Arnold Krämer war auf einer Konferenz zum Thema „Agrar und Ernährung“ und berichtet in diesem Gastkommentar über einen unerwarteten Verlauf…
Die bekannte große Wochenzeitung „Die Zeit“ organisiert und veranstaltet Konferenzen zu verschiedenen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, erstmalig offensichtlich auch zum Thema „Agrar und Ernährung“.
https://studiozx.de/events/zeit-konferenz-agrar-ernaehrung-2025/
Die Initiative für eine solche Veranstaltung, die am 24. September 2025 in Berlin stattfand, ging nach meinen Informationen von der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) bzw. den DLG-Mitteilungen aus. Partner waren die BASF, die Firma Krone, Spelle (den Landwirten bekannt) und das Berliner Startup „Food Campus Berlin“ (https://www.foodcampus.berlin/)
An dieser Veranstaltung konnte ich teilnehmen und bin mit positiven Eindrücken wieder ins Emsland zurückgefahren. Warum?
Wie selbstverständlich hatte der Veranstalter mit den üblichen Floskeln von Bio, Nachhaltigkeit, Verzicht, Klimafreundlichkeit, Regionalität u. ä. für seine Veranstaltung geworben. Entsprechend war wohl auch die Erwartungshaltung vieler Teilnehmer, zu denen u.a. auch die frühere Landwirtschaftsministerin Renate Künast und die FDP-Agrarpolitikerin Carina Konrad gehörte.
Mit der Themensetzung, der Auswahl der Diskutanten und der Moderatoren war es jedoch möglich, manchen Teilnehmer aus dem nicht-landwirtschaftlichen Umfeld (diese stellten die Mehrheit der Teilnehmer) zu desillusionieren und möglicherweise nachdenklich zu stimmen.
https://studiozx.de/content/uploads/2025/09/250924_Agrar_Ernaehrung_Programm-1.pdf
Zu allen Programmpunkten waren Diskutanten eingeladen, die dezidiert klassische Positionen zu Agrarwende, Ernährungswende, Transformation, Regionalität vertraten. Dazu zähle ich u.a. Frau Benning (Deutsche Umwelthilfe, DUH), Frau Dr. Chemnitz (Agora Agrar), Frau Dr. Ophelia Nick (Die Grünen), Frau Molling (foodwatch).
Gleichzeitig hatten die Veranstalter aber auch Personen auf die Bühne gebeten, die fachlich sehr überzeugen konnten, weil sie differenziert und ehrlich die Komplexität, Widersprüche, Ökonomie und sonstige Realitäten auf allen Ebenen von der Agrarerzeugung, über die Verarbeitung bis hin zur Konsumentennachfrage darstellten.
Frau Dr. Voges, die eine sehr große, viehlos wirtschaftende Ackerbau-KG (2500 ha, dav. 50 ha Bio) https://www.saat-gut-plaussig.de/natuerlich/betriebsspiegel/ am Rande von Leipzig bewirtschaftet, gelingt es gerade einmal 35 Tonnen Weizen (= 5-10 ha) über eine Mühle als Weizenmehl direkt in Leipzig an den Endverbraucher zu bringen.
Markus Röser von der BASF beklagte massiv die (Nicht-) Zulassungspraxis bei PSM-Wirkstoffen in der EU.
Prof. Dr. Wesseler aus Wageningen, NL erläuterte das Prinzip komparativer Kostenvorteile und die damit einhergehende Spezialisierung, weshalb regionale Produktion und Vermarktung immer nur sehr begrenzte Möglichkeiten je nach Definition auch von Regionalität bieten.
Aufschlussreich war der Vortrag von Ivo Rzegotta mit dem Thema „Faktencheck Fleischalternativen“. Dabei ging es um Optionen für die weltweite Proteinversorgung der Menschen, beginnend bei Hülsenfrüchten und Tofu und endend vielleicht bei kultiviertem Fleisch aus Bio-Reaktoren. Bereits heute hat D in Europa den mit Abstand größten Markt für pflanzenbasierte Alternativen, in den auch Unternehmer wie Wesjohann oder Tönnies, große Player im klassischen Geflügel- und Schweinesektor investieren. Zielgruppe sind nicht die kleinen und zahlenmäßig relativ stabilen Gruppen der Veganer und Vegetarier, sondern die große Gruppe der Menschen, die sich als sogenannte Flexitarier bezeichnen, also Personen mit geringem Fleischkonsum.
In der Diskussionsrunde „Schnitzel im Stresstest“ wurde deutlich, dass die Schwarz-Weiß-Diskussionen zum Thema Ernährung nicht weiterhelfen, Positionen nicht verhärten dürfen und Politik entspannter werden muss. Gewohnheiten und das Ernährungsumfeld spielen eine große Rolle. Global wird es ohnehin keinen Rückgang, sondern sicher eine Zunahme der Fleischproduktion geben.
Nur am Rande: Der Moderator der „Zeit wurde am Ende der Diskussion aus dem Publikum scharf kritisiert, weil er nicht eingeschritten war, als der Podiumsdiskutant Stefan Schneider (Bundesverband Vieh & Fleisch e.V.) von „Zigeunerschnitzel“ gesprochen hatte. So weit geht heute „Cancel-Culture“.
Den stärksten Widerspruch im Zuhörerkreis löste der Kurzvortrag des Ernährungswissenschaftlers und Autors Dr. Malte Rubach aus. (https://mrexpert.de/)
Seine Aussagen standen in deutlichem Widerspruch zum Mainstream bei Themen wie Eiweißqualitäten (tierisch-pflanzlich), Klimawirkung der Rinderhaltung, Flächennutzung, Frischwasserverbrauch und Belastung der planetarischen Grenzen. Der Vortrag litt allerdings unter einer Überzahl an Folien mit Text und Grafiken in englischer Sprache. Hier hätte mehr Zeit zur Verfügung stehen müssen.
Gegen Ende der Veranstaltung kamen mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Frau Kaniber (CSU) und Albert Stegemann (CDU) auch noch zwei Politiker zu Wort, die die aktuelle Agrarpolitik mitzuverantworten haben. Wahrlich keine leichte Aufgabe, machte doch die Mehrheit im Saal (und vermutlich nicht nur dort) die Politik als Hauptverantwortlichen für „die“ Ernährungswende aus.
Mein Fazit:
- Viele Erwartungen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung stellen sich mittlerweile als völlig unrealistisch heraus. Weder die landwirtschaftliche Urproduktion noch die Ernährung werden gewendet. Sie verändern sich aber stetig, darüber besteht kein Zweifel. Bei der Landwirtschaft ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess Grundvoraussetzung für das wirtschaftliche Überleben. Beim Verbraucher sind diesbezüglich Zweifel angebracht, weil sein Wissen um gesunde Ernährung nicht besser wird und soziale Medien wie Tik-Tok, die besonders viele junge Menschen erreichen, viel Unsinn verbreiten. Das war übrigens auch ein Konferenz-Thema.
- Die „Wendeanhänger“ können nicht mehr auf Milliardensubventionen für den Agrarsektor hoffen. Der „Borchert-Plan“ ist endgültig tot. Entsprechende Forderungen wurden auch nicht mehr artikuliert.
- Die Politik wird Veränderungsprozesse in der Landwirtschaft nur noch mit relativ wenig Steuergeld „begleiten“ können. Da bleibt lediglich das Ordnungsrecht, aber bitte nicht „Klein-Klein“. Und da wird man viel aufräumen müssen, weil z.B. bestehendes Baurecht aktuell investitionswillige Landwirte, die nicht einmal auf „Staatsknete“ reflektieren, ausbremst.
- Der finanzielle Spielraum der Endverbraucher wird spürbar enger. Deshalb werden auch Nachfrageimpulse z. B. für mehr Tierwohl zukünftig eher noch geringer ausfallen.
- Ernährungsmythen aber auch Mythen der Agrarproduktion werden mehr und mehr entlarvt werden. Die Gesellschaft wird sich anderen Themen zuwenden.
Gastartikel stellen die Meinung des Autors dar
Ergänzung von mir:
Die Süddeutsche Zeitung titelte unlängst: „Ist der Veganismus in der Krise“
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/ernaehrung-essen-vegan-trend-krise-habeck-daniel-humm-e171954/?reduced=true
Der Artikel ist hinter der Bezahlschranke. Es ist dort zu lesen, dass viele vegane Restaurants in UK und USA schließen, weil der Trend dort zu Ende geht. Der britische Guardian stellt die Frage, ob die Schließung der pflanzenbasierten Lokale „Opfer eines allgemeinenen Wertewandels sind“


Vielen Dank für diesen ehrlichen Blick hinter die Kulissen der Landwirtschaft und Ernährungspolitik. Der Beitrag trifft den Nerv: Statt hochfliegender Versprechen brauchen wir realistische Einschätzungen, differenzierte Diskussionen und praktikable Lösungen – genau das liefert dieser Text.
@Kemetbauer, nachdem ich, ob meiner häufigen Kontrollen gleich zum Risikobetrieb ernannt worden bin, erlauben sie mir eine Frage. Sind alle Biobetriebe Risikobetriebe, weil sie so oft kontrolliert werden? Ich finde es schon ziemlich überheblich, dass sie als Biobauer nicht akzeptieren können, dass auch konventionelle Betriebe ohne besonderen Anlass routinemäßig kontrolliert werden. Es gibt bei uns im ja angeblich so lasch kontrollierenden Bayern nämlich einen Schweinegesundheitsdienst, der, wenn man Ferkel verkauft zwei Mal im Jahr jeden Betrieb kontrolliert. Die übrigen zwei Kontrollen sind ITW-Besuche. Und damit sie mir nicht jetzt gleich kommen, dass das ja keine stattliche Stelle sei, auch ihre Kontrollstelle ist nicht staatlich. Laut Aussage eines mir bekannten Biobetriebes kann er zwar keine Kontrolle, aber sehr wohl einen Kontrolleur ablehnen. Bei uns kommt ein Kontrolleur maximal drei Mal, damit sich ja kein besonders inniges Vertrauensverhältnis aufbaut, und sagen wir es einmal so, dass vielleicht Verfehlungen großzügig „übersehen“ werden.
@A
Die Aussage zum Risikobetrieb war nicht auf Ihren Betrieb bezogen.
Auch im Ökobereich darf ein Kontrolleur einen Betrieb maximal 3x hintereinander kontrollieren. I.d.R. wechseln die Kontrolleure nach zwei „Besuchen“. Und ja, man kann einen Kontrolleur ablehnen. Muss dann allerdings die Kosten dafür übernehmen und weiß nicht, welcher Kontrolleur dann kommt. Bei Ihnen klingt das fast so, als würde man sich den Kontrolleur aussuchen können. Die Ökokontrolle ersetzt übrigens keine der amtlichen Kontrollen.
@Andres kapiert es nicht und spricht anderen WISSEN(!) ab, wie impertinent:
Hier die Argumentatin eines Wasserwirtschaftsexperten vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Dieser verweist auf die Messdaten der 37 Grundwassermessstellen in seinem Amtsbereich; Auszug aus diesem Interview:
„…In den letzten 18 Jahren gab es kein einziges Jahr, in dem sich in unserer Region überdurchschnittlich viel neues Grundwasser gebildet hätte. Mittlerweile fehlen uns in Unterfranken mehrere Hundert Liter Grundwasserneubildung pro Quadratmeter! Dieses Wasserdefizit kann nicht durch ein einzelnes nasses Jahr, geschweige denn durch einen einzelnen regenreichen Winter ausgeglichen werden. Dafür bräuchte es schon mehrere überdurchschnittlich nasse Jahre in Folge.“
Der nächste spacy Unwissende, der einem Andreas, Kemetbauer u. wie sie alle heißen, das Wasser nicht reichen kann. Man sollte einige Universitäten hier in Deutschland dicht machen, es gibt zu viele Professoren, die offensichtlich nicht wissen, was sie predigen!
Bundeskanzler Merz sollte diesen Andreas schleunigst in seinen Expertenrat zitieren, damit sich die Bauern wieder mal so richtig blamieren können…
Ihre Einlassungen jedenfalls als solche zelebriert in dem aktuell vonstatten gehenden Widerspruchverfahrens gegen die geplante Wasserschutzgebietserweiterung auf insgesamt 66 Quadratkilometer (eine Verzehnfachung) hier in Bayern löste nicht einmal ein nur müdes Lächeln aus!
Wer nicht innerhalb einer roten Gebietkulisse wirtschaften muss, sollte nur eines: Den Ball flach halten und dankbar sein, überaus dankbar!
Nur randständig angemerkt, muss ich mich hinter meiner sehr umfangreichen praktischen und theoretischen Ausbildung nicht verstecken, schon gar nicht vor einem Andreas(k)lein…
@ uWw
Sie zeigen immer wieder eindringlich mit Ihrem sprachlichen Zeigefinger auf Diskutanten und übersehen dabei die drei Finger, die dabei auf Sie gerichtet sind. Merken Sie das nicht?
Wie außerordentlich nett, dass Sie mich wieder einmal ermahnen…!
Alle anderen dürfen alles – gelistet unter „Netti“quette!? – Danke für nix an dieser Stelle.
Alle sind gleich, manche eben halt gleicher.
@uWw
Mann oh Mann, unflätiger Wurzelwicht, wie tief wollen Sie denn hier noch sinken?
Der Kommentar hat auch kein höheres Niveau als der von uVw! Sie sollten sich selber mal höhere Ethik bemühen!
@e
Wer bitte ist „uVw? Gegen welche „Ethik“-Vorstellungen Ihrerseits habe ich denn verstoßen? Ich finde, dass „unflätig“ doch ein sehr gemäßigter Ausdruck ist.
Vielleicht meint er mit uVw „unVerwechselbarer Wurzelwicht“ oder unVerwüstlicher Wurzelwicht…oder unVerschämter Wurzelwicht….man weiß es nicht Wurzelwicht….ich hol derweil schon mal eine neue Tüte Popcorn! 😉
@Kemetbauer, ich möchte jetzt endlich mit dem Schwachsinn aufräumen, dass in Bayern weniger kontrolliert wird. Ich habe als schweinehaltender Betrieb vier Kontrollen im Jahr. Wie es bei den anderen viehhaltenden Betrieben aussieht, kann ich nicht beurteilen. Zwei Kontrollen davon sind unangekündigt, zwei max. einen Tag zuvor. Und ich kann mir meine Kontrolleure nicht aussuchen, wie es anscheinend bei den Biobetrieben der Fall ist, wenn mir einer nicht genehm ist. Da würde ich es mir als Kontrolleur schon genau überlegen, ob ich so ganz genau hinschaue, wenn die „Gefahr“ besteht, dass mir der Betrieb dann wegfällt. Soviel zu denn ach so häufigen und strengen Kontrollen in den Biobetrieben.
@A
Es ist mir ziemlich egal, wie viele Kontrollen Sie hatten. Ich habe lediglich aus der von mir angeführten Drucksache zitiert.
btw: Risikobetriebe sind schon immer häufiger kontrolliert worden.
Wie kommen Sie auf die Idee, dass man sich als Öko seine Kontrolleure aussuchen kann? Man kann sich allerdings eine akkreditierte Kontrollstelle aussuchen. Wenn man Glück hat, dann gesellt sich ein Sesseldrücker aus dem Ministerium bei der Kontrolle dazu.
„So genau nimmt es der Bio-Kontrolleur auch nicht!“
hat die Bio-Bäuerin aus der Nachbarschaft mal gesagt.Ich denke eh, da geht es mehr um Betriebsberatung um die möglichen Tricksereien der Biobranche max. aus zu nutzen.
Wenn ich das schon wieder lese:
Gut Plaussig mit 2500 ha bewirtschaftet davon 50 ha biologisch. Da nimmt man die besten Böden , die man hat , für Bio und die düngt man mit Material aus dem konventionellen Teil.
Ach komm Wini, Pardon @evonik.
Diesen Schmarrn kannst Du im Forum ablassen aber nicht hier. Wenn Du die Behauptungen belegen kannst, entschuldige ich mich bei Dir.
Kemetbauer wer ist der Wini?. Der scheint ja ähnlich zu denken wie ich!
Könntest mir doch über Chef Willi eine Nachricht zukommen zu lassen.
Wenn normative Kraft des Faktischen eben zuschlägt.
Ich bin im Alpenvorland, klassiches Grünlandgebiet mit extensiver Milchviehhaltung. Befreundeter Betriebsleiter eines für hier größeren Biobetriebs hat mir gerade erzählt, dass sie auf „konventionell“ umstellen. Sie können die EU Richtlinie zum Weidezugang nicht umsetzen. Der Betrieb liegt sehr idyllisch und v.a. abgelegen. Wenn nicht mal die diese Richtlinie umsetzen können.
Wobei ich jetzt da gar nicht so sehr die Richtlinie kritisiere. Sondern die Vorstellung mancher, eine solche Landwirtschaft wäre hier umsetzbar. Und nur die bösen Lobbyverbände und Springerpresse verhindern alles.
Ähnlich sieht die Situation bei den kleinen Milcherzeugern mit Anbindehaltung aus. Natürlich ist die jetzt eingeleitete konsequente Umsetzung des Anbindeverbots für viele Betriebe eine Härte. Auf der anderen Seite wurde schon 1999 entschieden, dass die Anbindehaltung auslaufen soll. Da hatte wohl jeder Betrieb mit Anbindung die Möglichkeit, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Das Vertrauen in die immer wieder gewährte Terminverschiebung war zu groß.
Nein Kemetbauer, ich glaube eher die Hoffnung dass doch noch der gesunde Menschenverstand siegt und solche schwachsinnigen Entscheidungen wie Weidegang und Anbindeverbot zurück genommen werden. Wir erleben wie in vielen anderen Bereichen auch, wohin uns diese „Mainstreampolitik“ gebracht hat.
„Eine kleine Anfrage an die Bundesregierung aus 2018, gestellt von Grüne und FDP ergab, dass die Tierhaltungsbetriebe in D. in der Vergangenheit im Bundesdurchschnitt alle 17 Jahre kontrolliert wurden….“
@Kemetbauer sie beziehen sich wohl auf diese Bundestagsanfrage Deutscher Bundestag Drucksache 19/3467 19. Wahlperiode 18.07.2018
Die von ihnen genannten Jahreszahlen konnte ich dort nicht finden aber eine Übersicht Kontrollierte Betriebe in 2017 je Bundesland und die Summe Bundesgebiet. Es wurden 2017 insgesamt 29.845 Betriebe kontrolliert. Geht man von ca 185000 landwirtschaftlichen Betrieben die 2016 Tiere gehalten haben aus passt dies nicht zu ihren Zahlen sondern es wurde fast jeder 6te Tierhalter (mehr als 16%) kontrolliert. Hab mir nicht die Mühe gemacht es auf die einzelnen Bundesländer herunter zu brechen aber gehe davon aus auch auf dieser Ebene sind ihre Zahlen (bis zu alle 48 Jahre) völlig daneben.
Übrigens eine Unterscheidung nach Bio oder konvi oder andere Formen erfolgte nicht sondern alles ein Topf damit ist die Aussagen zu jährlichen Kontrollen bei einer speziellen Betriebsform wohl auch nur Wunschdenken oder ein Marketinggag.
https://dserver.bundestag.de/btd/19/034/1903467.pdf
@L
Vielleicht informieren Sie sich zunächst einmal über die Kontrollbesonderheiten im Ökolandbau.
Fakt ist: es gibt keine Unterscheidung bei den staatlichen Kontrollen.
Welche Kontrollbesonderheiten im Ökolandbau sollen das sein. Etwa die privaten Kontrollstellen die diese Vermarktungsform kontrollieren. Wie hier bereits von Landwirten berichtet gibt es solche Kontrolle ja auch bei anderen Vermarktungsformen z.B QS oder diversen Siegeln. Qualitätsmangement und Qualtitätssicherung ist heute Standard vor allem um die vielen Siegel zu begleiten. Selbst der Landwirtschaft nachgelagerte Unternehmen wie Tönnis nutzen dies für ihre Vermarktungslinien ob Bio/Öko oder andere.
Besonders ist allerdings wie immer wieder durch Einzelne versucht wird durch Geschichtenerzählungen einen Keil zwischen die Landwirte zu treibe.
@L
Hier noch eine Quelle zu „48 Jahre“. Drucksache 19/3195, Deutscher Bundestag, Seite 6.
Menschen, die sich mehr staatliche Kontrollen wünschen, sollten einen eigenen Überwachungsstaat gründen…..dann klappt es mit der Befriedigung, denke ich.
@RS
Wer wünscht sich hier mehr Kontrollen? Ich habe lediglich die Aussage zu den angeblich vielen Kontrollen richtigstellen wollen.
btw: Die meisten Meldungen zu Tierrechtsverstößen kommen aus Bayern. Zufällig wird dort auch am wenigsten häufig kontrolliert.
In der Praxis läuft es doch so, das Veterinäramt und Laves sofort vor der Tür stehen, wenn auffällige Schlachtbefunde, erhöhte Verluste, Meldung vom Hoftierarzt , QS Prüfer , Berater usw. dort ankommen.
Wr hatten in den letzten 3 Wochen 3 mal Besuch im Stall, unter anderem ein Spotaudit durch QS.
Das kann jederzeit passieren, und deswegen kann man die Stallarbeit mit den Tieren nicht schleifen lassen. Das geht in die Hose.
@K anbei das Protokoll zur Anfrage der FDP.
Fakt ist, bei der Anfrage geht es nicht alleine nur um Erzeuger (Primärproduktion) durch Landwirte sondern sie ist weiter gefasst. Die Jahre sind rechnerische Werte. Eine Aufschlüsselung nach Art der Primärproduktion (Bio/Öko vs Konvi) ist auch hier nicht enthalten damit ist auch eine Aussage einer dieser Bereiche werde häufiger- von staatlichen Stellen kontrolliert nicht möglich wenn ja dann ist es unredlich.
Tabelle 2: Insgesamt unterlagen 2016 etwas mehr als 1,2 Mio Betriebe der Lebensmittelüberwachung. Diese umfassten nicht nur Erzeuger (Primärproduktion) gemeint sind wohl Landwirte sondern ca 1 Mio aus anderen Bereichen wie Hersteller und Abpacker, Vertriebsunternehmer und Transporteure, Einzelhandel, Dienstleistungsbetriebe, Hersteller auf Einzelhandelsstufe
https://dserver.bundestag.de/btd/19/031/1903195.pdf
Die Realität holt die ideologischen Träumer ein. Diese Politik geht dem Ende entgegen , denn jetzt werden nur noch harte Sachlichkeit und starke Veränderung in Politik und Gesellschaft stattfinden. Bio war immer eine Nische und Fertigwaren sind immer schon immer Trend gewesen. Unsere junge Generation hat doch von Ernährung und Herstellung von Rohwaren überwiegend keine Ahnung. Auch deshalb weil alle arbeiten müßen um überhaupt rum kommen zu können . Da bleibt nicht viel Zeit für die Nahrungszubereitung , wenn auch die Kinder noch betreut sein wollen. Kartoffeln schälen usw. wer macht das heute noch.
Das finde ich eine schwache Ausrede…..es ist immer eine Frage der Priorität. Meine Mutter hat drei Großeltern, vier Jungs, einen Mann und die Hofarbeiten am Hals gehabt. Dennoch gab es immer frisch zubereitetes Essen.
Wenn aber alles, was nach der Arbeit als Last empfunden wird, dann ist Hopfen und Malz verloren.
2,4% Inflation im September = ca 30% 2025?
Ernst gemeinte Frage?
Bei solchen Meldungen wird normalerweise der Vor-jahres-monat zugrunde gelegt, nicht der Vormonat.
„Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im August 2025 um 39,0 Prozent höher als im August 2019, also vor Pandemie und Ukrainekrieg. Damit war die Teuerung für diese unverzichtbaren Basisprodukte mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz der Preisrückgänge in letzter Zeit um 35,9 Prozent teurer als sechs Jahre zuvor, darunter Haushaltsenergie um 46,2 Prozent und Kraftstoffe um 22,2 Prozent.“
https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/trotz-leichten-anstiegs-inflation-fuer-7-von-9-haushaltstypen-unter-zielrate-der-ezb-141777
Kartoffeln sind grad spotbillig.
Also anstatt Chips und Pommes zu kaufen , kann man auch aus einem 12.5 kg Sack Kartoffeln ,die tollsten Gerichte kochen.
Haben nur die wenigsten Menschen Lust dazu.
„ruhig Brauner…“ … die meisten werden „demnächst“ ganz schnell wach..
Ernst wird es erst wenn man über Baukosten, Ackerland und Maschinen spricht.
Was hat das damit zu tun?
es kann sich ein jeder seinen „individuellen Warenkorb“ zusammen-spinnen…das wird (nicht) „lustig“ und sicher hier einen kpl. Tag die Kommentare füllen😇
Vielen Dank Hr Krämer für den Bericht.
Erfrischend nicht einmal wurde das Wort „Transformation“ in der Einladung verwendet.
lt Einladung: „Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen rund um die Umsetzung ambitionierter Ziele – etwa 30 % Bio bis 2030: Was braucht es politisch, um solche Vorhaben real werden zu lassen? Welche Rolle können Verbraucher:innen als Treiber des Wandels spielen? …..“
Habe nichts zu den 30% Bio bis 2030 gelesen. Wurde es nicht besprochen. Falls ja wie war die Position der Teilnehmer insbesondere der Politik. Heute im Jahr 2025 ist das 30% Ziel angesichts mageren kaum mehr als 11 % Bio völlig unrealistisch denn wo sollen die zusätzlichen fast 20% mehr oder anders ausgedrückt eine Steigerung um 270% in 5 Jahren herkommen. Das sit doch offenscihtlich schier unmöglich.
In jedem Wirtschaftsunternehmen würde man die Ziele an die neue Realität anpassen. Vor allem bei Budget Problemen werden solche Vorhaben und Ziele kritisch hinsichtlich Kosten geprüft analog sollte dies auch bei Steuergeldern erfolgen. Bisher ist dazu nichts zu hören stattdessen Eindruck eines Weiterso inkl Steuergeldausgaben. Wegducken geht nciht mehr angesichts der Lage.
@ Limes
Bio war Thema, aber nicht bestimmend. Das Thema ist mit den politischen Zielvorgaben von 25 bzw. 30 Prozent ja auch erkennbar „gestorben“.
Deshalb geht es heute um Regionalität und Nachhaltigkeit („das neue BIO“).
Die Politik war eher am Rande präsent (siehe Programm). Bestimmend waren NGO-Vertreter (wbl.) und Vertreter, die eher der landw.-konventionellen Seite zuzuordnen waren.
Nach meiner Einschätzung wird die Politik ihre Ziele bezüglich Bio nicht neu formulieren. In D wird sie die eine oder andere gesetzliche Vorschrift „einkassieren“ oder zeitlich „strecken“. Die Themen Biodiversität und Klima bleiben auf der Tagesordnung.
hört sich nach gut das wir die 30% geschrieben haben und darüber gesprochen haben an und nächstes Thema bitte mit unerreichbaren Zielen z.B CO2 für 2030, 2040 oder 2045. Hier ist man so ehrlich und sagt das wird nix in diesem Zeitraum.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klimaziele-in-gefahr-waelder-und-moore-speichern-nicht-genug-kohlendioxid-110709188.html
Auch hier soll es die Landwirtschaft richten mit z.B Moore, „nasse Landwirtschaft“ und Wasserbüffel
https://www.agrarheute.com/politik/mehr-moore-wagen-umweltminister-nimmt-landwirte-pflicht-636816
bei solchen Programmen muß ich immer an den Klassiker von Jupp Schmitz denken: „Wer soll das bezahlen…“
moin so wie es im ersten Teil des Fazit steht ist es es wird viel unrealistisch dargestellt oder erwartet. da ist es immer gut dass auf gewissen Seiten wie die von Bauer Willi die Sache mal vernünftig dargestellt wird! wir sollten also weitermachen mit deiner guten Aufklärung! es ist genauso wie beim Klima da würde uns viel Blödsinn erzählt unter sollte vernünftig laufen dann wären wir alle zufriedener!
Die Agrar- und Ernährungswirtschaft und die Agrarverbände in D haben immer noch nicht den Mut, klar und deutlichGegenpositionen zu beziehen hinsichtlich der Träumereien, ausgehend von der EU und schwärmerisch übernommen und übertroffen durch die nationale Agrarpolitik der letzten ca. 20 Jahre.
Die deutsche Automobilwirtschaft, die ein ähnliches Dilemma zu beklagen hat, ist da vielleicht schon weiter, weil sie mit anderen Dimensionen medienwirksamer ist:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bosch-baut-stellen-ab-stefan-grosch-ueber-das-sparprogramm-accg-110708716.html
Man darf gespannt sein, ob es deutliche Kurskorrekturen in Brüssel ausgehend von Berlin geben wird? Allzu viel Zeit bleibt nicht.
Politik und Gesellschaft haben sich über Jahrzehnte von „Gefühlen“ einer bestimmten Gruppe leiten lassen. Das gilt für fast alle Bereiche des Lebens. Die ökonomische Seite wurde immer ausgeblendet, weil man aus einer „gefühlten“ sicheren ökonomischen Lage heraus es sich nicht vorstellen konnte oder wollte, dass die Realität eben ausschließlich vom Kapital abhängig ist. Man dachte auch, dass sich alles von alleine regelt, so lange man nur das richtige „Gute“ will….und wer das nicht will oder nicht wollte, wurde und wird gecancelt oder mindestens moralisch herabgestuft.
Landwirtschaft hat sich angebiedert, weil sie sich schuldig fühlte ob der begangenen Fehler vergangener Tage. Der Makel ist so groß, dass er immer noch nachwirkt und in Diskussionen immer wieder aufploppt.
Der Schuldkomplex spielt in der Tat eine große Rolle. Die neue junge Funktionärselite muss sich davon freimachen. Wenn sie das nicht schafft, verliert sie.
Das Problem wird sich wohl erst dann entschärfen, wenn die „Boomer“ auf beiden Seiten das Podium verlassen haben. 😎
Dann sind sie aber so Wenige, dass es andere Probleme zu lösen gilt, glaube ich.
Der SZ Artikel hinter der Bezahlschranke steht hier:
https://archive.ph/OyYpa
DANKE!
Sehr guter Artikel. Ich denke, dass der Autor recht hat. Auch wenn es im Moment den Anschein hat, dass der vegan/vegetarische Hype weg ist, der Trend zu weniger Fleisch bleibt und da spielt die Vieh-Klima-Erzählung nach wie vor eine große Rolle.
Wenn unsere Klimabilanz ihr Ziel erreicht hat und die Industrie und damit der Wohlstand weg sein sollten, dann ist es endlich egal wie viel Fleisch wir essen…..ich hoffe, dass es möglichst rasch geht.🥳
Ich hatte kürzlich einen Bericht gesehen.
Es wurde behauptet, wenn eine Gesellschaft in Wohlstand lebt, diese automatisch mehr Fleisch konsumiert.
Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, man nehme dem Volk den Wohlstand = weniger/kein Fleisch = Weltenrettung 🤔
Wenn ich hier aus dem Küchenfenster schaue, stehen dort einige ca. 400 Jahre alte Eichen.
Wenn die erzählen könnten , welche Mainstreams sie so erlebt haben , und einer wahrscheinlich immer schon prophezeiten Endzeitstimmung .
Und trotzdem kommt jedes Jahr ein Jahresring dazu.
Exemplarisch hier wiederum die Positionierungen aller Teilnehmer, die sich in Ausschließlichkeit der Nahrungsmittelproduktion verschrieben hatten.
…Und genau darin ist aktuell eine desaströse Katastrophenstimmung innerhalb der profanen Landwirtschaft zu verorten: Es wird stringent am MARKT(!) vorbei produziert; Übermengen generiert, die niemand braucht – keiner haben will. Bisweilen nicht einmal geschenkt.
Selbst die Bioerzeugnisse lassen sich nur dann gut vermarkten, wenn sie billig sind. -BIO in der Krise!?
Solange unsere Gesellschaft in exorbitant perfiden Mengen -dato um die 11 Mio. Tonnen hier in Deutschland- Nahrungsmittel in die Tonne kloppen kann, ist dies der Beweis für ein aus dem Ruder geratenes System, das in dieser Art und Weise einfach nicht mehr haltbar ist; …in erster Linie nicht für jeden einzelnen Billigheimer „BAUER“.
Lebensmittel machen eine handverlesene Schar von Superreichen „stinkreich“ (vollkommen „wort“entdrechselt), die nur innerhalb einer Generation den Olymp der Spitzeneinkommen erklimmen durften, die gesellschaftliche „Resterampe“ der noch ackernder Bauern fällt mehrheitlich dabei ganz brutal am Ende des Tages einfach durch‘s Raster. Letztere, jene treudoof willigen Lieferanten, die ein solches Reichtum der anderen generös ermöglichten, ohne sich dabei partizipieren zu dürfen.
Wer wundert sich dabei heute realiter, dass der Strukturwandel im ländlichen Raum ungebremst auch forthin vonstatten geht!? – Wir dürfen äußerst gespannt der Dinge harren, wer dafür am Ende des Tages die Rechnung zahlen muss…
„Schwarze Löcher sind dort, wo Gott durch Null geteilt hat.“ (Einstein)
@uWw
„Bio in der Krise“?
Nöö, jetzt wird die Spreu vom Weizen getrennt. Klingt etwas dekadent, entspricht aber genau meiner Einschätzung von vor 10 Jahren. Der Öko-Bereich, auf allen Ebenen, wird „durchgeforstet“. Und auf allen Ebenen werden die überleben, die Nischen für sich geschaffen haben oder die sich, aufgrund des steigenden Kostendrucks, für eine Anpassung der Strukturen entscheiden. Klein und hutzelig war gestern. Beispiel: Mind. 200 t von einer guten Qualität bringen 10% Mehrpreis.
Immer der gleiche Nonsens:
Jenseits der Nahrungsmittelproduktion stehen uns keine Wertschöpfungsalternativen zur Verfügung?
Ackern auf sämtlichen Feldern, egal in welchen Bereichen, nicht vorwiegend gewichtige Dieselrösser!? Im Bio-Bereich übrigens in mannigfaltigen Überfahrten innerhalb einer Vegetationsperiode.
Randbemerkung: Der BIO-Anbau leistet übrigens einen negativen Beitrag für die Grundwasserneubildung. DAS(!) wird von unseren BIO-Lautsprechern aber wohlweislich sehr gerne verschwiegen.
Das Heizen wird aktuell immer teurer, gibt es dahingehend keine ökologischen Alternativen!? In diesem Umfeld käme man mit ca. 700 Eurönchen pro Heizperiode für eine standardisierte 70-Quadratmeter-Wohneinheit zurecht, für fossile Wärmeenergieträger (Heizöl u. Erdgas) muss dato eine dramatische Verteuerung eingepreist werden, staatlicherseits initiiert insbesondere durch eine Steigerung der CO2-Bepreisung. Meines Wissens werden noch immer über 50% der Wohnungen mit diesen Hauptenergieträgern beheizt.
Es trennt sich fürwahr die Spreu vom Weizen: Die biologisch erzeugten Presslinge werden unbegründet politisch geblockt, obgleich hier niemand die Qualität dieser Erzeugnisse hinterfragte, die „inneren Werte“ Jacke wie Hose sein dürften. Es punktete einzig und allein nur ein Wertmaßstab: Energie – Energie – und noch mehr Energie!
Komischer Wurzelwicht@ schön, dass sie selbst zu ihren Aussagen schreiben
„Immer der gleiche Nonsens:“
Als ich vor 42 Jahren auf Bio umgestellt habe, gab es keine Förderung, im Gegenteil nur Häme und Prügel zwischen die Beine von Kammern, Verwaltung und Bauernverband. Aber das war Wirtschaftlich für mich die beste Zeit. Fast keine Auflagen und super Preise. Durch die staatliche Förderung kamen immer mehr Umsteller mit €-Zeichen vor den Augen immer mehr Auflagen (siehe Weidepflicht) und einen starken Preisverfall. Zum Glück steigen immer wieder Umsteller nach dem sie das Geld für die Umstellung abkassiert hatten, wieder aus, so kann sich der Biomarkt immer wieder kurzzeitig erholen. Ein stetiges Auf und Ab. Da sie immer so große Töne von sich geben, um wieviel ist die Zahl der Konventionellen Betriebe in den letzten 40 Jahren gewachsen ?
Sie verfahren nach dem Motto: Frechheit obsiegt!
Ich muss Sie enttäuschen, es muss wieder eine fiese Aggression aus der tonalen Gangart hier genommen werden. – Insofern bekommen SIE von mir nur eine dann Antwort, wenn Sie sich zu benehmen wissen! So jedenfalls nicht, zumal Sie gleich im Rundumschlag sämtliche konventionellen Betriebe gleich mit zu beleidigen wissen. Wir alle konventionellen Betriebe in Summe müssen uns für eine gute fachliche Praxis auf unseren Höfen keineswegs schämen, so wie Sie das zu implizieren meinen.
Ich sollte es vielleicht Herrn Seevers gleichtun u. mir eine Tüte Popcorn besorgen. Habe ich als Kind geliebt. 😉
@uWw
„…negativen Beitrag für die Grundwasserneubildung…“
Stimmt und darüber freuen wir uns sehr. Stark erhöhte Gehalte an organischer Substanz im Boden (Nährhumus) halten das Wasser, damit es möglichst nicht ungenutzt in die Tiefe abziehen kann. Pflanzen profitieren davon und ein nicht unerheblicher Teil wird über die Evapotranspiration wieder an die Umgebungsluft abgegeben.
Oder wollten Sie da vielleicht andere Gründe vorschieben?
Und die Aussagen kann man durch eine langjährige Dokumentation nachweisen? Oder ist das nur ein Wunschtraum? Oder vielleicht Verbandsvorgabe mit Zielerreichungspflicht?
@RS
Ganz aktuell kann man das bei der LfL Bayern unter: Standorttypische Humusgehalte von Ackerböden in Bayern, aus 2023, nachlesen. Natürlich nur, wenn man an Fakten interessiert ist. Wer seine Meinung konservieren möchte, der sollte es lassen.
Der tatsächliche Einfluß der Bewirtschaftung und vor allem der Düngung auf Humusgehalte (Def. : eigentlich immer C org. und nicht Humus) kann man ganz gut verfolgen. Dazu gibt es die Langzeitversuche in allen Bundesländern (teils über 100 Jahre). Die werden schon viel länger betrieben als es Bio überhaupt gibt.
Die Varianten mit Stallmist und Gründüngung (bei entsprechender Viehausstattung – sprich Mistverfügbarkeit) schneiden schon immer am besten ab. Das hat mit Bio rein gar nichts zu tun.
„Bio ohne Mist“ baut kaum Humus auf sondern beschleunigt durch häufige Bearbeitung/Belüftung eher den Abbau des Selbigen. In der Regel sind die Standort-typischen Humusgehalte durch Tongehalt und/oder Niederschlagsmenge und Temperatur (Kleinklima) bestimmt.
Der Humus-Humbug ist schon krass….wie haben wohl die Heide-Gebiete seit 1800 ihre Fruchtbarkeit bekommen? Mit Hilfe der Humusbestimmung durch staatliche Instanzen?
Meine Kernaussage ging in Richtung „Grundwasserneubildung in den Sommermonaten“.
Diese verläuft innerhalb unserer Trockenhotspots extrem negativ, das entspricht der Faktizität.
Die Art der Bodenbearbeitung hat hierauf für einige einzelne Besserwisser augenscheinlich überhaupt keine Auswirkungen!?
Eine Abnahme des Grundwasserspiegels habe jedenfalls nicht ich erträumt, vielmehr wurde diese seitens unserer Wasserwerker entsprechend gemessen. In der Regel findet an den Wasserentnahmestellen -besonders geschützte Bereiche- im kritischen Falle wöchentlich, ansonsten eine monatliche Entnahme aus diesen Brunnen statt. Das kann natürlich von Bundesland zu Bundesland varieren.
In schlussendlicher Konsequenz wurde innerhalb von nachweislichen Trockenhotspots in den Sommermonaten das Bewässern von Rasenflächen in den privaten Vorgärten strengstens untersagt. PUNKT! Der Grundwasserpegel ist dramatisch gesunken.
Bei uns ist der Grundwasserstand bei 37m. Wie soll das einen Einfluss auf den Ackerbau haben? Es ist wohl eher der Ton-Anteil, der das Haltevermögen und damit die Pflanzenverfügbarkeit ausmacht oder?
p.s.: Schau die mal „die Wasserlüge“ von Prof. Homburg, an, dann ist diese Grundwasserhysterie evtl. etwas relativiert.
Ergänzung:
https://www.youtube.com/watch?v=BTCVpCk1GyU
Für meine Begriffe fehlt ein notwendiges Grundlagenwissen:
Infolge der mannigfaltigen mechanischen Bodenbearbeitungsmaßnahmen auf unseren BIO-Flächen erwärmt sich die Bodenoberfläche schneller als in unbearbeitetem Zustand bzw. bei einer minimalen Bearbeitung.
Durch die Erwärmung nimmt die Verdunstung bei jedem Arbeitsgang zu, sofern überhaupt noch Wasser gespeichert ist. Dieses Phänomen kann heute jeder mittels Drohnenüberflug, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera mit Infrarotsensoren, problemlos erfassen. Diese Technik gibt es mittlerweile übrigens schon für kleines Geld, so man an eben einer solchen Aufklärung Interesse hegt.
Wenn eine Schichtung von oben nach unten (Bodenbearbeitungstiefe!) bei jeder Bodenbearbeitungsmaßnahme gestört wird -sehr viele Kapilaren werden unterbrochen- findet zunächst einmal wenig Infiltration nach unten statt; insbesondere ein Wassertransport in tiefere Schichten findet wird unterbrochen. Vereinfacht dargestellt.
Auf Flächen, die mittels Minimalbodenbearbeitung bzw. sogar in Direktsaat bewirtschaftet werden, ist eine Grundwasserneubildung bei Niederschlägen selbst in den Sommermonaten möglich. Diese Gegebenheit weigern sich sehr viele (Nicht)Wissende schlichtweg so einfach geflissentlich zur Kenntnis zu nehmen.
Zu Beginn des Winters und zum Winterausgang kann man auf kleinparzellierten Flächengebieten das feststellen anhand der Tatsache, wie lange eine Schneedecke sichtbar bleibt und nicht abtaut.
Aus einer langjährigen Erfahrung mit Minimalbodenbearbeitung ist festzustellen, dass eben selbige Flächen sich weniger schnell erwärmen und damit die Frühjahrsbestellung etwa um 4-10 Tage später erfolgen kann.
Dass ein konventioneller Landwirt auch weitreichend für unser Grundwasser Verantwortung übernimmt, will eine Spezies Ihresgleichen, werter Herr Kemetbauer, sicherlich nicht wahrhaben. Es ist aber so!
Die Ressource WASSER gerät infolge des Klimawandels zunehmend in den Mangel. Es ist jedem Ackerbauer daher anzuraten, damit äußerst sorgsam umgehen zu wollen; auf den konventionellen Betrieben sowie im BIO-Landbau gleichermaßen.
@uWw
Die Wirkung der Kapillaren im Boden kennt für die Wasserführung nicht nur eine Richtung. Gerade um die Kapillaren oberflächennah abzuschneiden, findet im Ökolandbau das sogen. Striegeln oder Eggen statt. Man möchte das Wasser im Boden halten, indem man die Verdunstungsmöglichkeiten reduziert. Alte Gärtnerregel: Einmal hacken ersetzt dreimal bewässern. Aber, wie Sie schon geschrieben hatten, es fehlt halt das Grundwissen!
Wie sind sie denn drauf, Kemetbauer? Grundlagenwissen? Diese Kenntnisse über die Einflüsse auf die Verdunstung werden den Landwirtschaftsschülern schon seit Einrichtung der ersten Landwirtschaftsschulen beigebracht, also schon seit dem 19.Jahrhundert. Oder ist dies in ihrer Region anders? Hierbei gab und gibt es keine Unterscheidung Bio oder Konvi. Warum auch?
Schmeckt gut@ Bei dem, was kWw so von sich gibt, kann ich mir nicht vorstellen, dass er eine Landwirtschaftsschule oder sonstige LW-Ausbildung genossen hat (-:
Bei uns hat die TU- München ein mehrjähriges Forschungsprojekt zum Grundwasserschutz durchgeführt. Klare Erkenntnis ist, je mehr Humusgehalt im Boden, desto sauberer das Trinkwasser. Außerdem wird durch den Humus verhindert, dass das Oberflächenwasser bei Starkregen schnell abfließt, sondern vom Boden wie bei einem Schwamm aufgesaugt wird und langsam an das Grundwasser abgegeben wird.
…“sondern vom Boden wie bei einem Schwamm aufgesaugt wird…“
Wie kann ein Sandboden MIT gesteigertem Humusanteil jemals Wasser aufsaugen. Man muss doch wohl viel Wasser zur Verfügung haben, um überhaupt eine Humifizierung zu erhalten. Es läuft alles auf eine differenzierte Betrachtung unterschiedlichster Bodenarten und deren Bewirtschaftung hinaus. Als Tenor wird aber ausschließlich der Humus als allein seelig machend propagiert, obwohl keine Sau genau sagen kann, welcher Acker wann wie viel Humus hatte und haben wird….es gilt ausschließlich: je mehr, desto mehr Weltrettung, wie es scheint.🙄
Reinhard , da bist du falsch informiert .Andreas hat das richtig beschrieben.
Das alles mit einem C/N Verhältnis von 10 zu 1 ,
Und man bekommt auch Sandbüchsen in Gang.
1 % Humusgehalt hält ca 35mm Wasser in der Krume,
Soll heißen , auf Flächen mit 1% Humus muss es wöchentlich regnen , oder die Beregnung laufen. Auf 3% tigen Sandböden reicht das BodenWasser auch 3 bis 4 Wochen ohne Regen.
Kali, Kalk , Schwefel und Stickstoff sind vor Auswaschung weitestgehend geschützt.
Sowas geht natürlich nicht mal eben so , sondern ist Arbeit über Jahrzehnte.
Rathje, mir geht es um Schlagworte wie: wird aufgesaugt wie bei einem Schwamm…“ Die Zusammenhänge sind mir schon bekannt, sonst hätte ich ja nicht die Heidebauern genannt. Wer den Zeitfaktor mit einbezieht, der kommt auch an….aber da die Welt ja so schnell unterzugehen droht, scheint bei der Rettung keine Zeit für langfristige Sichtweisen zu sein.
Ich habe sowieso den Eindruck, man will die Menschen lediglich für die Wiedervernässung der Moore vorbereiten, denn Acker ist ja nicht mehr nötig in diesem Land. Zusätzlich gibt es vertikal -farming, ganz ohne Boden oder Humus. Qui bono?
Auch grundwasserferne Sandböden in Nordseenähe bei um 800 mm Niederschlag haben bis über 3 % Humusgehalt und sind dann auch anders nutzbar als Sandböden in Ostbrandenburg mit 400 -500 mm Niederschlag. Hier liegen die Humusgehalte natürlich eher bei 1,2 – 1,5 % das ist maximal bis 2,5 % anzuheben … dann aber mit erheblichem Material-Input. Wenn sie das Input-System wieder verlassen, kehrt der Humusgehalt (wie gesagt C org) innerhalb weniger Jahre wieder auf die dem Standort entsprechenden 1,2 – 1,5 % zurück.
Thomas, das ist natürlich so.
Gabe Brown , ein amerikanischer Farmer hat in einem Buch über seine 40 Jahre als Landwirt geschrieben .
Aussage von ihm :
Es ist egal vieviel es übers Jahr regnet , Hauptsache ist ,das der Acker den Regen der fällt, auch hält.
Den Satz musste ich 3 mal lesen , bevor ich kapiert habe , was er sagen wollte.
Er ist mit runtergerockten Böden in den Great Plains angefangen , Regen ist da genauso Glückssache wie in Brandenburg,
und hat sich irgendwann auf regenerative Landwirtschaft konzentriert, ist wieder mit Viehhaltung/Mutterkuhhaltung angefangen, um die Ackerflächen im Wechsel als Grünland fit zu machen .
In Estland hab ich in den letzten 20 Jahren immer mal wieder einen guten Freund besucht , und viel deren Landwirtschaft mitgenommen.
Dort wächst Silomais nur bedingt , weil es einfach kälter im Frühjahr bis in den Juni ist.
Deswegen produzieren die dort auf ca 25 %der Ackerflächen Kleegras im Wechsel , um die Kühen zu füttern. Ergebnis sind natürlich Top Böden , die noch vor der Wende Brachland waren , weil mäßige Sandböden im Ursprung.
Also Thomas ,rechts ist Gas , geht auch in Brandenburg.
Keine Frage, mit Vieh geht vieles … nur sind wir aktuell hier bei 0,2 GVE angekommen … und die sind meist noch auf wenige Betriebe konzentriert. Tut mir leid, ich bin da nicht optimistisch.
Estland hat 700 mm und eine bessere Niederschlagsverteilung, kalte Winter und damit bessere Bedingungen zur Humusbildung.
Bei einem Bio-Großbetrieb (ü. 1.000 ha Acker) in meiner Nähe liegt Roggen und Dinkel schon mehr als überjährig im Lager. Der Betrieb ist viehlos, sonst aber gut aufgestellt (Biogas etc.). Probleme die Ware loszuwerden gibt es trotzdem. Versuche mit Schälen (Dinkel) und Polieren (Roggreis) bringen Entspannung, sind aber kaum eine Lösung für große Mengen. Ihr Betrieb @Kemetbauer ist mit der Mischung von Acker- und Grünland plus Rinderhaltung für den Bio-Bereich sicher besser kombiniert. Die größten Probleme werden sicher die „Nischíes“ kriegen.
Die Problemlagen und die Lösungsansätze sind halt mannigfaltig.
Ich prophezeie mal, dass die Mehrheit der Bürger sich zukünftig aus den moralisch hochveredelten Produktgruppen verabschieden wird und nur noch die 10% „Reichen“ sich den Luxus eines „besseren“ Essens leisten wird wollen. Der gesetzliche Standard sollte für den Bürger ausreichend Maßstab für Menge und Sicherheit liefern können….sofern man die Erzeuger noch erzeugen lässt. Die Zukunft wirds zeigen, die Vergangenheit ist vergangen…. 😉
1. Interessant zu hören und zu lesen, das die ökonomisch besten Zeiten für die Biobetriebe die Zeiten waren, in denen der Staat nicht mit Fördergeldern welcher Art auch immer „aktiv“ war.
2. Warum soll der Steuerzahler eigentlich das „bessere“ Essen der 10% „Reichen“ subventionieren?
Der Staat sollte die ganze Subventioniererei im Agrarsektor, was die ökonomische Seite betrifft, aufgeben. (Ausnahme: der agrarsoziale Bereich).
Die verzerrenden Wirkungen helfen dem einen oder anderen (schön für ihn), schaden gleichzeitig aber auch der Mehrzahl der nicht Begünstigten.
Kein Bauer ist besser kontrolliert als der deutsche gläserne Hof und dessen gläserner Betriebsleiter.
Warum wohl werden unsere Erzeugnisse zum Aufmischen von Importware herangezogen, damit die gesetzlich installierten Parameter passen…!?
@uWw
Das ist ziemlicher Unfug. Durchschnittlich werden die deutschen Betriebe alle 28 Jahre einmal kontrolliert. D.h., in jeder Generation einmal. Anders sieht es da bei den Ökos aus. Jedes Jahr stehen die Kontrolleure vor der Tür.
„Jedes Jahr stehen die Kontrolleure vor der Tür.“
vom eigenen Öko Verband oder von staatlichen Stellen?
Werden nicht alle Landwirte regelmässig u.a auch über Satelliten überwacht?
Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett ? Genau wie die
Öko´s wird jeder Betrieb jährlich kontrolliert. QS GAP ist ebenso „freiwillig“ wie die Ökokontrolle. Wer liefern will, muss zertifiziert sein. Und QS und Öko Kontrolle sind ja nur ein Bruchteil der Kontrollen. Ihre Gemeinsamkeit ist die Regelmäßigkeit.
Ich hatte daneben in den 35 Jahren meiner „nachwendischen“ Selbständigkeit 5 Zollkontrollen. 4 CC Kontrollen, 12 Fachrechtskontrollen, 2 Betriebsprüfungen und 3 x Berufsgenossenschaft. Dazu kommen die Lohnprüfungen der Rententräger alle 4 Jahre rückwirkend. Alle 28 Jahre wäre netter.
Im Rahmen meiner Absatzgenossenschaft ist das übrigens noch viel extremer mit der Anzahl und Häufigkeit verschiedenster Kontrollen.
Das mit den 28 Jahren ist mittlerweile genauso in die Hirne eingebrannt wie der angebliche Gebrauch/Verbrauch von 15.000 kg Wasser für 1 kg Rindfleisch.
Unausrottbar!
@TB
Eine kleine Anfrage an die Bundesregierung aus 2018, gestellt von Grüne und FDP ergab, dass die Tierhaltungsbetriebe in D. in der Vergangenheit im Bundesdurchschnitt alle 17 Jahre kontrolliert wurden. In SH sogar nur alle 37 Jahre und in Bayern nur alle 48 Jahre. Für alle ldw. Betrieb wurde der Zeitraum von 28 Jahren mitgeteilt.
Wenn man eurer Produktion nicht traut und ihr deshalb QS und sonstige mit einer vertrauensbildenden Maßnahme beauftragen müsst, ist das eure Angelegenheit. Meine Aussage bezog sich auf sogen. amtliche Kontrollen.
btw: In der augenblicklichen Situation fragt kein Schlachter bei der Nachfrage nach Schlachtrindern nach QS. Scheint wohl nicht so bedeutend zu sein. Eine ABM für Landwirte eben.
@kemetbauer: Seit wann sind die von Ihnen angeführten Öko-Kontrollen amtliche Kontrollen. Ich dachte immer, Öko macht man freiwillig aus Überzeugung. Der eigentliche Kontrollwahn ist doch durch die Landwirtschaft und den Handel selbst generiert. Das ist im Öko-Bereich doch nicht anders. Der Zertifizierungswahn hat doch längst ein Eigenleben entwickelt. Alle Zertifizierer übertreffen sich mit ständig neuen Ideen und Detailausweitungen. Das ist bei den Öko-Kontrollstellen nicht anders als bei QS oder sonst welchen Erbsenzählern.
Den Eindruck zu erwecken, nur die amtlichen Kontrollen wären solche, ist abenteuerlich.
@RS
Wenn die 10% sich vollumfänglich ökologisch ernähren würden, hätten wir in der Erzeugung noch Luft nach oben. Die realistischen Werte sind geringer.
@TB
Wenn sie sich unter den „alten“ Ökobetrieben umsehen, dann finden Sie dort nur ganz wenige die keine Veredlung betreiben. Dafür gibt es gute Gründe. Wie sagte noch H. Vogtmann: Öko ohne Mist, ist Mist! Drastisch aber sehr zutreffend.
Diese „11 Mio Tonnen verschwendete Lebensmittel pro Jahr“, zur Hälfte den 45 Mio. Haushalten zugeordnet, sind Teil der Propaganda, dass es den Deutschen zu gut geht. „Jeder Verbraucher 75 kg wirft 75 kg Lebensmittel im Jahr weg.“
Im Grund dürfte ja sachlich gesehen, damit es LEBENSMITTELverschwendung ist, nicht der nun mal anfallende Bioabfall (z.B. Bananenschalen u.ä.) gemeint sein.
Doch siehe da „Dazu zählen vermeidbare Abfälle wie zum Beispiel übrig gebliebene Speisereste und nicht verkaufte Lebensmittel, aber auch nicht essbare Bestandteile wie Nuss- und Obstschalen, Strünke und Blätter, Kaffeesatz oder Knochen.“ https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-lebensmittelabfaelle-deutschland.html
Die schlagen uns also tatsächlich auch die echten Abfälle als Lebensmittelverschwendung um die Ohren. Eine systematische Propagandalüge. Kein Dankeschön fürs Weitererzählen der Lüge.
Keine Angst Peter, da das Containern demnächst straffrei ist, werden viel weniger Lebensmittel weggeworfen, da sie vorher gerettet worden sind. 🤡
Vielen Dank Herr Krämer, deshalb liebe ich diesen Blog. Denn hier sind Leute unterwegs, die versuchen die Landwirtschaft und darüber hinaus nicht durch die Mainstream-Brille zu sehen.
Der Mainstream hat sich ja außerhalb der Landwirtschaft gebildet.
Hier wird nur versucht damit umzugehen.
Danke Herr Krämer,
für die Zusammenfassung der „Zeit“ – Konferenz.
Auf LinkedIn ist der von Herr Krämer zitierte Malte Rubrach sehr gut im Gange, um Diskussionen über Landnützung und Ernährung mit Zahlen im realistischen Verhältnissen zu erklären. Respekt!
Eine Konferenz, in der das Publikum sich empört weil niemand einschreitet wenn jemand das Kind beim Namen nenn (Zigeunerschnitzel), ist per se nicht ernst zu nehmen.
Didier, ich war bereits zweimal auf dieser von der Zeit organisierten Veranstaltung. Das Publikum war immer einseitig urban-links-grün-woke angehaucht. Beim letzten Mal, als ich da war hatte der Caterer gewechselt, und sie bekamen es nicht einmal hin, alle Besucher mit ausreichend veganen Speisen zu versorgen, geschweige denn ausreichend Kaffee. 😎
Was erwartet man auch sonst für ein Publikum, wenn man zu einer Veranstaltung der ZEIT geht? Schon das Kommentariat ist handverlesen „einseitig urban-links-grün-woke“ zum Teil mit Unterton a la Gulag-Wache.
Dahin gehen, „wo es weh tut“.
Der gesellschaftliche Diskurs in D ist geprägt von dysfunktionalen Tabus, die nur dem Machterhalt oder der Machtgewinnung diesen sollen.
Gut, dass der DLG ein Einstieg in die großstädtische „einseitig urban-links-grün-woke“ Blase gelungen ist.
Nur weil man mal dort war ist doch längst kein Einstieg in eine Blase gelungen. Die beten da morgen immer noch die gleichen Mantras runter.
@Schubert
Lesen Sie doch bitte die Texte genauer! Die DLG und die Unternehmen der Agrarbranche waren Mitveranstalter und hatten das Programm maßgeblich mitorganisiert und -gestaltet. Die waren nicht einfach mal da!
Ich hatte nicht von mir oder anderen Einzelpersonen wie z.B. R.S. oder D.T. gesprochen.
Schön zu hören, dass in einigen Diskussionen Vernunft einzieht. Es wird aber eine Ewigkeit dauern all die bunten Erzählungen, Halbwahrheiten und Lügen aus den Köpfen zu bekommen. Selbst die längst widerlegten Erzählungen (Bienensterben, BSE, Methan und Rinderhaltung, Krefeld Folklore) werden einem vom „gemeinen Volk“ immer noch und immer wieder um die Ohren gehauen.
Zudem werden die Protagonisten der Agrarwende und die Spenden NGO´s weiterhin daran arbeiten ihre Erzählungen aufrecht zu halten.
Staatliche Gelder werden aber auch für diesen Sektor knapper.
Allerdings sind das Geschäft mit privaten Spenden und die Verflechtung der damit befassten Organisationen weit fortgeschritten. Aus meiner Sicht so weit, dass sie die Gestaltung des Zusammenlebens über demokratische politische Prozesse der gewählten Parlamente und Parteien unterlaufen und konterkarieren. Dem gehört dringend Einhalt geboten.
@TB
Sie halten BSE und Methan, als Stoffwechselprodukt der Wiederkäuer, für widerlegte Erzählungen? Die wissenschaftliche Erkenntnis und deren z.B. ökologische Relevanz, sind zwei Paar Schuhe.
Sind Ihnen alternative Wertschöpfungen geläufig, um das unter höchstem Schutzstatus stehende Gründland für den Flächeneigentümer nutzbar machen zu können!?
Für meine Begriffe steht es fremden Dritten jedenfalls nicht zu, hierüber per administrativem Diktat zu verfügen.
Genau eben ein solcher Vorschriftenkatalog manifestiert, dass die Nutzungsbestimmungen heute einzig und alle in unseren verstaubten Amtsstuben ganzheitlich verwaltet werden.
Etwa ein Drittel der LN hier in Deutschland ist absolutes Dauergrünland. Gegenwärtig gibt es kaum andere sinnvolle Verwertungsmodelle jenseits des Wiederkäuermagens. Eine dahingehende Klimaschädlichkeit hat man in Reihen von Politik, begleitender Wissenschaft, laut wiehernder Amtsschimmel, offensichtlich nicht ernsthaft auf dem Schirm, ansonsten hätte man sich ergebnisorientiert doch längstens mit der Zukunft befasst.
Einzig und allein ein perfides „Zwei- und Vierbeinerbashing“ als bedrohliches Damoklesschwert über unseren Höfen zieht nach wie vor seine Kreise. Armselig, oder!?… – Besser machen, werter Kemetbauer!
@uWw
Sie sollten meinen Kommentar richtig lesen. Die wissenschaftliche Erkenntnis ist die eine Sache und die ökologische Relevanz ist eine andere, hatte ich geschrieben. Ist das so schwer zu lesen? Dass Rinder, wenn sie denn auch Weidegang haben, ökologisch im positiven Sinne bedeutsam sind, dürfte wohl jedem Fachmann klar sein.
Bisweilen habe ich das Gefühle, dass, wenn einige hier nur K…… lesen, die Scheuklappen zum Vorschein kommen.
Zum Rest Ihres Kommentars sage ich nichts. Der immer gleiche Sermon.
Jetzt wirds lustig….ich hol schon mal Popcorn!🦄🤡
Udo Pollmer hat zu mir gesagt. dass die ganzen BSE-Rinder in England mit Hormonspritzen infiziert wurden.
So wie es ein Schweine- Insulin gab (gibt?) , gab es auch Rinder-Hypophysen- Hormone. Da hat man versehentlich
mal ein BSE-Hirn mit verarbeitet und dann die verseuchten Pharma-Produkte weltweit exportiert. Da gibt es was vertuschen!
So ist die Geschichte um BSE viel logischer. In Bayern gab es zu Zeiten der ersten BSE-Krise ein Programm, wo sie den Bauern 5 Pfg. Prämie pro Kilo SG bezahlt haben, wenn sie alle medizinischen Eingriffe bei den Tieren dokumentieren. An den TBAs hat man die toten Rinder auf BSE untersucht und wenn ein Fall auftaucht fährst zum Bauern und schaust nach den Medikamenten.
Ich habe auch erst nach der Aussage von Pollmer realisiert, dass das QHB ein BSE-Programm war.
Wenn BSE ein Pharma-Problem war und beim Fleisch essen nichts passiert ,dann kannst auch verantworten Bayern als BSE-frei darzustellen.
Nach der 2. BSE-Krise wurde die Medikamenten-Dokumentation ja europaweit vorgeschrieben.
Den zweifelhaften Charakter haben jene Bauern. die sich mit der Tiermehl-Story bereichert haben.
Deswegen sind wir ja alle noch Nazis für diese Köpfe, wo es noch lange dauert diese Vorurteile rauszubekommen.
Sind halt die ewig gestrigen von heute