Bauer Willi
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Politische Ignoranz des Ministers

Jürgen Donhauser hat zwei Briefe an Alois Rainer geschrieben. Wer den Namen nicht kennt: Herr Rainer ist der aktuelle Landwirtschaftsminister (CSU). Auf den ersten Brief hat Jürgen  eine nichtssagende Antwort bekommen, weshalb er einen zweiten Brief geschrieben hat, auf den er jetzt eine etwas längere Antwort bekommen hat. Zwar nicht vom Minister („Sie werden verstehen, dass er keine Zeit hat“), sondern von einer Mitarbeiterin, Frau Dr. Rabea Scholz.

Er hat ihr nun einen dritten Brief geschrieben, in dem er den zweiten Brief seziert und auf seine Ernsthaftigkeit überprüft. Die Erläuterung von Jürgen Donhauser ist in blau und kursiv geschrieben.

Sehr geehrter Herr Donhauser,

Vielen Dank für Ihr Schreiben an Alois Rainer in seiner Funktion als Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der Bundesminister hat Ihr Schreiben gesehen und mich gebeten, Ihnen zu antworten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass er aufgrund der Vielzahl von Anfragen, die ihn täglich erreichen, nicht persönlich antworten kann.

Vielen Dank auch für Ihre offenen Worte. Wir können Ihre Sorge um die Zukunft Ihres Hofes, Ihrer Familie und Ihrer Mitarbeitenden nachvollziehen. Als Familie haben Sie viel investiert und aufgebaut. Sie haben mit persönlichem Einsatz, Fachwissen und Verantwortung gearbeitet – das verdient Respekt! Auch wenn die aktuelle Lage belastend ist, möchte ich Ihnen Mut zusprechen: Ihre Erfahrung, Ihre Verbundenheit zur Landwirtschaft und Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind eine starke Grundlage, um Perspektiven zu entwickeln. Wir nehmen Ihre Fragen und die dargestellten Probleme ernst. Ihre Hinweise werden in die weitere Prüfung und die interne Beratung einfließen.

Wohl ein routinemäßig verwendeter Textbaustein bei Antwortschreiben – es suggeriert mir Gleichgültigkeit, also das Gegenteil des geschriebenen Inhaltes.

Zu Ihren Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Zu der Frage nach Förderung:

Die Bundesregierung steht zur landwirtschaftlichen Tierhaltung und setzt sich für verlässliche Rahmenbedingungen ein. Die Förderung von Stallumbauten wird künftig wieder im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) über das Agrarinvestitionsprogramm (AFP) realisiert. Wir haben das ohnehin zeitlich befristete Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung (BUT) grundlegend geprüft und dabei festgestellt, dass von der Förderung der laufenden Mehrkosten nicht die von uns gewünschte Impulswirkung ausgeht: Die Zahl der Anträge war sehr gering

Warum gab es wohl zu wenig Anträge? Wir hatten ihn auch durchgelesen, und schon nach den ersten Seiten gemerkt: Der Antrag ist mit so vielen Hürden, Anforderungen und Bürokratie verbunden, dass es schlichtweg für uns unmöglich war ihn zu erfüllen. War dies das Ziel von Anfang an – möglichst viele Landwirte davon abzuschrecken?

Zudem werden vorwiegend Bestandbetriebe gefördert, also Betriebe, die bereits vor Inkrafttreten des BUT die Förderkriterien mindestens in wesentlichen Zügen erfüllt haben.

Weil Özdemir seine Ökoideologie in diesem Programm voll zur Geltung brachte. Logischerweise kamen also auch nur bestehende Ökobetriebe, oder die die es werden wollen, für dieses Programm in Frage. Nachdem nur 1,1 % der Schweine in Deutschland ökologisch gehalten werden, brauchen Sie sich doch nicht wundern, dass die Zielgruppe so klein und die Nachfrage nach dem Programm so gering ist. Absicht, nach dem Motto „wir hätten es euch angeboten, aber wenn ihr nicht wollt“?

Künftig wollen wir den Fokus deshalb auf Investitionen in der Landwirtschaft richten.

War das bisherige Programm nicht auf die Landwirtschaft ausgerichtet? Für wen war es dann gedacht?

Dafür ist die GAK unten den derzeitigen Voraussetzungen das richtige Instrument. Hier können wir Bundes- und Landesmittel bündeln und eine größere Wirkung erzielen. Die Länder können über die GAK bedarfsgerecht fördern, denn sie kennen die Situation vor Ort sehr viel besser und können Förderung und Beratung aus einer Hand anbieten.

Liest sich als Eingeständnis des eigenen Unvermögens in der Planung und Einschätzung des Programmes durch das Bundeslandwirtschaftsministerium.

Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte ist es wichtig, vorhandene Mittel möglichst effektiv einzusetzen.

Das ist der einzige und wahre Grund – knappe Kassen, und deshalb ein unmögliches und praxisuntaugliches Programm auflegen, damit es kaum ein Landwirt beantragt!

Zur Frage nach Tierwohl als politisches Ziel:

Für uns ist das Ziel, das Tierwohl in der Nutztierhaltung weiter zu verbessern, von großer Bedeutung.

Dies ist eine Schutzbehauptung, um nicht von den NGO angreifbar zu sein – aber schlicht nicht glaubhaft. Denn dann müsste auch für Tiere im Ausland, deren Produkte zu uns importiert werden, das gleiche gelten.

Die Anforderungen an die Tierhaltung dienen dazu, tierschutzrechtliche Mindeststandards zu gewährleisten.

Diese gelten aber eben nur für uns Landwirte in Deutschland. Gibt es also zwei ethische Maßstäbe? Tiere im Ausland und deren Schutz sind uns egal?

Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Veränderungen für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich tragfähig sein müssen. Deshalb sollen Investitionen in tiergerechtere Haltungssysteme künftig – wie bereits erläutert – verstärkt über GAK gefördert werden.

….mit nicht erfüllbaren Anforderungen, damit möglichst wenig Landwirte diese Förderung in Anspruch nehmen und wir den Haushalt schonen…  

Dieses Instrument hat sich seit vielen Jahren bewährt und ermöglicht es Bund und Ländern, landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam gezielt zu unterstützen.

Dann stellt sich aber die Frage, wenn es sich bewährt hätte, mit welcher Begründung es unter Özdemir verändert wurde?

Ziel bleibt es, sowohl verlässliche Rahmenbedingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe zu schaffen als auch Verbesserungen beim Tierwohl zu erreichen.

Dann müßte die Rahmenbedingung nicht nur bei der Förderung, sondern vor allem bei den Haltungsvorschriften langfristig verlässlich sein. Neue kostspielige Tierwohlanforderungen, bevor man die bisherigen Neu- oder Umbaukosten abbezahlen konnte, führen zwangsläufig zum Ruin der Betriebe. Dann müßten sie bei weiteren Investitionen einen 20 jährigen (Dauer der Abschreibung) Bestandsschutz festschreiben. Das wäre Verlässlichkeit!

Zu Ihren Fragen bezüglich verschiedener Standards bzw. Importabhängigkeiten im Mercosur-Abkommen:

Grundsätzlich müssen alle eingeführten Erzeugnisse die Anforderungen der EU zum Schutz der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen erfüllen. Dies umfasst die vollumfängliche Einhaltung der EU-Standards in Bezug auf die Produkt- und Lebensmittelsicherheit sowie die Tier- und Pflanzengesundheit.

Gut formuliert, denn damit sind die eigenen Union-Abgeordneten auf das Glatteis geführt worden. Es bedeutet eben nur beim fertigen Produkt gleiche Lebensmittelsicherheit, aber nicht gleiche Produktionsstandards, also Tierschutz!

Was die Vergleichbarkeit von Produktionsstandards und die „Fairness” des Wettbewerbs betrifft, ist ein isolierter Vergleich einzelner Aspekte nicht sachgerecht.

Hiermit wird es bewußt schwammig gehalten, um sich eine „Exit-Strategie“ in der Argumentation offen zu halten.

Unterschiedliche Produktionsstandards spiegeln natürliche Standortbedingungen und damit verbundene Produktionsweisen wider. Solche Unterschiede können durchaus berechtigt sein.

Konkret: Fühlt also ein Ferkel in den Mercosurstaaten keinen oder weniger Schmerzen bei einer Kastration ohne Betäubung, als bei uns in Deutschland mit Betäubung? Denn mit ihrer Argumentation kann man alle Wettbewerbsnachteile entschuldigen. Es ist die Grundlage für jegliche Unverbindlichkeit und gemeinsamen Standards.

Das Abkommen enthält übrigens zahlreiche Ansätze, um im Bereich der für den Agrarsektor relevanten Produktionsbedingungen enger zusammenzuarbeiten.

Wenn man damit die Rohstofferzeugung in anderen Ländern, und die Weiterverarbeitung zu rentableren, hochwertigen Produkten in der Lebensmittelindustrie bei uns meint, dann sind diese Freihandelsabkommen wohl eher ein Vorteil für die Lebensmittelindustrie aber der Todesstoß für uns heimische Landwirte in der Urproduktion.

Sie können sicher sein, dass das EU-Abkommen durch die Kommission unter Beteiligung der EU-Mitgliedstaaten sorgfältig vorbereitet wurde, um die europäische Landwirtschaft und die Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen zu stärken.

Sie hatten eher nicht das Wohl der europäischen Landwirtschaft im Sinn, sondern wollten aufgrund der dramatischen Lage der Wirtschaft schnellstmöglich neue Absatzmärkte für Industriegüter durch Freihandelsabkommen schaffen. Oder wie es die FAZ in einen Kommentar schrieb: „Bei einem so wichtigen Abkommen für unsere Wirtschaft, muß man auch einmal über den Kollateralschaden Landwirtschaft hinwegsehen können“. Ein klassisches„Bauernopfer“ also!

Zum Schutz unserer Landwirtschaft ist es besonders wichtig, dass wir Einfuhrquoten und Schutzklauseln für sensible Produkte wie Rindfleisch bei Einfuhren aus den Mercosur-Staaten durchgesetzt haben.

Hatten wir nicht einmal ein Quotensystem bei der Milch? Ihre Quoten werden ebenso schlecht funktionieren! Nur 1 % Überlieferung würde immer den ganzen Marktpreis nach unten ziehen. Wie schnell wollen sie bei Überschreiten der Quoten reagieren? Jährlich, monatlich, täglich? Wie schnell sind Sie bei der Eruierung der aktuellen Importzahlen? Was machen Sie bei Quotenüberschreitung mit der Menge, die schon mit dem Schiff unterwegs zu uns ist?

Zudem wurde ein Mechanismus beschlossen, der es ermöglicht, bei Bedarf wieder Zölle einzuführen, sollten die Einfuhrpreise zu stark sinken oder die Einfuhrmengen zu stark steigen.

Ein stumpfes Schwert und viel zu träge bei täglich fluktuierenden Mengen und Volatilität.

Solche Schutzmechanismen gelten auch für das kürzlich verabschiedete Abkommen mit Australien. Im Rahmen dessen werden alle Zölle für europäische Agrarprodukte abgeschafft, wodurch sich große Exportchancen für die deutsche Landwirtschaft ergeben.

Das glauben Sie jetzt nicht ernsthaft, oder? Sie kennen schon die Produktionsvoraussetzungen, Strukturen, fehlende Bürokratie und Auflagen in diesen Ländern. Es gibt vielleicht für die eine oder andere Lebensmittelspezialität eine Chance, aber bestimmt nicht für die Masse von uns Urproduzenten. Nutznießer sind vielleicht manche Lebensmittelverarbeiter oder Großkonzerne, aber nicht wir Landwirte.

Handel ist eben keine Einbahnstraße. Und Deutschland profitiert als starke Exportnation – auch im Agrarbereich – von solchen Abkommen.

Das wird sich vielleicht in 5 Jahren abzeichnen, wenn die ersten Handelsbilanzen für Agrarprodukte veröffentlicht worden sind. Sie und ihr Minister müssen dann aber nicht mehr die Verantwortung dafür tragen. Sie müssen überhaupt nicht die Konsequenzen tragen für diese fatale Agrarpolitik.

Wir Landwirte müssen dies mit unseren Existenzen bezahlen!

Jürgen Donhauser

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89 Kommentare

  1. Heinrich Steggemann sagt

    Landwirtschaftsminister Alois Rainer war gestern und heute in Niedersachsen und NRW auf Sauenbetrieben zu Besuch. Ich war heute auf dem Sauenbetrieb Ostendorf in Ochtrup dabei.
    Geschätzt ca. 150 Teilnehmer. Obwohl es um die gesamte Nutztierhaltung im Westmünsterland gehen sollte, drehte sich doch alles in der Fragerunde um die Zukunft der Sauenhaltung. Eine Aussage aus dem Publikum war, das in den nächsten 10 Jahren bis zu 80% der Sauenhaltung wegbrechen könnten. Aktuell würden ca. 10 bis 12 Anträge zum BUT Programm pro Woche eingehen. Dieses Programm läuft noch bis Ende August. An Anschlussförderprogrammen mit deutlichen Vereinfachungen werde gearbeitet.
    Es wurde deutlich das es für nicht wenige Betriebe fast unmöglich ist eine Baugenehmigung zu bekommen. Ein weitere Damoklesschwert ist die TA Luft.
    Zwei Anregungen, die kein Geld aus dem Bundeshalt benötigen, wurden dem Minister mit auf den Weg gegeben.
    Erstens keine weitere Verschärfung beim Kupierverzicht, solange nicht wissenschaftlich belegt ist das man 99% der Schweine mit intaktem Ringelschwanz unter Praxisbedingungen bis zum Mastende bringen kann.
    Zweitens Rücksprache halten mit Kai Wegner Regierender Bürgermeister von Berlin, er solle doch bitte die Normenkontrollklage zur Schweinehaltungsverordnung beim Bundesverfassungsgericht aus 2019 zurückziehen.

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  2. Andreas sagt

    Die ältere Schwester von Alois Rainer ist Gerda Hasselfeldt (geborene Rainer . Sie war in der Politik schon ein anderes Kaliber.
    Hasselfeldt war für die CSU in den Jahren 1989 bis 1991 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und von 1991 bis 1992 Bundesministerin für Gesundheit.
    Mit ihr hatte ich zur Landwirtschaft mehrere sehr gute Gespräche . Sie wäre sicher die viel bessere Landwirtschaftsministerin gewesen. Mit ihrer Stieftochter bin ich sehr gut befreundet.

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  3. Kemetbauer sagt

    Alle Kommentare hier gehen offensichtlich an der Problematik vorbei. Der Minister arbeitet im Geheimen. Auf TOPagrar gab er ein Interview worin er offensichtlich seine erfolgreiche Arbeit am Bürokratieabbaupaket, an der DÜVO und am Stallbau darstellt. Der Minister ist mit seinen Aufgaben wohl schon durch. Der ist abgetaucht weil er offensichtlich nichts mehr zu tun hat.
    Schämt euch!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Kemetbauer
      Also wenn das ironisch gemeint war, dann war das gut – wenn nicht, dann solltest Du Dir mal die letzten Umfragen von der ISN bei Zuchtsauenhalter über ihre Zukunft ansehen!

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      • Kemetbauer sagt

        @JD
        So sehr ich auch mit manchen Darstellungen fremdelle, sollte wohl klar sein, dass dieser Beitrag pure Ironie ist.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Viele Diskussionsbeiträge zum Thema lassen erkennen:
    1. Es gibt falsche Vorstellungen über Arbeitsabläufe in Ministerien
    2. Es gibt völlig falsche Erwartungen.

    Das lässt sich u. a. an diesem mit „Vielen Daumen hoch“ bewerteten kurzen Text von Herrn Donhaus selbst festmachen: „Wenn dieser Antwortbrief wirklich exemplarisch für das Desinteresse der uns regierenden Politiker steht, …….“

    Zu 1) Wenn ein Brief an den Minister geschrieben wird, landet er üblicherweise im Ministerbüro. Dort wird je nach Inhalt und Einordnung des Absenders entschieden, ob
    1. kurz, knapp und freundlich (manchmal auch nichtssagend!) im Auftrag des Ministers geantwortet wird
    2. Fachabteilungen oder -referate um Antwortentwürfe oder -teilentwürfe gebeten werden. Diese werden dann übernommen, bearbeitet bzw. vollständig oder teilweise für das finale Antwortschreiben genutzt. Dieses kann dann je nach Einordnung entweder vom Minister selbst oder wie im vorliegenden Fall von der jungen, gerade erst wenige Monate im Amt befindlichen Leiterin des Ministerbüros unterschreiben werden
    3. Das Ganze kann aber auch unbeantwortet in der Endablage P (Papierkorb) landen.
    4. Auch ein Minister kann zum Telefonhörer greifen

    Zu 2) Ein Minister kann NIE konkret schreiben (lassen): „Herr Meier, Müller, Schulze, Sie haben ja recht.“
    Er kann auch nicht detailliert zu einzelbetrieblichen Fragen Stellung nehmen ohne Rücksprache mit den Behörden vor Ort. Das sind in Agrarfragen in D fast immer Landesbehörden oder kommunale Behörden. Frage dann: Lohnt der Aufwand für einen Bundesminister?
    Zur Bewertung der aktuellen und agrarpolitischen Entscheidungen/Diskussionen (Stichworte hier: Förderung, Tierwohl, Handelsabkommen) muss er die aktuellen Sprachregelungen beachten. Da dürfen auch die Fachbeamten nichts Anderes formulieren. Er kann seine Kritik an bestehenden Regelungen (der Arbeit seiner Vorgänger) nur zum Ausdruck bringen indem er schreibt: „Wir werden das und das ändern (wenn es denn konkret ist!) oder: Wir werden uns dafür einsetzten, dass…“

    Briefe an einen Minister und ernsthafte Antwortschreiben, die man erhält, sind immer nur gut fürs eigene Ego. Mehr können sie nur dann sein, wenn sie fachlich etwas ganz Besonderes thematisieren, was „in den Apparat gegeben“ wird und dort Klärungen, Präzisierungen, Änderungen auslöst.

    Ich schreibe dies, weil ich Mitte der 1980er Jahre Teil des „Systems“ im ML in Hannover war und zusammen mit meinem damaligen Referatsleiter dem Ministerbüro viele Brief- und Redeentwürfe geliefert habe.

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    • Ex-Baumschuler sagt

      War das die Hannover-Connection damals (Schröder, Wulff, Bettina und die Lindener Narren)?

      • Arnold Krämer sagt

        Nein, „meine“ Minister waren Glup und Ritz (beide CDU), mein Abteilungsleiter Merforth (SPD, später StS in SH). Als Schröder (SPD) Albrecht (CDU) 1990 ablöste, war ich bereits im Emsland (näher an den Betrieben und den Menschen).

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    • Christian Bothe sagt

      AK: Solche Abläufe kennen wir auch aus DDR Zeiten…Da wurde viel mit Eingaben gearbeitet, welche dann manchmal irgendwo in der Versenkung verschwanden…
      Was den LWMinister und sein Agieren betrifft kann ich mir auch „keinen Reim“ bilden! Irgendwie ist er abgetaucht…

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      • Christian Bothe sagt

        Es geht aber auch anders! Wir hatten in Thüringen 19 Jahre einen LW Minister und Umweltminister in einer Person! Er war Mitglied der CDU, kam aus der LW( VEG, LPG), und er war selbst (auch seine Mitarbeiter ) stets ein Ansprechpartner für die Betriebe! Habe es selbst als Neuling in der Verarbeitungswirtschaft ( Klossteigproduktion) nutzen können! Das war die beste Zeit für die LW und NGW in Thüringen!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Hannover legte jüngst eine neue „Brandschutzrichtlinie für Stallgebäude“ als Entwurf vor. Das Landvolk bekam erst ganz spät die Möglichkeit zur Stellungnahme, die Tierschutzverbände wurden bereit vorher beteiligt.
      In einem konkreten Fall hat sich der Brandschutzprüfer schon mal alle relevanten Punkte aus dem Entwurf als Forderung zur Genehmigung rausgepickt und setzt nun den Bauherrn extrem unter Druck, da die gesamte Förderung dadurch in Frage steht.
      So geht´s, immer weiter und weiter und keiner hat die Eier sich mal gegen die etablierten Parteien und deren Helfershelfer aufzulehnen.
      Der Bauer wird sich beugen, damit ihm nicht die Fördergelder flöten gehen…..ohne Fördergelder wäre das Vorhaben gar nicht umsetzbar und ohne gesellschaftlichen Wunsch nach Tierwohl gäbe es die Förderung nicht….🙃

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      • Bauer Willi sagt

        Entschuldigung für die späte Freischaltung. Der Kommentar ist – warum auch immer – in der Moderation gelandet. Und weil ich ja Rentner bin, hatte ich keine Zeit, in den Blog zu schauen…

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      • Arnold Krämer sagt

        Sie wollen die Nutztierhaltung „runterprügeln“ allen Sonntagsreden zum Trotz. Auch Landwirtschaft ist Teil im Prozess der deutschen Deindustrialisierung. Es ist zum K….. Mit den Rufen nach Sicherheit, Gerechtigkeit und Moral kann man auch so ziemlich alles Wirtschaftliche kaputt machen.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Dass es grundsätzlich nichts bringt, als kleiner Bauer dem Minister zu schreiben, das stimmt. Schließlich leben wir in einer repräsentativen Demokratie und in keiner Basisdemokratie. Ebenso stimmt aber, dass der Minister öffentlich so gut wie nicht in Erscheinung tritt. Man hat keine Ahnung, was er so treibt, politisch. Und so gesehen könnte es vielleicht etwas bringen, den Briefwechsel hier auf dem Blog zu veröffentlichen. Vielleicht erntet man so ein Lebenszeichen- vielleicht.

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      • Stadtmensch sagt

        Wollte gerade mal nachschauen, was es Aktuelles (ganz unten rechts auf der Seite) gibt – ging nicht:

        https://www.alois-rainer.com/

        Einmal mit Profis arbeiten ….

        Einen Sitzungskalender 2025 haben sie noch anzubieten. Boah, wenn ich so arbeiten würde, hätte ich schon längst viel mehr Zeit, hier sinnlose Komentare zu verfassen.

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    • Bauer Willi sagt

      @A.K.
      Anders ist das Aufkommen von Briefen vermutlich nicht zu bewältigen. Besser wäre es allerdings, wenn das Ministerium ehrlich wäre und schreiben würde (Beispiele)

      – tut uns leid für Sie, aber da können wir Ihnen nicht helfen
      – Sie haben Recht. Es ist großer Mist und wir versuchen es zu ändern
      – Das kommt von der EU. Da sind wir leider machtlos.
      – das ist ein bedauerlicher Einzelfall, aber für 90% passt es und deshalb werden wir es nicht ändern.

      Damit könnte jeder was anfangen. Weil es ehrlich ist.

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  5. Jek sagt

    Guten Morgen
    Das Landwirtschaftsministerium ist seit Jahren komplett überflüssig, der Verbraucherschutz wird auch nicht wahrgenommen ( zumindest von mir). Abschaffen und damit kosten einsparen.
    Meiner Ansicht nach würden sowieso drei bis vier Ministerien in Bund und Länder genügen.
    Durch die vielen Ministerien die ihr Ansinnen nicht unter einen Hut bringen ist die Regierung seit Jahren komplett handlungsunfähig.
    Verbraucherschutz, Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt, Energie und Natur gehören in ein einziges Ministerium ( wieder meine empfinden) vielleicht habe ich noch etwas vergessen.
    Diese in getrennten Ministerien haben immer große Konflikte und sind deshalb handlungsunfähig.
    In einem Ministerium, wären sie gezwungen die Gesamtheit ihres Handelns zu berücksichtigen und zu hinterfragen.
    Bei soviel unnötigen Ministerien kenne ich nicht alle Namen der Minister. Der Grund ist diese Minister und ihre Angestellten kassieren unser Steuergeld und machen gar nicht erst auf sich aufmerksam.

    Das Einsparpotential wäre gewaltig.

    Allen noch eine schöne Woche.

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  6. Elisabeth Ertl sagt

    Alois Rainer verfolgt jenes Konzept, welches ihm von seinem Hauptberater Balmann vorgeschlagen wird: nieder mit den Familienbetrieben, die mit ihren Förderansprüchen dem Steuerzahler sinnlos auf der Tasche liegen. Runter mit den Grundstückspreisen, damit große Agrarkonzerne die Flächen mühelos übernehmen können. Vorbild: Osteuropa, Russland, Brasilien etc., daher wird dieser Strukturwandel jetzt mit Mercosur&Co. erzwungen – zur Freude des Konsumenten, schließlich lautet die Hauptforderung des Wahlvolkes: runter mit dem Lebensmittelpreisen!
    Noch versucht die österreichische Agrarpolitik einen anderen Weg zu gehen und dem Konsumenten zu erklären, dass österreichische Lebensmittel nun einmal teurer sind. Aber auch Macron hat schon einsehen müssen: EU = Deutschland.

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  7. Elisabeth Ertl sagt

    Markus Reisner von der Militärakademie Wiener Neustart sagt immer wieder, wir leben in einer postheroischen Gesellschaft, in der kaum jemand bereit ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen für die Sicherheit seiner Landsleute. Das würde sich erst ändern, wenn plötzlich Bomben und Drohnen fielen und Ehefrauen und Töchter vor den eigenen Augen von fremden Soldaten vergewaltigt würden.
    Entsprechend könnte man sagen, wir leben in einer postagrarischen Gesellschaft, welcher die gebratenen Tauben aus dem Supermarkt in den Mund fliegen, und in der schön langsam niemand mehr Anlass hat, den Schweiß des Angesichts darein zu investieren, ausgenommen ein paar verrückte Bauern, die man abends am Sofa in einer rührseligen Fernsehsendung bedauern kann und am nächsten Tag wieder vergessen hat. Zwar hat das Agrarbloggertum dazu geführt, dass man als Intellektueller malerisch in einem Fauteuill lehnend in entsprechend gebildeteren Diskussionen nicht mehr ganz so haarsträubende Unsinn von sich gibt wie noch vor 10, 15 Jahren, aber die Bauern finden trotzdem noch weniger Nachfolger.
    Das würde sich erst ändern, wenn die Supermarktregale leer sind. Und dann würden, bevor jemand sich für die Funktionsweise eines Traktors interessiert, die vorhandenen Vorräte mit Gewalt ihre Verteilung finden.
    Die Politiker müssen vor allem von Nichtbauern gewählt werden und bedienen daher deren Wünsche.

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      • Ex-Baumschuler sagt

        „Markus Reisner von der Militärakademie Wiener Neustart sagt immer wieder, wir leben in einer postheroischen Gesellschaft, in der kaum jemand bereit ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen“

        Der hat wohl auch noch nicht vor Angst groß in die Hosen gemacht. Ich schon. Mann, mann!

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Die Zukunft der Landwirtschaft findet jetzt einmal in riesigen Konzernen statt mit Robotern. Das ist bedauerlich, aber immer noch besser als leere Regale. Drum organisiert die Politik das jetzt.
        Die Frage ist halt, ob das nicht endet wie im alten Rom: irgendwann ist ihnen die Energie ( damals Sklaven) ausgegangen. Die Großgrundbesitzer haben sich das viele Land von den Gracchen nicht mehr wegnehmen lassen, und die mit panem et circenses verwöhnte Plebs ging nicht mehr aufs Feld arbeiten.

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    • Stadtmensch sagt

      Was soll eine heroische Gesellschaft sein, könnte man diesen Schreibtisch-Soldaten mal fragen? Damit war es spätestens im ersten Weltkrieg vorbei, als menschliche Leiber industriell in den Schützengräben zu Hackfleisch verarbeitet wurden.

      Als Pseudo- und Möchtegern Intellektueller kann ich nur drauf hinweisen, dass selbst halbwegs reflektierte Intellektuelle vor ihrer eigenen Kaste warnen, weil ihr Gerede bei schlichten Gemütern nun mal auf eine Weise verfängt, die der Automatisierungstechniker Überschwingverhalten nennt.

      Aber ok, ich würde es begrüßen, wenn die Bellizisten aller Länder mit gutem Beispiel voran gingen in den Kampf für ihre eigenen Interessen. Ich komme jedenfalls auf ganz andere Weise in Wallung, wenn mein Steuergeld für die Verwertungsinteressen an der ukrainischen Schwarzerde seitens Blackrock oder den Bahlmanns verwendet wird.

      Das würde ich lieber hier den Urproduzenten im Bereich Landwirtschaft zukommen lassen und damit auch den 5 Millionen Arbeitplätzen, die hierzulande daran hängen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Jepp…..ich sehe es auch ein wenig als slapstick an, wenn ein Oberst Reisner seit 4 Jahren seine Expertise als „Österreicher“ mit Null Kampferfahrung sich durch Youtube wandert. Irgendwie peinlich und anmaßend zugleich.
        Wir lassen uns von den Ukrainern die Gasleitungen sprengen und zum Dank finanzieren die Steuerzahle den Krieg weiter, zudem lassen wir uns von Politik und Medien veräppeln damit, dass Putin demnächst an der Elbe steht. Wie blöd ist dieses Volk eigentlich. Die Iren haben schon mehrere Kampflieder in den Ring geworfen: https://youtu.be/lWdIkdlu5EA?si=zTWhoUKcttFuwuly

        Das geht gerade viral. Kultur kann schaffen, was Politik nie schaffen wird.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Er hat das im letzten Interview gar nicht mehr kritisiert, sondern die Friedensdividende als schöne Errungenschaft bezeichnet. Es beschäftigt ihn als Offizier halt, was passiert, wenn – woher und aus welchem Grund immer – plötzlich Drohnen auftauchen.
        Die Bauern schreiben ja auch auf Demo-Plakate, dass es ohne sie nichts zu essen gibt, obwohl sie Wissen, dass die Flächen nur von größeren Betrieben übernommen werden.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich habe Reisners Beiträge bereits vor 3 Jahren angeschaut. Ich habe parallel auch immer Denyz Davydov verfolgt. Dann kann man sich selber ein Bild von der Lage machen….wenn man dann noch die merkwürdigen deutschen „Experten“ ansieht, dann ist das Bild ziemlich rund.
          Und Reisners Aktivitäten im Netz mit Bauer-Demo-Plakaten zu vergleichen ist schon ziemlich spookie, findest nicht?

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Er sieht als Ziel militärischer Ausbildung die Verhinderung von Konflikten durch Abschreckung und die Senkung des Risikos, im Ernstfall zu sterben. Die USA verlieren in ihren Kriegen schon lang nur noch ziemlich wenige Soldaten.
            Dass er Leute in den Tod schicken will, stimmt also nicht.
            Ist die Warnung vor dem Verhungern wirklich weniger spooky als die Warnung vor hybrider Kriegsführung?

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            • Reinhard Seevers sagt

              „Ist die Warnung vor dem Verhungern wirklich weniger spooky als die Warnung vor hybrider Kriegsführung?“

              Ja, ich finde schon. Die Verknappung von Nahrung erfolgt global gesehen ja schon. Sie wird bei uns später eintreten, weil wir noch das Geld haben, den anderen das Essen wegzukaufen. Das wird sich aber über kurz oder lang auch ändern. Hybride Kriegsführung ist doch schon seit Jahrzehnten ein Thema, wird durch die zunehmende Nutzung elektronischer Medien nur noch mehr. Dem kann man aber durch analoge System entgehen, wenn man wollte. Man hat sich aber der Volldigitalisierung verschrieben…die deutschen AKWs waren übrigens komplett vom Netz getrennt, so dass ein hybrider Angriff nicht möglich gewesen wäre…aber heee, weg mit dem Schrott, dann doch lieber eine Überspannung durch zu viel kostenlosen erneuerbaren Strom im Netz.

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  8. Jürgen Donhauser sagt

    Wenn dieser Antwortbrief wirklich exemplarisch für das Desinteresse der uns regierenden Politiker steht, dann gibt es für mich nur zwei Wahlmöglichkeiten. Entweder hoffnungslos resignieren, oder alles daran setzen diese ihre Arroganz offen zu legen um sie abzulösen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Es ist nicht Desinteresse oder Arroganz, es ist Überforderung und/oder Hilflosigkeit gegenüber dem Wirrwarr an Regulierungen und der geringen Zeit, die politisch zwischen Wahlen zur Verfügung steht.
      Und kein Politiker stellt sein und das „Werk“ seiner Vorgänger infrage. Fehler gibt man nicht zu.

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      • Bauer Willi sagt

        @A.K.
        Überforderung?! Oder Gleichgültigkeit. Meiner Meinung nach trifft für Rainer beides zu. Ich erkenne bei dem was er macht (und das ist nicht viel) keine Linie, kein Konzept.

        Um es ganz böse zu sagen: ich weiß nicht, ob es auffallen würde, wenn er nicht da wäre. Da waren ja selbst Klöckner und Özdemir aktiver. Hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Naja, Ungarn zeigt vorerst einmal, dass es nicht so sein muss. Das haben Lanz und Precht kürzlich brillant analysiert. Wer eine große Erzählung hat, erreicht beim Volk mehr, als wer sich von den Verhältnissen gefangen nehmen lässt.

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      • Werner Knödler sagt

        Um Deutschland nachhaltig zu
        entbürokratisieren bedarf es einer
        sehr starken Regierung , sichere 2 /3
        Mehrheit und mindestens 2 bis 3 Jahre
        Arbeit . Entschlossenes Auftreten gegenüber
        den Sesselpupsern in Brüssel gehört auch dazu .
        Dabei ist aber das Problem das die Amtmänninnen
        schon ein zu großes Potential der linksgrünen
        Wähler darstellen .

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      • Schnitzel sagt

        AK.Ich würde ergänzen: Ursache ist außerdem lässt sich eine Machtverschiebung b: Der Staat hat weite Teile seiner Gestaltungshoheit an NGOs aus den Bereichen Soziales und Umwelt abgetreten. Durch weitreichende Klagerechte und eine tief verwurzelte Beratertätigkeit in den Ministerien üben diese Organisationen heute einen massiven Einfluss auf gesellschaftliche Richtungsentscheidungen aus.
        Das Ergebnis: Die gewählten Volksvertreter finden sich oft nur noch auf dem Beifahrersitz wieder, während außerparlamentarische Akteure die Leitplanken der Politik bestimmen. Diese Einengung des politischen Spielraums führt zu einer problematischen Negativ-Auslese: Für echte ‚Gestalter‘ wird das Mandat im Parlament zunehmend unattraktiv, da der reale Einfluss schwindet. Stattdessen rücken vermehrt Repräsentanten nach, die den Status quo lediglich moderieren, social Media gerecht präsentieren oder verwalten, anstatt visionäre Politik aktiv voranzutreiben.“

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    • Christina sagt

      Hat man eigentlich je die Interessen der Landwirte vertreten?
      Mag wie ne blöde Frage klingen, aber so weit ich mich erinnere, hat doch immer der gleiche resigniert … 🧐

      Trotzdem, allen noch einen schönen Sonntag!!!

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      • Heinrich Steggemann sagt

        @Christina
        In früheren Jahrzehnten gab es aufgrund des technischen Fortschritts einen starken Verdrängungswettbewerb sowohl um die Produktionsfaktoren als auch um die Absatzmärkte.
        Aktuell und in Zukunft müssten wir als Gesellschaft um jeden Betriebsleiter und jede Arbeitskraft in der Landwirtschaft kämpfen um die Eigenversorgung zu sichern.

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    • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

      „… alles daran setzen sie abzulösen“. Was wäre das außer Leserbriefen schreiben?

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  9. MarK sagt

    Die tatsächliche politische Absicht und das, was Agrarpolitiker den Bauern erzählen unterscheidet sich diametral. Gut zu erklären ist dies am Beispiel der Milchquote. Dieses Instrument hat hervorragend funktioniert. Der Staat wurde innerhalb kurzer Zeit von den enormen Kosten der Überproduktion befreit, die Molkereien wurden mit einer kalkulierbar, preisgünstigen Rohstoffbeschaffung bedient und die Verbraucher mit niedrigen Preisen für Milchprodukte fürstlich versorgt. Nur für die Bauern wars halt nix, was der Politik angesichts des verschwindent geringen Wählerpotentials, welches die Bauern darstellten, egal war. Genau so ist es heute. Mercosur und all die anderen Massnahmen dienen dazu, die Nahrungsmittelpreise unten zu halten, die Versorgung zu sichern und dem Rest der wirtschaft im Export vorteile zu verschaffen, der Rest der Massnahmen dient dazu, Öko- und Tierschutzträumereien Rechnung zu tragen. Nur für die Bauern ist es halt nix, was der Politik angesichts des verschwindent geringen Wählerpotentials, welches die Bauern darstellen, aber egal ist!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      In der Landwirtschaft haben wir den riesen Nachteil, dass wir natürlichen Einflüssen (Wetter, Fruchtbarkeit, Krankheiten usw.) unterworfen sind. Dies macht die exakte Mengensteuerung so schwierig bis unmöglich. Eine Quote würde aber so angelegt werden, dass es ja nicht zu einer Unterversorgung (Unruhen durch Hunger) kommen kann. Damit ist (zumindest) eine kleine Übermenge einkalkuliert, die damit aber auch den Preis der großen Menge unter Druck setzt.

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  10. Georg Model sagt

    Ist doch ein Erfolg wenn von dem BMEL überhaupt eine Antwort bzw. Reaktion auf eine Eingabe erfolgt. Beim Agrarantrag wird doch immer nur auf die Zuständigt der
    Landesministerien hingewiesen welche aber nicht immer verantwortlich bzw. haftent sind.
    Das Grundübel liegt in der nichtdemokratischen und somit unlegimierten EU Kommission.
    Dieses Konstrukt gehört gehört wenn noch möglich reformiert oder ganz abgeschafft und neu demokratisch vom Volke neu Aufgebaut.

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  11. Kemetbauer sagt

    Ich wundere mich darüber, dass sich hier einige Schreiber darüber wundern, dass sie mit ihren Anfragen und Anliegen in der Politik weder Beachtung noch Berücksichtigung finden. Da hat man nun, mit offensichtlich viel Vorschusslorbeeren, sich über einen C-Minister gefreut und der offenbart sich nun als eine von seit mehr als 25 Jahren, nicht der Landwirtschaft zugewandten, nichtssagenden Politgrößen. Leute, werdet wach. Die Landwirtschaft stellt ca. 0,2% der Wähler. Warum sollte man denen Gehör schenken? Ach, ich vergaß, die Landwirte füttern ja den Volkskörper.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Ökobranche ist ein noch kleinerer Teil der 0,2% und dennoch proklamiert sie den Anspruch der Weltrettung und des „bessersein“ und wird auch noch monetâr gepampert. DAS könnte bei einer realistischen Politik auch eingestellt werden, finde ich.

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      • Kemetbauer sagt

        @RS
        GsD ist Ihr „finde ich“ recht unerheblich.
        Dass die Ansprüche der Ökobranche von der konv. Landwirtschaft immer auch negativ interpretiert werden und sich die konv. Landwirt als die Hüter der öffentlichen Gelder, von denen sie immerhin mehr als 90% der ldw. Gesamtausgaben bekommen, fühlen, ist nun wirklich nicht neu. Nett ist allerdings, dass die Bevölkerung in vielen Umfragen stets die Ausgaben für den Ökolandbau begrüßen; im Gegensatz zu den Ausgaben für die konv. Landwirtschaft. Aber, was bedeuten schon Umfragen, wenn sie einem nicht in den Kram passen?

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        • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

          Es ist schon richtig, dass die Konsumenten sogenannte Biolebensmittel fordern . Kaufen tun sie aber meist doch die konventionell erzeugten Produkte, weil diese erstens günstiger sind und das Rohmaterial sicherer ist bezüglich Hygiene und Schimmelbesatz.

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          • Kemetbauer sagt

            @EF
            Sie meinen es gibt zwei LMHVs? Eine für konv. Lebensmittel und eine für Ökolebensmittel? Interessant!

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            • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

              Die Verordungen sind gleich, die Erreichbarkeit im Biosegment aber vielfach schwieriger.

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                • Jürgen Donhauser sagt

                  Dann bitte mal die Häufigkeit von Warnmeldungen der vergangenen Jahre in Bezug auf Öko-Produkten in Verbindung mit deren Menge vergleichen.

                  10
      • Thomas Bröcker sagt

        Reinhard … Kemeti ist ein „Stöckchenwerfer“ … nicht reagieren verschafft ihm weniger Aufmerksamkeit 😎.

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        • Dietmar Groß sagt

          @J.D. .. wenn Sie schon über das „Stöckchen“ von Kollegen Kemet springen, dann sollten Sie es im Interesse der Sachlichkeit mit Belegen untermauern. Sonst lenken Sie unfreiwillig von dem eigentlichen Thema ab, dass Sie selbst hier gesetzt haben .
          Die Kritik am aktuellen Landwirtschaftsminister teile ich uneingeschränkt. Bin aber auch nicht enttäuscht, weil ich keine andere Erwartung hatte.
          Landwirtschaftspolitik wird faktisch in den Einkaufszentralen der Agrarindustrie und der Lebensmittelhandelszentralen gemacht. Und in dem Maß, wie der Bezugsrahmen durch Handelsabkommen und Logistik erweitert wird, schwindet die Notwendigkeit, auf „bäuerliche Interessen“ hierzulande Rücksicht zu nehmen. Ob „Bio“ oder „Konvi“ ist für Einkäufer ein Nebenthema, dass im Handelsvolumen teilweise noch von Marktstrategen, faktisch aber zunehmend von den Scannerkassen entschieden wird.
          Wer von diesen Strukturen abhängig ist, sollte seine Hoffnung auf PolitikerInnen realistisch einschätzen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Eine vorwiegend und zunehmend materialistisch orientierte Gesellschaft, die sich von der eigenen Herkunft, der eigenen Geschichte, den transzendenten Ursprüngen europâischer Kultur und den Ursprüngen der Nahrungserzeugung komplett entkoppeln konnte und es auch getan, die definiert sich ausschließlich nach seinen ökonomischen Möglichkeiten gepaart mit öko-ideologischen Fantasien, die als Ersatz für die verlorengegangen Transzendenz gelten. Landwirtschaft ist marginalisiert und dennoch unabdingbar. Der Widerspruch wird wohl eher noch zunehmen.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Letztendlich ist es auf politischer Ebene völlig egal, ob das Essen aus Deutschland oder aus Brasilien oder aus Australien kommt. Wichtig ist in Zeiten wie diesen, dass die Regale billig gefüllt sind, sonst gar nix. Handlungsbedarf ist erst, wenn die Straße von Hormus nicht nur zu wenig Kerosin, sondern auch zu wenig Sprit für die Schifffahrt liefert und das argentinische Rindfleisch ausbleibt. Dann ist es vielleicht zu spät, aber solche Warnungen sind noch immer verhallt wenn man an die letzten Jahre denkt.

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  12. Arnold Krämer sagt

    „Ein Ignorant ist jemand, der sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung bemüht und daher (absichtlich) unwissend verbleibt. Das Wort kann als Schimpfwort oder als Beleidigung gelten.“ sagt das Internet!

    Ich finde die Überschrift zum heutigen Blogbeitrag völlig unangemessen.

    Sie erklärt sich aber mit der persönlichen Betroffenheit des Autors einerseits und einer mittlerweile völlig verkorksten Agrarpolitik, die nicht mehr reformierbar ist.

    Volkswirtschaftliche Notwendigkeiten gepaart mit produktionstechnischer Mikrosteuerung durch die EU überlagert von hochmoralischen nationalen Forderungen verursachen eine Gemengelage, für die es keine vernünftige Lösung mehr gibt. Es sollen einfach zuviele Dinge unter einen Hut gebracht werden. Das überfordert ALLE.

    Dazu kommt dann noch die unterschiedliche einzelbetriebliche Betroffenheit. Ein Sauenhalter muss im Einzelfall schier verzweifeln, während ein Hähnchenmäster oder Eierporoduzent denkt: „Leckt mich……“

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    • Thomas Bröcker sagt

      @A.K.“Ich finde die Überschrift zum heutigen Blogbeitrag völlig unangemessen.
      Sie erklärt sich aber mit der persönlichen Betroffenheit des Autors einerseits und einer mittlerweile völlig verkorksten Agrarpolitik, die nicht mehr reformierbar ist.“

      100 % Zustimmung.

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        • Arnold Krämer sagt

          Ich habe mir jetzt 50 Minuten der Ausschussitzung angesehen und angehört.

          Ich kann den gesamten Ablauf der politischen Diskussionen zu dem Vorhaben der Linken zur Änderung des Tierschutzgesetzes nicht überblicken.

          Mein Eindruck ist aber, dass die Diskussion im Ausschuss sehr oberflächlich ist, vor allem der Kürze der Zeit geschuldet.

          Was nehmen Politiker, die nicht immer mit der Materie vertraut sein können (z. B. weil sie keine Tierärzte sind).
          Wie können sie beurteilen, was letztlich die Formulierungen von Paragraphen in einem neu gefassten Gesetz bewirken? Was bedeuten diese für die nachfolgenden konkretisierenden Verordnungen (Z. B. die jeweilige Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung, z.B. für Schweine)?

          Je detaillierter ein Regulierungsanspruch wird, umso mehr müssen Politiker versagen, umso mehr Macht bekommen gleichzeitig die Menschen , die in den Ministerien die Gesetzestexte formulieren und später die Richter, die diese später mit anderen Rechtsnormen abgleichen.

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          • Peter sagt

            Das ist eine reine Alibi-Veranstaltung. Bei den unpraktischen Gesetzen dürfen dann die Politiker stolz auf die Einbindung aller (teilw. selbsternannter-) Experten zeigen und sind fein raus aus der Verantwortung, welche es sowieso nicht mehr gibt. Was soll man davon halten, wenn ein Fernseh-Clown empfiehlt, sich Stroh in die Nase zu stecken, um die Atemtechnik bestimmter Hunderassen zu simulieren?! Könnte glatt sei, das in künftigen Gesetzen die Rüssellänge von „Borsti“ punkterelevant für ITW ist! Glückwunsch für die Ausdauer, daß 50 Minuten von diesem Stuss ausgehalten wurden.

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            • Arnold Krämer sagt

              Den Politikern ist offensichtlich ein wesentliches Element erfolgreichen Unternehmertums unbekannt: Das „Nein-Sagen“.
              Beim Abarbeiten von Wünschen mehr oder weniger wichtiger gesellschaftlicher Gruppen kommen dann zum Schluss immer mehr oder weniger fehlerhafte Gesetze, mehr oder weniger faule, fachlich fragwürdige Kompromisse, in jedem Fall aber immer mehr Bürokratielasten und öffentlich Bedienstete heraus.
              Irgendwann geht dann auch nichts mehr im Lande. Wetten, dass….

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    • Bauer Willi sagt

      @A.K.
      Mein persönliches Empfinden ist, dass Alois Rainer jemand ist, „der sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung bemüht und daher unwissend verbleibt.“

      Man darf gerne ein anderes Empfinden haben.

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      • Jürgen Donhauser sagt

        Ich glaube das Amt des Bundeslandwirtschaftsminister ist zum „Sprungbrett“ geworden. Keiner möchte es wirklich haben, weil der Zwiespalt (auf der einen Seite die Wünsche und Anforderungen der Gesellschaft – auf der anderen Seite das schizophrene Einkaufverhalten und Erlössituation der Landwirte) nicht auflösbar scheinen ohne politisch verbrannt zu werden. Aus diesem Grund sitzt man seine Amtszeit einfach ab und verdient sich das „magere“ Gehalt und eventuell einen besseren Posten und Pensionsansprüche.
        Beamtenmikado in Reinkultur – wer sich bewegt hat verloren. Aber Minister Rainer hat es nach Özdemir jetzt perfektioniert!

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        • Arnold Krämer sagt

          Herr Donhauser, übersehen/vergessen Sie nicht das bestehende Regelwerk, das zunehmend aus EU-Verordnungen und -richtlinien besteht und eben nicht mehr einfach aus der Welt zu schaffen ist.
          Selbst rein nationale Regelungen bekommt man ja nicht reformiert.
          Macht man sich überhaupt darüber Gedanken, oder redet man nur von Bürokratieabbau, ohne wissen zu wollen, was dazu gehört? Wofür braucht man z.B. die Unterscheidung zwischen Landwirtschaft und gewerblicher Tierhaltung, wozu Vieheinheiten-Schlüssel und -staffelungen, wofür verschiedene GV-Schlüssel (noch mal was anderes!)?

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          • Jürgen Donhauser sagt

            Wir Deutschen setzen sehr wohl noch höhere Standards! Weil heute schon einmal Dirk Hesse (den ich sehr schätze) möchte ich sein Argument aufgreifen. In der NutztierhaltungsVO Schwein steht dümmlich naiv formuliert: „Das Tier muss jederzeit mit ausgestreckten Gliedmaßen liegen können“.
            Hätte man geschrieben: „Das Tier muss jederzeit artgerecht liegen können“, dann wäre uns einiges erspart geblieben.
            Die EU verlangt übrigens auch keine 6,5 qm große Abferkelbucht – also alles hausgemachte Probleme.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Dirk Hesse hat die Schrägmist-Bucht erfunden. Habe 1994 selber mal 50 Schweine auf Schrägboden gemästet….war wirklich eine super Sache. Hab nie verstanden, warum es sich nicht durchgesetzt hat

              • Heinrich Steggemann sagt

                Habe vor 25 Jahren auch mal mit Schrägmist-Buchten für die Ferkelaufzucht experimentiert, mich dann aber für einen klassischen Ferkelaufzuchtstall mit eigenen Modifikationen entschieden.
                Genau wie Dirk Hesse habe ich mich auf Tierebene begeben in kurzer Hose und T-Shirt um z. B. Zugluft im Tierbereich aufzuspüren.

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    • Frikadellen piet 47 sagt

      ja hallo erstmal ich sehe das genauso, würde also das genauso beschreiben schönen Sonntag und lebenslang grün-Weiß

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  13. schmeckt gut sagt

    Treffend analysiert. Und diese unmoralische Vorgehensweise (aller Ministerien gegenüber der LW und auch gegenüber der NICHT konzerngesteuerten Wirtschaft) kennen wir schon seit Jahren. Deutliche Kritik wird mit einem „Zusammenkuscheln“ von Politik und Verbandsführung niedergerungen. Diese Zeiten sind jetzt aber vorbei. Alle Nicht-Konzern-Verbände werden deutlicher. Die Zeit drängt. Alle, die es sich zutrauen, sollten die Ministerien und regionale Abgeordnete mit Briefen der persönlichen Betroffenheit zuschütten. Könnte helfen. Und bei solch nichtssagenden Antworten, wie bei Jürgen, nachhaken.

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  14. Resignierter Landwirt sagt

    Hallo, netter Versuch. Die Antwort der Frau ist übrigens zu einem großen Teil KI-generiert. Wir brauchen keine Förderprogramme für Stallbauten mit Tierwohlstandards, deren Produkte am Ende keiner kauft. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Programme selten zu nachhaltigen Lösungen geführt haben – stattdessen landet man immer wieder in einer neuen Sackgasse.

    Das eigentliche Problem liegt doch im System: Gefördert werden Investitionen in neue Ställe und Technik, also einmalige Kosten. Was aber fehlt, ist eine verlässliche Perspektive auf der Erlösseite. Wenn die laufenden Mehrkosten durch höhere Standards am Markt nicht bezahlt werden, hilft auch die beste Förderung nichts. Genau hier entsteht die Schieflage – und genau daran sind vergleichbare Programme in der Vergangenheit immer wieder gescheitert.

    Es dürfte auch jedem einleuchten, dass es politisch aktuell nicht gewollt ist, dass Lebensmittel deutlich teurer werden – gerade in der jetzigen Situation. Die Folgen wären schlicht nicht vermittelbar.

    Man kann nur hoffen, dass sich die Rahmenbedingungen zeitnah so verändern, dass eine ehrliche und tragfähige Wertschöpfung in der Landwirtschaft wieder möglich wird.

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    • Resignierter Landwirt sagt

      Ich will noch eine provokante These hinzufügen: ohne das Schiffe mit Nahrungsmitteln für Europa irgendwo festhängen und es mal vier Wochen kein Steak gibt, wird sich nichts ändern. Ich vertrete auch mittlerweile die Meinung das die du in ihrer jetzigen Form abgeschafft hört.

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    • Ex-Baumschuler sagt

      „Die Antwort der Frau ist übrigens zu einem großen Teil KI-generiert.“

      Aber dass es eine Frau ist, das ist real.

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    • Arnold Krämer sagt

      Absolut richtig analysiert. Subventionen für Investitionen in Tierwohlställe machen nur dann ökonomisch Sinn, wenn man eine entsprechende Nachfrage hat. Die Steuersubventionen wären sogar überflüssig, wenn man erhöhte Abnahmepreise gesetzlich vorschreibt ( siehe frühes EEG, Biogasförderung). Das passt aber nicht zum Ziel billiger Nahrungsmittel und den EU-!Regelungen.
      Die fatalen volkwirtschaftlichen Konsequenzen des nationalen energiepolitischen Sonderweges sieht man am politischen Gegensteuern („Reparaturbetrieb“) Stichwort Industriestrompreis.

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  15. Jürgen Donhauser sagt

    Mir ist gerade im letzten blauen Absatz aufgefallen, dass eine Aussage von Frau Dr. Scholz auch blau hinterlegt ist:
    „ Handel ist eben keine Einbahnstraße. Und Deutschland profitiert als starke Exportnation – auch im Agrarbereich – von solchen Abkommen.“
    stammt also von Ihr!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Und die Einleitung ist mißverständlich:
      „ Jürgen Donhauser hat zwei Briefe an Alois Rainer geschrieben. Wer den Namen nicht kennt: er ist der aktuelle Landwirtschaftsminister (CSU).“
      Also Alois Rainer heißt der aktuelle Landwirtschaftsminister 😉

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