen es um Umwelt geht !!!
„Was denn dann? Brennnessel-Sud?“
Der schiere Glaube an die vermeintlich gute Sache sollte doch sicher ausreichen, um Wachstum werden zu lassen. Naturwissenschaft war früher.
Für diese Gläubigen sind Wissenschaften nur störend. Sie sind so naiv und folgsam das sie nicht fragen wie setzt sich dieser Sud zusammen sowie was ist eigentlich in welchen Mengen in diesem Sud, es reicht ihnen wenn ihnen erzählt wird es ist gut und harmlos weil alles biologisch.
Ist nicht umsetzbar da es unter den Landwirten keine Einigkeit gibt.
Dass es keine Einigkeit unter den Landwirten gibt, würde ich so nicht sagen. Mir fällt in diesem Jahr, natürlich als laienhafter Beobachter, bei Fahrten übers Land (Landkreis Märkisch Oderland MOL und der Woiwodschaft Lebuser Land in Polen) auf, dass sehr viele Äcker mit Sonnenblumen bestellt sind. Es hat fast den Anschein einer kollektiven Absprache. Natürlich wird es Gründe für diese „Sonnenblumenflut“ geben, aber auffällig ist es doch.
von diesen Sonnenblumen kann man Sonnenblumenöl machen.
Die verkauft der Bauer ab Ölhersteller.
und wir kaufen das im LEH.
@TR
Das ist auch die Konsequenz aus der Deckelung der Maisverwendung in den BGAs.
Das wird nichts nützen. Die EU ist jetzt schon nicht mehr autark. Deshalb wird ja die Ukraine in die EU aufgenommen. Dann fallen die Preise wieder. Und der Herr Balmann wird dafür sorgen, dass die kleinen Bauern ihren Grund und Boden den Großen abtreten müssen.
Warum will man seitens der Politik Preissignale nicht wirken lassen? Welches Denken herrscht in den Köpfen von Ministerialbeamten und Politikern?
Hier ein Beispiel, wie diese Politiker ticken, Herr Krämer:
https://youtu.be/YzyP6j6dnN4?is=ulsRW_kIopLqfi6H
Dieses Video ist totaler Quatsch. Zwar stimmt es nach meiner Ansicht, dass das Münchner Trinkwasser bedingt durch das sehr reichhaltig vorkommende Wasser der Münchner Schotterebene fast unerschöpflich ist.
Der Fischbrunnen am Marienplatz wird aber mit Frischwasser betrieben und nicht mit einer Umwälzanlage! Was glaubt Ihr wie das Wasser nach spätestens einen Tag Umwälzung in der Münchner Fussgängerzone aussehen würde?
Die landw. Produkte müssen billig sein, damit man nur 10% des Einkommens für Nahrungsmittel auszugeben braucht,
damit man mehr für Konsumgüter übrig hat, was ja unserer Volkswirtschaft zu Gute kommt.
wir sind ja nun mal ein Industriestaat.
in Europa sind immer irgendwo Wahlen also meint die Politik sie müsste reagieren und dies tut sie meist in Form von Geld. Die 500 Mio EU weit bzw 60 Mio für D sind wie Willi berechnet hat Kleckerbeträge oder glaubt jemand ernsthaft bei 3,5 Euro/ha in D wird eine relevante Wirkung erzielt? Wieviel versickert in der Bürokratie/Verwaltung und wieviel kommt auf dem Acker an?.
Im Ergebnis gibt es dann Neiddiskussionen und Schuldzuweisungen sowie jede Menge Politikverdrossenheit.
@A.Krämer
Moin, die wollen etwas tolles machen und uns(Bürgern) zeigen, wie toll Sie sind….
Der Artikel des RND ist wieder einmal typisch für Medienarbeit in D. Eine zunächst sachliche Schilderung endet mit zitierter Falschaussage ( Die Düngemittel landen letztlich im Grundwasser) und aktivistischer Forderung eines Grünen – Politikers.
So oder so ähnlich geht das schon seit vielen Jahren/Jahrzehnten. Da muss man sich auch nicht wundern, was z. B. bei Umfragen geantwortet wird und wie fragwürdig dann umfragebasierte Politik aussieht.
Der RND Artikel firmiert unter der Rubrik Wirtschaft und endet wie @AK schrieb wie üblich polemisch mit Schuldzuweisungen an Landwirte.
Aber mal ehrlich was soll man auch anderes von einer Parteizeitung wie in diesem Fall der RND erwarten als billige Polemik eingeleitet mit einer martialischen click bait Überschrift wie „Krieg auf dem Acker“.
Das ist halt der Schreibstil und die Wirtschaftskompetenz einer Parteizeitung mehr kann man nicht erwarten.
umfragebasierte Politik basiert auf gefälschten Umfragen 🙂
Die Idee mit dem reduzierten Dünger-Kauf finde ich gut – aber es müssten halt SEHR viele Bauern mitmachen…
Da stellt sich zunächst einmal die Frage, wie viel vom normalen Ertrag über die übliche mineralische Düngung erreicht wird. Je besser der Boden, umso geringer fällt die Ertragsreduzierung vorübergehend aus. Auf den Grenzertragsstandorten würde sich, bei Halbierung der m. Düngung, gar kein Anbau mehr lohnen. Es würde sich also auch die Anbaufläche reduzieren. Hier würde man sich den Dünger also ganz sparen können. Bei Veredlungsbetrieben würde die Ertragsreduzierung recht gering ausfallen. Eine reduzierte Düngung hätte zunächst einmal eine geringere Qualität des Erntegutes zur Folge. D.h., es würde der Anteil, der angeblich nicht zur Lebensmittelherstellung geeignet ist, relativ zunehmen. Die Veredlung würde gefördert werden. Allerdings muss man bedenken, dass z.B. nur 25% der Weichweizenernte zu Lebensmitteln verarbeitet wird; der Rest ist eh Futter. Das angedachte Gedankenspiel würde die guten Standorte zusätzlich privilegieren und die benachteiligten Standorte ganz aus der Bewirtschaftung drängen. Es würde die sich eh abzeichnende Entwicklung einfach nur beschleunigen.
@all
Wir sehen doch schon heute, wie auf die vorgegebene N-Reduzierung reagiert wird. Ackerbaubetriebe, hier in der Region, pachten billiges Grünland um die für diese Flächen zugedachten N-Düngermengen zusätzlich für ihr Ackerland verwenden zu können. Der von der Politik angestrebte ökologische Effekt ist somit gleich null.
ich dachte auch die Polotik, bzw. das Amt oder Kammer unterscheidet da zwischen Acker- und Grünland.
So etwas dürfte nucht passieren, wenn man die Sache ernst nehmen möchte.
@I
Die plötzliche Nachfrage nach günstigem Grünland und der Vorenthalt der N-Düngung haben sogar einen positiven ökologischen Effekt. Das Grünland wird ausgezehrt und die Betriebe bekommen so die Möglichkeit, aufgrund der sich verändernden Grünlandnarbe, am Blümchenprogramm teilzunehmen. Eine Win-Win-Situation zuungunsten der Betriebe, die auf Grünland angewiesen sind. Wohlgemerkt, das gilt nur für Bundesländer, die keine Wiederkäuerhaltung für eine Grünlandförderung vorschreiben.
Geschichten aus dem Paulaner Garten
„Und jetzt meine Frage: was wäre eigentlich, wenn wir Landwirte für die nächste Anbausaison einfach nur die Hälfte des üblichen Mineraldüngers kaufen und einsetzen würden. Ist das vorstellbar? Ja, das würde bedeuten, …..“
Das ist wohl eher eine rhetorische Frage oder?
Dann müssen demnächst also jeder Einzelbetrieb, alle nationalen und auch EU-weiten Betriebe sich individuell – iterativ einem Ziel annähern, welches noch nicht einmal sicher sein kann, dass es erreicht werden kann? Dann kann ich doch lieber gleich ins Bürgergeld gehen, das ist sicher….und die Lebensmittel liegen dennoch im Regal, weil die Welt uns versorgen wird. Wir schaffen das!😎✊
moin der Minister hat wohl vergessen, dass er in Deutschland alle Landwirte vertrieben muss! es sieht mehr danach aus als wolle er die Landwirtschaft in einer Krüger Landwirtschaft auf dem Ackerbau umwandeln! die Tierhaltung ist der ja auch wahrscheinlich schon dabei gedanklich abzuschaffen. ich habe keine Ahnung wer diesen Kerl berät? viel Ahnung hat er wohl nicht. schönen Tag