Bauer Willi
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Green Deal – ob das noch was wird?

Die EVP, also der Verbund, in dem auch die deutsche CDU/CSU in der EU ist, hat einem wichtigen Gesetz des Green Deal nicht zugestimmt. Ebenso die Liberalen. Es knirscht in Brüssel und Straßburg.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/eu-klimapolitik-wie-geht-es-mit-dem-green-deal-weiter-18919326.html?

Ich weiß nicht, ob dieser Artikel hinter der Bezahlschranke ist. Ich kann ihn jedenfalls lesen.

Für alle anderen hier einige Ausschnitte:

“Er habe in „weinende Bauerngesichter geblickt“ und „dramatische Situationen erlebt“, als er vor Kurzem in den Niederlanden gewesen sei, begründete Lins vor dem Ausschussvotum den Widerstand gegen das Gesetz. Was den Blick darauf lenkt, warum die EVP sich – maßgeblich auf Betreiben ihres Partei- und Fraktionsvorsitzenden im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), wie es heißt – entschieden hat, den Green Deal aufzukündigen. Es sind die Ergebnisse der jüngsten Wahlen in den Niederlanden, in den deutschen Landtagswahlen, in Italien, in Schweden und in Finnland.

Es ist der Erfolg der Bauer-Bürger-Bewegung BBB nach Protesten gegen strikte Stickstoffgrenzwerte bei den niederländischen Provinzwahlen. Es ist die Erkenntnis, dass viele Bürger sich von den Klimaschutzgesetzen der EU und der Staaten überfordert fühlen, dass es eine Kluft zwischen Innenstädten und den ländlichen Regionen gibt. „Von einer Dachterrasse in Berlin-Prenzlauer Berg, Stuttgart-Birkach, Brüssel-Woluwe-Saint-Lambert oder Köln-Ehrenfeld kann man leicht Vorgaben für den ländlichen Raum machen“, haben das Lins und sein Parteikollege Peter Liese in einem gemeinsamen Papier beschrieben. Die Umsetzung vor Ort sei indessen manchmal schwierig bis unmöglich.”

Und weiter:

Tatsächlich wächst im Europäischen Parlament wie den Staaten allmählich die Erkenntnis, dass die EU Gefahr läuft, mit immer mehr, immer neuen Regeln ihre Wirtschaft zu überfordern. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Brüssel zu einer Regulierungspause aufgerufen – auch wenn er das nachher nicht auf die aktuelle, sondern die nächste EU-Kommission bezogen haben wollte. Kurz darauf folgte der belgische Regierungschef Alexander De Croo. „Wir müssen verhindern, dass der Wagen überladen wird“, warnt er. Selbst in der Kommission wachsen die Zweifel, ob sich die EU nicht übernimmt, wenn „wir neben dem Klimaschutz auch noch 100 Prozent beim Schutz von Umwelt- und Menschenrechten erreichen wollen“.

 

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35 Kommentare

  1. Sauerland Farmer sagt

    Ein Schafspelz für den Green Deal Wolf

    Versprechungen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, dass ein Green Deal Wirtschaft und Arbeitsmarkt beleben und uns den Weg in eine nachhaltige Zukunft weisen wird, sind verführerisch, aber nicht realistisch.

    NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärt im Oktober 2021 gegenüber agrarheute: “Durch die Arbeit in der ZKL sieht der NABU eine deutliche Bewegung bei allen Akteuren in Richtung konstruktivem, zukunftsorientierten Dialog. Dadurch sind Grundlagen für einen anderen Stil in der Debatte gelegt, worauf wir uns freuen. Vor allem kommt es jetzt darauf an, dass die neue Bundesregierung diesen Geist aufgreift und im Rahmen des europäischen Green Deal die Weichen für eine naturverträgliche und zukunftsfähige Landwirtschaft stellt. Eine Transformation der Agrarpolitik im Geiste der Ergebnisse der Zukunftskommission ist jetzt die Aufgabe der neuen Regierung.” Was bedeutet das in der Praxis?

    NABU-Weideprojekt, so sieht Tierwohl aus?!
    https://www.agrarheute.com/tier/tote-nabu-kaelber-landkreis-wirft-umweltschuetzern-falschaussagen-607279
    Mich würde interessieren wieviel Fördergelder dieses Projekt verschlungen hat?
    Was würde unter diesen Umständen mit einem Vollerwerbsbetrieb passieren?
    Bleibt zu hoffen, dass die NABU Verantwortlichen medienwirksam verurteilt werden.

    Energiewende? Ja, nur bitte selbst finanzieren.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Habeck-laesst-Haeuslebauer-im-Stich-article24151146.html
    “Die KFW Zahlen sind ein harter Realitätscheck für Habecks Solar-Strategie. Denn sie zeigen, dass Großinvestoren, die ohnehin genug Geld haben, den Löwenanteil der staatlichen Hilfe kassieren. Und ausgerechnet die kapitalschwächsten Teilnehmer der Energiewende am wenigsten gefördert werden – und sie faktisch komplett selbst finanzieren müssen.”

    Ackerbau im Jahr 2031, denn Sarah Wiener ist mittlerweile EU Kommissionspräsidentin:
    „Nach Darstellung des EU Kommission ist die heikle Lebensmittel Versorgungs Situation 2031 infolge widriger Wetterumstände und Personalmangels entstanden und aufgrund der speziellen Anbauverfahren ohne Düngung und Pflanzenschutz mehr oder weniger unvermeidbar. Man habe aber die Probleme selbst erkannt und sich um Abhilfe im Ausland bemüht. Leider ist der Markt leer gefegt, so dass mit einer Lebensmittel Versorgungsmangellage über Monate zu rechnen ist.“

    Und so endet die Geschichte dann 20xx
    https://www.agrarheute.com/land-leben/sri-lanka-breakdown-bio-republik-595657

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    • Bauer Willi sagt

      Nein, Sarah Wiener wird keine Kommissionspräsidentin. Und Timmermanns wird eine Episode der Geschichte werden, eine Episode des Scheiterns. U.v. Leyen merkt gerade so langsam, dass sie das Rad überdreht hat.
      Die NGO´s merken es auch. Wann hat man das letzte Mal von Greenpeace gehört? Oder WWF, BUND? Der NABU macht negativ auf sich aufmerksam.
      Leute, ich glaube, es dreht sich was…

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      • Christian Bothe sagt

        Genauso sehe ich es auch wie B.Willi! Man braucht sich nur die Entwicklungen in der Gesellschaft anschauen, auch in der LW! Das Volk auch in der EU wird diesen grünen Spuk nicht mehr lang mitmachen! Alles nur mit Klimaerwärmung und Ukrainekrieg zu begründen und als Alibi für Diktate und Vorgaben zu benutzen, ist der Garant für ein schnelles Ableben grüner Philosophie und deren Gedankenspiele für eine zukünftige Welt! Warten wir mal noch ein, zwei Jahre…

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        • Ferkelhebamme sagt

          Gut, wer das aussitzen kann. Viele, z.B. wir Sauenhalter können es nicht, so müssen wir bereits nächstes Jahr ein Konzept zum Umbau des Deckzentrums nachweisen, was mit den Rahmenbedingungen momentan überhaupt nicht machbar ist. Neben denen, die bereits das Handtuch geworfen haben, haben viele bereits einen festen Ausstiegsplan für 2026. Irreversibel.

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  2. Bauer Fritz sagt

    Da ja Timmermans keinen Millimeter von “seinem” Green Deal abweichen will, weil er das als sein Projekt für die Geschichtsbücher sieht, wäre zu überlegen, ob man ihm nicht anbietet in Brüssel eine Sackgasse nach ihm zu benennen. Damit wäre er auch verewigt und ein schönes Sinnbild für das Projekt “Green Deal” wäre es zudem.
    Als 2 Fliegen mit 1 Schlag, wenn man das überhaupt noch sagen darf, wegen Insektenschutz und so .
    Nennen wir es daher besser “Doppelwumms”. 🙂

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    • Thorens sagt

      “…wäre zu überlegen, ob man ihm nicht anbietet in Brüssel eine Sackgasse nach ihm zu benennen.”

      Top!

    • zmp_nachfahre sagt

      Das scheint so eine Art Gehirnseuche zu sein, die eine bestimmte Gruppe befällt: John Kerry, Bidens Spezialbeauftragter für das Klima, soll gefordert haben, daß die Bauern aufhören sollten, Lebensmittel zu produzieren, damit das Ziel der “Zero Emission” erreicht werden könne. Ist nicht so ganz klar, ob er das wirklich gesagt hat, aber manchen Leuten würde man so etwas zutrauen…

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      • Christian Bothe sagt

        Ich hoffe nur, das in Amerika wieder die Republikaner an’s Ruder kommen( ob mit oder ohne Trump).Biden muss abgewählt werden und die Weichen sind gestellt…Mit solchen Äußerungen von Kerry??? schaufeln die sich ihr eigenes Grab…

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  3. Ursula Fischer sagt

    vielleicht müssen wir uns noch bei Putin bedanken!? Durch die knapper werdenden Ressourcen und Mittel wird auch der breiten , nicht landwirtschaftlichen Masse langsam klar, dass man sich auf das Mögliche und Machbare beschränken muss anstatt jedem grün ideologischen Hirngespinst nach zu eifern

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  4. Christian Bothe sagt

    Ich halte von der EU in ihrer jetzigen Form garnichts! Gerade was unsere LW betrifft,und die gesamten Regularien und Eingriffe in nationale Entscheidungen der LW von Mitgliedsstaaten der EU! Green Deal, Farm to Work usf. Mir kommt’s seit langem so vor als bewegt sich dieser Verein immer mehr in Richtung RGW und seinen Vorschriften und Regularien ( Weisungen) im ehemaligen Warschauer Pakt Gebiet und der DDR! Betrifft ja auch diese Klimadiskussion hier und die angedachten Knebel für die Bevölkerung durch Habeck und Co. Nun schreit man “Zeter und Mordio “wieso die AfD immer mehr Zulauf bekommt und wundert sich das einige “Hirnverbrannte” einen Putsch machen wollten…

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  5. Ludwig sagt

    Der Green Deal wird von der EU- Präsidentin nicht mehr mitgetragen, so stand es jedenfalls in der “agrarzeitung”. Speziell das Pflanzenschutzreduktionsprogramm stöst überall auf Widerstand. Die Politik hat es auch mit den ständigen Verboten und Verordnungen übertrieben. Überall wachsen in den EU-Ländern die Widerstandsparteien wie Pilze aus dem Boden . In Deutschland hatte man sich ja schon an die AFD gewöhnt , daß aber jetzt die
    Freien Wähler und andere Parteien wie Pilze aus dem Boden schießen hat man nicht erwartet. So ist jetzt der Kippunkt gegen diese Eliten überall erreicht und diese fürchten um ihre Fründe. Nur unsere Grünen machen weiter mit dem Heizungsgesetz, Fleischessgesetz und den Daten des Energieverbrauches und Daten aus dem Heizungskeller.In ihrer ideologischen Verbretterung merken die ihren mit Ansage zu sehenden Absturz nicht . Genauso wird es dem EU-Kommissionsstellvertreter Timmermanns ergehen. Wer zu spät kommt , den bestraft das Leben ! Ich habe jedenfalls an meinen EU-Abgeordneten einen langen Brief geschrieben und mein nicht mehr vorhandenes Vertrauen gegenüber der Politik mitgeteilt . Den Durchschlag hat auch ein Bundespolitiker der CDU bekommen. Möchte fast wetten, daß ich keine oder nur bla bla -Antwort bekomme. Übrigens haben gestern sehr viele Unternehmer am Hambacher Schloß gegen die Politik der Regierung demonstriert. Ob da wohl was in den Medien gesendet wurde ? Endlich stehen auch andere Berufsgruppen auf und wir Bauern sind da nicht mehr alleine. Erst jetzt kommen die Nichtbauern dahinter was wir für eine verrückte Politik wir hier haben.

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  6. Mark sagt

    Wenn die Zeiten härter werden und das Geld knapper wird man gezwungen sein sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und sinnbefreite Pimperlitzchen wie diesen komischen Green Deal ganz schnell dorthin verorten wo er hin gehört – in die Tonne!

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  7. Elisabeth Ertl sagt

    Aus den Umwelt- und Natur – NGOs sind Eroberungsheere geworden: sie wollen nur noch die bisherigen Besitzer des Landes vertreiben und selber dort herrschen, vor allem der WWF.
    Das nennen sie dann intakte Natur, Rewilding etc. Dieser Wildnis-Wahn ist eine intellektuelle Mode, die irgendwann so gehen wird, wie sie gekommen. Ist. Nur müssen wir dafür sorgen, dass bis dahin nicht jegliche Agrikultur vernichtet ist.
    Es braucht ein neues Leitbild, und das ist die indigene Kultur. Damit meine ich nicht, dass wir alle wieder Jäger und Sammler werden sollen, sondern dass die Beziehung Mensch – Natur idealerweise so etwas wie eine Ehe ist: einmal schenkt man dem anderen, ein anderes Mal nimmt man sein Geschenk an, einmal schafft man dem anderen Raum, hält ihm den Rücken frei, ein anderes Mal setzt man ihm Grenzen. Und vor allem tut man das alles in Treue.
    Für den modernen Wildnis-Romantiker ist die Natur eine Prostituierte, die er in der Freizeit kurz genießt und dann wieder im Stich lässt.
    Ein Paradebeispiel stand gerade in der Zeitung: 2 Frauen planen einen illegalen Zelturlaub in der Wildnis. Da kommt ein Wolf, sie machen sich in die Hose und fordern den Hubschrauber an: der emittiert sein massenhaftes CO2 und verscheucht mit seinem Knattern alle Wildtiere.
    https://kaernten.orf.at/stories/3209398/

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  8. Inga sagt

    Eben ein Thema für Umwelt und Soziales.
    So was sagt die Biodiversität unserer Böden, wenn wir weniger N streuen?

  9. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    OT:
    Cem Özdemir schimpft öffentlich über Türken in D,sie hätten falsch gewählt!
    Da sieht man wieder,was unseren Landwirtschaftsminister wirklich bewegt,wir Bauern werden jedenfalls NICHTS mehr von ihm erwarten können!

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    • Christoph aus der Stadt sagt

      Es ist einfach so, von Türkeipolitik hat Özdemir Ahnung, von Landwirtschaft nicht im Geringsten. Das heißt nicht, dass er einen qualifizierten Außenminister abgäbe, aber als Staatssekretär für Türkeifragen könnte ihn seine Partei einsetzen. Als Landwirtsschaftsminister ist er eine Zumutung.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich glaube, das er eine Persônlichkeitsstörung hat. Er behauptet Schwabe zu sein, deutscher als deutsch….im Innersten hängt er aber an seinen Wurzeln und kann sie nicht überwinden.

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        • oberländer sagt

          Die Türken die in BaWü wählen dürfen werden
          ihn nicht als Ministerpräsident wollen , bei denen
          verliert er nix .

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        “Das heißt nicht, dass er einen qualifizierten Außenminister abgäbe”

        Doch,jedenfalls besser als die Dame jetzt,die immer den sensiblen Chinesen was von Menschenrechten aufdrückt!

    • Hauke Jaacks sagt

      Auch die in der Türkei könnten ja auch sagen das wir nicht den richtigen Landwirtschaftsminister haben.

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    • Schorsch Summerer sagt

      Es ist übrigens nicht sicher ob Erdogan nicht der bessere der schlechten Kandidaten ist. So etwas hatten wir doch schon mal. Das war der Assad von Syrien, den jetzt auf einmal wieder alle klammheimlich hofieren weil die Alternative in einem brutalen Bürgerkrieg geendet hat und vor allem nichts besseres nachkommt.

      • Ferkelhebamme sagt

        So ungefähr hat mir eine junge Deutschtürkin ihre Wahl erklärt. Ö. täte auch hier gut daran, mal mit den Menschen zu reden und nicht nur über sie. Seine moralische Bevormundung eckt immer mehr an

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Meine Gedanken sind ähnlich. Als in Nordafrika noch Diktatoren am Werk waren, war die Welt noch in Ordnung, auch wenn wir bei uns die Demokratie bevorzugen.
        Aber eine Demokratie ist die Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit, das erleben wir schon länger innerhalb der Landwirtschaft.

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