„Der ist ja nur ein Nebenerwerbslandwirt“. Haben Sie diesen Satz auch schon mal gehört? Ich schon, denn ich war mein Leben lang „nur ein Nebenerwerbslandwirt“. Was kaum einer weiß: mittlerweile werden mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet. Statistisch gesehen sind somit Vollerwerbsbetriebe in der Minderheit. Der nachfolgende Link nennt die Zahlen, auch aufgeschlüsselt nach Regionen, denn da sind deutliche Unterschiede festzustellen.
https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/starker-trend-hin-zum-nebenerwerb-landwirte-immer-alter-20021821.html?
„Nur“ Nebenerwerbslandwirt zu sein hört sich nicht gut an, besonders wenn der Spruch von Berufskollegen kommt. Er hat irgendetwas Abwertendes, so als wäre man nicht ganz „für voll zu nehmen“.
Wie denken wohl unsere Mitbürger darüber? Meine Erfahrung: es interessiert sie nicht. Wenn ich nachmittags mit dem Trecker übers Feld fahre, bin ich für sie genau so ein Bauer/Landwirt wie jeder andere auch. Gut, mein Trecker ist vielleicht etwas kleiner und auch etwas älter. Aber das macht mich nicht unsympathischer.
So wie der Bauer auf dem Bild macht es übrigens heute keiner mehr. Zumindest nicht in Deutschland. Nicht mal ein Nebenerwerbslandwirt….


Landwirt im Nebenerwerb oder Haupterwerb – Europa hat in den letzten Jahen Millionen Landwirte verloren 🙈 – wir sollten froh sein über jeden Bauern den wir (noch) haben 🙏🙏🙏
Europa/wir (?) müssen mit weniger lw. Flächen auskommen, daß ist das Problem.
warum das?
Wegen Strassen- und Bauland?
wenn ein Nebenerwerbslandwirt aufhört, pachtet ein Vollerwerbslandwirt das Land.
Nein, ein anderer Nebenerwerbslandwirt mit mehr Geld…😉
@Peter ja das ist verstärkt seit den 90er Jahren zu beobachten. Seit dieser Zeit übernehmen Nebenerwerbslandwirte auch Flächen von anderen Nebenerwerbslandwirten und ihre Angestellten bewirtschaften die Flächen. System Holding an Holding und seit den 90ern bedienen sich einige mit Kontakten beim Nebenerwerbslandwirt Vater Staat. Wird „Vielfalt der Agrarstruktur“ genannt.
eines der letzten Bsp
https://www.agrarheute.com/politik/investor-kauft-xxl-agrarholding-politik-schaut-weg-636522
Bei Kartoffel z.b. ganz schwierig beim Einsatz von Wachstumsregler kommt es auf optimale Bedingungen an (ganz enges Zeitfenster).Auch schwierig die beim Kartoffelkäfer schnell ist der Schaden da .Beim Sparge mit durchgehender Ernte auch nicht möglich nebenbei. Bei der Frostberegnug wo man Nachts wach ist geht am nächsten Tag auch wenig.
Im Landkreis Waldshut hat sich ein Ehepaar kürzlich einen kleinen Hof gekauft von Erben. Der Vater war wohl ein Landwirt, der Zahnarzt wurde und im hohen Alter starb. Diesen kleinen Hof wollen sie als Biohof wieder aktivieren. Dies geht, aber ist für das Amt nicht ganz einfach, denn das ist anscheinend schon seit ewiger Zeit nicht mehr passiert, dass jemand einen Betrieb eröffnet.
Die Käufer sagten mir, dass es hier fast unmöglich sei, einen Hof zu kaufen (Geld war genug vorhanden) weil alle Betriebe ihr Land verkaufen oder verpachten, aber die Hofstelle behalten.
Smarti, die Problemlage des „Wunsch-Bio“ Hofes ist nicht deutlich erkennbar. Die Lage im Raum, also Außenbereich oder Dorfgebiet ist schon mal ausschlaggebend. Im Außenbereich wird die Nutzung der Hofstelle zu landw. Zwecken nur möglich, wenn es sich um einen landw. Betrieb gem. BauGB handelt und eine nachhaltige Bewirtschaftung nachgewiesen wird. Im Innenbereich wäre die Nutzung der Gebäude eigentlich frei wählbar entsprechend der gesetzlichen Bestimmung gem. Bauplanungsrecht.
Ich kenne zwei Nebenerwerbslandwirte mit etwas Ackerbau, die als Maurer und Zimmermann hart arbeiten. Beide haben einen Maschinenpark 😉 aber warum nicht, das haben sie sich hart erarbeitet. Auch bei den Landkäufen bieten sie deutlich mehr, aber immer noch lieber sie als die Schweizer – denn dann ist das Land weg.
Auf die Frage von Peter, ob es denn richtig sei, die Nebenerwerbslandwirtschaft mit landwirtschaftlicher Förderung zu unterstützen möchte ich antworten. Nicht die Allgemeinheit unterstützt/ fördert diese Nebenerwerbslandwirte, sondern im Gegenteil: der Nebenerwerbslandwirt mit seiner Familie – die dann oft auch mitarbeitet, damit es klappt, subventionieren den Lebensmittelhandel nicht nur mit „fast-gratis-Arbeitskraft“ sondern gleich auch noch mit dem eigenen Lohn, der gänzlich in den Hof fliesst. Statt Ferien in so uns so, Fitnesstudio und Co, verbringt dieser Landwirt fast die gesamte Freizeit mit der Pflege von Land und Tieren. Pro Hektar Land wird er in unserer Gegend auch mehr Lebensmittel produzieren als der Vollerwerb mit Biogas.
In unserer Gegend hörten Pensionspferdebetriebe mit guter Ausstattung auf, weil sich die Betreiber nicht mehr mit Niedrigstpreisen abspeisen lassen, weil die Kundschaft nicht mehr bezahlen will oder kann. Denke, das wird in der nächsten oder übernächsten Generation auch in der übrigen Landwirtschaft so passieren.
Nebenerwerbslandwirte haben auch mehr Zeit für so etwas:
https://www.youtube.com/shorts/-Qz8RwmPaHE
Das hat mir Yt gerade angeboten. Auch wenn man nicht mehr der/die Jüngste ist geht noch was.
Heute früh hatte ich überlegt meinem Sohn zu raten in die Tanzszene rein zu gehen. Der hatte schon diverse Beziehungen, bringt aber dauerhaft nix auf die Beine.
Dort sind mir ne Menge Frauen mit Niveau über den Weg gelaufen. Ärztin, Lehrerin. Museumsdirektorin, Professorin, Rektorin,Psychologin,….
Es heißt nicht „nur“ Nebenerwerbslandwirt, sondern IST Nebenerwerbslandwirt.
Sicherlich gibt es da verschiedene Konstellationen. Mir sind nur folgende bekannt.
Der Nebenerwerbslandwirt, ist irgendwo ein AN. Das bedeutet, er ist über den AG versichert. Diese Kosten müssen schon mal nicht vom landwirtschaftlichen Betrieb erwirtschaftet werden. Durch den AG hat der AN sein monatliches Einkommen, was er für sich privat verwenden kann (Lebensmittel, Urlaub, Auto usw.). Diese Ausgaben müssen ebenfalls nicht vom landwirtschaftlichen Einkommen gedeckt werden. Außerdem hat der AN bezahlte Urlaubstage durch den AG, diese Tage werden u.a. für die landwirtschaftlichen Spitzenarbeitsbelastungen, wie z.Bspl Ernten, herangezogen.
Landwirtschaftlicher Nebenerwerb bedeutet nicht, dass es sich um einen ‚Klitschbetrieb‘ handelt, ganz im Gegenteil. Wirtschaftet dieser Betrieb gut, können alle landwirtschaftlichen Einnahmen in z.Bspl Maschinen, Landkauf, Gebäudeinstandhaltung usw. fließen.
Diese Art von Landwirt lebt i.d.R. wesentlich entspannter, da er sein Sicheres über sein AN Verhältnis generiert, mit dem er monatlich kalkulieren kann.
Ich würde sagen, das ist eine gewisse Planungssicherheit, die ein Vollerwerbslandwirt in dieser Form so, nicht hat.
Statistiken, die aufgrund staatlicher Gesetze erstellt werden, sollen die Wirksamkeit oder die Notwendigkeit staatlichen Handelns „beweisen“. Sie werden argumentativ entsprechend unterschiedlicher Interessen verwendet.
Viele Statistiken im Agrarbereich sind mittlerweile aber äußerst fragwürdig geworden und teilweise zum Selbstzweck verkommen.
Das liegt vor allem daran, dass die sozioökonomischen Strukturen schon länger nicht mehr den Verhältnissen früherer Jahrzehnte entsprechen.
1. Landwirte haben nicht nur Einkünfte aus Landwirtschaft, sondern oft auch Einkünfte aus Gewerbe, aus Vermietung und Verpachtung, aus außerlandw. Kapital usw. Es gibt lt. Steuerrecht insgesamt 7 verschiedene Einkunftsarten.
2. Es gibt auch in der Landwirtschaft mehr und mehr andere Unternehmensformen als den traditionellen Einzelbetrieb (z. B. GbR, KG, GmbH) und das nicht selten parallel zu diesem.
3. Ehefrauen der Landwirte gehen heute oft ihren erlernten außerlandw. Berufen nach. Als Lehrerin z.B. verdienen sie dann manchmal mehr als der auf dem Hof tätige Vollerwerbslandwirt.
4. Auf den Höfen existieren nicht selten mehrere steuerlich getrennte Einheiten, vom Senior, dem (potentiellen) Hofnachfolger, dem/den Ehepartner(n) oder auch gemeinsam geführt. Einzelne Einheiten könnten laut gängiger Definition im Nebenerwerb geführt sein.
5. Etliche Statistiken basieren z.B. auch auf Selbstauskünften (z.B. Agrarstrukturerhebung) und sind wenig repräsentativ.
6. Landwirtschaftliche Einkünfte sind oft stark schwankend, so dass die Definition von Nebenerwerbslandwirtschaft über Einkommensanteile nicht hilfreich ist.
Sehe ich genauso: die Vereinfachungen der Statistik werfen überhaupt nicht vergleichbare Betriebe in einen Topf. Mit „Nebenerwerbler“ wird ja auch landläufig „weniger intensiv“ konotiert. Ich kenne Beispiele für hochintensive „Nebenerwerbler“ wie auch Beispiele für extensiv. In Summe würde ich allerdings vermuten, dass die Flächenerträge (monetär) schon unter denen der Haupterwerbler und Gesellschaften liegen.
das war früher so, als diese Landwirte zu wenig Ausbildung bekommen haben, oder und sich schon beruflich anders ausbilden liesen und ohren ererbten Betrieb noch weiter bewirtschafteten.
Heutzutage bewirtschaften ehemalige Betriebsleiter mit voller Ausbildung auch im Nebenetwerb und die kennen ja die neusten Anbaumethoden.
Eigentlich ist der topagrar-Beitrag eine simple Binse, eine Erzählung über den uns allen geläufigen IST -Zustand. Die Frage lautet für mich immer: Was ist die Absicht dahinter oder cui bono?
@RS
„über den uns allen bekannten geläufigen Zustand“
Ich schreibe auch für normale Leute, nicht nur für Landwirte u.ä….😉
Das weiß ich. Wie aber soll ein ‚Normalo“ die Problematik einordnen und bewerten können, wenn Insider bereits darüber in die Haare geraten?
Genau das hilft ihnen, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Und genau das bezweifle ich….
@RS.
Haben Sie jemals daran gedacht, dass Sie Unrecht haben könnten?
Haben Sie jemals daran gedacht, mal einen Kommentar anderer unkommentiert zu lassen? Frage für einen Freund…
@Elisabeth
Deshalb muss R.S. es ja allen erklären. 🙂 Weil er es ja weiß…
Es geht doch nicht um Rechthaben…ansonsten wären Sie ja der Favorit für den Posten. Es geht um eine Auseinandersetzung, Dialog nennt sich das; oder Diskurs oder einfach nur andere Meinung. Jedem steht doch zu, dagegen zu argumentieren. Oder ist einfach Schluss, weil kein anderer etwas dazu schreibt? Alles ist Zweifel, nicht sind Wahrheiten. Niemand weiß, wieviele Nichtlandwirte mitlesen und es zudem noch nachvollziehen können. Sie hoffen oder wünschen es, und ich bezweifle es mehr ist es nicht passiert. Aber man kann daraus natürlich auch ein adhominem machen…wenn sonst schon nix los ist.
moin die ganze Sache ist komplizierter und teurer geworden, deshalb sind die Gewinne der Betriebe häufig nicht ausreichend für den Haupterwerb! aus diesem Grunde wird noch ein zusätzlicher Beruf ausgeübt, deshalb wird der Betrieb im nie mehr wert geführt. kann man nicht genau sagen. ein Grund ist sicherlich die steigende Bürokratie in Deutschland. aber auch die angestiegenen Produktionskosten z.B bei Döner Pflanzenschutz oder Futter im Tierbereich. schönen Tag
Wir brauchen jeden Bauern , denn sonst geht das politische Vernichtungswerk noch schneller. Außerdem machen die Nebenerwerbslandwirte das nicht aus Spielerei , sondern weil das Einkommen aus der Landwirtschaft trotz guter Höfe nicht reicht. Das liegt wieder an der Politik , die hier ein Bauernvernichtungsfeldzug in der EU fährt. Totale Kontrolle und eine Verordnung nach der anderen. Das ist Staatswirtschaft , aber kann auch als suizidales Verhalten betrachtet werden , denn die Vernichtung der Energieproduktion, Klimaangst , CO2, usw. geht in dieselbe Richtung. Wir werden von religiösen Ideologen regiert in Brüssel und Berlin. Der Kippunkt ist erreicht und nun schlagen sie um sich, aber deren Untergang ist politisch besiegelt. Es kommt jetzt nur noch in diesem Jahr auf die Wähler bei den anstehenden Wahlen an , ob sie eine Zukunft haben wollen , oder mit den Altparteien in den Untergang wollen. Das Maß der Staatspleite ist erreicht und die Enteignungswelle der Bürger und der Sozialkassen läuft. Da lob ich mir mal wieder unserer ostdeutschen Bauernkollegen , die am 8. Januar wieder zur Straßendemo fahren und mal sich den Zustand der Bundesstraßen und Autobahnzufahrten näher ansehen wollen. Störungen der angemeldeten Demos nicht ausgeschlossen. Da fragt man sich nach dem Verhalten des DBV ? Stille , trotz der kataastrophalen Agrarmarktlage. Die halten wohl Winterschlaf , aber man wollte doch wiederkommen ???? so der Vorsitzende auf der DEMO in Berlin ? Die Demos ohne unsere gesamten Berufskollegen wären garnicht schlagkräftig und ich hoffe , daß dieses Mal viele andere Bürger bei den Demos mitmachen , denn die da in Brüssel und Berlin müßen weg und es sollte das „Große Ausmisten“ zum Wohle der Bürger , der Rechtsstaatlichkeit , der Demokratie , nach Grundgesetz , usw. beginnen. Packen wir es an !
das „Große Ausmisten“ zum Wohle der Bürger
Moderne „Rechtsstaatlichkeit“ ist komplex, wie der Brilonese sagt. Also warten wir, bis ihn die Chinesen entführen, um weiteres Unklück von unserem Land abzuwenden.
Frohes neues Jahr … Als Nicht-Landwirtin und „Bullerbü-Fan“ (war ich schon als Kind) interpretiert man auch viel in den Begriff „Nebenerwerbslandwirt“ hinein. den normalen Bürger interessiert es vielleicht wirklich nicht, ob der LW voll- oder im Nebenerwerb arbeitet; da wird anders wahrgenommen, am Trecker wird gemessen, wie arm oder reich der LW ist, der, der das meiste Land hat, gilt als Großbauer … War doch schon früher so, oder nicht?
Mein Patenkind ist Bauer im Nebenerwerb, hat ca. 15 Milchvieh im Stall, tagsüber arbeitet er auf der Bank und sobald er spätnachmittags nach Hause kommt, geht’s gleich in die Stallklamotten, ab zum Melken. Er ist Landwirt mit Leib und Seele. Da muss doch keiner unterscheiden, ob Nebenerwerbs- oder Vollzeitlandwirt?! Morgens um 5 h raus ausm Bett, um 8 h auf der Arbeit, um spät. 18 h in den Stall. Die Landwirtschaft ist sein Ausgleich, sein Leben 24/7, seine Verantwortung für die Tiere … das ganze Jahr über. Auch sein Vater hat den kleinen Hof jahrelang im Nebenerwerb geführt. Die Bauern rings herum betreiben entweder einen Milchviehbetrieb gemeinsam oder haben den Hof aufgegeben, weil keine Nachfolger da sind; der Schweine- oder Kuhstall wurden zu Wohnungen umgebaut und vermietet. Die Bauern, die bei uns hinterm und neben dem Haus die Acker bewirtschaften, arbeiten auch im Nebenerwerb. Für mich „ackern“ die LW im Nebenerwerb mehr, als wenn der Hof in Vollzeit geführt wird. Respekt an alle!!!
Wenn dann Trump Mercosur woeder abgedreht haben wird, wird unsere Bevölkerung nur noch von denen am Leben erhalten, die 24/7 arbeiten. Und die, welche dann dank KI nur noch 20/4 arbeiten, werden das für selbstverständlich halten und sich wundern, wenn es sich dann irgwendwann nicht mehr ausgeht.
„Für mich „ackern“ die LW im Nebenerwerb mehr, als wenn der Hof in Vollzeit geführt wird. Respekt an alle!!!“
Das glaube ich ihnen gerne, aber meine Frage wäre:
Ist das erstrebenswert?
Bei uns gingen die Jungwinzer und Obstbauern zu den Automobilzulieferern, und vor, oder nach der Schicht geht es in die Weinberge. Und wenn der der Senior das Rentenalter erreicht hat, wird der Betrieb übernommen. Das geht so lange gut, solange die Alten noch Allradsfähig sind. Können die nicht mehr, ist der Nachfolger bereits im selben Gesundheitszustand.
„Nur“ Nebenerwerbslandwirt zu sein hört sich nicht gut an, besonders wenn der Spruch von Berufskollegen kommt. Er hat irgendetwas Abwertendes, so als wäre man nicht ganz „für voll zu nehmen.“
Vielleicht ist das Denken in Hierarchien und Ständen ein dem Landmann immanentes Denken? Knecht- Heuerling-Kötner-Anbauer-Halbmeier-Vollmeier-Gutsbesitzer……solche Unterscheidungen waren die Grundlage für Rechtsansprüche und Vermählungen. Tradition hält sich eben lange.😉
Es sind unterschwellige Machtansprüche.
nein,
früher haben die Vollerwerbslandwirte geglaubt, er könnte nicht richtig wirtschaften, deswegen muss er noch etwas dazu verdienen. Das waren erstmal Zuerwerbsbauern. Über die wurde sich bei den Vollerwerbsbauern lustig gemacht, denn die kannten ja Bauer Willis Bücher noch nicht.
Die Statistik bildet die Struktur der Bewirtschaftung nur ungenau ab. Das hängt auch mit unterschiedlichen Methodik der Erfassung zusammen (Unternehmensregister versus Auskünfte über Befragung).
Vereinfacht gesagt hat sich die Zahl der Betriebe seit 1991 auf 41 % mehr als halbiert.
Derzeit werden statistisch gesehen 20 % der LN von Nebenerwerblern. bewirtschaftet.
Als Nebenerwerbsbetriebe werde die Einzelunternehmen (Inhaber oder Inhaber-Ehepaar) geführt, die (nach eigenen Angaben) mehr als 50 % des Einkommens außerhalb der LW generieren.
Nebenerwerbler sind 53 % der Betriebe auf rund 20 % der LN … mit durchschnittlich 25 ha.
Einzelunternehmen im Haupterwerb 39 % der Betriebe auf 43 % der LN (73 ha Durchschn.)
37 % der LN werden von Personengesellschaften und Juristischen Personen bewirtschaftet (rund 600 ha Fläche je Betrieb). Das ist insofern etwas irreführend, dass insbesondere Personengesellschaften oft mehrere im Konstrukt angestellte/tätige Eigentümer haben. Diese müssten/könnten nach meiner Betrachtung auch einzeln als aktive Landwirte gezählt werden.
Es ist eben alles eine Frage der Herangehensweise und der Methodik.
„Als Nebenerwerbsbetriebe werden die Einzelunternehmen (Inhaber oder Inhaber-Ehepaar) geführt, die (nach eigenen Angaben) mehr als 50 % des Einkommens außerhalb der LW generieren.“ …vielleicht ändern wir hier mal die Methodik: Es wird ein 100%iges landwirtschaftsfremdes Einkommen erarbeitet. Wer wie den Zugriff darüber hinaus auf lw. Flächen und Technik hat (dazu noch die Ambition, Motivation oder was auch immer…) und daraus Einkommen generieren will oder kann, strebt dann mehr als 100% an. Die angestellten Arbeiter in der Landwirtschaft am unteren Ende der Einkommensskala kommen vielleicht auf 70 oder nur 50 Prozent im Vergleich zu anderen, weil sie ja nur Fremd-AK`s und Faktorkosten sind. Genau hier beginnt die Verzerrung der derzeitigen lw-Förderung. Warum soll eine Allgemeinheit das Hobby z. B. eines Bankers (siehe @Christina) fördern?
Gute Frage…..ist wie bei fast allen staatlichen Geldern, man kann/darf die Adressaten hinterfragen.
Warum senkt man die Mehrwertsteuer in der Gastro, wenn doch der Gast nichts davon hat, sondern lediglich die Kosten für den Gastronomen gesenkt werden. Vielleicht will man so das Volk beruhigen, in dem man ihm suggeriert, dass sein Liebling-Italiener schließlich noch da ist…..für einen gewissen Zeitraum jedenfalls.🤗
Im Grundsatz wohl richtig, nur wie sollen die „Förderschwellen“ aussehen, um das Genannte halbwegs gerecht abzubilden.
Was die Arbeitskräfte betrifft, stimmt das mit dem Lohn wohl, aber was das mit den Eigentümern zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Die sind idR. Geschäftsführer , Vorstände usw. und nicht Tierpfleger oder hauptamtliche Schlepperfahrer.
Bei den Festangestellten sind die Löhne längst bei 20 €/h angekommen. Die müssen ja auch die teure Technik bedienen können und vernünftig und pfleglich behandeln. Das Problem mit den niedrigeren Löhnen betrifft wohl mehr die Saisonkräfte bei den Sonderkulturen, die die nicht mechanisierbaren Erntearbeiten erledigen.
Da wird es für alle Betriebe, die nicht wenigsten zu wesentlichen Anteilen vertikal organisiert sind (selbst an den Endkunden verkaufen) schwierig gegen die Konkurrenz aus Niedriglohnländern zu bestehen. In „Inno-Frutta“ , dem Hausblatt von Bayer für den Obstbau, wurde der Sonderkulturbetrieb Dahl („Karl´s Erdbeerhof“) als leuchtendes Beispiel für gute Bezahlung vorgestellt. Bei allem Respekt vor der Leistung und dem Konzept dieses Betriebes (1.000 Festangestellte und 1.800 Saisonkräfte) ist das doch ein vertikales Modell p. exellence , nahezu komplett unter Ausschaltung des LEH. Die Plätzchen für solch ein Konstrukt sind wohl neben dem LEH kaum noch zu organisieren und für die meisten lw. Erzeugnisse auch gar nicht möglich..
aber der Tarif für landw. Arbeiter ist doch viel niedriger, wie er aus der Idustrie.
Weil er aus dem Erlös der landw. Produkte entsteht und passt deswegen nicht zu den Industrieprodukten.
Egal wie gewieft der Mitarbeiter in Maschinenbau oder Elektrotechnik ist.
Er braucht eher Biochemie für den modernen Acker- und Pflanzenbau.
Ein Bauer braucht eben alles neben Viehhaltung, Kaufmann, Biochemie und handwerkliches Geschick.
„Warum soll eine Allgemeinheit das Hobby z. B. eines Bankers (siehe @Christina) fördern?“
gute Frage. Auch Banker nutzen leider Kulturangebote die von der Allgemeinheit bezahlt werden. Ein interessanterZDF Film zum Thema Finanzierung Kultur.
ab Minute 22 Kostenkalkulation und Unterstützung „jeder Platz in diesem Theater ist nochmal mit 100 Euro pro Platz unterstützt.“
Es geht um ein Theater in Berlin. Später nochmal Aussage des Berliner Theatermanager: ich war verantwortlich in Frankfurt da war es leichter Geld in der Wirtschaft zu generieren. Die Beträge die im Rahmen Länderfinanzausgleich von Berlin und Hessen geleistet werden sind bekannt.
https://www.zdf.de/video/dokus/wiso-die-doku-100/kultur-sucht-geld-100
Also Essen muß jeder, Kultur ist für mich ein Angebot von individuellem Nutzen also warum soll die Allgemeinheit den Eintritt mit 100 euro pro Platz fördern da sitzen dann evtl Banker neben anderen Besuchern.
Die Kulturschaffenden sollen einfach ihr Angebot über Ticketpreise oder Werbung etc so kalkulieren das sie kostendeckend arbeiten können.
„Die Kulturschaffenden sollen einfach ihr Angebot über Ticketpreise oder Werbung etc so kalkulieren das sie kostendeckend arbeiten.“
Das ist schon ganz lange meine Meinung…..ist aber eines der heißesten Eisen unserer Gesellschaft, denn Kultur ist bereits eine Kollektivtische Zuwendungsindustrie mit Verbotsbeleg bei Hinterfragung.
Hab gerade mal überlegt: wir waren vor kurzem zu sechst beim Ballett. 6 x 44 Euronen für ein tolles Orchester und passable Tanzvorführungen. Wenn ich dafür hätte zusätzlich noch nochmal 6 x 300 Euro berappen müssen, weiß ich nicht, ob ich hingegangen wäre.
Aber ok. Ihr Konservervativen habt sowieso ein Problem, wenn es innerhalb der Ständegesellschaft zu Durchmischungen kommen kann. Sollen doch die Gut-betuchten Gewinner der Spermalotterie ihre Hochkultur für sich haben, Erbschafts- und Vermögenssteuer weiterhin wirksam verhindern und zum Ausgleich von meinem Arbeitseinkommen die Hälfte nehmen.
Mir ist eine Kultur „Not for the money and not for the applause“ sowieso lieber: https://www.youtube.com/watch?v=lqCyTM1bF6Q
„Aber ok. Ihr Konservervativen habt sowieso ein Problem, wenn es innerhalb der Ständegesellschaft zu Durchmischungen kommen kann. “
Ooosahh…..Klassenfeind-Rhetorik vom Feinsten. Das Dummvolk ist mit Sportevents und Festivals zufrieden. Ballett ist für Möchtegern-Intellektuelle, die sich das Ticket vom Werktätigen bezahlen lassen. 🥳👉😎
Bitte nochmal lesen!
Da steht, dass ich als Steuerzahler meinen Theaterbesuch sowiso schon zur Gänze bezahlt habe. Wenn das künftig eine Veranstaltung für Vermögende wird (die bekanntlich gemessen an ihrem Einkommen kaum Steuern zahlen – weil sie so schlau sind und die Lücken in der bürgerlichen Stellvertreter Demokratie nutzen können), soll mir das recht sein. Freue mich schon auf Hofberichterstattung: „Großindustrielle XY weilt annlässlich Premiere von Neuinszenierung „irgendwas mit Wagner“ in Y. Ebenfall erwartet werden der Bundespräsident sowie weitere ranghohe Vertreter aus Wirtschafts- und Finanzministerium.
Die Show wird freundlich unterstützt vom Medienunternehmen das Kulturministers, der nach eigenem Bekunden trotz staatlicher Zuschüsse keinen finanziellen Gewinn in der Bilanz hat.
Fußball & Co. ist abzüglich aller Stadionbauten und Polizeieinsätze immer noch ein Plusgeschäft fürs Staatssäckel.
„Da steht, dass ich als Steuerzahler meinen Theaterbesuch sowiso schon zur Gänze bezahlt habe.“
Klarer linker Denkfehler, denn ohne das Geld der anderen würde das Theater nicht einmal beleuchtet werden können. 😎👉
was alles subventioniert wird?
Theater, Schwimmbäder…
noch was?
Das war nicht nur in der DDR so, sondern auch bei uns im kapitalistischen Westen.
und jetzt immer noch.
Link : Top Agrar: Leider nur Bezahlschranke, sicher interessante Auswertung?
Klassische Bauernhöfe, wie sich die Mehrheit der Bevölkerung vorstellt, werden auf Grund ihrer Rentabilität nur noch als Nebenerwerbsbetrieb geführt. Heutige Vollerwerbsbetrieb sind i.d.R. landwirtschaftliche Unternehmen, die mit Millionen an Kapitaleinsatz einen dafür kargen Gewinn zu erzielen.
Das Erstaunliche ist dabei, dass diese millionenschwere Unternehmen zu großen Teilen immer noch familiengeführt sind. Zumindest hier in Süddeutschland.
Bilderbuchbauernhöfe will sich der Verbraucher nicht leisten!
Konsum (= Industrie) ist wichtiger!
Die Direktvermarktung einer hiesigen Agrargenossenschaft wird demnächst eingestellt. Miete für die Verkaufseinrichtung im Nachbarort kann nicht mehr erwirtschaftet werden. Auch die Direktvermarktung hier in der Stadt wird enden, wenn die Omis und Opis, die dort am Marktstand die Waren verkaufen, in Rente gehen.
Derweil wächst der „Wohlstand“ immer weiter und der im Schlaufon integrierte Kaufen-Button bewirkt wie von Zauberhand, dass ein fleißiger Dienstbote Smoothies und Quinoa Samen liefert.
„Derweil wächst der „Wohlstand“ immer weiter und der im Schlaufon integrierte Kaufen-Button bewirkt wie von Zauberhand, dass ein fleißiger Dienstbote Smoothies und Quinoa Samen liefert.“
So sieht’s aus…..unsere jungen Mitbewohner bekommen mind. 1Paket täglich und die gelbe Tonne ist schon nach der Hälfte des Leerungsintervalls voll. Alles Fortschrittsfolgen.👍
Lese gerade von Roman Köster „Müll – eine schmutzige Geschichte der Menschheit“. Sehr lehrreich.
Es ist der Wahnsinn, was wir hier veranstalten mit unseren „Konsummustern“.
@Stadtmensch
Fragt man den Verbraucher, so kauft er regional, saisonal und fair im Hofladen, unabhängig vom Preis.
Alles gelogen.
moin dafür setzt du dich aber ganz schön gut für die Landwirtschaft ein! schönen Sonntag