Bauer Willi
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Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen

Dieses Prinzip hat die Schweiz bis zur Perfektion entwickelt. Doch nimmt dies zum Teil “merkwürdige” Züge an. Ich habe dazu ein Skype-Interview mit Werner geführt. Dauert eine halbe Stunde, doch jede Minute ist sehenswert.

Und dann sagt mir, was ihr davon haltet. Ich bin gespannt.

Euer Bauer Willi

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22 Kommentare

  1. Erst jetzt hatte ich Zeit den Beitrag mit Aufmerksamkeit zu hören.
    Ich glaube zu wissen, warum die Schweiz den Stapelmist subventioniert:

    alte Geschichten, ich weiß, denn die Bauern von früher wußten auch was, sie haben per „Learning bei doing“ gelernt:

    Als ich frisch verheiratet war, erzählte meine Mutter meiner Schwiegermutter, wie meine Oma zu Hause, also ihre Schwiegermutter war; sie lies ja nie etwas Gutes von ihr verlauten, aber da habe ich gestaunt:
    Sie erzählte, dass sie mit ihr ins Heu gegangen ist, um es zu kegeln, weil Gewitter aufkam.
    (Kegel nennt man wohl die Haufen, die man vom Heu macht, wenn man es vor Regen schützen will)

    also deswegen haben sie Heu zusammen auf Kegeln gemacht. Meine Mutter, die moderne Frau beeilte sich und schaffte in aller Eile 7 oder mehr Kegeln.
    Meine Oma, ihre Schwiegermutter machte langsam und schaffte nur 3 Kegeln.
    Am anderen Tag war wieder schönes Wetter und sie sind wieder dahin, um diese Kegeln aus zu breiten, damit sie von der Sonne weiter getrocknet werden.
    Die 7 Kegeln von meiner Mutter waren durchnässt und die 3 Kegeln von meiner Oma waren trocken innen drin?
    Was war das denn für eine Technik, die meine Oma da angewendet hatte?
    Welche Technik war effektiver?

    Noch eine „sinnlose“ Technik:
    Früher auf dem Dorf (1960) gab es auch viel Kleinbauern, der Hof wurde von Oma und Opa bewirtschaftet und ihrer Schwiegertochter, weil ihr Sohn das Familieneinkommen aus einer anderen Quelle erwarb.
    Die Großeltern vom Dorf waren ja soo altmodisch, naja wie meine Oma auch.
    Sie hatten weniger Vieh im Stall und kleineren Misthaufen auf dem Hof und er wurde schön gestapelt und gekämmt, dachte ich als Kleinkind. Wie die Großeltern so ordentlich waren.
    Wir hatten einen großen Misthaufen, der wurde mit dem Frontlader hochgeschoben.

    Noch in den 70igern wurde an einem landw. Institut an der Uni an Stapelmist geforscht.
    Alle erfahrenen Angestellten nannten diesen Versuch als „sinnlos“, na ja wir hatten ja auch einen alten Prof., eben Großelterngeneration.

    Später erfuhr ich,
    dass dieser Stapelmist eine ganz andere biochemische Gare, Durchreifung u. Zusammensetzung hat, als der normale Haufenmist mit Frontlader hochgeschoben.

    Jetzt würde ich gerne wissen wollen, was das für einen Düngeeffekt oder -vorteil hat, den da die Schweizer wohl subventionieren?

  2. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen Liberaler,
    hier vielleicht mal versuchen einen anderen Blickwinkel einzunehmen: Es ist volkswirtschaftliches Grundprinzip Deutschlands die Exportmöglichkeiten für seine hochpreisigen Industrieprodukte auch dadurch offen zu halten, dass die Agrarprodukte der Länder in die exportiert wird ungehindert Zugang zum deutschen Markt haben. Das ist auch richtig so, wenn man die Exportüberschüsse, die unseren Wohlstand ermöglichen weiter erhalten will.
    Die Kehrseite ist eine ohne Abschottung gegen Agrarimporte nicht rentable Landwirtschaft. Also werden öffentliche Gelder eingesetzt um den Agrarsektor im eigenen Land am Leben zu erhalten. Diese Gelder ermöglichen die niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland. Das was der “Steuerzahler” an Zuschüssen für die Landwirtschaft ausgibt, erhält er durch Einsparungen beim Lebensmitteleinkauf 1:1 zurück. Durch diesen Umstand können sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen mehr Industrieprodukte (Handy, Auto usw.) leisten. Die Abschaffung der Subventionen bedeutet nicht den Untergang der Landwirtschaft, zieht aber eine schnelle Intensivierung und Vergrößerung der Betriebe nach sich. Die kleineren Betriebe verschwinden, die Großen werden intensiver, also genau das was Stadtmenschen sich wünschen. Also immer schön auf dem Teppich bleiben, wenn hier Jemand Steuergeschenke bekommt, ist das die Industrie, auch wenn der Anschein ein anderer ist (bei Bedarf kann ich gern Zahlen nachlegen)

    • Liberaler sagt

      Verehrter Thomas Apfel,
      was die Wirkung von Agrarsubventionen angeht, und das diese dem Verbraucher zugute kommen, stimme ich zu. Sie müssen auch noch berücksichtigen, dass diese Zahlungen auch wieder in Deutschland versteuert werden. Je weniger Agrarsubventionen Deutschland bekommt, umso mehr werden wir zum Nettozahler der EU.

      Mir ging es darum, wie sehr Populisten wie Bauer Willi unser Ansehen schaden. Dazu habe ich erklärt, dass er mächtig verloren hat an Aufmerksamkeit, was beruhigend ist. Das Video oben ist „Waschweibergeschwätz“ das mich als Landwirt nervt und den Stadtmenschen noch mehr.
      Wenn man eine Entbürokratisierung will, muss man diese bei Ministerien und Politikern fordern. Der Verbraucher ist unschuldig.

      Der Stadtmensch sieht die Zusammenhänge nicht sondern wendet sich durch solch eine schlechte Darstellung (s.Video) weiter ab.

      Und noch was. Es geht hier nur noch um Selbstdarstellung und nicht um nützliche Information. Sonst hätte man schriftlich Eckdaten beschrieben um was zu erfahren, was Schweizer bekommen, ohne sich das Video ansehen zu müssen.

      Zu seinen Berufskollegen (wenn man Bauer Willi als Bauer sehen will), ist er ebenfalls nur populistisch. Denn sonst hätte dieser Ackerexperte wenigsten einmal einen nützlichen Tip gegeben, wie man 12 Tonnen Weizen erntet. Nein, es kommt nur unbrauchbares über Zwischenfrüchte und anderen Nebensächlichkeiten.

      Viele genervte Grüße (VgG)

      • Bauer Willi sagt

        @Liberaler
        vielen Dank für den Kommentar. So hat jeder eine andere Sicht der Dinge. Der Link zu den Daten wird im Video angezeigt.
        Wir haben mal ein anderes “Format” gewählt, um das Thema anschaulicher zu machen. Bei Facebook wurde es rund 3.500 mal angeschaut.
        Bin jetzt 4 Tage zu einem Symposium des Bundesamtes für Naturschutz. Dort soll ich über “Landwirtschaft und Naturschutz” referieren. Die Ergebnisse der Tagung finden ihren Niederschlag in der Ackerbaustrategie.
        Diese Seite dient nicht dazu, nützliche Anbautipps für Ackerbauern zu liefern. Dafür gibt es andere Portale.
        Wenn Sie also meine Beiträge nerven, hätte ich einen Tipp: einfach nicht mehr reinschauen.
        Bauer Willi

        • Liberaler sagt

          Sehr verehrter Bauer Willi, Ihren Rat, diese Seite möglichst zu meiden, werden ich befolgen.

          Aber nehmen Sie noch einen letzten Tip von mir mit. Schauen Sie sich die Seite „Bochholter Landschwein“ auf Facebook oder youtube an (17000 Abonnenten). Der Landwirt lispelt zwar nicht so süß wie Sie aber er ist authentisch weil er eine Familie von seinem Hof ernähren muss und für mich als landwirtschaftlicher Praktiker kann ich dort auch viele Tips ernten. Es geht beides zusammen, nützliche Tips für Kollegen und interessante Infos für Verbraucher.
          LG

          • Diese Seite zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass trotz teilweise heftiger, kontroverser Diskussion persönliche Anfeindungen unter der “Gürtellinie” unterbleiben. Dank Deiner Entscheidung bleibt dies auch in Zukunft so.

            • Liberaler sagt

              @Mark
              Ich weiß nicht was Du für Hosen trägst und wo der Gürtel sitzt, aber betrachte es als Notwehr aus Sorge um unser Ansehen.
              Wer sich als Bauer darstellt muss auch damit rechnen, dass man auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Bei Populisten hilft aber weder das Wattebäuschchen noch die verbale Axt im Wald. Bei denen dreht sich alles um das eigene Ego und das muss man kritisieren dürfen.

              Viel Spaß bei den Diskussionen!

          • Bauer Willi sagt

            @Liberaler
            Angekommen. Gute Entscheidung.

            Für den Sprachfehler kann ich nichts. Aber gut, dass Sie darauf hingewiesen haben. Das macht Sie so sympathisch
            Adieu
            Bauer Willi

      • Warum sind Zwischenfrüchten unbrauchbar?
        Er wollte damit doch nur zeigen, wie man damit Ackerböden fruchtbar hält. Warum ist das unbrauchbar?
        Das ist Fachwissen eines Fachmannes aus der Landirtschaft.
        Was ist daran populistisch?
        Was du an ihm populistisch siehst ist,
        der Eigenart der Natur zu folgen , denn die hat besondere Gesetzmässigkeiten, sonst wird das ökologische Gleichgewicht gestört.
        Diese Gestzmässigkeiten sind Fakt.
        Und wenn das gestört ist, dann können wir ihr nichts mehr abringen, bzw. ernten.
        Das muss ein Nichtlandwirt verstehen, um hier adäquat mitreden zu können.
        Und seine Dummheit zeigt er, wenn er über dieses Fachwissen der Landwirte schimpft.

        Ein echter Stadtmensch kann das ja nicht verstehen, aber wenn er interessiert ist fragt er nach.
        Nur solche Nichtlandwirte wenden sich ab, die sich dafür nicht interessieren, die schimpfen aber dann nicht auch noch darüber. Das Video soll doch nur aufklären, wenn dir das zu hoch ist?

  3. Liberaler sagt

    Ich konnte nur 8 Minuten Lebenszeit vergeuden und frage deshalb, wie der Umrechnungskurs von Franken in Euro ist? Noch interessanter wäre das Ergebnis was ein Schweizer pro Hektar an Subventionen bekommt.

    Wie gesagt, mein Wissenshunger ist nicht so groß, dass ich mir eine Stunde Bauer Willi antue, …

    Ja der Werner macht schon einen freundlichen Eindruck. Die Stadtmenschen werden sich aber trotzdem angewidert abwenden wenn Bauern über Subventionen stöhnen. Gut, das nicht mehr so viele diese Seite besuchen.

    • Ein echter Stadtmensch kann das ja nicht verstehen, aber wenn er interessiert ist fragt er nach, Liberaler!
      Nur solche Nichtlandwirte wenden sich ab, die sich dafür nicht interessieren, die schimpfen aber dann nicht auch noch darüber. Das Video soll doch nur aufklären, wenn dir das zu hoch ist?

  4. Obstbäuerin sagt

    Der Beitrag war sehr informativ und auch unterhaltsam. Irgendwie strahlt unser Kollege aus der Schweiz sehr viel Ruhe aus. Die fehlt uns hier schon eine ganze Weile, wenn man das Gefühl nicht los wird, die nächste Katastrophe lauert schon um die Ecke.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Vielleicht liegt die Ruhe von Werner ja daran, dass er als Schweizer Bauer mit dem Schutz der Direktzahlungen nicht ständig die Existenzfrage sich stellen muss.

      • Da ist was dran,
        also kann Bauer spielen, seine Arbeit (nach Priorität Ökologie) verrichten, ohne dabei um den Familienunterhalt zu fürchten? Dafür bekommt er aber dann den Verdienst der Ehefrau mit angerechnet.
        Also der Staat oder Steuerzahler bezahlt , damit der Bauer billige Nahrungmittel sehr umweltschonend herstellt.
        Und auch dafür, dass die kleinbäuerliche Struktur dort erhalten bleibt, die ja auch der Ökologie zu gute kommt.
        Kann sich die Schweiz sorgfreiere Bauern leisten?

  5. Ottmar Ilchmann sagt

    Immer eine Freude, Werner zu hören, ob life oder per skype! Viele Grüße in die Schweiz!

  6. Altbauer Jochen sagt

    Man stelle sich mal vor die Schweiz würde der EU beitreten
    und die Agrarpolitik müsste “integriert” werden. Unvorstellbar??
    Die vereinheitlichte Agrarpolitik, die 28 Ländern mit unterschiedlichen
    Naturgegebenheiten, -Strukturen ,-Kulturellem Selbstverständnis
    und Mentalitäten auferlegt wird, trägt nicht überall zum Frieden untereinander bei.(Bei anderen Politikfeldern aber auch nicht)
    Nichts gegen ein gemeinsames Europa in dem jeder seinen
    Nachbarn und deren Kultur Respekt gebietet!
    Die Bevölkerung, -und nicht zuletzt die Bauern, müssen sich aber in Ihren Regionen,ihren Lebensformen, noch anerkannt und zuhause fühlen
    können. >Heimat eben!

    • bauerhans sagt

      “Man stelle sich mal vor die Schweiz würde der EU beitreten….”

      das ginge schon deshalb nicht,weil deren geschäftsmodell das “parken von geld” aus der eu ist!

  7. Friedrich sagt

    Auch in der Schweiz gibt es wahnsinnige Bürokratie in der Landwirtschaft, aber die Produktion am Markt bringt fast keine Gewinne , denn die Kosten sind dort erheblich höher.
    Deshalb kommt der Gewinn bei näherer Betrachtung fast komplett aus der staatlichen Unterstützung. Die Schweiz ist mit rd. 41.000 km2 neunmal kleiner als Deutschland zahlt aber rd. zwei Mrd. Franken (0,88 Euro/Franken) an Prämien. In Deutschland werden “fünf Mrd.Euro” bezahlt. Analog dazu müßten in Deutschland 18 Mrd. , also das 3,6 fache bezahlt werden. Das nur mal zum Vergleich. Auch die Nationaleinkommen in Dollar sind mit 46.000 in Deutschland 84.000 in der Schweiz je Einwohner sehr unterschiedlich. Die Bauernhofgrößen sind in der Schweiz rd. 20 ha und in Deutschland 2,5 – 3 x so groß. Auffallend ist in der Schweiz der hohe Stellenwert der Selbstversorgungssicherheit. Das läst man sich was kosten. — Dieser Gesichtspunkt spielt bei uns gar keine Rolle. Ob das Nachhaltig so richtig ist ? Das werden wir in diesem Jahr (bis 30.6.2019) noch zu prüfen haben , denn erstmalig seit vielen Jahren muß kräftig Getreide nach Deutschland importiert werden und das könnte sehr, sehr schwierig werden.– Auch lassen es sich die Schweizer viel Geld kosten , daß die Zuckerrüben aus Anklam (MP) in Ganzzügen per Bahn und Biorüben aus Niedersachsen per LKW dort hin transportiert werden. Notfallvorräte und Versorgungssicherheit , alles was wir hier aufgegeben haben, wird in der Schweiz konsequent durchgezogen , denn eine Krise meldet sich nicht vorher an.

      • Ist wie Biozuckerrüben aus Dresden oder dem südlichsten Fleck Deutschlands nach der einzigen Biozuckerrübenfabrik im Ostwestfalenland zu birngen?

        Vielleicht ist Ostwestfalen Norddeutschland und Süddeutschland ihr Einzugsgebiet, dann könnten ja die Biozuckerrüben aus Süddetuschland in die Schweiz gefahren werden, oder?

  8. Brötchen sagt

    Sehr informativ!
    Solche konkreten Sachen bezogen auf den landwirt vor Ort bringen glaub ich das meiste in information.

    Vielen Dank!

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