Bauer Willi
Kommentare 60

Meint die EU-Kommission das wirklich ernst?

Seit gestern nachmittag läuft es über den Ticker: Die EU-Kommission will bis 2030 die Menge an Pflanzenschutzmitteln (“Pestizide”) um 50% reduzieren. Und das, obwohl mittlerweile klar ist, dass der Krieg in der Ukraine Auswirkungen auf die Versorgung mit Lebensmitteln haben wird.

Ich hatte noch keine Zeit, die Meldungen zu analysieren , deshalb nur einige Links.

https://www.tagesspiegel.de/politik/eu-kommissar-timmermans-zum-klimaschutz-ohne-pestizidreduktion-droht-eine-nahrungskrise/28440258.html

https://germany.representation.ec.europa.eu/news/europaischer-gruner-deal-weniger-chemische-pestizide-umfassende-renaturierung-2022-06-22_de

https://de.euronews.com/my-europe/2022/06/22/eu-kommission-will-gebrauch-von-pestiziden-halbieren

 

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60 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Nur mal so.. in Frankreich, Spanien und Italien sterben ganz Landstriche aus. Italien verkauft Häuser in Bergdörfern oft für 1Euro mit der Auflage sich dort auch langfristig niederzulassen. Ja, die Häuser sind oft stark renovierungbedürftig, aber 1 Euro? Man findet da nicht mal mehr genügend Aufsteiger oder Hippies für solch Ojekte. Da könnte man richtig schöne Naturschutzgebiete ausweisen. Macht man aber nicht, ist selbst für Naturschützer zu abgelegen. Zu viel Natur für Naturschützer.

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  2. Christoph aus der Stadt sagt

    Liest sich für mich so, als würde jetzt von Gesundheitsministerium verordnet, dass bis 2030 nur noch halb soviel Medikamente verordnet werden dürfen. Oder noch besser: Bis 2030 müssen bei gleichem Verordnungsumfang 50% der Medikamente homöopathisch sein.

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  3. Smarti Kaiser sagt

    Es gibt interessante Videos von Feldversuchen, in denen Roboter zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Auch Drohnen kommen zum Einsatz, da tut sich was.
    Und was steht drunter bei den Kommentaren ? Viel zu teuer, deshalb werden die Lebensmittel immer teurer…. Eine seelenlose Landwirtschaft, schrecklich, sowas will ich nicht ….. Nur noch Industrie, sowas soll verboten werden, da geht die Natur kaputt…
    Positive Bewertungen findet man kaum. Es ist frustrierend.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Tja, das ist das Dilemma der gesellschaftlichen Entfremdung zur Landwirtschaft, das sich seit 40 Jahren verfestigt hat und auch nicht wieder eingefangen werden kann….es sei denn, die Nachfolgegeneration wird wieder anders denken, wenn die Angstgesteuerten ausgestorben sind. Das müssen dann die Enkel unter sich ausmachen….😉

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  4. Elisabeth Ertl sagt

    Das hört man ja schon sehr lange, aber es ist noch immer nicht konkreter geworden.

    Soll ich demnächst meinen Schafen nur noch die halbe Dosis Entwurmungsmittel geben, damit die Parasiten resistent werden und die Biodiversität in der Natur erhöhen?
    Soll man lieber chemisch-synthetische Pestizide nehmen statt der biologischen, weil man davon nur die halbe Menge braucht?
    Wird jetzt die Hälfte der Mittel von einer Liste gestrichen? Die oben auf einem Blatt Papier oder die unten? Wird vorher gewürfelt, oder wählt ein Zufallsgenerator?

    So einfältig, wie da gedacht wird, sind die ja gar nicht in der Lage, so komplizierte Fragen zu beantworten!
    Da gilt jetzt dasselbe wie für Herrn Özdemir: es wird viel geredet zwecks Popularität und geschehen wird so schnell nicht viel Praktikables.

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    • Sabine Norbisrath sagt

      Ich glaub, das ist wirklich nur für die Medien. Ab davon, dass es auch passieren kann, dass wir alle eh kein Geld mehr für Medis haben, weil die ja alle fröhlich in Hippenidien hergestellt werden.

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    • Sabine sagt

      Ach und, schau mal bei Nordwolle auf den Youtube-Kanal. Da gibt es ein Video zum Thema Sheep-Dippig. Also ich kenn das noch als Schafbad nach der Schur…ewig her, fanden die Sheppkes nicht toll, aber ein mal im Jahr und Tschö Flystrike. Marco erklärt sich da nen Wolf, um seine Produktionsweise für Leute nachvollziehbar zu machen. Städter die noch nie das Vergnügen mit einer Bremse hatten und die schon wegen Mückenstichen völlig eskalieren, ist überhaupt nicht klar wie vielfältig die Natur ist, wenn es um Mistviecher geht.

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  5. Thomas Bröcker sagt

    Denen gehen die Argumente aus. Deshalb wird jetzt, da klar wird, dass der Pflanzenschutz nahezu keine Auswirkung auf die Biodiversität hat, die Angst vor Rückständen wieder aktiviert.
    Gestern auf einer Vernetzungsveranstaltung zur Agrarforschung auch wieder eine Geschichte aus Absurdistan:
    Ein Testbetrieb für ein im Aufbau befindliches neues Geoportal für den Agrarbereich klickt “versehentlich” live im Vortrag die Ausweisung der “Roten Gebiete” an und landet “zufällig” beim Ökodorf Brodowin und Huch, nach 30 Jahren Bio fast alles “Rotes Gebiet”.

    Nur mal so als Illustration zur Sinnhaftigkeit der Ausweisung der Gebiete und den behaupteten Zusammenhängen. Politiker, die nichts wissen (können ?) werden von “Wissenschaftlern” mit Aussagen zu nicht bewiesenen Zusammenhängen gefüttert um Geld in bestimmte Forschungseinrichtungen und NGO´s zu leiten – läuft !!!

    Nur noch Geschichtenerzähler am Werk – leider mit fatalen Folgen. Bleibt tatsächlich nur der Rückzug. Stilllegung und KULAP sind aber eigentlich auch kein Ausweg, da die EU und die Mitgliedsländer demnächst äußerst klamm sein werden.

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    • Ostbauer sagt

      Leider hat die dafür zuständige fachlich versierte Ebene im LELF auch resigniert.

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  6. Ehemaliger Landwirt sagt

    “EU-Kommissar Timmermans zum Klimaschutz
    „Ohne Pestizidreduktion droht eine Nahrungskrise“”

    Gehöre nicht zu denen, der ständig Politiker beschimpfen, aber der Mann hat einen an der Waffel!

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    • Christian Bothe sagt

      Sehe ich auch so! Kann nur die Engländer beglückwünschen, das sie den EU Verein verlassen haben! Auch wenn’s momentan noch schwierig für die dortigen Farmer scheint…

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  7. Klemens Minn sagt

    Wenn die Politik in Deutschland so weitermacht wie zuletzt, ist das sehr wahrscheinlich kein Problem. Die Zahl der Betriebe wird sich bis 2030 mindestens halbieren.
    Die Frage 4 % ist damit dann auch gelöst.

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  8. ReinerStoff sagt

    Wenn diese Kasper aus Brüssel wirklich ernsthaft die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren bzw halbieren wollen, dann sollen sie ENDLICH die Abgabe an Privatleute über die Bau-und Gartenmärkte verbieten!!!

    Gestern erst mit einem jungen Familienvater gesprochen, der es mit “Loredo Quadro” aus dem Baumarkt endlich geschafft hatte, den Gartenrasen vom Weisklee zu befreien… natürlich bienenfreundlich, also das Mittel… (Bienchen auf der Flasche darf da nicht fehlen)

    Hab dann mal gegoogelt, was das Zeug überhaupt ist… natürlich eine Mischung aus vier Herbiziden, genau die gleichen, die die bösen Pestizidmaschinenfahrer auch einsetzen…

    “Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig.
    Herbizid
    Wirkstoffe: 70 g (7,91%) 2,4-D (84,3 g/l Dimethylamin Salz),70 g/1 (8,05%) MCPA (85,7 g Dimethylamin Salz), 20 g (2.26%) Dicamba (24,1 g/l Dimethylamin Salz), 42 g/l (4.77%) Mecoprop-P (50.8 g) Dimethylamin Salz), Wasserlösliches Konzentrat (SL)”

    Aufwandmenge 10 ml auf 10 m2…. sind ja nur 10 l auf den ha!

    …und der größte Witz, dass “bienenfreundlich” ist einfach B4 also nicht bienenschädlich bis zur max. Aufwandmenge!

    Der Landwirt muss Schulung und Weiterbildung alle drei Jahre wiederholen mit horrenden Strafandrohungen bei der kleinsten Fehlanwendung und der Privatmann darf damit nach Lust und Laune rumhantieren…🤮

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      • Limes sagt

        “Im vergangenen Jahr wurde 5 mal der Rasen besprüht , dieses Jahr bereits 3 mal.” lt Zulassung und Gebrauchsanleitung: maximal eine Anwendung in der Kultur pro Jahr. Der Ldw muß alles im Detail dokumentieren und im Privatbereich muß noch nicht mal Sachkundenachweis vorliegen, das passt nicht zusammen.
        Alternative Lösungen sind in den Medien zu finden und werden ohne Sachverstand von Laien (Journalisten) als Wundermittel angepriesen.
        Merkur von heute “Echtes Wundermittel im Garten: Wie Sie Natron gegen Schädlinge und Unkraut einsetzen”
        Natron ist nicht zugelassen als Pflanzenschutzmittel d.h es gibt keinen verantwortlichen Vertreiber bzw Zulassungsinhaber. Detaillierte Anwendungskonzentrationen sind nicht bekannt/geprüft, Auswirkungen auf die Umwelt bzw Nebenwirkungen auf Nützlinge sind nicht bekannt und eine solide Anwendungsempfehlung liegt nicht vor. In Zukunft wird dann der Hausmeister wohl Natron auf der Fläche so lange verteilen bis kein Unkraut wächst. Lt Pflanzenschutzgesetz ist die Bewerbung eines nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittels untersagt. Stört offensichtlich die Journalisten der Redaktion nicht und kontrolliert werden solche Artikel offensichtlich vom Gesetzgeber auch nicht.
        https://www.merkur.de/leben/wohnen/gartentipps-natron-schaedlinge-unkraut-ameisen-fungizit-natuerlich-hausmittel-nachhaltig-garten-zr-91626839.html

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      • Pälzer Buh sagt

        Hinzu kommt aber noch eine Aufbrauchsfrist, von mal’s einem Jahr und/ oder ein Anwendungsverbot.

  9. Pälzer Buh sagt

    An Alle Grundstückseigentümer.
    Gestern Pflanzenschutzberatung im Weinberg.
    Ein Umsteller von Konvi auf Bio bekam Post von Eigentümer:
    “Aufforderung einer Zusätzlichen Einseitigen Vereinbarung: “Pflanzenschutz nur unter Ausschluß von Schwermetallen.”
    Geht doch…..
    …. Pachtvertrag wurde aufgelöst.
    Und Nun Herr Timmermanns?

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  10. Limes sagt

    Timmermanns Tagesspiegel: “Das ist eine größere Bedrohung für unsere langfristige Ernährungssicherheit als der Konflikt in der Ukraine, denn 75 Prozent der wichtigsten weltweit angebauten Lebensmittel sind von der Bestäubung durch Tiere abhängig.”
    Die Welt ernährt sich überwiegend von Getreide die Zahlen zeigen es, ist dies Hr Timmermanns als EU Kommisar nicht bekannt bzw haben ihn seine Wissenschaftler und Einfüsterer nicht umfänglich informiert? Fakt ist die weltweite Ackerfläche beträgt ca 1,56 Mrd ha davon 0,75 Mrd ha Getreidefläche = ca 50%, sind die bedroht mangels Bestäubung durch Tiere? Nein Tiere sind nicht die Bestäuber. Übrigens die Bestäubung anderer wichtigen Kulturen mit großen Anbauflächen wie Soja, Erbsen, Bohnen…. erfolgt ebenfalls nicht durch Tiere. Falls Timmermanns und seine EU Berater dort auch Bestäubung durch Tiere als essentiell finden dann haben sie einen neuen Mechanismus entdeckt und könnten damit in die Wissenschaft eingehen. Mit solchen durchsichtig ideologisch motivierten Aussagen kann man kein Vertrauen aufbauen zumindest nicht bei den Betroffenen aber wahrscheinlich ist dies ja auch aus Sicht von Timmermanns und EU Gremien nicht wichtig. Vertrauen beginnt mit Redlichkeit.
    Eine interessante Sicht wie wichtig Vertrauen ist siehe Geo Beitrag von Prof. Birbaumer: “Wir können in einer Gruppe letztlich nicht überleben, wenn wir nicht den anderen Mitgliedern ein Mindestmaß an Vertrauen schenken – etwa, dass sie uns beschützen, zum Beispiel in der Familie.”
    Landwirten vertraut Timmermanns offensichltich nicht sonst würden er und die EU nicht in dieser Form kommunizieren.

    https://www.geo.de/magazine/geo-wissen/16301-rtkl-psychologie-vertrauen-das-verbindende-gefuehl

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    • Reinhard Seevers sagt

      Limes, es ist mir völlig unverständlich, warum KEINER sich den Lügen annimmt. Wo sind denn die Journalisten, die Wissenschaftler, die Experten, die diese Lügen entlarven und dies medial ganz groß rausbringen?
      Einer der Wenigen ist v. Tiedemann: https://www.youtube.com/watch?v=RhX07lVoNfg
      Aber wnn man sieht, dass der Beitrag in 6 Jahren lediglich 12000 mal angeklickt wurde, dann kann man sich vorstellen, wie groß die Wirkung ist.

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      Von einem Vordenker der Grünen: “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!”

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    • Arnold Krämer sagt

      Politiker sind ein ganzes Stück weit abhängig von dem, was die Apparate formulieren und aufschreiben. Wenn immer mehr Apparate mit immer mehr Leuten besetzt werden, die das richtige Parteibuch oder die richtige Gesinnung mitbringen und fachlich weniger qualifiziert sind, und die Minister nach Proporzgesichtspunkten berufen werden (Region, Geschlecht, u.ä.), also nicht einmal kritisch hinterfragen können und blind vertrauen müssen, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Und wenn die 4. Gewalt auch noch ausfällt, geht alles nur noch schneller.

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      • Inga sagt

        Das heißt,
        es wird von denen mit Parteibuch entschieden und nicht von denen aus der Praxis ?

        wenn nun am 01.01.20XX
        das nur noch durchschnittlich durch high-tech in der Ausbringung
        50% von dem ausgebracht wird, was am

        01.01.19XX

        ausgebracht wurde?

        Steckt sich dann die Partei den Erfolg ein?

        Oder die Pflanzenchutztechniker oder die Bauern?

  11. Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

    Die EU-Kommission besteht aus lupenreinen Demokratie-Experten, die genau wissen, was sie tun. Dass die Agenda 2030 die Lebensqualität aller Menschen erhöht, ist zweifellos richtig, denn diese Experten wissen, was sie tun, denn sonst wären sie keine Experten. Wir sollten immer daran denken, dass der Great Reset das Überleben der Menschen auf dieser Erde sichert. Ein bisschen Wohlstandsverlust hier, ein bisschen Hunger dort und ein bisschen Frieren für den Weltfrieden ist das Mindeste, was sich jeder zumuten muss. Nehmen wir uns ein Beispiel an Sri Lanka:

    “(…) Angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen und humanitären Krise hat Sri Lanka in diesem Winter ein schlecht durchdachtes landesweites Experiment zur ökologischen Landwirtschaft abgebrochen. Der srilankische Präsident Gotabaya Rajapaksa hatte in seinem Wahlkampf 2019 versprochen, die Farmer des Landes über einen Zeitraum von zehn Jahren auf ökologischen Landbau umzustellen.

    Im April letzten Jahres löste die Regierung Rajapaksa dieses Versprechen ein, indem sie ein landesweites Verbot der Einfuhr und Verwendung synthetischer Düngemittel und Pestizide verhängte und den zwei Millionen Farmern befahl, auf ökologische Landwirtschaft umzustellen.

    Das Ergebnis war brutal. Entgegen der Behauptung, dass mit ökologischen Methoden ein vergleichbarer Ertrag wie mit konventionellem Anbau erzielt werden kann, sank die heimische Reiserzeugung bereits in den ersten sechs Monaten um 20 Prozent. Sri Lanka, das sich lange Zeit selbst versorgen konnte, war gezwungen, Reis im Wert von 450 Millionen Dollar zu importieren, während die Inlandspreise für dieses Grundnahrungsmittel um rund 50 Prozent in die Höhe schnellten. Das Verbot hatte auch verheerende Auswirkungen auf die Teeproduktion des Landes, die das wichtigste Exportgut und die wichtigste Devisenquelle für Sri Lanka ist. (…)” — Was diese Hinterwäldler auf ihrer Insel nicht geschafft haben, werden wir Zivilisierten mit Links und viel Grün schaffen. Der Great Reset ist für uns alle gut. Vorwärts immer!

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  12. Gerhard sagt

    50 Prozent Pflanzenschutzmittel Einsparung bis 2030. Ich denke in Deutschland werden das eher an die 100 Prozent sein. Grund ist für mich das “Imkerurteil” der letzten Tage wo ein Landwirt zu über 14000 Euro Schadenersatz verknackt wurde weil im Honig des Imkers Glyphosat gefunden wurde. Wobei die ganze Geschichte etliche Ungereimtheiten aufweist. Das ist aber eine andere Geschichte, passt aber perfekt ins Bild.

    Wenn wir als Landwirte, also auch ich, ab 2028 den ganzen angewanden Pflanzenschutz in eine Datenbank eingeben müssen, und diese Daten mit Adressen ab 2030 öffentlich zugänglich ist, dann ist die Hexenjagd eröffnet. Dann kann jeder “aufgeklärte” Bürger schauen wo Er die Giftspritzenden Bauern verklagen kann. Anwälte werden immer einen Grund finden.
    Von daher weiß ich schon heute wenn ich aus der Landwirtschaft aussteige. Alleine des Selbstschutzes wegen.

    Für die noch verbleidenden Jahre werde ich mal sehen was so an Extensivierung über unser Kulap hier in Bayern möglich ist. Kann durchaus sein das ich 30 Prozent meiner Betriebsfläche dann Still lege und aus der Produktion nehme. Ich fühle mich nicht mehr verantwortlich dafür das genug Nahrungsmittel produziert werden. Das ist Aufgabe der Politik, und denen ist es offensittlich wurscht. Anders kann ich denen Ihre Politik nicht mehr interpretieren.

    Eines habe ich aber in meinen Leben gelernt. Und zwar das man häufig etwas ganz anders Ernte als man fordert. Die EU und vor allem auch die hiesige Politik fordert mit Grenn Deal, Farm to Fork und ganz wichtig die Transformation, wie es im Neudeutsch so schön umschrieben wird, des ganzen Landwirtschaftlichen Systems auf den Kopf zu stellen. Bekommen werden sie wohl ein massive Aufgabewelle der Betriebe.

    Von 1960 bis heute haben etwa 90 Prozent aller Landwirtschaftlichen Betriebe die Türen für immer geschlossen. Ich denke von der jetzigen Basis und bei den vorgaben durch die Politik werden nochmal 90 Prozent Schliessen.

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    • Ferkelhebamme sagt

      “Der Verlust der Biodiversität bedroht unsere langfristige Ernährungssicherheit.” Deshalb gibt es das “Naturwiederherstellungsgesetz”. Wir müssen die Menschheit erst drastisch reduzieren (durch Nahrungsmittelentzug), damit wir die Natur wiederherstellen, die uns, bzw die, die es geschafft haben, dann ernährt. Jehova!

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      • Obstbäuerin sagt

        Das Bienen-Honig-Urteil hat noch mal bestätigt, wie hier so fast alle außerhalb der Landwirtschaft ticken. Die Kommentare bei rbb24 facebook lassen erahnen, wie weit die Vorstellung fortgeschritten ist: wenn keine Pflanzenschutzmittel mehr verwendet werden, dann erst ist die Welt in Ordnung und der Imker hat eine viel höhere Entschädigung verdient vom geldgierigen Bauern, der nur Gift verspritzen will. Rette sich wer kann.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Die Menschen haben Angst vor ihrem Essen, aus der bestkontrollierten Landwirtschaft der Welt – einfach nur noch gaga !

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          • Arnold Krämer sagt

            Es sind einige wenige, die das Spiel betreiben, Nachahmer finden und mediale Unterstützung bekomme.
            Es ist schon irgendwie komisch, auch irritierend, dass sowohl aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium wie auch aus dem Brüsseler Behördenapparates die Lüge von der umfassenden tiergestützten Bestäubung der Lebensmittelpflanzen Verbreitung findet.
            Aber was steckt dahinter, was treibt diese Menschen an?

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            • Karl Timme sagt

              Was hat die Inquisitoren angetrieben? Es war eine dunkele Zeit der Verblendung in der rechtschaffende Frauen zu Hexen erklärt wurden.
              Dieses heutige Treiben ist doch nicht anders! Es geschieht nur mit anderen Mitteln.

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  13. Smarti sagt

    Und dann wären wir wieder: Alle machen Bio !
    Das ist doch wie mit einem Partner*in die schlägt !
    Sich trennen ( Bio machen ) ist schlimm, für die Kinder ( die, die auf Nahrung angewiesen sind), für den Partner*in, welchen man immer noch liebt….
    Noch hat man die Wahl: sich von einem toxischen Partner trennen – sprich ihn mit Bio-Umstellern förmlich tottrampeln – oder sich weiterhin langsam aber sicher kaputt machen lassen.
    Welche Gründe sprächen denn dagegen ?
    Schutz der “Alteingesessenen Biobauern” vor zu vielen Produkten ?
    Schutz des Ackerlandes ?
    Schutz der Liquidität des eigenen Betriebes ?

    In meinen Augen lässt sich diese Ideologie nur noch zerstören, indem man 150 % umsetzt, was sie will.

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  14. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Die haben doch keinen Plan in Brüssel!

    Bei einer Vorortkontrolle hier auf einem Betrieb wurde festgestellt,dass der Bauer vergessen hatte,den monatlichen Bestand zu notieren und die junge Mitarbeiterin der Behörde wollte ihm dafür 150€ Strafe aufdrücken.
    Die ältere Mitarbeiterin hatte dann spontan gemeint,sie hätten ja vergessen,den Hygieneraum zu kontrollieren,was sie jetzt umgehend nachholen wollten.
    Der Bauer könnte dann zwischenzeitlich nochmal seine Papiere ordnen.

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  15. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Hochverehrter Herr Timmermans,

    wer künftig auf die grüne Wasserstofftechnologie setzen will -und wir werden genau hierauf dringends angewiesen sein- kann die Landwirtschaft nicht in einer solchen Art und Weise “wegschmeißen”, wie Sie und Ihresgleichen es gerade tun.

    Die Spaltung von Wasser in seine Bestandteile -Sauerstoff und Wasserstoff- ist extrem energieaufwändig. Unsere Pflanzen beherrschen eben diese Biotechnologie schon seit Urzeiten. Genau deshalb werden Sie uns Bauern für diese grüne Energierevolution dringend brauchen, um das Karbonzeitalter mit der Vernichtung mittlerweile endlicher Ressourcen beenden zu können.

    Fatal, wer einen solchen Weitblick heute noch immer nicht verfügt und dennoch an entscheidender Position agrarpolitisch fortwährend zu wüten weiß, erheblich desillusionierend gleich in mehrerlei Hinsicht!!!

    Wo bleibt eine Wissenschaft, die endlich Wissen schaft!?

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      “Wo bleibt eine Wissenschaft, die endlich Wissen schaft!?” — Fragen Sie all die Grünen Lyssenkos!

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  16. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wir Bauern können uns augenscheinlich noch so sehr unsere Finger immer wieder wund schreiben und berechtigte Warnungen aussprechen, solange die Einfalt solche Einfälle fortzuentwickeln weiß. – Leider!!!

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  17. Mark sagt

    Wenn die Ukraine in die EU kommt, kann man auf die LW in den EU-Altstaaten weitgehend verzichten: eine WIN – WIN Situation für alle!

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    • evo.... sagt

      Bin mir da nicht sicher. Wenn in der Ukraine dann die EU-Regeln gelten gehen deren Erträge auch zurück.
      Den Weltmarkt kann dann Russland bedienen. Dort wird der Klimawandel unfruchtbare Flächen fruchtbar machen.

      Und dann wiederhole ich mich mal:

      Erst die Bio-Landwirtschaft zu einem in sich funktionierenden System machen, bevor man immer mehr davon haben will. Wenn die Tierzahlen halbiert werden, gibts z. B. auch weniger Schlachtabfälle zum düngen für die Bio-Bauern. Oder auch weniger Gülle.

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    • Pälzer Buh sagt

      Was würde wohl der Ukrainische Bauern Präsident (Name leider vergessen) zum Beitritt in die EU sagen?
      Seine Meinung würde mich interessieren.
      Er hat im Moment andere Sorgen, als dieses Thema.

  18. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Extrem wichtig! – Im Eiltempo sollte die Ukraine EU-Mitglied werden. Auf lange Sicht gleiche Standards für alle Flächen!!!

    Wer unsere Pflanzen verhungern und krank werden lässt, muss sich ohne Frage mit den folgenschweren Konsequenzen selbst auch bewusst arrangieren wollen. Fordert unsere Wohlstandsgesellschaft dies also entsprechend vehement förmlichst undiskutierbar mittlerweile ein, müssen sämtliche Übersatten schlussendlich auch wieder mit Hunger leben können. – BASTA!

    Timmermans beweist schließlich Mitgefühl mit den Weisshaarigen auf unseren Höfen: Nachdem man der Jugend dort zusehends das Ackern komplett vergällt, müssen die Alten länger leben, damit dieser Wertschöpfungskreislauf recht lange möglichst stabil läuft. (Einschub: Unsere Wirtschaftsweisen fordern derzeit den Renteneintritt erst mit 70 Lebensjahren. – Bei wie vielen Bauern ist das heute schon die ganz selbstverständliche Realität!?) Ein prima „Arzt“ für die Bauern, unser werter Herr Timmermans – ganz ohne ehrlose Hintergedanken… Die Insektenvielfalt wird es ihm obendrein zu danken wissen – summ, summ, summ. Der einzelne Bauer lebt mithin erheblich gesünder – der überwiegende Rest hungert in Bälde. Ist doch toll, solch ein Ungleichgewicht, wo endlich mal das Pendel in Richtung des nur noch marginalen Restchens innerhalb unserer narzisstischen Wohlstandsgesellschaften ausschlägt.

    Jammern wir also nicht u. sind dankbar – nur die besten Anwälte und Ärzte werden uns Bauern heute zur Seite gestellt;…und notfalls müssen eben die Ärmsten mit den Reichen dieser Welt das Teilen lernen. (Ironie off)

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei uns im Obst und Weinbau helfen die Altvorderen dem Betriebsübernehmer, bis sie im Weinberg, oder im Obstgelände tot umfallen. Also Rente mit 70 nichts außergewöhnliches, man muss nur 5 Jahre länger auf die paar Kröten warten.😉

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Das ist mir bekannt.
          Trotzdem hilft der Altenteile dem Hofübernehmer, bis er nicht mehr kann, falls er überhaupt einen Hofnachfolger hat.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich musste mit meinem 65 Lebensjahr das meiste verpachten, es wäre auch eine Verpachtung an meine Frau gegangen. Meine Gesundheit lies das nicht zu, deshalb nur ein Teil an meine Frau, wegen der Schnapsbrennerei. Bei dem Betrieb bin ich Geschäftsführer und Knecht in Personalunion.😉 Meine PV Anlagen musste ich an meine Frau verschenken, wegen der Krankenkasse.

          Nur, Betriebsinhaber, die aus finanziellen Grünen noch mit 74 den ganzen Betrieb noch bewirtschaften müssen, sind arme Schweine und davon gibt es einige.

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  19. Arnold Krämer sagt

    “…denn 75 Prozent der wichtigsten weltweit angebauten Lebensmittel sind von der Bestäubung durch Tiere abhängig.”

    Wenn man immer wieder – auch von höchster Stelle aus formuliert – denselben Sche…. lesen muss, kann etwas (oder etwas mehr) nicht stimmen im Apparat der EU-Kommission und der Besetzung politischer Ämter.

    Die Osteuropäer machen doch nur noch mit, weil viel Geld verteilt wird und weitere wollen aus demselben Grund dazu kommen. Die Renationalisierung der Agrarpolitik ist in vollem Gang, so dass der größte Unsinn dann auch in diesen Ländern nicht mitgemacht werden muss. Die deutschen Landwirte sind die Dummen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Timmermanns ist komplett verblendet. Ich denke, er ist von der Industrie gekauft und wird auch von denen mit Fehlinformationen gefüttert. Es gilt unbedingt die Nahrungserzeugung gegen die Industrieproduktion (Arbeitsplätze) auszuspielen. Importe von Nahrung gegen Exporte von Industriegütern ist das Ziel….und nicht Rettung der Natur. Die größte Lüge ever!

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      • Mark sagt

        Hey Reinhard, das sind ja üble Verschwörungstheorien, die Du hier verbreitest…

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        • Pälzer Buh sagt

          @Mark
          Herr Seevers hat recht, beste Beispiel hier für ist Venezuela(Ölreichstes Land der Welt). Sie glaubten wenn man Öl verkauft (und die Landwirtschaft gleichzeitig auf 0 fährt), kann man im gegenzug Nahrungsmittel Importieren, (1:1 Geldwert) der Ölpreis sank aber so tief dass die Regierung gar kein Geld hatte um Lebensmittel einzukaufen.Die Lebensmittelrationen der Regierung für eine 4 Köpfige Fam. reichen für 3-4 Tage im Monat. Derren Bevölkerung hungert bis heute, bei guten Böden. Lediglich die Selbstversorgenden Bauern geht es den umständen versprechend gut. Das Passiert wenn man sich in Abhängigkeit andere begibt.
          Nachtrag: Sanktionen spielt(en) auch eine Rolle in Venezuela.
          Die EU ist auf dem besten Weg sich mit Venezuela auf die selbe Stufe zustellen.
          Export /Import (im Sinne vom Geldwert) Gleichgewicht.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Kuba geht es genauso…:
            “Nur mit einem raschen und radikalen Umbau der Wirtschaft sei eine noch dramatischere Lage zu vermeiden. „Kuba sollte sich am Modell Chinas oder Vietnams orientieren“, sagt Mesa-Lago. „Eine Dezentralisierung der Wirtschaft, die den Marktgesetzen gehorcht und in der private neben Staatsunternehmen existieren, wäre ein großer Fortschritt.“
            Die Länder Süd- und Mittelamerikas sind historisch bedingt seit 250 Jahren nicht in der Lage solide, langandauernde Demokratien zu bilden, trotz reichhaltiger Bodenschätze.
            Es gibt bereits so viele Konfliktherde auf der Welt, und die EU schafft gerade ein neues so scheint mir.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich kann mich nicht des Eindruckes erwehren, dass der Rheinhard recht hat.

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  20. Harald Butenschön sagt

    Es wird Zeit!
    Zeit um Platz im Keller und in den Schränken frei zu räumen, denn lange kann es nicht mehr dauern, bis die hungrigen Menschen aus den Städten wie in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg über’s Land ziehen und versuchen das Familiensilber gegen Essbares zu tauschen. Es bleibt dabei die Frage, ob die “Reichtümer” von heutzutage, also elektronisches Killefit, digitale Freunde und weltfremde Weltanschauungen sich ernsthaft in Butter und Räucherschinken umrechnen lassen…

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Keine Angst: Die kommen nicht mit dem Familiensilber. Im Umkreis von Graz wurde bereits im letzten Jahr so viel Kürbis und Mais von den Feldern gestohlen, dass es für die Buaern langsam unrentabel wird. Die Polizei ist zunehmend überfordert, so riesige Gebiete noch zu kontrollieren.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Dito bei den Sonnenblumen…

        Sobald die ersten Köpfe blühen, sind sie weg.

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  21. Brötchen sagt

    Das Problem ist die rechnen in dem einen Link mit Fantasiezahlen….1 Euro investiert bringt 8 euro nutzen..

    Das das reale Verhältnis aber 1 Euro bringt 100 Euro Schäden sein könnte, sagt keiner.
    Ist genau das, was ich gestern ansprach.

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    • Seevers Reinhard sagt

      Brötchen, die Schäden und deren Kosten sind seit der ZKL und seiner Anerkennung bereits verortet und berechnet…so what?
      Da kommste nicht wieder raus.

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      • Brötchen sagt

        Du na Logo….wollte nur sagen, nicht das ihr rumheult, ihr hättet es nicht gewusst.

        Übrigens das hatten wir beim Studium sozialistische Betriebswirtschaft gehabt….das mit den direkt zuordenbaren kosten.

        Das sind alles Dinge, die sich aus dem Green Deal ergeben.

        Da ist noch mehr in der Pipeline, wie es so heißt.
        Dürfte etwas mir anhören.

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  22. Schmeckt gut sagt

    Für mich gibt es dazu nur eine Erklärung: Timmermans und die ganze Kommission leidet unter Bewußtseinsschwund und Wahnvorstellungen. Aber es gibt Hoffnung – die Realität wird sie einholen. Hmmh – falsche Wortwahl, “Hoffnung” ist aber in diesem Zusammenhang ein unpassender Begriff. Den Schlamassel werden wir wohl alle ausbaden müssen, während die “stakeholder” ihre “vergoldeten” Diäten genießen.

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