Bauer Willi
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Où va l’agriculture? Überlegungen aus Frankreich

Ich bin mit Andre aus Frankreich seit einigen Jahren in loser Verbindung. Ab und zu hat er Artikel von mir ins Französische übersetzt und auf seinem Blog veröffentlicht. Jetzt hat er mir einen Artikel aus seinem Blog zur Verfügung gestellt, den er mir ins Deutsche übersetzt hat. Vielen lieben Dank, denn das was Emmanuel Rizzi schreibt, ist nahezu deckungsgleich mit der Situation in Deutschland. Wer es im Original lesen will, hier der Link: https://seppi.over-blog.com/2022/12/ou-va-l-agriculture.html

Wohin geht es mit der Landwirtschaft?

Emmanuel Rizzi* (Vizepräsident der Coordination Rurale)

Die Jahre vergehen und die Situation wird nicht besser.

Ich spreche nicht von der Kälte, die die Knospen erfrieren lässt, dem Regen, der unsere Ernte ruiniert, oder der Sonne, die die Wiesen grillt. All das ist Teil unseres Berufs und hängt nicht vom Willen des einen oder anderen von uns ab. Stoizismus ist der Schlüssel zum Glück in der Landwirtschaft…

Nein, ich spreche nicht von dem, was die Natur uns auferlegt, sondern von dieser Gesellschaft, die alles und das Gegenteil verlangt.

Marc Fesneau, der Landwirtschaftsminister, hat gerade erst die Diskussionen über das nächste Gesetz zur Ausrichtung der Landwirtschaft eingeleitet, und schon bei der ersten Sitzung schließt er mit einem Satz, der uns alle aufschrecken lassen sollte: “Die Landwirtschaft muss der Gesellschaft eine Geschichte erzählen. Aber eine Geschichte zu erzählen bedeutet nicht, die Realität zu beschreiben.”

Wieder einmal bereitet man sich darauf vor, die Realität zu verschweigen, um eine Öffentlichkeit zufrieden zu stellen, die glaubt, für immer vor dem Hunger geschützt zu sein, den sie nie gekannt hat.

Und wir sind alle ein bisschen verantwortlich.

Wir Landwirte, indem wir zu viel und zu gut arbeiten, seit der Staat uns Anfang der 1950er Jahre die Aufgabe übertragen hat, das Land von den Lebensmittelkarten zu befreien. Wir sind schuldig, weil wir zu widerstandsfähig sind, weil wir immer letztendlich säen und melken, egal was passiert. Schuldig, weil wir jedes Mal die Hindernisse überwinden, die Europa und Frankreich zwischen uns und unsere Felder stellen.

Aber jetzt häufen sich die Hürden: Verbot des Besprühens von 3, 5 und bald 100-Meter breiten Streifen am Rande von Wohngebieten, Rückzug unproblematischer Moleküle wie Glyphosat, ideologische Ablehnung aller Gentechnologien, unbegründete Kämpfe gegen die Wasserspeicherung, Wiedereinführung von Luchsen, Wölfen, Geiern, Bären auf Kosten der Freilandtierhaltung, Angriff auf die Stickstoffdüngung, die doch jeden zweiten Menschen ernährt, Zermürbungskrieg seitens des Biodiversitätsamtes, Beibehaltung von Farm To Fork, das auch Fly To Famine genannt wird, europäische Politik, die vorgibt, 25% Bio-Flächen vorzuschreiben, Bio, das die Verbraucher übrigens nicht mehr kaufen, und Reduktion des Einsatzes von Tierarzneimitteln um weitere 50%.

Ihr Landwirtschaftskammern, weil ihr eure Funktion und eure Dienste nicht ausreichend nutzen, um die Realität der Landwirtschaft zu erklären und die gesellschaftlichen, politischen und medialen Angriffe anzuprangern, denen die Landwirtschaft jeden Tag ausgesetzt ist.

Sie die Politiker, weil sie nicht den Mut haben, gerechte Gesetze zu verabschieden, sondern lieber aufgrund der Ergebnisse von Umfragen Gesetze erlassen, auch wenn ich zugeben muss, dass sich einige ländliche Abgeordnete in diesem Bereich glücklicherweise hervorheben.

Sie die Präfekten, die widersprüchlich in der Frage des Wolfes handeln. Was soll man zum Beispiel über die Website des Regionalen Amtes für Umwelt, Raumplanung und Wohnen (DREAL) von Auvergne Rhône-Alpe sagen? Sie enthält Programme, die darauf abzielen, den Schülern die gute Begründung der Anwesenheit dieses Superraubtieres zu erklären. Ich kann mir vorstellen, dass auch hier mehr ein Märchen als die Realität erzählt wird und dass Fotos von sterbenden Schafen und ausgeweideten Färsen keinen Platz in einem pädagogischen Paket haben. Es gibt aber sehr schöne Verkleidungen mit Schwänzen aus Kunstpelz und falschen Ohren, die es den Kindern ermöglichen, sich mit dem Fleischfresser zu identifizieren.

Und schließlich die Unkenntnis seitens der Gebietskörperschaften, die durch die Territorialen Ernährungsprojekte (Projets Alimentaires Territoriaux) ans Licht gebracht wird. Dieser Ansatz ist zwar verständlich, aber allzu oft wird er zum Anlass für einen regelrechten Bastlerwettbewerb der Selbstversorgung genommen. Alle schwärmen von der Produktion von Gemüse, Beeren und bald auch von Kaffee oder Ananas selbst auf den Gipfeln des Jura…

Nein, die Ernährung des Volkes beruht nicht auf der Permakultur und hat auch nie darauf beruht. Und nein, es ist nicht rationell, alles auf dem eigenen Territorium zu produzieren. Auch hier sollten wir an die Grundlagen des Berufs erinnern: agronomische Zwänge und die Notwendigkeit wirtschaftlicher Rentabilität.

Wir haben uns alle schon einmal in Sachen Energie belogen, als wir behaupteten, dass Sonnen- und Windenergie unseren Bedarf decken würden. Wir zogen es vor, nicht zu sehen, dass uns diese Wahl von einem Methan abhängig machte, das wir nicht produzieren, und wir mussten warten, bis wir kurz vor dem Blackout standen, um wieder auf die Atomkraft als unverzichtbares Werkzeug zu blicken.

Lassen wir uns diesen groben Fehler eine Lehre sein. Wir dürfen ihn in Bezug auf unsere Landwirtschaft nicht wiederholen.

Das Gesetz zur Ausrichtung der Landwirtschaft wird Räume für Erklärungen eröffnen: für Erklärungen, nicht für Verhandlungen. Nur wir kennen unseren Beruf wirklich. Nutzen wir diese Gelegenheit, um immer wieder daran zu erinnern, wie komplex es ist, ausreichend für alle und Jahr ein, Jahr aus zu produzieren.

Nutzen wir die Gelegenheit, um klare und starke Botschaften zu vermitteln. Wir könnten damit beginnen, in den Vivéa-Schulungen aufzuräumen, wo Esoterik fast ein Drittel des Katalogs einnimmt.

Weltweit glauben vier von zehn Menschen an Hexerei. In Frankreich nennt man das Homöopathie, Reiki oder biologisch-dynamische Landwirtschaft…

Glück erkennt man am Lärm, den es macht, wenn es weggeht. Warten wir nicht darauf, dass unsere Landwirtschaft laut wird, sondern fangen wir an, sie zu erhalten.

____________

* Bio-Mutterkuhhalter im Jura und Vizepräsident der Coordination Rurale.

Quelle: L’Agri vom 1. Dezember 2022, mit einem etwas veränderten Ende (entsprechend der Vorlesung in der Jura-Landwirtschaftskammer). Ein etwas gekürzter Text wurde auch in La France Agricole veröffentlicht.

Tribune : où va l’agriculture ? [par Emmanuel Rizzi]

 

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129 Kommentare

  1. Elisabeth Ertl sagt

    Gerade wieder einen interessanten Vortrag gefunden: Was fördert Biodiversität: regionale Produktion, kleinere Betriebe, eine Politik, die viel mehr verschiedene Aspekte intergriert, Entlohung der Leistungen, die Landwirte für die Biodiversität erbringen
    https://www.youtube.com/watch?v=aupj6R-XkTQ

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    • Mark sagt

      Ja, der Herr Settele, das ist der Mann, der die “Tripple Krise” erfunden hat (Artensterben, Klimawandel, Pandemien), ca. 1 Jahr nach diesem Video. Mit diesem 3 fach Wumms versuchte er, das Thema Artensterben ganz nach oben (vor Klima und Corona) zu wuppen, die Strategie ist 1:1 den Klimawandlern nachempfunden(wie übrigens der Internationale Biodiversitätsgpfel kürzlich in Canada). Solche Populärwissenschaftler geniese ich immer mit einer gewissen Portion Vorsicht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich finde den Vortrag auch extrem schwach und nichtssagend. Ganz viele Menschen haben ganz viele Worte auf ganz viel Papier geschrieben. Global runter zu brechen, ergibt dann immer eine “auch bei uns ist dies und das gefährdet”…..lasst uns einen Arbeitskreis gründen und die Bauern noch ein Stück weiter gängeln….andere Optionen stören den Spaßbetrieb und das BIP.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Frau Lemke hat schon mal zugeschlagen…die Apokalypse ist da:
          https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_100093932/steffi-lemke-zum-artenschutz-ist-das-dem-bundeskanzler-nicht-sexy-genug-.html

          Und die Bauern sind selbstredend Schuld:

          “Die beiden existenziellen ökologischen Krisen – Klimakrise und Krise des Artenaussterbens – sind so eng miteinander verbunden, dass wir sie gleichzeitig lösen müssen. Und wir müssen klar vermitteln: Nicht der Ausbau der erneuerbaren Energien treibt das massenhafte Aussterben und Abwandern von Tieren und Pflanzen an, sondern der Autobahn- und Flughafenbau, die Versiegelung der Böden und Zersiedelung der Landschaft, und auch die intensive Agrarwirtschaft. Gerade die Subventionen in der Landwirtschaft haben jahrzehntelang genau die falschen Anreize gesetzt. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und ich brechen dieses System jetzt Stück für Stück auf.

          Das stärkste Steuerungsinstrument für die deutsche Landwirtschaft ist der EU-Fördertopf für “Gemeinsame Agrarpolitik”. Ab 2023 sind fast alle Gelder an Umweltschutzmaßnahmen gekoppelt. Einige Kritiker sprechen von einem “Bauernvernichtungsprogramm”. Ist das unfair?

          Wir graben uns doch selbst das Wasser ab, wenn wir so weitermachen wie bisher, insbesondere in der Landwirtschaft. Da ist es doch logisch, dass der Pestizideinsatz runter und die Zahl der Rückzugsräume für gefährdete Arten hoch muss, dass es statt Monokulturen eine Anbaudiversifizierung braucht. Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat eine Vision für zukunftsfähige artenfreundliche Landwirtschaft entwickelt, die das finanzielle Auskommen der Bauern langfristig sichern kann. Dies umzusetzen, packen wir jetzt an, in Deutschland und auf EU-Ebene.

          Wie wollen Sie die Landwirte dafür gewinnen?

          Die Bauern sind jahrzehntelang durch ökonomische Zwänge in ein System gepresst worden, das vielfach auf Maximierung getrimmt war. Wer finanziell überleben wollte, musste sich anpassen. Diese Intensivierung der Landwirtschaft droht der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften jetzt das Genick zu brechen. Wir diskutieren intensiv mit den Landwirten, wie wir dieses System gemeinsam ändern. Aber es braucht verdammt viel Kraft, um so tief eingefahrene Fahrwege zu verlassen.”

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ergänzung, Schlusssatz des Interviews:
            “Aber diese Diskussion sollte nicht davon ablenken, dass die größte Bedrohung für Tiere und Pflanzen die intensive Landwirtschaft, der Flächenfraß und die Klimakrise sind. Da müssen wir ran.”

            Alles klar soweit?

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            • Stadtmensch sagt

              Philosophen tuten ins gleiche Horn:

              “Als Beispiel für risikobehaftete Effizienz führt Rifkin auch landwirtschaftliche Monokulturen an, die ihre eigenen Produktionsbedingungen zerstören.”

              https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/jeremy-rifkins-buch-das-prinzip-resilienz-18536339.html

              Niemand kommt auf die Idee, dass die Kulturlandschaft an sich schon ein Ökosystem ist, das vom Menschen stabilisiert wird. Und da liegt es eben in der Hand des Menschen, nur so viel Entropie zu erzeugen, wie unbedingt zum Erhalt der Lebensgrundlagen erforderlich ist. Aber das will der Rezensent lieber der Natur überlassen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Naja, hast du die Kritik zu Ende gelesen?
                Guckst du:
                “Die Ausführungen, wie ein neues Umweltbewusstsein, eine neue Wissenschaftsmethodik oder konkrete Investitionen in Infrastruktur dabei helfen können, die Resilienz der Gesellschaft zu stärken, bleiben lose Enden. Am bittersten ist, dass Rifkin die Natur geradezu mythisch überhöht, dann aber ihren strategischen Schutz – wie etwa Feuchtgebiete Wasser- und Nahrungsversorgung resilienter machen können – weitgehend ignoriert.”

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                • Stadtmensch sagt

                  Hab ich gelesen, aber anders interpretiert.
                  Der Rezensent behauptet, Rifkin würde die Natur mythisch übehöhen (dazu muss ich das Buch wohl auch erstmal lesen um dem zustimmen zu können), andererseits meint der Rezensent, dass der Erhalt von Feuchtgebieten möglich und wünschbar ist.
                  Meines Erachtens trocknen gerade weltweit Binnengewässer und Flussläufe aus. Gletscher als Speicher fallen weg. Was soll da eine Moorvernässung bringen?

                  Hier wäre die Vermeidung von Kühltürmen bei konventionellen Kraftwerken (dazu gehören AKW) das Mittel der Wahl. Also maximale Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energie. Möglichst dezentral zur Vermeidung von Übertragungsverlusten und für “Resilienz”.

              • Inga sagt

                Klar,
                die wilden Ttiere haben sich der Kulturlandschaft eveolutionär angepasst.

                Wie weit ist die Technik
                Wüsten mit Bäumen oder Wald zu begrünen, damit ein neuer Wasserkreislauf entsteht?
                Steht das im Wettlauf mit dem Schmelzen der Pole und Gletscher.

            • Smarti sagt

              Gehorchen wir doch endlich unseren Politikern. Da geht auch noch viel mehr.
              Keinen Dünger ausbringen – die Ernte möglichst nicht in den Handel bringen, sondern nur unter der Hand an Tierhalter verkaufen. Wenn es sich nicht lohnt, die Ernte mit Pflanzenschutzmitteln zu schützen, dann mulchen und pflügen… gerne mit Video… 1000 Videos gleichzeitig wären mehr Wert als jede Demonstration. Und bitte keine Skrupel – nicht der Landwirt hat diese Lebensmittel auf dem Gewissen ! Es sind Lemke und Co. !

              Milchkühe ein paar Monate später besamen und Kraftfutter einsparen – da sind schnell 20 % weniger Milch beisammen.
              Mutterkuhhalter besamen nur 4 von 5 Kühen… dafür ein paar Bullenkälber kastrieren und 2 Jahre länger auf der Weide laufen lassen, das könnte “jeder Landwirt bezahlen” und der Effekt wäre sofort da.

              Für Schweine würde ich eine Petition starten, dass leere Stallplätze “bezuschusst” oder entschädigt werden. Dies als Gegenleistung für die Fleischimporte und die falschen Versprechen der letzten Jahre.
              Für den Landwirt vielleicht besser als am langen Arm verhungern ? Für den Staat langfristig jedenfalls rentabler als noch mehr motivierte Arbeiter zu verlieren.

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                • Stadtmensch sagt

                  Was spricht eigentlich gegen das Prinzip “Lohnabhängiger Landwirt”?

                  Kein Bürokram mehr, tarifgebundene Entlohnung, Urlaub, Möglichkeit zu streiken, keine Selbstüberhöhung mehr, es bis zu einem Jahresumsatz von x-unzig Mille immer noch ohne Depression und Burnout ausgehalten zu haben?

                  Steigerung der Produktivität und intensivierter Freihandel bewirken nun mal mehr Kapitaleinsatz. Das ist kapitalistische Landwirtschaft. Da ist schlechte Politik nur ein kleiner Sargnagel für die “Abenteuer-Spielplätze” in diesem Bereich der Erzeugung austauschbarer Güter.

                • Brötchen sagt

                  Stadtmensch das ist ein Mythos, das die großen Buden unbedingt effizient sind.
                  Warst Du mal in Russland oder Ukraine, was denkst Du was Lohnarbeitskräfte für Schaden machen können.
                  Wir hatten mal einen Lehrling der hat beim Reinigen alle Deckenleuchten mit Wasser abgefüllt, da konnte erstmal der Elektriker kommen, wobei die heute auch fast Goldstaub sind und nur kommen, wenn man ganz artig Bitte Bitte sagt.
                  Es werden so Dinge behauptet, die ganz einfach nicht wahr sind!
                  Landwirtschaft ist viel auf selbstständiges und verantwortungsvolles Arbeiten ausgelegt, das geht nur mit guter Ausbildung und sehr viel Motivation….

                  Deswegen laufen viele Betriebe im Osten nicht so rund….und es haben hier viele mit Milch aufgehört, nicht im Westen.

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                • Brötchen sagt

                  P.S. der große Boom der polnischen Landwirtschaft, da warte ich nun ja auch schon Jahrzehnte drauf….

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                • Brötchen sagt

                  P.S.S. rein steuerlich hast Du als Unternehmer mehr Möglichkeiten als als Angestellter….das ist ja eigentlich mal vom Staat gewollt gewesen, so wie die Familie als Nukleotid der Gesellschaft steuerlich bevorzugt wird / wurde

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                • Smarti sagt

                  Brötchen, und wie lange noch können diese Löhne bezahlt werden wenn Lemke einfach immer weiter macht ?

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                • Brötchen sagt

                  Tja…..Smarti…..es gibt ja noch das andere Problem, das es keine Fachkräfte mehr gibt…..

                  Meist ist das ja sowieso schon sehr eingedampft……aber wie gesagt, da hängen ein paar Leute im Dorf mit ihren Familien dran…..die meisten haben aber noch ne vermögende Frau 😉

                  Im Winter sind ja einige auch im Überstunden abbummeln….

                  Aber unsere Zahlen sind alle incl. Lohn der Angestellten und Mittelklassewagen für den Chef 😉

                  Also selbst wenn sie wollten, geht das nicht so einfach…

                  Viele machen hier auch nur noch Tierhaltung, um die Leute in Arbeit zu halten…..lohnender ist sowieso nur bissl…. Ackerbau…..so wie der Willi Millionär 😉

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                • Stadtmensch sagt

                  @Brötchen

                  “das ist ein Mythos, das die großen Buden unbedingt effizient sind”

                  Hab ich ja auch nicht behauptet. Betriebswirtschaftlich scheint es so zu sein, dass je größer die “Bude” ist, die Effizienz immer weniger eine Rolle spielt. Konkurrenz ist ja weg.

                  In unserer großen Digitalbude entwickelt sich dann so eine Art interner Wettstreit zwischen Ideen aus Buden die gerade frisch geschluckt wurden und Buden, die schwer im Magen liegen.

                  Der Shareholder hebt oder senkt irgendwann den Daumen.
                  Mit Effizienz im Sinne von Entropievermeidung hat das nix zu tun. Hier muss man wirklich mal klar sagen, ob man thermodynamische oder ökonomische Effizienz meint.

                  😉

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                • Brötchen sagt

                  Stadtmensch , das ist in der Lw. eben nicht so!
                  Für die Sachen, wo man extrem flexibel reagieren muss, ist der Familienbetrieb dem Großbetrieb mit Angestellten weit überlegen.
                  die Effekte der Großtechnik sind eben nicht so gewaltig……und bestimmte Tierhaltungsverfahren müssen heute sowieso mit drei Mann laufen.
                  Wenn die Kinder noch mitmachen, sind die unschlagbar hinsichtlich Effizienz und Qualität.
                  Wenn die thermodynamische Effizienz in den Preisen enthalten ist….ist es ja auch ökonomisch stimuliert……nichts anderes haben die Grünen ja vor……wenn das aber überfrachtet wird und keine direkten Wirkungen vorhanden sind, geht das schief…

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Man kann die Landwirtschaft ganz schnell kaputtrechnen, wenn man Stundenlöhne der Industriearbeit ansetzt…..wenn Bauern in der Vergangenheit so gerechnet haben, gibt es sie meist nicht mehr sowie Dönerbuden und Asiarestaurants auch nicht. Familien tragen häufig alles mit, Leid und auch Lohn.
                  Deshalb ist es auch so schwierig, eine für alles gültige Formel zu finden.
                  Der Grad der familiären Verknüpfung ist oft der Grad des Erfolges trotz aller Krisen…sie ist aber mehrheitlich nicht der Maßstab für eine zukunftsfähige moderne Landwirtschaft….schön wärs, ist aber nicht (mehr) so.

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                • Inga sagt

                  Stadtmensch
                  warum macht ein selbstständiger Bauer

                  Selbstüberhöhung

                  Machen das andere Selbstständige auch?

              • Reinhard Seevers sagt

                …”Mutterkuhhalter besamen nur 4 von 5 Kühen… dafür ein paar Bullenkälber kastrieren und 2 Jahre länger auf der Weide laufen lassen, …”

                Ich finde es würde schon helfen, wenn Nicht-Agrarier, wie z.B. Sparkassengeschäftsführer keine Mutterkühe mehr halten dürfen….aber was solls, lieber gibt der Staat demjenigen auch noch die Abschreibungen.

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                • Stadtmensch sagt

                  Sehe ich auch so. Landwirtschaft scheint zunehmend zum Hobby finanzkräftiger Nicht-Agrarier zu werden. Entweder als Kapitalanlage oder als Abschreibungsvehikel. Auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, das Angenehme (kleiner Beitrag zur Weltrettung, Ablassbrief) mit dem Nützlichen (staatlich gefördertes Preppen) zu verbinden.
                  Deswegen gibts auch diese lautstarke Lobby für ineffiziente Biolandwirtschaft.
                  (VT off)

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                • Brötchen sagt

                  ” Landwirtschaft scheint zunehmend zum Hobby finanzkräftiger Nicht-Agrarier zu werden. ”

                  das ist aber meist alles vom Output her nur Spielerei und trägt nichts substantiell zur Versorgung der Bevölkerung bei (DDR Sprech). meistens was ich so hier sehe….

                  Ich bin ja auch so ein Hobby LW der mit seinem Hobby den Futtermittelmarkt in Bewegung hält ;).

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Brötchen, nicht substantiell zur Versorgung beitragen aber den Futtermittelmarkt in Bewegung halten, scheint ja Ressourcen- Verschwendung zu sein, oder?😮

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard ja na und……ich sach dann immer, das kann ich nur machen, weil ich mein Geld in der Massentierhaltung verdiene. ;)))))

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                • Smarti sagt

                  In unserer Gegend bieten die ganzen “reichen” Hobbytierhalter den Lohnunternehmen ( das sind Landwirte mit 2.tem Standbein im Lohn ) gut bezahlte Arbeit. Ohne die wären der Heuhandel und der kleine Schlachthof nicht mehr ausgelastet.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Oh mein Gott….
              “Zwischen Alpen, Nord- und Ostsee sind zwei Drittel aller Schmetterlinge gefährdet, außerdem jede zweite Wildbienenart, die Hälfte aller Amphibien, Brutvögel und Süßwasserfische. Dazu kommt knapp ein Drittel unserer heimischen Säugetiere, die für immer aussterben könnten. Feldhamster, Luchs, Fledermäuse und sogar die Hausratte stehen bereits am Abgrund.”

              In Amerika hat man Fledermäuse vor dem Kältetod bewahrt….was für gute Menschen! https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/kaelte-usa-texas-fledermaeuse-rettung-100.html
              Was hätte die Natur nur ohne den Menschen gemacht, der diese Tiere gerettet hat?
              Wer hilft mit Ratten zu schützen?

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              • Brötchen sagt

                Ratten hab ich mehr als genug, damit halte ich einen anderen Markt in Bewegung! incl. Fallen und Bleche und Draht.

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                • Brötchen sagt

                  schönen Satz gelesen…..bezog sich auf was anderes……”Wir sollten in Deutschland auch Schafe verbieten, damit diese nicht von Wölfen gerissen werden.”

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                • Inga sagt

                  Aber Schafe haben sich in unserer Kuturlandschaft besser etabliert als Wölfe.

                  Man denke da an die Heidschnucken und das Rhönschaf.

                  Wieviel CO²ausstoßende Rasenmäher ersetz es?

    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Ich hatte vor Jahren mit einer hier angestellten Agrarbiologin zu tun,die sich um Ackerrandstreifen bemühte.
      Nachdem ich das einmal probiert hatte, die Finanzierung aber zu gering war,hatte ich das abgebrochen.
      Das verstand die Dame überhaupt nicht.

  2. Andreas sagt

    Gute Agrarpolitik kann offenbar so unfaßbar einfach sein:
    Gentechnik freigeben, Atomkraft ausbauen,
    Homöopathie, Reiki, biologisch-dynamische Landwirtschaft
    und den Wolf verbieten.
    Und schon sind alle Hobby-Landwirte hier total begeistert.
    Allen ein friedliches, zukunftorientiertes neues Jahr 2023

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Andreas – bin erstaunt darüber wie du wissen möchtest, wer hier im Blog “Hobby-Landwirt” ist.

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    • Arnold Krämer sagt

      Andreas, gute Agrarpolitik muss einfach sein, sonst ist sie ungerecht. Und sie wird immer ungerechter, anders als immer wieder politisch behauptet. Ich erlebe das ständig bei meiner Arbeit, die mir viele Einblicke in die wirtschaftlichen und mentalen Auswirkungen der Agrarpolitik ermöglicht.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Warum einfach,wenns auch sehr aufwändig mit vielen neuen zusätzlichen Mitarbeitern geht.
      Kostet die Politiker doch nix!

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      • Brötchen sagt

        Reiki ist weisse Hexerei….so Art esoterisches besprechen von Krankheiten usw….

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          • Pälzer Buh sagt

            Ähm, Einwand. Dementer ist so ein esoterisch,dynamisch(,faschistisches) möchte gern Bio- Label. Mehr will ich heute Nicht schreiben.

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            • Inga sagt

              Machen die auch Ree-iki?

              Das ist alles nur eine Lebenshaltung
              Aber zum Säen und Ernten braucht man kein Reiki.
              Die anderen philosophischen Einstellungen vielleicht.

              • Inga sagt

                Nur die esoterisch, biodynamische Lebenshaltung bestimmt die Artbeitstechnik.

                Ist eben eine andere erfolgreiche Theorie.

        • Inga sagt

          Ja, das ist auch so etwas.

          In unsem Dorf früher lebten viele Nebenerwerbslandwirte.

          Weil da noch die Großeltern zu bestimtme4n hatzen, pflegten die ihren Misthaufen auf dem Hof.
          Sie stabelten ihn, er sah aus wie gekämmt.

          Meine Eltern die Vollerwebslandwirte lachten über den altmodischen Mist.

          Komme ich Anfang der 70iger auf ein Versuchsfeld,

          was gab es da für einen Versuch, wo dran rumgedoktert wurde?
          Einen Stabelmistversuch.

          Um zu schauen, ob der Stabelmist besser düngt als normlaer Mist.
          Wenn ja
          warum hat seine Düngerkraft eine bessere Qualität?
          Vielleicht weil sich da durch das Stabeln ganz andere Bakterienart drin angesiedelt hat und die könnten eine bessere Düngerkraft hervorrufen.

          Wußten das die Alten von früher schon?
          Und wir müssen das an Unis erst erforschen?

          Und was hat der Mist in den Hörnern für Vorteile?
          Hat das noch keine Uni erforscht?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das war mir jetzt neu, dass Atomkraft, Homöopathie und Reiki, unter Landwirtschaft einzuordnen ist.
      Man lernt doch nie aus.

      • Smarti sagt

        Ehemaliger, Alles ist Landwirtschaft, denn ohne Landwirtschaft ist Alles Nichts.
        Viele denken gerade, dass Landwirtschaft viel Böses unter seinem Dach vereint – aber das ändert sich auch wieder.

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  3. Sagwas sagt

    Hier noch eine Anmerkung von José Renard, dem Geschäftsführers des wallonischen Bauernverbandes als Ergebnis aus der Weltklimakonferenz:

    “Die COP 27 verabschiedete daher ein neues 4-Jahres-Programm zum Umgang mit den Auswirkungen des Klimas auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Dahinter steht eine gemeinsame Position einer Reihe internationaler Agrarorganisationen wie der World Farmers’ Organization (OMA), COPA und Via Campesina. Hervorzuheben ist die intensive Lobbyarbeit während dieser COP 27 des sehr kommunikationsaktiven veganen Sektors oder sogar der Hersteller von Laborfleisch. Letztere zögern nicht, sich als Verteidiger des Klimas zu präsentieren. Das können wir nicht zugeben. Zumal sie Technologien verwenden, die in der Landwirtschaft nicht zugelassen sind.

    Das angenommene Dokument, Beschluss PC 27, erkennt zunächst die grundlegende Priorität der Gewährleistung der Ernährungssicherheit und der Bekämpfung des Hungers in der Welt an. Es wird auch betont, dass Landwirte Verwalter des Landes sind und dass politische Antworten die Rolle der Landwirte als Akteure des Wandels berücksichtigen müssen. Alle Antworten sollten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Zugang zu Innovationen beruhen. Nicht zuletzt erkennt diese Entscheidung an, dass die sozioökonomische Dimension und die Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung sind und genauso berücksichtigt werden müssen wie der Kampf gegen den Klimawandel.

    All dies scheint weit von unseren alltäglichen Sorgen entfernt zu sein, aber dies sind Themen, die die FWA seit langem herausarbeitet”.

    Ansonsten habe ich bei Reisen in Frankreich und Belgien immer das Gefühl, dass dort die Arbeit der Landwirte mehr geschätzt wird und auch der (teurere) Kauf regionaler Produkte besser funktioniert. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch.

    Allen im Blog alles Gute für 2023, herauskopiert aus einer Mail einer wallonischen Bäuerin: “Meilleurs vœux de fin d’année, que cette année 2023 soit la meilleure de toute .Santé, travail et bonheur pour vous”

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  4. Marian E. Finger sagt

    “Die Landwirtschaft muss der Gesellschaft eine Geschichte erzählen, aber das bedeutet nicht, die Realität zu beschreiben.”

    Dass “Umfragen” den Willen dieser “Gesellschaft” zum Ausdruck bringen, gehört doch auch zu den Geschichten, die erzählt werden, aber nicht die Realität beschreiben. Bei den Umfragen geht es doch gar nicht darum, herauszufinden, was die befragten Leute wirklich denken, sondern darum, ihnen die Weltsicht derer, die die Umfragen machen, in den Mund zu legen. Und ja, es ist erschreckend leicht, die Leute zu manipulieren, damit sie das sagen, was man ihnen in den Mund legt.

    Wenn man dem Mann auf der Straße die Frage stellt: “Finden Sie auch, dass die Tierquälerei in den Ställen endlich aufhören muss?”, antworten schätzungsweise 95% automatisch mit ja, 1. weil niemand als Befürworter von Tierquälerei dastehen will und 2. weil er sich nicht auf einen Streit mit dem Interviewer einlassen will. Mit geschickt gestellten Fragen kann man den “Willen der Gesellschaft” beliebig gestalten, wie man es gerade haben will.

    So wie dem Politiker der Mut fehlt, gerechte Gesetze zu verabschieden, so fehlt dem Bürger, letztendlich uns allen, der Mut, offen dazu zu stehen, dass man beim Einkaufen auf den Preis guckt, Tierwohl hin oder her, dass Currywurst besser schmeckt als gedünsteter Fenchel, Übergewicht hin oder her, und dass man Fragen, die einem im Vorübergehen auf der Straße gestellt werden, gar nicht ehrlich beantworten will, weil man im Geist mit ganz anderen Sachen beschäftigt ist.

    Realitätsverleugner zu sein, ist doch die Eigenschaft, die uns als Menschen von den Tieren unterscheidet. Wir haben uns über Jahrhunderte einreden lassen, dass wir so, wie wir sind, grundsätzlich nicht in Ordnung sind. Dass wir bessere Menschen werden müssen, früher: um in den Himmel zu kommen, heute: um von den Anderen anerkannt zu werden. Nicht nur den Politikern fehlt der Mut, gerechte Gesetze zu erlassen. Uns allen fehlt der Mut, die zu sein, die wir in Realität sind.

    Die Klimaretter und Veganer sind eine Minderheit, die wahrscheinlich nicht mal 10% der Gesellschaft ausmachen. Eine Minderheit kann die Gesellschaft nur “transformieren” oder “resetten”, wenn den Leuten in dieser Gesellschaft der Mut fehlt, offen und selbstbewusst für die eigenen Interessen einzustehen.

    Der wahre Grund, warum den Landwirten medial der Garaus gemacht wird, ist der, dass die Landwirte von Berufs wegen doch relativ häufig von der Realität eingeholt werden und deshalb am heftigsten mit denen kollidieren, die die Realität am meisten verleugnen. Und das sind die, die glauben, dass man das Klima “retten” kann.

    Und so entsteht ein nachhaltiger Kreislauf aus lauter Lügengeschichten: Die Minderheit der Transformierer belügt die Landwirtschaftskammern und die belügen die Politiker und die belügen die Präfekten und die belügen die Gesellschaft, die wiederum die Transformierer belügt. Aber da wir ja alle für Nachhaltigkeit sind, wird sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern. Prosit!

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      • Pälzer Buh sagt

        Erst erst einmal “Frohes Neues”, an Alle hier im Blog.

        Meine damalige Nachbarin sagte immer:” Kopf Hoch! Auch wenn der Hals noch so Schmutzig ist.”

        @Marian E. Finger👍

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    • Stadtmensch sagt

      “Weltweit glauben vier von zehn Menschen an Hexerei”

      Und wenn sie nicht an Hexerei glauben, dann glauben sie im Besitz der Wahrheit zu sein.
      Hab zu Weihnachten das Buch “Die Reise ins Reich” bekommen. Evtl. ein Wink mit dem Zaunfeld, weil ich so viel Unsinn absondere. Egal. Da hat einer zwei Jahre lang incognito die Parallelwelt der Reichsbürger, Esoteriker-Hippies, alten und neuen Nazis bereist. Diese Gedankenwelt mit ihren Hauptströmungen scheint ziemlich alt zu sein und hat ihre Wurzeln irgendwie in Realitätsverweigerung. Immer wenn es zeitgeschichtlich turbulent wird, verstärkt sich das “Gefühlte Wissen”, der (Hexen- und Verschwörungs)glaube, oder sonstwas. Der Autor schätzt, dass von diesen Bewusstseinsstörungen viel mehr Menschen betroffen sind, als jene, denen man es anmerkt.

      Jeder Versuch hier auf einer vernünftigen Basis Argumente zu tauschen ist zwecklos. Es gibt keine vernünftige Basis, keinen kleinsten gemeinsamen Nenner. Und da wir in einer freien Gesellschaft leben, kann auch jeder seine Selbstgerechtigkeit ausleben. Je nach Finanzlage zumindest.

    • Mark sagt

      “Eine Minderheit kann die Gesellschaft nur “transformieren” oder “resetten”, wenn den Leuten in dieser Gesellschaft der Mut fehlt, offen und selbstbewusst für die eigenen Interessen einzustehen.” “Die Gesellschaft” ist eine träge und deshalb hoch manipulative Masse. Aber nur dann, wenn die Grundbedürfnisse der manipulativen Masse befriedigt sind. Das Erstaunliche ist, das man die manipulative Masse sogar gegen diejenigen manipulieren kann, die die Grundbedürfnisse derselben befriedigen. Das heisst doch dann am Ende des Tages, dass man die Diktatur der Minderheiten nur dadurch brechen kann, in dem dem man die Befriedigung der Grundbedürfnisse der manipulativen Masse einstellt.

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      • Marian E. Finger sagt

        In der Weltwirtschaftskrise von 1929 haben wir das ja gehabt, dass die Grundbedürfnisse der manipulierbaren Masse nicht mehr befriedigt wurden. Die Folge war, dass diese Masse dadurch noch viel manipulierbarer geworden ist, was sich ein gewisser Adolf H., der sich “Führer” nannte, zunutze gemacht hat.

        In der Phase des Wirtschaftswunders war die Masse weniger träge, weniger manipulierbar. Die Arbeiter haben sich in Gewerkschaften organisiert und ihre eigenen Interessen durchgesetzt, zumindest ein Stück weit. Damals hat es sich gelohnt, für sich selber einzustehen und die eigenen Interessen wahrzunehmen.

        Heute lohnt sich das nicht mehr. Wenn einer seine eigenen Interessen wahrnimmt und im besten Sinne Unternehmer in eigener Sache ist, und dabei erfolgreich ist, werden ihm die Früchte seines Erfolgs vom Staat, der durch die Menge der Erfolglosen legitimiert ist, weggenommen.

        Der Kollektivismus des Mangels wie in der Weltwirtschaftskrise ist in den letzten 30 Jahren durch einen Kollektivismus der Sattheit und des Überflusses ersetzt worden. Das Problem lässt sich leider nicht dadurch lösen, dass man wieder einen Mangel erzeugt. Weder Mangel noch Überfluss lösen das Problem, das der Kollektivismus darstellt.

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        • Mark sagt

          Ich teile Deine Analyse nicht. Ich glaube, dass Mangel und Überfluss in einer wechselseitigen Beziehung stehen und jeweils eine regulierende Wirkung besitzen. Führt anhaltender Überfluss zu ausufernden “Auswüchsen”, so kann Mangel durchaus “heilend” wirken, in dem er die Auswüchse wieder in die Realität zurückholt. Besteht in Mangelzeiten die Aussicht auf “Überfluss”, so kann dieser Überfluss ebenfalls heilend wirken. Wird dieses Regulativ zwischen Mangel und Überfluss unterbunden, wie z.B. nach 1918, als die Versailler Verträge das Erreichen einer Überflusssituation völlig unmöglich machten. Dies führte dann zu der von Dir genannten Potenzierung der Manipulation mit all seinen katastrophalen Folgen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Der Unterschied zwischen den genannten Zeiträumen besteht wohl darin, dass Regierungsform, Vermögensverteilung, Medienfreiheit und Globalisierung gleichzeitig extrem anders wirken, als damals. Keine Analogie möglich, finde ich.

            • Stadtmensch sagt

              Entwicklung der Vermögensverteilung zwischen Staat und Privat wird gut erklärt in “Das Kapital im 21. Jahrhundert” (Thomas Piketty). Staatsvermögen dümpelt seit 200 Jahren zwischen plus minus einem Nationaleinkommen rum. (Egal wo man schaut: beim Turbokapitalisten England, Quasi-Sozialisten Frankreich, Obrigkeitsstaat Deutschland) Privat hats mittlerweile fast geschafft, wieder 6 bis 7 Nationaleinkommen für sich zu verbuchen. Hat also fast wieder den Zustand des Rentiersstaat aus dem 19. Jahrhundert erreicht. Renten speisen sich aber nicht mehr aus dem Boden, sondern aus Wohnungsmieten und Industriekapital.

        • Stadtmensch sagt

          “träge Massen”

          Gibt es erst, seit der Wohlstand für jeden halbwegs erschwinglich ist. Gar nicht träge war man als Masse in Zeiten der Not, also Mitte 19. Jahrhundert bis zum “Wirtschaftswunder”. Jeder Versuch, eine Lobby für die wirklichen Leistungserbringer zu etalieren, wurde sofort eingehegt (Sozialistengesetze) bzw. von den politischen Arbeitervertretern (Noske) niedergemacht. Prinzip funktioniert bis heute.

          Das soll von mir aus auch so sein, denn ein Volk, dass sich politische Sreiks anstandslos verbieten lässt, aber bei Böllerverbot und Tempolimit rummault, hats nicht anders verdient.

          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch, der grundsätzliche Denkfehler ist immer, dass man meint DAS Volk sei eine homogene gleich denkende Masse, aber…es sind immer unterschiedliche Teile, die sich immer neu gruppieren und solidarisieren.
            Wenn rauskommt, dass der Leistungserbringer vielleicht gar nicht derjenige ist, der die Transformation möchte…uuihuihiiui..

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            • Stadtmensch sagt

              Weiß schon, wir sind alle unsere eigene Marke. Unsere Ich-AG. Monaden…
              “And, you know, there’s no such thing as society” M. Thatcher

              Wir sind dennoch alle gleich in unserer Individualität. Konsumzombies mit der Freiheit zu konsumieren.

            • Smarti sagt

              Transformation ist ja auch so ein schwammiges Wort, da versteht niemand, was die Ziele sind, welche Auswirkungen zu befürchten sind etc.
              Die grüne Sprache ist so eine Geschwurbel-Sprache, da reden/denken alle aneinander vorbei.
              “Das” mal zu übersetzen – also richtige Ziele formulieren – wäre hilfreich.

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        • Lady sagt

          “In der Weltwirtschaftskrise von 1929 haben wir das ja gehabt, dass die Grundbedürfnisse der manipulierbaren Masse nicht mehr befriedigt wurden.”

          Nach meinem Eindruck ist dir die Dimension der Weltwirtschaftskrise, deren Beginn lediglich auf 1929 datiert wird, nicht so ganz klar.
          Und genauso ist vielen Politikern heute nicht klar, was es eigentlich bedeuten würde, die fast harmlos klingende De-Irgendwas- Pläne als Strategie zu verkaufen. Weniger Wachstum, weniger Fleischkonsum, weniger Pestizide, weniger dies , weniger das. So nach dem Motto, vor 30 Jahren ging es uns doch auch schon gut. Niemand kann ausschließen, dass tatsächlich hier mal wieder eine Mangelsituation herrschen wird. Aber deswegen strebe ich sie doch nicht ganz bewusst an1 Individuell kann das jeder gerne für sich machen, ansonsten heißt das Elend für breite Teile der Bevölkerung.
          Jene Weltwirtschaftskrise war das Ende eines langen Prozesses, und heute hat man den Eindruck, dass allgemeines “Schrumpfen” so eine Art Fastenkur sein soll. Bisschen Reiki dabei und grüner Tee, Prosit!

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          • Stadtmensch sagt

            Die Strategie ist: “Armut macht produktiv”. Oder “Hunger ist der beste Koch”.
            Leider müssen wir noch etwas warten, bis die Realität bei der Wumms-verwöhnten kriegsaffinen Bevölkerung ankommt. Aber das ist jetzt schon wieder VT…

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          • Reinhard Seevers sagt

            So sehe ich es auch Lady. Die Tourismusbranche heult schon rum, wenn der Schnee fehlt…..was wenn erst das Geld fehlt?

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          • Sagwas sagt

            Ja Lady, da stimme ich Ihnen voll zu. Auch der “Black Friday” war nicht an einem Tag entstanden, sondern eine Folge eines vorher schleichenden Prozesses, wahrscheinlich auch mit Mangelerscheinungen. Allerdings hatten die damals lebenden Menschen nicht die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten.

            Meine Oma, Jahrgang 1901, hat oft erzählt, dass man überrascht war, dass 1929 plötzlich hungernde Menschen aus der Stadt vor dem Hoftor standen und Ratlosigkeit entstand, wie man sich verhalten solle. Hoffen wir das moderne Kommunikation alles vorhersehbarer macht, oder noch besser, das sowas nie mehr passiert.

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        • Marian E. Finger sagt

          Die Mehrheit der Menschen glaubt, dass man die Gesellschaft wie eine Maschine steuern kann, aber sobald man anfängt, drüber nachzudenken, ob dieser Glaube denn der Realität entspricht, ist die Antwort: nein. Alle Versuche, die Gesellschaft bewusst zu steuern, um ein im Voraus festgelegtes Ziel zu erreichen, kann man getrost als gescheitert ansehen. Aber statt diesen Irrglauben aufzugeben, der offenbar auch hier von einigen vertreten wird, glaubt man lieber, dass man die Gesellschaft stärker kontrollieren muss und steigert sich in einen Kontrollwahn hinein, der durch die Möglichkeiten der Digitalisierung noch befeuert wird.

          Die Lösungen, die sich Erlöser, Retter, Führer, Technologen und andere Klugscheißer ausdenken, führen zwangsläufig immer weiter ins Desaster, das heißt in eine Welt, in der die Menschen zum Schluss so wenig Freiheit haben werden, dass die Sklaven aus den Silberminen Athens und von den Baumwollfeldern der Südstaaten sie bedauern werden. Dazu gehören auch Lösungen von Leuten, die glauben, sie müssten den Mangel oder den Überfluss steuern, um die Bevölkerung zum gewünschten Verhalten zu bringen.

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          • Mark sagt

            “Alle Versuche, die Gesellschaft bewusst zu steuern, um ein im Voraus festgelegtes Ziel zu erreichen, kann man getrost als gescheitert ansehen.” Wenn dem wirklich so ist, bin ich beruhigt. Um die Diskussion mal wieder auf die Tagesaktualität herunterzubrechen: was spricht dafür, dass das offensichtliche Ziel einer Minderheit, die Menschen hier vom Verzehr von Fleisch abzubringen, scheitern wird??

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            • Marian E. Finger sagt

              @ Mark

              was ich sagen wollte: man kann eine Lawine lostreten, aber man kann sie nicht steuern. So ist das auch mit der Gesellschaft.

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            • Marian E. Finger sagt

              “Was spricht dafür, dass das offensichtliche Ziel einer Minderheit, die Menschen hier vom Verzehr von Fleisch abzubringen, scheitern wird?”

              Weil alle Versuche, den Alkohol zu verbieten, auch gescheitert sind?🤔

              Da die Appelle, freiwillig, aus gesundheitlichen oder Vernunftgründen auf Fleisch zu verzichten, nicht den gewünschten Erfolg bringen, nimmt die Zahl der Lügengeschichten exponentiell zu, bis niemand mehr den Durchblick hat, was eigentlich passiert, während gleichzeitig, offen oder durch die Hintertür, immer mehr Verbote und Zwangsmaßnahmen eingeführt werden. In der Geschichte der Zivilisation wechseln Phasen zunehmender Repression durch die herrschende Gewalt, egal ob Theokratie, Aristokratie, Feudalismus, Monarchie, Oligarchie, Plutokratie, mit Phasen relativer Freiheit für die Beherrschten. Alle Herrschaftsformen basieren auf Lügengeschichten. In Phasen der Repression ist die Sucht der Beherrschten nach Lügengeschichten offenbar größer als das Bedürfnis nach relativer Freiheit.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Für mich ist die Fleischagenda ausschließlich ein Ablasshandel für jedwede ressourcenverschwendende Spaßveranstaltung. Ich kann laut sagen, dass ich weniger Fleisch esse und bin automatisch frei gesprochen von allen Sünden…..aber wer ruft die Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung durch die Ski-WM, die Vierschanzentournee etc. aus? Niemand, weil Spaßhaben sakrosankt ist, Fleisch kann man schon mal weglassen auf dem Teller….man muss es nur laut genug sagen, dann wird man befreit von allen anderen Sünden.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Hmmh, Reinhard. Spaß haben gehört aber doch zwingend zum “Menschsein” dazu. Ohne Spaß sind die Untergebenen/Bewohner/Wähler… irgendwann unzufrieden und meutern. Das wussten schon die Römer. Und das zieht sich durch alle Jahrhunderte. Für mich ist das auch in Ordnung, solange vernünftig und nicht komplett “sinnbefreit” diskutiert wird. Diese fehlende Ehrlichkeit in der Diskussion kritisierst du zurecht, Reinhard. Dazu gehört auch ein Infragestellen von Sportevents, die das Gegenteil von nachhaltig sind (Winter-Olypiade in Peking ohne Naturschnee, Fußball-WM in Katar und beides dann zukünftig in Ländern, die die komplette Infrastruktur neu bauen müssen mit den völlig überzogenen Auflagen der Weltverbände). Allerdings ist es auch so, dass ganze Regionen vom Tourismus leben (müssen) und teilweise keine Alternative haben. Hier ist es, wie mit der LW. In der Diskussion (in D) fallen alle von einem Extrem ins Andere und Lösungen sind anscheinend unerwünscht. Letzendlich hat der Verbraucher aber immer die Möglichkeit, extrem preisgünstig im offenen Markt zu kaufen. Die Politik wird nicht den Schneid haben, hier einzugreifen, weil die Wähler dann gnadenlos abwählen.

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              • Mark sagt

                “…aus gesundheitlichen oder Vernunftgründen auf Fleisch zu verzichten, nicht den gewünschten Erfolg bringen, …” Ich befürchte, dass die ethischen Verschwurbelungen um das Thma Fleisch den größten Erfolg bei dem Kampf gegen den Fleischverzehr bringen.

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                • Marian E. Finger sagt

                  Ja, ich habe auch nicht schlecht gestaunt, mit welcher Chupze dieser Stefan Mann mit seiner “Postletalen Landwirtschaft” behauptet hat, dass die Veganer die besseren Argumente als die Fleischesser hätten. War ja hier ein Artikel.

                  Dabei halten auch die tierethischen Argumente der Veganer einer kritischen Überprüfung nicht stand. Genauso wenig wie die ökologischen, ernährungsphysiologischen, historischen oder soziokulturellen. Oft sind es ja nicht mal Argumente, sondern bloß Schlagwörter oder Phrasen, mit denen sie um sich werfen.

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                • Brötchen sagt

                  Marian diese ganzen “Begründungen” sind nur Begleitfasching…..im Prinzip ist die Tierhaltung im wirtschaftlichen Massstab in Dt. quasi Tod…

                  Bei der Automobilindustrie haben ja die eigenen Manager die Einführung des E Autos bejubelt, zur Zeit hört man überall kritische Stimmen.

                  Ganz so war das bei der Lw. nicht.

            • Smarti sagt

              Mark, noch zwei Jahre braucht es, bis erst mal in der breiten Bevölkerung angekommen ist, dass weniger Fleischverzehr ( aber dadurch mehr Ei oder Milch ) ziehmlich dumm und verlogen ist. Trotzdem darf das natürlich jeder machen, ich würde es einem Veganer auch nicht ins Gesicht sagen – will ja keinen Ärger mit den Töchtern :).
              Sagen wir nochmals 4 bis 6 Jahre, bis der erste Schwung an Veganer-Babys in den Arztpraxen vorstellig werden – und dann werden sich die Kinderärzte melden !
              Eine vollwertige vegane Ernährung ist schon für einen Erwachsenen schwierig… aber eine Mutter, die selber kaum noch kochen will und ein “heikles” Kleinkind… wenn dann die nächste Krankheitswelle kommt, sind diese Kleinen arm dran.
              Also ich denke, zehn Jahre, dann ist dieses Experiment gescheitert.

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          • Stadtmensch sagt

            Jede Subvention, die der freie Unternehmer bekommt (steuerliche Vergünstigungen, staatlich ausgebildetes Personal, staatlich finanzierte Rechtssprechung und Schutz des Eigentums, erfolgt mit dem Ziel des Gärtnerns zum Wohle Aller. Laut Plan zumindest. Das ist schon so eine Art Steuerung wage ich zu behaupten.
            Sonst halt wieder direkte Gewaltanwendung (Sklavenhaltung) ohne den vermittelnden Staat. Da unterscheidet sich die Antike bekanntlich kaum von den Südstaaten bis 1865.

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            • Arnold Krämer sagt

              Gewohnheitsmäßiges Verhalten von Menschen/Wirtschaftssubjekten kann man von außen (versuchen zu) verändern durch Geld, “Peitsche” oder “Überzeugungsarbeit”. Es kommt sehr auf den Bereich an, was, wo, mit welchem Erfolg eingesetzt/versucht werden kann. Teilerfolge (aus politischer Sicht) sind z.B. beim Fleischverzehr ja zu verzeichnen. Der Schweinefleischverbrauch inD sinkt kontinierlich.

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              • Stadtmensch sagt

                Bei der Suchtprävention gibt es auch viele vergebliche Bemühungen. Täglich kommt auf allen Kanälen, dass Bildung das Non plus Ultra ist. Dass man sich am Riemen reißen und prinzipiell gegen die Gelassenheit leben soll. Es will einfach nicht verfangen. Am leichtesten scheint die Manipulation zu gelingen, wenn man einfach mal was Anderes probieren soll. Darf nur nicht anstrengend oder mit Verlust verbunden sein.

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              • Marian E. Finger sagt

                Geld, Peitsche und Zuckerbrot: das funktioniert kurzfristig, klar.
                Überzeugungsarbeit hat nur funktioniert, solange man den Leuten das Zuckerbrot im Jenseits versprochen hat.
                Der Schweinefleischverbrauch in D sinkt nicht, weil die Transformierer mit ihren Argumenten überzeugen können, sondern weil:
                1. Deutschland eine überalternde Gesellschaft ist, und ältere Leute ganz von selbst, biologisch bedingt, weniger Fleisch essen, überhaupt weniger essen.
                2. im Islam der Schweinefleischverzehr verboten ist und dieser Bevölkerungsanteil vor allem unter der jungen Bevölkerung zunimmt.
                3. “überzeugen” doch wohl schon etwas anderes ist als jmd. als Tierquäler abzustempeln, wie man das halt so mit den Schweinehaltern macht.
                4. den Schweinehaltern von den Transformierern, die es in die Politik geschafft haben, so viele Steine in den Weg geworfen werden, dass diese von selbst aufgeben.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Heute morgen entdecke ich auf der Ammerländer Milchtüte eine Haltungskennzeichnung. Ich dachte, die sei lediglich für Schweinefleisch vereinbart und nicht für andere Produkte? Wird hier durch die Hintertür der Werbung etwas eingeführt, was gar nicht möglich ist? Ursprung ist: https://www.haltungsform.de/
                  Ist zwischen German Watch und FSC Developmemt angesiedelt in Bonn…..

                • Brötchen sagt

                  Reinhard das ist das privatwirtschaftliche Siegel, das andere was Du ansprichst ist das staatl. was per Gesetz verordnet werden soll.
                  So habe ich das verstanden.

                  https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tierschutz/tierhaltungskennzeichnung/tierhaltungskennzeichnung.html

                  Aber man sieht daran, da sehen selbst Fachleute kaum durch!

                  “Die verbindliche Tierhaltungskennzeichnung umfasst deshalb die gesetzliche Verpflichtung, bestimmte Lebensmittel tierischer Herkunft, bei der Abgabe an die Endverbraucherin und den Endverbraucher mit der Haltungsform der Tiere, von denen das Lebensmittel gewonnen wurde, zu kennzeichnen.”

                  Meines Erachtens gibt es schon dieses Siegel (privatwirtschaftlich) und ich beobachte den verstärkten Einsatz jetzt gerade.

                  Die Milch wimmelt ja nur so vor Zeichen auf manchen Verpackungen.

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                • Inga sagt

                  Wer hat das Recht am privatwirtschaftlichen Siegel für Haltungsformen?
                  Ist das vom Handel beauftragt worden?
                  Für den Verbraucher könnte relevant sein, ob die Kühe in Anbindehaltung gehalten werden oder nicht.
                  Jedenfalls bevor er sich an so ein Siegel halten kann, besonders für Schweine, müssen erstmal die Ställe alle umgebaut sein.

                • Brötchen sagt

                  Inga Kaufland macht ja z.b. schon länger ein spezielles Programm an der Bedientheke,
                  Von Edeka weiß ich das auch und Kollegen liefern da schon länger zu einem guten Preis (zur Zeit eher nicht so gut).
                  Bei Aldi ist das auch bekannt, da war ja die Initiative nur noch bestimmte Haltungsformen als Frischfleisch anzubieten.

                  “Wer hat das Recht am privatwirtschaftlichen Siegel für Haltungsformen?”
                  Der Handel
                  “Ist das vom Handel beauftragt worden?”
                  ja

                  Denke jeder kann ja mehr oder weniger werben, wie er will.

                  In USA gibt es z.B. Eier Heritage Breeds für 8 € 10er

                  Bei dem Staatl. Siegel musst Du nur umbauen, wenn Du in eine bestimmte Stufe kommen willst. (Schwein)
                  Der Gedanke ist ja so, eine vorgegebene Einstufung staatl. zu machen……was dann der Markt macht, ist ja dann eine ganz andere Frage.

                  Ausserhalb dessen hast Du ja noch die Vorgaben der Tierschutznutztierhaltungsverordnung.

                  Im Prinzip wäre das so, wenn es für jedes Wohngebiet noch wieder andere Verkehrsvorschriften gäbe.

                  Ich denke der ganzen Quark wird in diesem Jahr von der allgemeinen Inflation und der Knappheit durch Rückgang der Tierbestände hinweggefegt werden.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Die Haltungsformen stehen sowieso in Frage. Wenn die Verbraucherzentrale auf ihrer Seite dieses schreibt:

                  “Das Label “Haltungsform” ist kein Tierwohllabel
                  Die Haltungskennzeichnung des Handels ist ein guter Ansatz für mehr Transparenz im Fleischangebot. Sie garantiert aber nicht, dass es den Tieren wirklich gut gegangen ist. Denn mehr Platz und Beschäftigungsmaterial im Stall bedeuten nicht automatisch mehr Tierwohl.”

                  “Für verlässliche Aussagen zum Tierwohl müssen verhaltens- und gesundheitsbezogene Kriterien wie Lahmen, Verletzungen, Organbefunde usw. in der Tierhaltung und am Schlachthof systematisch erhoben und ausgewertet werden – und bei Auffälligkeiten die Tierhaltung nachgebessert werden.”

                  ….dann ist ja bereits erkennbar, dass jede Bemühung in jedwede Richtung obsolet ist….es kann denen nicht genug sein. Alles bloß blablabla…..

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    • Schorsch Summerer sagt

      zumindest mit bei den Klimaklebern kommt Stück für Stück die Wahrheit heraus. Sie bekommen von einem Verein mit dem Namen Wandelbündnis Arbeitsverträge und Gehalt! Diese wiederum bekommt Zuwendungen vom Climate Emergency Fund. Diese Stiftung wird finanziert von Aileen Getty und Adam McKay. Heute in der WELT.online gelesen.

      Kleiner Auszug:
      -Momentan könne die „Letzte Generation“ ein Gehalt von bis zu 1300 Euro im Monat zahlen. Die Höhe richte sich danach, wie viel ein Aktivist zum Leben benötige. Das Konstrukt funktioniere so: Das Geld komme von Spenden, die die „Letzte Generation“ erhalte. Das „Wandelbündnis“ gebe den rechtlichen Rahmen und stelle die Verträge aus. „Die haben sonst gar nichts damit zu tun“, erklärt Seminarleiter Carl.
      Geld kommt unter anderem aus den USA

      Fragt man beim „Wandelbündnis“ nach, stellt sich die Sache plötzlich anders dar. Man habe kein Geld von der „Letzten Generation“ erhalten, teilt Vorstandsmitglied Miguel San Miguel mit. Innerhalb des „Wandelbündnisses“ gebe es aber die Initiative „Gemeinnützige Bildungsarbeit zur Unterstützung von Letzte Generation“. Insgesamt beschäftige man „30 bezahlte Kräfte“.
      -Einen Großteil ihrer Einnahmen, mit denen die Aktivisten bezahlt werden, erzielt die „Letzte Generation“ laut eigenen Angaben durch Spenden vom Climate Emergency Fund. Die kalifornische Stiftung will „disruptiven Aktivismus“ unterstützen. Das Stiftungsvermögen stammt von Philanthropen wie Aileen Getty, Enkelin des Erdöl-Tycoons Jean Paul Getty, und dem Filmregisseur Adam McKay. „Wir beziehen sehr viel Geld aus dem Fonds“, sagt Seminarleiter Carl.

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      • Stadtmensch sagt

        So siehts aus. Da müssen die Superreichen nun wohl etwas tiefer in die Trickkiste greifen, um die nach Wohlstand strebenden 8 Milliarden davon abzuhalten, den Planeten vollends zu verwüsten. Schon wieder VT. Ich hör schon auf…

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    • Inga sagt

      Es geht also um Zeitgeist oder Trends.
      Denen nachgerannt wird, um Anerkennung in der Gesellschaft zu bekommen
      Und wenn es auf Kosten der Realität, Ökologie und Bauern geht, die ja als einzige Berufsgruppe damit umgehen müssen.

      Es könnte doch mal zum Trend werden, sich mit dieser Minderheitsgruppe zu solidarisieren, oder?
      Das wäre doch die Aufgabe der Grünen.
      Schon deswegen, weil diese Minderheit so viel in und mit der Natur arbeitet.
      Wofür stehen die GRÜNEN wieder?
      Warum haben die sich gegründet?

  5. Jimbob sagt

    Die Bauern/Landwirte können sich ja umschulen lassen zum LKWfahrer.

    wenn wir schon Flohmärkte für Medikamente einführen wollen, weil es aus dem Ausland kommt, wird das auch vermehrt mit Lebensmitteln passieren.
    da interessiert der Mindestlohn, Vorschriften und Tierwohl keine Sau.
    ist so gewollt.

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  6. Ludwig sagt

    Erst einmal allen hier ein Gutes Neues Jahr. Speziell natürlich unserem Willi der tapfer weiter uns hilft gegen die “Hexerei” anzukämpfen. Wenn die Hexer so weitermachen , dann ist deren Ende abzusehen, weil diese Leute die Herausforderungen unserer Zeit nicht annehmen und so sich selbst ins Aus stellen. Uns Bauern bleibt jetzt nur diese böse Zeit zu überwinden und durchzuhalten. Ja , wir haben große Herausforderungen , aber mit Tatkraft und Geist werden wir alle versuchen unsere Betriebe am Überleben zu halten. Auch wenn Betriebszweige (bei mir Schweine ) den politischen Dolchstoß bekommen , sind doch neue Geschäftsfelder zu erschließen. Inzwischen revoltiert der gesamte Mittelstand . Leider sind die nicht so gut organisiert wie wir , aber sind dabei das zu tun. Neidisch schauen die auf unsere Demos . Das höre ich immer wieder , denn eine Demo so wie in Berlin mit 15.000 Schleppern 2019 war schon ein Demonstration der Macht und davor haben unsere Hexen Angst . Wenn jetzt noch der restliche Mittelstand aufsteht , dann ist das Ende der politischen Hexenangstmacher gezählt und das wissen die , denn Lösungen für die anstehenden und laufenden Probleme haben diese unausgebildeten Hexer nicht , wie auch , wenn man noch nie gearbeitet hat und meint mit seinem NGO-Wissen das Land regieren zu wollen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Der gesamte Politikbetrieb wird scheitern müssen bei seinem Versuch, immer mehr Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens immer detaillierter zu regulieren. Die Kompetenz, das Wissen und Können des “Apparates” reicht dazu nämlich immer weniger aus. Aber die Hauptparteien machen unverdrossen weiter, weil ihnen auch bisher niemand ernsthaft “in den Arm greift”. Ich sehe den gesetzlich produzierten Unsinn regelmäßig und zunehmend beim Kontakt mit Landwirten und Steuerberatern. Es ist zum Haareraufen.

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  7. Thomas Bröcker sagt

    Der Satz des französischen Landwirtschaftsministers: “Die Landwirtschaft muss der Gesellschaft eine Geschichte erzählen. Aber eine Geschichte zu erzählen, bedeutet nicht, die Realität zu beschreiben”
    Besser kann man nicht in einen Satz fassen, wie Politik heute funktioniert. Im Grunde hat die Angstindustrie (dieses Konglomerat aus Spendensammlern und speichelleckender Wissenschaft) in der Politik die Oberhand gewonnen. Nicht die Geschichte muß überprüft werden, sondern die Realität wird ausgeblendet, wenn sie nicht den Erzählungen folgt.
    Wer die Erzählungen anzweifelt, läuft Gefahr, wie die störende Realität aus den Mainstream-Erzählungen, aus dem gesellschaftliche Diskurs katapultiert zu werden.
    Wenn die Biodiversität in gut strukturierten Obstbaugebieten mit einem Behandlungsindex von 17 – 22 extrem hoch ist und auf der anderen Seite in “renaturierten Gebieten” wie dem Orbroicher Bruch bei Krefeld extrem zurückgeht, dürften die “Rückschlüsse” der Angstindustrie und der dazugehörenden Politiker auf den “bösen chem. synt. basierten Pflanzenschutz” grundfalsch sein.
    Ich habe mich für die Präsenzveranstaltung des Agrarkongresses des BMU angemeldet.
    Aber allein die Überlegungen, wie man diesen Umstand in eine Frage verpacken kann, zeigen mir, dass die vorher notwendigen Erklärungen ein “kurz und knackig” unmöglich machen. Dieses immer dichter werdende Spinnennetz der falschen Erzählungen kann nur mit einem guten Besen wieder beseitigt werden. Den müssten eigentlich beherzte Wissenschaftler und Journalisten in die Hand nehmen.
    Ich denke jedenfalls, dass ich von diesem Kongress noch frustrierter zurückkehren werde.

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    • Arnold Krämer sagt

      “Ich habe mich für die Präsenzveranstaltung des Agrarkongresses des BMU angemeldet.”

      Am Programm der Veranstaltung und den angekündigten Teilnehmern/Referenten/Diskutanten kann man schnell erkennen, dass es um Belehrungen von “oben” geht, daran ändern auch einige “Feigenblätter” nichts.
      Wann wachen die (“Haupt”)-Medien, wann wachen die Wähler auf, um dem ganzen “Spuk” ein Ende zu bereiten?

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    • Thorens sagt

      “Die Landwirtschaft muss der Gesellschaft eine Geschichte erzählen. Aber eine Geschichte zu erzählen, bedeutet nicht, die Realität zu beschreiben.”

      Thomas Bröcker ist mir zuvorgekommen. Allein dieses Zitat des frz. Landwirtschaftsministers lässt darauf schließen, was wir noch so alles erwarten dürfen und man muss schon fast dankbar sein dafür, dass ein verantwortlicher Politiker ein solches Statement offen in die Welt entlässt. Beschreibt es doch in wenigen Worten, woran es dieser Gesellschaft am meisten mangelt. Nämlich an objektiver und realitätskonformer Information.

      Was heutzutage für einen politischen Erfolg wichtig scheint, nämlich mit Geschichten den unbedarften Pöbel zu fehlinformierten, um dessen Kreuzchen am Wahltag nach Hause tragen zu können, das kann doch auch für die Landwirtschaft nur richtig sein, wo Politiker sich mit ihren Geschichtchen doch so fein durchlavieren können. Nicht anders bei all den tollen Werbeversprechen aus den Marketing- und Werbeabteilungen dieser Welt, die auch nur Geschichten erfinden in Bezug auf das Erlangenen des eigenen persönlichen Glücks derer, die dazu nur das beworbene Produkt zu kaufen haben. Auch im Journalismus das selbe Bild.

      Für mich ein Indiz dafür, wie weit Politik inzwischen von der Realität entfernt ist. Politiker, die sich in ihrem Leben noch nie darum kümmern mussten, die benötigten Mittel selbst zu erwirtschaften, können mit ihren Märchen vielleicht einige Zeit überstehen und vor allem während dessen ganz gut leben davon. Wenigstens für eine Legislatur. Für längere Zeiträume indes dürfte es kaum ausreichen. In der Politik aber kaum ein Problem, warten doch für den Fall der Nichtwahl aussichtsreiche Posten außerhalb der Politik, für die ebenfalls keinerlei Fähigkeiten erforderlich zu sein scheinen, geht es dem die Person aufnehmenden Unternehmen doch in erster Linie um die weiter bestehenden Kontakte des nun hier gut dotierten Expolitikers in die Politik.

      Ein Landwirt indes wird niemals auf einem Fundament aus Märchen dauerhaft erfolgreich sein können. Funktioniert das Lügengebäude nämlich nicht oder nicht sehr lange, fängt niemand den Landwirt auf. Auch keine Pensionskasse.

      Ich wünsche allen hier Glück und Gesundheit sowie eine Politik, der es tatsächlich um das Gemeinwohl geht.

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      • Mark sagt

        “Ein Landwirt indes wird niemals auf einem Fundament aus Märchen dauerhaft erfolgreich sein können. Funktioniert das Lügengebäude nämlich nicht oder nicht sehr lange, fängt niemand den Landwirt auf.” Naja, so ganz stimmt das nicht. Man betrachte sich nur mal die Bio-Landwirtschaft und da wiederum den Demeterbereich. Vielleicht besteht die Transformation der Landwirtschaft auch darin: die Landwirte müssen (besser) lügen lernen!

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        • Inga sagt

          Dazu passt folgendes:
          https://www.youtube.com/watch?v=LB1Tiho0PaE

          Die Diskussion zwischen Lanz und ‘Precht über Journalismus und Vertrauensverlust der Medien.

          In Minute 27

          A öffentliche Meinung

          B Meinung der Experten

          C Veröffentlichen Meinung

          Hat C was mit A zu tun?

          hat B weniger damit zu tun?

          B Expertise der Experten. Wunschdenken, sonstige Beeinflussung?
          A Macher der öffentlichen Meinung sind Journalisten, sie kupfern auch ab.

          Sie benutzen Vermutung des Denkens? Ergibt ein Meer der Unterstellungen und beeinflussen so
          C die veröffetnliche Meinung.

        • Thorens sagt

          “Man betrachte sich nur mal die Bio-Landwirtschaft…”

          Funktioniert die, weil der Bio-Bauer eine Legende in die Welt setzt oder weil er auf den bereits fahrenden Zug aufspringt? Und wie lange funktioniert das?
          Jeder Bio-Bauer, der aus tiefster Überzugung handelt und dabei wirtschaftlich erfolgreich ist, macht das für sich und seinen Betrieb richtig. Ob es das auch für die Gesellschaft ist, der seitens NGO’s, Medien und Politik eben Geschichten erzählt werden, steht auf einem anderen Blatt.

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          • Mark sagt

            “Funktioniert die, weil der Bio-Bauer eine Legende in die Welt setzt oder weil er auf den bereits fahrenden Zug aufspringt? Und wie lange funktioniert das?”
            Das funktioniert so lange, wie die Realität nicht relevant ist. Zur Zeit erleben einen (herben) Rückfall in die Realität und schon wirds für BIO und ähnliches schwierig. Das unsere Gesellschaft sich nichts mehr wünscht, als der Realität zu entkommen, zeigen übrigens die bereit jetzt ausgebuchten, “hochwertigen” Reisen für die Saison 23. Ich wünsche viel Spass….

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            • Thorens sagt

              “Das unsere Gesellschaft sich nichts mehr wünscht, als der Realität zu entkommen…”

              Tja, in dem Fall kämen der Gesellschaft die Geschichten ja sogar gelegen.

  8. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    “Weltweit glauben vier von zehn Menschen an Hexerei.”

    Ich behaupte,sechs von zehn glauben an Hexerei,insbesondere in den entwickelten Staaten!
    Wegen der immer weniger vorhandenen Bildung und dem Schwerpunkt auf materieller Befriedigung.Die Probleme,die sich daraus ergeben,werden einfach auf alle abgewälzt.

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  9. Mark sagt

    Ja, wie sich die Probleme gleichen. Und es sieht so aus, als würde das verückte Landwirtschaftbashing auch 2023 weitergehen. Gestern abend erzählte mir ein größerer Ackerbauer, dass sich in seiner Region Aktivistengruppen gebildet haben, die ihn und seine Kollegen dort bei der Bewirtschaftung seiner Ackerflächen massiv behindern. Dabei stellen oder setzen sich die Aktivisten bewusst in die Fahrgassen der Getreidefelder und ver-be-hindern so Düngungs- und Pflanzenschutzmassnahmen. Teilweise konnte er nur unter Zuhilfenahme der Polizei seine Arbeit fortsetzen. Peta-Aktivisten brechen derzeit verstärkt in Milchviehställe mit Anbindehaltung ein und stellen die Milchviehhalter in den örtlichen Tageszeitungen durch Bildmaterial und Interviews an den Pranger. Den Hinweis eines Landwirts, dass er bereits eine Genehmigung für den Bau eines tiergerechten Laufstalles hat und in Kürze mit dem Bau beginnen würde, konterten die Aktivisten lapidar mit der Aussagen, eine tiergerechte Haltung würde es nicht geben. Für mich ist das Ganze ein Hinweis auf eine sich massiv ausbreitende Dekadenz dieser Gesellschaft. Die Politik ist dabei lediglich ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ein Lösung sehe ich nur noch darin, dass das ganze System massiv gegen die Wand kracht. Soll man sich dies jetzt für das neue Jahr wünschen? Ich weis es nicht.

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  10. Reinhard Seevers sagt

    “Glück erkennt man am Lärm, den es macht, wenn es weggeht. Warten wir nicht darauf, dass unsere Landwirtschaft laut wird, sondern fangen wir an, sie zu erhalten.”

    Interessant ist nun, zu erfahren, wie dieser Erhalt der Landwirtschaft letztlich unterfüttert werden soll….was soll geschehen?

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Sagt er ja: Die Landwirtschaftskammern sollen endlich ihrer Aufgabe nachkommen und die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit vertreten – nämlich nicht nur die Anliegen der Landwirte publik machen, sondern auch die Bevölkerung zu einem Verhalten auffordern, welches die Ernährung weiterhin sichert.
      Die Ärztekammern machen Entsprechendes: Von Zeit zu Zeit drohen sie mit Streiks, um auf Missstände bei ihren Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Viel öfter aber bringen sie Informationsmaterial oder gehen in die Medien, um zu erklären, was man gegen Hautkrebs macht, wie sich falsche Ernährung auf die Gesundheit auswirkt, dass Bewegung unverzichtbar ist, um lang gesund und leistungsfähig zu bleiben etc. Sie sorgen als aus der Praxis kommende Experten für das Mindestmaß an nötiger medizinischer Bildung des Einzelnen. Das sehen sie als ihre Aufgabe.
      Ein entsprechendes Sendungsbewusstsein sucht man bei den Landwirtschaftskammern vergeblich. Dort wird vor allem intern verächtlich gesudert, wie deppert die Leute sind, und das ist leider auch in diesem Forum der Fall.

      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        Die LWK bei uns ist eine öffentliche Verwaltung,die keine Kommentare veröffentlicht oder Werbung macht,weil sie unabhängig bleiben muss.
        War mir so erklärt worden.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Sorry: Die Landwirtschaft hat eine gesellschaftliche Verantwortung: die Sicherung der Ernährung. So wie das Gesundheitssystem eine gesellschaftliche Verantwortung hat: die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Da kann kein Unterschied sein zwischen Ärztekammer und Landwirtschaftskammer. Wenn ich landwirtschaftliches Wissen verbreite, dann ist das doch keine Werbung! Umgekehrt: der Ärztekammer wird ja auch zuweilen vorgeworfen – zu Recht oder zu Unrecht – sie sei der verlängerte Arm der Pharmaindustrie. Sie lässt sich trotzdem nicht davon abhalten, die Bevölkerung aufzuklären.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Sorry Elisabeth, in Deutschland gibt es noch sieben Landwirtschaftskammern, drei davon sind in Bremen, Hamburg und dem Saarland, also so gut wie nichts sagend. Außerdem sind die Kammern als Körperschaft Öffentlichen Rechts der Landesverwaltung unterstellt. Die hoheitlichen Aufgaben beziehen sich vorwiegend auf Kontroll- und Antragsverfahren.
        Wie also soll aus DEN Kammern eine allgemeingültig Empfehlung für 83 Millionen Bürger hervorgehen und wenn, welche?
        Leute, esst mehr Fleisch etwa???🤗

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        • Inga sagt

          ” Die Landwirtschaft hat eine gesellschaftliche Verantwortung: die Sicherung der Ernährung.”
          Ja, sie ist vom Staat schon seit Kraisers Zeiten dazu beauftagt, denn das kommt der Volkswittschaft zu gute!
          Das ist gesetzlich festgeschrieben!
          Vermittelt wird das dann durch die Landwirtschaftskammern und -ämter.

          Deshalb, “Die Landwirtschaft” sind nicht die Bauernhöfe allein.

          Wenn sich in der “der Landwirtschaft” was ändern sollte, dann ist das ein Staatsakt.

          Und mit dem Gesundheitsamt ist es ähnlich wie mit dem Landwirtschaftsamt, bzw. -kammer, das ist von Bundesland zu Bunedesland verschieden aber die Aufgaben sind gleich!.

          Beide haben nicht nötig Reklame zu machen.

            • Ostbauer sagt

              Das Problem hierbei ist nur, die derzeit politikbestimmende Regierung ist ja felsenfest davon überzeugt, mit ihren Verordnungen und Gesetzen genau diesen Paragrafen mit Leben zu erfüllen.
              Anscheinend sieht das ja die Mehrheit der Bevölkerung genauso.
              Ich glaube ja, die Zeit, mit Sachargumenten etwas zu erreichen, ist lange vorbei; wenn wir sie jemals überhaubt hatten.
              Also wird es wohl auf die heiße Herdplatte hinauslaufen.
              Bin heute mal durchs Dorf gefahren und hab mir so die Hinterlassenschaften der Silvesternacht angeschaut;
              ach so, Allen ein gesundes neues Jahr noch;
              Da standen Batterien, welche so mal locker 400 Ocken kosten; so schlecht kann`s uns ja noch nicht gehen!

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              • Inga sagt

                Was hat Josef Settlele
                https://www.youtube.com/watch?v=aupj6R-XkTQ

                dazu gessgt?

                In Min 14
                zeigt er auf,

                dass Verbraucher nicht für die wirklichen ökologischen und sozialen Kosten der Güter,diesie verlangen bezahlen !

                Die miesten Verbraucher sind sich über diese Kosten überhaupt nicht bewußt.
                Weil viele Verbraucher auch nicht qualifiziert oder gar qualifizierbar sind.
                Also haben sie be ihrer Erzeugung auch nicht mir zu reden.

                Wie schiebt man da einen Riegel vor?
                Darf man da einen Riegel vor schieben?

            • Arnold Krämer sagt

              Die Verstöße der BR gegen das gültige Landwirtschafts-Gesetz sind offensichtlich. In anderen Rechtsbereichen klagt z. B. die Deutsche Umwelthilfe ständig gegen den Staat, weil dieser die eigenen Gesetze nicht beachtet. Hat der DBV als Agrar-NGO den Mut, ebenfalls den Klageweg zu beschreiten? Sicher nicht !

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              • Jürgen Donhauser sagt

                @Arnold Krämer – man kann nicht mit jemanden permanent kuscheln und plötzlich den Klageweg beschreiten. Das Grundübel des DBV ist und bleibt die “ungesunde” Nähe zu den Parteien. Es gibt zwar auch bei anderen Interessensvertretungen eine gleichzeitige Parteimitgliedschaft, aber offensichtlich schaffen es diese doch noch eine gewisse Distanz zu wahren und im entscheidenden Augenblick auch mit Härte die Interessen der Mitglieder zu vertreten.

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      • Bauer Willi sagt

        @Elisabeth, die Aufgabe der Landwirtschaft ist es, die Biodiversität zu fördern und das Klima zu retten. Und wenn Lebensmittel erzeugt werden sollen, dann bitte vegan und klimaneutral. Gerne auch aus dem Fermenter oder vertical farming. (Achtung Ironie)

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        • Ferkelhebamme sagt

          Und einen Bildungsauftrag haben wir jetzt auch noch? Ganz schön viele Aufgaben und Verantwortung, die wir da tagtäglich für einen Hungerlohn stemmen sollen. Hab ich nur leider gerade keine Zeit für, der Dokumentations-Irrsinn zum Jahreswechsel ruft. Die Tiere sind trotz Feiertag natürlich bereits versorgt.

          Ich wünsche allen
          Neue Magie,
          Neue Gedanken,
          Neue Gelegenheiten,
          Neue Träume,
          Neue Abenteuer,
          Neue Lichtblicke,
          Neue Hoffnungen,
          Neue Wege,
          Neue Chancen,
          Ein neuer Anfang.
          Und viele schöne Glücksmomente
          Frohes neues Jahr!

          Kopf hoch, mit beiden Füßen fest auf der Erde

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich habe von der LandwirtschaftsKAMMER geschrieben. Es beschäftigt sich ja auch nicht der einzelne Arzt mit Aufklärungskampagnen.

            • Reinhard Seevers sagt

              Versteh ich nicht Elisabeth…..ist denn dann die Aufllärung der einen Kammer anders zu bewerten, als die der anderen? Wird man dann nicht in Politik und Gesellschaft laut fragen, ob es nicht eine einheitliche Richtung der Empfehlung gibt? Die Kammern sind Selbstdenkende und für ihre Handlung im Rahmen der Landesgesetze Verantwortliche….🤔
              Föderalismus ist die Devise Elisabeth.

  11. Frikadellen piet 44 sagt

    wie ist denn die Lage in Polen ich glaube die dürfen noch atomkraft oder bin ich da falsch informiert

  12. Jürgen Donhauser sagt

    Offensichtlich habe ich einen französischen Zwilling, denn der Grundtenor deckt sich mit meinem gestrigen Gastartikel. Gestern Nacht beim Jahreswechsel habe ich mir das erste Mal die Frage gestellt, ob ich beim nächsten Sylvester auch noch auf meinem Hof blicken werde, noch Tiere halten werde, ob ich noch Landwirt bin……

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    • Sabine sagt

      Und genau deshalb verstehe ich nicht, dass ihr nix in Europa auf die Füße stellt. Bei Europawahlen gibt es keine 5%-Regel. In Frankreich hat man es wenigstens mal mit der Partei der Chasse auf nationaler Ebene versucht.
      Eine Partei, die die Entwicklung des ländlichen Raums und die Erhaltung von Familienbetrieben nicht nur in der Landwirtschaft zum Thema hätte, wäre ein Knaller und wenn ihr es schaffen würdet Euch die extreme Rechte vom Hals zu halten auch eine Alternative für viele Menschen aus Verzweiflung zur AfD driften.
      Gerade Handwerks- und Familienbetriebe suchen auch eine alternative zur FDP und nicht jeder, der Grün wählt, wählt die, weil er die Landwirtschaft los werden will.
      Drei Themen, mit ihr Punkten könntet:
      – Versorgungssicherheit in Europa
      – Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Gesundheitsinfrastruktur im ländlichen Bereich
      – Besseres Prädatorenmanagement
      Gerade die Leute in Ostdeutschland, denen man oft die sehr unpassenden Raumordnungsvorschriften aus dem Westen übergestülpt hat, würden sich freuen, wenn das wenigstens mal jemand anspricht.
      Wenn jemand wie der Sonneborn es nach Europa schafft, warum dann nicht der Willi?

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        Die AFD wird weiteren Zulauf bekommen.
        Kleine Gruppierungen in EU spielen keine Rolle.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Die Ausschreitungen in Berlin vorgestern sind Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten….da muss keiner mehr mit “Versorgungssicherheit” daher kommen. Das Volk wird sich zunehmend spalten und die Politik merkt nicht, woran es liegt, weil sie in der eigenen Blase gefangen sind und nicht aus dem moralisierenden Korsett ausbrechen können.

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      • ReinerStoff sagt

        Sehe ich auch so, die ursprüngliche AfD von Bernd Lucke, wäre ohne Unterwanderung bzw. Übernahme von rechtsaußen, heute bei 40%+!

        Es gibt in Deutschland keine Partei mehr, die konsequent den Mittelstand bzw. die Mittelschicht vertritt.
        Es braucht wieder mehr Politiker mit einer Berufsausbildung und -erfahrung im Bundestag und nicht den typischen “Kreissaal-Hörsaal-Plenarsaal”- Jurastudiumspolitiker bzw. deren neuere Variante der Studienabbrecher!

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  13. Frikadellen piet 44 sagt

    moin und frohes neues Jahr also haben die Franzosen tatsächlich die gleichen Probleme wie heißt Bauer Willi französisch der dort mal ein bisschen Aufmerksamkeit erregt auf jeden Fall hoffe ich dass sich dieses Jahr einiges ändert

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