Bauer Willi
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Nitrat in Bio-Spinat!

In einer Sendung von WISO ging es wieder einmal um die Frage: „Billig oder teuer – was ist besser“. Diesmal hatte man Bio-Spinat im Test und es stellte sich heraus, dass die Ware vom Discounter besser war als die Ware im Bio-Laden. Was mich aber elektrisiert hat, war die Ausweisung der Nitrat-Werte.

https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/tk-spinat-in-bio-im-check—wie-hoch-ist-der-nitrat-wert-100.html

Der lag beim Bio-Spinat von Alnatura bei 1011 mg/kg. Zum Vergleich: der zulässige Höchstwert bei Trinkwasser liegt bei 50 mg/l, also um das zwanzigfache niedriger. Als Begründung für diesen Grenzwert wird oft angegeben, dass Nitrat nach Umwandlung zu Nitrit bei Säuglingen zur Blausucht führen kann. Nun wird kein Mensch 1 Kilo Spinat essen, aber mit einer Portion von 200 g nimmt man immerhin rund 200 mg Nitrat auf. Für die gleiche Menge müsste man 4 Liter Leitungswasser mit dem zulässigen Höchstwert trinken. Tatsächlich hat Deutschland bestes Leitungswasser und sollte dem Wasser aus der Flasche vorgezogen werden.

https://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-berlin-schulze-wirbt-fuers-leitungswasser-trinken-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190815-99-470335

Um eines klarzustellen: Natürlich enthält jeder Spinat Nitrat, nicht nur Bio-Spinat. Aber so eine Überschrift liest sich halt besser… Journalistischer Trick…

Übrigens: Neulich wurde ich von einer Journalistin gefragt, was ich als Bauer machen würde, wenn demnächst von der EU das Nitrat verboten wurde. Daran kann man erkennen, wie weit unsere Mitbürger von unseren Lebensmittel entfernt sind. Für alle Nicht-Landwirte: Nitrat kann man nicht verbieten. Und Spinat ist nicht giftig…

Bauer Willi

 

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47 Kommentare

    • Ja, Bauer Willi,
      auch ich wünsche alles Gute zum Geburtstag!

      Trotzdem kommt heute ein neues Thema 🙂

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  1. Ganz herzliche Glückwünsche auch von mir. Bleib gesund und voller Tatendrang, Willi. 🌹🌹🌹 Von mir natürlich Rosen, weil es hier so viele davon gibt.
    Und ansonsten würde ich sagen, heute Abend keinen Spinat- Smoothie. Zu gesund ist ungesund.
    Danke Friedrich für den Hinweis!

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  2. Thomas sagt

    Warum eigentlich nicht Nitrat verbieten?
    Stickoxide sind eine Vorstufe auf dem Weg hin zu Nitrat.
    Was wäre es so still am Himmel auf der Straße und dem Meer.

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  3. Paulus sagt

    Das wundert mich nicht, schließlich werden seit Jahren die Bioprodukte, z.B. von Stiftung Warentest, eher negativ bewertet. Demnach müsste eigentlich ein Warnhinweis erfolgen.
    Ich hatte das Beispiel mit den Bio-Lauchzwiebeln hier schon mal gebracht. Der Anbau erfolgte im Einflussbereich der Rheinlandraffinerie nebst angeschlossener Chemie und unmittelbar neben der BAB Köln-Bonn. Die Analyseergebnisse, nach haushaltsüblichem abspülen, waren erschreckend. Wohlgemerkt, das wurde als Demeter-Qualität verkauft!
    Ich weiche von meiner Auffassung nicht ab, dass bei O&G nicht der Gestehungsprozess relevant ist sondern das was am Ende dabei herauskommt. Bei Fleischprodukten sehe ich das selbstverständlich anders.

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  4. Friedrich sagt

    Hallo Willi . Alles Gute zu Deinem 66. Geburtstag wünsche ich Dir. Bleib gesund und immer aktiv. –Wenn Du die letzten Jahre , die wir uns kennen , zurückblickts , dann kannst Du mit Deinem Einsatz für uns Bauern sehr zufrieden sein. Wir sind es jedenfalls. Ohne Deinen Anschub und Motivation zum Selbstbewußtsein wären die ganzen Demos und anderen Aktivitäten der Bauern nicht zustande gekommen. Auch wenn es ein harter und langer Weg ist , hast Du nicht aufgegeben. Mit jedem Beitrag , fast täglich , trägst Du zum positiven Bild der Landwirtschaft bei. Damit hast Du ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen
    ldw. Verbänden. Dein Wort wurde gern bei der Kanzlerin und in der CDU-Fraktion gehört. Mach weiter so für uns Bauern , aber denke auch an Deine Kräfte und Gesundheit.
    Ich kann nur für alle Danke sagen.

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  5. Friedrich sagt

    Nitrat ist ein Baustein des Lebens. Ohne Nitrat können wir nicht leben. Nitrat wird immer sehr schlecht geredet . Dabei handelt es sich um Eiweiß. Der Umrechnungsfaktor beträgt
    Stickstoff mal 6,25 gleich Eiweiß. Das Eiweiß wird immer positiv dargestellt . Entweder haben diese Leute keine Ahnung oder wollen Schlagzeilen produzieren.

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    • Berthold Lauer sagt

      Kam vor einiger Zeit schon Mal! Hatte auch kurz rein gezappt, aber ich tu mir solche Sendungen nicht mehr in voller Länge an! Wenn’s helfen würde oder dazu gedacht wäre, die Leute aus ihrer Illusionswolke auf den Boden zu holen, könnte man es noch gutheißen! Bei dieser Sendung geht’s meiner Meinung nach nur um die „Erhöhung „von gutem BIO, sprich Verbandsbio gegenüber schlechtem Bio, sprich EU-Bio! Und Häusling darf Öffentlichkeitswirksam die Gabel schwingen und einmal im Jahr „seine“ Kühe füttern!

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      • firedragon sagt

        Herr Lauer, ja, der Beitrag zeigt, dass auch Bio im großen Maßstab betrieben wird und, wie die Konvis, sehr unterschiedlich betrieben wird.
        Ganze Länge hab ich auch nicht geschafft, bin weggeknackt….

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In solchen Sendungen wird nicht gesagt, dass die 2 Damen 1,8 Millionen Euros für den Betrieb mitgebracht haben.
      Der Transport zum Metzger durch den Nordschwarzwald nach Bad Wildbad ist nicht ganz ohne und dauert nach dem Routenplaner 1,5 Stunden, mit dem geladenen Viehanhänger mindestens 2 Stunden.

      https://www.hofgut-silva.de/

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      • Ja, Bio muss Abstriche machen, wenn nur noch Rational, bzw. Industriell gearbeitet werden muss.

        Schön wäre es, wenn in jeder Großgemeinde, wo BioSchweinehalter sind eine kleine Schlachtanstalt wäre, wo die Tiere bis zum Tod betreut betäubt und Geschlachtet werden.
        So achten wir alle das individuelle Leben an sich. Wissen es zu schätzen und bezahlen dann auch dafür.

        Jede Wurst, jedes Stück Fleisch stand mal als Lebendes Tier bei uns oder einem Bauern im anderen Stall.
        Es ist eine Sünde diese Tiere so verramschen zu lassen.

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  6. fingerphilosoph sagt

    Hochinteressant, dass der billigstes Spinat den Leuten am besten schmeckt. Und das auch noch in der Blindverkostung. Wahrscheinlich ist das bei anderen Lebensmitteln auch nicht anders. Der Verbraucher kauft billig, nicht wegen dem Preis, sondern weil billig am besten schmeckt. Das ist des Rätsels Lösung! 🙂

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    • Brötchen sagt

      @FP Geschmack wird auch vorwiegend geprägt und zwar meist schon im Kindesalter.

      Wenn Du nur eine Geschmacksrichtung kennst, dann gefällt Dir wahrscheinlich immer die am besten, die dir bekannt ist.
      Ausgeschlossen sind grobe Fehler in der Sensorik.

      Die DLG bietet spezielle Seminare für Sensorik an, das ist ziemlich kompliziert.
      Die Lebensmittelfirmen haben alle eine Abteilung für Qualitätssicherung und die sind auch sensorisch geschult. In letzter Zeit bekam das eine größere Bedeutung.

      Oder sieh Dir die Zeitung Fleischwirtschaft online an, die habe nicht nur „Schrottfleisch“ auf den Bildern. Deswegen haben es Hochqualitative Produkte schwer, wenn es jetzt wirklich um objektive Kriterien geht.

      https://www.fleischwirtschaft.de/galerien/Der-afz-Besuch-bei-Juergen-David-266

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      • Obstbäuerin sagt

        Geschmack ist eine höchst subjektive Sache und diejenigen, die sich einbilden, Geschmack jemandem beibringen zu müssen, sind auch nur missionarisch unterwegs. Und oft hat Geschmacksbildung historisch gesehen auch etwas mit Mangel zu tun. Das was wenig zur Verfügung stand war am Begehrlichsten. Z.B. Zucker oder Salz. Brötchen ich weiß immer noch nicht von welchen Tieren „Schrottfleisch“ kommt. Sind das minderwertige Tiere?

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        • Brötchen sagt

          Obstbäuerin Wenn Du deine Äpfel mit vollem Karacho auskippst hast Du Apfelmus, so ähnlich ist das mit Fleisch.

          Fleisch ist so wie Erdbeeren, damit muss man vorsichtig umgehen.

          Fleischqualität definiert sich über genetische Faktoren, Alter, Geschlecht,Fütterung, Schlachtung, Kühlung, Zerlegung, Verpackung, Lagerung,Frische usw……..

          Machst Du an einer Stelle etwas falsch, hast Du „Schrottfleisch“, kannst Du meist essen, ist aber nicht von hoher sensorischer Qualität.

          Kann man immer noch Kassler oder Wurst draus machen usw….man man aber auch wissen, was man tut.

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          • Obstbäuerin sagt

            Also, abgesehen von Alter und Fütterung, wird das Fleisch erst im Anschluss an die Haltung weniger wertig, Brötchen. Das ist dann kein Problem des Bauern sondern der nachgelagerten Verarbeitung. Als Obstbauer bin ich ja hochmotiviert meine Äpfel so zu behandeln, dass kein Schrott daraus wird und das denke ich auch von meinen Tierhaltungskollegen.

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            • Brötchen sagt

              Das kann man nicht so direkt trennen.

              Dazwischen liegt noch der Transport und noch einiges mehr…

              Obstbäuerin kannst Du nicht wissen, ich habe mein ganzes Leben nix anderes gemacht.

              Motivation kann man ja haben, wenn man das Wissen nicht hat und eine Diskrepanz zwischen Wissen und Umsetzung besteht, dann ist es schwierig.

              Gerade das Problem am Montag mit so einem Schwätzer gehabt, der erzählt Dir stundenlang wie toll er das alles sieht, kriegt dann die einfachsten Dinge nicht auf die Reihe usw…..

              Es geht schon damit los, das nicht alle Stufen das Endprodukt sehen und einen Schluss im Kopf haben, wenn ich das so und so mache, dann ist das Ergebnis so!

              Dazwischen liegen noch Zufallseinflüsse, die es noch schwieriger machen.

              Wenn ich einen Kunde habe, der sich eine entsprechende Qualität wünscht, dann muss ich immer mehrere Tiere vorhalten, so dass ich auswählen. Ansonsten kann ich nicht 100 % Garantie geben.
              Kann man alles essen und ist auch nicht schlecht, aber eben keine Supreme Qualität.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Für die Einen ist Surströmming (vergorener Hering) eine Delikatesse, für den Anderen Abfall….
            Geschmackstests zur Beurteilung von gut und schlecht, teuer oder billig sind doch Unsinn….

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              • Reinhard Seevers sagt

                Ich war immer noch bei der Verkostungsspielerei des Filosophen, Brötchen….zwinker.

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                • Brötchen sagt

                  Ich auch Reinhard!

                  Da die Firmen eine gute Qualitätssicherung haben, ist eben die sensorische Qualität top.

                  Ich kenne noch Fleisch aus den 90 zigern “ solchen Schrott“ gibt es heute nirgendwo mehr.

                  Das Niveau und auch das generelle Bewußtsein ist erheblich gestiegen! Das ist mit ein Grund warum der Unterschied kaum noch feststellbar ist.

                  Die Kühlketten sind heute top und auch nicht mehr so störanfällig.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Das ist definitiv nicht richtig Brötchen. Es gibt immer noch Schweinefleisch, dass nicht bräunt, sondern köchelt…passiert immer wieder, dass man so etwas erwischt, egal ob beim Discounter oder beim Fachhandel. Und die sensorische Qualität ist dementsprechend
                  Es gibt auch unfähige Schlachter, die ein Stück Fleisch zerschreddern, anstatt richtig zu schneiden…usw.

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                • Brötchen sagt

                  Du Reinhard ich bezog mich nicht nur auf Fleisch und ich habe ja nichts anderes gesagt.
                  Qualitätssicherung bezog ich mich auf den Spinat oder auch andere Produkte.

                  Fleisch ist extrem kompliziert und komplex!

                  Deswegen sprach ich ja von „Schrottfleisch“.

                  Ist vielleicht etwas zu hart der Begriff.

                  Wenn das beim Braten kein Wasser lassen soll, dann brauchst Du ältere Tiere oder ausgesuchte Qualität.
                  Manchmal ist nix besseres verfügbar und dann musst du eben mal mit Kochfleisch leben, kann man essen.
                  Ich hatte letztens Lammsteaks von Edeka und auch Kammscheiben, die waren top.

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    • Wenn eine Firma wie Iglu vom Bauern Spinat kauft,
      Dann erntet der das mit den Vollernter, (wäscht ihn schnell in seiner Anlage (das dass der Bauer leisten muß, finde ich ungerecht, die Firma hat doch bessere Möglichkeiten den Spinat zu waschen, die könnte in ihrer Waschanlage auch den Spinat anderer Zulieferbauern waschen)) und fährt ihn zur Fabrik Iglu wo er sofort nach der Ernte vitaminschonend abgekocht und zerkleinert wird,. nach erkalten bestimmt sofort
      tief eingefroren, eine Papppackung drumherum, wo Iglu drauf steht.
      kostet dann ca. 3,50 oder ähnlich im Handel.

      Nun stellt Iglu so viel Packungen her, dass die für 3,50 nicht alle weg gehen, was
      bleibt Iglu übrig,

      es macht eine Packung von Aldi, Edeka oder Rewe drumrum , diese wird dann im Handel für 1,99 verkauft.

      Ob diese nun anders gewürzt werden, weiß ich nicht
      aber die Qualität ist gleich.

      So kann es sein, das billiger Spinat genauso oder besser schmeckt!

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Aus Ökotest https://www.bunte.de/family/leben/oekotest-mehl-im-test-probleme-mit-schimmelpilzgiften-pestiziden-und-mineraloel.html

    „Das „Bio Mehl Weizen Vollkorn, Naturland“ von Rewe wies den höchsten analysierten Gehalt an HT-2- und T2-Toxin auf. Ebenfalls als „ungenügend“ wurde das „K-Bio Dinkelmehl Type 630“ von Kaufland bewertet – es wies den höchsten Gehalt an Deoxynivalenol (DON) auf.

    In zwei Drittel der Proben konnten Spuren von Mineralöl festgestellt werden. Allerdings ist die Belastung so gering, dass sie nicht in die Bewertung mit einflossen. In drei Mehlen war die Menge stark erhöht und sie wurden von Ökotest abgewertet. Dabei handelt es sich um „Heimatsmühle Weizenmehl Type 550“, „Spielberger Mühle Weizenmehl Type 1050 Demeter“ und „Naturgut Bio Dinkelmehl Type 1050“.

    Erfreulicherweise wurde in keinem der Mehle der Unkrautvernichter Glyphosat gefunden, dafür aber andere bedenkliche Pestizide: die bienengiftigen Verbindungen Cypermethrin, Deltamethrin und Pirimiphosmethyl. Bei dem Produkt „Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Type 1050“ von Norma häuften sich einige Probleme: Das Labor fand erhöhte Werte bei DON und Mineralölbestandteilen sowie einen Wirkverstärker und einen Wachstumsregulator in Spuren. Das Mehl wurde als „mangelhaft“ eingestuft.“

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    • Arnold Krämer sagt

      Es wird Zeit, dass „die“ Gesellschaft wieder nüchtern wird. Ob die Corona-Krise dabei behilflich ist, kann man leider noch nicht erkennen.

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    • sonnenblume sagt

      Das werden wohl Randnotizen bleiben, die kein großes Umdenken und Infragestellen zur Folge haben werden. Sie eignen sich nach dem heutigen Zeitgeist nicht zur Schlagzeile. Somit wird auch nicht groß darüber berichtet und wer ließt schon solche Testberichte.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das sehe ich auch so Sonnenblume….Schlagzeilen wie: „Wieder Tierquälerei in Schlachthof“ implizieren gleich drei „Fakten“ :Wiederholung der Handlung, Art der Handlung: Tierquälerei und Ort der Handlung: Schlachthof….diese Verknüpfung hat einen hohen Wiedererkennungswert und man muss nicht lange diskutieren, es passiert schließlich immer wieder….
        Dagegen ist jeder Versuch einer positiven Nachricht aussichtslos.

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    • Ich finde es komisch, dass die Mehle nach REWE oder Aldi (das selbe gilt für Obst und Gemüse) eingeteilt werden, sie müßten doch nach Mühlen bewertet werden, die kennen die Bauern, auf deren Feldern und deren Ackerbaumethoden es gewachsen ist.

      Ich glaube die Mineralölrückstände kommen von der Druckerschwärze auf den Mehltüten.

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