Bauer Willi
Kommentare 33

NABU verkauft Fleisch einer ausgestorbenen Rasse

Genau genommen ist es nicht der NABU, sondern die NABU-Agrar-Umwelt gGmbH, die Fleisch vom „Auerochsen“ verkauft.

https://www.nabu-agrar-umwelt-gmbh.de/fleischverkauf/fleischverkauf-heckrind/

Tatsächlich handelt es sich aber um das Fleisch des Taurusrindes, dass eine Rückzüchtung darstellt. Der NABU e.V. stellt nämlich selber fest, dass der Auerochse ausgestorben ist.

https://rlp.nabu.de/natur-und-landschaft/beweidungsprojekte/auerochse/index.html

Quellen geben das Jahr 1627 an. Und so lange wird sich das Fleisch ja nicht gehalten haben. 🙂

Von daher handelt es sich im streng juristischen Sinne um Verbrauchertäuschung. Aber das ist bei einer NGO nun nicht wirklich ungewöhnlich, schließlich dient es ja einem guten Zweck  🙂

Verkauft wird das 10-Kilo-Paket mit verschiedenen Fleischstücken zum Preis von 160 €.

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33 Kommentare

  1. Thomas Bröcker sagt

    Wenn es ein Problem gibt, dann liegt das doch gerade beim NABU und seinen Aktivitäten auf ganz anderer Ebene. Eine nicht ganz „wahre“ Begleiterzählung zur Fleischvermarktung ist doch an sich weder neu, noch ungewöhnlich. Von Verbrauchertäuschung kann dabei auch keine Rede sein, verkaufsfördernde Halbwahrheiten sind allenthalben und überall das Brot- und Buttergeschäft der Werbebranche.
    Problematisch ist hier eher, dass mit Spenden und staatlichen Zuschüssen finanzierte Haltung zum halben Bio-Endverkaufspreis in den engen Direktvermarktungsmarkt „drückt“.
    Ob das mengenmäßig eine große Rolle spielt, weiß ich nicht. Die Herangehensweise an sich (unter die Marktpreise zu gehen) ist kritikwürdig. Es unterläuft die Preispolitik derer, die zu überwiegenden Teilen direkt aus dem Verkauf ihre Einnahmen generieren müssen. Das sind im Wesentlichen die Bauern, die sich dieser Schiene verschrieben haben.

    Das erinnert an die Politik der Kirche, die im 12. – 14. Jahrhundert (dokumentiert z.B. für den Bereich Westharz) die Bauern von den Wochenmärkten der Städte verdrängt haben. Einmal durch Bestechung der Entscheider über die Platzverteilung und zum anderen durch niedrigere Preise für die Ware aus der klösterlichen Erzeugung (Fronarbeits- und Spenden finanziert). Die aufgegebenen Bauernstellen und das dazu gehörige Land landeten dann oft im Besitz der Klöster. Das war Teil des sogenannten ersten „Bauernlegens“ und eine der Ursachen der darauf folgenden Bauernaufstände.

    Ein Schelm, der hier irgendwelche Parallelen sieht.

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  2. Max sagt

    Die NABUs schreiben auf der zuerst verlinkten Seite, außerhalb der Tabellen die sie von einer angegebenen Quelle kopiert haben, stets vom Heckrind und nicht vom Auerochsen.
    Die Seite wird als Fleischverkauf Heckrind angezeigt, an keiner Stelle sagt man, Auerochsenfleisch zu verkaufen.

    Will BW hier unbedingt ein clickbait-Theater über eine Täuschung, die keine ist, aufführen?

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    • Limes sagt

      die Absicht die mit der Vergleichstabelle mit konkreten Fett-, Cholesterin- Kalorien-, und Eiweisswerten von Auerochsenfleisch zu Rind- bzw Hühnerfleisch verfolgt wird ist doch offensichtlich. Fällt in die Kategorie Marketing von Dummies für Dummies.
      Sind eigentlich konkrete Zahlen in der Werbung von Dingen die gar nicht existieren wie in diesem Fall Auerochsenfleisch kein Täuschung?

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      • Max sagt

        Glauben Sie, die Werte vom Heckrind liegen jetzt arglisig täuschend weit von denen unter „Auerochse“ genannten Werten weg? Dann weiter aufregen.
        Aber nochmal, die NABUs behaupten (im Gegensatz zu dem „strengen Juristen“ B.W.) nirgends, dass sie Auerochsenfleisch zu verkaufen!

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  3. Limes sagt

    „Von daher handelt es sich im streng juristischen Sinne um Verbrauchertäuschung.“
    Willi ob es da juristische Ansätze gibt da bin ich mir nicht sicher denn ein bisserl Auerochse ist ja auch in den Nabu Heckrindern drin. Die seit Jahrhunderten ausgestorbenen Auerochsen gelten als Vorfahren der Hausrinder. Auch andere Haustierrassen ob rot, weiss, braun oder gar Schwarzbunt, Rotbunt inkl der Hochleistungsrassen enthalten wohl ein bisserl Auerochsen Gene und somit gehören die auch zur Auerochsenfamilie.
    Marketing technisch für Verkaufsförderung, Spendensammlung, Förderungsgelder oder für Vortrags- und Lehrveranstaltungen ist die Bezeichnung als Auerochse durch den Nabu schlüssig und natürlich spannender als schlicht Heckrind. Heckrind Züchtungen der Gebrüder Heck gibt es erst seit den 1920ern und der Name klingt irgendwie langweilig und ein Geschmäckle haben ihre Aktivitäten auch. Ist im Beitrag von firedragon beschrieben.
    Vielleicht folgen ja andere Vermarkter der Nabu Marketing Story und wir trinken bald Auerochsen Milch, essen Auerochsen Joghurt, Quark, Butter und es gibt Auerochsen Whey Proteinpulver für den Muskelaufbau.
    Ist eigentlich bekannt ob der Name Auerochse schon für Milchprodukte gesetzlich in D oder gar EU geschützt ist? Falls ja gäbe es dann einen juristischen Ansatz den Vertrieb der Nabu Auerochsen Produkte zu untersagen falls Rechte Dritter verletzt werden.

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    • Bauer Willi sagt

      Zum Thema Heckrind und Auerochse dieser interessante Eintrag aus Wikipedia: „Da die Brüder Heck kein genaues Bild vom Auerochsen hatten, hielten sie ihr Rind mit annähernder Wildfarbe und längeren Hörnern bereits für einen „rückgezüchteten Auerochsen“ und proklamierten die Wiederauferstehung des Urrindes. Jedoch war und ist das Heckrind von dem Ziel, dem Auerochsen möglichst zu entsprechen, weit entfernt.“

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        • Ex-Baumschuler sagt

          Die Viecher im Tierpark müssen aber Auerbullen und -kühe sein. Bei kastrierten Ochsen dagegen ist ja klar, dass die immer wieder aussterben.

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        • Peter sagt

          „Urwildpark
          …Wölfe, Luchse, Vielfraße und Fischotter können in naturnah gestalteten Gehegen beobachtet werden. Besonders eindrucksvoll erleben kann man die Tiere bei den Schaufütterungen, die von unseren Tierpflegern oder Erlebnisführern durchgeführt werden.“ …ob die da das Gehege der Heckrinder zeitlich begrenzt öffnen? 😉

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    • Bauer Willi sagt

      @ZMP_nachfahre
      Jurassic Park ist ein Film, der nicht der Wahrheit entspricht. Tut mir leid, Sie so zu enttäuschen. 🙂

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      • zmp_nachfahre sagt

        Schon klar, war auch nicht ernst gemeint. 😉
        Die Frage ist eher, was man mit einer solchen „Rückzüchtung“ erreichen will (außer dem Namen fürs Marketing und vielleicht der Vergrößerung der Biodiversität).
        Hatten die echten Auerochsen tatsächlich Eigenschaften, die heute wichtig oder nützlich sind und die man anders nicht bekommt? Die längeren Hörner und das dunkle Fell sind ja eher für den Tierpark.
        Wenn man wirklich „echte“ Auerochsen haben wollte, ginge das im Zweifelsfall doch eher mit Gentechnik.

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  4. firedragon sagt

    Heckrinder: Auerochsen-Rückzüchtungen oder Nazi-Kühe? – Netzwerk für Kryptozoologie https://share.google/ffAIxOusxxAU820Dn

    Dies ist ein interessanter und lesenswerter Bericht über die Geschichte des ausgestorben Auerochsens und die Idee, dieses Tier wieder ‚auferstehen‘ zu lassen.
    Dient der Allgemeinbildung!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Eine „Rückzüchtung“ des Menschen wäre evtl. auch sinnvoll…..die Vorfahren waren kleiner = weniger Ressourcenverbrauch = Weltrettung. Also sollten wir Pygmäen einkreuzen, oder? 🤡
      Beim Gehirn muss man dagegen nicht eingreifen, das bildet sich laut Wissenschaft eh von allein zurück.

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          • Andreas sagt

            Das wäre doch ein Projekt für Alice Weidel, falls sie an die Macht kommt. Mit Hilfe von CriprCas müsste es doch leicht gehen, wieder die Rasse der Neandertaler in Reinform zu züchten.
            Die Rasse der Neandertaler ist doch die, die in Deutschland ihren Ursprung hat.
            Der moderne Mensch hat vor über 10.000 Jahren als Wirtschaftsflüchtling von Afrika aus Europa überflutet und den Neandertaler fast zum Aussterben gebracht.
            Die wenigen, die es heute noch gibt , erkennt man sofort an ihrer rückwärtsgewandten Einstellung.
            Ein Nachbar (Zahnarzt) von uns hält auf Naturschutzflächen auch Heckrinder und vermarktet sie als AueroXen

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            • Bauer Willi sagt

              @Andreas
              Der urzeitliche Hominidenform wurde rein zufällig in Düsseldorf (rechtsrheinisch) gefunden und nach dem Fundort im Neandertal benannt. Diese Form findet man aber in ganz Europa.

              Warum der moderne Mensch nach Europa gekommen ist? Keine Ahnung, wahrscheinlich war er nur neugierig.

              Wenn es zur Zeit der Neandertaler schon den NABU gegeben hätte, wäre das Mammut bestimmt nicht ausgestorben, wohl aber der Neandertaler. Und NABU und Co. würden es als großen Erfolg feiern.

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            • Pälzer Buh sagt

              Den Neandertaler gibt es immer noch! Zumindest in 3% „Aller“ Westlichen (Ural – Portugal) Menschen. Der genetische Beweis wurde hierfür schon gebracht. Dafür braucht es keine Frau Dr. Alice Weidel mit einer CriprCas Schere.

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    • Inga sagt

      dann sind unsete Kühe im Stall auch Nazikühe, denn da bestand unser Hersbuch schon.

      mein Opa nannte seine Kühe
      Hansi und Fritzi usw.

      Die Namen müssen damals modern gewesen sein, denn die Schauspieler damals hiessen auch so.

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  5. evonik sagt

    Man muss bei dem Fleisch die Frage nach dem Wasserverbrauch pro Kilo Fleisch stellen. Ich denke der wird noch wesentlich höher liegen, als die berüchtigten 15 000 l.
    Fleisch aus der Mast der Kälber von Milchkühen ist in der Beziehung eh nur ca. zur Hälfte belastet. Beim Thema Methan wird das Gleiche gelten.

    Was mich interessieren würde:

    Wie lange müsste man Tiere aus der Standard-Mast mit Heu(Gras) füttern um die Werte von z.B. Omega 3 im Fleisch jenen Tieren anzunähern?

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Man muss bei dem Fleisch die Frage nach dem Wasserverbrauch pro Kilo Fleisch stellen. Ich denke der wird noch wesentlich höher liegen, als die berüchtigten 15 000 l.“

      Wer so einen Blödsinn glaubt ist naiv, wer es auch noch verbreitet ist bösartig. Denken ist hâufig Glückssache, hab ich das Gefühl.

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  6. Ex-Baumschuler sagt

    Wo ist der Generalbundesstaatsstabsanwalt, wenn man ihn mal braucht? Groß angelegte Verbrauchertäuschung, Bildung einer kriminellen Vereinigung dabei? Aber der hat bestimmt in Berlin-Zehlendorf genug zu tun.

    Aber für 17 €/kg kaufe ich das Rindvieh vielleicht sogar mal, weil man besseres Fleisch als vom Heckrind garantiert nicht kriegt. Wir hatten früher die schwarzen Aberdeen (Sommer: Weide, Winter: Großraumstall), und ich sehe immer die weißen Charolais auf den Auenwiesen. Die fressen nicht nur Gras und Kraftfutter, sondern auch Kräuter wie Löwenzahn oder Ampfer. Und die haben auch eine Naturmuskulatur und kaum Schadstoffe drin.
    Unsere eigenen Kühe, oder anderes Fleisch in dieser Qualität, habe ich übrigens noch nie gegessen! Wenn mal eine entnommen wurde, kam die entweder in den normalen Fleischhandel oder der Schlachter hatte sie sich hoffentlich selbst gesichert.

    Normalerweise sind die Weidekühe im Winter aber nicht draußen, weil sie da sowieso nichts zu fressen haben, weil es selbst ihnen zu kalt ist und weil sie die matschigen Grasnarben zertrampeln, von denen sie ab dem Frühjahr ja wieder fressen sollen.

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Hi @Ex-Baumschuler
      Jedes Stück Rindfleisch kann besser sein.
      Für die 17 € gibt es kein hochwertiges Steak-Fleisch.
      Nur Schmorfleisch.
      Da kann man nicht mal eine Maggitüte reinkippen, dauert zu lange.

      Deren Werbung damit, daß das Fleisch in der Pfanne nicht kleiner wird ist faltsch.
      Es ist nur Nachplapperei.
      Grüße
      Nicolai

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Und die haben auch eine Naturmuskulatur und kaum Schadstoffe drin.“

      Etwas Infantileres hab ich hier schon lange nicht mehr gelesen…..⛄

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      • Ex-Baumschuler sagt

        So oft, wie sich Herr Seevers gegen einen wahrgenommenen Infantilismus wendet (alleine hier im Forum ja schon zigmal), ist er wahrscheinlich letztendlich ein Anhänger des Adultismus. Zumindest gehe ich davon aus.

        • Reinhard Seevers sagt

          Wer von „Naturmuskulatur“ spricht, der kann wohl nur ein Kind sein. Lesen Sie Alexander Kissler: “ Die infantilisierte Gesellschaft“ vielleicht finden Sie darin ganz viele Menschen wieder.

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  7. Frikadellen piet 47 sagt

    guten Morgen toll wie man als Verbraucher veräppelt wird von Verbänden die angeblich Gutes tun Punkt das dreht sich schnell die Frage, ob das öfter passiert. ich glaube man sollte mehr auf die Landwirtschaft hierzulande setzen, die macht nämlich vieles sehr gut, auch wenn das oft von so einem Verband anders dargestellt wird! schönen Tag

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    • Frikadellen piet 47 sagt

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      vielleicht wurde die ausgestorbene mit Gentechnik wiederhergestellt? das wäre ja was unglaublich schön oder

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