Bauer Willi
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Familie oder Staat?

Ich habe neulich einen Podcast verlinkt mit dem Titel „Realität gegen Alarmismus“. Darin wird mehr Markt statt staatlicher Eingriffe gefordert. Aber in Diskussionen wird immer wieder der Anspruch geäußert, „dass das doch der Staat regeln muss“. Doch wer ist der Staat? Wie sollen die Ansprüche finanziert werden? Und wer hat diese Aufgaben eigentlich „früher“ wahrgenommen? Und was ist mit Kündigungsschutz, Mindestlohn und dem Sozialsystem?  Ich habe mich darüber mit Jürgen Donhauser unterhalten, der Landwirt war und jetzt Diakon ist. Den Betrieb hat er an die nächste Generation weitergegeben.

  • Jürgen, wie viele Generationen leben bei euch? Und wo leben Sie?

Im Haus zusammen direkt am Hof derzeit nur 2 Generationen – meine Eltern mit fast 88 und 89 Jahren und meine Ehefrau und ich. Simon, als Hofnachfolger, hat sich mit seiner Frau und zwei Kinder vergangenes Jahr in der Nähe ein eigenes Haus gekauft. Auch als Kapitalanlage, denn in Sachen Geldsicherheit und Inflation wollte er lieber sein Erspartes in physische Werte anlegen. Aber alle unsere Söhne wohnen in unmittelbarer Umgebung. Nur Josef, der Mittlere, ist vor kurzem mit seiner Freundin ausgezogen auf den Betrieb seines Arbeitgebers. Und ist am weitesten enfernt – 52 km.

  • Habt ihr täglich Kontakt miteinander? Und wie klappt das mit dem Altersunterschied?

Außer mit Josef jetzt, haben wir eigentlich mit allen täglich Kontakt. Da ja auch alle noch auf dem Betrieb auf unterschiedliche Art und Weise Aufgaben erledigen und sich gegenseitig helfen, ist dies ein ganz natürlicher Vorgang. Zudem haben die Söhne ein rituelles, gemeinsames Kaffeetrinken im Laufe des Vormittags eingeführt. Die zwei E-Autos (von uns und den Großeltern) die durch unsere eigene PV-Anlage geladen werden, sind dadurch automatisch zum Car-Sharing geworden. Genauso wie unser 30 Jahres altes Wohnmobil, das inzwischen fast alle für ihren Urlaub nutzen. Das alles, nur um einige Beispiele des Ergänzens und Synergieeffekte im Miteinander zu nennen.

Natürlich ergeben sich durch den Altersunterschied auch unterschiedliche Meinungen, Werte und Prioritäten. Es wäre gelogen, wenn es nicht so wäre. Aber dies ist doch auch aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen, Zeitenwandel und gesellschaftlichen Umbrüchen doch selbstverständlich. Die Frage ist doch: „Konzentriere ich mich auf die Probleme, oder sehe ich auch die Vorzüge einer „Großfamilie.“

  • Auch wir waren vier Generationen auf dem Hof. Unsere Mutter lebte bis kurz vor ihrem Tod (mit fast 101 Jahren) mit uns unter einem Dach, aber in getrennten Wohnungen. Uns ist klar, dass das ein äußerst seltener Fall war. Warum sind heute die Pflegeheime so voll?

Zum einem, weil durch die finanzielle Situation und die zunehmende Mobilität die Lebenslinien ganz anders verlaufen wie früher. Nach der Schule steht die Frage an: „Was studiere oder erlerne ich“. Früher wurde in direkter Umgebung eine Uni und Hochschule oder eine Lehrstelle gewählt. Mit der Mobilität und wachsendem Wohlstand stand plötzlich die Frage im Raum „was würdest Du denn gerne werden“ und nicht „was gibt es in der Nähe für Möglichkeiten“. Es stand also nicht mehr zielgerichtet im Vordergrund schnellstmöglich einen Beruf anzustreben um auf finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, sondern Freiheit um sich selbst zu verwirklichen. Und dies ohne zuerst über die finanzielle Tragfähigkeit nachzudenken, da entweder der Staat oder die Eltern in dieser Zeit die Existenz absicherten. Kein Wunder, dass wir mit dieser Art und Weise am Arbeitsmarkt vorbei ausbildeten. Zu wenige Facharbeiter, aber zu viele Akademiker und Bürokraten in den Ballungszentren. Dies führte automatisch zu weiteren Entfernungen und Zerfall von Familienstrukturen in der Nähe. Spätestens im Alter mit zunehmenden körperlichen Einschränkungen ist niemand mehr vor Ort der unterstützen könnte.

Meine beiden ältesten Söhne lernten Landwirtschaft und machten dort ihren Meister. Unser dritter Sohn wollte nach dem Abitur unbedingt studieren. Meine klare Ansage: „Das kannst Du gerne machen, aber wähle Dir einen Studiengang mit Zukunft und den Du in der Nähe absolvieren kannst. Denn wir können dich nicht wirtschaftlich unterstützen“. Was bedeutete, kein Studium das eine Wohnung oder Unterbringung weit weg nötig macht. Fazit: er studierte in der Nachbarstadt an einer Fachhochschule Maschinenbau im Dualem Studium. Das bedeutete, dass er zu Hause weiter wohnen konnte, in den Semesterferien bei der Landmaschinenfirma Horsch arbeitet (deswegen Duales Studium, damit er zwischendurch auch automatisch den Fertigungsmechaniker mit absolvierte), und in seiner Freizeit noch am Hof einen Mini-Job hatte. Derzeit pendelt er mehrmals in der Woche mit dem Zug in die nächste Großstadt für sein Masterstudium.

Zum zweiten ist natürlich der Trend zu zwei Vollzeitbeschäftigten in einer Ehe ungebrochen. Wer tritt kürzer und verzichtet auf Einkommen und Unabhängigkeit um für gebrechliche Eltern da zu sein? Also verlagert man diese Aufgabe an das Pflegeheim.

  • In einem Pflegeheim zu wohnen ist ja teuer. Wir alle zahlen in die Pflegeversicherung ein. Wir werden immer älter. Wie soll das eigentlich weitergehen? Verlagern wir nicht immer mehr Aufgaben, die „früher“ von der Familie geleistet wurden, auf den Staat?

Ich denke der Hauptgrund ist „Freiheit“und „Selbstverwirklichung“. Dies hat zur Folge: mehr Single‘s, weniger Kinder und dafür unverbindlichere Haustiere, mehr Scheidungen. Jahrtausende hatten die Menschen keine Wahl und die einzige Lösung und Sicherheit um nicht in „Not zu geraten“, war die Großfamilie. Natürlich war dies kein „Zuckerschlecken“. Immer dort wo Menschen ohne freie Entscheidung zu etwas „gezwungen“ werden, ist dies mit großen Kompromissen verbunden. Wenn dann Mitmenschen ganz anders ticken und das Zusammenleben schwierig machen, dann ist dies eben oftmals schwer auszuhalten – man möchte lieber vor diesen Konflikten flüchten. Was ja auch viele tun und als Befreiung empfinden.

Mit der Einführung des Sozialsystems, das ursprünglich in Ausnahmefällen als „Auffangnetz“ für unschuldig in Not geratene gedacht war, entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zu einer „Hängematte“ von Unmotivierten. Die Anzahl der Empfänger steigt unaufhörlich, nicht nur wegen der Flüchtlinge. Ebenso verhält es sich mit den Alten- und Pflegeheimen. Ursprünglich erdacht für Personen die keine Angehörigen hatten, die sich um sie kümmerten, so wird es inzwischen immer mehr zum Standard. Dass diese Verlagerung auf den Staat (das sind wir alle) nicht auf Dauer funktionieren kann, war schon lange klar.

  • Kannst Du noch weitere Beispiele anführen, wo die Familie vom Staat ersetzt werden muss? (Kindergarten ab 12 Monate, Ganztagsschule, Integration von Geflüchteten ….)

Ich arbeite ja inzwischen als Klinikseelsorger. Ich erlebe hier täglich wie diese ursprünglichen Aufgaben der Familie auf den Staat abgewälzt werden. War früher das Klinikum eigentlich für die Versorgung der Kranken zuständig, so dehnt es sich inzwischen weit über die Krankenversorgung hinaus aus. In den Alten und Pflegeheimen muß ja auch enorm gespart werden. Das heißt konkret, die Zeit für den Einzelnen ist immer enger getaktet. Wie soll man also noch in den heißen Sommermonaten sicherstellen, dass allen ausreichend Flüssigkeit eingeflößt wird. Dies hat zur Konsequenz, dass eigentlich Menschen aus Alten- und Pflegeheimen Anzeichen von Dehydrierung bekommen und somit zum Fall für das Krankenhaus werden. Dort können und müssen sie mit Infusionen wieder aufgepeppt werden. Zudem spürt man die Urlaubszeit, in der sowohl die Angehörigen, als auch Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen sich gerne den eigenen Freiraum schaffen, in dem sie dann die Patienten im Krankenhaus „abladen“. Es werden die Alten zum Sterben gebracht. Der Tod wird aus dem Lebensumfeld vollends als natürlicher Bestandteil des Lebens verbannt. Also werden Palliativstationen und Hospize ausgebaut, denn zum Sterben ist Zuhause keine Zeit und kein Platz mehr.

  • Eine Bekannte, die als Kindergärtnerin (heute sagt man wohl Erzieherin) arbeitet, erzählte mir, dass die Zahl der Kinder, die sie faktisch als Ersatzmutter betrachten und menschliche Nähe suchen, sich ihr an den Hals werfen und schmusen möchten, immer mehr zunimmt. Offensichtlich fehlt ihnen was. Löst sich die Familienbindung immer mehr auf?

Ist doch auch ganz logisch. Einfache Frage: „Wie viel Zeit verbringt das Kind unter solchen Bedingungen bei den berufstätigen Eltern, und wie viel Zeit verbringt es mit der Erzieherin?“. Und eine enge Verbindung entsteht eben durch Begegnung. Für mich stellt sich dann aber die Frage: „Warum möchte ich dann überhaupt Kinder bekommen, wenn ich dann andere Prioritäten setze?“ Denn mein „Haus, mein Boot, mein Auto“ benötigen Einkommen und damit Arbeitszeit – Zeit aber ist das kostbare Gut, dass man seinen Kinder so vorenthält.

  • Die Alten wie wir, also die Babyboomer, werden immer mehr und dank der medizinischen Versorgung auch immer älter. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Kinder ab. Das kann ja auf Dauer nicht gut gehen. Hat unser Bundeskanzler also Recht, wenn wir uns den Sozialstaat wie heute bald nicht mehr leisten können?

Absolut, aber keiner möchte Abstriche machen. Jeder besteht auf seinem bisherigen Lebensstandard. Nicht nur der Bundesrechnungshof hat erkannt: dieses System ist so nicht haltbar. Die Forderungen der jungen Generation, die Babyboomer finanziell einzuschränken, ist erst der Beginn eines Generationenkonfliktes, der hoffentlich noch friedlich und mit Vernunft zu lösen sein wird. Aber ich befürchte, das Politiker, wie damals Norbert Blüm mit seinem Spruch„die Rente ist sicher“, weiterhin einfach nur auf Zeit spielen. Die Babyboomer sind derzeit immer noch das wichtigere Wählerklientel um das politische Überleben zu sichern.

  • Ich denke, dass viele Menschen erkennen, dass unser Sozialsystem an seine Grenzen kommt. Hast Du eine Idee, wo man für die Zukunft umsteuern müsste? Wie nehmen wir den Einzelnen wieder mehr in die Verantwortung?

Was für uns Landwirte oft noch selbstverständlich ist, ist für die meisten Mitmenschen so weit weg wie der Mond von der Erde. Wir müssen wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen. Wir müssen wieder Familienstrukturen anstreben die Kinderbetreuung, Pflegeversorgung und Altenbetreuung selbst schultern können. Die Lockdowns in der Pandemie haben uns gezeigt, wie wertvoll ein intaktes Familiennetz ist, wenn plötzlich Kinderkrippen bzw. -gärten und Schulen geschlossen sind. Wir haben erlebt, dass Pflegebedürftige in Heimen vereinsamten und niemand die Hand hielt beim Sterben. Wir sind zutiefst soziale Wesen, die aber dachten, Freiheit und Luxus würde uns mehr Glück und Zufriedenheit schenken als persönliche Begegnungen. Manche meinen,  durch eine Verlagerung weg von persönlicher Freiheit zu mehr Eingebundensein in Familie würde man etwas verlieren. Das mag sein. Man „verliert“ etwas, bekommt aber auch gleichzeitig ein „Geschenk“ das nachhaltiger trägt. Die letzten Stunden am Bett der sterbenden Mutter sind mehr wert als Geschäftstermin der mir mehr Einkommen verspricht. Voneinander abhängig sein wurde leider Gottes in den vergangenen Jahrzehnten immer nur negativ definiert. Die Freiheit stand über alles und hat uns da hin geführt wo wir heute stehen – oftmals sehr einsam.

Ein pragmatischer Punkt trotzdem noch, ohne dass ich Wasser auf die „rechten Mühlen“ geben möchte. Nüchtern betrachtet beziehen zu viele Empfänger Geld aus dem Sozialsystem, obwohl sie noch nie einbezahlt haben. Die Zahlen sprechen diesbezüglich eindeutige Worte. Alleine die jüngste Zahl der historisch niedrigsten Geburtenrate deutschstämmiger Frauen einerseits und gleichzeitig höchste Ausgabe für Kindergeld seit Bestehen andererseits, untermauert dies nochmals. Wenn dann auch noch ein nicht unerheblicher Teil dieses Kindergeldes nicht in Deutschland verbleibt, sondern an Kinder in den Herkunftsländern fließt, dann wurde der ursprüngliche Gedanke, etwas Gutes zu tun für  die sogenannten „Gastarbeiter“, pervertiert. Bei einigen wird alleine diese Aufzählung zu Schnappatmung führen und der Stempel „Rechter“ gezückt. Ich stamme aber aus einem Sozialdemokratischen Elternhaus und wurde so geprägt, aber die wichtigste Botschaft die mir mitgegeben wurde lautete: „Verharre nicht in Ideologie und scheue keine Diskussion – Redet miteinander und nicht übereinander.“

Lieber Jürgen, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Anregungen.

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97 Kommentare

  1. Und ich als Bauernkind wurde damals, Anfang der 60iger beneidet
    und Ende der 60iger bedauert.

    Weil die Nichtbauern durch die Sozialversicherungen, wo die selbstständigen wie Bauern nicht drin waren und Gewerkschaften noch gestärkt wurden.
    Und sich vom Staat irgendwie mehr Rechte erkämpfen konnten.

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  2. Jürgen Donhauser sagt

    Jetzt bin ich beeindruckt. Reinhard Seevers zitiert Charly Kirk – was so ein Artikel alles bewirken kann.

  3. Andreas sagt

    Leider könnt ihr Jungen euch nicht mehr daran erinnern, wie es zwischen 1944 und 1948 war, als 11.900.000 Deutsche im Osten ihre Heimat verlassen mussten. Wie war es möglich ohne große gesellschaftliche Konflikte fast 12 Mio. Menschen, die weitgehen mittellos ankamen, in die neue Bundesrepublik zu integrieren ? Das wurde bekanntlich über das Gesetz über den Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz, LAG) vom 14. August 1952 geregelt. Dieser Lastenausgleich erfolgte dadurch, dass diejenigen, denen erhebliches Vermögen verblieben war (insbesondere betraf das Immobilien), eine Lastenausgleichsabgabe zahlten. Die Höhe dieser Abgabe wurde nach der Höhe des Vermögens mit Stand vom 21. Juni 1948, dem Tag nach Einführung der D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen, berechnet. Die Abgabe belief sich auf 50 % des berechneten Vermögenswertes und konnte in bis zu 120 vierteljährlichen Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds eingezahlt werden. Mein Vater bezahlte fast bis zur Hofübergabe an mich jährlich diesen Lastenausgleich. Und heute, da besitzen die reichsten 10 % der Deutschen mindestens 63 % des Volksvermögens. Ein Mini- Lastenausgleich bei diesen 10 % der Superreichen würde sofort alle Probleme der deutschen Sozialversicherungen beheben. Aber viel einfacher ist es bei den Ärmsten der Armen zu sparen.. da sind sich alle einig.

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    • Peter Schubert sagt

      Beim LAG ging es darum, die bei den Deutschen sehr unterschiedlich aufgeschlagenen Lasten des 2.WK auszugleichen. Einige hatten völlig schuldlos gar nichts mehr und andere, ohne dass es irgendwie ihr Verdienst gewesen wäre, hatten noch alles.

      Um zu den reichsten 10 % der Bevölkerung in Deutschland zu gehören, benötigt man heute ein Nettovermögen von etwa 216.000 Euro oder mehr, wobei der Durchschnitt in dieser Gruppe bei etwa 639.000 Euro liegt. (Sagt Google, es gibt auch andere Zahlen,) Es sind also doe reichsten 10% keineswegs alles Superreiche, das ist nur eine übliche linke Verdrehung der Wahrheit.

      Mit welcher Begründung wollen sie heute also jeden, der auch nur eine bezahlte Wohnung besitzt, belasten?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn der Arbeitnehmer 1.500 Euro Rente im Monat hat, hat der eine Rentenanwartschaft von 450.000 Euro, wenn er 90 Jahre alt wird.
        Ein Landwirt, muss, um denselben Lebensstandard finanzieren zu können, 270.000 auf der hohen Kannte haben. So schnell gehört man zu den Reichen.

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        • Rolf Sieling sagt

          Der Unterschied ist auch, das die Rentenanwartschaft quasi ein ungedeckter Scheck ist. In der privaten Altervorsorge verzinst sich das vorher versteuerte Kapital. Ich wünsche jedem Rentner, wegen der Altersheim Kosten 3500€/Monat, soviel Gesundheit um sein Geld woanders auszugeben.

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        • Peter Schubert sagt

          Abzinsen des Wertes der Anwartschaft auf 30 Jahre nicht vergessen, stumpfes Multiplizieren der ersten Jahresrente mit 30 ist nicht.
          Und 1.500 Euro Rente ist echt bescheiden wenig, schon am Anfang der 30 Jahre und erst recht am Ende davon.

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    • Arnold Krämer sagt

      Einen Lastenausgleich würden mehr als 10 % der Reichsten ohne großes Murren akzeptieren, wenn sie den Eindruck haben könnten, dass der Staat mit dem normalen Steuergeld, das ja auch überdurchschnittlich bei ihnen kassiert wird, sinnvoll und sparsam umginge. Gerade das tut er aber nicht. Und darüber müssen wir auch nicht kontrovers diskutieren.

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      • Kemetbauer sagt

        @AK
        Das halte ich mal für eine fadenscheinige Ausrede. Diese Verwendungszweifler könnten ja auch spenden. Oder kommt dann die gleiche Ausrede?

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        • Arnold Krämer sagt

          Hohe Steuerbelastung und gleichzeitig eine Spendenkultur wie z. B. in Amerika passen nicht zusammen.

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          • Kemetbauer sagt

            @AK
            Die hohe Steuerbelastung muss man natürlich auch etwas differenzierter betrachten. Wir haben hohe Steuern auf Leistung (Arbeitseinkommen und Gewinn) und sehr mäßige Steuern auf leistungslose Einkommen, z.B. Kapitalertragssteuer. Die letztgenannte ist allerdings ein Bonbon für unsere Wirtschaft. So kann sie sich billiges Geld verschaffen. Das ist eine Subventionierung über die Kapital- Aktienmärkte. Das sähe vermutlich anders aus, wenn auch diese Einkommen ganz normal versteuert werden müssten.

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            • “ Wir haben hohe Steuern auf Leistung (Arbeitseinkommen und Gewinn) und sehr mäßige Steuern auf leistungslose Einkommen, z.B. Kapitalertragssteuer. Die letztgenannte ist allerdings ein Bonbon für unsere Wirtschaft. So kann sie sich billiges Geld verschaffen. Das ist eine Subventionierung über die Kapital- Aktienmärkte.“

              Aha, es ist also keine Leistung, Geld zu erwirtschaften , zu versteuern, nicht auszugeben, und es unserer Wirtschaft zur Verfügung zu stellen? Auch etwa um seine eigene Rente zu finanzieren? Oder Wohnraum zu schaffen?
              Da ist ein ziemlich eigenes, sehr enges Weltbild, Kernetbauer.
              Und ausgerechnet unseren Land zu unterstellen, es subventioniere den Aktienmarkt , ist einfach nur abenteuerlich.

              Auch die Bemerkungen zur Besteuerungen sind so pauschal nicht haltbar.
              Eine ausgeschüttete Dividende etwa wurde bereits auf der Unternehmensebene mit Gewerbe/ Körperschaftsteuer belastet, dann kommt abschließend die Abgeltungsteuer dazu, und Soli on top. Da liegen wir gerne bei etwa 48 Prozent. Sie zahlen mehr ? Glückwunsch!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Also,
                in diesem Land sind Aktionäre schreckliche Menschen, selbst wenn die für ihren Lebensunterhalt im Alter in Aktien investieren
                Im Gegensatz zu Bürgergeldempfänger, die Arbeiten könnten, aber nicht wollen. Für die hat man Mitleid

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                • Bauer Willi sagt

                  Nicht nur das: die Begrifflichkeiter des Bösen gehen noch weiter
                  – Konzern
                  – Gewinn
                  – Vermögen

                  Jeder Landwirt hat mit Hofstelle und Acket ein enormes Vermögen. Aber ist er auch reich?
                  „Wir nehmen es den Reichen und geben es den Armen“. Typische Denkweise für die links-grüne Blase.
                  Der Sozialismus ist gescheitert, Kemetbauer.

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              • Didier Terver sagt

                Der Sozialismus ist gescheitert, weil der Mensch dazu nicht passt. Der Kapitalismus scheitert ständig. Würde er nicht scheitern, wäre die Akkumulation an Kapital so gross, dass er zu massiven Aufständen führen würde, was wiederum zum Sozialismus führen würde.
                Und genau da muss der gemeine Bauer aufpassen: Das Kapital der einzelnen Betriebe wächst und wächst, genährt aus Steuergeldern….

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                • Andreas sagt

                  Dr. Willi@ Leider kennen die, die sich Christen nennen, nur den Absatz aus der Bibel:
                  Matthäus 25:29 „ Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Vor allem die C-Parteien kennen offenbar nur diesen Glaubenssatz aus der Bibel und versuchen ihn wortgetreu umzusetzen. Alles andere was in der Bibel steht, wie „
                  Mt 25,41 Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten. Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ……

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Charlie Kirk hat genau das angesprochen: Wer die Bibel wörtlich nimmt, der wird sich in Widersprüchen wiederfinden.
                  Die Auslegung des dicken Buches durch seine Anbeter wird seit Jahrtausenden heuchlerisch umgesetzt und als Ausrede für mannigfachen shit genutzt.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Erst der über 125.000 versteuerbares Einkommen hat, profitiert von der Grenze von 25 % Kapitalertragssteuer.
              Vergessen sollte man nicht, dass Kapitalerträge, aus Kapitalgesellschaften, bis zu 50 % Steuern ausweisen.

              Firmen bezahlen bis zu 30 % Gewerbe und Körperschaftssteuer, das ist bereits eine Steuer für den Eigentümer, also für Aktionäre.
              Das heißt, von 100 Euro Gewinn bleiben nur 70 Euro über.
              Diese 70 Euro werden mit 25 % = 17,50 Kapitalertragssteuer belastet, dann sind wir bei 52,50 Euro.
              Der Staat will auf die 17,50 Kapitalertragssteuer noch 5,5 Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragssteuer, dann bleiben noch 51,54 Euro über. Sollte der Steuerzahler noch einer Religionsgemeinschaft angehören, sind wir unter 50 %, die verbleiben.
              Ist der Aktionär ein kleiner Schlucker, dann kann der seine Aktiengewinne, mit dem persönlichen Steuersatz versteuern

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      • Arnold Krämer sagt

        Hier nur ein Beispiel, gerade in der NZZ gefunden:

        „Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Rekordbetrag von 11,8 Milliarden Euro für internationale Klimaprojekte bereitgestellt. Davon kamen 6,1 Milliarden direkt aus dem Bundeshaushalt – mehr als die zugesagten sechs Milliarden pro Jahr. Dies teilten das Entwicklungs- und das Umweltministerium am Montag in Berlin mit.“

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        • zmp_nachfahre sagt

          …dazu gehören auch die berühmten Radwege in Peru…
          „Klimaprojekte“ sind praktisch immer vollkommen sinnfrei – außer natürlich für die, die das Geld einstecken.

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      • Peter Schubert sagt

        „Einen Lastenausgleich würden mehr als 10 % der Reichsten ohne großes Murren akzeptieren, wenn ….“
        Was soll ich denn für Lasten ausgleichen, welche besonderen Lasten hatten denn meine Boomeraltersgenossen, die ich ihnen ausgleichen müsste?
        Jahrgang 1965, hab 1991 mit 0 bzw. eigentlich sogar mit ein paar Tausend DM Bafög-schulden angefangen zu arbeiten, meiner Frau ging es genauso.
        Wir würden jetzt, egal welche Zahlen man aus der Diskussion nimmt, schön zu den 10% Reichen gehören, auch für den „Boomersoli“ wären wir dran. Für Leute, die hier nie einzahlten oder sich für arbeitsärmere und spassigere Leben mit ordentlich Mitnahme von jeder Art Alimentierung entschieden haben?
        …. vergiss es!

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        • Der „LAG“ ist doch im vollem Gange. Alle „Kleinst-Immobilien-Eigentümer“ befinden sich in der größten denkbaren Kapital- und Vermögensvernichtungsspirale, welche für die meisten wenig greifbar, aber doch so nah ist. …läuft…„Sie werden nichts besitzen und Sie werden glücklich sein“

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    • Kemetbauer sagt

      Ein solcher Mini-Lastenausgleich wird auch deshalb nicht kommen weil ein jeder in der öffentlichen Diskussion so tun wird, als gehöre er zu den 10%. Ich verspüre schon wieder diesen nicht enden wollenden Lachreiz.
      Genau so ist es bei der Erbschaftssteuer. Betriebsvermögen bis 20 Mio. sind komplett geschont. Trotzdem tut jeder Landwirt so, als sei er von der Steuer betroffen.

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    • „Ein Mini- Lastenausgleich bei diesen 10 % der Superreichen würde sofort alle Probleme der deutschen Sozialversicherungen beheben.“
      @Andreas Aufgrund der Flächenausstattung sowie der Gebäude inkl Wohnhaus gehören ja dann Landwirte auch zu den “ Vermögenden und Superreichen“. Wie hoch sollte dann der Mini- Lastenausgleich in % des Vermögenswertes zusätzlich zu Steuern u.a Grundsteuer etc sein um die genannten Probleme zu lösen?
      Was bevorzugen sie jährliche Zahlung oder Einmalzahlung oder gar Erhöhung der Grundsteuer?

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      • Thomas Bröcker sagt

        Einfach mal auf 1948 (separate Währungsreform in den Gebieten der Westalliierten) schauen. Mit der Währungsreform wurden schuldenfrei Privathäuser und Wohnungen mit 50 % des Wertes mit Zwangshypotheken belegt. Der Freibetrag nach Neubewertung des Immobilieneigentums 1948 lag bei 5.000,- DM. Die Beträge wurden m-E. kaum erlassen, sondern von den Bürgerlein fleißig abgezahlt.
        Ich denke, das man in den „oberen Etagen“ Ähnliches plant. Man kann nur hoffen, dass (wie bei den letzten Währungsreformen) nicht wieder ein Krieg vorgeschaltet wird um einen Grund für solche Zwangsmaßnahmen zu generieren. Die Aufrüstung und „Wehrrethorik“ wecken üble Erinnerungen.

        PS.: auch damals 1914 und 1939 hat kaum Einer geglaubt, dass das so ausarten könnte

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        • die letzte Währungsreform in Deutschland war am 1 Juli 1990. Der Umtausch DDR Mark in DM hat zu erheblichen Lasten nicht nur für das Rentensystem sowie höhere Steuern geführt. Zum Glück lief es friedlich ab denn nachdem in den 70er/80er trotz der Aktivisten im Westen nicht einseitig abgerüstet wurde war die damalige UDSSR inkl ihrer lokalen Marionetten zu schwach um ähnlich wie 1953 in Ostdeutschland oder in Ungarn und Prag die Aufstände nieder zuschlagen. Leider haben wir heute wieder Autokraten die von Großreichen träumen deshalb müßen wir leider für unseren Schutz investieren. Bis vor Kurzem hätte keiner geglaubt das dies notwendig sein würde.

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          • Reinhard Seevers sagt

            „Leider haben wir heute wieder Autokraten die von Großreichen träumen….“
            Das einzige Land, das seit dem WKII von einer unilateralen Welt träumt ist die USA. Das Ziel war immer Deutschland und Russland niemals zusammenkommen lassen und gleichzeitig den Eurasischen Kontinent so aufzumischen, dass er eroberungsfähig wird. (siehe Mackinder, heartland-theory) oder Brzezinsky, The grand chessboard)
            https://www.nachdenkseiten.de/?p=125010

            Die gesamte Weltpolitik wird nach diesem Spiel gespielt und wir lassen uns an der Nase herumführen.
            Es ist komplett egal, wer in den USA regiert, das Zeil ist seit Jahrzehnten fix und wir sind so blöd und folgen der Erzählung vom bösen Russen, welcher auch nach dem Verlust von 27 Millionen Bürger durch deutsche Truppen die Hand ausstreckte zur Zusammenarbeit. Wie unmenschlich wollen wir noch sein?

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            • Thomas Bröcker sagt

              Es ist so offensichtlich … aber die „Wochenschau – Stimmung“ vom bösen bolschewistischen russischen Untermenschen mit dem Messer zwischen den Zähnen., der, wie Putin, ukrainische Kinder oder andere zum Frühstück isst, ist noch immer in vielen Köpfen verankert: DAS nenne ich fehlende Aufarbeitung der Zeit des Faschismus. Die Fähigkeit der Analyse von Zusammenhängen und Konflikten ist völlig verkümmert … man kann gar nicht soviel fre..en wie man ko…zen möchte (um mit Tucholsky zu sprechen).

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              • Reinhard Seevers sagt

                Genau Thomas, deswegen habe ich u.a. auch keine Hoffnung mehr für dieses Land….es ist derart verblödet, dass es nur in den Abgrund gehen kann. Ich hab mich aber damit abgefunden, dass es nicht einmal mehr eine Friedensdemo geben wird, weil Politik es geschafft hat, die Kriegsgegner so zu spalten, dass sie sich nicht mehr trauen gemeinsam auf die Straße zu gehen. Rechts und Links könnten gemeinsam aufstehen, sie sind aber zur Feindschaft verdammt. Und die „normalen“ Bürger haben zusätzlich Angst, mit den falschen für Frieden zu demonstrieren. Die USA hat es geschafft, was sie mit dem „Congress for Cultural Freedom“ 1950 begonnen hatten, die Zerstörung der neuen Linken in Europa.

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      • „Ein Mini- Lastenausgleich bei diesen 10 % der Superreichen würde sofort alle Probleme der deutschen Sozialversicherungen beheben.“

        Erstens stimmt es nicht und zweitens gibt es überhaupt keine Gemeinsamkeiten zwischen dem damaligen Lastenausgleich und der heutigen Situation.
        Mal abgesehen davon, dass damals nicht das LAG sondern die Einführung einer marktwirtschaftlichen Ordnung ( natürlich im Verbund mit der D-Mark) zu einer einem deutlichen Belebung der Wirtschaft und damit zu einer Reduktion der Probleme geführt hat . Dadurch war es eben kein reines “ Umverteilungsprojekt“, das wirklich in die Substanz eingriff, sondern lediglich eine Abgabe auf Erträge, auf Vermögenszuwächse.
        Andreas erzählt da Unsinn, an den hier einige ganz offensichtlich auch noch andocken.
        A. Krämer
        “ Welche Personen, können, wenn sie denn gefragt werden, zur Lösung der unleugbaren Probleme der sozialen Sicherungssysteme beitragen? “

        Frag den Volkswirt!
        Es gibt etliche Ansätze , die von den Finanzwissenschaftlern diskutiert werden. Dass Ludwig Erhard sich gegen das Umlageverfahren ausgesprochen hat, hatte natürlich Gründe. Adenauer war damals anderer Meinung . Die Politik hat sich hier also gegen den ökonomischen Sachverstand durchgesetzt. Und auch heute ist es so, dass man mit den Vorschlägen der Volkswirte kaum eine Wahl gewinnen wird. Zunächst wäre natürlich die Diskussion zu führen, was wir denn für einen Sozialstaat wollen. Was genau soll die Rolle des Staates sein? Dass eine Rundumvollversicherung aller Lebenslagen weder wünschenswert noch finanzierbar ist, haben vermutlich alle begriffen. Aber dann müssen eben die Anforderungen klar definiert und auch kommuniziert werden.
        Die Landesverteidigung ist dabei übrigens ein klassisches öffentliches Gut, hier muss der Staat liefern, was sträflich versäumt worden ist.
        Das Rentensystem steht hier ansonsten sicher ganz oben auf der Liste. Durch den Zuschuss aus dem Bundeshaushalt von weit mehr als 100 Mrd. wird auch der fiskalische Spielraum immer enger. Hier müssen wirklich strukturelle Veränderungen her.

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        • „Die Landesverteidigung ist dabei übrigens ein klassisches öffentliches Gut, hier muss der Staat liefern, was sträflich versäumt worden ist.“
          …ganz einfach: Die sogenannten Auslandseinsätze stoppen. Weiterhin soll(te) der Staat Rahmenbedingungen schaffen, „er“ greift aber in private Dinge mittlerweile derart übergriffig ein, dass ich meine Freiheit bedroht sehe.

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  4. Jürgen Donhauser sagt

    Als ich mit Willi diesen Artikel vorbereitete war uns klar, dass wir bei einigen wohl „Knöpfe“ drücken. Ein richtig gutes Gefühl bei Abgabe von 1,5-järigen bei der Kindergrippe oder Unterbringung der Eltern in Alters- und Pflegeheimen haben wohl doch die Wenigsten. Also wenn sich da schon unterbewusst Schuldgefühle melden, warum versucht man dies dann mit allerlei Argumente wegzudrücken. Lange Zeit haben wir uns unsere „Freiheit“ und Wohlstand durch Aus-/Verlagerung von ursprünglich familiären Aufgaben erkauft. Aber jetzt ist die „Stunde der Wahrheit“ ob dies auch langfristig funktioniert und bezahlbar bleibt. Angesichts des Haushaltslage des Staates, der steigenden Sozialbeiträge und des demographischen Wandels wohl eher nicht. Bisher war derjenige, der zu Liebe seiner Kinder bzw. Eltern auf Job und Einkommen verzichtete um sie zu versorgen finanziell der Verlierer – vielleicht ändert sich dies nun grundlegend, weil extern nicht mehr bezahlbar. Zudem fehlen zusehends Personal in Pflegeberufen. Im November bin ich auf einer Tagung in der Uni Regensburg zum Thema: „KI und humanoide Roboter in der Pflege“ – vielleicht naht ja hier Lösung des Problems 😉

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    • Reinhard Seevers sagt

      Alle meine Großeltern sind auf dem Hof bis zum letzten Atemzug gepflegt worden. Meinen Vater haben wir ebenfalls bis zum 1.1.25 zu Hause pflegen können. Die Voraussetzungen dafür sind aber nicht verallgemeinerungsfähig. Vier Brüder mit den dahinter stehenden Familien und Raum in ausreichender Größe.
      Wenn ich an mich selber denke, kann ich fest davon ausgehen, dass diese Form des Alterns für mich nicht in Frage kommen wird. Drei Kinder, die in Deutschland und der Schweiz verteilt leben, werden ihr Leben nicht aufgeben können, um Gleiches zu leisten.
      Und so geht es Millionen von Menschen. Die Freiheit der Globalisierung hat die Kehrseite der Trennung von Familie.

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      • Jürgen Donhauser sagt

        Inga, eigentlich müsste es so sein. Aber damit wäre die außerhäusliche Pflege noch unbezahlbarer. Damit würde meine Vision von wieder innerfamiliärer Aufgabenübernahme finanziell wohl die zwingende Notwendigkeit!

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  5. Smarti sagt

    Für unsere Schwiegermutter, 87 ist jeden Morgen jemand von der Sozialstation da um bei der Körperpflege zu helfen. Das finde ich in Deutschland echt super. Untertags helfe ich ihr, wobei sie ausser bei ganz schlechten Tagen noch weitgehend selbständig ist. Kochen und Haushalt mache ich mit und regelmässig schaut jemand bei ihr vorbei ob sie was braucht. Für zwei (bald drei) Tage geht sie in die Tagespflege, die ersten zwei Mal gegen ihren Willen aber jetzt würde sie auch täglich gehen :), sie liebt es. Oma wird dort aber „leider“ zu sehr umsorgt, alles wird ihr abgenommen und auch aus Sicherheitsgründen sitzt sie (zu) oft im Rolli.
    Dies, obwohl sie klar im Kopf ist, aber sie fühlt sich halt mehr geliebt und gesehen, wenn sie von Allen umsorgt und betüdelt wird und immer jemand „Händchen hält“. Sie fordert dies auch aktiv ein. Aber „Oma“ ist erwachsen und es ist ihre Entscheidung – auch wenn dies bedeutet, dass sie wohl schneller als nötig im Rollstuhl landet (und voll pflegebedürftig wird), weil sie einfach zu wenig läuft und sich selbst beschäftigt ( Geschirr einräumen, Staub wischen, spazieren gehen, mag sie nicht mehr ).
    Was ich damit sagen will, wer keinen Garten hat und keine „Ziele“ mehr ( Wanderungen, Haustiere, Haushalt, Enkel zum hüten ), der ist schneller bzw. länger Pflegebedürftig, da helfen auch keine Physiotherapieübungen. Und wenn die Grossfamilie fehlt, dann fehlt halt oft auch die Motivation um „jung zu bleiben“. Es ist für mich so krass zuzuschauen, wie schnell sie eine Fähigkeit verliert, wenn sie sie nicht mehr nutzt. Das macht mich manchmal traurig und manchmal auch wütend. Mit dem Pflegepersonal darüber zu reden hilft.. die sehen das viel lockerer, für sie ist das normal.
    Da die Enkel ( meine erwachsenen Kinder ) teils bei Oma wohnen ist sie fast nie alleine, sie sind nicht immer sehr geduldig mit ihr… das macht ihr jedoch überhaupt nichts aus.

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    • Peter Schubert sagt

      Man könnte darüber streiten ob Physiotherapie oder ganz allgemein Training hilft. Allerdings habe ich schon etliche Ältere gesen, die da nur zu den Terminen mal eben mitmachen, aber sonst keinen Schlag tun. Das ist einfach nicht deren Welt, da gehört Sport nicht hinein und die gehabte körperliche Betätigung fällt dann auch noch aus, wie Sie ja auch schrieben.

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  6. Ex-Baumschuler sagt

    Mein Kumpel (62) hat bereits sieben Kinder gezeugt und hätte gerne noch mehr, so im Saft. Ich hab ihm abgeraten, weil die fehlerhaften modRNA-Gene usw. sich dauerhaft einnisten und so sicherlich auch in willkürlicher Weise vererbt werden können (Erbkrankheiten). Das „vermuten“, mutmaßen jedenfalls verdiente Persönlichkeiten wie Dr. Peter McCullough oder Prof. van den Bossche – oder wie die heißen, und es ist keine „neue Sau durchs Dorf“, sondern ein naheliegender Schluss, nachdem eindeutig geklärt ist (so hart es klingt), dass die massiven Genverunreinigungen sich in den Genomen in den Zellkernen überall im Körper eingenistet haben. Diese Fakten liegen auf dem Tisch. Die Frage ist noch, ob sich die Fehlfunktionen vererben.

    Zum Geburtenrückgang gibt es ebenso schreckliche Erklärungen, wie auf wissenschaftlichen Seiten vielfach nachzulesen ist – die Statistiken und die Gründe. Sehr fies. Ich sag’s mal so:

    2023 war ich auf einer Gartenbesichtigung zwecks möglicher Beteiligung. Die hübsche, intelligente, genordete, sportliche ü40-Frau wirkte überfordert und schon etwas verzweifelt. Nach der Besichtigung saßen und redeten wir noch.

    „Und was sind Sie von Beruf?“

    „Hebamme“

    „Und, sind Sie schon gespritzt?“

    „Was meinen Sie mit ‚gespritzt‘?“

    „Na, gegen Corona.“

    „Ja.“

    „Aber was ist denn da mit der Fruchtbarkeit?“

    Da plötzlich krümmte sie den Oberkörper nach vorn und warf schutzsuchend die Arme über den Kopf.

    „Aber der Garten ist doch mein Zu-fluchts-ort!“ weinte sie heraus. (Dabei hatte ich eigentlich gar nichts gesagt, aber da trafen die Wuchten der Erkenntnisse aufeinander. Sehr krass.)

    – Ich selbst halte diese Ausmaße für tatsächlich apokalyptisch. Ganze Familienlinien werden sich nicht mehr vernünftig fortpflanzen können oder zumindest an Geschwüren am Hintern leiden. Oder hat in der Bibel jemand gesagt, dass es schön werden würde, wenn man das Malzeichen des Tiers annimmt, ohne das man nicht kaufen und verkaufen, ab auch nicht in den Omnibus oder zum Friseur darf?

    – Prof. Sucharit Bhakdi führte am 21.4.2021 ein Interview, das er mit den Worten schloss: „Lasst es. Tut es nicht. Lasst es einfach.“ (wiederholt) „Und wenn ihr es getan habt, tut es nie wieder. Und betet.“ – Dann kann nur noch Beten helfen, meinte die Koryphäe, dabei waren nach ihm noch weitere extreme Schadwirkungen publik geworden, wie eben sogar gezielt (SV40) eingeschleust, über die Genetik.

    Die Storyline ist so heftig, dass sie eigentlich über den Verstand geht. Das Problem ist nur mal, dass sie wahr ist. Also heißt es, damit klarzukommen, oder?

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  7. Kemetbauer sagt

    Heute früh gab es auf ARTE eine Dokumentation: Krippen, kleine Kinder, großes Geld. Wenn der Staat sich aus der Daseinsfürsorge zurückzieht, kommen private Investoren und übernehmen diese Verpflichtung, natürlich nicht ohne finanzielle Unterstützung durch den Staat. Oft zocken die Privaten dann den Staat/die öffentlichen Kassen komplett ab und nehmen die Eltern der betreuten Kinder quasi als Geiseln. Groß Britannien und Frankreich gelten da als krasse Beispiele. Ähnlich lief es ja auch in der Seniorenbetreuung, bis die Kassen es, ohne zusätzliche finanzielle Hilfe, nicht mehr wuppen konnten. Einige private Investoren aus diesem Bereich sind heute Großgrundeigentümer hier in den NBL. Die Seniorenbetreuung allerdings ist keine Spielwiese für Investoren mehr. Es fehlt einfach der Profit.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Die Betreuung und Pflege ist durchaus profitabel. Ich habe jetzt 4 Angehörige in der externen Pflege gehabt. Allein die Mieteinnahmen machen die Eigentümer der Immobilien reich – da werden Quadratmeterpreise (Gemeinschafts- und Verkehrsflächen mitgerechnet) von bis zu 30 € aufgerufen. Im betreuten Wohnen kommen dann noch Betreuungskosten, Verpflegung neben den eigentlichen Pflegeleistungen dazu. Die Gesamtkosten für die Eltern meiner ersten Frau (betreutes Wohnen und dann Pflege bis zum Ende) lagen pro Kopf über 4.000 €.
      Zur Erklärung: meine erste Frau war Einzelkind und ist 1994 verstorben … daher habe ich die Betreuung ihrer Eltern übernommen.
      Fakt ist, dass man mit der Hälfte der Unsummen, die in diesem Bereich unterwegs sind JEDE Form von dezentraler, familiärer oder sonst wie gemeinschaftlicher Pflegekonzepte ohne „Investoren“ kommunal und regional stemmen könnte. Man muss es politisch nur wollen. Da vor allem Kirchen, Caritas und Diakonie auch AWO etc. ordentlich daran verdienen, wird deren Einfluss das wohl zu verhindern wissen.
      Im übrigen sind bei uns die privat geführten Pflegeheime meist günstiger als die von Kirche und Co..

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        • Und das wollen nicht unsere Neubürger, denen wir Asyl gewährt haben machen?

          Wenn es nicht am Geld liegt, dann könnte man die doch wie die Industriearbeiter in der Autoindustrie bezahlen, oder?

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          • die Mitarbeiter denen ich im Pflegeheim in der Betreung begegne sind überwiegend Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturen entweder mit Asylhintergrund oder aus anderen Ländern die sie als Neubürger bezeichnen. Ohne diese würde das System definitiv kollabieren.
            In der Verwaltung sieht es noch etwas anders aus.
            Auch bei den Ehrenamtlichen sind Neubürger zu finden.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Hier stehen auf 2 Baustellen überdimensionierter Pflegeheime seit fast einem Jahr alle Räder still. Die Plätze sind einfach nicht mehr bezahlbar und dann geht das halt am „Bedarf“ vorbei. Das hat sehr wohl etwas mit Geld zu tun. Es ist viel zu viel (privates/kirchliches etc.)Geld im System und treibt die Kosten in die Höhe. Niemand, wirklich NIEMAND der rechnen kann und mal und einmal selbstorganisierte Modelle durchgerechnet hat kann erklären, warum ein Pflegeplatz über 4.000 € im Monat kosten muss. Selbst organisierte Modelle werden durch die Pflegekassen und die Sozialmafia aber verhindert und scheitern an ausufernden Vorschriften.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Am Verdacht einer „Mafia“ ist bestimmt etwas dran – und nicht erst seit gestern!
        Ende der 80er gab es in unserem Institut einen Diplomanden mit einer schweren Krebserkrankung. Es war absehbar, daß er nur noch wenige Monate zu leben hatte und seine Freundin wollte ihn zu Hause pflegen. Dafür wurde ein Klinikbett gebraucht und ein- oder zweimal die Woche ein Transport ins Krankenhaus.
        Es war ein unglaublicher Aufwand, dies genehmigt zu bekommen, obwohl das doch für das „Gesundheitssystem“ eine sehr wesentliche Einsparung bedeutete….

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  8. dann müssen wir die Selbstdisziplin wieder aufnehmen.

    Dann nehmen wir doch die antiautoritäre Erziehung mal auseinander.

    Und diskutieren darüber und was ie angerichtet hat.

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    • Ex-Baumschuler sagt

      Alexander Sutherland Neill (1960, dt. 1969): „Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung: Das Beispiel Summerhill“

      Das stand bei der letzten Generation der Familie H. im Bücherregal. Es gibt mindestens 36 H.-Straßen in Deutschland, aber die Familie jetzt nicht mehr.

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  9. Die Erwähnung der NSZeit ist doch nur, weil man deutlich gemacht hat, dass dies neue System besser angenommen wurde.

    Aber auch der Vergleich mit der DDR und USA.

    Das die Sozialgesetze älter sind, weiß ich auch, aber in den 60igern ist das den meisten bewußt geworden, sie fühlten schon rundum versichert und so hat oder dadurch hat der Staat mehr Aufgaben bekommen.
    Deswegen ist die Familienbande weniger fest.
    Als vorher.

    • Und ich als Bauernkind wurde damals, Anfang der 60iger beneidet
      und Ende der 60iger bedauert.

      Weil die Nichtbauern durch die Sozialversicherungen, wo die selbstständigen wie Bauern nicht drin waren und Gewerkschaften noch gestärkt wurden.
      Und sich vom Staat irgendwie mehr Rechte erkämpfen konnten.

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  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wir Bundesbürger müssen geflissentlich einfach zur Kenntnis nehmen, dass unser überperfektioniertes Wohlstandsabgreifsystem kein Selbstläufer bleibt; eine solches Gefüge ist zunehmend einer für alle spürbaren Zerreißprobe ausgesetzt. – Insbesondere im Okzident.

    Wir bewohnen keine einsame Insel, komplett isoliert innerhalb des gesamten Weltengefüges um uns herum.

    Die Begehrlichkeiten von außen wachsen fordernd immer stärker an. – Viele Erdenbürger drängen heute an unsere fetten Tröge, fordern ihrerseits Teilhabe an diesem Reichtum.

    Die Frage steht unausgesprochen im Raum: Warum sind wir so reich, andere so arm!?
    Wir stellen das natürlich nicht in Frage, die anderen Erdenbürger, die nicht in das richtige Fleckchen Erde hineingeboren wurden, wohl schon…

    Auch im Innenverhältnis führt das Ungleichgewicht einer Schere, die immer weiter auseinanderklafft, zunehmend zu sozialen Verwerfungen. Der doppelte Boden handverlesener Protagonisten stößt sukzessive an Grenzen einer gesamtgesellschaftlichen Toleranz.

    Auf eben diese Realitäten trifft nun eine geopolitisch massiv aus dem Ruder geratene Befriedung rund um unseren Blauen Planeten. Waffen statt Worten, Gewalt anstelle von Selbstdisziplin. Unsere Autokraten streben nicht nur nach immer mehr Macht, sondern wollen auch einen geradezu animalischen Flächenhunger stillen.

    …In einer solchen weltweiten Gemengelage machen wir uns als Eltern große Sorgen um die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Das ist überaus legitim für meine Begriffe. Diese Aussage ist schon immer untermauert in einem entsprechenden Reproduktionsverhalten, im vorhin ist innerhalb unserer evolutionären Entwicklung festgelegt, die Doppelhelix an die nächste Generation weiterzugeben.

    Uns ist bewusst, dass unser Rentensystem in mittelfristiger Zukunft wohl nicht mehr zulässt, dass ein staatlicher Gelddruckmaschinen-Automatismus in höchstmöglicher Ausstattung das Rentnerkonto unserer Nachfolgegenerationen füllt.

    Unsere Kinder müssen schon heute Vorsorge treffen, um dereinst nicht in die Altersarmut abzudriften. Eine bestmögliche Ausbildung schafft dafür zumindest Stand heute annehmbare Voraussetzungen. Das Zurückgreifen auf die Familie kann/darf dabei direkt um den eigenen Hofstandort herum kann nicht zur einschränkenden Verpflichtung werden.

    Wie formulierte unsere Tochter einmal vortrefflich grundehrlich:

    „Als Kinder habt ihr uns an die Hand genommen und wir sind euch gefolgt, im Alter werden eure Kinder euch im Bedarfsfalle die Hand reichen.“ – Meint, im Notfall müssen wir gebrechlichen Alten bereit sein, unseren Kindern zu folgen, um deren Unterstützung überhaupt erwarten zu können. Eine Umkehr jahrhundertelanger Gewohnheiten, die zur verpflichtenden Selbstverständlichkeit wurden; … die Konsequenzen unseres generellen Wohlstandsanspruches.

    Ja, ich weiß durchaus, alte Bäume verpflanzt man nicht so einfach. Aber ist es wirklich die bessere Alternative, das Bestreben, in einem Altenpflegeheim -sofern ausreichend Plätze fernerhin verfügbar sind- umsorgt zu werden, umgeben von der Anonymität vielleicht durchaus freundlich zugewandter Mitmenschen, wo allerdings nicht selten ein Zugang zur eigenen Seele fehlt. Das Sterben des Einzelnen kann so zu einer erheblichen Belastung werden – in erster Linie für das eigene Ich und im Besonderen natürlich auch für das familiäre Umfeld, das bisweilen angesichts einer sichtbaren Altersgebrechlichkeit der Eltern und Großeltern einfach an seine natürlichen Grenzen stößt.

    Wir jedenfalls sind bereit, auch für räumliche Veränderungen, um die Herzenswärme unserer Kinder nicht missen zu müssen…

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    • dann müssen wir die Selbstdisziplin wieder aufnehmen.

      Dann nehmen wir doch die antiautoritäre Erziehung mal auseinander.

      Und diskutieren darüber und was ie angerichtet hat.

  11. Kemetbauer sagt

    Es darf nicht lauten Familie oder Staat, sondern Familie u n d Staat. Leider ist die Situation um den Sozialstaat schon fast kollabiert. Kollektive Daseinsvorsorge und geforderte personalisierte Dienstleistung, haben das System an den Rand seiner Möglichkeiten gebracht. Wir werden Leistungen kürzen müssen oder mehr für den Sozialstaat leisten müssen, das sind die zwei Möglichkeiten. Dabei ist doch schon heute, zumindest gefühlt, jeder mit dem Höchststeuersatz belegt. In der EU leisten wir die zweithöchsten Abgaben und haben auf der anderen Seite ein schlechtes Gesundheitssystem, ein schlechtes Bildungssystem, einen schlechten Zustand bei der Infrastruktur, der Verteidigung und und und. Wir hatten, für mehr als 15 Jahre, ein ständig steigendes Steueraufkommen, ohne auf der anderen Seite Leistungen im Bereich der Daseinsfürsorge erhalten zu haben. Wo ist all die Kohle hin, kann man sich da nur fragen. Die komplette Pervertierung entsteht, wenn uns die mit mehr als auskömmlichen Mitteln versehenen, unter Realbedingungen wahrscheinlich kaum lebensfähigen Politakteure mitteilen, dass wir den Gürtel enger zu schnallen haben. Der nach der Ampel ersehnte Politwechsel, das zeichnet sich jetzt schon ab, wird wohl kaum stattfinden. Große Ankündigungen, ein Einknicken vor dem politischen Gegner und Koalitionspartner, lassen Ernüchterung einkehren. Nein, mit dieser Regierung werden wir den notwendigen Wechsel nicht erleben. Die Wähler werden sich weiterhin den Rändern zuwenden, ohne dass die realistische Maßnahmen und realisierbare Ziele hätten. Im Kampf gegen den einen blauen Stimmenkonkurrenten, werden wir wahrscheinlich zukünftig das vereinte politische Sammelsurium aller anderen Parteien in Regierungen wiederfinden, weil es sonst keine Regierungsmehrheit gibt. Zumindest weiß man dann schon vorher, dass nichts Gutes zu erwarten ist. In der Ökonomie spricht man von der notwendigen Talsohle, damit es wieder aufwärts gehen kann. Mit der Ampel, hatten wir die jedenfalls noch nicht erreicht.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Unser System ist leider viel zu schwerfällig; zuviel Geld versickert ineffizient in Bereichen, die wenig bis kaum allgemeinen Nutzen hervorbringen.

      Tarnen und Täuschen ist heute usus, um sich „sozialverträglich“ innerhalb unserer Gesellschaft wegzuducken. Das vorgehaltene soziale Hängenetz aber wird gut und gerne in Anspruch genommen. Dafür fehlt heute einfach das Geld!!!

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  12. Ludwig sagt

    Alles gut auf den Punkt gebracht. Unser BWA -Lehrer bemängelte in den 1970er Jahren schon , daß die Kinder mit BAFÖG und den aktuell zu kleinen Wohnungen die Familien aus einander trieb. Wohlstand sei gut , aber die Familie wird zerstört. — Über die Hälfte der Mitbürger wohnt in Mietwohnungen , aber dort ist bei der Enge gar
    kein Platz für die Pflege von Angehörigen. Das immer breitere Angebot der Parteien um die Wahlen zu gewinnen rächt sich jetzt. Die Zusagen der Vergangenheit platzen jetzt. Gerade auch die Wohlstandsvernichtungspolitik mit der Deindustriealisierung verschärft die ganze Lage. Dabei müßen doch nur Migration, Energiewende und Entwicklungshilfe stärker ins Sparauge genommen werden und dann wären unsere Probleme auch ohne Schuldenaufnahme gelöst. Doch dazu fehlt unseren Leichtmatrosen die Fähigkeit , der Wille , oder die Ideologierückführung um unser sinkendes Schiff wieder in Fahrt zu bekommen. In dieser Lage kommt wieder in Zukunft der Familienzusammenhalt an Wichtigkeit. Meine Frau und ich sind immer unterwegs um die Großkinder zu hüten , wenn mal wieder Schulferien, Kindergartenschließungen , usw.angesagt sind, um bei den jungen Leuten zu helfen. So kommt man im Lande rum und wird auch nicht dümmer. In 7 Tagen gehts nach Hesssen, denn dort beginnen die Herbsstferien. In den Osterferien waren alle Großkinder aus nah und fern bei uns auf dem Hof und es hat wunderbar geklappt. Doch leider muß man feststellen , daß nicht alle Großeltern bereit sind den jungen Leuten zu helfen. Entsprechend sollen diese sich nicht wundern , wenn auch später im Altersheim kein Besuch und Hlfe erscheint.

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    • Kemetbauer sagt

      Die Generation der Boomer, die heutige typische Großelterngeneration, ist ein von der Tourismusindustrie umworbener, weil zahlungskräftiger Teil unserer Gesellschaft. Da müssen die Kinder und Enkel eben kürzer treten. Nach den „schweren“ Berufsjahren, will man sich „endlich“ etwas leisten. Auto- und Tourismusindustrie und die Politik, hofieren die Alten und vergessen dabei die aktuellen und zukünftigen Leistungsträger. Da ist der Niedergang fast vorprogrammiert.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn das Kapital der sog. „Boomer“ aufgebraucht ist, dann ist Schluss mit lustig……Bis dahin haben Boomer, Tourismusbranche, Wohnmobilhersteller und E-Bike Verkäufer noch viel Spaß miteinander.
        Wer etwas zu vererben hat, der wird sich überlegen, das Geld frühzeitig auszugeben oder zu verschenken, bevor die Sozen drangehen und es breitflächig verteilen.✊😎

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Da müssen die Kinder und Enkel eben kürzer treten.“
        Weiß natürlich nicht, wie es bei ihnen ist, aber unsere Kinder haben Berufe, wo jeder das doppelte verdient, als meine Frau und ich jemals verdienten. Ich gönne es den Beiden, auf dieses Ziel haben wir hingearbeitet.
        Aber es niemand von mir verlangen, dass ich noch Mitleid mit den beiden habe.

        Ständig wird gejammert und den Jugendlichen sagt man noch wie schlecht es ihnen geht. Das führt zu einer Demotivation, zu einer Null Bockeinstellung.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Ständig wird gejammert und den Jugendlichen sagt man noch wie schlecht es ihnen geht. Das führt zu einer Demotivation, zu einer Null Bockeinstellung“

          Nullbock war schon 1980…..langhaarige Nichtsnutze hießen sie damals. Heute ist es die Generation Z, die sich nicht vorstellen kann 8Std pro Tag für andere zu arbeiten, sondern mehr Spaß und viel Freizeit haben möchte…bei vollem Gehalt in ausreichendem Umfang selbstredend. Siehe Frau Nietzart von den Grünen! 😉
          Eigene Kinder sind natürlich ausgenommen.☝️

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          • Kemetbauer sagt

            @RS
            Ich weiß ja nicht, in welchem persönlichen Entwicklungsstadium sie sich 1980 befanden aber ich habe die Zeit komplett anders erlebt. Wenn die Nullbock-Mentalität vorgeherrscht hätte, warum sind damals Hunderttausende gegen z.B. die Nachrüstung auf die Straße gegangen? Heute wäre das wohl kaum vorstellbar. Dass sowohl im Wendland, als auch z.B. im tiefen Bayernland (Wackersdorf) ganze Landstriche gegen den Willen der Politik demonstrierten, kann man der heutigen Jugend ebenfalls nicht mehr vermitteln. Die können nur noch liken oder disliken; damit ist es dann aber auch gut.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @ Reinhard
            Unser älteste Sohn hatte auch mal so eine Phase, die er nur im Gymnasium zeigte, es ging so weit, dass eine Lehrerin uns anrief und sagte, wenn er so weitermacht, dann geht er unter.
            Ich nahm ihn zur Brust und erklärte ihm, dass er nicht für uns auf das Gymnasium geht und er kann die Schule jederzeit verlassen, wenn er eine Arbeitsstelle annimmt, bei der er seinen Lebensunterhalt selbst verdient. Dieser Tritt in den Hintern, war erfolgreich.

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        • Kemetbauer sagt

          @EH
          Früher hat oft die Elterngeneration gearbeitet und ihre Kinder gelegentlich bei den Großeltern geparkt. Das geht heute kaum noch weil viele Großeltern ihre eigene Lebensplanung haben und sich oft nicht zuständig fühlen. Bis sie dann nicht mehr so können wie sie wollen und sich dann über die ausbleibenden Besuche mokieren. Dazu kommt dann oft auch noch, dass das vorherige Leben schon nicht ganz billig war und die Rücklagen weitestgehend aufgebraucht sind. Dann geht es ans Eingemachte. Anders als in der Landwirtschaft, gibt es im übrigen Leben nicht unbedingt den Willen, das selbst Ererbte/Aufgebaute an die nächste Generation weiter zu geben. Das Leben ist egoistischer geworden. „Ich first“, könnte man sagen oder: Nach mir die Sintflut.

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          • „Das geht heute kaum noch weil viele Großeltern ihre eigene Lebensplanung haben und sich oft nicht zuständig fühlen“
            gibt es dazu statistische Daten oder sind sie die Gruppe der „viele Großeltern die sich nicht zuständig fühlen“.

      • Bauer Willi sagt

        @Kemetbauer
        Noch nie in der Geschichte ging es Kindern und Enkeln so gut wie heute. Ich bin dieses „Boomer-Bashing“ so leid!
        Eine typische Argumentation der links-grünen Blase die immer in dem Satz endet: „nehmen wir es den Reichen und geben es den Armen“. Das sind die Leute die beim Wort „Leistung“ fragen, wo man die beantragen kann.

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        • Kemetbauer sagt

          @BW
          Wir haben derzeit die reichste Rentnergeneration! Wer zahlt denn diese Renten? Resultieren diese Renten etwa aus der Leistung der Bezieher? Nein! Die, die heute schon wissen, dass ihre Altersrente, sofern es dann überhaupt noch eine Rente gibt, sehr schmal ausfallen wird, dürfen die heutigen reichen Rentner alimentieren. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass ein erheblicher Teil der Rentner gezwungen ist, die Rente aufzustocken, damit sie überhaupt durch den Tag kommen. Ich bin für eine 30%ige Rentenkürzung. Die heutigen Jungrentner haben ihre Berufstätigkeit in den frühen 70er Jahren aufgenommen. Vielleicht schaut mal jemand nach, wie hoch damals die Beiträge zur Renten- /Alterskasse waren. Beim Vergleich mit den heutigen Beiträgen und den daraus zu erwartenden Renten, dürfte den jetzigen Berufstätigen sich wohl die Faust in der Tasche ballen.

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          • Peter Schubert sagt

            „Resultieren diese Renten etwa aus der Leistung der Bezieher?“

            Völlig sinnfreie Frage im Umlagesystem, genauso wie der Versuch, historische Beiträge gegen heutige Rentenhöhe zu setzen und daraus etwas abzuleiten.

            30% Rentenkürzung, haben Sie wohl glatt 40% mehr Aufstocker-Rentner und können gleich mal die Steuern erhöhen, um die Stütze zu finanzieren.

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          • zmp_nachfahre sagt

            Wenn es denn so einfach wäre!
            Richtig, es gibt Etliche, die kein Problem damit haben, sich für etliche Tausend Euro mal eben E-Bikes oder gar Wohnmobile zu leisten.
            Aber selbst in der Region München, einer der reichsten Regionen Deutschlands sieht man regelmäßig ältere Leute, die Flaschen und Dosen sammeln.
            Und unabhängig von den Details ist es doch kein Geheimnis, daß die Renten- und Krankenversicherungen seit Jahrzehnten für alles Mögliche geplündert werden. Alleine deshalb schon gibt es heftige Probleme.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sicherlich gibt es gutsituierte Rentner, die sind nicht auf Rente von der RV angewiesen sind. Die Waren mal erfolgreiche Geschäftsleute, die vermutlich nicht eine 5 Stundenwoche hatten.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Geschäftsleute? Arbeiter von VW und Mercedes sowie Angestellte aus dem öffentlichen Dienst, Lehrer usw……

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  13. André sagt

    … hab mich hier lange nicht gemeldet und aus Zeitgründen nicht mal die immer sehr wertvollen Artikel und Beiträge nicht mal lesen, geschweige denn kommentieren können…

    Der Artikel mit den Fragen und Beitrag von Jürgen D. mich sehr bewegt.
    Er hält uns den Spiegel vor und zeigt die Folgen unseres Handelns deutlich. Für mich ist das ein wichtiger Impuls, an dem ich schon lange arbeite, um aus dem Alltagsstrudel auszubrechen und neu zu priorisieren – danke dafür!

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  14. Peter Schubert sagt

    Die Befragung einer Person, die egal ob das Glück oder Pech ist, noch in quasi archaischen Verhältnissen lebt und damit eine echte Minderheit in Land ist, bringt zur Klärung der Frage über die Rolle Staates, der Sozialsysteme etc. eher wenig, außer eine gehörige Portion Folklore.

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    • André sagt

      @Peter Schubert: ist es aber nicht genau diese „Minderheit“, die einst unsere Werte, auf die heute anscheinend die Mehrheit sch…t, geschaffen hat und aus der am Ende der Wohlstand und die Freiheit erst entstehen konnten?
      Macht es vielleicht für jeden Einzelnen nicht vielmehr Sinn sich einmal kurz darauf zu besinnen und es nicht als Folklore abzutun, gleichsam jedoch keine konstruktiven Lösungsvorschläge einzubringen?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Bevor ihr euch gegenseitig an die Gurgel geht, solltet ihr euch verständigen, wie wer etwas versteht oder gemeint haben könnte…..ich glaube ihr missversteht euch.

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      • Peter Schubert sagt

        Es ist unbestritten, dass diese Art zu leben FRÜHER einmal gesellschaftlich und ökonomisch relevanter war.
        Das ist nicht mehr so und kommt vermutlich auch nicht wieder… nicht einmal in den Dörfern.

        Der Ruf nach Konstruktivitaet ist immer hübsch, wo ist doch gleich diese Beschreibung der alten dörflichen Idealzustände konstruktiv für heute?

        • Reinhard Seevers sagt

          Es gab früher in den Dörfern und deren Familien keine „besseren“ Verhältnisse. Wer sich ein wenig mit der bäuerlichen Kultur des 19..Jahrhindert beschäftigt, wird dort davon lesen, dass der Altenteiler, wenn er Glück hatte, am Katzentisch sitzen durfte und die Reste des Mittagessens bekam. In den Dörfern wurden Armenhäuser eingerichtet, weil Menschen weder Eigentum noch Wohnstatt hatten, Kinder wurden verkauft, um Geld zu generieren usw.
          Die heile Welt der Großfamilie resultiert aus den Versprechen des Gröfaz, die Familie und den Bauern, als Kern der Gesellschaft zu formen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Welche Personen, können, wenn sie denn gefragt werden, zur Lösung der unleugbaren Probleme der sozialen Sicherungssysteme beitragen?

      Ist die Arbeitswelt, die ja auch Lebenswelt von Herrn Donhauser ist, ebenfalls archaisch?

      Die Rolle des Staates ist nicht ungeklärt. Sie ist eindeutig überzogen. Ungeklärt ist die Frage, wie die Systeme neu justiert werden, da das Geld deutlich knapper wird. R. Seevers hat es auf den Punkt gebracht.

      Politisch wird man sich Zeit „erkaufen“ durch den Zugriff auf Schulden und Vermögen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich sehe ganz schwarz für dieses Land. Intellektuelle Auseinandersetzung mit der Thematik zur gesellschaftlichen Entwicklung scheint aufgrund der extremen Ansichten unmöglich. Der Anspruch einer großen Zahl von Bürgern auf staatlicher Unterstützung gepaart mit dem Rückgang einer Industrie, die ausschließlich auf preiswerte Energie, Rohstoffe und gut ausgebildete Arbeitskräfte basiert, wird zerrissen. Was ist der zukünftige Weg? Wenn jetzt sogar im Ländle die Realität ankommt, wird sich vielleicht etwas bewegen, das wenigstens den Anfang einer grundlegenden Diskussion ermöglicht.

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      • Peter Schubert sagt

        Nun, ich schrieb ja nur vom „leben in quasiarchaischen Verhältnissen“.
        Die Arbeitswelt ist davon nicht unbedingt abhängig. Mein Schwiegergrossvater baute vor 100 Jahren als Meister in der Industrie ein Dreifamilienhaus in der Kleinstadt, das zwischenzeitlich auch ein echtes familiäres Viergenerationenhaus voller verschiedener Arbeitswelten der Bewohner war.

    • In den sechziger ist unser Sozialstaat entstanden.
      Und es war gut den NS Staat hinter sich zu lassen, oder so.
      Das ist den meisten von uns zu Kopf gestiegen, so dass diese Meisten mehr Rechte als Pflichten haben.
      Also bekommt der Staat mehr Aufgaben.

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      • Peter Schubert sagt

        „…oder so.“
        Der deutsche Sozialstaat ist in den wesentlichen Elementen deutlich älter als die sechziger Jahre und mit der Überwindung der NSzeit hat das auch wenig zu tun. Im Zweifel war die Kriegswirtschaft den sozialen Elementen des Staates abträglicher als der NS.

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      • Kemetbauer sagt

        Wenn wir über die Entstehung des Sozialstaates heutiger Prägung schreiben, dann müssen wir bedenken, dass unsere heutige Republik erst wieder seit 1990 eine einheitliche Entwicklung in dem Bereich genommen hat. Dass die Entwicklung in der damaligen DDR eine Vollkaskomentalität in der Bevölkerung bewirkte, das kann man heute noch aus Aussagen der älteren Generation, hier in den NBL, folgern. Der Staat sorgte einfach für alles; incl. der Kontrolle. Ich höre hier oft noch, dass früher alles billiger war und man sich quasi um nichts kümmern musste. Nach der Wende wurde dann klar, dass mit der Freiheit auch die Eigenverantwortung einzog. Das ist ein Umstand, mit dem hier nicht wenige Menschen hier immer noch hadern.

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    • Bauer Willi sagt

      „Archaische Verhältnisse“ Ne, das war mal der Normalfall. Wer denkt, dass das Folklore ist, hat nichts begriffen.
      Deshalb fliegt uns der Zusammenhalt in der Gesellschaft auch gerade um die Ohren. Eine Ansammlung von ich-bezogenen Narzissten bleibt übrig.

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      • Peter Schubert sagt

        Der angebliche „war mal Normalfall“ ist heute eben nur noch quasi archaische Ausnahme und damit für viele nur noch Folklore, Geschichten von früher. Die Einordnung ist doch gar nicht so schwer zu begreifen oder funktioniert der „Normalfall“ etwa doch noch weitverbreitet und die Klage über den Verfall der gesegneten alten Zustände ist verfehlt?

        Mag sein, dass uns was um die Ohren fliegt … wobei ich die Verklärung der früheren Normalzustände eher kritisch sehe … siehe R.Seevers und die, auch literarischen Quellen, zum Leben der Dorfarmen, der Altenteiler und Austrägler, von den schon früher entfremdenden Verhältnissen in den Städten ganz abgesehen.
        Da muss man nicht von den netten Mehrgenerationenmodellen in der Welt von heute aufs Gestern schließen, wo oft genug drauf gewartet wurde, dass die Alten endlich ganz abtreten
        und die das aus verschiedenen Gründen oft genug auch deutlich früher als heute taten.

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      • „„Archaische Verhältnisse“ Ne, das war mal der Normalfall. Wer denkt, dass das Folklore ist, hat nichts begriffen. “

        Als Folklore würde ich es auch nicht bezeichnen, aber die Sichtweise von Jürgen Donhauser ist für mich auch nicht der “ Normalfall“. Was immer das sagen soll. Es ist seine Sichtweise, die auch durch ein entsprechendes Milieu geprägt ist.
        In meinem Elternhaus wurde nie die SPD gewählt, auch wenn das sicher keine umfassende Begründung für eine in Teile andere Betrachtung ist.
        Aber gerade der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Menschen auch nach ihren Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen.
        Klar war es für die Generation meiner Eltern ( geb. 1924) durchaus auch eine Frage der Mobilität und natürlich auch der finanziellen Möglichkeiten der Großeltern , wo sie studieren würden. Aber nicht, dass sie studieren würden. Meine Mutter konnte das übrigens aus Pachteinnahmen finanzieren. Mein Großvater hatte Ackerland zur Kapitalanlage gekauft. Mit Selbstverwirklich hatte das wenig zu tun. Und Freiheit ist die Grundlage unserer Gesellschaft.
        Ich habe ehrlich gesagt auch nicht ganz verstanden, wo genau jetzt der Bezug zu dem verlinkten Podcast sein soll.
        Richtig ist hingegen der Hinweis , dass unser Rentensystem auf einem Umlageverfahren basiert. Es hat also zumindest von der Finanzierungsseite her nichts mit “ gestern“ zu tun. Daher sind irgendwelche Bemerkungen, ob jemand eingezahlt hat oder nicht, auch nicht relevant.

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        • Peter Schubert sagt

          Nochmal zur „Folklore“, weil man sich hier mit dem Wort so schwer tut.
          Was glaubt man denn, wie viel vom Landleben für den uebergrossen Teil der Bevölkerung nur mehr Folklore ist und wer das, auch aus Erwerbszwecken, bedient? Wie viele Feste sind für gern gesehene Gäste Folklore, wie viele Brauchtum ist Folklore. Das betrifft uebrigens nicht nur die LW, die hat sogar noch den Vorteil, dass da die Folklore nicht völlig zur leeren Huelle geworden ist.

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  15. Arnold Krämer sagt

    Die Denk- und Sprechverbote kosten Zeit, stärken die politischen Ränder, schwächen die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes zunehmend und münden in Unreformierbarkeit der Systeme.
    Alles keine guten Aussichten.

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  16. Reinhard Seevers sagt

    „Ein pragmatischer Punkt trotzdem noch, ohne dass ich Wasser auf die „rechten Mühlen“ geben möchte. “

    Allein dieser einer Diskussion vorangestellte Satz zeigt schon, wie verquer wir schon denken. Es muss und darf gesellschaftliches Handeln kritisiert werden. Wenn Probleme nicht angesprochen werden dürfen, weil sie irgendeiner Richtung nicht passen, schafft diese nicht aus dem Weg. Alles hängt mit Geld zusammen. Die fetten Nachkriegsjahre sind vorbei, nun geht es um die Schaffung und Verteilung dieses zunehmend abnehmenden Gutes. Da helfen weder Rückblenden in alte Zeiten, die nicht besser waren, noch weitere Versprechen zur Aufrechterhaltung des staatlichen Segens. Die Zukunft liegt allein im Erhalt eines Mindestwohlstandes der die Bürger mit einem Gefühl von Gerechtigkeit mitnimmt. Da sind wir aber noch lange nicht, im Moment stehen wir vor einem Punkt, der sich erst mit der Benennung der Ursachen befastt und wo derjenige, der sie benennt, diffamiert wird.

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    • Diese Diffamierung muss verboten werden.

      Freie Meinungsäußerung ist angesagt.

      Oder wollen wir zurück in den NSStaat?

      Und wer sind die, die diese freie Meinungsäußerung diffmieren?

      Bewegen die sich eigentlich in einem rechtsfreien Raum?

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