Bauer Willi
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Rekord!

“Die deutsche Sojabohnenernte liegt auf Rekordniveau”. So titelt ein landwirtschaftliches Wochenblatt. “Gegenüber 2018 rund 60% mehr.”

https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/deutsche-sojaernte-2020-rekordniveau-563041

Klingt gut. Tatsächlich wurden in diesem Jahr 94.100 t Sojabohnen in Deutschland geerntet. Zum Vergleich: Die Erntemenge von Winterraps liegt bei 3 bis 4 Mio. Tonnen!

Der Anbaufläche von 32.900 ha in Deutschland stehen 68.414 ha in Österreich gegenüber Und Österreich hat nur rund 2,7 Mio ha landw. Nutzfläche, Deutschland 16,7 Mio ha. Zumindest beim Soja ist uns also Österreich überlegen. (Beim Fußball ist es ja anders… 🙂 )

Bei aller verständlichen Euphorie über den Zuwachs an Soja in Deutschland ist doch eine nüchtere Betrachtung angebracht. Es ist noch sehr viel Luft nach oben!

Wer wissen will, welches Land wieviel Soja anbaut:

https://www.atlasbig.com/de-de/weltweit-sojabohne-produktion

Nicht erschrecken: Nur USA und Brasilien zusammen über 200.000.000 t

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92 Kommentare

  1. Ich bin zwar Verfasser des kritisierten Artikels, kann aber den Standpunkt der Kritik voll nachvollziehen. Wir bewegen uns hier zwar nicht im direkten Peanuts-Bereich, dennoch ist die deutsche Gesamtproduktionsmenge an Soja im weltweiten Vergleich verschwindend gering. Und natürlich trägt Raps vielmehr zur deutschen Eiweißstrategie bei und es wäre mir lieb, wenn das so bliebe, denn aus ackerbaulicher Sicht ist Raps überlegen – eine nahezu ganzjährige Bodenbedeckung (prima Erosionsschutz), er passt hervorragend in die Fruchtfolge, hinterlässt eine gute Bodenstruktur und hat einen hohen Vorfruchtwert. Leider wird hier aber ein Problem auf uns zukommen und ich rede jetzt nicht von einer fehlenden wirksamen Beize sondern vom Auslaufen der Beimischung zu Dieselkraftstoff. Die EU lässt dieses Konzept auslaufen. Damit geht ein wichtiges Standbein für die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus verloren und es ist zu befürchten, dass das Angebot des Koppelprodukts zum Öl, der Rapsextgraktionsschrot, sinkt. Dann wäre es gut, eine Alternative zu haben. Prinzipiell wäre natürlich auch ein Import nach dem Prinzip der “Boden zum besten Wirt” möglich – also von Standorten, wo die Pflanze hinpasst. Aber da kommen wir dann zum einen wieder in das Dauerfeuer der NGOs. Zum anderen, dass in Übersee vor allem Gentechnik-Soja angebaut wird und die abnehmende Hand, wie etwa Molkereien, Produktionsformen fordern bei denen “gentechnikfreie” Futtermittel eingesetzt werden.

    • Bauer Willi sagt

      Ich habe nicht den Artikel kritisiert, wollte aber mit dem etwas ketzerischen Titel nur etwas relativieren.

      Als Landwirt muss ich dem Bürger auch mitteilen, warum manche seiner Wünsche nicht so eben mal erfüllt werden können.

      • ja, da sind wir natürlich bei einem anderen Thema. In jeder Schulung zum Onlinepublizieren wurde mit erzählt, wie kurz die Zeiträume sind, um einen Leser in den Artikel reinzubekommen. Und die Zeiten werden immer kürzer. Aktuell zwei Sekunden für die Startseite auf der Homepage. Auf Twitter gelten Meldungen nach 15 Minuten schon wieder als vergessen. Dann kann ich das Gegenteil vom vorher gesagten behaupten. Damit haben es einige Leute weit gebracht.

  2. Ferkelhebamme sagt

    Bei Dauerregen kommt man auf unsere schwere Böden nicht mehr rauf, bzw. wieder runter.
    Vor einigen Jahren ist stellenweise sogar der Mais stehen geblieben.

  3. brouss sagt

    Gibt es Studien wie Regenwürmer Soja vertragen? Soja führt zu Wassereinlagerungen im Gewebe und enthält Phyto-Östrogene.

    Ich habe den Verdacht, dass die nachlassende Spermienanzahl und -qualität bei den Männern mit der Sojakultur zusammenhängen könnte.

  4. Jochen Böhrer sagt

    Ich bin bestimmt kein Globalisierungsfan, aber ganz ohne Welthandel geht es nicht. Es ist Irrsinn, Getreide, Zucker oder Fleisch aus anderen Ländern zu holen, wenn diese Produkte bei uns auch gut erzeugt werdne können. Aber ist es bei Soja auch so? Ich baue mittlerweile seit 7 Jahren diese Frucht an. Nicht aus Überzeugung, sondern schlicht und einfach, weil ich im Baden Württemberger FAKT-Programm nur Geld für eine 5-feldrige Fruchtfolge bekomme, wenn ich 10% Eiweißpflanzen anbaue. Und da ist nun mal für einen Marktfruchtbetrieb Soja eine der lukrativsten Möglichkeiten. Jedes Hektar Soja bringt das Fruchtfolgegeld für bis zu 9 weitere Hektare mit anderen Kulturen und somit bis zu 700 Euro. Ohne diese Geld könnte man es finanziell vergessen. Die Preise sind mittlerweile schon am Abbröckeln. Mit 24,7 dt/ha hatte ich dieses jahr für die Gegend durchschnittlichen Ertrag. Mehr als bescheiden. Wohl liegen auch mal über 40dt drin, aber der Schnitt über viele Jahre ist kaum über 30. Die Ertragsschwankungen sind gewaltig. Bei 30 dt erntet man 1050 kg Eiweiß vom Hektar. Das erntet man auch mit 80dt Weizen mit 13% Protein. Bei der ganzen Diskussion wird der wichtigste Aspekt immer vergessen: DAS SOJA WIRD NICHT ZUSÄTZLICH ANGEBAUT! Nein! Es verdrängt andere in der Regel ertragreichere Kulturen von der Fläche und steigert somit den Importbedarf von Lebens- oder Futtermitteln.

    • Reinhard Seevers sagt

      Neeee Jochen, die Rechnung geht anders…..wenn jeder nur die Hälfte Fleisch isst und das doppelte an Brot, dann ist genug Eiweiß vorhanden….
      Der Chicken-Nugget – Esser soll lieber Weißbrot mit Erdbeermarmelade essen!☝
      Umerziehung kann so einfach sein, wenn man sich erziehen lassen würde….wie titelt das Buch von Frau Gruber: Erlöse uns von den Blöden!

      • bauerhans sagt

        “Der Chicken-Nugget – Esser soll lieber Weißbrot mit Erdbeermarmelade essen!”

        nöö,die wollen nur ihr Nutellabrot dazu!

        • Stadtmensch sagt

          Nutella? Knäckebrot mit dick Quark und obendrauf Marmelade (so viel dass sie gerade so nicht runter tropft).

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Nutella?

          Da lege ich mir lieber eine Scheibe von einen toten Schwein mit Rindbestandteilen auf das Brot.😜

          • Ja, das sättigt mehr und gibt nicht erst Kraft nach 7 Jahren. Der viele
            Zucker von Marmelade und dem Nutella macht noch hungriger und das Weissbrot (alles leere Kalorien) gegenüber Vollkornbrot auch, da sind wenigstens noch zusätzlich gesunde Sonnenblumen- und Leinsamen drin.

            • Thomas Apfel sagt

              Inga,
              es gibt keine “leeren Kalorien”, es gibt langsamer und schneller umsetzbare Nahrungsmittel. Du als Bäuerin solltest doch wissen, dass nach harter Arbeit oft eine gewisse Unterzuckerung zu schlechter Laune führt. Ein schönes Weißbrot mit Marmelade, Honig oder auch Rübenkraut hellt die Stimmung ganz schnell wieder auf. Und wer genug körperlich arbeitet oder Sport treibt, kann auch essen was er will, entscheidend ist die Balance zwischen Zufuhr und Verbrauch und nicht die besch… Einteilung in “gute” und “böse” Lebensmittel.

              • Reinhard Seevers sagt

                Naja, wenn man seinen Bedarf mit Eisbergsalat decken möchte, muss man schon gaaaaanz viel Salat essen um z.B. 2000kcal zu sich zu nehmen…Eisbergsalat hat 14cal/100g…..👍
                Kommt “leer” schon ganz nahe finde ich.

                • Karl Timme sagt

                  Herr Seevers,
                  vielleicht liegt in der Gefriertruhe noch tiefgefrorener Spargel aus der letzten Saison.
                  Er spielt in der gleeichen Liga, 85 kcal je 500 gr.
                  andere Qellen sprechen von 16 kcal/100gr, ein Kcal/100grmehr als Eisbergsalat. Die Günkohl
                  Ernte beginnt in kürze und damit auch die Saison, laß die Wurst weg und dann sind es nur 37 kca/100gr

                • Reinhard Seevers sagt

                  Die Daten zum Eisbergsalat sind divers. von 14cal (nicht kcal) über 7kcal bis 13kcal ist alles vertreten….
                  Bei 14cal (Kalorien) wäre es 14,5 to für 2000kcal Bedarf. 😁

                • Aber Sesselfur…. müssen das, Reinhard,
                  Ich weiss ja nicht, ob die wirklich 2000kcal vertragen können.

                  Vielleicht verbrauchen die nur 1500 kcal.

                  😉

              • Aber Herr Äpfel,
                ich in doch erst nach dem Krieg geboren, wo habe ich mal hart gearbeitet?
                Hast du schon mal was von einem Einmannbetrieb gehört?
                Als ich gross war, waren alle Maschinen da. Und die Rüben einkeimig, na paar habe ich als Kind noch vereinzelt.

                Zucker und Weissbrot sind leere Kalorien, (die brauchte man früher bei der schweren Arbeit und Fett wie Schmalz auch, deswegen hatten die Schweine noch 7cm Speck auf den Rippen und waren gefragt, heutzutage unverkaufbar) wertvolle Kalorien sind in Schwarzbrot, wo ein paar wertvolle Ölsaaten und Weizenvollkorn mit Weizenkeim- und andere wertvolle Öle und Vitamine drin ist.
                Vielleicht ist Brot aus Roggenmehl auch nicht so schnell durch den Körper, so dass man nicht so schnell wieder Hunger bekommt.

                Das ist bei jeder körperlichen Arbeit wichtig.

      • Aber mit Weißbrot und Erdbeermarmelade bekommt man die guten Aminosäuren und auch gesunden Fette des Frisches nicht.

        Dann eben Insekten in die Erdbeermarmelade kochen oder Sojaschrot ins Weissbrot backen
        😉

    • Stadtmensch sagt

      Warum gehen nicht normale Bohnen als “Eiweiß-Alibipflanze”? Da ist der Ertrag wohl 7 Mal höher als bei Soja (zumindest nach dem Abenteuer-Ernte Film, der hier vor ein paar Tagen diskutiert wurde). Ach Mist – vergessen: dafür gibt es keinen Markt hier bei den Chicken-Nuggets-Zombies…

      Lässt sich der phytosanitäre Effekt eines FAKT-Programms irgendwie in Euro ausdrücken oder werden solche Programme als Bevormundung empfunden?

      • Ferkelhebamme sagt

        Stadtmensch, Eiweißträger ist nicht gleich Eiweißträger, das hat Brötchen auch schon mehrfach erklärt. Soja ist viel besser verdaulich (hau dir doch mal ne Dose Bohnen weg, dann kannst du es nachvollziehen) und hat eine bessere Aminosäuren-Struktur, außerdem enthält es Lysin, was für unsere Zuchtsauen immens wichtig ist. Der Anbau von eigenem Soja ist möglich, da der höhere Aufwand (thermische Aufbereitung) und das hohe Risiko eines Ernteausfalls (Klima, Tauben) nicht entsprechend entlohnt wird, ist der Zukauf von Importsoja wirtschaftlicher.
        Ackerbohne geht bei Mastschweinen, rechnet sich bei uns aber auch nur über die vielfältige Fruchtfolge (s. bauerhans)
        Fazit: wir könnten heimisches Eiweiß, es müßte aber an der Fleischtheke entsprechend entlohnt werden

    • Phillip Brändle sagt

      Die Betrachtung von Proteinmengen reicht nicht, man muss sich die Zusammensetzung der Aminossäuren ansehen – hier ist Soja in der Fütterung von Monogastern nicht zu Schlagen. Und: als Leguminose hat Soja gegenüber Weizen einen gewaltigen Vorteil im Nährstoffkreislauf.

    • Oder das hier bei uns gewachsene Soja
      wird für Nahrungsmittel für die Veganer genommen.

      Jetzt müßte man noch Saatgut ohne Genmanipulation bekommen und dann kann man ein Sojapropramm durch weiter züchten starten und anbauen , dass dann auch für die Tiermast reichen könnte.

      Die Tierprodukte werden dann gesondert ausgezeichnet und extrateuer.

      Ähnlich wie die Bioschokolade mit Biozucker!

      Warum wird das gefördert?
      um mehr Soja hier zu haben oder um den Vorteil der Leguminosen im Boden zu fördern?

      Oder um unabhängig von den Amerika zu sein?
      Um z.b, Zuckerrüben zu verdrängen und sie auf dem Weltmarkt zu kaufen?
      Welche Industrie wird damit gefördert?

      Ja wenn:

      “Die EU verfolgt einen anderen Ansatz, der sich mehr auf „Politikwissenschaft“ als auf nachgewiesene Agrarwissenschaft stützt”.

      dann ist ja alles klar!

  5. firedragon sagt

    Brötchen, keine Ahnung wie viele Stunden Dein Tag hat, meiner verfügt nur über 24.
    Bio sind wir nicht, umstellen, daran denken wir bisher nicht und einen Biobetrieb “nebenbei” aufziehen, ne nicht wirklich.
    Der Gedanke mit Regional GVO frei ist gut, in unserer Region schwer aufbaubar und mit Partnern arbeiten wir in anderen Bereichen gut zusammen.
    Mit meiner Frage an bauerhans, wollte ich drauf aufmerksam machen, dass Betriebe nicht einfach auf Förderprogramme drauf springen sollten, sondern tatsächlich gucken, ist das was für einen und nicht mit dem Optimalen rechnen.

        • Brötchen sagt

          Mein Name ist doch Klasse 😉

          Drachen aber auch und Feuer noch dazu…..

          @ Drachen

          Ich hatte das als belanglose Gedankenspiele verstanden und nicht als Handlungsanweisung.

          Es wäre ja z.b. ein Option, wenn aufgrund des Pflanzenschutzeinschränkungen bei bestimmten Kulturen schwer noch was geht, dann wäre Soja eventuell, nur im Notfall, wenn es unbedingt sein muss und wenn der Tag verlängert werden würde und Omi nicht mit dem Geld weiß wohin, eine Option ;).

  6. Bauherr sagt

    Moin, „Rekord“ …???
    Habe gestern den BR Film „Ernten auf russischen Feldern“.
    Dort gibt es Bauern die 1 Mio. Hektar bewirtschaften. Somit würden für Deutschland 17 Bauern reichen…
    Land kostet dort 500 bis 1000€ (nicht Pacht sondern Kauf)
    Bauern zahlen keine Steuern…,

    Ich glaube, wir sind erledigt und der Grund warum wir nicht ernst genommen werden liegt auch hier….
    3,3 Milliarden pumpt Putin in die Schweinehaltung …

    Mahlzeit!

    • Thomas Apfel sagt

      Russland dürfte bei fast allen Landwirtschaftssparten das Potential zur Verdopplung der Produktion haben. Der EU Boykott hat der Entwicklung richtig Schwung verpasst. Das was Russland aber Probleme macht, ist die Unzufriedenheit die aus den steigenden Lebenshaltungskosten resultiert. Bislang waren die westeuropäischen Waren sozusagen die Premium-Schiene und die einheimischen Erzeugnisse nicht so angesehen, aber deutlich billiger. Jetzt, sagen die Russen, steht “unser Zeugs” im Regal, genauso teuer wie vorher die West-Ware und die Preise der Niedrigpreisschiene steigen deutlich schneller als die Einkommen.

      • Dann sind deren Kaufleute vom LEH auch so geschäftstüchtig wie unserer?

        Oder sind ALDI und Co. schon da?

      • Die kann man doch Lebenswert machen, oder?

        Leben die dt. Farmer in Afrika (Namibia, z.B.) auch in der Pampa?

        Es geht mir ja um den chinesischen Einfluß in der Politik.

        Deswegen kaufen die doch weltweit, auch in Afrika!

  7. Bauer Fritz sagt

    Das mit dem Fußball ist aber wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis wir da auch besser sind …..:)

  8. Christian Bothe sagt

    Habe das in meiner aktiven Zeit begleitet.Tolle Sache und dann noch non-GVO. Thüringen hat ja mit dem Landgut Buttelstedt eine Vorreiterstelle hier.Dazu noch die TLL Jena und der Sojaring Deutschland.Sicher ausbaufähig aber eine gute Ergänzung zum Soja aus Übersee.Entscheidend sind die ha-Erträge am Standort und das sich die Bohne für den Betrieb rechnet man Aufbereitungskapazitäten vor Ort da sind.Hatte 2016 einen Betrieb in SA,der 30dt/ha bei 100ha Anbaufläche geerntet hat.Bohnen wurden getoastet und dann an meinen Kraftfutterbetrieb verkauft.Leider gingen die Erträge und LN in den letzten Jahren(Trockenheit)rückwärts.Aber man kann ja Soja aus Übersee und Donausoja kontrahieren,was für die Tierproduktion wichtig ist.Vom Futterwert(AS) geht‘s nichts über Soja und mit hiesigen Eiweisspflanzen allein ist niemals eine effektive Tierproduktion zu machen!

    • Brötchen sagt

      ” für den Betrieb rechnet man Aufbereitungskapazitäten vor Ort da sind”

      Christan, das Toasten ist auch nicht ganz ohne, weil Soja hat recht hohe Anteile der antinutriven Substanzen. Du bräuchtest dafür Messwerte als Qualitätssicherung. Meines Erachtens gibt es die nicht so, bzw, bei uns die Labore können das nicht bzw. hatten nie damit zu tun. Wenn das zu heiß getoastet wird, dann ist die Eiweißqualität schlechter.

      Bei den geringen Mengen lohnt sich das nicht so richtig, zumal Du das ja nur kurze Zeit brauchst.

      Du brauchst entsprechende Durchsätze der Toastanlage, wenn Du entsprechende Mengen hast.

      Die mobilen Kleinanlagen, die es schon gibt, sind wieder zu klein und zu teuer, wenn Du die nur im Betrieb einsetzen willst.

      Besser wäre ein Profi, der sich damit auskennt……..das beißt sich wieder, weil die Mengen zu gering sind und der Transport zu teuer ist.

      • Bauer Willi sagt

        Im Bereich “meiner Genossenschaft” (Gesamterfassungsmenge 200.000 t) hat sich der Anbau von Sojabohnen verdreifacht.: von 30 ha auf 90 ha. Wenn man das mit 3 t/ha multipliziert, weiß man, wie groß das Silo sein muss…

        • Brötchen sagt

          Ja Willi, ich hatte in einem Betrieb zu tun, das lohnt sich irgendwann erst bei bestimmten Mengen.

          Die verfügbaren Anlagen haben wieder zu wenig Durchsatz, zumal da einer daneben stehen muss. Brandgefahr ist auch nicht ganz ohne, wenn es eine Störung gibt.

          Alles lösbar, aber eben auch nicht ganz trivial.

          • Reinhard Seevers sagt

            Einfach kann jeder….deshalb werden u.a. Betriebe auch größer und kompetenter, technologischer und Kapitalintensiver……Wissen allein reicht nicht, dahinter muss auch Mut und Zuversicht stecken.
            Es gibt für alles Vorreiter und Vordenker. Ist wie immer:
            Zuerst wird gesagt: Das klappt nie, ist Unsinn, dann folgt: Könnte gehen, aber dies und das muss man berücksichtigen und die letzte Stufe ist dann: hab ich doch immer gesagt, dass das funktioniert…..😊

            • Brötchen sagt

              Reinhard ich wollte nur etwas Hintergrundwissen für Aussenstehende geben.
              Weil in den Medien und auch unter Kollegen gibt es da vorgefasste Meinungen.

              Ich sehe für Soja in D. eine große Zukunft in gewissen Gebieten vor allem wenn Beregnung geht.
              Für die Milchkühe, kannst Du die Bohnen irgendwie da durchjagen, das ist für die nicht kritisch, für Geflügel sieht das schon anders aus.

              Für Rinder den Aufwand zu treiben finde ich aber schon etwas schräg, weil wenn einer kein Soja braucht dann die.

              • Reinhard Seevers sagt

                Naja, ist schon was für Leute, die im Höchstleistungsegment unterwegs sind und über CO2- Neutralität und regionale Eiweißversorgung und so weiter nachdenken. Fütterung unter Zuhilfenahme eines Fachtierarztes und Fütterungsmanagers inkl. Hoflabor für Futter und Milch!

                • Brötchen sagt

                  Na dann viel Erfolg!

                  Hängt auch immer von den Leuten ab, was die gerne machen oder machen wollen. Sollte man ja mit einem gewissen Enthusiasmus machen.

                  Z.B. wenn man plötzlich Futtermischspezialist und Futterkomponentenqualitätssicherer wird, aber vielleicht noch Baustellen im Betrieb hat, die vielleicht wichtiger wären.

      • Christian Bothe sagt

        @Brötchen.Keine Gefahr!Wurde von einem zertifizierten Großbetrieb in der Region getoastet und als Eiweißkomponente in meinem Kraftfutterbetrieb mit Futtermittelattest eingesetzt.

        • Christian Bothe sagt

          Übrigens,ich bin jährlich in Wisconsin, leider diese Jahr nicht…Dort wird viel Soja angebaut und ich mich schon immer gefragt habe,warum man das nicht hier weiter verfolgt,da die klimatischen Bedingungen unseren ähneln! Selbst die DDR hat in der Akademie in Jena damit aus Devisengründen experimentiert.Übrigens ist für mich es uninteressant ob non-GVO oder GVO, außer Preis!!!

    • Karl Timme sagt

      Die Erbse und die Ackerbohne sehe ich nicht als Alternative zur Sojabohne, dazu ist Ihr Eiweißgehalt zu gering. Hier bietet sich die Lupine an,
      die einen Erntezeitpunkt um die Getreideernte hat. Der Eiweißgehalt und auch die Wertigkeit kommen der, der Sojabohne am nächsten und zwar ohne zu toasten. Wissenswertes hierzu gibt es im Netz:
      http://lupinen-netzwerk.de/
      Projektkoordination
      Dr. Annett Gefrom
      Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V

      5 Jahre hat dieses Netzwerk Bestand gehabt, ich war Mitglied als Datenerfassungsbetrieb aufgrund einer 10- Jährigen Anbauerfahrung. Im Nachbarort war mein Berufskollege etwa genau solange im Sojaanbau tätig, betreut von der LWK (Kreikenboom) der Anfangs auch im Lupinen Netzwerk tätig war, sodass dieser Betrieb “Leuchtturmbetrieb” wurde. Beide sind wir Konventionelle Betriebe. Meine Lupinen wurden ausschließlich zur Verwertung in der Rindviehfütterung angebaut.
      Problem beim Lupinenanbau, es gibt keine zugelassene Herbizide in der Vegetationszeit, lediglich im Vorauflauf. Das Saatgut muß wie beim Soja geimpft werden. Es erfolgt lediglich eine PK Düngung (60-100) nach der Ernte ist eine Winterung oder Zwischenfrucht ratsam um den überschüssigen Stickstoff zu binden.

  9. bauerhans sagt

    soja wird unweit von mir im Münsterland angebaut.
    tauben lieben soja!!
    mir wurde dringend davon abgeraten,3ha an einer waldhecke zu drillen.
    im oktober zu dreschen ist nicht jedermanns sache!!
    erbsen waren bei mir dieses jahr auch sehr gut.

    • Warum sind Tauben in der Waldhecke?

      Ich habe mal gehört, dass Gebiete als gute Erbsenstandort nicht unbedingt für Sojastandorte geeignet sind.
      Ist da was dran?

      • bauerhans sagt

        tauben lieben waldhecken!
        ich hatte dieses jahr grosse probleme mit denen in meinen erbsen und musste eine ausnahmegenehmigung bei der jagdbehörde beantragen.
        wo erbsen wachsen,gehen auch sojabohnen,aber die sind noch schmackhafter für tauben.

  10. Majerus sagt

    Auch in Brasilien und USA wird fast das gesamte Soja zur Ernährung der Menschen angebaut: Gewinnung von Sojaöl ist das Hauptziel des Anbaues. Erst das Abfallprodukt wird zur Viehfütterung verwendet: das Sojaextraktionsschrot. Ohne den Aufschluß des Sojaeiweißes bei der Ölgewinnung, bzw. Toastung ist die Sojabohne für z.b. Schweine gar nicht verdaubar. Es käme aus dem Schwein hinten fast genauso raus wie es vorne gefressen wurde. Auch vegane Sojaprodukte werden erst durch viel Technik und noch mehr Chemie für den menschlichen Verzehr geeignet gemacht.

    • Rudolf Majerus sagt

      Sollte eigentlich eine Antwort auf Pauls Beitrag weiter unten sein.
      @ Rainer Seevers
      Leider ist der Anbau in Deutschland nur in wenigen Regionen möglich und sinnvoll durch den Wärmebedarf der Sojabohne

      • Reinhard Seevers sagt

        Das wird durch Züchtung schon noch anders werden…..bei Mais hieß es auch Jahrzehnte lang : geht hier nicht, Klima passt nicht. Und heute schimpfen alle über Vermaisung.

        • Brötchen sagt

          Reinhard die Sorten sind wohl schon recht gut und Du hast reichlich Auswahl.

          Die Nutzung der Sojabohne kommt ursprünglich direkt aus D. und ist dann nach den USA gegangen.

          Ursprung ist so 1920 in Halle gewesen.

          • Ist sie denn da auch weiter angebaut und gezüchtet worden?

            Was haben denn dort die Tiere in der DDR-Zeit für eine Eiweisskomponente bekommen?

        • Das hat aber einen anderen Zusammenhang.
          Der meiste Mais geht wohl in die Energiegewinnung um CO2 zu sparen.

          Er passt vielleicht nicht aus unsere Böden, weil er zu flache Wurzeln hat ud den Boden bei Regen nicht festhalten kann.

          An unsere Ökologie wird er sich in den 60 Jahren wohl schon gewöhnt haben, oder sie an ihn.

        • Edakteur sagt

          @Seevers:
          wir haben 1963 schon Inra-Mais angebaut (ohne D-Zulassung, aus Frankreich geholt)…Redet heute keiner mehr drüber…

    • Brötchen sagt

      “Aufschluß des Sojaeiweißes”

      Das ist nicht ganz korrekt, es geht um die Inaktivierung der sogenannten Protease Inhibitoren. Diese hemmen die Eiweißverdauungsenzyme. Die Aminosäuren im Soja müssen nicht aufgeschlossen werden.

      Nur mal Zahlenvergleiche.

      In Sojabohnen liegt die Menge bei 29 Einheiten pro mg, bei Gartenbohnen bei 9 Einheiten pro mg, bei Ackerbohnen bei 1,5 und bei Erbsen bei 1.

      Soja enthält außerdem recht viel Lysin!

    • Die Kartoffl ist für Schweine auch nur im Abgekochten Zustand geniessbar.
      Wenn das Abgesonderte vom Sojaöl, eigentlich das Abfallprodukt der Sojaölgewinnung für unser Schweinefutter verwendet wird,
      Wird dann ein ha
      Regenwald wegen diesem Abfallprodukt mehr abgeholst?

      MÜSSEN wir dann noch eswegen schlechtes Gewissen haben, Majerus?

      • Rudolf Majerus sagt

        Also die Anbausteigerung für Soja als Viehfutter ist sehr gering, da ÖL nur in etwas größeren Mengen meines Wissens nach in der Hennenhaltung eingesetzt, in anderen Viehzuchtbereichen eher in “hömeopatischen” Dosen zur Staubminderung bei der Futterproduktion. Die größten Mengen des Öls werden in der Nahrungsmittelindustrie ( Margarine als Beispiel ) und in sonstigen Industrieproduktion ( Kosmetik z.B. ) eingesetzt. Also hat der Verbrauch als Eiweißfuttermittel nur zweitrangig einen Einfluß auf den Anbau. Wertbestimmend ist die Ölproduktion, deshalb hing zu meiner Viehhaltungszeit der Preis für Sojaextraktionsschrot immer auch mit der Ölproduktion der deutschen Ölmühlen zusammen. Dasselbe galt auch für die Alternative Rapskuchen ( Abfall der Rapsölproduktion ). Die Haupttriebfeder beim Ausbau des Sojaanbaus in Südamerika ist mit Sicherheit die Attraktivität des Sojaöls.
        Die große Alternative / Konkurrenz zu Sojaöl ist Palmöl. Das ist ökologisch auch nicht ganz einfach.

        • Brötchen sagt

          Stimmt nicht 2 bis 3% sind im Schweinefutter drin, liefert auch einiges an Energie sind nur 30MJ pro kg….wenn es nicht ins Fett gehen würde, könnte man auch mehr reinmachen.

  11. Aver in Deutschland wird, nach vielen offiziellen Aussagen, diese Soja-ernte nur für den Menschen (in Form von veganen Soja-Produkten) zur Verfügung gestellt, wärend in USA und Brasilien die Soja-ernte für Tierfutter verwendet wird…

    Zudem habe ich mal gehört, dass es in Deutschland nicht sehr einfach ist Soja anzubauen. Es gäbe manchmal Missernten… Was ist an diesen Gerüchten dran?

    • Reinhard Seevers sagt

      Also ich plane gerade eine Soja-Lagerung-Toastung-Mahl und Mischanlage für einen Milchviehbetrieb……die Tendenz zu mehr einheimischen Soja ist da, aber klitzeklein……bei einem Bedarf von 2,87Millionen Tonnen jährlich ist noch Luft nach oben….😎

    • Brötchen sagt

      Paul,

      Soja hat einige Vorteile gegenüber Erbsen und Bohnen ich hatte damit zu tun:

      Soja geht nur bei entsprechender Lage Klima- und
      Sonnenscheindauer (hängt vom Breitengrad ab) bedingt

      Es gibt recht viele Sorten mit entsprechenden Reifegruppen (siehe Sonnenscheindauer)
      Krankheiten sind noch nicht so verbreitet, da wenig Anbau
      Wichtig ist das Wasser zu bestimmten Vegetationsstadien
      Der Boden muss mit Knöllchenbakterien geimpft werden
      Ernte erfolgt sehr tief, man braucht ein Flexschneidwerk

      Da einheimische Sojaprodukte für die Bioszene nachgefragt werden, ist die Nutzung von heimischem Soja für Fütterungszwecke zu teuer!
      Man braucht wie bei allen Früchten einen gewisse Mindestetragshöhe, damit sich das ganze rechnet.

      Der Preis muss sich immer mit den Importpreisen messen.

          • Brötchen sagt

            Drachen wenn Du die Fruchtfolge mit berücksichtigst und die Effekte….Stickstoffanreicherung, Blattfrucht.

            Pflanzenschutzaufwand ist wohl auch gering.

            Soja ist auch so hochwirtschaftlich, weil Du das teure Öl und den teuren Kuchen hast.

            Mindestertrag brauchst Du trotzdem.

            So die 20-25 dt ist wohl der Grenzwert…

            • Brötchen sagt

              Das ist jetzt aus Sicht des Anbauers und Selbstnutzers.

              Wenn ich das als Verfütterer kaufe ist mir das jetzt eher egal, weil ich da Preise vergleiche.

          • bauerhans sagt

            Vielfältige Fruchtfolge heisst: 10% leguminosen und vier weitere früchte zu einem festgelegten anteil an der fläche sind Pflicht,wofür du 125€ pro ha Gesamtfläche zusätzlich bekommst.

            • firedragon sagt

              Jep bauerhans, das Programm kennen wir und mir war klar, dass Du das meinst. Deshalb wollte ich gerne von Dir lesen, was daran hochwirtschaftlich ist.
              Bei einem maximalen ha Ertrag von 30dt und lass es für Konviware 30€ sein, sind das 900€/ha plus die 125€. Jetzt ziehst das Saatgut ab, musst mit der Hackmaschine durch, zweimal, dreimal. Dann biste an den 10% Flächenanteil (für kleine und mittlere Betriebe schon hoch) gebunden und es darf nichts schief gehen. (gut ich hab Stickstoffbindung, will ich nicht ausser Acht lassen)
              Benötigt werden min. 45€. Bei 50€ würden wir von “hochwirtschaftlich” sprechen (unser Betrieb/unsere Region)
              Brötchen, Du hast da in gewisser Weise schon recht. Öl und Kuchen sind wertvoll, aber nur, wenn man es direkt vermarktet und/oder veredelt. Für den Markt zu produzieren ist für uns bisher nichts und dreschen im Oktober wäre nochmals eine Arbeitsbelastung.

              • Brötchen sagt

                Drachen ich hätte eher noch Bio im Auge, wenn dann oder in einem Spezialprogramm “Regional und GVO frei”.

                Jetzt in die Konvischiene rein, bloss weil das “angeblich” Regional ist, würde ich es auch eher nicht machen.

                Vielleicht auch noch mit Blick in die Zukunft, Know how sammeln und kontakte aufbauen.
                Wie gesagt, ich hatte mal damit zu tun, da war ein Betrieb der hat selbst Öl gepresst für Hühnerfutter verkauft und glaube den Kuchen selbst verfüttert.
                Da hast Du die Differenz zwischen 30 € für die ganze Bohne und 33 € was jetzt das Extr. schrot kostet plus der Preis für das Öl und Aufwand toasten und pressen.

                Zeitweise ist Sojaschrot bei 44 €, Bio kostet so ab 75 bis 100 €.

                • “Drachen ich hätte eher noch Bio im Auge, wenn dann oder in einem Spezialprogramm „Regional und GVO frei“.

                  schön, wenn es so ein Programm schon gibt!

              • bauerhans sagt

                “was daran hochwirtschaftlich ist”

                du bekommst die 125 mal x ha nur,wenn du 10% legus anbaust,also musst du auch diese summe den legus zuschlagen,dann ists sogar hochwirtschaftlich,wenn du nix erntest.

              • Paulus sagt

                firedragon, eine naive laienhafte Frage sei mir gestattet.
                Es wurde wiederholt auf Schwierigkeiten beim dreschen im Oktober hingewiesen. Hat das was mit der Witterung (goldener Okt.) oder damit zu tun, dass andere Aktivitäten dringend Vorrang haben. Ich möchte es ja nur gerne verstehen.

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