Bauer Willi
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Nachhaltig produzieren – so wie früher

Teil 1: Nachhaltig produzieren, so wie früher…

In Diskussionen mit Mitbürgern um die Landwirtschaft, wie sie heute betrieben wird, höre ich oft den Satz „aber das ging früher doch auch“. Mit „früher“ ist ein undefinierter Zeitraum in der Vergangenheit gemeint, die der Bürger auch nicht gekannt hat, von der er aber erzählt bekommen hat. Zusatzerklärung des Mitbürgers „Mein Opa hatte auch einen kleinen Bauernhof“.

So, und dann fängst Du an zu erklären, warum sich alles geändert hat und warum. Das ist eigentlich falsch! Fragen Sie doch einfach den Mitbürger, was er sich von „früher“ wieder wünscht!

Was werden wohl die Antworten sein? Mit großer Sicherheit wird er Ihnen erzählen, was er nicht will: keine “Massentierhaltung”, keine „Pestizide“, keine “Monokulturen” (die eigentlich Reinkulturen sind) und kein Glyphosat, um nur mal eine kleine Auswahl zu benennen.

Doch das sind keine Antworten auf Ihre Fragen! Sie wollen ja wissen, was er sich von „früher“ wünscht. Was also wieder eingeführt werden soll, weil früher ja meist mit besser assoziiert wird.

Eine Abschaffung der Traktoren hält ihr Gegenüber vermutlich auch für schwer realisierbar, denn die Arbeitskräfte von „früher“ gibt es heute nicht mehr. Und die Arbeit war früher ja auch körperlich anstrengend, dass ist selbst einem Bauern nicht mehr zuzumuten.

Dann wird so etwas kommen wie, „im Einklang mit der Natur, also möglichst viele Tiere auf dem Hof und viele Kulturen auf dem Feld. Mit alten Sorten und Rassen und nicht so ein moderner Mist von großen Konzernen“.

Gut, damit kann man jetzt was anfangen. Sie fragen, wo sie die Tiere unterbringen sollen (die Ställe gibt es nicht mehr) und wer denn die Hühner, Enten, Gänse, Schweine und Rinder füttert und pflegt? Wenn Sie viele verschiedene Kulturen auf dem Acker haben , auch Gemüse für den Hofladen, muss ja die Arbeit auch zu schaffen sein. Fragen Sie, ob er bereit wäre, selbst mit anzupacken. Nicht irgendwann, nein, gleich morgen. Dass er/sie morgen zur Arbeit müssten wäre Ihnen schon klar, aber die Arbeit muss ja morgen getan werden. Und Sie hätten sich schon nach Mitarbeitern umgesehen, deutsche Kräfte wären nicht zu bekommen.

Fragen Sie, warum es die alten Sorten und Rassen nicht mehr gibt. Fragen Sie, ob diese alten Sorten gesünder waren? Oder widerstandsfähiger gegen Krankheiten? Ob es früher weniger Mutterkorn oder Fusariosen gegeben hat? Was Fusariosen sind? Pilzkrankheiten, die für den Menschen giftig sind. Ja, Hybrid-Sorten kann der Bauer nicht selbst vermehren, aber das will er auch nicht, denn dann ginge der biologische Vorteil verloren. Hybridzüchtung ist nicht in 5 Minuten zu erklären, also versuchen Sie es erst gar nicht. Sagen Sie ihm, dass die modernen Sorten für den Landwirt und den Verbraucher einen Vorteil darstellen und der Bauer sich viele Sorten von vielen verschiedenen Züchtern aussuchen kann. Oft sind diese Züchter auch heute noch Familienunternehmen. Dass wir als Bauern von „den Konzernen abhängig sind“ könnten Sie mit ihren Lieferscheinen widerlegen.

Dann kommt ein schwieriges Thema: „Im Einklang mit der Natur“. Da fängt es an, philosophisch zu werden. Was ist den „die Natur“? Fragen Sie das Ihren Mitbürger!

In Vorträgen schocke ich meine Zuhörer mit dem Satz meines Pflanzenbauprofessors im ersten Semester, als er uns jungen Studenten folgenden Satz an den Kopf warf: „Landwirtschaft ist der ständige Kampf des Menschen gegen die Natur“. Das hört niemand gerne. Und doch stimmt es, denn schon die ersten Ackerbauern und Viehzüchter im Fruchtbaren Halbmond zwischen Euphrat und Tigris haben vor rund 12.000 Jahren genau dies gemacht: sie haben gegen die Natur gekämpft und zwar so erfolgreich, dass wir inzwischen 8 Milliarden Menschen geworden sind. Zynisch gesprochen könnte man sagen, dass wir Bauern die Opfer unseres eigenen Erfolges sind. Wir sind heute sehr viel mehr Menschen und sehr viel weniger Bauern als früher. Mehr Menschen auf der Welt können aber nicht nachhaltiger sein als weniger Menschen, vor allem dann nicht, wenn diese Mitbürger sich anders verhalten als früher.

Doch dazu mehr in einem weiteren Artikel mit dem Thema: “Nachhaltig essen – so wie früher”.

 

 

 

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97 Kommentare

  1. Ein sehr guter Beitrag, vielen Dank dafür. Jene die nicht irgendeiner Weltuntergangssekte folgen wollen, brauchen mal hin und wieder ein gutes Argument. Bei der täglichen Propagandaflut von jenen die mit Panik- und Angstmacherei Machtpoltik zum Schaden des Volkes betreiben, sehr hilfreich.

    FAZ: 9. April 2018: Alles wird immer schlimmer: Diesen Satz hören wir ständig. Und er ist grundfalsch. Der verstorbene schwedische Wissenschaftler Hans Rosling hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Fortschritt zu loben.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html

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    • Ilse Heiland sagt

      genau dieses Bild ,habe ich vor ei paar Tagen ,bei meinem Besuch in Berlin meiner Enkelin gezeigt(22)
      darauf hin kam, was ist Das, ich sagte ihr, dass ich das auch noch aus meiner Kindheit in Obb. kenne, da wurdenn auch Ochsen zur Feldarbeit eingespannt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre Reaktion, wie, so wurde auf den Feldern gearbeitet? Tja, einen Trecker konnten sich die Wenigsten leisten, bis ich dann den ersten EICHER , wurde nur ca 20km entfernt von uns gebaut gesehen habe, das, war aber erst 62 und zogen wir nach Erding. Es war eine super schöne und lehrreiche Jugendzeit, darum werde ich auch immer stinkwütend, wenn man den Bauern nur idiologische und kontraproduktieve Vorschriften macht, besonders, wenn Die von Leuten kommen, Die keinerlei Ahnung von dieser Materie haben.

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  2. Reinhard Seevers sagt

    Das ist für ganz viele eine Erlösung.🤗
    Sieht man doch an der Abiturprüfung in Hamburg. Einser Abi dank chatgpt, mit ein wenig zus. Selbstdarstellung erreichen unsere Nachfolger die höchsten Positionen. Das Leben kann so einfach sein, dank KI. Es kann keiner sagen, er habe es nicht gewollt oder gewusst….OK, ein paar Zurückgebliebene und Rückwärtsgewandte vielleicht.

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  3. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Ich seh das so: Bei einem reichlichen Angebot so wie derzeit z.B. beim Getreide mehr Geld zu erlösen über Argumente wie “… im Einklang mit der Natur..” oder möglicherweise noch
    “… unter Bewahrung der Schöpfung..” ist sehr schwierig. Da man derzeit auch noch weitere wirtschaftliche Probleme befürchten muß greift der Verbraucher dann doch sehr schnell wieder zum billigeren. Sehr schön sehen kann man das bei den Schweinen. Tierwohl hin oder her, bei Ferkeln fragt keiner danach, hauptsache man hat welche. Ich bin NOCH Ferkelerzeuger mit ca. 300 Sauen und schicke derzeit jeden Händler der versucht zu handeln oder zu meckern sofort wieder nach Hause. Kann ich mir derzeit leisten. Was ich mir nicht leisten konnte ist, liebe Ackerbauern, die Sauen und Ferkel mit Getreide zu füttern was 35 €/dt kostete. Preis derzeit wohl Richtung 20€ weiter fallend. Damit füttere ich jetzt und verkaufe die Ferkel für 115 €, passt! Aber der Untergang der Schweinehaltung kommt trotzdem …

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  4. Christian Bothe sagt

    Mit dem früher besser ist’s so eine Sache! Beziehe mich mal nur auf die LW und mein Berufsleben in der DDR! Die tierischen Leistungen waren nicht so hoch wie heute! In der Milchproduktion gab’s eine andere Genetik und Zielstellung( SMR Züchtung)! Futtermittel aus eigener Produktion, kein SES, Markstammkohl, Ruebenblatt, Grassilagen, Strohpellets aufgeschlossen mit NaOH usf.Bullenmast: Gefluegeleinstreu, dekantierte Schweineguelle als Ergänzungsfuttermittel.In der Schweinemast! Leicoma(Genetik)Küchenabfällen, Eiweißkaltsilagen, Sulfidablauge,Bäckereiabfaelle, gedämpfte Kartoffeln,Rohzucker usf. SES war ein Fremdwort im KF!
    Top Leistungen gab’s bei den Legeleistung der Hennen in den KIM Betrieben! Alles in allem mit vorhandenen Rohstoffen in der DDR wurden nachhaltig tierische Leistungen vollbracht!
    Viele erinnern sich: Einkaufen mit Netz, Sauerkraut in Papiertuete, Folie war ein Fremdwort im Konsum, Obst und Gemüse ins Netz (Verpackung negativ), Bananen und Südfrüchte eine Seltenheit! Obst und Gemüse nur das was bei uns gewachsen war in der Saison…Satt wurde jeder und eine private Tierhaltung Gang und gebe!
    Natürlich ist der technische Fortschritt nicht aufzuhalten( precision und smart farming), Melkroboter usw. Alles wichtig, um 9Milliarden Menschen ernähren zu können!

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  5. Elisabeth Ertl sagt

    Bei uns träumen auch die Bauern von früher, aber damit sind die 1980er Jahre gemeint, als wir noch nicht bei der EU waren. Da gab es schon längst Steyr-Traktoren, die Linzer “Stickstoffwerke” und automatische Entmistungsanlagen.
    Es muss ja nicht wieder das Pferd sein, aber die Gesellschaftspyramide steht auf dem Kopf und ist dabei, krachend zusammenzustürzen. Es braucht eine breite Basis dort, wo die realen Güter hergestellt werden (Lebensmittel, Kleidung, Bau) und wo die basale Zuwendung erfolgt, in der Erziehung und in der Pflege der Kranken und Alten. Darauf balancieren zunehmend geistige Tätigkeiten wie Lehre, Verwaltung, Forschung und Kunst.
    So eine Gesellschaft ist dann stabil, unsere nicht. Der Wasserkopf stürzt gerade auf die Landwirtschaft und zermalmt sie.

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  6. Danny sagt

    Früher war alles besser weil es nicht so viele Menschen gab die die Umwelt belastet haben, weil nicht so viel geflogen wurde, weil es nicht so viele Autos gab, weil es nicht so viele Straßen gab, weil nicht so viel zu betoniert war, weil die Leute Nahrungsmittel noch schätzten, weil die Lehrer nicht gegen die Landwirtschaft Unterricht hielten, weil die Grünen nicht in der Regierung waren und die Leute konnten selber Dinge entschieden ( z. b. Heizung ), usw usw.

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  7. roy sagt

    hallo zusammen. nun, ich lebe/arbeite noch/wieder in einer welt, die von anfang an stark mit der landwirtschaft verbunden war und sie zum teil auch erst ermoeglicht hat.
    vor 45 jahren habe ich mal zu meinem vater gesagt, es kommen die tage wieder, da der bauer mit pferd und wagen auf den acker faehrt. glaubt es oder nicht, diese tage sind nicht mehr weit. es wird viel hunger und elend geben und die anzahl an menschen wird sich drastisch verringern. dann ist es wieder wie frueher. gruss vom schmied in kanada. bin urspruenglich aus deutschland, seit ueber 30 jahren in kanada. kann auswandern nicht empfehlen. verteidigt die heimat bis aufs blut. mein fazit als alte mann. geld kann man nicht essen, doch die geldgierigen ueben zwang aus. das muss aufhoeren. dann kannst du leben. habt ihr noch einen schmied im dorf? wenn nicht, seht zu, dass ihr schnellstens einen bekommt.
    https://www.youtube.com/watch?v=ewHWxv6cLb4

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    • Inga sagt

      Aber mit Pferd und Wagen holen wir nicht so viel vo Acker,
      wie mit dem Traktor und seiner Technik.
      Man denke nur an die Zapfwelle.

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      • roy sagt

        es wird viel hunger und elend geben und die anzahl an menschen wird sich drastisch verringern. dann ist es wieder wie frueher.

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    • Christian Bothe sagt

      Na ja! Da hat wohl jemand von Canada die Schnauze voll, wenn ich Roy so reden höre! Ich sehe das nicht so mit der Menschheit und dem Hunger! Wir haben genug technisches Know how in der BRD und der Welt , um auch 9Milliarden Menschen ernähren zu können! Mit dieser Regierung in der BRD allerdings nicht und dem ständigen Beten nach Decarbonisierung in der Volks-und Landwirtschaft! War schon oft in Wisconsin und habe mich mit Farmern unterhalten! So pessimistisch sind sie nicht, lieber Roy. Auch die dort lebenden Amish people setzen mehr und mehr Technik ein, allerdings immer schon absolut nachhaltig! Bleiben Sie in Canada und leben Ihr Leben dort! Deutschland ist bis auf die vielen “Bunten” momentan als Landwirt nicht das Gelbe vom Ei…

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      • roy sagt

        ich lebe im grossraum vancouver. wisconsin ist weit weg und was da passiert, steht auf einem anderen blatt. ist auch in den usa, nicht kanada. zwei welten…
        kanada existiert nicht wirklich, es ist ein rohstofflager mit einem namen auf der landkarte.
        selbst wenn du 9 milliarden jetzt ernaehren kannst, vermehren die sich nicht weiter?
        das ende der spirale ist erreicht. jeder natuerliche prozess, der exponentiell waechst, so wie die anzahl der menschen, bricht frueher oder spaeter zusammen.
        wir sind bereits im zusammenbruchsprozess. manche sehen es halt frueher. ich habe den mauerfall 1981, als ich beim bund war, kommen sehen, innerhalb von 10 jahren. 8 jahre spaeter war der kaese gebissen. besorgt euch zugtiere und geraet. ich bin nur froh hier in britisch kolumbien zu sein, weil es hier nicht so viele menschen hat. 4 mal so gross wie deutschland mit 4.5 mio einwohnern. und trotzdem koennen sich die meisten hier kein haus/land leisten. der norden ist zu kalt fuer meinen geschmack
        wie schon mehrmals hier geschrieben: es kommen beinharte zeiten.
        wie immer: cui bono?

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        • Christian Bothe sagt

          Nun reicht’s Roy!Solche Weltuntergangszenarien hören wir hier täglich! Argumente sind die Klimaerwärmung und der Ukrainekrieg und die bösen Russen und Chinesen…Das Sie den Mauerfall schon 1981 zeitnah voraus gesehen haben( als einziger in der Welt),sollte Sie aber nicht in dem Glauben bestärken ein “Hellseher für aufkommendes Unheil”zu sein…Wisconsin ist nicht soweit weg und die Provinz British Columbia kenne ich auch(Vancouver)…

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          • roy sagt

            was reicht? wieso geht die welt unter? wieso als einziger in der welt?
            wo/wann habe ich das geschrieben?
            meine faehigkeit aufkommende/entstehende muster zu erkennen, hat sich in ueber 60 jahren nicht getaeuscht.
            das ist kein bewusster denkprozess, das schaltet sich von sich aus aus und an.
            habe ich keinen einfluss drauf. wird durch alle moeglichen dinge ausgeloest.
            warum? keine ahnung. ist halt so.
            wie lang hast du denn in britisch kolumbien gelebt? ich bin seit 33 jahren hier und wuerde nicht behaupten, die provinz zu “kennen”.
            wisconsin ist weiter von vancouver entfernt als london von moskau. eigentlich so gleich in der naeheren nachbarschaft, oder?
            ich wiederhole: der prozess des zusammenbruchs der versorgungsketten der sogenannten westlichen welt hat bereits begonnen. worueber die massenmedien zumeist berichten sind reine ablenkungsmanoever. der grossteil der wirtschaftsaktivitaet jeglicher art wird nach china verlagert. warum? darum!
            https://www.visualcapitalist.com/majority-worlds-population-lives-circle/
            wie die alten roemer schon fragten: cui bono?
            ich bin gerne bereit, mich ausserhalb willi’s seite auszutauschen. immer bereit dazuzulernen.

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            • Christian Bothe sagt

              Warum sind Sie eigentlich noch in dem schönen Canada? Zu Ihrer Frage: habe nicht in Canada gelebt, aber fast alle Provinzen erkundet( mit PKW…)Vancouver eine wunderbare Staat, auch Québec, Montréal…

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          • Brötchen sagt

            Christian ich will nicht behaupten ich hätte den Mauerfall vorausgesehen, aber die Geschehnisse in Polen und auch in der Su mit Sputnik usw…

            Oder Fachkonferenz mit Prof. aus ganz Europa an der Uni haben doch etwas Hoffnung aufkommen lassen. So ganz abwegig war das nicht.

            • Brötchen sagt

              Christian und was USA betrifft allgemeine Auflösungserscheinungen sind da schon lange zu beobachten….in den großen Metropolen und vor allem an der Ostküste.

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              • Brötchen sagt

                Achso und die neueren Äusserungen des Ministerpräsi von Saxonia lassen vermuten, der ahnt das die K##### am dampfen ist, aber gewaltig.
                Selbst dem Cem dämmert, dass seine Landleute gerade die sind, welche die Ziele seiner Partei nicht im geringsten interessiert.
                Der Fluch der bösen Tat eben.

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                • Christian Bothe sagt

                  Stimmt! Kretschmer macht einen guten Job neuerdings! Das sage ich als „Exilsachse.“

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              • Reinhard Seevers sagt

                Das nehme ich auch so wahr, allerdings haben die Amis es immer wieder geschafft, sich neu zu erfinden…das ist deren Vorteil gegenüber anderen Gesellschaftsformen.
                Aber vielleicht ist es auch das Fehlen von gesellschaftlichen Divergenzen, die in der Vergangenheit durch militärische Aktionen kompensiert wurden. Das wird zukünftig kein Katalysator mehr sein…..oder evtl. doch? China?

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                • Brötchen sagt

                  das ist meine Hoffnung auch, zumindest sorgt dort auch die konservative Landbevölkerung für Stabilität.

  8. Thomas Böhm sagt

    ich kann den Spruch : “früher war alles besser” nicht mehr hören.
    warum sind den so viel Menschen nach Übersee (Amerika) ausgewandert?
    bestimmt nicht weil alles so gut war in Europa.
    von daher lasst mich endlich mit dem früher war alles besser in Ruhe!
    danke.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Um 1850 hat meine Gemeinde die Schiffspassage von Genua nach Amerika bezahlt, dass sie die Esser los hatten, die Esser die von der Gemeinde versorgt wurden. Steht alles in den Gemeinderatsprotokollen.
      Zur damaligen Zeit hat die Gemeinde Wald gerodet und kleine Flächen als Allmendflächen den Armen Menschen zugeteilt, dass die ihr Gemüse anbauen konnten.
      Dünger wurde dem Plumpsklo entnommen.

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  9. Thomas Gensch sagt

    Frohe Pfingsttage.
    BJ. ’65
    5 km zur Schule, Winter mit Bus, den Rest mit dem Fahrrad. War übers Land und durch den Wald. Nach der Schule zum Förster, war herrlich. Aber heute schon wegen der Hunde verboten.
    Von der 2. bis 4. Klasse bei einem Klassenkameraden zum Schweinschlachten, an der Leiter, mit kompletter Verwertung, mmh Lecker. Da würden heutige, städtisch oder grün geprägte Eltern erst einen Anfall kriegen und dann nach einem Anwalt schreien.
    Umzug in die Börde, manuelle Arbeit auf dem Acker von Unkraut hacken bis Rüben verziehen. Hat mir nicht geschadet, der Wertschätzungseffekt war prägend, aber das müsste ich wirklich nicht mehr haben. Der Gurkenflieger war da schon eine andere Geschichte, trotzdem anstrengend. Wenn es nicht soviel Schaden erzeugen würde, wäre das eine Empfehlung für heutige Schulklassen.
    Auf der Penne (Gymnasium 8. – 12.) gab es dann ESP, TZ und WPA meist in der Industrie, das gab mal einen guten Einblick in diese Bereiche, hat Abläufe in der Produktion und bei TZ auch räumliches Vorstellungsvermögen ‘begreifbar’ gemacht. Nur ohne feste Grundlagen in Mathe, Physik, Chemie, Bio und Deutsch ging das gar nicht. Wäre heute aber genauso schwierig umsetzbar wie in der Landwirtschaft, weil das war immer 1 bis 2tägig. https://www.arbeiten-in-der-ddr.de/allgemeines-%C3%BCber-die-ddr/schule-und-arbeit/
    Einiges, ein wenig Bewegung und Schule war früher besser, zB das Lehrer noch Autoritäspersonen waren, die Mobbing und Störer bändigen durften.

    Ich freue mich auf den Tag an dem mal in Städten der Strom über längere Zeit ausfällt, dann ist es Essig mit Supermarkt und täglicher Lieferung von Onlineportalen, ok Wasser etc. fällt auch aus, genau wie ÖPNV und Ladedstrom aber dann dürfte einigen ein Seifensieder aufgehen, das nicht alles Grün-Geschwätz für bare Münze zu nehmen ist.

    Mfg Thomas

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    • Christian Bothe sagt

      Sehr gut! Ergänzung: es gab dann noch den UTP Unterricht, den man ja in SA wieder einführen möchte, was keine schlechte Idee ist… Zur besseren Schule und Schulausbildung in der DDR möchte ich mich als langjähriger Elternaktivvorsitzender lieber nicht äußern…Diese war nämlich weitaus besser, wurde sogar von Finnland kopiert! Ergebnis: sh.PISA Studie…

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      • Reinhard Seevers sagt

        Hans die Planungen der LPGs, die ich kennen gelernt habe waren auf dem Papier perfekt…in Praxi eben nicht. Es lag jedenfalls nicht am Wissen. 😉
        Es lag, wie immer am Geld und an den Verantwortlichen in der Führung…..so wie heute auch.🙄

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        • Christian Bothe sagt

          Sollten sich mal die VEG anschauen! Hab’s ja auch und ich war einer von ihnen als Direktor und Produktionsleiter…

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            • Inga sagt

              Gegenüber der Privatwirtschaft, da gehört das ganze Betrieskapital wem?
              Und bürgt mit seinem Privatvermögen?

              • Christian Bothe sagt

                Das war Volkseigentum! So einfach Inga! Im Übrigen reden wir von Großbetrieben mit 1000 ha LN und mehr, sowie von Intensivtierhaltung von 100000 Schweinen und mehr oder 18000er Bullenmastanlagen! Was da Ihre Bemerkung soll, weiß ich nicht! Hätte sich ein westdeutscher Bauer solche Investitionen getraut???? Glaube ich als Kleinbetrieb nicht und EU-Förderung gab’s im Osten nicht…Also nicht vergleichbar und die VEG, LPG, AIV brachten für die Bauern und die Dörfer große Vorteile wie betriebseigene Wohnungen, Kindergärten, Urlaub,Ferienhäuser etc.Hatte zwar nichts mit landwirtschaftlicher Urproduktion zu tun aber war in vielen Betrieben eine wichtige soziale Komponente!
                Wie weit können Sie eigentlich noch “freie” LW “ nach guter landwirtschaftlicher Praxis heutzutage ( auf eigenes Risiko) unter dem grünen Politbüro und EU betreiben?Naehern wir uns nicht langsam einer Volkswirtschaft mit Vorgaben und Gesetzen a la DDR?

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                • Thomas Gensch sagt

                  Das ist ua. auch das Vermögen was die Treuhand unterschlagen hat.

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                • Brötchen sagt

                  Christian es gibt schon Landwirte die sich hier im Osten Grossbetriebe aufgebaut haben, so generell kann man das nicht sagen.

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                • Christian Bothe sagt

                  Über die Treuhand wollen wir lieber nicht reden…Da gibt’s mittlerweile ja viele Untersuchungen! Zu Großbetrieben in privater Hand, Brötchen nur soviel: vorwiegend Holländern in unseren Regionen, die Großanlagen ( ZGE,ZBE ) als Tierproduktionsanlagen übernommen haben oder Investitionen in moderne Schweineanlagen machen! Gibt natürlich auch Wiedereinrichter mit bis zu 1000 ha LN.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Ich war schon 1975 im Raum Teterow unterwegs und hatte den Ackerbau dort kennen gelernt.

        • Brötchen sagt

          Reinhard es lag zum Teil an völlige substanzlosen Fantasiepreisen!

          Dadurch war keine Motivation und Stimulation möglich!

          Das gleiche Problem haben wir wieder, wo ein völliges Wirrwarr vorherrscht und fast niemand mehr alle Zusammenhänge durchschaut.

          Wir haben das damals selbst in den Seminaren sozialistische Betriebswirtschaft diskutiert und letztendlich war der Schluss, die Preise müssen über ein anderes System laufen und großes Schulterzucken.

      • Christian Bothe sagt

        wollten eben viele mal sehen, was im hochgelobten Westen unter der Demokratie besser ist… Das dezentrale Bildungssystem auf jeden Fall nicht…Alles weitere werden wir sehen… Und die LW ???

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        • zmp_nachfahre sagt

          Das Problem beim Schulsystem ist aber nicht unbedingt zentral/dezentral, sondern die Fixierung auf möglichst hohe Abiturquoten und Zunahme von “Laberfächern” statt Bildung und Ausbildung. Früher hat man in der Grundschule Lesen, Schreiben, Rechnen gelernt (auch im Westen), heute gibt es “freies Lernen” und Stuhlkreise.

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            • Thomas Gensch sagt

              Autsch, Abi ist zu lange her.

              Aber da beschleicht mich das dumme Gefühl, das heute etliche Schulabgänger (“irgend was mit Computern und Spielentwicklung”) nicht mal die Formeln zuordnen, analysieren, korrekt aussprechen, geschweige denn Lösen könnten.

              ? Duck und wech?
              Oder liege ich nicht falsch?

              Mfg Thomas

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        • evo.... sagt

          Ich bin schon für das dezentrale Bildungssystem. Früher waren Bayern und BaWü immer voraus. BaWü wurde von den Grünen leider ins hintere Mittelfeld zurück geworfen. Dafür wurden die Sachsen gut.

          Man stelle sich ein einheitliches Schulsystem auf dem Niveau von Bremen oder Berlin vor.

          Ich frage mich immer, was wäre aus Europa geworden ohne Bayern und BaWü.

      • Christian Bothe sagt

        Fällt mir gerade noch dazu ein:etwas provokativ: was man früher sagte. Anfrage an Sender Jerewan: warum man im Westen erst nach 13 Jahren Abitur macht und im Osten nach 12 Jahren?Im Westen musste man noch ein Jahr Schauspielunterricht machen…

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  10. Allgäuer Bua sagt

    Kommt mir irgendwie bekannt vor. Kommunalwahlen Bayern 2020. Wahlveranstaltung der Grünen mit dem Thema wie stell ich mir die Zunkft in unserem Dorf vor, in einem Dorf mit rund 650 Einwohnern im Allgäu. Zuerst einmal ein Vortrag von einem Landwirtschafsmeister der den Besuchern erklärt was in unserer Flur alles falsch läuft, es gibt keine Hecken mehr, Graswege werden abgespritz, im Wald gibt es nur Monokultur und die Fichten, Kiefern vertrocknen jetzt. Interessanterweise wurden bei uns in der Flur seit den 60 Jahren Hecken angelegt, Graswege werden nicht abgespritz da diese nur im Bereich von Dauergrünland in unserer Flur vorkommen und die Vertokneten Bäume nur in einem Bereich vorkamen in dem es im Jahr zuvor genagelt hat. Er erklärte auch dass das Grünland im 6 und 7 mal gemäht wird und danach immer Gülle und Mineraldünger eingesetzt wird. Auf die Frage aus dem Puplikum warum dann die Boibauern die ersten sind die im Jahr mähen gab es keine Antwort.Ich persönlich fragte den Redner am Ende der Veranstaltung ( nach dem Vortrag wurden kritische Fragen ganz schnell abgewimmelt den es geht ja um die Zukunft von unserem Dorf) wie er es sich den vorstellt wie die Art der Bewirtschaftung in Zukunft sein soll, etwa so wie in den 70/ 80 Jahren als man das Grünland nur 3 maximal 4 mal gemäht hat. Hab ich zu Antwort bekommen, ob ich denke dass die Leute wie damals arbeiten wollen. Ich hab diese Antwort bis Heute nicht verstanden, was hat die Art der Bewirtschaftung mit dem Maschineneinsatz zu tun.
    Da die Veranstaltung an einem Sonntagnachmittag stattfand gab es Kaffe und Kuchen, die Milch für den Kaffee war nicht bio dafür die Eigenmarke vom Supermarkt. Übrigens im Jahr zuvor war in Bayern das Bienenvolksbegehren.
    Ich persönlich bin der Meinung der Fortschritt in der Züchtung ud im Planzenschutz kann und darf nicht zurück gedreht werden. Im Bereich vom Grünland ist es vielleicht möglich im Frühjahr einen Teil später zu mähen. Ein Bekannter von mir sagte, gutes Heu ersetzt mir den Tierarzt.
    Aber was am aller wichtigsten ist, mit den Bauern zu reden und nachzufragen warum sie was machen und nicht nur über sie zu reden.

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  11. Paul sagt

    Früher war es besser.
    Es gab nicht diesen unsäglichen
    Apperat von Bürokratie und Vorschriften.

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  12. Ferkelhebamme sagt

    Tipp an Habeck: früher fungierten die Viecher und ihre Mistmatratze als Heizung.

    Ohne Pökelfleisch, Rauchwurst (von Schweinen mit richtig viel Fett=Energie) und Milch wären sie früher nie über den Winter gekommen. „Wie früher“ für Veganer eher ungeeignet

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  13. Rubbert sagt

    Moin, aus dem glücklichen Norden, oder so…
    Ich muß gestehen, ich hadere gerade sehr stark mit meiner unvollkommenen ganzjährigen artgerechten Schweine-Freilandhaltung, genaugenommen besser als früher.
    Es paßt zum Thema, danke Bauer Willi !
    Wenn man sich die winzigen Schweinekoben in alten bauernhäusern mal ansieht, hatten es die Schweine damals wirklich nicht gut. Da sind heutige konventionelle Mastställe ein Paradies für die Tiere. Die Wutzen sind damals vermutlich auch mal vor die Tür gekommen, allein schon, um Futtermittel kostenlos abzugreifen, aber da war Tierwohl nicht das Ziel. Die Schweinis wurden mit dem gefüttert, was da und über war. Und auch in den Städten standen Schweine aufm Müllhaufen in den Hinterhöfen, weil sie so super effizient alles noch verwertbare in Fleisch umsetzen konnten.
    Das meiste was mir bei der Umsetzung von Zucht- und Mastbetrieb Probleme bereitet, gibt es in der modernen Landwirtschaft nicht mehr. Und daher erklärt sich auch die Entwicklung.
    Schweine so zu halten wie ich es tue sieht zwar nach “Großvaters Zeiten” aus, ist es aber nicht. Wenn ich nach Lösungen suche für meine Probleme, lande ich unweigerlich bei der Arbeitsteilung und Stallhaltung der heutigen Zeit.
    Bezüglich der Nachhaltigkeit: Schweine waren “früher” nachhaltiger in der Produktion als heute, würde ich sagen, weil man alles an Resten reingestopft hat, was verfügbar war. Und eben auch nur soviel wie verfügbar war. Die haben auch mal gehungert oder waren zwar satt, aber mangelernährt. Und die wurden auch nicht über den teuren Winter gefüttert. Die wurden zum Winter geschlachtet. Das konnte ich übrigens auch im letzten Dezember beobachten. Als ich 2 Schweine in den Wartestall des Schlachters brachte, war in der Nebenbucht eine ganze Horde Durocschweine. Teilweise max. 60 kg. Da war jemand nicht so blöd wie ich und hat unterjährige Schweine lieber vor dem Winter schlachten lassen, als siue übern Winter rüberzufüttern. Das ist vermutlich nachhaltiger. Entspricht nicht meinem Konzept, aber ich denke derzeit ernsthaft darüber nach mein Idyll zu verändern. Und wenn es um Nachhaltigkeit geht, das Schwein als reiner Resteverwerter und nur solange füttern wie es effizient ist, kollidiert das mit dem Tierwohl. Mal sehen, wohin die Reise geht.

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      • Rubbert sagt

        Danke für die aufmunternden Worte ! Es geht allerdings eher darum, daß ich als Einzelkämpfer die Arbeit schaffen muß, auf dafür nicht geeignetem Grund. UND ich würde gerne nachhaltiger produzieren können. Es wird noch ein langer Weg. Ich muß allerdings sagen, daß meine Kundschaft meine Arbeit sehr schätzt. Das ist ja auch wichtig.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es gibt nunmal Grenzen, physischer, gesetzlicher und ökonomischer Art. Wunsch und Wirklichkeit können sich widersprechen. Daraus kann man die unterschiedlichsten Schlüsse ziehen. Wenn die Ernährung einer Emitionalisierung bedarf, und man damit eine Käuferschicht erreichen kann, dann ist dies eine Möglichkeit.
          Was ist denn nachhaltiger, als Menschen mit Nahrung zu versorgen, Kreuzfahrtschiffe zu bauen und zu betreiben? Wird die gewünschte Nachhaltigkeit honoriert, oder dient sie lediglich der persönlichen Gewissensberuhigung? Man weiß es nicht….

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  14. Jürgen Donhauser sagt

    Ich finde auch früher war es viel besser. Ein einfacher Arbeiter konnte sich maximal ein Fahrrad leisten. Der Postbote war auch mit dem Fahrrad unterwegs. Der Gemeindearbeiter war mit Schubkarre und Schaufel unterwegs um auf den Schotterstraßen (nicht’s war geteert) notdürftig die Löcher zu zuschütten. Urlaub kannte man nicht, denn jeder war neben der 50-60 Stunden / 6 Tage-Woche noch damit beschäftigt, entweder möglichst viel Handwerkertätigkeiten selbst zu erledigen oder noch irgendwo einen kleinen Garten zu bewirtschaften um die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel wurden damals noch richtig wertgeschätzt) niedrig zu halten. Waren das schöne Zeiten!

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    • Bauer Fritz sagt

      Am besten an der “guten alten Zeit früher” dürften die Mitbürger wohl meinen, daß sie damals bis zu 50% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben durften.
      Und das ging, weil
      *) sie nur 1 Auto hatten (wenn überhaupt),
      *) in einer kleinen Wohnung lebten, mit sogenanntem indischen Bad und WC (“jenseits des Ganges)
      *) nicht mehrmals im Jahr Urlaub machen “mußten”,
      *) keiner in der Familie ein teures Handy brauchte, weil es nur 1 Telefon gab oder eine Telefonzelle in der Nähe,
      *) die Bekleidung selbst genäht wurde und von den Eltern an die Kinder jeder Größe weitergegeben wurden (Höre Reinhard Mey: Die Kinderhosenballade https://www.youtube.com/watch?v=HmiDbNFQMX4). Von Zusendung wöchentlicher Wegwerfkleidung keine Spur. Auch Schuhe wurde solange ausgebessert wie irgend möglich.
      So gesehen war es eine gute Zeit, oder nicht ?

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  15. firedragon sagt

    “… Was also wieder eingeführt werden soll, weil früher ja meist mit besser assoziiert wird. …”

    Das Früher wird nicht mit ‘besser’ assoziiert. Den Menschen ist schon klar, dass sie es im Heute besser, als im Früher, haben.
    Was sich der Mensch unter früher vorstellt, bzw welches Gefühl er sich wünscht/erhofft, ist Ruhe, Geborgenheit, keinen Stress, sich gut/ausgeglichen fühlen usw.
    Das sind diese Gefühlswelten, die mit dem Einstellen in zbspl soz. Medien oder TV Formaten vermittelt werden.
    Es werden Menschen bei landwirtschaftlichen (Hand) Arbeiten, lächelnd mit Vogelgezwitscher im Sonnenschein, gezeigt (mal mehr, mal weniger).

    Wenn ich meinen Kunden von den Arbeitsschritten im Weinberg und Keller erzähle, ist die Mehrzahl über den Arbeitsaufwand überrascht.

    Den meisten (deutschen) Menschen ist die Arbeit in der LW einfach nicht geläufig, woher auch? Die wenigsten haben in ihrem Umfeld Landwirte mit denen sie Kontakt haben. Ernsthaften Kontakt, in Familie-, Freundes- oder Bekanntenkreis. Und selbst da kann es zu Unverständnissen kommen.

    Fazit – wir stehen immer hier: “… So, und dann fängst Du an zu erklären, warum sich alles geändert hat und warum. Das ist eigentlich falsch! …”
    Es ist nicht falsch, es ist einfach so.

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  16. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Ich treffe niemanden mehr,der behauptet,früher wäre alles besser gewesen,die sind alle verstorben! Im Augenblick gehts um Lastminute beim Urlaub und die HOHEN LEBENSMITTELPREISE. Gleichzeitig wird mir signalisiert,dass ich doch blöd wäre,mir dieses Leben als Bauer immer noch anzutun,zumal mein Nachbar,der Nebenerwerber (63) sich gerade ein Wohnmobil angeschafft hat.
    Wer rettet denn jetzt eigentlich die Welt??

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  17. Ehemaliger Landwirt sagt

    Eine ehemalige Nachbarin – die im Alter von 93 Jahren, das erste mal einen Arzt aufsuchte – sagte immer, sie möchte die Gut alte Zeit nicht mehr zurück.
    Sie wohnte mit ihren Eltern auf einem kleinen Bauernhof und musste morgens vor der Schule mit dem Bauern, mit auf die Wiese um Futter zu holen.

    Ja, das gehörte auch zur Landwirtschaft!

    https://www.youtube.com/watch?v=pROJWUqyRxc

    Wer will sich das noch antun, die urbane Bevölkerung sicherlich nicht.

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  18. Ludwig sagt

    Erst einmal Frohe Pfingsttage für alle hier . Der Spruch – Früher war alles besser würde ich jedenfalls nicht unterschreiben , denn wer uns Bauern ins Früher wünscht , sollte nicht vergessen , daß dann alle wieder ins Früher müßten und dann wird es dünne mit dem Früher. Wie heist es so schön – Wahrheit macht frei – Dieser Wahrheit des Heute sollte sich ein jeder mal stellen und dann kommen die Realitäten des Heute zu tage. Anpassen an die aktuellen Gegenbenheiten ist die Lage und das ohne sich selbst zu verbiegen und unter der Berücksichtigung woher wir kommen . Das heist auch aus der Geschichte zu lernen, aber bei der heutigen Bildung fällt das Schauen in die Geschichte schon schwer , denn da ist oft kein Wissen vorhanden und die schulische Bildung hat dort oft nicht statt gefunden. Diese fehlende Bildung kann man auch täglich bei unseren Politikern erleben und die daraus entstehenden Gesetze , die die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung nicht mehr abbilden.

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  19. Reinhard Seevers sagt

    Ich verstehe jetzt nicht ganz, warum dieser Beitrag so daherkommt. Das ist doch bereits hundertfach hier thematisiert worden. Ist es wegen Pfingsten? Der Ausschüttung des heiligen Geistes?
    Bin etwas ratlos…..

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    • Bauer Willi sagt

      Den nächsten Artikel, geschrieben von Reinhard Seevers, lesen Sie demnächst hier. 😎

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      • Reinhard Seevers sagt

        Klein Hänschen: “Herr Lehrer, ich habe nicht verstanden, was Sie meinen!”
        Lehrer:” Nächstes mal hälst du die Stunde!” ☝️

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      • Bauer Willi sagt

        „Glück“ ist ein menschlicher Begriff und relativ.
        Bin ich heute glücklich? Ja, ich habe gut gefrühstückt, aber die Gelenke schmerzen etwas…😎 Das legt sich aber im Laufe des Tages…😁

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Glück macht nicht zufrieden,
          sondern Zufriedenheit macht Glücklich.

          Eine Eigenschaft das dem großen Teil der Bevölkerung abhanden gekommen ist.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Das “Glück” kommt von Norden:
            1. Finnland, 2. Dänemark, 3. Island…..in
            Deutschland ist Schleswig Holstein das glücklichste Bundesland….Quelle destatista💪🍻
            FF=Frohe Fingsten, wie unser Prof. immer zu sagen pflegte!

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    • Ursula Fischer sagt

      glückliche Tiere??? : Kühe in Anbindehaltung den ganzen Winter mit dem Kopf zur Wand in niedrigen Ställen, Kälber am Strick auf der Stallgasse, enge Schweinekoben, gerade so hoch, dass die Schweine stehen könnten?!?! Gehen Sie mal in ein Freilandmuseum

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      • Reinhard Seevers sagt

        Damals waren die Menschen auch viel glücklicher. Die Magd wurde in der ersten Nacht vom Bauern geschwängert, alle saßen in der verrauchten Diele beieinander, der Altenteiler musste am Katzentisch sitzen und bekam, was übrig blieb, Vater,Mutter und Kinder schliefen gemeinsam in einem Alkoven…..es war eine gute Zeit, die Herren schneidig, die Mädels sittsam.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          “Die Magd wurde in der ersten Nacht vom Bauern geschwängert”

          Ich hatte in den Consbruchschen Protokollen von 16irgendwas gelesen,dass die Magd von Bauer H geschwängert und entlassen worden war,sie aber bei Amtsmann Consbruch vorstellig geworden war und er für die Magd entschieden hatte.
          Bauer H`s Nachfahre ist ein mein weitläufiger Nachbar mit etwas sehr merkwürdigen Ansichten.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Bauer und Magd

            1.
            Die Bäuerin zur Kirche ging
            Des war der Bauer froh
            Er sprach zu seiner Dienstmagd hin
            geh mit, wir schneiden Stroh

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Geh mit, wir schneiden Stroh

            2.
            Der Bäuerin gefiel das Wort
            Welch Gottes Liebe pries
            Im Stall entstand auf Stroh derweil
            Ein kleines Paradies

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Ein kleines Paradies

            3.
            Es duftete nach Morgentau
            Es glänzte wie der Mond
            Als die Magd mit ihrem Po
            Hoch auf dem Bauer thront

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Hoch auf dem Bauer thront

            4.
            Die Bäuerin nach Hause kam
            Ihr war’s, als ob wer rief
            Sah, dass die Magd sanft in dem Arm
            Von ihrem Manne schlief

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Von Ihrem Manne schlief

            5.
            Sie lachte still und denkt bei sich
            So ist’s mir eben recht
            Ihr seid im Stroh, das Bett ist frei
            Ich halt mich an den Knecht

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Ich halt mich an den Knecht

            6.
            Der Bibel Weisheit kenn ich nun
            Wem’s gut tut, der sei fromm
            Ich bin nur eine Bäuerin
            Ich nehm was ich bekomm

            Hei-ju Hei-ju-hei
            Ich nehm was ich bekomm

            Verfasser unbekannt.😊

            5
        • Limes sagt

          “Die Magd wurde in der ersten Nacht vom Bauern geschwängert, alle saßen in der verrauchten Diele beieinander, der Altenteiler musste am Katzentisch sitzen….”
          Das sind Berichte von Feudalherren aus dem Norden. Dort herrschten wohl paradiesische Zustände die Betriebe hatten Mägde und Knechte anders als in den Realteilungsgebieten da gab es keine Bedienung alle sassen am einzigen Tisch, Oma und Opa kümmerten sich um die kleinen Enkel.

          1
  20. Frikadellen piet 44 sagt

    moin frohe Pfingsten damals kam der Heilige Geist mit einem brausen nun sind es die schlauen Mitbewohner die meinen sie wüssten alles besser die Pflanzenschutzmittel waren damals viel schädlicher und die Desinfektion im Schweinestall auch das weiß aber keiner

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    • Friedrich Flebbe sagt

      Mit etwas Klein- und Großschreibung sowie Interpunktion wäre der Beitrag einfacher zu lesen.
      Friedrich

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sind wir jetzt in der Grammatik- und Rechtschreibprüfung, oder wollen sie der Frikadelle nur sagen, dass seine Fähigkeiten auf einem anderen Gebiet liegt.

        Wenn sie Fehler finden, dürfen sie die behalten, kostet nichts.

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      • Bauer Willi sagt

        Haben Sie inhaltlich auch etwas beizutragen? Traurig, wenn es nur zur Kritik an anderen Kommentatoren reicht…

        6
        • firedragon sagt

          Bauer Willi,

          Sie haben eine Kommentartorin ebenfalls schon mal aufgefordert, ihren Text nochmals zu kontrollieren, bevor sie ihn abschickt, weil es schwer lesbar ist/war.

          Richtige Klein- und Großschreibung, sowie Punkt-und Kommasetzung erleichtert das Textverständnis.

          Früher wurde darauf in der Schule sehr viel Wert gelegt. War das Heft nicht ordentlich geführt, musste man nachsitzen und den Heftinhalt komplett in ein neues Heft übertragen.
          In Schönstschrift und richtiger Zeichensetzung.

          Im Laufe der Zeit wurde darauf keinen Wert mehr gelegt.

          Heute kommt noch Gegendere dazu, was den Lesefluß ebenfalls beeinträchtigt.

          3
          • Reinhard Seevers sagt

            Wenn chatgpt sich etabliert hat, erübrigt sich die Fehlersuche! Alles wird gut!
            💪🍻

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            • firedragon sagt

              Herr Seevers,

              daran habe ich auch gedacht … ist das die Zukunft? Sich keine Gedanken mehr machen zu müssen …

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              • Thorens sagt

                “… ist das die Zukunft? Sich keine Gedanken mehr machen zu müssen …”

                Diese Zukunft hat längst begonnen. Man soll sich halt daran gewöhnen, dass woanders für einen gedacht wird.

                2
            • Thomas Gensch sagt

              @severs,firedragon,peter,thorens
              Leider wird es mit einer deutschen IP schwer werden, da die EU ja den Entwickler Open AI ja tot regulieren will.
              Aber wofür gibt es denn Thor? 😁

              Mfg Thomas

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