106 Kommentare

  1. sonnenblume sagt

    Der Mensch an sich mag ja eine gespaltene Persönlichkeit sein. Den Verbraucher würde ich aber nicht so sehen. Wir haben eine große schweigende Gruppe die Konv. einkauft und eine kleinere Gruppe die Bio, Vegetarisch, Vegan einkauft. Diese kleine Gruppe nimmt sich aber das Recht, nicht nur für sich zu sprechen, sondern für alle Verbraucher. Nur so kommt doch die Diskrepanz zu stande. Umfragen sind in Bezug auf Verbraucherwunsch doch ziemlich wertlos. Was zählt ist das tatsächliche Einkaufsverhalten. Hier werden keine Kosten, Mühen und Mittel gescheut, die große schweigende Mehrheit um zu erziehen und auf den gewünschten Weg zu bringen. Für bestimmte Gruppen ist es offensichtlich unerträglich, das viele Menschen, aus den unterschiedlichsten Beweggründen, nicht ihrer Meinung sind.

    • Paulus sagt

      Penny war nach anfänglichen Verlusten immer eine äußerst ertragsschwache Tochter der Rewe-Group. Kein Wunder, dass die jetzt krampfhaft mit sowas um die Ecke kommen. Die Biomärkte der Rewe, zuerst unter dem Namen Vierlinden und danach unter Temma firmierend, sind grandios gescheitert. Und das in ausgewählten städtischen Lagen in denen man bioaffines Publikum durchaus vorfindet. Die Strategie war dann Bioprodukte in ganz normalen Filialen der Rewe zu platzieren. Das scheint aber auch nicht zu klappen. Freitags sind die Kisten mit der Bioware noch voll und die Stiegen mit der Konvi-Ware leer. Samstags ist es genau umgekehrt. Da müssen wohl die Heinzelmännchen am Werk gewesen sein.

  2. bauerhans sagt

    laut NW wurde auf einer tagung von CDU-agrarexperten in Sehnde Julia Klöckner zitiert:

    “die deutschen verbraucher seien bislang nicht bereit,ihren qualitätserwartungen entsprechende preise für lebensmittel zu bezahlen!”

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein Obst und Gemüsegroßhändler sagte mal, die beste Qualität geht nach England, die bezahlen mehr. Dann kommt Frankreich und der Rest steht im Sonderangebot in Deutschland.

      • Ferkelhebamme sagt

        Er zahlt für artgerechte Erbsenhaltung – „Bratwurst“ 12,20€/kg , für die Schweine-Bratwurst (Qualität aus Deutschland) 4,80€/kg (Lidl Prospekt von heute)

        • firedragon sagt

          Ich habe ‘ne Weile auf die zwei Preise gestarrt. Da gehen einem ‘ne Menge Gedanken durch den Kopf.
          Warum ist Leben, welches wir töten, um selbt zu leben, billiger, als (hier stellvertretend) Erbsen? Pflanzliche Ersatzprodukte dürften nicht teurer sein, als tierische Produkte (rein ethisch betrachtet).
          Und dann noch ein Gedanke zum Gespaltensein – eine Schwester von mir hatte einen Hund. Der starb, wurde eingeäschert und sie trägt nun Hundeasche um den Hals, kauft allerdings im Discounter ihr Fleisch. “Tierliebe” über den Tod hinaus, also nur beim eigenen Tier…

          • Reinhard Seevers sagt

            Die Manager in der Werbung des LEH verstehen die sozial-emotionalen Entscheidungskriterien der Kunden…die Erzeuger müssen das nicht können, da reicht das Erstaunen über die Menschheit.
            Die Geschichtenerzähler bestimmen den Diskurs, das hatten wir doch bereits herausgearbeitet…..

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Das verstehe ich nicht ganz, jetzt wo der Fiffi nicht mehr da ist, könnte sie sich Rinderfilet leisten, Rinderfilet, das vorher der Hund bekommen hat.

              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Kenne eine Familie, mit Hund, an einer Straße wohnend.
                Eine Frau fragte nach, ob sie dem Hund eine Leckerei geben kann, wenn sie ca. um 11 Uhr vorbei läuft.

                Punkt 11 Uhr wartete der Hund am Straßenrand. Auf Nachfrage erklärte die Frau, dass das Futter Rinderfilet war, darauf wurde die Fütterung verboten.

        • bauerhans sagt

          bei dem grossen preisunterschied zwischen erbsen und schwein wird der verbraucher ganz klar schwein bevorzugen.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die große Masse wird eh die richtige Bratwurst vorziehen und da gibt es welche, die bezahlen jeden Preis für Gemüse wo Wurst oder Fleisch darauf steht.
            Übrigens, ich esse sehr gerne Erbsen, aber keine in einer Wursthülle.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es ist immer etwas teurer, wenn man sich eine besondere Leckerei leistet,
          aber mit meinem Altersgeld kann ich mir das nicht leiten, deshalb kaufe ich Bratwurst mit Fleischinhalt. 4,80 Euronen für das Kg reichen leider nicht, aber die Bratwurst ist es Wert.👍

          • Ferkelhebamme sagt

            Ehemaliger, die Packung Erbsen-Press-Fingerlinge kostet 2,93€, die Packung Bratwurst 3,87€. Ist doch sogar günstiger! 😉
            Inhalt 3 Stck (240g) zu 10 Stck (800g). So wird auch getrickst, wer vergleicht schon die kleingedruckten Kilopreise?

            @ Reinhard: „Märchen“ trifft es eher, Hauptsache Gefühl

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich achte schon auf die Kilopreise, aber nicht bei Würsten, da kaufe ich nach alter Sitte nur Paarweise.😉

              Die kaufen wir immer bei der selben Metzgerei, die Auswahl ist gering, aber die Qualität ist sehr gut und Preiswert.

      • Weil er den Wert dieser Naturprodukte gar nicht fassen kann, wo er doch schon sein ganzes Leben lang für 1l Cola mehr bezahlt hat als für 1l Milch.

        Also kommt Milch aus der Colafabrik und die Kühe sind alle lila.

        Was will man da erwarten!?!

    • fingerphilosoph sagt

      Bei vielen Lebensmitteln, vor allem verarbeiteten, kann ich als Verbraucher Qualitätsunterschiede überhaupt nicht erkennen. Wunderbares Beispiel war der Spinat im anderen Artikel. Der teuerste Spinat war eben gerade nicht der beste, weder von den Nitratwerten her noch vom Geschmack. Und natürlich richte ich mich in erster Linie nach dem Geschmack und dem Aussehen der Ware und nicht nach dem, was auf dem Etikett steht, denn jedes Etikett suggeriert mir doch beste Qualität, selbst wenn das gar nicht stimmt. Außer einem ideologischen gibt es keinen Grund, teueren Spinat zu kaufen. Wenn die Menschen den billigen Spinat kaufen, ist das eigentlich positiv, denn das heißt, dass sie mehr ihrem Geschmackssinn vertrauen als dem Etikett.

      Bei Fisch und Fleisch treten die Geschmacksunterschiede deutlicher hervor. Andererseits besteht bei fangfrischem Wildfisch eine deutlich höhere Parasitengefahr als bei Zuchtfisch. Und soweit ich weiß, muss man auch bei Weiderindern mit mehr Parasiten rechnen als bei Stallhaltung. Worin besteht in diesem Fall Qualität? Durch Bewegung erworbenes Muskelfleisch mit Parasiten (evtl. mit Medikamenten abgetötet) oder durch Kraftfutter angefressenes Muskelfleisch ohne Parasiten?

      Es ist auch nicht richtig, dass handwerklich hergestellte Lebensmittel in jedem Fall qualitativ höherwertig sind als industriell gefertigte. “Handwerklich hergestellt” ist kein wirkliches Qualitätsmerkmal.

      In Frankreich sind die Ladenpreise in der Tat deutlich höher als bei ALDI in Deutschland, aber andererseits kommt der Mehrpreis ja auch nicht in den Taschen der Landwirte an. Also frage ich mich schon, warum ich viel Geld ausgeben soll, wenn der Landwirt dann doch nichts davon hat.

      Die Frau Klöckner macht es sich mit ihrer Aussage zu einfach. Typisches Politiker-Blabla halt.

      • Reinhard Seevers sagt

        Fingerphilosoph, welche Parasiten sollte es denn im Weiderindfleisch geben? Trichinen werden immer durch Beschau ausgeschlossen, alles andere sind Parasiten von Lunge, die du nicht isst und Leber, die dann verworfen wird, Magen – und Darmwürmer isst du auch nicht….

      • Paulus sagt

        Fi-phil, stell dich doch nicht so dumm an, das passt nicht zu dir und ich nehme es dir auch nicht ab.
        Kauf dir mal ein Steak vom deutschen Jungbullen der in einem engen Stall auf Spalten gelebt hat und mit Maissilage schnell gemästet wurde. Und im Vergleich dazu mal ein Steak von einem 2- oder 3-jährigen Weide- bzw. Freilandrind, selbstverständlich von einem ordentlichen Metzger der noch selbst schlachtet und sein Handwerk versteht. Wenn du da keinen deutlichen Unterschied bemerkst kannst du auch eine Dose mit Hundefutter in die Pfanne kippen.

        Was die Qualität handwerklich hergestellter, also verarbeiteter LM betrifft, stehen bei kleinen Manufakturen fast immer Personen mit einem Qualitätsversprechen dahinter. Wenn die das nicht einhalten sind die ganz schnell weg vom Fenster.

        Und jetzt komme ich noch mal auf die Gestehungsprozesse zurück; damit meinte ich O&G, sowie bei Brotgetreide eigentlich nur konvi vs. bio. Thomas Apfel und Reinhard Seevers haben es ja schon deutlich herausgestellt. Ich selbst habe mir mal, wie geschildert, den Jux mit den Lauchzwiebeln gegönnt. Anhand der Analyseergebnisse hielt ich die noch nicht einmal für kompostierfähig. Was nützt mir der ganze Biokram wenn die Endprodukte nicht nur teurer sondern auch noch mängelbehaftet sind? Da können die Demeterjünger noch so gläubig sein, soviel mit Kuhscheiße gefüllte Hörner verbuddeln wie sie wollen, und bei Neumond noch so viele blonde Jungfrauen durch die Reihen tanzen lassen. Wenn deren Produkte aufgrund äußerer Einflüsse hoch kontaminiert sind ist der Gestehungsprozess völlig uninteressant.
        Das Argument von Arnold Krämer, dass es unterschiedliche Bodenarten usw. gibt zieht auch nicht so richtig. Diese Tatsache dürfte nach meinem laienhaften Verständnis eher der Geschmacksvielfalt zugute kommen und selbstverständlich auch beim Ertrag eine Rolle spielen.

        • Arnold Krämer sagt

          Paulus, das was Sie als Qualitätsunterschiede für den Tierbereich (hier Rindfleisch) beschreiben und den unterschiedlichen Produktionsverfahren zuschreiben, gibt es bei Obst und Gemüse genauso. Meine Beispiele: Mir schmeckt der Südtiroler Lagrein-Rotwein besser als die mir bekannten deutschen Rotweine. Die italienische Flaschentomate, sonnengereift, mundet mir mehr als die niederl. Gewächshaustomate.
          Über Qualität lässt sich immer trefflich streiten. Deshalb sind mir zwei knappe, vielleicht etwas flapsige Definitionen zum Thema besonders sympathisch.
          Qualität heißt, Der Kunde kommt zurück und nicht die Ware
          Qualität ist das „Gehaltene“ und nicht das „Versprochene“

        • fingerphilosoph sagt

          Worauf ich hinaus wollte: Der Preis ist keine Garantie für Qualität, oft noch nicht einmal ein Indiz. Ebenso wenig ist BIO eine Garantie für Qualität.

          Bei den “sonnengereiften italienischen Flaschentomaten” und den “niederländischen Gewächshaustomaten” mischen sich bereits Vorurteile mit ins eigentliche Urteil. Die niederländischen “Wasserärsche” sind seit 30 Jahren in Verruf. Die werden das nie wieder los, selbst wenn die Tomaten heute ganz andere und viel besser sind als vor 30 Jahren. Was zumindest zum Teil der Fall ist. Der Begriff “niederländische Gewächshaustomaten” ist zum Stigma geworden. Wer weiß schon, ob die italienischen Flaschentomaten wirklich “sonnengereift” sind, oder aus einer Almeria-ähnlichen Anlage stammen? Spanisches Obst und Gemüse ist ebenfalls stigmatisiert, weil die Waren automatisch mit “Almeria” in Verbindung gebracht werden, und “Almeria mit “schlechter Qualität” fest im Bewusstsein assoziiert ist.

          Der moderne Mensch richtet sein Qualitätsurteil heute mehr und mehr an Begriffen und Etiketten aus statt auf seinen Körper zu hören, seinem eigenen Geschmacks- und Geruchssinn zu vertrauen (die entsprechend mehr und mehr verkümmern) und seine körperliches Wohlbehagen überhaupt wahrzunehmen. Paulus, dich nehme ich hier explizit aus, du vermittelst zumindest den Eindruck, dass du Qualität unabhängig vom Etikett erkennst.

          “Handwerklich” hingegen wird automatisch mit “guter Qualität” assoziiert, obwohl das bei nüchterner Betrachtung häufig gar nicht stimmt. Mir schmeckt Industrie-Baguette bspw. oft besser als handwerklich hergestelltes, vor allem, wenn die Bäcker während der Tourismuszeit das Baguette zweimal aufbacken, wodurch die Kruste so spröde wird, dass man glaubt, in Glassplitter zu beißen. Auch bei Honig, Marmelade und Joghurt habe ich mit sog. “handwerklichen” Produkten schon daneben gegriffen.

          Die Zahl der zufriedenen Kunden mit Qualität gleichzusetzen, haut leider auch nicht hin, denn der Massenmensch hat eben kein Gespür für Qualität. Deshalb löst der Qualitätsbegriff sich ja auch zunehmend auf bzw. verlagert sich in Begrifflichkeiten und Etiketten.

          Was für die Erzeugnisse gilt, gilt auch für die Produktionsverfahren. BIO wird immer mehr automatisch mit “guter Qualität” und Industrielle LW automatisch mit “schlechter Qualität” assoziiert, obwohl das so ja überhaupt nicht stimmt.

          • Reinhard Seevers sagt

            Ich würde es noch anders formulieren. Die objektiven, messbaren Qualitäten sind für Kunden nicht mehr wichtig, sie werden als Standard vorausgesetzt. Sensorische Qualität und emotional aufgeladene Qualitäten werden medial mit einer Geschichte versehen, um eine Abgrenzung zur Masse zu erreichen. Alles nur Marketing, der Verbraucher wird unter emotionale Drogen gesetzt und ethisch-moralisch in eine Richtung geschoben. So entsteht die große Diskrepanz zwischen tatsächlicher Landwirtschaft und Wunschlandwirtschaft. Es ist auch der Trugschluss das eigene Leben mit der Geschichte von der heilen Welt zu überlagern oder zu kompensieren…..

  3. bauerhans sagt

    ich bin jetzt auch gespalten,hatte gestern meinen ETA hackgutkessel geliefert bekommen und das heizöl kostet nur noch die hälfte.

    • Bauer Willi sagt

      Sehr gut geschrieben. Diese Bilder versteht jeder.

      Wenn die Lautsprecher-Durchsagen nicht mehr kommen, entsteht mit der Zeit Panik. Und dann Chaos und Anarchie…

    • Stadtmensch sagt

      “dabei ist es nicht so, dass wirklich ein großes Unglück über das Land hereingebrochen ist”

      Ihr habt gut reden. Nach mir die Sintflut sag ich nur. Die Katastrophe ist JETZT! Nur schade, dass ihr sie nicht erkennen könnt.

      Ich rechne fest mit zunehmenden Extremwetterlagen.
      Wer soll künftig also die vielen abgedeckten Dächer und weggespülten Straßen reparieren und die umgestürzten Bäume aufräumen (klappt ja jetzt schon nicht)? Wo soll das Kühlwasser für eure schönen Kraftwerke herkommen? Wo wollt ihr eure Rohstoffe her bekommen ohne strategische Partnerschaften und ohne ausreichende Lagerstätten? Was sagt ihr den 80 Prozent “Nutzlosen”, die auch gerne eine Perspektive hätten?
      Diese mehrfach gespaltene Gesellschaft, wo jeder jedem misstraut, wo sich niemand für irgendwas verantwortlich fühlt…wie wollt ihr das mit “Jobben und Shoppen” in den Griff kriegen? Einfach alle weiter sedieren mit Netflix und Lieferando? Das ist euer Vorschlag?
      Einfach immer mehr Hähnchenschenkel produzieren, damit die noch billiger werden und automatisch der Wohlstand steigt – das ist euer Weg?

      Sorry, aber der Achgut-Trigger… fast so schlimm wie bei Glyphosat …

      • Arnold Krämer sagt

        Meinen Sie das ernst mit „Katastrophe JETZT? In Bezug auf Landwirtschaft vermag ich das in der Tat nicht zu erkennen, auf Politikgeschehen und- Gestaltung schon eher.

      • Bauer Willi sagt

        @Stadtmensch

        “Das Ende ist nahe”. Gehören Sie etwa einer Sekte an?
        In den 90er Jahren hatten wir jedes Jahr mehrere Stürme (teils auch Orkane) mit gewaltigen Schäden an unseren Dächern. Seit Jahren nicht mehr. Und die umgestürzten Bäume vor zwei Wochen habe ich schon am nächsten Tag zu Kaminholz verarbeitet.
        In diesem Jahr ein oder zwei Gewitter. Moderater Niederschlag.
        Gut, das dritte trockene Jahr in Folge. Was ist, wenn 2021 nass wird?

        Worüber ich mir ernsthaft Sorgen mache: Waldsterben! Und zwar in gigantischem Ausmaß und niemand redet drüber. Eschentriebsterben, Russrindenkrankheit bei Ahorn, Borkenkäfer, Trockenschäden….

      • Reinhard Seevers sagt

        Stadtmensch, frag lieber danach, wer verhindern soll, dass noch mehr Menschen auf dieser Erde geboren werden……und wer die Reichtümer unter allen gerecht verteilen soll, damit kein Mord und Totschlag auch bei uns ausbricht…..
        Mit Bio wird das jedenfalls nicht gelöst, mit bashing schon gar nicht und mit schlauen Sprüchen urbaner Eliten schon mal gar nicht.
        Auf dem Lande ist Lieferando noch nicht aktiv, ist kein Profit mit zu machen…….ohne Bauern hätten auch die nichts zu liefern.

      • firedragon sagt

        Stadtmensch,
        Wer soll künftig abgedeckte Dächer, unterspülte Straßen und so weiter… Du gibst Dir die Antwort doch schon selber – die 80Prozent Nutzlosen hätten eine Perspektive, ebenso die, die shoppen und nur noch Netflix glotzen. Diese Gesellschaft würde sich dann auch wieder verantwortlich (und nützlich) fühlen.
        Und ja lieber Stadtmensch, wer hart körperlich arbeitet, der braucht auch was zwischen die Kiemen und wenn es Hähnchenschenkel sind.

            • firedragon sagt

              Du Brötchen, (Meine Antwort auf Stadtmensch ist ein wenig flapsiger Natur) die Traubenernte hat sich schätzugsweise innerhalb der letzten 20/25 Jahre um bis zu einem Monat vorverlegt. Heftige Orkane tauchen bisher in D. eher punktuell auf. Freunden von uns hat’s beim letzten großen Sturm um die 25% Wald platt gemacht, andere waren da nicht so stark von betroffen in dieser Region. Dann natürlich noch der Borkenkäfer dazu, kannst Dir vorstellen, da werden erst mal zwei Generationen Geld reinstecken müssen.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Das mit den Hänchenschenkel funktioniert so nicht. Man muss durch Zucht die Hünchen soweit bringen, dass nur noch die Brüstchen wachsen, das sind die Teile, die die meisten Deutschen noch Essen.
        Die andere Möglichkeit wäre, man isst wieder alles vom Hünchen, Knochen müssen nicht verzehrt werden.

  4. fingerphilosoph sagt

    Wenn sich alle Bürger als Autofahrer strikt an die Verkehrsregeln halten würden, wären Verkehrspolizei, Ampeln und 3/4 aller Verkehrszeichen überflüssig. Damit der Verkehr funktioniert, braucht es jedoch Verkehrspolizei, Ampeln und Verkehrszeichen.
    Niemand hält den Auto fahrenden Bürger deshalb für eine gespaltene Persönlichkeit.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Bürger, der Konsument ist. Der Bürger als Konsument kennt die Regeln, allein als Konsument hält er sich nicht dran, wenn die Entscheidung ihm selber überlassen bleibt. Deshalb ruft der Bürger als Konsument nun nach einer Gesetzeslage, die den Konsum mit Ernährungspolizei, Ampeln und Ernährungszeichen regelt. Der Staat reagiert und macht die entsprechenden Gesetze. Dazu ist er ja schließlich da. Diese ewigen Vorwürfe an den Bürger als Konsumenten werden allmählich langweilig, auch weil sie bloß dazu dienen, die wahren Probleme nicht wirklich zu benennen.

    • Reinhard Seevers sagt

      Der Vergleich hat aber mehr als ein Hinkefuß…..
      DER Bürger ruft nach Regelung? Welcher Bürger denn? Evtl. ruft DER Konsument danach? Welcher Konsument ruft danach? Wenn mein Bruder auf seinem Hof Kartoffeln an den Bürger/Kunden verkauft, dann ruft der nur nach Qualität und Preis….sonst hör ich nix.
      Wenn der Bürger dann in sein Auto steigt und gegen die Fahrtrichtung die Straße nutzt, dann hat er gegen eine Regel verstoßen, das ist klar, aber wo ist da der Zusammenhang?
      Wenn der Bürger/Konsument vor dem Laden gefragt wird, ob er für Bio mehr ausgeben möchte und ds bejat, er beim Rausgehen aber eben nicht dieses Produkt im Warenkorb hat, wozu benötigt er dann Regeln, Gesetze oder Ampeln? Er ruft aber nicht…ich höre nur irgendwelche vermeindlichen Vertreter der Konsumenten laut rufen. Evtl. ist die Wahrnehmung inzwischen so vernebelt, dass niemand mehr weiß, wer eigentlich was gefordert hat oder fordert.

      • fingerphilosoph sagt

        DER Autofahrer hat gerade so wenig nach Regeln und Ampeln gerufen wie DER Konsument, aber so wie DER Konsument derzeit nach weniger Käfighaltung, weniger Gülle und mehr Umweltschutz ruft, so hat DER Autofahrer seinerzeit nach weniger Unfällen, weniger Raserei und mehr Sicherheit auf den Straßen gerufen. Diese Rufe nach weniger Unfällen und mehr Sicherheit wurden vom Gesetzgeber dann in Gesetze gegossen.

        Wenn DER Autofahrer seinerzeit beim Autohändler gefragt wurde, ob er mehr Geld für weniger Unfälle und mehr Sicherheit auf den Straßen ausgeben würde, hat er todsicher auch mit JA geantwortet, um sich dann eine Kutsche mit möglichst viel PS unter der Haube zu kaufen. Aber egal, welche Autos sich die Autofahrer gekauft haben, es gab ja dank Gesetzen, Kontrollen, Anschnallpflicht etc. tatsächlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weniger tödliche Unfälle auf der Straße. Entsprechend wurden auch die Autohersteller verpflichtet: zum Einbau von Gurten, Airbag etc.

        • Reinhard Seevers sagt

          Sorry, aber für mich ist das nicht schlüssig….wenn es um Gesundheit der Menschen gehen würde, dann muss man doch nicht für mehr Tierwohl ein Gesetz erlassen? Wenn es um die ethisch-moralische Sicht auf Fleisch geht, ist niemand gefährdet. Es geht doch beim Konsum nicht um Prozessqualitäten und Prozesseinflüsse, die dem Verbraucher als Gefährdungspotential im Wege stehen….tse, tse…

          • Brötchen sagt

            Ja Reinhard ist so, das sind alles Zusatzwünsche.

            Es wird immer noch nach Gesetz gearbeitet.

            Der Grund ist, weil sich die Regierenden selbst nicht mehr an Gesetze halten bzw. die Durchsetzung schlampig regeln, kommt es zu der Situation und der Frust wird an den Schwachen und Minderheiten ausgelassen. Z.B. an den Nazis ;)…

            Ich hatte ja das von Japan verlinkt, da werden Angestellte (Fleischer) über 5 Jahre ohne Versicherung und freie Tage beschäftigt.

            Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und bei uns….naja…
            Lw in der Tierhaltung arbeiten zum Teil auch Rund um die Uhr.

    • Paulus sagt

      Fi-phil, diese ganzen Ampeln und Ernährungszeichen sind nach meiner Auffassung Augenwischerei. Wenn ich nur mal die Wochenendbeilagen durchblättere,lese ich als Herkunftsland eines Produktes häufig gleichzeitig, Südafrika, Uruguay, Chile, Neuseeland etc.; das sind immerhin schon mal drei Erdteile, mit ganz sicher unterschiedlichen Produktionsbedingungen. Noch schwammiger wird es bei verarbeiteten Produkten. Da steht dann lediglich “Hergestellt für Rewe” oder so, damit kann ich nichts anfangen. Eine Liste mit den Zutaten nützt mir auch herzlich wenig, wenn ich diese nur unter einem Mikroskop entziffern kann. Da gibt die Gesetzeslage erstaunlicherweise nichts her. Ich halte es für sinnvoller erst mal solch einfache Dinge im Sinne der Verbraucher zu regeln.
      Das Letzte was ich brauche (oder wonach ich rufe) ist eine Ernährungspolizei, die mir zwecks ideologisch geprägter Zwangsbeglückung vorschreibt was ich zu essen habe. Das entscheide ich immer noch selbst!

      • Reinhard Seevers sagt

        Ich bin auch fest der Meinung, dass die Kennzeichnungen genau das Gegenteil bewirken, als was sie gedacht waren, nämlich informieren. Die Inhalte der Kennzeichnungen sind mittlerweile so vielfältig, dass man auf der Packung schon suchen muss, was eigentlich drin ist. Der Verbraucher verhält sich bei der Wahl des Produktes ähnlich wie in der gesamten politschen Diskussion, je mehr Informationen, umso überforderter und gelangweilter ist er, und deshalb greift er zum einfachen Signal: Preis und Haltbarkeitsdatum.
        Die Informationsgesellschaft ist genetisch noch nicht implementiert.

    • Reinhard Seevers sagt

      Fp: “Diese ewigen Vorwürfe an den Bürger als Konsumenten werden allmählich langweilig, auch weil sie bloß dazu dienen, die wahren Probleme nicht wirklich zu benennen.”

      Was sind dann die wahren Probleme?

      • Arnold Krämer sagt

        Der Staat und nicht nur die Bioverbände sollen Prozessqualität im Sinne der Ökolandwirtschaft garantieren, weil es hinsichtlich der Produktqualität keine Unterschiede gibt. Das geht dann nur über das Ordnungsrecht. Aber davor schreckt die Politik im Moment in letzter Konsequenz noch zurück. Aber der Weg ist vorgezeichnet. Novellierung Dünge-VO, Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO usw. Warten wir mal ab, bis die Grünen auf Bundes_Ebene BMEL und BMU ministeriell besetzen.

        • Paulus sagt

          Genau das scheint mir einer der Knackpunkte zu sein. Die Prozessqualität ist genau so wie im industriellen Bereich völlig uninteressant. Entscheidend ist die Produktqualität, also das was am Ende dabei heraus kommt. Wenn es dort keine Unterschiede zwischen konvi und öko oder bio gibt ist alles vorher gegangene, was die Produkte unnötig verteuert kalter Kaffee.

      • fingerphilosoph sagt

        Die wahren Probleme bestehen darin, dass nach der Handarbeit nun auch die Kopfarbeit mechanisiert und industrialisiert wird. Der Straßenverkehr ist ein Beispiel dafür, wie dies praktisch umgesetzt wird. Im Straßenverkehr sind keine “individuellen Lösungen” mehr gefragt. Jeder verhält sich verkehrskonform, mechanisch, wie ein Bauteil in einer gigantischen Maschine. Ampel rot, Kopf lässt Fuß automatisch auf die Bremse treten. In letzter Konsequenz führt diese Entwicklung zum selbstfahrenden Auto.

        Was derzeit passiert, ist, dass sowohl auf der Erzeugerseite wie auch auf der Verbraucherseite die individuellen Lösungen verschwinden. Ebensowenig wie dem Landwirt selbst überlassen wird, wie, wo, was er wann produziert, wird dem Verbraucher überlassen, wie, wo, was er wann konsumiert. Beide Seiten werden mit einem ständig wachsenden Wust von Vorschriften und Regeln überrollt, die sowohl das Verhalten des Einen wie des Anderen immer mehr normieren und standardisieren. Um diese Normierung und Standardisierung zu verschleiern, wird dem Verbraucher eine Auswahl geboten, die in Wirklichkeit keine ist, weil die Produkte im Supermarkt alle nach denselben Standards erzeugt wurden, und dem Erzeuger wird vorgegaukelt, dass Direktvermarktung eine Option ist. Doch das sind nur Tricks, um den Prozess der Standardisierung/Vereinheitlichung voranzutreiben. In letzter Konsequenz führt diese Entwicklung zu einer Art künstlichen Ernährung, wo jeder von Mama Staat sein Fläschchen mit den optimalen Nährstoffen erhält.

        • Reinhard Seevers sagt

          Naja, das ist jetzt ein wenig weit hergeholt FP……der Kunde, der bei meinem Bruder auf dem Hof einkauft, der weiß sehr wohl, was er kauefen möchte und moniert sofort, wenn die Kartoffelbeutel nicht nach seinem Gusto sind. Insofern kann er sich selbst ein Bild der Qualität, der Menge und des Preises machen…er kann es aber auch lassen, er ist frei in seiner Entscheidung.
          Und wenn der Qualitätsstandard nicht so wäre, wie er wäre, dann würden die Kunden bei der Konkurrenz kaufen.
          Wenn es um verarbeitete Lebensmittel geht, dann könnte ich dir evtl. folgen……

    • Bauer Willi sagt

      Der Bürger ruft nach einer Gesetzeslage?? Das ist mir neu. Das machen vielleicht ein paar Interessenverbände (NGO), aber doch nicht der normale Bürger.
      Und jetzt sagen Sie bloß nicht, dass die NGO die Meinung der Bürger vertreten… Dann spring ich aus dem Hemd!

      • firedragon sagt

        …Selbstverpflichtungshypothese, so ein schönes Wort, will mir gar nicht mehr aus dem Kopf …

      • fingerphilosoph sagt

        @ Bauer Willi

        Die Generationen X, Y, Z, die Millenials und die XXLs, vertreten durch ihre Symbolfigur Greta, sind durch Schulunterricht, Kinderfernsehen, Kinderbücher usw. permanent auf die grüne Religion hin indoktriniert und getrimmt worden. Die Kids, Youngsters bis hinauf zu den 40jährigen haben längst verinnerlicht, dass es mit dem Klima, der LW und der Ernährung so nicht weitergehen kann. Diese Generationen reagieren auf Stichworte wie “Massentierhaltung”, “Bienensterben”, “Glyphosat” und “Gülle” wie der Pawlow’sche Hund aufs Glöckchen und die NGOs machen in Dauergebimmel. Das hinterlässt freilich Spuren. Es ist nicht so, dass die NGOs die Meinung der Bürger vertreten, sondern umgekehrt: die Bürger vertreten inzwischen die Meinung der NGOs. Passen Sie also schön auf die Knöpfe auf, wenn Sie aus dem Hemd springen.

        • firedragon sagt

          🙂fingerphilosoph….es gibt da schon noch Ausnahmen, was Deine Generationen betrifft. Guckst Du bei den Normalos oder der LW bspw..

        • Arnold Krämer sagt

          Die Analyse hat was. Die Jugend auf dem Land ist allerdings nicht nicht ganz so indoktriniert.
          Aber steter Tropfen höhlt den Stein.

        • Bauer Willi sagt

          Zwei Knöpfe sind schon abgesprungen…. 🙂

          Nein, die NGO sind international agierende Konzerne, die genau so denken und planen wie Konzerne nun mal denken und planen. Die überlegen jetzt schon, wie sie in 2021 ihren “Schäfchen” die Wolle abnehmen, ohne dass die das merken. Das Blöde bei uns Bauern: wir sind nicht kampagnefähig. Und unsere Berufsvertretung ist zu altbacken.

          Das mit der Indoktrination und dem Pawlowschen Glöckchen sehe ich auch so. Artikel mit “Glyphosat” im Titel geben immer angeregte und aufgeregte Diskussionen und viele Aufrufe auch bei “Bauer Willi” 🙂

          Aber irgendwann verliert sich auch das.

          • fingerphilosoph sagt

            Ja, klar sind die NGO international agierende Konzerne. Und es ist eben eine neue Generation von Konzernen, die mit ihren “disruptive innovations” den alten Konzernen der Rockefellers, Daimlers, Thyssen-Krupps und RWEs den Kampf angesagt haben. Es sind Konzerne wie Google, Amazon, Microsoft, deren Einfluss ungleich direkter und größer vor allem auf die jungen Generationen ist und die weit größere Massen bewegen können als die alten Konzerne. “Grün und nachhaltig” ist das, was all diese Konzerne miteinander und auch mit den NGOs verbindet.

            Das geht nicht vorüber wie Zahnweh, denn es handelt sich um einen groß angelegten Umbau der Gesellschaft. Kein neuer Machthaber, der was auf sich hält, übernimmt einfach die von den Vorläufern geschaffenen Strukturen, sondern schafft etwas Neues, ganz egal, ob das nun besser oder schlechter ist, denn darum geht es gar nicht. Sondern darum, der eigenen Macht eine Gestalt zu verleihen. Das tut man heutzutage, indem man immer noch größere Menschenmassen wie ein Orchester dirigiert oder sie wie dressierte Hündchen springen lässt.

            Wenn sich das wieder verliert, wird die Gesellschaft eine andere sein und die LW in der jetzigen Form wird es nicht mehr geben. Die Nahrungsmittelproduktion wird in 50 Jahren in die städtischen Strukturen integriert und der Gegensatz Stadt vs. Land aufgehoben sein.

            • Brötchen sagt

              FP die NGO spielen noch eine andere Rolle, es wird “Demokratie” ins Privatrecht verlagert und die umgehen die eigentlichen demokratischen Strukturen!

              Im Prinzip ist z.B. der Bundestag zu einem reiner Abnickverein verkommen.
              Die Agenda bestimmen die NGO, die aber demokratisch nicht legitimiert sind.
              Jedenfalls nicht nach transparenten Spielregeln.

              • Stadtmensch sagt

                “Im Prinzip ist z.B. der Bundestag zu einem reiner Abnickverein verkommen.”

                Das sind doch alles Vorurteile. Verfolge doch mal die Debatten auf Dlf, wenn es um strategische Entscheidungen für die Rohstoff- und Energieversorgung von morgen geht. Da sitzen Vertreter von Politik, Wirtschaft und meinetwegen auch mal ein NGO-Mensch und diskutieren ohne Schaum die Möglichkeiten, Risiken, Fehlentwicklungen…

                Oft interessant. Ist mir lieber als dieses Oswald-Spengler Geheule bei Achgut und Tichy oder wie sie alle heißen..

                • Brötchen sagt

                  Naja die haben jetzt schon “Umwege” eingebaut, die zwar alle rechtens sind, aber das normale vom GG vorgesehene Prozedere wird umgangen.

                  Das sind zwar alles nur “optische” Dinge, aber es fängt im kleinen an und hört im großen auf.

                  Jeder hat so seine Vorlieben, wie er sich informiert und ich bin nicht so oft auf den neurechten Medien, manchmal steht da wirklich nur halbgarer Käse.

                  Aber man kann ja wählen, man muss ja nicht alles lesen.

                • Stadtmensch sagt

                  “ich bin nicht so oft auf den neurechten Medien,”

                  Ja, kann man machen. Für michist das nix mehr. Erzkonservative Kritik an naiven Öko-Bewegten findet man wohlbegründet auch im professionellen Journalismus. Was mich immer stört bei den Meinungsblog ist, dass Dinge ohne konkreten Bezug behauptet werden: Sowas etwa: “Naja die haben jetzt schon „Umwege“ eingebaut,”

                  Natürlich sehe ich auch, dass es der Bundestag nicht hinkriegt sich gesund zu schrumpfen und damit ohne Not für “Politikverachtung” sorgt, oder dass Mitarbeiter der BAFIN-Behörde mit WireCard Aktien (trotz angeblicher interner Kontrollstrukturen) gezockt haben und deshalb wohl kein Interesse an ihren tatsächlichen Aufgaben hatten. Sowas kommt aber alles im “Staatsfunk”. Der Bürger könnte jetzt statt zu meckern etwas politischer werden und sich für das Treiben etwas mehr interessieren. Soweit jedenfalls, dass er wegen “gefühlten Unmuts der in Meinungsblogs multipliziert wird” nicht wild um sich schlägt und dabei alles kaputt geht…
                  Siehe Amis, an die Evangelikalen kommst du nicht mehr ran mit Argumenten

                • Brötchen sagt

                  Stadtmensch, Du kannst mir schon glauben, das ich Rechtskenntnisse habe und das ist nicht nur Bullshit was da geschrieben wird.

                  Es ist nicht grob rechtlich falsch, es ist eine Frage der pol. Kultur und des pol. Stils!

                  Und da ist einiges eingerissen, wo es Zeit für einen Wechsel wird!

                  Und die Ursachen liegen nicht nur bei den sogenannten “Neurechten” die liegen auf der Gegenseite! Die “Neurechten” sind nur das Symptom.

    • bauerhans sagt

      “Deshalb ruft der Bürger als Konsument …..”

      nach gut und günstig!!
      wer will,kann gerne teuer einkaufen.

  5. Thomas Apfel sagt

    Im Grunde ist die Diskrepanz zwischen Kaufverhalten und Anspruch an Politik für vernünftige Rahmenbedingungen zu sorgen nichts anderes, als das was der Handel macht. Er versucht die medial angeprangerten Umstände in der Produktion voll auf den Erzeuger/Verarbeiter umzulegen und das in der Aussendarstellung als seine Leistung erscheinen zu lassen. Gekauft wird aber bei dem, der das günstigste Angebot macht, oder aber das günstigste Angebot wird als Druckmittel eingesetzt. Das ist möglich, weil schon die Grundstandards an Hygiene, Schadstoff-Freiheit und Herstellung so hoch sind, dass überhaupt kein Risiko besteht sich mit billigerer Ware tatsächlich einen (körperlichen) Schaden zuzufügen. Das wird wie beim Handel im Einkauf auch bei den Kunden im Einkauf zumeist gnadenlos umgesetzt. In beiden Fällen, weil die eingesparte Differenz in der eigenen Tasche landet und den Spielraum für andere Dinge vergrößert. Wenn ich das Gefühl habe, dass bestimmte Dinge (gefühlt oder real) besser sind und ich denke, dass MIR das guttut/schmeckt usw. gebe ich dafür auch mehr Geld aus. Wahlentscheidungen werden von ganz anderen Überlegungen getragen, respektive genau davon was Parlamentarische Demokratie ist: das Übertragen der Verantwortung für die Gestaltung der Rahmenbedingungen auf eine Gruppe, die meiner Interessenslage und meinem Wohlfühlanspruch am nächsten zu stehen scheint.
    Die Gefahr sich körperlichen Schaden zuzufügen ist übrigens “natürlicherweise” bei Biowaren grösser als bei konventionellen Produkten (siehe EHEC und Bio-Sprossen und deutlich häufigere Fälle von Salmonellen und Listerienbefall). Auch das beeinflusst Kaufentscheidungen, zumal die Meisten verlernt haben, neben dem Verfallsdatum auch noch die anderen Sinnesorgane zur Beurteilung von verdorben oder noch gut einzusetzen.

  6. Paulus sagt

    Obstbäuerin, zum Glück ist es nach meiner Wahrnehmung noch anders, und zwar völlig anders!
    Wer auf den Bioschwindel hereinfällt läuft Gefahr sozial ausgegrenzt zu werden, bzw. sich selbst sozial auszugrenzen.
    Wir haben einen ziemlich großen Bekannten- und Freundeskreis. Ich kann dir sagen was die von diesem ganzen Biogedöns halten. Das sind Leute die durchaus auf gesunde Ernährung achten und nicht unbedingt Geringverdiener.

    • Brötchen sagt

      Paulus ich habe mir jetzt seit langer Zeit Mal wieder was aus dem Biomarkt geholt
      https://quarkwerk.com/
      Ganz lecker…..durch Zufall entdeckt.

      Ist leicht gepresst er Quark mit leichtem Schokoüberzug, nicht zu Süss gut abgeschmeckt……wird in Lettland hergestellt.

      Macht satt.

      Gute Produktidee jetzt abseits biogedöns und so..

      https://youtu.be/cemG2xWh0Vs

      Auch interessant, da du ja Fleischexperte bist….

  7. Oberländer sagt

    Der sogenannte Verbraucher kann sich alles genau so bestellen
    wie er es haben möchte ,
    wenn er BEZAHLT bekommt er geliefert.
    Das ist überall so .
    Die einzige Ausnahme soll die Lebensmittelproduktion sein ?
    Wer das glaubt ist ein Idiot !
    Es besteht KEINERLEI Grund geltungssüchtige Professoren ,
    Kirchen Ethiker, gestrauchelt Hilfslehrer, Studienabbrecher
    und sonstwie vernachlässigte Tierrechtlerinnen uä.
    Ernsthaft zur Zukunft der Landwirtschaft zu Rate zu ziehen.

    Wer sich von diesen Tagträumern Rat holt ist am falschen Platz !

    Wer sich weigert dies ein zu sehen handelt vorsätzlich.

    Wer weiterhin gute und günstige Lebensmittel will sollte dafür
    sorgen das dem Bauern bashing schnellst möglich ein Ende
    bereitet .

  8. “So waren zum Beispiel in Kalifornien 2008 63% der Wähler gewillt ein Verbot von Legebatterien zu unterstützen, obwohl weniger als 10% der dort gekauften Eier aus käfigfreier Haltung stammten”

    Ich denke das liegt an der Bequemlichkeit des Menschen, er will die Verantwortung dafür abgeben.
    Wenn die Käfighaltung abgeschafft ist, dann kaufen er/sie auch teurer Eier!
    Bis das gelöst ist, wir die Landwirtschaft oder der einzelne Bauer dafür verantwortlich gemacht!

        • Aber die sind doch aus tierschutzrechtlichen Gründen hier abgeschafft.

          Da macht doch eine Eierpackung mit die Henne und Gockel im buntblühendem Grasgarten (Freilandhaltung fettgedruckt drübergeschrieben) schon viel mehr aus, dafür wird auch mehr gezahlt.
          Eine Illusion?
          Nein, ich denke was draufsteht muss auch drin sein, nur den Gockel braucht man nicht dazu. Aber die Eier sind dafür etwas teurer.

          Aber es suggeriert trotzdem all unsere Eier würden so produziert werden, wenn man die der Verarbeitungsindustrie (Bäcker usw.) nicht mitzählt.
          Denn die sind alle im Tetrapack und so billig wie möglich, bestimmt aus Käfighaltung. Eben aus dem Ausland, denn bei uns gibt es die ja nicht mehr.
          Doch eine Illusion?
          Durch diese künstlichen Illusion sind wir irgendwie nicht mehr richtig “geerdet” und wir brauchen Erlebnisevents.
          Wie das Einkaufserlebnis.

          Nehmen wir uns das durch den Interneteinkauf auch noch?

        • Christian Bothe sagt

          @bauerhans,genau so ist es! Eier aus der Käfighaltung haben einen höheren Hygienestatus als aus der Bodenhaltung. Das war auch einer der Gründe warum sich diese Industrie in Holland als erstes etabliert hatte. Die Leistungen/Henne waren und sind entsprechend. Das Aussehen der Tiere allerdings nicht…

  9. Brötchen sagt

    Man lese mal diesen treffenden Beitrag und die Kommentare, wenn man einen Riecher der Stimmung im Volke (deutschen) bekommen möchte, auf dem Lande, wenn wir hier über Produzenten- Konsumer Gap diskutieren.

    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/goergens-feder/leute-die-ihre-lebensart-zurueck-haben-wollen-politisch-heimatlos-gewordene-gruene-und-andere-nichtwaehler/

    Auch das Bildinterview von Jan Joseph Liefers sollte man sich ansehen.
    Manchen steht das Wasser bis zum Hals in der großen Stadt und Grüne laufen über…..

    • Stadtmensch sagt

      Na ich weiß nich brötchen…
      Die dürfen alle wählen. Das bereitet mir zumindest etwas Unbehagen: https://www.youtube.com/watch?v=bCaTX7gd32E

      DIE sehen sich als sowas wie Bündnis90 reloaded? Bürgerrechtsbewegung?
      Für mich ist das nichts als Wohlstandsverwahrlosung.
      Jeder dieser Individualisten stellt sich auf die Hinterbeine und quakt was anderes. Die einen wollen den Kaiser wieder und die anderen wenigstens Putin. Einer schlimmer als der andere. Und wenn du eine konkrete Frage stellst kommt irgendwas von DNA und google mal.
      Ich hab keine Ahnung wie groß bei diese Menge verwirrter Menschen der Einfluss von irgendwelchen Bots auf Fratzebuch und Twitter ist, aber hier würde ich ansetzen, wenn ich elegant beim Mitbewerber Chaos verursachen will.

        • Reinhard Seevers sagt

          Das sind die prozentualen Anteile der Bevölkerung, die die Gesellschaft ertragen und mit durchschleppen muss.
          Mein Chef sagte einmal, auf meine Frage, ob man Kollegen, die ständig Freitags und Montags krank seien, in der Woche nichts gebacken bekommen und immer nach Lohnsteigerung rufen, ob diese Menschen in der freien Wirtschaft einen Job hätten…..
          Der öffentliche Dienst habe auch einen sozialen Auftrag, deshalb “nehmen” wir diese Menschen mit!
          ……OK, und dafür muss man sich auch solchen Schwachsinn anhören lassen…..

          • Richtig, die denken ja für uns mit,
            So viel sogar, dass sie den Gang zum Friseur vernachlässigen.

            Ist das nichts?!?

    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Brötchen , tichyseinblick ist nicht so mein Ding. Da ist zuviel Spekulation verborgen die mir nich wirklich gefällt.

  10. firedragon sagt

    Ich bin immer wieder überrascht, dass es für Gedankengänge, die man so hat, auch Begriffe gibt.
    Selbstverpflichtungshypothese; das Wort und die Beschreibung zu diesem Begriff sind mir neu, aber interessant.

  11. Berthold Lauer sagt

    Am Montag auf “Arte” : “Die Lebensmitel-Retter”! War zwar glaube ich Wiederholung, aber für mich zum ersten mal. Passt vllt auch nich ganz zum heutigen Beitrag, aber für mich symptomatisch in der Diskussion um die Bereitschaft zu höheren Preisen. Dabei geht es auch nicht um Kritik an den Tafeln, sondern um die Geschäftsmodelle wie SIRPLUS in Berlin oder MATSMART in Schweden. Beide “retten” Lebensmittel und verkaufen sie dann “günstig” an jedermann! Matsmart liefert nach Internetbestellung frei Haus. Aussage einer Kundin: “Ganz tolles Gefühl, Lebensmittel gerettet, vieles sogar in BIO, frei Haus geliefert, und sogar nur halb so teuer als wenn ich selbst im Supermarkt einkaufen würde”

    • Lieschen Müller sagt

      Das finde ich auch irgendwie zweifelhaft. Man rettet also Lebensmittel, die eigentlich gar nicht hätten erzeugt werden dürften. Irgendwie schräg. Der LEH freut sich, keine Entsorgung. Und die Menschen essen dann diese ganzen Konserven und Toastbrote und Salatdressings?

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Aktuell werden alle Bestellungen via dem Klimaneutralen Pakettransport von DPD verschickt. Auch der deutschlandweite Versand ist seit einiger Zeit bei uns möglich und erreicht dank DPD alle Haushalte zuverlässig. In der Regel dauert die Zustellung 2-5 Werktage.

        Für die Paketzusteller, welche die Pakete bis in den 4 Stock zustellen müssen interessiert sich kein Mensch, davon spricht niemand, dass die auch nur 9,35 verdienen, nur die Schlachter werden bedauert.

    • Aber der Schaden hat ja der Handel, der dann diese Lebensmittel nicht mehr verkaufen kann, weil die Nutzer mit reinem Sparsamkeits- oder Umweltgewissen, sie ja nicht mehr kaufen brauchen. Das tolle Gefühl, Lebensmittel zu Retten aus Sparsamkeits- oder Umweltgründen ist uns vielleicht angeboren oder anerzogen?
      Machen wir mehr oder weniger vielleicht auch unbewußt!

    • Paulus sagt

      Gibt es in Köln auch schon. Die verkaufen alles was sich sonst nicht mehr vermarkten lässt.
      Die Gutmenschen bezahlen dafür für genau so viel wie für die HK 1 im SB Markt.

  12. bauerhans sagt

    “geiz ist geil” der verbraucher und “was kümmert uns wirtschaftlichkeit” der bürokraten sind die entscheidenden devisen im moment.
    die politik hat absolut keine antworten darauf!

    • Uns ist allen früher in der Schule vorgemacht worden
      dass wir soziale Marktwirtschaft haben,
      da regelt sich angeblich alles von selbst.

      aber die Natur und die die natürlichen Ressourcen halten sich nun mal nicht daran!
      Da hat der Ludwig Erhard nun mal nicht dran gedacht!

      Oder geht diese gar auf Kosten der Ökologie?

      • Oberländer sagt

        Eine soziale Marktwirtschaft war einer der wichtigsten
        Punkte der BRD nach dem Krieg.
        Niemand wollte einen Wildwest Kapitalismus und auch
        keinen Sozialismus !
        Eine soziale Marktwirtschaft muss aber sehr Fakten orientiert
        gesteuert und geschützt werden.
        Sie ist kein politischer Affenstall in die jede Farbe gemischt werden kann bis am Ende nur noch braune Brühe übrig
        bleibt.
        Sie muss nach außen geschützt , nach innen erklärt und von
        allen gelebt werden.

  13. Lieschen Müller sagt

    Es ist wohl Soziologie: “wenn alle gezwungen sind, Bio zu kaufen, mache ich es auch. Sonst bin ich ja der einzige Gelackmeierte, der das bezahlt”. Früher gab es das Fegefeuer als freundliche Erinnerung, die Moral mit den gewünschten Verhaltensweisen aufrecht zu erhalten. Das fällt ja jetzt weg. Und an eine mögliche Verschlechterung der Lebensbedingungen durch ökologischen Raubbau will ja auch keiner glauben. Es könnten ja auch alle die allgemeinen Regeln dieser Welt einhalten, tun sie aber nur unter Androhung drakonischer Strafen (Kinderpornografie! Betrug!).
    Also, sobald das Parlament beschließt, wir steigen auf Bio um und alle bezahlen, denke ich, wird das funktionieren. Nur “die Politik” will nicht.

    • Reinhard Seevers sagt

      Ich glaube eher, dass das Volk spürt, dass nach dem Paternalismus hinsichtlich der Ernährung ein weitaus größerer folgen könnte, der ihnen das Leben erheblich einschränken wird….deshalb handeln sie gefühlt anders, als sie öffentlich kundtun. Es ist eine Art des “Hand vor die Augen, du siehst mich nicht”-Effekt.

      P.S. Kinderpornografie im Zusammenhang mit der Ökologie zu bringen ist irgendwie gaga oder?

      • firedragon sagt

        (PS Anhang zu Lieschen Müller) Hatte ich für einen kurzen Moment sogar noch schräger verstanden…bisschen auf Textzusammenstellung achten – wenn’s keine Umstände macht.

        • Lieschen Müller sagt

          Das war gerade ein großer Fall, deswegen fällt mir das ein. Da ist es ja auch nie jemand, der sich fehlverhält.
          Dem Volk geht es halt gut, mit Übergewicht, mit Tabletten, mit den ganzen Abhängigkeiten. Aber sie stehen Impfungen “kritisch” gegenüber. Sie wollen sich zu Tode fressen und am Ende sagen sie “das wusste ich nicht”.

          • Obstbäuerin sagt

            An Überheblichkeit kaum zu übertreffen, Lieschen Müller. Da fällt mir nur die Sache mit dem Stein ein.

            • Lieschen Müller sagt

              Wirf ruhig, wenn du ein ruhiges Gewissen hast. Es ging einfach nur um Beispiele, in denen sich Menschen anders verhalten als sie bei Umfragen angeben, sich zu verhalten. Gesetze und soziale Kontrolle, sonst geht nichts.

              • Obstbäuerin sagt

                Das hört sich doch fast ein wenig diktatorisch an. Bio per Gesetz und wer sich nicht dran hält wird sozial ausgegrenzt oder habe ich das falsch verstanden?

              • firedragon sagt

                Frau Müller, gerade die derzeitige, von Politik gerne gesehene, “soziale Kontrolle” sollte einem dann doch mal zu denken geben.
                Das eigene moralische Verhalten erlernt man, im Idealfall, in der Kindheit von seinen Eltern und dazugehörigen Umfeld.

  14. Reinhard Seevers sagt

    Zitat aus d Text:”Wir sollten die Meinung der Menschen als Konsument*innen und als Wähler*innen sehr ernst nehmen, um unsere Agrar- und Lebensmittelsysteme weiterzuentwickeln.”

    Hier wird einfach die geäußerte Meinung als Maßstab postuliert, nicht die tatsächliche Konsumentscheidung. Chapeau, dann ist ja die Wahrheit gut kanalisiert und vorgegeben.

    • Ganz recht,
      Kann man so reale Politik machen?
      Leiden diese Wähler nicht auch an gespaltener Persönlichkeiten?

      Da sollten doch die Fachleute aus der Landwirtschaft auch zu Wort kommen.

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