Ich habe am Freitag einen Brandbrief der Fachgruppe Obstbau und einen Brief der Obstbauern vom Bodensee erhalten, die ich hier gerne weitergeben möchte. Einer der vielen Auslöser ist die katastrophale Preissituation bei Kirschen. Deutschland hat eine sehr gute Kirschenernte, trotzdem importiert der Lebensmitteleinzelhandel Kirschen aus der Türkei. Der Verkaufspreis im Laden (siehe Titelbild) entspricht in etwa den Herstellungskosten in Deutschland (3,50 – 4,00 €/kg), der in diesem Jahr wegen des höheren Mindestlohns und der explodierenden Energiepreisen nochmal gestiegen ist. Übrigens: einzelne Discounter bieten Kirschen auch für 3,30 €/kg an.
Hier der Brandbrief der Fachgruppe Obstbau, der sich an Politik, Handel und Verbraucher richtet:
Was die Fachgruppe Obstbau den Mandatsträgern in der Politik zu sagen hat, ist hier nachzulesen:
Hier der Brief der Obstbauern vom Bodensee, der sich besonders an die Konzernspitzen des Lebensmitteleinzelhandels richtet.
26_07 Offener Brief Konzernspitzen LEH Hilferuf Bauern
Das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V. hat aktuell eine Umfrage zur Zukunft der Betriebe gemacht. Mehr als 50% der Betriebe gibt an, dass ihre Zukunft ungewiss ist oder sie den Betrieb in den nächsten 1-3 Jahren einzustellen gedenken. Damit würde der Selbstversorgungsgrad bei Obst (aktuell nur noch rund 18%) nochmals sinken!!
Wohin steuert Deutschland? Wollen wir demnächst wirklich alles importieren? Gerade bei Lebensmittel halte ich das für eine gefährliche Entwicklung.
Wer übernimmt die Verantwortung?


Wer in diesem bunten Land in die Produktion von Lebensmittel investiert
muss wissen das er nur gefragt ist wenn er bei höchsten Produktionskosten,
schwachsinnigsten Bürokratieauflagen zum niedrigsten Preis liefern kann !
@WK Danke, treffender kann man es in einem Satz nicht ausdrücken.
Warum dann Autos aus China? Warum dann Schweine aus Spanien? Warum dann Rindfleisch aus Südamerika? Warum dann Getreide aus der Ukraine? Die Antwort ist umwerfend einfach denn die Produktion in D. ist zu teuer. Mehr muss gar nicht gesagt werden.
btw: Ein paar aktuelle Daten zur Ernte. Raps 0,9 bis 2,5t/ha. WWeizen 4,9 bis 7,9t/ha. WRoggen 4,6 bis 6,1t/ha. WTriticale 6,1 bis 7,9t/ha. Beim Weizen schmilzt die Fallzahl mit jedem leichten Regenschauer dahin. Das sind Daten aus der konv. Landwirtschaft. Die Ökos hier in der Region ernten mit 4,2 bis 5,8t/ha, bei überwiegend B-Ware, relativ normale WWeizenerträge.
moin die Weltmeisterschaft im Kirschkern weit spucken ist aber deutsch und war in Düren schönen Tag
„Internationale Teilnahmen: Bei der bekannten Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken auf der Annakirmes in Düren traten in der Vergangenheit auch Teilnehmer aus der Türkei an, um den internationalen Charakter des Wettbewerbs zu betonen.“😉
In Witzenhausen
und
Langental
auch.
2026 kommt die Weltmeisterin mit neuem Weltrekord in Düren aus der Kirschregion Witzenhausen
Was der Konsument lernen muss:
Einem großen Agrarkonzern, der in Europa riesige Ländereien zunächst billiger bewirtschaftet, ist es vollkommen egal, wenn in Europa Menschen hungern, so lange er irgendwo sonst auf der Welt mehr Geld bekommt für seine Ware. So geschehen in Argentinien, wo sich die Einheimischen jetzt das Fleisch nicht mehr leisten können, weil durch den Export nach Europa der Preis entsprechend hoch ist. Oder das Beispiel in Mittelamerika, wo sich die Leute den traditionellen Qinoa nicht mehr leisten können, weil europäische Gesundheitsapostel mehr dafür bezahlen.
Aber die meisten europäischen Bauern sind Patrioten. Du kannst einem Direktvermarkter keine größere Freude machen, denn als ortsansässiger Konsument seine Ware loben. So lange er finanziell ein Auskommen hat, wird er einen eventuell betuchteren Nachbarn nicht beneiden, der im Hamsterrad für einen anonymen Markt produziert.
Und nur solche Patrioten setzen sich für Ernährungssicherheit bis zur Erschöpfung ein. Wenn die nicht mehr da sind, word gesamtgesellschaftliches Heulen und Zähneknirschen sein.
Es scheint manchmal unrealistisch zu sein, zu sehen, dass regionales Obst oder Gemüse und Importware nebeneinander im Regal liegen …, aber that‘s it!
Und der Preis macht es dann … es wird günstig gekauft!
Ich bin froh, dass ich meine Kirschen oder Äpfel nicht im Supermarkt kaufen muss, sondern gleich vom Baum pflücken darf. Aber diese Bäume hat nicht jeder, und dann bleibt nur der Supermarkt.
ist denn schon eine Reaktion des ehemaligen Landwirtschaftsminsters und heutigen Ministerpräsident zuständig für die Obstregion Bodensee auf die Situation in seinem Ländle bekannt?
ja, die Situation ist ihm schon lange bekannt nach den Bauerdemos 2023/24 hatten wir ihn und weitere Politiker anderer Parteien auf die Messe Fruchtwelt in Friedrichshafen eingeladen. Der eErnst der Lage wurde deutlich geschildert auch in nichtöffentlichen
Gesprächen, aber leider ist bisher nichts passiert bzw. hat es sich für uns noch mehr verschlimmert. Die jungen Obstbauern tragen damals Warnwesten mit der Auftschrift
LAST GENERATION. Anscheinend ist es politisch und markwirtschaftlich vom LEH
auch so gewollt.
So wie das hier abläuft mit den Importen läuft es doch überall mit nationalen Ungerechtigkeiten. Es fehlen Rahmenbedingungen für die hiesigen Erzeuger. Wein aus Chile usw. , da kann kein deutscher Erzeuger mithalten , genauso wie die Kirschen aus der Türkei. Da wären Zollgebühren angesagt. Man hat ja wirklich , ja man kann es feststellen , daß unsere Politik hier alles Wirtschaftliche vernichten will in diesem Lande. Die merken nichts mehr und mit ihrer Unfähigkeit versucht man sogar Oppositionskräfte von den Wahlen fern zu halten um keine Konkurrenz zu haben und an den Fleischtöpfen zu bleiben. Selbst der Staatsrechtler Rupert Scholz spricht von nicht Verfassungsgemäß ! So kann man eine Demokratie auch abschaffen wenn man 20 – 40% der Wähler aussperrt. Es fällt auch auf . dass man den LEHs hier freien Lauf läst , anstatt diese Monopol zu brechen.
Ja – dazu mal zwei Fragen:
Für Industrieprodukte gibt es ja alles mögliche: Lieferkettengesetz, CO2-Aufschläge beim Import, Konformitätszertifikate etc. Das soll ja (unter anderem) dazu dienen, der restlichen Welt die EU-Bedingungen aufzuzwingen – ähm, die Verbraucher zu schützen bzw. die Welt zu retten.
Offensichtlich gilt das für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel nicht, oder?
Und wie ist es mit Unterschieden innerhalb der EU? (Stichwort Schweine in Spanien vs. Deutschland) War die ursprüngliche Idee nicht, einheitliche Bedingungen zu schaffen??
Sicherlich besteht kein Zusammenhang, aber im Januar kursierten Nachrichten, dass in Berlin und Brandenburg Bäcker die Herstellung und den Verkauf von Kirschkuchen eingestellt hätten. Die Preise für Kirschen seien über 75% gestiegen.
Selbst jetzt kosten Gläser mit Kirschmarmelade ~3,29€ statt den 1,89€ aus dem letzten Jahr. Übrigens, in Polen liegt der Preis bei 5 Złoty =1,20€/Glas. Liegt es wirklich nur an den Personal- und Energiekosten?
In Polen lagen die Verkaufspreise für Kirschen in dieser Saison nie unter 5 €/kg. Ich orientiere mich für die nächste Saison nach Polen in der Direktvermarktung (ich bin nur 5 km von der Grenze weg). Kirschmarmelade wird übrigens aus Sauerkirschen gemacht. Die Preise sind seit Jahren unterirdisch, maschinelle Ernte geht noch halbwegs auf. Bei ALDI und Co. gibst die 1,89 € Marmelade noch. Die Rohware und die Herstellung sind definitiv EU/nicht EU, aber niemals aus oder in Deutschland beheimatet. Ich habe meine Sauerkirschen (damals 7 -jähriger Bestand) vor 10 Jahren wegen desaströser Preise gerodet.
Verarbeitungsobst oder -Gemüse ist in Deutschland weitgehend verschwunden und verschwindet weiter. Fakt ist, Preise halbiert und Kosten verdoppelt ist eine Konstellation die nicht aufgeht. Es dürfte für viele Betriebe zu spät sein. Da wird einiges wegbrechen … die Genossenschaft, der ich vorstehe wahrscheinlich auch. Dann noch das in den Köpfen verankerte Gesülze der NGO´s … da ist die Lust sich das weiter anzutun im Grenzbereich zum Masochismus anzusiedeln.
Vorab folgendes: Natürlich bin ich auch der Meinung, dass man gerade Lebensmittel mit geringer Haltbarkeit aus regionaler Herstellung kaufen sollte – ich würde auch niemals z.B. Kirschen aus der Türkei kaufen, wenn regionale Ware verfügbar ist.
Aber! Warum sollte dem Verbraucher durch „Steuerung“ der Zugang zu billigen Importen verwehrt werden, wenn wir doch alle auch gerne Industriegüter wie Auto, Fernseher, Textilien usw. gerne aus dem günstigen Ausland beziehen?
Meine Damen und Herren, das war und ist einer der „Grundstöcke“ unseres Wohlstandes!!
Leider wird dieser Wohlstand meiner Meinung nach jetzt langsam aber gaaanz sicher an die Wand gefahren, da die deutsche Bürokratie, staatliche Geldverschwendung, unsinnige Gesetze und Vorschriften von ahnungslosen Politikern und Bürokraten usw. jetzt unerbittlich seinen Tribut fordert. Wir hier in Deutschland können durch diese völlig verantwortungslose Politik und Geldverschwendung, durch die dadurch steigenden Steuern und Abgaben niemals mehr im Niedriglohnsektor mit dem Ausland konkurieren!
Stellt euch mal vor, die Lebensmittelpreise würden jetzt um das 3 fache steigen, dann könnte es erste Aufstände geben und das ganze Land destabilisieren. So gesehen halten wir Bauern doch das Land noch stabil! – Wenn wir jetzt auch noch wegfallen, dann gute Nacht Deutschland! Leider wird man das, wie vieles andere auch erst zu spät erkennen. Dann muss ich aber sagen, dann tut Ihr mir auch nicht mehr leid. Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und verabschiede mich für heute.
Unser Land kann sich die vielen kostentreibenden Sonderregeln und -balastungen nicht mehr leisten. Die in frühen Jahrzehnten fast selbstverständlichen Produktivitätssteigerungen können das heute aber nicht mehr auffangen bzw. ausgleichen. Und in anderen Ländern mit geringeren Arbeits- und Organisationskosten werden mittlerweile auch gute Qualitätswaren hergestellt.
Wir werden wohl „kleinere Brötchen backen“ müssen. Nur bis das ganz oben realisiert und gegengesteuert wird, ist schon viel unwiederbringlich weggebrochen.
Gefühlt kam Vieles zu schnell zusammen. Wir konnten eigentlich alles schon vor Jahren kommen sehen, haben es aber ignoriert…..wir alle, als Gesellschaft. Wir haben uns selbst belogen oder uns eingeredet, dass es so schlimm nicht werden würde. So wie derjenige, der aus dem Hochhaus stürzt und auf der Hälfte der Fallhöhe zu sich sagt: noch ist ja Nichts passiert.
Hallo Tom, ich bin selbst Kirschproduzent. Das Problem liegt darin, dass die Kette einen desaströsen Preis vorgibt, und verschiedene Herkünfte bewerben sich um die Lieferung in der entsprechenden Kalenderwoche. Es wird hierbei kein Unterschied gemacht in der Herkunft. Wenn Griechenland bei 3,15€ je Kilo zusagt, kann kein Händler auch zu dem Preis liefern oder wir verkaufen eine Woche keine Kirschen (auch eine schlechte Idee).
Die Türkei ist nicht-EU-Land und hat eine inflationäre Währung, d.h. weder der Standart noch der Währungsraum ist der gleiche. Außerdem werden hochpreisige Kirschen in andere Regionen verkauft und in Deutschland „der Rest entsorgt“, anders als bei uns, wo alle Qualitäten untergebracht werden sollen zu passenden Preisen, es für hochwertigere Kirschen aber kein Programm gibt. Uns wäre sehr geholfen, wenn DEUTSCHE Kirschen parallel zu einem passenden Preis angeboten werden würden uns der Kunde entscheiden kann, welche Ware für ihn passend ist. Im jetzigen System türmen sich bei und Erzeugern die Berge im Kühlraum und in Laden liegt eine andere Herkunft. Also, wir stellen uns gerne dem Wettbewerb, aber nicht so unfair, wie es momentan abläuft. Gruß
Dazu kommt, dass in den Jahresverhandlungen beim Zentraleinkauf der Ketten die Warenverfügbarkeit und Lieferstabilität eine immer größere Rolle spielt. Diese wird eher bei großen und größten, weltweiten Playern gesehen. Der europäische oder südamerikanische Kleinbauer – natürlich mit Strohhut, der als Kundenstopper im Gang positioniert wird, ist da nur das Feigenblatt, dass die großen Geschäfte im „glänzenden und nachhaltigen Licht“ leuchten lassen soll. Diese Gespräche finden für deutsche Erzeuger meist schon im Winter statt und sind nicht vergnügungssteuerpflichtig. Heraus kommt dabei immer mehr, dass wir austauschbar bleiben sollen.
Wir können als Exportland nicht dazu aufrufen, ausschliesslich regionale Ware zu kaufen.
Ina: Das nicht! Aber das was ausreichend da ist( wie eben Kirschen) brauchte man nicht zu importieren…So einfach geht’s…Und so etwas kann man steuern!
richtig
Inga: Genauso sehe ich das auch! Da muss der Staat eingreifen, um die hiesige LW zu schützen ! Ein Trump hätte schon wie im non food Bereich seinen Zollhammer herausgeholt, um die LW des Landes zu schützen! Alle nur mit Marktwirtschaft und freiem Handel in einer Demokratie zu begründen, sollte auch Grenzen haben! Wenn ich an die Eierlieferungen der Ukraine denke, sieht man doch was möglich ist( wieso eigentlich?), wenn der Staat oder die EU das will…Aber haben wir überhaupt einen LWMinister????
@CB
Dumm nur, dass der amerikanische Verbraucher für genau diese Zölle erhebliche Preissteigerungen zu zahlen hat. Was soll´s, es ist eben Amerika.
KB: stimmt, bestätigt die Verwandtschaft…Machen das Spiel aber mit. Insbesondere die Spritpreise tun den Amis besonders weh, auch den Farmern…
@Ina
Das macht niemand. Es ist aber geübte Praxis, zur Saison mit importierter Ware Preisdruck auf deutsche Erzeuger auszuüben. „Entweder ihr steigt auf den Preis ein oder ihr werdet ausgelistet“. Alle sind für einen höheren Mindestlohn, der muss auch von den Landwirten gezahlt werden. Gegen Polen, Portugal, Spanien oder Türkei sind wir dann aber nicht mehr wettbewerbsfähig.
Konsequenz: wir machen hier den Laden dicht und holen alles aus dem Ausland. Schweine aus Spanien, Kirschen aus der Türkei und Milch aus Neuseeland.
Vielleicht können wir manche Dinge auch mal bis zu Ende denken…
@BW – Denken tut bei uns Deutschen die Ki und entscheiden das Portemmonaie.
Das sollten wir so akzeptieren! – Wir haben keine Wahl – arbeitsintensive Produktion wird ins Ausland verlagert.
@ Ina
Ihr Bauern jammert immer. Diesen Spruch haben sich alle eingeprägt, als der Bauer – in meinem Fall Winzer und Obstbauer – auf die aktuelle und Zukunft hinwies.
Inzwischen hat sich diese Erkenntnis bestätigt: Kleinwinzer geben auf und pachten lediglich Flächen, die mit einem Vollernter bewirtschaftet werden können. Allmählich wird der Bevölkerung sowie der Gastronomie bewusst, dass die Schönheit der Landschaft beeinträchtigt wird. Wenn der Verbraucher weiterhin ausländische Weine in seinen Einkaufswagen legt, sollte er sich nicht darüber wundern, dass sowohl die Schönheit der Landschaft leidet als auch der Wert seines Eigenheims erheblich sinkt.
nicht nur die Schönheit, sondern auch die Biodiversität.
Ina, das Problem ist, dass man Landwirtschaft nicht behandeln kann wie Auto- oder Textilindustrie. Als die Textilfabriken im Norden Österreichs in den 1990er Jahren zu teuer produzierten, weil die Arbeitskosten zu hoch waren, wanderte der Rohstoff Baumwolle eben nicht nach Österreich, sondern nach Bangladesh, und die fertige Kleidung wurde statt von Österreich aus wesentlich billiger von Bangladesh aus in alle Welt exportiert.
Man kann aber die Börde nicht auf einen Tieflader packen und nach Äthiopien verlagern, weil dort die Arbeitskräfte billiger sind. Um 8 Milliarden Menschen bzw. in Zukunft 10 Milliarden Menschen NACHHALTIG zu ernähren, muss man alle Flächen der Erde nutzen, die nachhaltig nutzbar sind. Sonst gibt es international nicht genügend Lebensmittel, dass die EU überhaupt welche importieren kann.
Aber die Landwirtschaft wird ja hier auch nicht aufhören. Es wird nur so sein, dass Spekulanten die landwirtschaftlichen Böden aufkaufen und als riesige Unternehmen gewinnbringend bewirtschaften. Das heißt, sie verkaufen dorthin, wo man das meiste zahlt. So gehen die Erträge solcher Unternehmen in Südosteuropa jetzt schon in die arabischen Länder, und die Europäer kriegen von denen nichts. Denn Europa ist wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast, und die Zeiten, wo man nur mit Geldscheinen wedeln musste, um ärmeren Ländern alles wegzukaufen, diese Zeiten sind vorbei. Es gibt mitterweile auch andere reiche Weltgegenden. Das heißt, die Lebensmittel werden dadurch nicht billiger, sondern teurer.
Diese Unternehmen ihrerseits werden so kostengünstig wie möglich produzieren, um maximale Gewinne zu machen. Sie werden Arbeitskräfte einsparen und mit KI-gesteuerten Robotern arbeiten, flächendeckend. KI ist extrem energieintensiv, und die Energie muss in Zukunft erneuerbar sein. Das heißt, viel landwirtschaftliche Fläche geht verloren zu Gunsten von PV, Windrädern und vor allem Rechenzentren. In Österreich entsteht gerade ein Rechenzentrum auf 45 Hektar und wird einen Fluss so aufheizen, dass darin nichts mehr leben kann.
Ist das die Welt, von der Sie träumen?
Warum?
Wer beim LEH regional ernst meint, muss zu bestimmten Zeiten die ausländischen Alternativen aus dem Angebot nehmen. Das ist vielleicht schwierig in der Konkurrenzsituation aber unumgänglich angesichts des überwiegenden Kundenverhaltens.
Das die Aussagen des LEHs nur Lippenbekenntnisse sind, sieht man allein daran, dass viele Angebote bei O&G mit vielen (bis zu 5) Herkunftsländern laufen. Und was glaubt ihr, wer dann in Sachen Anlieferungsmengen an letzter Stelle steht?
Ist schon irre…Und da sind die Türken noch nicht einmal Mitglied einer EU…
Schon wieder mein Vergleich zu früher: in der DDR gab‘s eben nur das an Obst und Gemüse was dort gewachsen ist! Allen ist‘s gut bekommen. Südfrüchte waren die Ausnahme!
Bei uns war dich in den 60igern das Exotische modern.
Und wer das ablehnte war Hinterländler .
@CB
In der DDR war der Verbraucherpreis ja oft auch niedriger als der Erzeugerpreis. Das zumindest kann man aus der Äußerung einer gewissen Dame aus der Uckermark schließen. Vielleicht wäre das ein Zukunftsmodell für den LEH?
KB: kann man so nicht verallgemeinern( Sortenbedingt)! Wenn es genügend gab,war das nicht so! Müsste die Merkel eigentlich wissen…
so lief das: (hat KI fein zusammengefasst…😁):
Der Trick: Der „Eier-Kreislauf“Der Staat zahlte privaten Kleinerzeugern beim staatlichen Aufkauf absichtlich mehr Geld für ein Ei, als er später im Laden (Konsum oder Kaufhalle) vom normalen Kunden verlangte. Das Ziel war, die private Tierhaltung anzukurbeln, um Versorgungsengpässe abzufedern.Dadurch entstand folgende Betrugsmasche:Billig kaufen: Bürger gingen in die staatliche Kaufhalle und kauften dort subventionierte Eier für den regulären Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) von beispielsweise 35 bis 45 Pfennig das Stück.Teuer verkaufen: Diese gerade gekauften Laden-Eier deklarierten sie als „eigene Erzeugnisse“ aus privater Haltung. Sie brachten sie zur staatlichen Aufkaufstelle (z. B. der VdgB – Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe).Gewinn einstreichen: Die Aufkaufstelle zahlte privaten Züchtern garantierte Festpreise von oft 60 bis 70 Pfennig pro Ei, um die Produktion zu fördern. Die Differenz wanderte direkt als Reingewinn in die Tasche der Bürger.Wiederholen: Die Aufkaufstelle leitete die Eier wieder an die Kaufhallen weiter, wo sie erneut billig zum Verkauf standen – womit der Kreislauf von vorn beginnen konnte.
Peter: KI?? Sie wissen schon,das die Eier abgestempelt waren, und deshalb schwer zu verkaufen…
Die Qualität der Stempelfarbe war so mangelhaft, dass es weiterhin funktionierte…
😂
https://www.spiegel.de/politik/der-eier-kreislauf-a-0bb2f4ce-0002-0001-0000-000041760114
das Zeug trocknete so langsam, das man auf Salzsäurelösung beim „zeitnahen Umschlag“ verzichten konnte…
Kann ich so bestätigen. Da wir beim Thema Kirschen sind: Ich bin Mitte der 80-ziger (nach der Agrarpreisreform von 1983) von der Abteilung Wirtschaftskriminalität mal als Sachverständiger angefordert worden. Es ging darum, wieviel Ertrag eine (konkrete) Kirschallee bringen kann. Ich hatte den Ertrag mit maximal einer Tonne verortet. „Verkauft“ wurden rund 8 t. Das war „bandenmäßig“ organisiert. Die Kirschen wurden vorne in der Ankaufstelle entladen und nach dem Ankauf an der Hintertür gleich wieder „eingekauft“, verladen und zur nächsten Aufkaufstelle gekarrt. Das Ganze ca. 8 mal. Wenn die Politik Unsinn verzapft, nutzen die Leute die Chance … „hüben“ wie „drüben“
War 1991 im Raum Dresden/Meisen. Ein Bewirtschafter und ehemaliger LPG-Betriebsleiter erklärte uns, dass die Eier von Kleinbetrieben für 30 Pfennig an den Staat verkauft wurden, um anschließend wieder Eier für 30 Pfennig zu kaufen, die wiederum an den Staat für 50 Pfennig verkauft wurden.
Eine clevere Geschäftsidee.
Alles für den Verbraucher.
dass die Eier von Kleinbetrieben für 50 Pfennig an den Staat verkauft wurden
Die spannendsten Frage ist die wovon wir hier die nötigen Importe bezahlen wollen bzw.können ?
Was produzieren wir hier denn letztlich noch wertschöpfendes, für das andere Länder bereit sind, uns ihre Waren zu liefern ?
Unsere Geld-Währung, die ja diese indirekten Tauschhandelsgeschäfte abbildet, wird doch zunehmend wertlos ?
Verantwortung übernimmt keiner. Frage. Wollen wir alles importieren? Antwort Politik und LEH Ja
@TW Ich stimme dir zu, aber letztendes kauft ja schließlich der Verbraucher!
Und der der hat die alleinige Verantwortung dafür – der LEH legt im Regal nur das nach,
was der Verbraucher entnimmt!
@Tom
Ganz so einfach ist es nicht. Wenn der LEH deutsche Kirschen ins Regal legt, kauft der Kunde deutsche Kirschen. Das „Spiel“ ist aber jedes Jahr das Gleiche: man ordert türkische Ware zu kleinem Preis und sagt dem deutschen Produzenten, dass er auf diesen Preis einsteigen muss, wenn er nicht ausgelistet werden will. Und das ist nicht nur bei Kirschen so…
„In Deutschland leben rund 3 Millionen Menschen mit türkischem Migrationsbezug, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen.“ (KI😁) …somit sind türkische Kirschen ein Stück Heimatgefühl und gehören genauso akzeptiert, wie der Islam.
Migranten empfinden Heimatgefühle, wenn sie ihre Einkäufe tätigen, während dies beim deutschen Verbraucher nicht in gleicher Weise verankert ist. Die deutschen Verbraucher finden stets Argumente, weshalb es sich um ausländische Lebensmittel handeln muss, ohne dabei zu berücksichtigen, zu welchen Mindestlöhnen dort gearbeitet werden muss.
Ich sehe keinen Unterschied im Einkaufsverhalten der Migranten zu der unseren. In unser Kleinstadt hatte im letzten Jahr ein türkischer Lebensmittel -Laden aufgemacht. Er hatte sogar ein Frischfleisch – Angebot, Obst und Gemüse aus der Mittelmeerregion usw. Er hat 6 Monate durchgehalten…..die Kunden sind zum REWE nebenan gegangen. Der Preis und der Angebotsumgang waren einfach ausschlaggebend. Ein wenig hatte der Händler wohl auch auf den deutschen Kunden mit Auslandsaffinität des „Besonderen“ gehofft.
In der Nachbarstadt hält sich ein türkischer Laden seit Jahren, ebenso ein Laden, der nur russische und ukrainische Lebensmittel im Sortiment hat.
aber ob die auch dt. Obst und Gemüse
wie die
dt. Herzkirschen https://share.google/wKak6AWWILOUo3fOt
verkaufen?
Kraut, Kohl vielleicht auch,
der ist doch hier auch billig zu haben.
Dann werden die das dich nicht aus der Türkey holen, oder?
das auch,
kommen aber gegen unsere dt. Herzkirschen nicht an.
@BW Das haben wir ja in diesem Forum auch schon zu oft diskutiert. Wir haben Marktwirtschaft – wer Preislich nicht mehr mithalten kann, der fällt halt raus! Ich als Produzent habe mich damit abgefunden denn auch wir Bauern untereinander gönnen uns ja „den hellen Tag“ nicht und unterbieten uns gegenseitig. Da diese Idiotie bestimmt nicht aufhört, wird das „Spiel“ weitergehen, bis nur noch 1-2 Betriebe einen ganzen Landkreis bewirtschaften. Ich wünsche denen 2 dann viel Spaß beim managen ihrer Großbetriebe – Großgebäude – Großkredite – Großmitarbeiter – Großmaschinen – Großauflagen ……..
Der größte Wirtschaftssektor ist der immaterielle Dienstleistungssektor. Dort funktioniert die Marktwirtschaft auch, aber anders. KI sagt dazu:
Marktmechanismen bei Dienstleistungen
Preisfindung: Preise bestimmen sich nach Angebot (Anzahl der Anbieter) und Nachfrage (Bedürfnis der Kunden).
Wettbewerb: Verhindert Monopole und sichert hohe Qualität sowie faire Preise für den Verbraucher.
Asymmetrische Information: Kunden können die Qualität einer Dienstleistung vorab schwer prüfen (Vertrauensgüter).
Marktregulierung: Der Staat greift oft durch Qualifikationspflichten (z. B. Meisterpflicht, Approbation) schützend ein.
Wir sollten vielleicht über die Mechanismen sprechen, die für das Dilemma verantwortlich sind?
https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/umstrittene-barbershops-was-an-den-vorwuerfen-dran-ist-94397/ …na klar doch…🤡
Diese Fehleinschätzung der menschengemachten KI – Darstellung sehr ich genauso…..diese beiden hingegen:
Wettbewerb: Verhindert Monopole und sichert hohe Qualität sowie faire Preise für den Verbraucher.
Asymmetrische Information: Kunden können die Qualität einer Dienstleistung vorab schwer prüfen (Vertrauensgüter).
…..sind dann aber schon treffender, finde ich. Sie stehen nämlich der materiellen Warenwirtschaft entgegen.
Die Reihenfolge der Wörter könnte fraglich sein. Eher so: „Monopole verhindern Wettbewerb….“
Eigentlich kann man das im Falle der wuchernden Barbershops ganz klar benennen. Das erinnert schon sehr an die Art, wie die Mafia in Amerika in den 30-iger Jahren agiert hat. Allein der „muntere Hinterzimmerverkehr“, den man teilweise beobachten kann, erinnert an diese Zeit. Eine Quote von 42 % Strafverfahren bei den Zollkontrollen im erwähnten Fall, spricht ebenfalls für die Annahme. Aber sei es wie es sei, wenn Lücken im System sind, findet sich auch immer Jemand der sie nutzt und eventuell auch auf „branchenübliche Art“ schützt. Diese Angst bei Anzeigen zeigt sich auch im Bestreben anonym zu bleiben und in der relativ geringen Zahl der Anzeigen.
So gesehen ist der Mindestlohn zwar einerseits ein zweischneidiges Schwert, das meine Branche umbringt (weil der der „Wettbewerb mit den Südeuropäischen Billigheimern mit halbem Mindestlohn hier im Handel direkt und ungeschützt stattfindet). Andererseits verhindert er allzu frischfreche Ausbeutung über Lohndumping. Waren vor der Einführung 2014 Netto-Vollzeitlöhne von 850 € üblich, so liegt das jetzt eher bei 1.600 – 1.900 € vor EK-Steuer. Nationale Schutzmechanismen, wie der Mindestlohn erzeugen Gewinner und Verlierer … ich bin in dem Falle leider (unverschuldet) auf der Verliererseite weil der nationale Marktschutz auf der Warenseite eben nicht mehr oder nur noch rudimentär vorhanden ist. Auflösbar ist dieses Dilemma eher nicht, weil es reale einheitliche Sozialstandards in ganz Europa zur Voraussetzung hätte. Im realen Obstbauernleben bleibt für mich derzeit nur die Nischensuche. Selbige sind dann aber meist schon von darin Aktiven besetzt und damit „zugemauert“.
aber die deutschen Kirschen sind teurer als die türkischen.
Die werden dann nur von Idealisten gekauft
Guten Morgen Tom
Dem Verbraucher die Schuld zu zuschieben ist schlichtweg falsch. Es wird gekauft was im Regal steht/liegt.
Weshalb ist Hormon Fleisch aus Brasilien in die Theken des Leh gekommen.
Frau von der Leyen hat einen Vertrag unterschrieben, Leh hat bestellt, Brasilien hat auf das Schiff geladen und obwohl der Vertrag von den Mitglieds Staaten noch nicht genehmigt war ist die Ware ins Regal gekommen.
Der Schuldige das es aufgedeckt wurde ist der jenige der die Ware untersuchen lassen hat und das Ergebnis veröffentlicht hat. Frage: lebt die Person noch?
Politik und Leh sind sich einig und der heimische Produzent und der Verbraucher können dabei wenig bewirken.
Wer solidarisch ist wird ausgenützt.
Trotzdem wünsche ich allen einen schönen Sonntag.
@Jek Ich würde dem Verbraucher auch keine „Schuld“ zuschieben. Er wägt für sich sein Preis-Leistungsverhältnis ab und kauft das was er für “ Preiswert“ d.h. seinen Preis Wert hält. Es liegt ja auch Regionale Ware im Regal – aber da liegt es halt und die günstigere Ware bewegt sich!
Am Rande eines großen deutschen Obstanbaugebietes, dem Alten Land an der Unterelbe, wohnend, fällt es mir gar nicht ein, Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen, die anderswo erzeugt wurden, zu kaufen. Inzwischen werden hier auch Aprikosen angebaut. Ja, der Preis ist bei Kirschen manchmal erheblich höher als im Supermarkt bei den importierten. Aber ich denke daran, dass hier sehr auf gute Erzeugung geachtet wird, dass die Obstbauern HIER Steuern zahlen, die wir HIER für gute Schulen und Infrastruktur brauchen. Und, da mein Mann Berufssoldat war: Die älteren Obstbauern haben Wehrdienst geleistet, es ist für mich ein Akt der Solidarität.
hier ist gute Erzeugung, wegen guter Sortenwahl und mehr Auflagen in der Wachstumsphase. (Düngung u. Pflanzenschutz)