Bauer Willi
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Kampf ums Saatgut…

Zugegeben: wenn ich den Begriff „geheime Weltmächte“ lese, denke ich zuerst an krude Verschwörungstheorien. Wenn der Begriff vom ZDF in der Überschrift einer Doku verwendet wird, sollte man einmal nachschauen

https://www.zdf.de/video/dokus/geheime-weltmaechte-wer-bestimmt-die-zukunft-der-globalisierten-maerkte-100/geheime-weltmaechte–kampf-ums-saatgut-100

Wenn man dann diesen einleitenden Text liest, wird einem klar, wer mit den „geheimen Weltmächten“ gemeint ist:

„Viele alte Sorten werden auf unseren Feldern mittlerweile nicht mehr angebaut – weil sich die industrialisierte Landwirtschaft auf wenige, erfolgs- und profitträchtige Sorten spezialisiert hat. Mit neuen Methoden, zum Beispiel Modifikation von Pflanzengenen, haben sich neue Player am Markt etabliert.

Chemie-Riesen wie Bayer, BASF, Syngenta oder Corteva züchten Pflanzen, die resistent gegen firmeneigene Pestizide sind, stellen Düngemittel her und andere chemische Produkte, die den Bauern weltweit das Leben erleichtern. Kehrseite der Medaille: Landwirtschaft wird auch für die anbauenden Betriebe immer mehr zum Investitionsgeschäft. Und überall auf der Welt sind riesige Monokulturen entstanden.“

Auch wenn diese Beschreibung etwas einseitig ist (die Doku soll ja auch angeschaut werden) so bringt der Film doch anschauliche Beispiele der heutigen Züchtung und der Einengung von genetischer Vielfalt. Dass „alte Sorten“ heute kaum noch angebaut werden, ist eine logische Entwicklung der Konsumgewohnheiten und des Einkaufsverhalten einerseits und der kostenbewussten Produktion andererseits. Der Begriff der „industriealisierten Landwirtschaft“ ist also durchaus passend, denn auch in der Landwirtschaft haben sich Techniken entwickelt, die die Arbeit erleichtern, Zeit sparen und den Anteil an menschlicher Handarbeit senken.

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86 Kommentare

  1. Alberto Guidorzi sagt

    Viele alte Sorten werden auf unseren Feldern nicht mehr angebaut, da sich die industrielle Landwirtschaft auf wenige erfolgreiche und profitable Sorten spezialisiert hat. Zwei Aspekte sind hierbei zu berücksichtigen: 1) Die alten Sorten sind weiterhin für alle verfügbar, ohne dass eine Verpflichtung besteht, unabhängig von Saatgutfirmen. 2) Es scheint, als würden immer dieselben Sorten verwendet, obwohl wir wissen, dass eine in der modernen Landwirtschaft eingeführte Sorte bereits nach vier oder fünf Jahren veraltet ist; dies trifft auf Weizen, Sojabohnen, Mais, Raps und Zuckerrüben zu. Um also auf den ersten Punkt zurückzukommen: Ein Landwirt, der eine bewährte Sorte anbauen möchte, ohne von einer Saatgutfirma abhängig zu sein, muss lediglich fünf Jahre warten, bis sie ihm zur Verfügung steht. Warum sollte man dieses Argument nicht auch auf Autos, Handys usw. anwenden? Schließlich ist der Landwirt ein Unternehmer wie viele andere,
    und er fühlt sich nicht von einem multinationalen Saatgutkonzern versklavt. Im Gegenteil, er sieht den Vorteil darin, eine neue Sorte anzubauen, dankt demjenigen, der sie ihm zur Verfügung gestellt hat, und kauft das Saatgut gerne (sogar jedes Jahr), wenn es ihm ermöglicht, mehr zu produzieren und besser zu verkaufen.

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  2. Limes sagt

    Lese ich wie im ZDF Beitrag „Viele alte Sorten werden auf unseren Feldern mittlerweile nicht mehr angebaut – weil sich die industrialisierte Landwirtschaft auf wenige, erfolgs- und profitträchtige Sorten spezialisiert hat.“ frage ich mich immer was sind eigentlich alte Sorten und wie erkläre ich es einem landwirtschaftlichen Laien wenn er mich mal fragt.
    Mal rational wann ist eine Sorte alt und welcher Jahrgang entspricht dem Idealbild einer alten Sorte.
    Bei Kartoffeln z,B sind es die Kartoffeln die van Gogh um 1885 gemalt hat oder sind es gar nur die Kartoffeln die im 16 Jahrhundert nach Europa kamen? Ist Linda eine Züchtung von 1974 eine alte oder eine junge Sorte ist ja schliesslich gerade mal eine 50 Jahre alt also ein Boomer Sorte.
    Vor 50 Jahren hat Oma gerade einen Telefonanschluss bekommen und das war ein Gerät mit Wählscheibe, die Eltern hatten danach schon ein Tastentelefon und die Enkel heute haben nur noch Smartphones bzw Iphone. Dazwischen gab es mal die Firma Nokia ein Marktführer im Handy business. Die haben schlicht vergessen auf neue Techniken, ich mein natürlich neue Sorten, zu setzen und sind dann vor 10 Jahren abgewickelt worden.
    Schauen sie sich mal die von van Gogh gemalten Kartoffeln oder die Pellkartoffel von 1836 an und die heutigen Sorten. Welche würden sie am liebsten schälen? Ja und einzelne Expemplare eines Tastentelefons kann man noch im Museum bestaunen aber genutzt wird es nur noch selten mangels Nachfrage.
    Evtl ist das mit den alten Sorten alles Bohei und ein Marketinggag verbunden mit viel Gefühlsduselei.
    Früher war mehr Lametta heisst es so schön aber möglichweise auch mehr Kartoffelschale nach dem Schälen.
    https://die-kartoffel.de/wissen/schon-gewusst/van-gogh-und-die-kartoffeln/
    Pellkartoffel von 1836
    https://www.kunstkopie.de/a/monogrammist-ls/stillleben-mit-pellkartof.html

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    • Arnold Krämer sagt

      Die medialen Einlassungen zu vielen landw. Themen vermitteln den Eindruck oder fordern sogar ein, dass Landwirtschaft nichts oder wenig mit Wirtschaft zu tun habe oder zu tun haben solle.
      Gegenüber den Landwirten und seiner Familie sind das allein schon aus arbeitswirtschaftlicher Sicht unmenschliche Vorstellungen.

      Charakteristisch für Wirtschaften in einem marktwirtschaftlichen System ist es, den technischen Fortschritt zu nutzen (ohne dabei immer als Pionier vorneweg zu marschieren) und die Produktionsprozesse ständig zu verbessern.

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      • Peter sagt

        Speziell die LW dürfte sich aber in einer außerordentlichen Fortschrittsfalle befinden.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Generell betrachtet gibt es keinen Bereich menschlichen Handelns, welches nicht in einer Fortschrittsfalle gelandet ist. Menschliches Handeln verursacht immer auch Negatives, das ist der menschlichen Entwicklung immanent. Alle dafür Verantwortliche sind immer gestorben…..so what? Mach es besser, vielleicht schaffst du es, viel Erfolg!

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        • Limes sagt

          die LW befindet sich nicht in einer Fortschrittsfalle zumindest nicht weltweit. Es trifft auf Teile der deutschen LW zu, dies ist einer tief in der deutschen Gesellschaft verankerten Skepsis gegenüber allem Neuen geschuldet, begleitet durch eine ausgeprägte Regulierungswut.
          Erinnern wir uns nur an die deutschen Elektrosmog Geschichten rundum die Einführung von Mobilfunk. Initiativen gegen den Bau von Sendemasten, völlige Ablehnung von Handy und Mobiltelefonen im Haus, wer hat das im Umfeld nicht erlebt. Es lohnt ein Blick zurück wie über das Thema vor 25 Jahren berichtet wurde. Heute kein Thema mehr denn fast jeder nutzt die Technik ein Leben ohne Mobiltelefon/smartphone oder WLAN im Haus ist nicht mehr nicht vorstellbar, das ist gesellschaftlicher Konsenz. LW in D betrifft nur sehr wenige Menschen direkt also kann man hier noch nostalgische Vorstellungen einer Bullerbüh LW ohne technischen Fortschritt ja gar einer Rückentwicklung und Nutzung alter Techniken pflegen.

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  3. evonik sagt

    „Das Angebot schafft die Nachfrage“ sagt der Lidl-Manager!

    https://lebensmittelpraxis.de/zentrale-management/46720-ernaehrungswende-im-discount-regal-so-verankert-lidl-die-planetary-health-diet-im-kerngeschaeft.html?utm_campaign=lpcompact_251125&utm_medium=email&utm_source=newsletter

    Mir geht es ja selber so! Ich kaufe z.B. Bio-Pastinaken, weil meist keine in Konvi-Qualität angeboten werden.
    Der Handel weiß auch nur was in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Das z.B. wird der Handel nicht wissen:

    https://www.agrarheute.com/land-leben/verzehr-fleischersatz-veraendert-muttermilch-binnen-weniger-tage-638015

    In der Folge wird sich auch das Gehirn der Babys verändern. Und das nicht zum Positiven!
    Unverantwortlich, was sich da um Bio herum alles entwickelt.

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  4. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Was mich am meisten stört ist der einleitende Satz mit den Verschwörungstheorien!

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    • Bauer Willi sagt

      @Ewnaswfegw
      „Zugegeben: wenn ich den Begriff „geheime Weltmächte“ lese, denke ich zuerst an krude Verschwörungstheorien.“
      Das ist eine persönliche Meinungsäußerung. Was stört Sie daran?
      Woran denken Sie bei „geheimen Weltmächten“?

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  5. Frikadellen piet 47 sagt

    moin jetzt habe ich mir das Ganze angesehen und angehört. daraus habe ich gelernt, dass viele Saatgut Reserven eingefroren sind dort wo es kälter ist. weiter habe ich herausgehört dass wir mehr oder weniger mit der Züchtung nicht weiterkommen und uns die Gentechnik sehr viel bringen würde. diese Technik muss man allerdings vernünftig einsetzen und dieses geschieht nicht immer. ein großes Problem ist hier in Deutschland dass diese Technik nicht gewollt ist, da sie auch in der Regel falsch dargestellt wird. wir können also nur hoffen dass irgendjemand mal im Bundestag anfängt und diese Technik vernünftig erklärt, so habe ich es auch im Studium gelernt. schönen Freitag

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  6. Schorsch Summerer sagt

    Ohne den Film jetzt gesehen zu haben, ich denke hier wird ein Trauma bedient das der ehemalige CEO von Monsanto mit seinem Interview ausgelöst hatte. Dort sagte er sinngemäß wir wollen Saatgut herstellen und das dazu passende Pflanzenschutzmittel. Wer diese beiden Dinge als Patent in der Hand hat der beherrscht die Welt. Das war der Auslöser der Anti-Glyphosat-Kampangne. Und selbstverständlich sind all diese Konzerne keine heiligen Wohltäter sondern reine Gewinnstrebende. Je mehr Patent, je mehr Alleinstelung umso mehr Gewinn. Das ist ein sehr Nordamerikanisches Denken und ich glaube die Chinesen haben es nochmals perfektioniert. Sie sind nur nicht so überheblich wie die US Leute sich das gross raushängen zu lassen. Wir Deutsche sind in diesem Denken eher kastriert. Wer Erfolg hat der muss sich rechtfertigen dass er gut und geschickt ist und dadurch zu Vermögen gekommen ist. Wenn ich hier Reichtum schreiben würde dann hätte das sofort ein Geschmäckle!

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    • Stadtmensch sagt

      „Das ist ein sehr Nordamerikanisches Denken“

      Wohl eher ein sehr westliches Denken: „Gier frisst Hirn“.
      Erst die Saagtgutbanken in Leningrad und Abu Ghraib in Schutt und Asche bombardieren und dann Biopiraterie betreiben. Dann mit den Patenten auf Leben alle erpressen und dabei das Lied von der Wettbewerbsgesellschaft singen…

      Welche Argumente gibt es gegen das Konzept „Nachbaugebühr“ auch bei GVO, außer die leistungslosen Einkünfte für Besitzer von Kapitalanlagen zu gewährleisten?

      Mist, wollte eigentlich im neuen Jahr gelassen auf die Dinge schauen, die eh nicht zu ändern sind.

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  7. Andreas sagt

    Vor 30 Jahren habe ich auch noch viele Chancen in der Gentechnik gesehen. ich bin deshalb mehrmals nach München an die TUM und die LMU und hab mir Vorlesungen angehört. Auch beim vdbiol- Forum 1998 in der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) war ich von einem Prof. eingeladen. Da hat der damalige Gentechnikpapst Prof. Dr. Gerhard Wenzel von der TUM erklärt: „Egal ob Bauern oder Verbraucher für oder gegen die Gentechnik sind, in 5 Jahren gibt es kein anderes Saatgut mehr!“. Neben einigen anderen hat mich dieser Satz zum entschiedenen Gegner der Gentechnik gemacht. Von da an habe ich den Widerstand der bayerischen Bauern gegen die Gentechnik organisiert. Die Grünen und die Umweltverbände haben uns sehr wenig unterstützt, sie sind dem verbreiteten Narrativ aufgesessen, dass durch die Gentechnik weniger Spritzmittel und Kunstdünger eingesetzt wird. Es waren wir Bauern , die erreicht haben, dass es 25 Jahre lang kein Gentechnik-Saatgut mehr in Deutschland gab. Nun sitzen die Grünen und die Umweltverbände dem neuen Narrativ auf, dass durch die Neue Gentechnik dem Klimawandel Einhalt geboten werden kann.
    Der Widerstand muss wieder von den Bauern kommen. Sonst haben wir den Kampf um das Saatgut für immer verloren und wir sind vier unkontrollierbaren globalen Saatgut-Agrochemiekonzernen über das Patentrecht gnadenlos ausgeliefert.

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    • Arnold Krämer sagt

      Was dumme Sprüche (selbst von studierten Menschen) nicht alles auslösen können. Den Überblick zu behalten und die kritische Distanz zu bewahren, war früher und ist heute mehr denn je eine Herausforderung.

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    • Christian Bothe sagt

      Andreas: Ihr „Glaubensbekenntnis“ohne GVO die landwirtschaftliche Zukunft zu gestalten, ist ehrenwert aber nicht zukunftsfähig! Grüne Gentechnik, Crisp/Cas 9 ist das was wir im Saatgutbereich brauchen, um Erträge sicher zu stellen, und das weltweit! Was die Grünen dazu sagen, ist für mich genauso wie andere Parteienmeinungen uninteressant, einschließlich der EU… Der globale Markt bestimmt das Geschäft,ob wir wollen oder nicht! Auch die BRD und unsere LW kann sich diesen fortschrittlichen Entwicklungen nicht entziehen…

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      • Andreas sagt

        Bothe@ Wie sieht es in den USA, dem gelobten Gentechnik-Paradies aus, können sich dort die Farmer mehr goldene Wasserhähne als die Bauern in Deutschland leisten :
        https://www.msn.com/de-de/finanzen/wirtschaft/landwirte-in-den-usa-so-viel-haben-us-farmer-2024-verdient/vi-AA1AtWFA
        Fazit: Trotz Rekordernte sind die Einkommen aus der pflanzlichen Erzeugung 2024 eingebrochen. Viele Farmer sind auf Nebeneinkünfte angewiesen, die nicht aus der Landwirtschaft kommen.
        Wie sieht es dann mit den Preisen für die Verbrauerinnen aus, sind die wenigstes viel günstiger als in Deutschland ? Ich fürchte nicht !

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        • Christian Bothe sagt

          Andreas: Waren Sie schon mal vor Ort, um zu sehen wie‘s 2025 bei den Farmern aussieht? Was den GVO Sojaexport nach China betrifft, hat Trump ja einiges korrigiert! Warum soll es den Landwirten trotz gestiegener Einkommen besser gehen als denen bei uns? Wieviel Bauern können hier noch landwirtschaftliche Urproduktion betreiben ohne andere Geschäftsfelder zu bedienen? Denke dabei an PV, Windmühlen, Biogaseinspeisung,Winterdienst, Hofläden, Töchterunternehmungen usw.Dazu Sonderkulturen im Anbau…
          War ja bereits 21x in Wisconsin und anderen Nordstaaten der USA und da haben große Farmen im „Käseland“ neben ihrer LW( Ackerbau und Viehzucht) große Restaurants und Hofläden mit eigenen Foodprodukten und Nonfoodprodukten! Die Amish-People der Region betreiben eine andere LW mit viel landwirtschaftsfremden Geschäftszweigen, was unheimlich interessant ist…

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    • Bauer Willi sagt

      @Andreas
      Mich würde interessieren, wie Sie zum Thema „Golden Rice“ stehen. Ist es ein Segen für die Menschheit, diese Sorten vom Anbau auszuschließen?
      Wie erklären Sie das den Menschen mit Vitamin-Mangel?

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      • Andreas sagt

        Dr. Willi @ Seit 30 Jahren wird in vielen Ländern dieser Welt genveränderter Roundup-resistenter Mais angebaut obwohl Greenpeace entschieden dagegen ist.
        Welchen der Agro-Konzern juckt das schon ?
        Nur beim Goldenen Reis soll Greenpeace ein Vetorecht haben. Lachhaft !!!.
        Es ist doch eher so, dass der Goldene Reis bis jetzt nicht funktioniert.
        Prof. Ingo Potrykus, der hochverehrte Erfinder vom goldenen Reis sagt in einem Bericht selbst, dass sie zu spät gemerkt haben, dass der Goldene Reis nur im Labor gut funktioniert, im Freiland ist er nicht lebensfähig. Statt dass man dies frei zugibt, will man das Desaster lieber den Gentechnikgegnern in die Schuhe schieben. Ein weiteres großes Problem ist, dass das Vitamin A im Reis von den Kindern nur dann verwertet werden kann, wenn dazu noch genügend Fett mit aufgenommen wird. Wer sich kein Gemüse leisten kann, kann sich noch weniger ausreichend Fett leisten.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Die anfänglichen Probleme waren 2005 behoben. Dass es kaum zum Anbau kam, lag an den von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen angestrengten Klagen gegen die Anbauzulassung z.B. auf den Philippinen. Nach 10 Jahren Rechtsstreit wurde der Anbau 2017 zugelassen. Die Zulassung wurde 2024 auf Grund von neuen Klagen von Umweltorganisationen durch den Staat widerrufen. Das hatte mit der Anbaueignung nix zu tun.
          Vietnam und China haben mit dem Material und an dem Thema weitergearbeitet und haben inzwischen eigene Sorten mit hohen Vit. A Gehalten im Anbau.
          Die Blockaden gegen Gentechnik und Pflanzenschutz im globalen Süden durch Organisationen aus dem globalen Norden haben definitiv viele Menschenleben gekostet.

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          • Reinhard Seevers sagt

            In Asien fällt ein Sack Reis um, in Deutschland streitet man sich über Reissäcke.
            In Japan explodiert ein AKW, Deutschland sprengt daraufhin alle seine AKW, Japan eröffnet in 2026 das reparierte AKW, das größte der Welt. Ist eine Welt ohne Deutschland möglich?🥳

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          • Andreas sagt

            Herr Bröcker@ wie können sie als bekennender Gentechnik-Befürworter damit leben, dass durch den Gentechnik-Unfall in Wuhan weltweit über 7 Millionen Menschen an dem Corona-Virus gestorben sind.
            Bundesweit stieg die Zahl der Corona-Infektionen bis zum 8. April 2024 auf über 38,8 Millionen Infektionen.
            Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich auf 182.981 in Deutschland.
            Sogar dem deutschen BND liegen Beweise vor, dass Corona durch einen Unfall im Genlabor entstanden ist.
            https://www.tagesschau.de/inland/bnd-corona-ursprung-wuhan-labor-bundesregierung-100.html
            Die WHO will weiter nach dem Ursprung des SARS-CoV-2-Virus forschen, aber China weigert sich, die Rohdaten herauszugeben. Die Führung in Peking befürchtet Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe, deshalb wird sie weiter alles vertuschen.
            Wie kann man als großer Gentechnikfan bei diesen Todes-Zahlen und der großen Zahl an Folgeschäden noch ruhig schlafen ?

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        • Bauer Willi sagt

          @Andreas
          Meine Frage war, ob Sie es verantworten können, den Golden Rice den Menschen mit Vitamin-Mangel vorenthalten zu dürfen.
          Warum argumentieren Sie mit Greenpeace? Greenpeace ist ein international agierender Großkonzern. Seine Interessen sind eindeutig.

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          • Andreas sagt

            @Dr. Willi,
            ich bin glücklich, dass es mir mit vielen anderen Bauern und Bäuerinnen
            gelungen ist, Bayern und Deutschland über 25 Jahre „gentechnikanbaufrei“
            zu halten. Da Deutschland kein klassisches Reisanbaugebiet ist, kann ich ihre Fangfrage nicht verstehen. Warum soll ich mich dafür verantworten, dass der Goldene Reis eine Todgeburt ist und immer sein wird.
            Das die Apothekenrundschau ihrer Ansicht nach mehr Glaubwürdigkeit hat, als der BND, kann und will ich nicht beurteilen.

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            • Bauer Willi sagt

              @Andreas
              Ich muss wohl akzeptieren, dass Sie meine Frage nicht beantworten wollen.

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          • Schorsch Summerer sagt

            Ich kann mich erinnern dass ein ehemaliger Verantwortlicher von Greenpeace die Hetze gegen Golden Rice bitter bereut hatte und als den grössten Fehler seines Lebens bezeichnete. Das war der Greenpeace Mitbegründer Patrick Moore. Auch Nobelpreisträger hatten Greenpeace zur Beendigung der Blockade aufgefordert. Bei Greenpeace gilt halt auch Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Bringt wohl auch ordentlich Kohle.

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  8. Ludwig sagt

    Kein Bauer kann es sich heute bei den niedrigen Agrarpreisen noch erlauben irgendwelche
    kaum vermarktbaren Produkte anzubauen. Leider ! In der Vergangenheit ( vor 2000) waren die Gewinne , auch ohne Subventionen , realistisch von der Kaufkraft gesehen , erheblich höher und gab dem Bauern noch die Chance verschiedene Dinge in der Produktion aus zu probieren. Der heutige wirtschaftliche Druck verbietet die Kreativität und somit wird nur noch nach Ökonomie gearbeitet. So weit hat es die EU-Politik getrieben , die mit ihren Gesetzen und Verordnungen hier im Euroland alles Wirtschaftliche vernichten will und meint damit der Industrie zu helfen in dem mehr exportiert wird. Aber auch hier vernichtet sie alles Wirtschaftliche. Die EU ist nun in ihrem Grean Deal gefangen und versucht mit immer mehr gesetzesbrechenden Taten ihre eigenen Gesetze zu brechen. Das führt in den Abgrund , aber man macht solange weiter bis hier alles zusammenbricht.

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    • Topfheiler sagt

      habe mein Kartoffelsortiment von über 10 auf 5 Sorten reduziert .Bei den Kürbisen Spargel ähnlich. Bei denn Kosten und Kundeninteresse keine blaufleischigen keine rotfleischigen keine Rotschaligen usw.

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  9. farmer sagt

    Es gibt für die Verbraucher zumindest in DE Alternativen. Jeder kann Bio kaufen. Und zwar „einfaches Bio“ oder „Bio mit höheren Anforderungen“. Wer mehr recherchiert und Zeit aufbringt, könnte sich zu nahezu 100% direkt beim Bauern mit Lebensmitteln eindecken. Und wer auf Handy etc. verzichtet könnte gut mehr für Lebensmittel ausgeben und damit gezielt „mit dem Fuss abstimmen“.
    Aber bitte keine Ideologie damit transportieren wollen oder Menschen, die sich anders entscheiden, abwerten.
    Sondern: Diskussion, Achtung der Meinung des Nachbarn, Abstimmung, Bejahung eines harmonischen Miteinanders, dass sich für Frieden, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und, auch, Schutz der Umwelt einsetzt. Unter Bejahung der Reform- und Fortschrittsidee und des immer wieder kritischen wissenschaftlichen Diskurses bei der Suche nach einem guten Weg.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Erst kommt das Fressen, dann die Moral…..ist doch eine Binse. Realität schlägt Wunschtraum.

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      • Dietmar Groß sagt

        @R.Seevers
        Wie wärs, wenn wir uns wenigstens zu Jahresbeginn darauf verständigen, dass auch mit Blick auf das Konsumverhalten unserer Mitmenschen Zuversicht eine Chance bekommt: beim Einkauf von Lebensmittel etwas mehr direkt vom Bauernhof, etwas mehr vom Lebensmittelhandwerker vor Ort usw.
        Bei 12% Ausgaben für Lebensmittel (bei rückläufiger Tendenz durch Industrialisierungsprozesse) ist das durchaus möglich unabhängig davon, was PolitikerInnen machen oder erzählen.
        Und Brecht wird damit auch nicht infrage gestellt.
        Wir leben inzwischen im postindustriellen Zeitalter.

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        • Inge sagt

          Der Konsument kann die Sortenwahl nicht beeinflussen.

          Denn sie wird auch von Standorten, wo sie angebaut wird bestimmt.

          Der Brauerei ist es egal, welche Sommergestensorte sie bemutzt.

          Dem Bäcker auch, von welcher Backweizensorte das Mehl stammt.

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          • farmer sagt

            Die Mälzereien legen größten Wert auf die angebauten Sorten. Anbauverträge für Braugerste gibt es nur für bestimmt Sorten!

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        • Reinhard Seevers sagt

          84 Millionen Bürger können gar nicht mehrheitlich beim Bauern kaufen. Der Trend geht zu Abhol- und Bringdienste des LEH.
          Ich sehe doch, wer bei meinem Bruder direkt einkauft und wer zukünftig nicht mehr dort einkaufen wird, es ist die Generation der Boomer und einige wenige Familien. Man muss zum Direkteinkauf mobil sein, und das ist mit zunehmendem Alter schlechter möglich. Der 36jährige Mitbewohner geht täglich zu Fuß in die Muckibude und lässt sich durch Rewe- Bringdienst versorgen.🤗

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        • Christian Bothe sagt

          DG: Ist eben nicht die Realität des Marktes für landwirtschaftliche Erzeugnisse, gerade hier in der Stadt! Die Verbraucher warten gierig auf die neuen Flyer des LEH für kommende Woche! Der Hofmarkt vor Ort( in 5 km Entfernung ) spielt da nur eine Nebenrolle…

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          • Dietmar Gross sagt

            Hört doch auf mit dem Entweder-Oder.
            So wird das nix mit der Zukunftsgestaltung.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Es geht doch gar nicht um entweder oder. Es geht darum, dass Nischen eben betriebsindividuelle Nischen bleiben. Es werden nunmal Millionen urbane Bürger nicht über Hofläden versorgt werden können. Was ist daran so schwer zu akzeptieren?

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              • Dietmar Gross sagt

                Ein gut organisierter Hofladen braucht keine Millionen, sondern bestenfalls ein paar Hundert solide StammkundInnen. Es gibt ausserdem auch noch Menschen, die bewusst auf dem Land leben und gerne eine Einkaufsalternative suchen.
                Ich muss ihre Klischees vom modernen Konsumverhalten weder verstehen und schon gar nicht akzeptieren

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Es hat anscheinend keinen Sinn Ihnen den Unterschied zwischen Versorgung einer Bevölkerung und einer betrieblich-ökonomischen Betrachtung darzulegen. Es gibt auch Menschen, die können sich einen Porsche leisten, die Mehrheit aber eben nicht.

                  „Ich muss ihre Klischees vom modernen Konsumverhalten weder verstehen und schon gar nicht akzeptieren.“
                  Das sind keine Klischees, das ist die Wirklichkeit….ob Sie das nun verstehen oder akzeptieren ist mir am Ende auch egal.

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                • Blogwart sagt

                  „Schön“ zu lesen, wie hier wieder einmal die Diskussion „ausartet“, weil provoziert wird („Erst kommt das Fressen, dann die Moral…“), aneinander vorbeigeredet und pauschaliert wird. Und dann kommt noch das Persönliche ins Spiel.

                  Ausgangspunkt: ein Beitrag von farmer u.a. mit dem Appell:
                  „Achtung der Meinung des Nachbarn, Abstimmung, Bejahung eines harmonischen Miteinanders, dass sich für Frieden, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und, auch, Schutz der Umwelt einsetzt.“

                  Abrüsten bitte!!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Stadtmensch, bevor du dir theoretische Raumverhältnisse aneignest, geh mal in einen Hühnerstall und erfahre, was es wirklich bedeutet. Learning by doing ist oft weiterführend.😉

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn ein Berthold Brecht Zitat schon eine Provokation darstellt und man den Kontext nicht versteht, dann kommen solche Kommentare zustande, das stimmt wohl.

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                • Christian Bothe sagt

                  DG:Das stimmt eben nicht! Im Einzugsgebiet eines großen Globusmarktes in der Region sind Kunden vorwiegend aus den ländlichen Gebieten…Was Sie beschreiben, sind Ausnahmen und nicht das Gros der Bevölkerung, meine ich.

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            • Christian Bothe sagt

              DG: weiß nicht was es mit „entweder oder“ zu tun hat? Die Zukunft für unsere LW habe ich (für mich) klar definiert und so wird‘s kommen. Uebrigens sehe ich auch das Mercosur und Europa nur verschoben ist…

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              • farmer sagt

                Ich empfehle die Lektüre von Dr Med M.O Bruker. Jede, die sich vorurteils damit befasst, wird zu der Erkenntnis kommen, dass sie
                a) direkt auf dem Markt oder beim Bauern gesunde frische Lebensmittel kaufen sollte
                b) Frischkornbrei mit gutem Getreide essen sollte
                c) die wirklichen industriellen Lebensmittel, nämlich die vom Bauern aufgekauften und dann industriell „veredelten“ Lebensmittel, mit teils horrenden Aufschlägen, weglassen sollte.
                Und dann kann man auch beim Bauern oder auf dem Markt nach dem Saatgut fragen. Muss man nur umsetzen wollen.

                Und die Billionen, die hier abgezogen werden über Internet und Co, die könnten bei echtem Willen für bessere und höherwertige Lebensmittel ausgegeben werden. Ggf. auch mit samenfestem Saatgut aus freiem Nachbau.

                Aber das ist m.E. nicht gewollt. Wahrscheinlich poppen in diesem Land Warnmeldungen bei verschiedenen Institutionen auf, wenn die Lebensmittelpreise und der Anteil für Nahrungsausgaben den Prozentsatz x überschreiten … . Und dann wird gegengesteuert.

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                • Christian Bothe sagt

                  Farmer: dann noch Gouda aus Lupine, dazu Hafer-und Kartoffelmilch? Oder vegane Ernährung ? Einfach lächerlich auch wenn es von einem Dr.med. empfohlen wird… Einige aus meiner Familie sind auch Dr.med. Sehen das aber nicht so! Tut mir leid Mr.Farmer…

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                • Bauer Willi sagt

                  @farmer
                  Bitte lassen Sie sich vom Gegenwind einiger Kommentatoren nicht entmutigen.
                  Ich schätze es sehr, wenn hier andere Meinungen als die der – vermeintlichen – Mehrheit zur Sprache kommt. Sonst klopfen sich irgendwann dann die immer gleichen Kommentatoren gegenseitig auf die Schulter…

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  10. farmer sagt

    Ich lehne den Begriff „Industrie“ für meinen Hof ab. Ja, wir arbeiten mit Maschinen und versuchen, Ertrag und Effizienz zu verbessern. Und wechseln dabei auch die Sorten, auf Basis von Versuchen und Tests, die Experten durchführen. Dennoch ist es Arbeit mit der Natur und in der Natur, mit dem Boden und mit Tieren im Jahreskreislauf. Für Ideologie besetzte Wahl von Worten und Begriffen und einem dahinter stehenden Klassenkampf, der „bürgerliche, bäuerliche und freiheitlich demokratisch gesinnte“ Landwirte in eine „schlechte“ Ecke stellen will, stehe ich nicht zur Verfügung. Oder sind Kindergärten, Diakonie, der Klempner, etc. auch Industrie, wenn sie Abläufe so gestalten, dass weniger Arbeit zu mehr Leistung führen? Nämlich Arbeitsteilig und mit immer wieder neuen Hilfsmitteln.

    Zudem gibt es in der Industrie auch sohne, solche und ganz andere.

    Beispiel Conviso Rübenanbau – es sind Rüben, die resistent sind gegen ein Herbizid. Ohne Gentechnik. Ich verlasse mich auf die Züchter und die erfolgten Tests. Und gehe davon aus, dass sich die Mittel abbauen und keine Rückstände hinterlassen. Die Schläge sind 1,5 bis ca 6 Hektar groß. Einige Arbeiten machen wir selbst, einige werden vergeben (Lohnarbeit). Die Rüben werden, seit ca. 150 Jahren, zur Fabrik gefahren, über ca 15 km Entfernung. Es wird mineralisch und organisch gedüngt. Ist dass dann industrielle Landwirtschaft?

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    • Christian Bothe sagt

      Farmer: Nichtsdestotrotz ist die industrielle LW mit allen ihren Facetten die Zukunft! Nur große Betriebe werden mit konformen Produkten den LEH in ausreichendem Umfang beliefern können, ob Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Milch etc. Um das zu erreichen, bedarf es auch ertragsreiche Sorten an Saatgut( habe bei der RWZ diese gehandelt, eigene Getreide-und Grasvermehrung). Selbst im Biobereich( sh.Dennree und sein 6000ha Betrieb) geht’s es nur industriell!
      Was die Regionalität der LW betrifft mit diversen Hofmärkten usw. sind Klein- und Nebenerwerbsbetriebe essenziell!

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      • Christian Bothe sagt

        Farmer: Kleine Ergänzung: Lese gerade in der hiesigen Presse über Spezialkulturen wie Tee, Brennesseln usw. Haben hier in Ostthueringen einige solcher Betriebe! Auch hier gilt es in Mengen und Größenordnungen zu produzieren, um diese Produkte dem Großhandel( Pharmazie, LEH u.a) in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung zu stellen und zu vermarkten!

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    • Arnold Krämer sagt

      Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass sich in den Köpfen der Landwirte diese als Lieferanten des LEH betrachten?
      Die allermeisten Landwirte benötigen leistungsstarke Erfasser, Verarbeiter, Veredler ihrer Produkte, selbst für das, was sogar direkt konsumfähig ist wie Obst, Gemüse und Eier.
      Leider sind diese nicht gleichmäßig im Lande verteilt, so dass sich die wirtschaftliche Situation der kleinen wie großen Betriebe im Lande regional z. Teil sehr unterschiedlich darstellt.

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      • Christian Bothe sagt

        AK: Natürlich gibt‘s den Verarbeiter dazwischen ( war ja selbst einer), der die Primärprodukte der LW auch veredelt! Aber im Endeffekt ist es unsere LW, die mit ihren Erzeugnissen den LEH bedient! Und dazu braucht‘s Größenordnungen und Mengen in erforderlicher Qualität! Sollten Sie als „Kartoffelmensch“ doch auch so sehen…

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        • Topfheiler sagt

          Die Mengen sind das eine ,Aber auf Böden die nicht so Siebfähig sind dieKartoffeln geschmaglich besser ,bei Spargel genauso, Problemböden habe auch ihre Berechtigung .

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          • Reinhard Seevers sagt

            Der Geschmack ist ein ganz unstetes Kriterium. Kunden wechseln Anbieter, wissen nicht, welche Sorte sie beim letzten Mal gekauft haben, je nach Wasserversorgung und Sorte, Boden und Düngung fallen gleiche Sorten auf unterschiedlichen Standorten wieder anders aus. Der Kunde greift in der Direktvermarktung eigentlich immer wieder auf seine Erfahrung (gut oder schlecht) zurück.

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  11. Eckart Grünhagen sagt

    Kein Bauer ist verpflichtet, von irgendeiner Firma Saatgut zu kaufen. Es ist seine eigene, nach ökonomischen Gesichtspunkten gefällte Entscheidung, welches Saatgut er bezieht.

    Kein Zuchtunternehmen ist daran interessiert „alte Sorten“ absichtlich vom Markt zu drängen. Neue Sorten etablieren sich dann, wenn sie alten in wesentlichen Merkmalen überlegen sind. Dennoch archivieren diese Firmen deren Saatgut, um später vielleicht einzelne Eigenschaften in neue Sorten einkreuzen zu können.

    Die genetische Vielfalt bleibt also erhalten, während die von Bauern angebauten Sorten Ergebnis einer vom Verbraucher gewollten Selektion sind.

    Wer Zucht auf verbesserte Eigenschaften in der nächsten Generation kategorisch ablehnt, verschenkt Spielräume in der Hungerbekämpfung in der Zukunft.

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    • Peter sagt

      „Die genetische Vielfalt bleibt also erhalten, während die von Bauern angebauten Sorten Ergebnis einer vom Verbraucher gewollten Selektion sind. “
      Wie sollte „der Verbraucher“ seine Auswahl zur Selektion äußern?

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      • Eckart Grünhagen sagt

        Nehmen wir das Beispiel „Speisekartoffel“.

        Jedem, dem es wichtig ist, eine festkochende alte Sorte wie die „Linda“ oder das „Bamberger Hörnchen“ auf dem Teller zu haben, wird sie für das entsprechende „Klein“geld bekommen können. Hier in der Gegend hat sich ein Landwirt auf den Onlineversand dieser Sorten spezialisiert.

        Jedem, dem es dagegen wichtig ist, eine festkochende, im Geschmack gleichwertige Kartoffelsorte essen zu wollen, deren Kauf sein Budget nicht sprengt, wird sie bei Lidl & Co. bekommen. Durch Zucht verbesserte Anbaueigenschaften und Ertragssteigerungen ermöglichen es, dieses Grundnahrungsmittel auch in „teuren“ Kartoffeljahren erschwinglich zu halten.

        In meinen Augen gibt es nur noch ein zahlenmäßig sehr übersichtliches Klientel, bei der ein möglichst frühes Zulassungsdatum der Sorten so sehr durch den Magen geht, dass man bereit ist, teuer dafür zu bezahlen.

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      • „wie soll der Verbraucher seine Auswahl zur Selektion äußern?“
        Durch den Einkauf!
        Ich habe übrigens in meiner Kindheit nie so viele verschiedene Apfel-, Tomaten- oder Kartoffelsorten im Lebensmittelladen gesehen wie heute.
        Dazu gibt es in Parks und an Wegrändern nahe dem Stadtzentrum frei zugängliche Obstbäume mit „Alten Sorten“. Da türmt sich das Fallobst und die Verbraucher marschieren mit ihren Aldi-Tüten daran vorbei.
        Die Stadt muss im Herbst spezielle Trupps an Straßenreinigern einsetzen, um die Berge an verfaulten „Alten Sorten“ zu entsorgen.

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        • Inga sagt

          und die verfaulten Äpfel erzeugen Krankheiten in die Apfelbäume.

          Hängt alles mit allem zusammen.

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        • Peter sagt

          „Durch den Einkauf!“ …keine Chance …Der Bier-Einkäufer kauft, was er geschmacklich aktzeptiert u n d gerade im Angebot ist. Eine Auswahl der Sorte Braugerste wird damit nicht möglich sein. Bei den Speisekartoffeln kann ich evtl. noch im Vertrauen auf die Deklaration, das Ursprungsland und die Kocheigenschaft wählen, aber kaum eine Sorte. Die Tüte Mehl…wie soll der Verbraucher die Weizensorte mit seiner Wahl/seinem Einkauf selektieren?

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    • Thomas Bröcker sagt

      Herr Grünhagen: „kein Bauer ist verpflichtet bei irgendeiner Firma Saatgut zu kaufen..“.. „die genetische Vielfalt bleibt so erhalten, während die angebauten Sorten Ergebnis einer vom Verbraucher gewollten Selektion sind“
      Das ist aber eine etwas „eingeengte“ Sichtweise. Der allgemeine Verlust an Vielfalt und Kleinteiligkeit (in der Landwirtschaft, dem Handel, dem Handwerk) bietet durchaus Grund zur Sorge. Jede Zentralisierung auf privatisierter Ebene birgt die Gefahr der Monopolisierung und letztendlich auch der Machtkonzentration. Das Ganze ist ein schleichender Prozess, der durch bäuerlich geprägte Landwirtschaft durchaus gebremst wird.
      Tendenziell ist es aber so, dass immer stärker in immer privaten weniger Händen konzentriertes Kapital durchaus die Gefahr einer „strategischen Einengung der Verfügbarkeit von Neuzüchtungen“ durch große Akteure in sich birgt.
      Die müssen gar nicht an den Markt gelangen, sondern sind „interne Produkte von vertikal agierenden Konstrukten“.
      Ich bin mir auch nicht sicher, ob kleinteiligere Eigentums- und Produktionsstrukturen die Resilienz der Ernährung global verbessern. Konzentrationsprozesse bergen aber immer die Gefahr des Machtmissbrauchs am Markt wie gerade an den 85 % Marktmacht in nur 4 (privaten) Händen im LEH (leidvoll für die davon abhängigen Urproduzenten) zu sehen ist.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das sehe ich auch so…..das Maß zu finden, das zwischen Subsidenz-Landwirtschaft und Agrarindustrie eine resiliente Nahrungserzeugung für die Bürger eines Landes ermöglicht, und gleichzeitig dem Erzeuger ein gewisses Maß an Wohlstand ermöglicht (siehe Landwirtschaftsgesetz), das wäre doch ein Ziel, oder?
        Wäre da nicht der maßlose Mensch, der von allem immer mehr haben wollte.🤔

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      • Eckart Grünhagen sagt

        Herr Bröcker, fragen Sie sich einfach u.a. danach, warum es im LEH zu den oligarchen Strukturen gekommen ist. Die Kundenpräferenzen haben sich im Zeitverlauf offensichtlich geändert.

        Gehen Sie bitte auch noch einmal in sich, warum „Conviso One“ von Bayer, so gut in Conviso-Zuckerrüben von KWS, Betaseed oder Strube-Dieckmann funktioniert.

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        • Gurkenhobel sagt

          Moin Eckart, kleine Einschränkung: Strube-Dieckmann gibt es schon lange nicht mehr, Strube demnächst auch nicht mehr, und das Conviso-System ist bei Strube nie zur Anwendung gekommen, weil es die Geschäftsführung nie einlizensiert hat. Wir werden sehen, wie es bei RAGT weiter geht, die Strube gekauft haben und als Markennamen verschwinden lassen werden.

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          • Eckart Grünhagen sagt

            Danke für den Hinweis. Bei mir auf dem Zuckerrüben-Feld hatte „RAGT“ im letzten Jahrzehnt keine Chance.

  12. Frikadellen piet 47 sagt

    guten Morgen jetzt wo ich jetzt gelesen habe bin ich sehr gespannt auf den Film, den habe ich noch nicht gesehen. mal sehen ob du das gezeigt wird, was damals vor 2006 im Studium schon vermittelt wurde, aber nicht in der Presse dann. bin also sehr gespannt und werde meine Erkenntnis Peter niederschreiben. schönen Tag

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