Bauer Willi
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Obstwissen 3

Vom Apfelrundweg in Immenstaad, Bodensee, Ausführungen zum Pflanzenschutz im Obstbau. Ich persönlich finde die Darstellung gelungen. Auch für Menschen, die gegen jeden Pflanzenschutz sind.

Aber sie kaufen das “gespritzte Obst” ja trotzdem. Weil das “Ungespritzte” ja nicht schön aussieht. Und schließlich spritzen die Bio-Obstbauern nicht weniger, nur andere Mittel.

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  1. Thomas sagt

    OK ich hab nur eins zwei Pfirsichbäume im Garten stehen. Diese muss man ja schon im zeitigen Frühjahr behandeln. Allerdings kurz vor Reifwerden bzw im Erntezustand mußte ich Beschädigungen feststellen.
    Dachte erst Krankheit. Nein die Larven der Grünen Reiswanze sind der Übeltäter.
    Von wegen Insektensterben.

  2. Frau Jos sagt

    Zur Notwendigkeit des Pflanzenschutzes: Hatte Läusebefall in meiner (halbwegs professionellen) Aprikosenplantage. Hatte ich noch nie. Hab aber Marienkäfer gefunden. Ich dachte, die lasse ich einfach rennen und in 2 Wochen ist aufgeräumt, die Triebe halten das schon aus. So kam es auch. Ausserdem hab ich jetzt Scharka (eine Viruskrankheit) an einigen Bäumen: ca. 600 Euro Ernteverlust (wo mich die Spritzung der ganzen Parzelle vielleicht 50 euro gekostet hätte). Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese bäume jetzt roden muss, damit sich das nicht weiterverbreitet. Und es ist gar nicht so einfach, Aprikosenbäume überhaupt durchzubringen.
    Mich ärgert das immer so, wenn behauptet wird, “die Bauern” spritzen “zuviel” und “falsch” und “man müsste die natürlichen Kreisläufe besser nutzen” (im dauerkulturbereich hat man keine chance, wenn man die kreisläufe nicht kennt, bzw. falsch einschätzt!). Ich stehe an der Front und bezahle wenns schief geht, so wie oben. Aber ich bin halt so oder so der Depp.

  3. bauerhans sagt

    ich brauche kein Obstwissen!
    ich arbeite für den hiesigen obstbauern über den maschinenring und bekomme quasi laufend deputatobst.

    • firedragon sagt

      Hallo Brötchen,
      in unserer Nähe hat jemand Hühnermobile, die Hühner sind nie weit weg davon.
      Ein Kollege hält Hühner rund um seinen zugewachsenen Hof. Diese Tiere scharren, ich nenne es mal entspannt, unter dem ganzen Buschzeugs.
      Meine Hühner laufen, seit unsere Ente verstorben ist, die fungierte als Wächter, nicht mehr auf dem ganzen Gelände rum. Nur noch, wenn die Luzerne und Brennesseln hoch genug sind.
      Das Huhn fühlt sich sicherer, wenn es entsprechende Deckung hat und es von oben geschützt ist, als wenn es auf der freien Wiese laufen muss.
      Dazu muss ich allerdings keine Hühner töten und das Gehirn begutachtet, da reicht die Beobachtung der lebenden Tiere 😉.
      Ich hoffe nur, die bilden keine Gewerkschaft, jetzt, da ich die Damen als Geschäftspartner ansehen soll.

      • Brötchen sagt

        Drachen!

        Bei Hühnern ist auch viel Prägung, das hat er nicht berücksichtigt!
        Erfahrung spielt dort eine große Rolle und das Verhalten der älteren Tiere.
        Von denen lernen die Jüngeren.

        Er sitzt ja im Rollstuhl, hat also nie direkt Hühner selbst gehalten, außer seine
        Versuchstiere.

        Ich habe eine Gruppe, die gehen bis heute nach zwei Jahren nicht richtig raus, weil die als Küken nie draußen waren.
        Alle! kommerziellen Haltungen, deren Küken und Junghennen haben zu 95 % nie einen Auslauf gesehen und die werden auch nie älter als 2 Jahre, also werden die ganz schwer einen Auslauf nutzen. Lernzeit beträgt nach meinen Beoachtungen etwa ein dreiviertel bis ein Jahr. So alt wird ein Legehuhn in kommerzieller Haltung nie!
        Ich habe Gruppen die nutzen den Auslauf intensiv, da ist auch wenig Deckung, der ist aber übernetzt. Dort warnen die Hähne immer, wenn etwas angeflogen kommt, Taube, Eichelhäher usw. Hähne habe da ja einen sehr speziellen Ruf für.

        Wenn Hühner einen Habichtangriff miterlebt haben, dann sind die auch vorsichtiger.
        Ältere Hennen wissen das, nutzen aber trotzdem gute “Schar- und Futterstellen” und suchen die schnur-stracks auf, auch wenn die ohne Deckung sind. Nicht alle Tiere der Gruppe, meist sind das nur ein oder zwei.
        Hühner haben schon eine Chance gegen Habichte, sie müssen nur vorsichtig sein und die Gruppe schützt auch, weil er dann verwirrt ist, wen er greifen kann.
        Der Habicht sucht sich meist Tiere als Opfer, die sich zu weit von der Gruppe entfernt haben und die zu angestrengt nach Futter suchen.

        Bei mir war letzten ein Habicht in der Voliere über ein Loch eingedrungen, den hatte ich mit dem Kescher bekommen und in der Hand, ein rel. leichtes Tier und nicht sehr groß. Hatte ihn begnadigt.

        Gegen den haben die schon eine Chance, war sicher ein Männchen.

        Den nächsten Tag waren wieder zwei in der Nähe und flogen weg, als ich kam.

        Der Habicht ist im Flug zwar schon sehr schnell und beweglich, das Huhn kann aber auch schon schnell zur Seite und auch recht hoch fliegen ( 2 m).
        Selbst Hybridhühner sind nicht viel schlechter als Rassehühner im Flug.

        Interessant fand ich, das Hühner schnellere Informationsverarbeitung haben als Säugetiere, durch andere Hirnstrukturen und auch sehr gute Denkleistungen vollbringen können.
        Das weiß man zwar schon lange, nur wurde das von ihm eben anatomisch und mit Versuchen bestätigt.

        • Brötchen sagt

          Mir fällt noch ein. Man muss noch berücksichtigen, wenn man nicht den ganzen Tag bei den Tieren ist, bekommt man ja nicht mit, gab es schon mal einen Angriffsversuch, dann ändern die schon ihr Verhalten.

          Mit den Jahren entwickelt man da schon ein Gespür, wenn irgendwas im Busch ist. Sich irgendein Räuber in der Nähe rumtreibt oder irgendwas ist.
          Ich habe nämlich den Habicht erwischt, weil den Tag davor hatte es einen Hahn erwischt, aber nicht vom Habicht und ich bin Abends extra hin, um zu gucken, ob alles ok ist. Alle Klappen wirklich zu und alle drin.

          • Brötchen sagt

            Nachtrag:

            Ich kenne auch eine Hühnermobilhaltung, recht gut mit wechselnden Ausläufen bewirtschaftet.
            Da nutzen die Tiere den vollen Auslauf, ist vielleicht 20 m tief.
            Da ist aber immer Personenverkehr, das meiden Räuber eigentlich.

            Aber der Fuchs ist manchmal frech und der Habicht auch.

            Ich mußte ein Jahr mal dabei stehen und der hat an der anderen Ecke die nicht einsehbar trotzdem angegriffen.
            Wenn die Bäume belaubt sind, hat man keine Chance den zu entdecken.
            Die Biester fliegen auch hintenrum, wo man sie nicht sieht.
            Ab Laubfall, haben die dann keine Chance mehr, weil die von weitem erkennbar sind.

          • Reinhard Seevers sagt

            Brötchen, alles gut und schön im Bereich der Mistkratzer-Gruppengröße….was sollen die Eierproduzenten denn machen…die Strukturierung des Auslaufes bei 3000 Hennen x 4m²/Huhn = 12000m² ist nicht so simpel….unabhängig von der Erzeugungsform.

            Uns haben die Krähen den Hühnern am hellichten Tag direkt am Schlupf
            die Augen ausgehackt….schön ist das nicht mit anzusehen.

            • Brötchen sagt

              Du Reinhard das war jetzt von mir keine Wertung!
              Das ist nur eine Feststellung wie sich das Verhalten erklären lässt!

              Meines Erachtens liegt das nicht unbedingt an der Strukturierung!

              Die können das ganz einfach nicht, weil nicht erlernt!

              Ich hatte schon mit einer Biohaltung zu tun (Masthähnchen) die wurden auch erst sehr spät rausgelassen. Die gehen auch erst dann richtig raus, wenn es fast vorbei ist (Schlachtung).
              Vielleicht zwei Wochen. Und das ist ein Riesenaufwand! Aber nur wegen dem Raubzeug, ansonsten ein Netz gestellt und gut ist.

              Ich kann auch nicht allen Küken Auslauf bieten, bei mir ist auch 90 % drin.
              Ich kriegen das einfach nicht dicht, die kommen ja überall durch.

              Ich bin jetzt auf die Idee gekommen kleine Ställe draussen geschützt zu platzieren, die Küken entwickeln sich besser.

            • firedragon sagt

              Herr Seevers,
              nehmen Sie es einfach als Weiterbildung an.
              Hirnfunktion in doppelter Weise.

              • Reinhard Seevers sagt

                Ich kannte die Arbeit schon, insofern ist es keine Weiterbildung.
                Außerdem plane ich auch Bruderhahn-Haltungen für Demeter-Betriebe, insofern bin ich sogar schon weiter…:-)

                • firedragon sagt

                  Dann entschuldigung, konnte ich nicht wissen.
                  Wie sieht die optimale stressfreie Haltung aus und ganz wichtig, die stressfreie Tötung der Hähne?

                • Reinhard Seevers sagt

                  Gem. den Demeter- Richtlinien….wie bei den Hühnern:-)
                  Wie man die tötet, ist mir ziemlich wumpe…..das ist ja nicht meine Aufgabe.

        • firedragon sagt

          Brötchen,
          das mit der Prägung ist ebenfalls zu berücksichtigen. Ich habe keine Schutznetze und die Halter von denen ich schrieb auch nicht.
          Wenn es eine gemischte Gruppe von Alt-und Jungtieren ist, lernen die jungen von den alten das Verhalten. Jetzt könnte man noch Rassemerkmale dazu nehmen. Wenn man das alles ganz genau erforschen wollen würde, braucht es wesentlich mehr Tiere, Haltungsformen, Beobachtungen und weiß der Geier, was noch alles.
          Wie hat er es nochmals genannt – Neugierforschung. Ob das jetzt benötigt wird (töten, der Neugierde wegen, ob das Huhn Stress hat) weiß nicht recht.
          Tiere haben ihren natürlichen Instinkt, unter der jeweiligen Haltungsform ist der wohl mal schwächer oder stärker ausgeprägt. Tiere sammeln Erfahrungen (hier würde ich sogar so weit gehen, dass die trainiert werden) und die Nachzucht profitiert davon.

          • Brötchen sagt

            Drachen,

            so groß sind die Rasseunterschiede im Verhalten nicht, nach meiner Erfahrung. Klar gibt es auch (hysterische) Rassen.

            “Wie hat er es nochmals genannt – Neugierforschung. Ob das jetzt benötigt wird (töten, der Neugierde wegen, ob das Huhn Stress hat) weiß nicht recht.”

            Das ist schon wichtig das mit dem Stress. Wenn man das sicher detektieren kann, dann hat man Begründungen.

            Das Problem intelligente Tiere bzw. Tiere mit hoher kognitiven Fähigkeiten reagieren auf viele Umwelteinflüsse und die sicher zu isolieren ist nicht ganz einfach!

            Ich mache ja auf dem Gebiet etwas und da existieren Klischees, die nie jemand wirklich bestätigt hat!

            Deswegen sind seine Untersuchungen schon interessant und sehr wichtig.

            Letztendlich ist das dann eine Entscheidung der Ethik!

            Man darf aber nicht vergessen ein Habicht weidet die Henne auch aus, wenn die noch lebt, den juckt auch kein Tierschutz.

            • Brötchen sagt

              Wollte noch mal präzisieren:

              Der Zeitabschnitt, in dem die Hennen die Auslaufnutzung erlernen können, ist zu kurz. Abseits des Instinktes offene Flächen ohne Schutz zu meiden.

              Sie brauchen zu lange und auch aufgrund der Gruppengröße ist das effektiv nicht möglich und dann ist die Legeperiode zu ende und das war es dann.

            • firedragon sagt

              Ethik und Tierschutz muss man wohl im Bereich der Forschung eher hinten anstellen.
              Ich, würde ich forschen wollen, würde vorrangig über Beobachtung gehen, in realen Beständen. Wenn dann eh geschlachtet wird, dann kann ja am Hirn rumgeforscht werden. Jetzt extra töten, so ohne Verwendung, finde ich nicht so sinnvoll – so meinte ich das. Aber vielleicht hat Pragmatismus in der Forschung auch nichts zu suchen…

  4. fingerphilosoph sagt

    Mir ist der Appetit auf Äpfel vergangen, seit ich nicht mehr unterscheiden kann, ob die nun frisch gepflückt oder ein Jahr alt sind, weil mit dem Reifehemmer SmartFresh behandelt.

    Da bekommt ein Apfel auf einmal … wie soll ich sagen … so was Verlogenes. Nicht dass ich glaube, dass die so behandelten Äpfel gesundheitsschädlich sind, das nicht, sondern weil ich mich irgendwie … wie soll ich sagen … “veräppelt” fühle. Da kaufe ich dann lieber Apfelmus im Glas, wo ich noch sehen kann, dass die nicht frisch gepflückt sind.

    Ich esse Äpfel nur noch, wenn ich sehen kann, dass die mit der Zeit noch verschrumpeln, und solche bekommt man im Supermarkt gar nicht mehr.

    • Reinhard Seevers sagt

      🙂 Ist wie bei den Menschen….niemand will mehr mit Falten rumlaufen, deshalb wird den Frauen auch alles Mögliche verkauft, damit sie ever joung sind! That´s live…..

      P.S: Apfelmus im Glas kaufe ich grundsätzlich nicht, die sind durch Feinstzerkleinerer gegangen, wer weiß was da alles reinkommt, schmeckt auch nicht, weil zu süß….dann lieber im Herbst Fallobst verschiedener Sorten aufsuchen und Apfelmus selber machen und einfrieren. Hat man das ganze Jahr was davon.

      • Stadtmensch sagt

        Mach ich auch so. Erst entsaften und die Rückstände durch die Flotte Lotte und Einkochen.

      • firedragon sagt

        Wenn Ihr etwas Birnen dazugebt, sind Saft und Mus etwas milder und nicht so säuerlich.

    • Stadtmensch sagt

      Dann kannst du aber auch keine Kartoffeln mehr kaufen. Die sind auch mit Keimhemmern behandelt. Oder du müsstest selbst Kartoffeln lagern. Die sind dann auch schön schrumplig.
      Willst du alles hier Produzierte wegschmeißen, nur weil der Mitbewerber von Übersee gerade mal frisch liefert?

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Man kann auch unbehandelte Kartoffeln kaufen.

        Habe die gemacht, weil ich eine Sorte pflanzen wollte, bei der es kein Saatgut mehr gab. Habe die durchgeschitten, die angeschittene antrocknen lassen und anschließend mit einem Phytophthora Mittel behandelt.

        Willst du eigene Kartoffel einlagern, kommst man ohne ein Keimhemmer nicht aus.

      • fingerphilosoph sagt

        Warum soll ich einen Unterschied zwischen hier und Übersee machen, wenn mir von beiden Seiten dasselbe Zeug verkauft wird? Oder glaubst du etwa, das Obst aus Übersee wäre nicht SmartFresh behandelt?

        Mit Natur hat das hier wie dort nichts mehr zu tun. Ich kaufe dann aber lieber das, wo ich von vornherein weiß, dass es mit Natur nichts mehr zu tun hat, unter Umständen auch lieber aus Übersee. Da pfeife ich dann auf regional, bio oder unter welchem Label mir Natur verkauft wird, die keine ist. Letztendlich finde ich womöglich Convenience Food die ehrlichere Lösung und zieh das diesen ewigjungen Äpfeln vor. Vom Bigmac weiß man ja wenigstens, wie unnatürlich er ist.

        Mit Kartoffeln habe ich die Erfahrung so noch nicht gemacht. Sollte ich sie aber machen, dann kaufe ich sie künftig gleich in Form von Chips oder tiefgefrorenen Pommes und spar mir die Mühe mit dem Kochen.

        • Stadtmensch sagt

          Achwas – du willst nur stänkern 😉
          Ich habe nichts gegen eingenetzte Obstanlagen, die aussehen wie getarnte Militärstationen. Auch eine Streuobstwiese kann sich wieder in Natur verwandeln. Glaub mir das sieht sehr übel aus: In der Mitte der Rest des verpilzten runtergebrochenen Hochstammes und im Traufbereich alles dicht zugewuchert mit Wildlingen (oder wie das heißt) und angeflogenem Zeugs.
          Bin auch kein Heimat-Romantiker, aber wenn man sieht, was in den Anlagen für Arbeit steckt und wie nett und ordentlich (künstlich) alles ist, kann einem schon das Herz aufgehen. Ich finde aber auch verfallene Industrieanlagen schön oder einen gewissen Grad an Verlotterung im Wohngebiet. Keine Ahnung – es erzählt mir immer irgendwas.

          • fingerphilosoph sagt

            Klar will ich stänkern, du kennst mich ja 🙂
            Trotzdem. Wenn nun schon die unverarbeiteten Nahrungsmittel (also Äpfel, Kartoffel) sich immer mehr in reine Industrieprodukte verwandeln, werde ich sie auch wie solche behandeln. Wenn sich der Apfel nahtlos einreiht in die Palette vom Ziegelstein über das Metallblech über die Holzlatte, dann gilt die Sonderbehandlung, die die Landwirtschaft bislang bekommt, schlicht nicht mehr.

            Wenn du einen gewissen Grad an Verlotterung magst, wärst du hier in F goldrichtig. Der natürliche Verfall hat schon seinen Charme. Stelle ich auch täglich bei mir fest 🙂
            Deshalb will ich ja auch bei Äpfeln und Kartoffeln nicht drauf verzichten. Wenn ich aber wegen SmartFresh und solchen Geschichten doch drauf verzichten muss, dann zieh ich eben die Konsequenzen. Ich habe auf jeden Fall keine Lust, mir Natur vorzuheucheln, wo keine ist.

            • Stadtmensch sagt

              Die Logik gefällt mir: ich esse nur Obst in dem Zustand, in dem ich mich auch fühle. Ja, die kleinen Dörfchen in F haben mir sehr gefallen. Alles echtes “Vintage”. Wenn man dann wieder über den Rhein kommt ist alles rechtwinklig mit akkurat geschnittenen Hecken, glasierten Dachziegeln, Stabmattenzaun, Carports und Betonsteinen – naja…

              • Obstbäuerin sagt

                Trauriges Obst kann ich mir schon vorstellen aber was isst Du, wenn Du depressiv bist, Stadtmensch? Oder wütend?

                • Stadtmensch sagt

                  Es ist Montag. Schlafen bei offenem Fenster geht nicht in der Stadt (die Menschen sind grausam). Schlafen bei geschlossenem Fenster geht auch nicht. Also bin ich zu müde für irgendwelche Gefühlswallungen. Habe Pflaume (aus heimischer Produktion) gewählt. Eigene Ernte ist noch nicht so weit.

                • Einfacher Bürger sagt

                  Es geht wie immer ums Geld und Äpfelproduktion so wie diese vor 100 Jahren war wären viele Obsterzeuger einverstanden. Vorausgesetzt der Erlös hätte die gleiche Kaufkraft. Das bedeutet 100 mal höher.

    • Thomas apfel sagt

      Früher wurden die Südhalbkugel-Äpfel relativ unreif geerntet und dann vor dem Versand mit Etylen gehandelt. Die kamen dann reif und knackig hier an und wurden aber sehr schnell gelb und mehlig. Heute geht das andersrum, die Äpfel werden relativ reif geerntet und dann bei der Einlagerung mit SmartFresh in der weiteren Reife ausgebremst.
      Insbesondere bei jungen Konsumenten steht Knackigkeit und Saftigkeit im Vordergrund.
      Die kennen die Geschmacksvielfalt nicht mehr und vermissen sie auch nicht. Die Verlängerung des sogenannten Shelf-Life nach der Auslagerung reduziert für den Erzeuger Reklamationen wegen Überreife und Verderb. Ich behandle die Äpfel für die Direktvermarktung bis Ende April nicht mit SmartFresh, weil unsere (meist ältere) Kundschaft die Vielfalt liebt. Ab Mai ist es Wurscht wie der Apfel schmeckt, Hauptsache knackig. Da steigen wir dann aber auch auf Stein- und Beerenobst um.

      Für wirklich gutes Apfelmus sind die meisten neuen Sorten nicht geeignet (Ausnahme reifer Jonagold). Viele der alten Sorten sind da besser. Soweit verfügbar sind Helios, Klarapfel, Croncels, Manks Küchenapfel, und Landsberger bei uns die besten Sorten, da muss auch kein Zucker dazu.
      Da liegen geschmacklich Welten zwischen Mus aus denen und dem handelsüblichen Angebot.

      • Brötchen sagt

        Thomas danke für die Empfehlung für Apfelmus!
        Was würdest Du für Sorten empfehlen für BB. zum Kuchenbacken und für die Hühner 😉
        Sollen in 5 Jahren tragen.

        • Reinhard Seevers sagt

          Kannste doch in der Obstbaumallee bei Tempelberg pflücken oder aufsammeln…..wozu selber welche anabuen?

          • Brötchen sagt

            Du Reinhard, ich kenne schon die Strecken, wo was steht 😉

            Es geht nicht vorrangig darum, Ertrag zu haben, es geht um die Entwicklung eines Grundstückes.

            Betrifft aber nur 4 Bäume.

        • Thomas Apfel sagt

          Wenn Du kriegst, finde ich die alte englische Sorte “Bramleys Seedling” ganz gut. Die wird in England als Mus- und Backapfel immer noch angebaut (habe ich voriges Jahr in Kent gesehen) ist ziemlich robust, großfrüchtig und ertragssicher.
          Zu mindestens bei mir, ich habe 3 Bäume auf Unterlage 106 (35 Jahre alt).
          Seehstermüher Zitronenapfel kommt auch gerade wieder in Mode. Der ist ein wenig zu Säurearm bringt aber selbst im Bioanbau Spitzenerträge immer schön großer gelbschaliger Äpfel.. Boddinobst hat Bio-Anlagen dieser Sorte mit 40 – 60 t/ha stabilen Erträgen. Die Sorte braucht aber eine starke Unterlage, sonst trägt die sich tot.
          Ich versuche gerade eine alte russische Sorte wieder zu beleben. “Krasny Standard” von Mitschurin 1915 als erste Sorte mit durchgehend rotem Fruchtfleisch in den Handel gebracht. Die Bäume sind rotlaubig mit Karminroten Blüten und kaum anfällig für Schorf und Blattläuse. Sehr hohe Erträge (ich habe 2015 ca. 100 Bäume veredelt), etwas zu weiche Früchte.
          Das Apfelmus ist pinkfarben, ebenso der Saft. Beides schmeckt ausgezeichnet mit einem Anflug von Pflaumenaroma. Die Bäume sind auf starker Unterlage ein absoluter Blickfang.

          • Brötchen sagt

            Thomas Danke für die Auskunft!

            Wenn ich dabei bin, was muss ich an Material haben, wenn ich Tropfbewässerung mit reinlege, so wie von Dir beschrieben.
            Einfaches PE-Rohr mit ein zwei Löchern an der Pflanzstelle?

            Was wäre die einfachste/robusteste Lösung, das Rohr zu versorgen.

                • Thomas Apfel sagt

                  Bei Birnen fällt mir, wenn ich so in der Landschaft herumfahre immer “Köstliche von Charneux” (im Norden als “Bürgermeisterbirne” bekannt, mit großen gesunden Bäumen mit sauberen guten Früchten auf.
                  Die alten Bekannten, wie “Clapps Liebling”, Williams” oder “Gelllerts Butterbirne” haben oft mehr mit Gitterrost zu tun. Als schöne robuste Sorte ist mir aus dem Potsdamer Raum noch “Amanlis Butterbirne” bekannt, stand bei meinem Schwiegervater im Garten. Aber der Birnenprofi bin ich nicht, da mal eher Dr. Schwärzel in Müncheberg fragen.

            • Thomas Apfel sagt

              Wir haben den Baum in Sachsen Anhalt gefunden. Das war eine Anpflanzung verschiedenster Sorten aus den 40-iger Jahren. Die haben beim Russland-Feldzug alles was ihnen interessant vorkam, erstmal nach Deutschland geschleppt und irgendwo aufgepflanzt.
              Die Sorte an sich ist am Petersburger Obstbauinstitut noch zu bekommen. Die ist auch nicht geschützt. Ein weiterer Findling aus der Mitschurin Züchtung war die Sorte “Roter Mond”. Die war eine Zeit lang als “Weirouge” geschützt, bis der Pomologe Bannier nachgewiesen hat dass es sich um eine alte Mitschurin Sorte handelt (die hieß zwischenzeitlich glaube ich, mal “Komsomolez”).
              Darauf gebracht hat mich Peter Markgraf aus Mecklenburg, der hat bei Pasewalk eine Obstsammlung mit rund 1.000 Sorten.
              Reiser kann ich abgeben, sind aber nicht gesichert VF.

              • firedragon sagt

                Danke Herr Apfel für die Info.
                Zur gegebenen Zeit, komme ich gerne auf Ihr Angebot zurück.

      • Stadtmensch sagt

        “Die kennen die Geschmacksvielfalt nicht mehr und vermissen sie auch nicht.”
        Sicher. Es gibt aber auch eine Menge Hobby-Pomologen. Das habe ich erlebt, als eine Baumschule einen Pomologen-Tag veranstaltet hat. So viele Leute warteten in langer Reihe bis sie dran waren, um ihre Apfelsorten bestimmen zu lassen und Tips abzugreifen.
        Hatte in meiner Jugend immer Zugriff auf eine Streuobstwiese. Die Fläche gehört mittlerweile BUND oder Nabu. Jedenfalls hat seit der Wende keiner mehr was dran gemacht und die Anlage ist komplett hinüber.

        • Thomas Apfel sagt

          Das ist das Problem von Streuobst, es wächst nicht von allein, sondern muß gepflegt werden. Bei uns ist es eh zu Niederschlagsarm aber wir legen im Herbst eine neue Wiese an (EuA Maßnahme). Wir versuchen es mal mit tief verlegter Tropfbewässerung und einem angepassten Pflegekonzept mit dauerhaft kurz gemähtem Bewuchs im Wurzelbereich der Bäume. Ist ne Spielerei, verkauft sich aber nach Assen ganz gut.

          • Stadtmensch sagt

            Hab mal ne Reportage über Mandelplantagen in Kalifornien gesehen. Die haben das perfektioniert mit der Tropfbewässerung. Überschüssiges Wasser wird aufgefangen gereinigt mit Hilfsstoffen versehen und wieder eingespeist. Alles voll automatisiert, die können dann aufgrund der Zusammensetzung des “Rückfluss-Wassers” noch diverse Sachen erkennen und regeln immer schön nach.
            Bei Äpfeln wird sich das aber bestimmt auf den Geschmack auswirken. Bei Trauben merkt man ja angeblich auch, ob die auf Muschelkalk oder Feldspat gewachsen sind. Laut Werbung…

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ist wie du sagst eine Spielerei.
            Wenn man Streuobstbäume bewässern muss, ist das mal finanziell gesehen, jenseits von Gut und Böse.

            Man solle nicht der Bevölkerung was vor gaukeln, was nicht vorhanden ist.

            Verdorrt der Apfelbaum, dann ist es auch Natur, und Natur will ja jeder. Besser wäre es dann, Kaktus anzupflanzen, angebraten schmecken die sehr gut.

            • Stadtmensch sagt

              Dachte, die brauchen auch 500 Jahre bis die erntereif sind? Hatten die nicht in “Planet of humans” (Film) ein ganzes Feld für solch ein altehrwürdiges Kakteenfeld beseitigt für eine PV-Anlage?

              In F habe ich sehr viele verdorrte Marillenbäume gesehn (mit Früchten dran). Oder die halbe Krone war weggebrochen.

              Scheint auch niemand zu ernten dort.

              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Auf aufgelassene Felder müssen wir und gewöhnen, es werden immer mehr, es werden dieses Jahr auch viel Apfelbäume nicht geerntet werden, die Äpfelchen sind zu klein.

                Es wird ja dauend der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft kritisiert, dass sehe ich nicht ein, dass die EU Streuobstbäume aus Prestigegründen anpflanzen lässt.

                Kakten habe ich mal in Mexiko gegessen, waren lecker.

      • Reinhard Seevers sagt

        Der Jugend wird das Zeug als smoothie verkauft, da weiß keiner was drin ist, und kauen muss man auch nicht….so smart und soooo gesund!

      • fingerphilosoph sagt

        Ja, das kommt noch hinzu, dass die Äpfel zunehmend geschmacksbefreit sind, vor allem die mit SmartFresh behandelten. Und ja, stimmt schon: gekauftes Mus schmeckt schon gleich gar nicht.

        Noch ein Grund mehr, auf Äpfel mehr oder weniger ganz zu verzichten. Ansonsten gebe einen Schuss Rosenwasser ans Apfelmus, aber wirklich nur ein wenig.

        • Reinhard Seevers sagt

          Also, ich kann deinen Frust nicht teilen….am Besten die Äpfel von den Straßenbäumen, die eh keine Sau haben will, aufsammeln…dauert ne halbe Stunde, dann an einem kühlen dunklen Ort lageren (und hier hapert es bei den meisten schon) und wenn die ersten Äpfel beginnen zu schrumpeln oder Stellen bekommen, dann ist der Zeitpunkt das beste Aroma herauszubekommen. Ich habe letztes Jahr bestimmt 50kg geschält…da die so klein und wurmstichig waren, blieb nicht ganz viel übrig……Verschwendung halt. Aber das Mus ist genial…Ist Einfrieren denn nicht auch ein von dir abgelehntes Lagerungsverfahren, sowie auch Einwecken oder Vakumieren?
          Irgendwas ist ja immer falsch….:-)

          • Brötchen sagt

            Du Reinhard bei uns sind einige unterwegs, die sammeln.
            Man findet nur noch gut welche, weit weg von den großen Städten.

            Ich habe vor zwei Jahren bestimmt 10 Säcke verfüttert, alles gesammelt.
            Ich muss die sowieso halbieren und da kann ich die gleich ausschneiden.
            Also die Zeiten wo alles vergammelt ist nicht mehr ganz so.

          • fingerphilosoph sagt

            Nee, es geht mir eigentlich gar nicht ums Lagerungsverfahren, sondern darum, dass bei SmartFresh Frische und Natürlichkeit VORGETÄUSCHT werden. Bei TK sehe ich ja, dass das Zeug eingefroren ist, ebenso, wenn es sich in der Dose oder im Einweckglas oder in der Vakuumtüte befindet.
            Damit habe ich kein Problem. Ich habe im Grunde auch nichts gegen Convenience Food, wenn es denn schmeckt. Hier in F gibt es ja sowieso den “Traiteur”, eine Art Metzgerei, wo man aber hauptsächlich vorgefertigte Pasteten, Paellas, Cassoulets, Salate, Apéritifs etc. bekommt. Sauerkraut gibts nur mit einer Melange aus Würsten und Kesselfleisch. Selbst in der Dose findet man das hier kaum irgendwo pur.

            • Brötchen sagt

              @FP weil du da Sachen unterbringst, die vom Rohstoff her Centartikel sind und die gehen dann für einen KG- Preis von 15 € weg.

              Als handwerklicher Fleischer hat man eigentlich nur über solche Sachen eine Chance, ein Einkommen zu erwirtschaften, wovon man leben kann.

              FP das ist bei uns auch nicht anders.

            • firedragon sagt

              fingerphilosoph,
              Sauerkraut kann ich Dir eimerweise besorgen, wenn Du möchtest. Ebenso ganze eingelegte Krautköpfe.

              • fingerphilosoph sagt

                @ firedragon
                dank dir herzlich für das Angebot, aber das würde wohl ziemlich teuer mit dem Transport werden. Ich bin ein Fan von dem Essen hier, auch vom Sauerkraut, das war nicht abwertend gemeint. Okay, manchmal vermisse ich Sauerkraut mit Schupfnudeln, aber dafür gibts hier lecker Sachen, die es im Schwabenland nicht gibt. Ich könnte mir das Sauerkraut ja selber machen, wenn ich nicht drauf verzichten will.

                @ Brötchen
                Der “traiteur” hat hier eine ziemlich lange Geschichte. Sicher spielt die Resteverwertung eine große Rolle, da gibt es beispielsweise auch so was wie Kutteln, aber ich glaube, der Hauptgrund ist, dass niemand hier vom 3-Gänge-Menü Abstand nehmen will, und das ist manchmal schon aufwändig mit der Zubereitung, sodass man sich wenigstens mit einem Gang mit dem “traiteur” behilft.

                • Brötchen sagt

                  Ja FP ich weiss die machen so kunstvolle Pasteten.

                  Wurst glaube ich eher nicht so viele Sorten wie in D.

                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph, wäre möglich und wenn ich’s verschicke, geht das sogar mit den Kosten – ich kann das tarnen 😉
                  Wenn es Dich mal gelüstet, kannste Dich ja melden.

        • Paulus sagt

          Fi-phil, statt Rosenwasser nehmen wir immer einen Schuss 4711. Chanel No 5 geht zur Not auch, aber nur ein paar Tropfen, sonst ist der Geschmack zu penetrant.

          • Lady sagt

            Paulus, also so übel können die Äpfel gar nicht sein, dass du sie mit Chanel No. 5 bestrafen willst 😉
            Ihr merkt, ich mag den Duft nicht, weder an mir noch am Apfelmus.

            Den natürlichen Verfall finde ich allerdings auch nicht so charmant. Solche Sprüche kommen immer nur von Männern😉 Seid bitte tapfer, aber früher war eben mehr Lametta! Auch bei euch Kerlen!

  5. Thomas Apfel sagt

    Beim Pflanzenschutz ist Pragmatismus gefragt, da sich die Pilze, Insekten und Milben, die sich auch für Obst interessieren, nichts von Ideologie verstehen und selbst auf Piktogramme bezüglich Zutrittsverbot nicht reagieren.
    Wir haben hier die Diskussion, ob Mostobstanbau über Streuobst- ähnliche Anbausysteme ohne Pflanzenschutz ertragssicher zu produzieren ist. Alle die bisher ein solches System versuchen, erreichen maximal 6 t/ha im Durchschnitt (im jährlichen Wechsel von Viel und gar nichts) und leben im Wesentlichen von Propagandaveranstaltungen, Tourismus und vor allem Fördermitteln.
    Ich habe denen mal ein pragmatisches Angebot gemacht:
    Ich habe 1,5 ha alte Apfelsorten im alten Standardsystem mit 800 Bäumen/ha (Unterlage MM 106). Die wollte ich eigentlich roden, weil die Bäume über 30 Jahre alt sind und Bio-Spritzung interessanterweise bei den meisten alten Sorten überhaupt nicht geht. Die sind nämlich fast alle Kupfer und Schwefel empfindlich, fallen nach solchen Behandlungen vom Baum oder werden rissig und faulen.
    Ich habe gesagt, Rückstandsfrei kann ich, Bio kann ich mit den Sorten nicht !
    Wir haben den Bestand mit 1 mal Syllit und 3 mal Captan halbwegs Schorffrei halten können (Bio hatte im gleichen Zeitraum schon 3 X Kupfer und 2 X Schwefelkalk hinter sich und hätte diese Sorten komplett zerschossen (Phytotox).
    Wir haben die PS-Maßnahmen Mitte Juni eingestellt, da die Ware nicht gelagert werden muss. Es hängen ca 50 t/ha saubere Ware an den Bäumen (Wintergoldparmäne, Glockenapfel, Ribeston Pepping, Ananasrenette, Herrnhut, Prinzenapfel)
    Nun frage ich mich, was genau ist an den Fungiziden aus den 60-ziger Jahren (damals Dodine und Captan) besser oder schlechter als an den Bio-Mitteln ? Eins ist auf alle Fälle besser: DIE WIRKUNG und die Umwelttox dürfe auch besser sein.
    Am 12. September habe ich die Pomologen und Streuobst-Leute eingeladen sich die Unterschiede (wir haben auch einen unbehandelten Bestand) mal anzusehen.
    Ich bin auf die Reaktionen gespannt.

    • Reinhard Seevers sagt

      Thomas,
      Pflanzenschutz steht erstmal hinten an in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Medien schießen sich jetzt auf Dürreresistenzen ein….und da ist dann die Industrielle Landwirtschaft auch mal wieder gaaaanz schlecht aufgestellt. Alles muss umgebaut werden….Bio kann ganz ohne Bewässerung auskommen, wenn man es richtig macht. Gestern in Planet E – ZDF Doku wurde dokumentiert, dass Bio mit einem Gemisch aus Schafsmist und Biomasse dafür sorgt, dass Obstplantagen (Portugal) nicht bewässert werden müssen….brüll, schmeiß weg….die Verschwurbelten sind überall.

    • Stadtmensch sagt

      Das klingt alles sehr interessant. Habe hier mal gelernt, dass es im Schnitt so um die 30 Behandlungen pro Jahr sind, die eine Obstanlage erfordert (egal ob Bio- oder Konvi-Anbau praktiziert wird). Wie wird das Obst eigentlich auf PSM-Rückstände geprüft? Macht das der Händler? Man müsste doch dann auch auf alle in Frage kommenden Mittel prüfen? Welchen Einfluss hat die Lagerung? Kann man dann bis kurz vor der Ernte behandeln, weil sich die Wirkstoffe bei der Lagerung noch abbauen?
      Das Rumgemansche mit Kupferpräperaten halte ich (ohne etwas davon zu verstehen) für suboptimal. Reichert sich ja auch irgendwo an. Wie viele Anlagenbetreiber sind so fit und bemüht, einen möglichst 100%-Integrierten Pflanzenschutz durch geeignete Maßnahmen zu erreichen. Wo ist das Problem, wenn es dafür extra Förderung gibt. Das ist doch quasi auch nur Wissenschaftsförderung?!

      • firedragon sagt

        Stadtmensch, der Inhalt der eingestellten Tafel trifft in einigen Punkten auch auf den Weinbau zu. Durch Neuzüchtungen kann Pflanzenschutz deutlich zurück gefahren werden. Neuzüchtungen entstehen allerdings nicht von heute auf morgen, das dauert Jahre.
        Im Bereich Schädlinge wird ebenfalls geforscht. Schädlinge können mit Pheromonen verwirrt werden, dass sich der Schädlingsdruck möglichst gering hält, dabei geht es auch nicht um Ausrottung, sondern um möglichst geringe Vermehrung.
        Wenn sich Schädlinge allerdings nichts über Sexuallockstoffe finden, sondern über Töne und Vibrationen, kann man auf diese sanften Methoden nicht zurück greifen.

        • Stadtmensch sagt

          Ja, wir benutzen auch Feromonfallen in Kirschen und Pflaumen. Sind auch regelmäßig voller “Zielorganismen”. Einige schaffens aber doch und so hat man immer auch mal eine Frucht mit Bewohner. Also alles unverkäuflich im richtigen Leben. Beim Pflücken müsste man dann wirklich schon genau hingucken.

          • firedragon sagt

            Stadtmensch, im Weinbau werden keine Fallen ausgehängt, sondern nur der Lockstoff. Die Männchen des Traubenwicklers sind dann so verwirrt und finden die Weibchen sehr selten. Da stirbt auch nichts in irgendeiner Falle.
            Diese Methode finde ich sehr sinnvoll und ebenso Forschung in diese Richtung, halte ich für sehr wichtig.
            Erkrankungen von Pflanzen oder deren Früchte, die nicht durch Schädlinge verursacht werden, wird man nur mit “Medikamenten” behandelt können, so realistisch muss man schon sein.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Pheromon wurde und wird bei uns in der Gemeinde seit 1992 flächendeckend ausgebracht, organisiert von der Winzergenossenschaft.

              • firedragon sagt

                Bei uns sind das Anwendergemeinschaften, da man hier nicht so stark in Genossenschaften zusammengeschlossen ist, wie in BW. Gibt auch Winzer, die machen nicht mit. Also treten bei uns Lücken in der Flächendeckung auf, hält sich zum Glück in Grenzen.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Alle die nicht Mitglieder waren, oder sind haben auch mitgemacht.
                  Die meisten sind Mitglieder, einige Kleinwinzer haben an Edeka geliefert, inzwischen gibt es 2 Selbstvermarkter.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            In der Zeit wo es noch kein wirksames Mittel gegen der Pflaumenwickler gab, griff der Marktprüfer mit beiden Händen in die Zwetschen, wenn mehr als eine Madig war, kam der Spruch, mitnehmen, es war egal ob 10 Körbe, oder 200 auf dem Wagen waren.

            Die Menschen abseits der Erzeuger haben kein Ahnung, wie Brutal die Qualitätsansprüche sind.

      • Thomas Apfel sagt

        Die Rückstände werden 4 fach kontrolliert 1. Pflanzenschutzämter, 2. Vermarkter für den Handel . 3. der Handel selbst 4. die staatliche Lebensmittelüberwachung.
        Die Untersuchungen mache staatliche und freie Labore (spektrometrisch auf ca. 270 mögliche Stoffe). Die finden inzwischen quasi jedes Molekül.
        Die meisten Spritzungen sind Fungizide gegen Schorf, Mehltau und Fäulnis. In trockenen Landstrichen reichen meist 15 – 20 Behandlungen ( mit dem Frühjahr als Hauptbehandlungszeitraum). Das gilt auch nur für Äpfel und Birnen, Steinobst braucht deutlich weniger Behandlungen.
        Förderung für IP gibt es momentan in Deutschland nicht, in Italien sehr wohl.
        Die Fördermittel die ich unten erwähnt habe beziehen vor allem Bio-Betriebe und Landschaftspfleger. Mit Produktion hat das nichts zu tun. Die 6 to/ ha sind 6 % des derzeit auf der Fläche möglichen und 17 % des in Deutschland im IP Anbau im Durchschnitt erreichten Ertrages. Brandenburg hat z.B. 30% seiner Apfelfläche als BIO ausgewiesen. Produziert wird da so gut wie Nichts !

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Meine Aufzeichnungen sagen mir, dass bei Kirschen und Zwetschgen nie mehr als 10 Behandlungen notwendig waren, entscheidend war das Wetter, faules Obst wollte ja niemand und Früchte mit Fleischanteil auch nicht.
        Thomas Apfel hat es gut erklärt, möchte dazu sagen, dass man nicht erfährt, dass das eigene Obst kontrolliert wurde, das erfährt man erst, wenn die Ergebnisse nicht dem Gesetz entspräche.
        Übrigens, Kupfergehalt wird in BW nicht untersucht, deshalb gibt es keine Überschreitungen.

    • Bauer Willi sagt

      Kannst Du von dem Besuch berichten? Würde mich und möglicherweise andere sicher sehr interessieren….

  6. Reinhard Seevers sagt

    Aus der Sicht eines Stadtmenschen handelt es sich lediglich um Euphemismus……es sollte doch lieber Pestizideinsatz heißen!☝️

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