Bauer Willi
Kommentare 45

Mehr Vielfalt = weniger Risiko beim Klimawandel

Ein, meiner Meinung nach, ausgewogener Bericht zu den Folgen des Klimawandels in der Landwirtschaft. Grundtenor: mehr Vielfalt in der Land(wirt)schaft, aber auch die Ökonomie muss stimmen. Manche Vorschläge werden heute schon realisiert (Mulchsaat), andere (Untersaaten) sind überlegenswert.

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-07/klimawandel-erderwaermung-anpassung-biodiversitaet-landwirtschaft/komplettansicht

Euer Bauer Willi

 

(Aufrufe 1.232 gesamt, 1 heute)
0

45 Kommentare

  1. Walter Parthon sagt

    Genschere: Ergänzung zum Biolandbau
    Die „Genschere“ Crispr/Cas verspricht nach Auffassung vieler Experten eine Revolution der Ernährung. Doch in Europa steht sie vor dem Aus, berichtet Elke Bodderas in der WELT. Sie interviewt Götz Hensel vom Leibniz-Institut in Gatersleben (Auszüge).
    Wir wissen von gentechnisch veränderten Pflanzen seit vielen Jahren, dass sie sicher sind. Es gibt Hunderte Studien. Sie alle stellten fest: Es gibt bei den ins Freiland gesäten gentechnisch veränderten Pflanzen keine zusätzlichen Risiken. Auch die Weltgesundheitsorganisation konnte keine Effekte auf den Menschen feststellen.
    Paradox ist: Fast gleichzeitig mit dem Urteil der EU-Richter hat Europa mit Donald Trump vereinbart, riesige Mengen Soja zu kaufen. Dass das alles gentechnisch verändert ist, davon spricht niemand.
    Die neue Methode wäre eine wunderbare Ergänzung zur biologischen Landwirtschaft. Die belegt wegen der geringeren Erträge gewaltige Ackerflächen. Die neue Technik ermöglicht ertragreiche, widerstandsfähige Pflanzen, die sich nur minimal von den natürlichen Vettern unterscheiden.
    Das ist verrückt: Biobauern dürfen das Bakterium Bacillus thuringiensis auf ihre Äcker sprühen, es zählt zu ihren wichtigsten Pestiziden. Wenn man aber das Gen dieses Bakteriums ins Erbgut einer Pflanze fügt, ist das nicht mehr „Bio“.
    Auch der Umwelt und unseren Nutzpflanzen haben die Richter einen Schlag versetzt. Es geht um Pflanzen, die lange Phasen der Trockenheit überstehen, um Getreide, das ertragreicher ist und weniger Ackerfläche benötigt. Um neue Sorten, die Extremwetter überstehen. Mit Crispr/Cas lassen sich die derzeitigen Sorten widerstandsfähiger machen. Dazu muss man noch nicht einmal neue Gene einfügen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das absurd.
    https://www.welt.de/…/Lebensmittel-und-Gentechnik-Wissensch…

    +4
  2. Thomas Apfel sagt

    Auch ich danke Willi und Alois, dass sie die Diskussionen auf ihrem Blog ermöglichen und mit Beiträgen befeuern. Trotzdem muss man aufpassen, dass man nicht alles durcheinandermurmelt, und genau das tut dieser Beitrag in der Zeit.
    Erstens hatten (haben) wir in diesem Jahr eine extreme Dürre. In den Mittel- und Ostdeutschen Gebieten sind bei diesem Ausmaß an Niederschlagsausfall alle Anbausysteme geschädigt. Einem derartigen Naturereignis kann man weder mit Untersaaten noch mit resistenten Sorten noch mit Mulchsystemen beikommen, sondern nur mit Zusatzwasser. In der Frage der Bodenfruchtbarkeit wird nach wie vor der Begriff Humus falsch verwendet. Humus im eigentlichen Sinne von Verbesserung der Speicherfähigkeit der Böden für Nährstoffe und Wasser sind nur die Fraktion der langlebigen Huminstoffe (Huminsäuren Humate). Diese entstehen aber bei belüftender Bodenbearbeitung so gut wie nicht, fast egal wie viel organische Substanz ich einbringe, was viele Langzeitversuche eindrucksvoll belegen. Deshalb ist der diffuse Stickstoffaustrag bei Bio und Konvi bei gleichen Erträgen auch gleich hoch.
    Ich will damit nur andeuten, dass die Frage der Bodenfruchtbarkeit auf den Produktionsflächen nur sehr wenig mit der derzeitigen Diskussion um die Artenvielfalt zu tun hat.
    In der Frage der Bodenfruchtbarkeit sind Wissenschaftler und Praktiker beider Anbausysteme aktiv unterwegs und vernetzen ihre Erkenntnisse.
    Das (eventuelle) Insektensterben und Vogelsterben ist ein anderes Themenfeld und eine andere Hausnummer. Hier sind wenig Daten und viele Emotionen unterwegs.
    Bürgerbefragung des BMU, 9 – Punkteplan der Uni Hohenheim, Agrarpolitikkonzept des NABU und das BUND treten in konzertierter Aktion auf und favorisieren eine Umstellung der Förderpolitik auf welche die Bauern unbedingt Einfluss nehmen müssen. Das ist aber eher im Rahmen eines gesonderten Beitrags zu diesem Thema sinnvoll. Auf der NABU Bundesseite ist das entsprechende Positionspapier zu finde.

    +6
    • Stadtmensch sagt

      „was viele Langzeitversuche eindrucksvoll belegen“

      An dieser Stelle würde ich die Flinte nicht ins Korn werfen. Für jeden Boden gibt es sicherlich die richtige Strategie, um Verbesserungen von Wasserspeicherfähigkeit und Nährstoffverfügbarkeit zu erreichen. Man müsste nur wenigstens für ein Weilchen den dämlichen Markt außen vor lassen können.
      Weil es mich als Hobbygärtner interessiert lese ich gerade einen Lesetipp, der hier im Forum gebracht wurde: Eberhard Schulze: „Kann der ökologische Landbau die Ernährung sichern und Nachhaltigkeit gewährleisten“. Schulze ist so etwas wie ein Landwirtschafts-Kybernetiker und verweist auf verschiedene Methoden zur Humusbilanzierung VDLUFA-Verfahren und CCB (Software gibts auch schon: CANDY).
      Ist für euch sicher kalter Kaffee aber könnt ihr ruhig mal erklären, warum alles nicht praxistauglich ist.
      Beste Grüße

      0
  3. Borchert Alexander sagt

    Hallo Inga,
    das sind sehr gute Fragen, die Du da stellst.

    Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn Bauernverband und DLG sich mit BUND, NABU, BMU, usw an einen Tisch setzen würden und gemeinsam einen neue Agrarpolitik besprechen würden. Auf die Reaktion aus der Wirtschaft und der Politik wäre ich gespannt.

    Ich weiss, ich denke revolutionär, aber unser bisheriger Weg hat uns auch nicht weitergebracht. Oder?????

    +6
  4. Borchert Alexander sagt

    Das schockierende aus vielen der Kommentare im heutigen Blogg ist die ablehnende Haltung. Wir Bauern sind es oder werden es sein, die die klimatischen Veränderungen auf voller Breitseite erwischen.
    Wir müssten es sein, die jetzt jeden Strohhalm aufgreifen. Die Entwicklung der letzten 20-30 Jahre ist endgültig vorbei. Die rein ökonomische Betrachtung der Landwirtschaft ist eine Sackgasse. Und leider stecken die meisten Betriebsleiter, Berater, Behörden in dieser Sackgasse fest. Wir brauchen dringend den seriösen, nicht ideologischen Schulterschluss mit Menschen, die mit etwas Abstand auf die Landwirtschaft schauen. Landwirtschaft geht anders. Redet mal mit Betrieben, die auf Öko umgestellt haben. Die größte Herausforderung am Anfang ist, dass man wieder zuschauen muss, wie die Natur reagiert. Ich rede nicht dem Öko-Betrieb das Wort. Ich meine damit, dass die Natur sich selber hilft. Dazu gehört, dass vor 25. – 30.9 keine Wintergerste gesät wird. Dadurch wird das Insektizid im Herbst unnötig. Dazu gehört eine spätere Weizensaat als 1.10. usw..
    Wir Bauern brauchen diesen Druck von außen, um uns auf unser altes Wissen zurück zu besinnen, dringender denn je. Denn bis auf Sorghumhirse stehen in diesem Artikel lauter alte bekannte Sachen.

    Ich appelliere nochmal an die eigene Offenheit. Nur dadurch werden wir Lösungen für diese Herausforderungen finden.

    +8
    • Bauer Willi sagt

      Genau richtig. Wir müssen raus aus der Opferrolle und uns wieder als Unternehmer verstehen. Wir sollten den Dialog mit unseren Kritikern suchen und um Lösungen ringen. Ich hatte gestern abend ein sehr gutes Gespräch mit einem Vertreter des NABU. Ja, das geht, wenn beide Seiten dem anderen aufmerksam zuhören. Das ist gestern gelungen. Video dazu kommt später
      Bauer Willi

      +3
      • Obstbäuerin sagt

        Wir haben gute Kontakte zu Kollegen vom NABU vor Ort und der Schmetterlingsführer vom BUND war mir auch sympathisch aber das ändert nichts daran, dass die Vorstände (und die bestimmen wo´s langgeht) Glyphosat am liebsten morgen verbieten wollen, genau wie die noch verbliebenen Neonicotinoide. Auch wenn es hier um Ackerbau geht, trifft uns die geforderte Umstellung ebenso. Wenn ich mich als Unternehmer verstehe und mir wesentliche Produktionsmittel genommen werden, die Auflagen und Kosten steigen und meine Erträge sinken, helfen auch keine netten Gespräche mehr. Unter den angestrebten Veränderungen hin zu einer extensiven, insekten- und unkrautfreundlichen Landwirtschaft kann man eigentlich nur noch auf Bio umstellen, weil die Produktion von Lebensmitteln von Politik und NGO´s eher als Randproblem gesehen wird.

        +9
    • Wenn die Bauern mit Hilfe vom Amt und Behörde zu dieser Intensivierung, wie sie jetzt ist angetrieben wurden, damit alle Industriearbeiter billig satt wurden, alles in Hülle und Fülle immer da ist, sogar noch bis zum Ladenschluss, dann ist es für die Ökologie zu viel. Das verträgt sie nicht. Zeigt sie uns das im Insektensterben, der rückgängigen Artenvielfalt, dem Ozoloch und dem Klimawandel?
      Müssen wir die Landwirtschaft immer mehr extensivieren ? Wieviel ernten wir dann weniger? Gerade so viel, dass es zum Vernichten nicht mehr reicht? Oder mehr?

      Diese Frage wollte ich schon von der damaligen Landwirtschaftsministerin Künast beantwortet haben.

      +1
      • Borchert Alexander sagt

        Hallo Inga,
        das sind sehr gute Fragen, die Du da stellst.

        Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn Bauernverband und DLG sich mit BUND, NABU, BMU, usw an einen Tisch setzen würden und gemeinsam einen neue Agrarpolitik besprechen würden. Auf die Reaktion aus der Wirtschaft und der Politik wäre ich gespannt.

        Ich weiss, ich denke revolutionär, aber unser bisheriger Weg hat uns auch nicht weitergebracht. Oder?????

        +1
        • Wenn die Ökologie uns aĺle angeht, dann auch auch die Wirtschaft, auch sie muss sich daran beteiligen, nicht nur daran verdienen.

          Das weiss doch jede einfache Hausfrau, wenn was fehlt, egal aus Ressourcenmangel, oder sie irgendwo (Gesundheit, Umelt (zu scharfes Putzmittel)) übertrieben hat oder anderen Gründen, muss sie handeln.

          Was die kann, kann unsere Regirung nicht?

          +1
          • Borchert Alexander sagt

            Nein das kann keine Regierung der Welt mehr.
            Eine Hausfrau reagiert, weil sie Verantwortung für sich und ihre Familie hat.
            Doch Politiker sind austauschbar. Kozernchefs sind austauschbar. Das große Kapital hat überhaupt kein Gesicht. Wer also soll Verantwortung übernehmen?

            +5
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Reden miteinander und den Schulterschuss mit anderen suchen ist richtig. Dazu benötigt es auch den Handel, der Änderungen auch bezahlt.
      Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es derzeit jemand gibt, der zum Beispiel Baumstreifen bezahlt, genau so ist es ein Trugschluss zu Glauben, dass es einen Außenschutz für deutsche Erzeuger gibt, die meisten Verbraucher werden zum billigsten greifen, egal wie das Erzeugt wurde.
      So wird Getreide in Australien geerntet:
      https://www.bing.com/videos/search?q=Getreideernte+Ausstralien&&view=detail&mid=B8045E90255059ECBA52B8045E90255059ECBA52&&FORM=VRDGAR

      Bei uns will man alle paar Meter Heckenstreifen anlegen, da wäre es besser man macht alles zu Biotop und zählt die Insekten.

      Bin ja inzwischen außen vor, weiß jedoch noch wie mit altem Wissen Getreide erzeugt wurde und kenne noch deren Erträge. Wer das will, soll es machen, der Betriebsinhaber sollte sich nicht wundern, wenn der Filius einen anderen Beruf wählt.

      +4
    • Arnold Krämer sagt

      Borchert: „Die Entwicklung der letzten 20-30 Jahre ist endgültig vorbei. Die rein ökonomische Betrachtung der Landwirtschaft ist eine Sackgasse. Und leider stecken die meisten Betriebsleiter, Berater, Behörden in dieser Sackgasse fest“.
      fast vollständige Zustimmung!!!!

      Die heute agrarpolitisch, ökonomisch und oft auch ökologisch verfahrene Situation ist auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen der letzten 40 bis 50 Jahre zurückzuführen. Nach dem Mauerfall vor jetzt auch schon fast 30 Jahren haben sich die Entwicklungen durch die Möglichkeiten und die Erfahrungen mit den Großbetriebsstrukturen im Osten auch im Westen nur noch einmal deutlich beschleunigt.
      Die Ökonomisierung im gesetzlichen und verwaltungsmäßigen Rahmen, bei der die Ökologie ein Stück weit auf der Strecke bleiben musste (Prof. Köhne, Göttingen, hat seinerzeit einmal von „Kollateralschäden“ gesprochen) ist gekennzeichnet durch immer mehr Spezialisierung, auch regionale Arbeitsteilung und technische Effizienzsteigerung, die u.a. durch den „Reparaturbetrieb“ mittels mineralischem Stickstoff, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der Bodenproduktion und Antibiotika in der Tierhaltung ermöglicht bzw. sehr erleichtert wurde.
      Vorausschauend zu arbeiten, d.h. zu versuchen, den „Reparaturbetrieb“ nach Möglichkeit ganz zu vermeiden, war viel zu anstrengend, wurde den jungen Menschen immer weniger beigebracht, und hatte auch (kurz- und mittelfristige) ökonomische Nachteile. Z. B. ist der „Integrierte Pflanzenschutz“, der dem Anspruch recht nahe kommt und seitens der Offizialberatung in meiner Region immer stark beworben wurde, in der breiten Praxis nie wirklich angenommen worden. Die starke arbeitswirtschaftliche Belastung und der ökonomische Druck in den Familienbetrieben „schreien“ förmlich nach der praktizierten Komplexitätsreduktion und Vereinfachung.
      Vieles fällt der Landwirtschaft jetzt auf die Füße, weil die NGO’s unerbittlich immer wieder auf die „Schwachstellen“ im System, auch im vor- und nachgelagerten Sektor, aufmerksam machen und die („getriebene“) Agrarpolitik sich ohne erkennbares Gesamtziel an Lösungen für viele Einzelprobleme versucht.
      Die geforderten Verhaltensänderungen bei erwachsenen Menschen (das habe ich in diesem Forum schon einmal mehr erwähnt) erzielt man nicht so sehr durch Appelle, sondern entweder durch starke finanzielle Anreize bzw. Nachteile oder (hoffentlich klares und einfaches – geht das überhaupt noch???) Ordnungsrecht.

      +1
      • Heinrich Steggemann sagt

        Ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Z.B. Firmenfusionen, die Mitarbeiter werden auf die Standorte neu verteilt und müssen zum Teil deutlich weiter pendeln, nur damit der neue Firmenverbund ein paar Euro mehr Gewinn macht.

        +1
    • Heinrich Steggemann sagt

      @Borchert Alexander
      Stimme zu. Das alte Wissen wurde durch den Mineraldüngereinsatz und die anfangs preiswerten Lösungen aus dem Chemiebaukasten nach den Weltkriegen zu stark verdrängt und ist über die Generationen zum grössten Teil verloren gegangen ( da ist die Landwirtschaft allerdings nicht allein, schaut man z. B. mal in die Montagebullis der Handwerker, die reinsten Chemiebaukästen oder in unsere Schränke im Haushalt). Wie kommen wir wieder an das alte Wissen von vor hundert Jahren und davor??? Wie verknüpfen wir dies mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte?? Vieles ist schon erforscht, hat nur nicht den Weg in die landwirtschaftliche Praxis gefunden, weil es als Einzelergebnis zu speziell ist und verstaubt seitdem in den Archiven. Wir brauchen neugierige Praktiker und Berater, die dieses Wissen aus den verschiedenen Quellen industrieunabhängig zusammentragen, durchdenken, probieren und dann als vereinfachte Konzepte für die breite landwirtschaftliche Praxis zur Verfügung stellen. Erste Ansätze im Internet und bei unabhängigen Beratern gibt es bereits. Viel internationales Praxiswissen im Netz scheitert auch an der Sprachbarriere ( hier wäre z.B. die Unterstützung in Form von reinen Übersetzungen als kostenlose Dienstleistungen von Landwirtschafts-und oder Umweltministerium hilfreich/ die Auswahl der Berichte wird aber von unabhängigen Praktikern durchgeführt, die der entsprechenden Fremdsprache mächtig sind). Wir sollten allerdings die Errungenschaften der chemischen Hilfsmittel nicht grundsätzlich verteufeln, denn diese etablierten Systeme sichern aktuell unsere Ertragszuwächse der letzten Jahrzehnte ab. Aber was hält uns davon ab, schrittweise kostenträchtige Zukaufprodukte durch ackerbauliche Lösungen zu ersetzen? Stichwort: Natur will Vielfalt. Dieses Thema beschäftigt mich seit Mitte 2017. Wir sollten uns stärker dem Zusammenspiel von Pflanzenwurzel und Bodenleben widmen, dadurch den lebendigen Humus mehren, damit die Pflanzen wieder mit allen Elementen aus dem Periodensystem vollwertig versorgt werden um sich besser gegen Krankheiten und Insekten schützen zu können. Dies ist aus meiner aktuellen Sicht eine Grundvorraussetzung neben der Resistenzzucht, weniger Insektizide und Fungizide zu benötigen. Durch reine Verbote, bevor eine Alternative praxisreif ist, opfern wir nur noch mehr Höfe. Kleine Veränderungen werden in der konventionellen Landwirtschaft kostenneutral möglich sein, grössere Veränderungen werden sich erst dann durchsetzen, wenn unterm Strich mehr Gewinn übrigbleibt.

      +3
  5. Heinrich Steggemann sagt

    Wenn wir Vielfalt auf unseren landwirtschaftlichen Flächen umsetzen sollen/wollen/müssen, muss zu erst mal die aktuell noch vorhandene Vielfalt der Höfe aktiv erhalten werden. Jeder Betriebsleiter hat seine eigene Handschrift. Wir brauchen wieder mehr Lust als Frust auf den Höfen. Innovative Betriebsleiter, die auch mal links und rechts der ausgetretenen Pfade neue Dinge ausprobieren wollen, werden durch immer neue Detailvorschriften eher demotiviert. Parallel zu Forschung und Wissenschaft brauchen wir neugierige Betriebsleiter zur Einführung der Ergebnisse in die tägliche Praxis.

    +4
    • Also Betriebsleiter deren Ziel eher Klasse (Umweltanliegen) anstatt Masse (Ertrag) ist. Das geht nur, wenn die landw. SUBVENTIONEN umverteilt werden, oder?
      Ja, jeder Betriebsleiter hat eine eigene Handschrift und schafft so eine Art Microkosmus, eine Miniökologie, die der grossen ganzen Ökologie zu gut kommt.

      Vielleicht kleinere Flächen mit mehr Artenreichen Hecken drum herum, wieder ein Microkosmus? Vielleicht einen besseren wie Blühstreifen?

      Unbegradigte Bäche dazwischen?

      Die Beschaffung der Lebensmittel wird teurer, und wenn dann der Kunde nicht zahlen will, dann verhungert er eben.

      Die Ökologie ist wichtiger und die darf was kosten, gerade wo wir alle die letzten 40 Jahre und mehr von ihr in Saus und Braus gelebt haben.
      Nun müssen wir ihr was zurückgeben und nicht nur die Bauern,
      Vielleicht wissen Sie besser warum.

      +2
      • Obstbäuerin sagt

        Schön für Dich, Inga, dass Du in Saus und Braus gelebt hast. Für viele trifft das aber nicht zu.

        +2
        • Borchert Alexander sagt

          Hallo Obstbäuerin,
          ich weiss ja nicht wie ihr lebt, aber ich habe 45 Jahre meines Lebens in Saus und Braus gelebt. Ich hatte bis auf die Bundeswehrzeit jede Nacht ein Dach über dem Kopf. Ich kann mich nicht an einen Hungertag erinnern. Seit meinem 18.Geburtstag konnte ich immer Autofahren. Mir hat es an nichts gefehlt. Im Vergleich zu Milliarden von anderen Menschen und im Vergleich zu meinen Vorfahren lebe ich im Schlaraffenland. Dafür bin ich dankbar.

          +4
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Auch ich habe nicht gehungert, durfte das Auto meiner Eltern benutzen und hatte ein Dach über dem Kopf.
            Aber unter Saus und Braus zu leben stelle ich mir anderes vor.
            Nein, ich möchte mich auch nicht mit den armen Menschen in fernen Ländern vergleichen, auch nicht mit den Obdachlosen, denn ich habe mehr gearbeitet als die meisten Obdachlosen.
            Kann mich noch an die Zeit erinnern, als es noch keinen Kühlschrank gab, wo man sich bedienen konnte, da wurde das Fleisch von meiner Mutter zugeteilt

            +2
  6. Friedrich sagt

    Was dort steht , machen wir Bauern doch schon immer. Mulchsaat, Begrünung, Organ. Düngung und damit Humusaufbau sowie Nährstoffkonservierung um Auswaschung zu verhindern. Die Nichtbauern meinen uns , den bestausgebildeten Bauern und nur diese gibt es noch , tolle Sachen zu erzählen. Alle Bauernhöfe haben ihre Klimabilanzen mit über 20 – 50 % verbessert. Wenn wir unsere PV-Biogas-und Windanlagen mit angerechnet bekämen , hätten wir das „Neutrale Klimaziel “ schon längst erreicht. Aber was macht unsere Politik , sie schlägt trotz dieser enormen Leistung auf uns ein. Das Podsdaminstitut ist das ideologische Sprachrohr unserer Regierung. Dafür gibt die Regierung auch viel Geld . Wenn ich die Aussagen von denen höre , dann ist die Welt schon längst untergegangen. Die Podsdamer Wissenschaftler sind sich für keine Angstmache zu schade
    und das obwohl seit vielen Jahren die Durchschnittstemperaturen nicht mehr steigen. Die
    Dürre in diesem Jahr kommt denen natürlich sehr gelegen , um so mit der Angst die Bevölkerung im „Griff“ zu halten. Komisch nur , daß uns die „Hungersteine“ in den Flüßen eine andere Wahrheit berichten. –Gut , daß wir unseren Willi und Alois haben , die uns die richtigen Argumente für die Sachlage liefern. Danke Euch Beiden. Ohne Euch hätten wir mehr Probleme.

    +8
  7. bauerhans sagt

    leider sind auch zu diesem zon-artikel überwiegend emotionale kommentare von immer den selben leuten verfasst worden.

    0
    • Paulus sagt

      Hallo Hans, die Kommentarhalden auf Zeit Online sind in der Tat unerträglich. Was mich bei dem ganzen Gerede um vielfältige Fruchtfolgen und Biodiversität interessiert ist folgendes: Mischkulturen aus z.B. Gerste und Erbsen oder welchen Früchten auch immer mögen aus ökologischen Gründen ja durchaus sinnvoll sein. Ich gehe mit meinem laienhaften Verständnis auch davon aus, dass ein Drescher die in einem Arbeitsgang erntet, weil der Reifezeitpunkt gleich oder zumindest annähernd gleich ist.
      Gleichzeitig vermute ich, dass ein solches Gemisch nach der Ernte nicht separiert wird und sich nur als Viehfutter eignet. Und schon sind wir wieder bei dem leidigen Thema Massentierhaltung die nun auch nicht gerade Zuspruch findet.
      Ich kenne diese Art des sogen. Wissenschaftsjournalismus nur zu gut, kann es allerdings nur beurteilen was den technischen Bereich betrifft. Vieles davon entpuppt sich leider als Schall und Rauch.
      Auffällig ist, dass landwirtschaftliche Themen in den Medien vorzugsweise von Externen aufgegriffen und kommuniziert werden, statt von den Betroffenen selbst. Damit hat man die Meinungs- bzw. Deutungshoheit schon mal an beliebig Andere verschenkt.
      Kurz und bündig wünsche ich mir hier viel mehr ehrlich sachliche Aufklärung von Seiten der Praktiker, das macht Bauer Willis Blog interessant. Bei dem heutigen Thema scheint das schon ganz gut zu gelingen. So ganz nebenbei wundere ich mich auch immer wieder darüber, dass landwirtschaftliche Laien häufig Antworten parat haben, statt erst mal Fragen zu stellen.
      Und jetzt komme ich wieder zu deiner Mischkultur …

      +5
      • Heinrich Steggemann sagt

        Zum Thema Mischkultur. Die Hauptfrüchte weiterhin solo anbauen, eventuell erste vorsichtige Versuche mit standortangepassten Untersaaten durchführen. Die Mischkultur über den intensiven Anbau von sehr vielfältigen Zwischenfruchtmischungen umsetzen.

        0
  8. Heinrich Steggemann sagt

    Vom Bodenleben her denken. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten im konventionelen Zwischenfruchtanbau auf ehemals kargen Sandböden, bin ich 2017 auf die regenerative Landwirtschaft gestossen. Der Hauptgedanke dabei ist der Humusaufbau über den flüssigen Kohlenstoffweg (Liquid Carbon Pathway) um die Speicherkapazität für Wasser zu erhöhen und als Nebeneffekt den CO2 Gehalt in der Atmosphäre zu senken. Das Augenmerk wird dabei auf die optimale Verzahnung von Pflanzenwurzel und Bodenleben gelegt. Die Pflanzenwurzel tauscht dazu “ Zuckerwasser“ als Nahrung für das Bodenleben gegen Mineralien und Spurenelemente, die ein vielfältiges Bodenleben für die Pflanzen auch aus Bodenbereichen bereitstellt, an den die Pflanzenwurzel nicht direkt selber herankommt. Um das System möglichst effektiv am Laufen zu halten, sollten möglichst ganzjährig lebende Wurzeln von jungen Pflanzen im Boden sein, um die Versorgung des Bodenlebens ohne längere Pausen sicherzustellen. Es sollten Zwischenfruchtmischungen mit möglichst vielen Arten zum Einsatz kommen, um auch ein möglichst vielfältiges Bodenleben zu bekommen. Untersaaten mit relativ geringer Bestandesdichte (Wasserkonkurrenz) sollen dabei den Teil des Bodenlebens am Leben erhalten, der von der jeweils angebauten Hauptkultur nicht unterstützt wird. Beziehungsweise das Bodenleben während der Abreifephase, in der kein „Zuckerwasser“ mehr von der Hauptkultur ausgeschieden wird, versorgen. Wir werden weiterhin nur die drei Hauptkulturen Körnermais, Triticale und Wintergerste anbauen. Zwischen Triticale und Wintergerste wird eine Kurzzeitzwischenfruchtmischung stehen, nach der Wintergerste und vor Körnermais zuerst eine Kurzzeitzwischenfruchtmischung, der eine winterharte Zwischenfruchtmischung Anfang Oktober folgt. Aus meiner Sicht habe ich dadurch eine sechsgliedrige Fruchtfolge im Zeitraum von drei Jahren. An das für mich schwierigere Thema Untersaat werde ich mich erstmal nur mit kleineren Flächen herantasten. Weitergehende Informationen sind z.B. auf der Seite http://www.gruenebruecke.de zu finden.

    +5
      • Heinrich Steggemann sagt

        Stimme ich zu. Roggen ist leider bei unseren Sauen und Ferkeln nicht in ausreichenden Mischungsanteilen in den Rationen unterzubringen (habe mich nach der schwachen Getreideernte 2017 intensiv damit auseinandergesetzt, mir ist von Fütterungsberatern abgeraten worden grössere Anteile einzumischen)

        0
        • Mir hat auch mal jemand, aber vor vielen Jahren schon gesagt, dass Roggen im Schweinefutter nichts zu suchen hat, weil das ungünstig für deren Knochen sei. Warum, weiss ich nicht mehr.

          0
        • sabine sagt

          Was ist eigentlich mit so sonderbaren Futterpflanzen wie Topinambur als Schweinefutter? Hobby-Sauen mögen ihn, aber ob der auch was auf der Waage bringt, weiß ich nicht. Der Energiewert liegt ja deutlich unter dem der Kartoffel, kann aber ungekocht verfüttert werden und die rauen Blätter und Stängel werden auch gerne im Frühling gefuttert. Ich mag diese Pflanze sehr. Bei mir im Garten hat sie sich als „Regenwurm-Magnet“ hervorgetan. Sicher waren mein Topinambur nicht besonders glücklich über die Dürre, aber sie sind trotzdem fleißig gewachsen und die, die ich bisher ausgemacht habe, haben erstaunlich gut Knollen gebildet. Irgendwo gab es mal einen Fütterungsversuch, da konnte man ca. 20% Kraftfutter über Topinambur einsparen. Vllt. ist die Pflanze ja was für experimentierfreudige Sauenhalter.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Bei uns wurde der Topinambur angebaut, um ihn zu Schnaps zu veredeln,
            inzwischen gilt er ja als Delikatesse auf dem Teller. Wie wir sehen, die Menschheit kehrt zur Natur zurück. 😉

            0
            • Sabine sagt

              Ich verfütter ihn an meine Zwerge. Der Nachbar bekommt sie für seine Hobby-Sauen und das Tierheim für die Kleintiere. So dolle finde ich den Geschmack jetzt nicht. Ich hab schon gesehen, was da teilweise für verlangt wird, aber ganz ehrlich, das halte ich für völlig überzogen…. Halt wieder so eine Super-Food- Geschichte.

              0
  9. Das schöne an dem Artikel ist, das auf Bauernbashing im Sinne, dass die Bauern Hauptverursacher des „Klimawandels“ seien, verzichtet wurde. Trotzdem scheinen die Bauern sind allerdings zu blöd zu sein, um mit dem „Klimaandel“ umzugehen, sie brauchen dringend die Expertise des BMU. Die präsentierten Lösungen sind dabei auch noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss. Untersaaten gegen Dürre, Verzeihung, aber auf Trockenstandorten haben Untersaaten noch nie funktioniert (die Untersaat konkurriert mit der Hauptfrucht um Wasser). Zwischenfrüchte und Mulchsaat werden von Landwirten dort praktiziert, wo sie hingehören, sie haben aber auch ihre Schattenseiten z.B. im phytosantären Bereich. Sorghumhirse anbauen ist ja wohl auch nicht ganz ernst gemeint. Trockenresistente Sorten (soweit es diese überhaupt gibt) mit niedigerem Ertragsniveau anbauen, ein guter Tipp?? Wohl kaum. Die letzte vergleichbare Dürre war 2003, also vor 15 Jahren. Soll man 14 Jahre lang „trockenresitente Fruchtfolgen“ mit deutlich geringeren Erträgen anbauen, um dann im 15. Jahr um nurNuancen besser dazustehen. Das geht sicherlich nicht auf, aber die Experten müssen dies ja auch nicht verantworten. Sie gaben ja lediglich ihre Expertise ….

    +11
    • Jedenfalls wird schon länger daran geforscht, wie man Boden und Kulturpflanzen, die unsere Ernährung sichern sollen, für die Dürre fit macht. Und das macht nicht jeder Bauer für sich, sondern die Landwirtschaft allgemein, oder? Das geht uns alle an und deswegen wird diese Forschung mit öffentlichen Geldern bezahlt, oder wollen wir in ein paar Jahren alle hungern, sollte der Klimawandel fortschreiten?
      Zählt man dann diese öffentliche Gelder auch zu den
      landwirtschaftlichen Subventionen?

      Und wer kümmert sich um unsere Flüsse, die dann Niedrigwasser haben?

      0
    • Bauer Willi sagt

      Ich gehe mit in der Auffassung, dass wir die „Experten“ nicht wirklich brauchen. Wir wissen schon sehr viel, es hapert nur meist an der Umsetzung und die wieder am Markt, der uns die innovativen Produkte auch abkauft. Aber auch das geht mit einem kreativen Marketing und dazu braucht es Mut. Und den deshalb, weil es auch mal schief gehen kann.
      „Wenn Du etwas wagst, wächst Dein Mut, wenn nicht, Deine Angst“. Der Satz hängt bei mir im Büro.
      Bauer Willi

      +1
      • Arnold Krämer sagt

        @Bauer Willi: ……es hapert nur meist an der Umsetzung.
        Ja, das ist es, Verhalten, Gewohnheiten ändern! Was sind gute, was sind „schlechte“, also veränderungsbedürftige Gewohnheiten? Woher soll die Motivation kommen? Was setzt erwachsene Menschen in Bewegung (Motion)? Was treibt sie an, was könnte sie antreiben? Gewohnheiten geben Sicherheit und „sparen“ Zeit. Deshalb gibt es bei den meisten generell ein starkes Beharrungsvermögen.

        0
        • Nun, Bauern sind in der Regel in hohem Maße flexibel, anpassungsfähig und veränderungsbereit. Dies zeigt die Entwicklung der Landwirtschaft in der Vergangenheit, technischer Fortschritt wird nirgendwo schneller adaptiert als in der Landwirtschaft. So hatten beispielsweise die Bauern längst ihre Dächer mit Solarpaneelen gedeckt, bis die Industrie und andere Wirtschaftszweige nachzogen. In punkto Veränderungsbereitschaft brauchen die Bauern keine Nachhilfe. Das schlimmste Beharrungsvermögen ist in den Amtsstuben der Bürökraten und damit den Fetischisten und Wächtern des Ordnungrechts zu Hause.

          +2
          • Arnold Krämer sagt

            Technischer Fortschritt in der Ldw. war bisher vor allem auch arbeitssparender technischer Fortschritt (z. B. Spaltenböden, Laufstallhaltung, Melkroboter, PS-Technik). Nur deshalb könnten ja sogenannte „Massentierhaltungen“ auch in „bäuerlichen“Familienbetrieben“ entstehen. Diese sind des Teufels und sollen nach dem Willen der „gegnerischen“ Seite wieder verschwinden. Landwirte sollen bestimmte Instrumente wieder aus der Hand genommen werden. Diese wollen aber nicht wieder zurück zu kostenträchtigen Arbeitsverfahren, die der Markt bei offenen Grenzen nicht vergütet. Deshalb ja das krampfhafte Suchen nach Möglichkeiten z. B. über Label, mehr Geld vom Kunden zu bekommen.

            Windkraftanlagen machen keine Arbeit und die finanziellen Anreize waren groß. Noch massiver waren die finanziellen Anreize für die Biogasanlagen.

            Wenn das Beharrungsvermögen der Bürokraten sehr hoch wäre, würden sie nicht soviele Detailvorschriften produzieren. Die Landwirte, die Agrarverwaltungen und Berater kommen mit dem Neulernen ja kaum nach und sind zusehends überfordert. Ich weiß wovon ich rede, weil ich diese Fehlentwicklungen rund 40 Jahre beruflich begleitet oder auch zu organisieren hatte.

            +3
            • Das massenhafte Produzieren von Detailvorschriften ist doch Teil des Beharrungsvermögens, die Bürokraten machen sich damit (scheinbar) essentiell wichtig und unverzichtbar. Wehe, es wagt einer, am bürokratischen Lack zu kratzen. In ketzerischer Weise habe ich einmal gewagt, bei einer Bestandskontrolle durch eine Veterinärbürokratin den Sinn von Ohrenmarken in Frage zu stellen (meine ungebührliche Aussage war, entscheident sei doch das Wohlergehen und der Gesundheitsstatus der Tiere), die Dame wurde zunächst ganz bleich und danach ganz rot im Gesicht, über den Ausgang der Kontrolle will ich lieber nicht berichten. Fakt ist, dass die Bürokratie jeden vorgesetzten Schwachsinn umsetzt so lange es ihrer „Arterhaltung “ dient (Beharrungsvermögen), von ganz eniger „rühmlichen“ Ausnahmen mal abegesehen.
              Mit Verlaub, technischer Fortschritt geht in alle Richtungen, auch in Richtung Tierschutz und-wohl und Umwelt- und Resourcenschonung. Gerade das Beispiel Biogasanlagen zeigt doch, wie schnell Bauern bereit sind, in völlig neue Technologien zu investieren und sich auftuende Chancen nutzen. Und nur allzuoft wird ihnen diese Eigenschaft in vielflätiger Weise zum Verhängniss.

              +7
            • Arnold Krämer sagt

              @Mark
              1. Der Ausgangspunkt bürokratischen Unsinns liegt doch in der Politik und den obersten Bundesbehörden. Die armen Kontrolleure müssen umsetzen. Das tun einige mit Augenmaß, wobei sie immer fürchten müssen, beim (fehlerhaften oder nicht zugelassenen) Ausüben von Ermessen ertappt zu werden oder sie arbeiten mit „Schaum vor dem Mund“.
              2. Mittlerweile ist in den Bundesländern ein dermaßen großer Verwaltungs- und Kontrollapparat rund um die EU-Förderung aufgebaut worden, dass man für deren weitere „Unterhaltung“ ab 2021 möglichst komplizierte Fördervorschriften, vorzugsweise in der 2. Säule, wie vielfach gefordert, benötigt. Verwaltungsvereinfachung kann man sich „abschminken“!!
              3. Biogasanlagen, Solaranlagen und Windkraftanlagen haben sich deshalb schnell durchgesetzt, weil mit ihnen sehr viel Geld zu verdienen ist bzw. war.
              Das ist es doch, was ich sage: Geld oder „Peitsche“, Die aktuelle Diskussion um die Elektromobilität und den Diesel zeigt doch, worauf und wie die Menschen reagieren.

              0
          • Zu 1. Was eben fehlt, ist das Korrektiv von unten nach oben. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe, zum einen ist es von Oben nicht erwünscht und von unten besteht (meist) kein Interesse daran.
            Zu 2. Genau so sehe ich das auch. Die Frage ist, ob man sowas hinnehmen muss.
            Zu 3. Die Einsicht, dass sich eine Chance (und diese Chance beinhaltet deutlich mehr als Geld) bietet und die Bereitschaft zu handeln sind die Triebfeder. Die Peitsche hat doch noch nie richtig funktioniert,das wird sich gerade auch bei Diesel und E-Mobilität zeigen.

            0
  10. Harald Müller sagt

    Um das Prädikat „ausgewogen“ zu erlangen, fehlt es meiner Meinung nach erheblich:

    In einem ausgewogenen Bericht würde erwähnt, dass auch Mulchsaat Vor- und Nachteile hat, vor allem wenn der Veranstalter der im Artikel erwähnten Tagung Glyphosat für Teufelszeug hält und auch Fungizide idealerweise bis auf ein paar Kupferpräparate verbieten will.

    In einem ausgewogenen Bericht würde erwähnt, warum Bauern keine erweiterte Fruchtfolge fahren.

    In einem ausgewogenen Bericht würde erwähnt, warum heutzutage fast keine Mischkulturen wie Kleegerste oder Hafererbsen mehr angebaut werden.

    Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Ich habe langsam die Schnauze voll von Atrikeln, in denen mir erzählt wird, was ich alles auf meinen Feldern ändern kann/soll/muss – in denen aber bestenfalls am Rande erwähnt wird, dass das in der Realität kaum umzusetzen ist.^^

    +11
    • Bauer Willi sagt

      @Harald Müller
      Der Artikel ist möglicherweise nicht für Bauern geschrieben. Klar wissen Bauern alles besser. Aber er ist dennoch ausgewogen, weil er für den Nicht-Bauern (also den „normalen“ Menschen) schildert, in welcher Zwickmühle der Bauer steckt. Er macht eben nicht das allgemeine Bashing mit, in dem sogenannte „Experten“ erklären, wie es „richtig“ geht.
      In Deinem Kommentar lese ich nur Frust. Damit kommt man aber nicht weit und es hilft niemand. Vorschlag: Sehe es doch mal von dieser Seite. 😉
      Bauer Willi

      +3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.