Bauer Willi
Kommentare 80

Mehr Hanf, mehr Bio – weniger Tiere, weniger Pflanzenschutz

Am 26.12. war in mehreren Zeitungsportalen zu lesen, was die neue Regierung plant. Wegen der unterschiedlichen Schwerpunktsetzung hier zwei aufschlussreiche Links, die zu lesen lohnt.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/gruene-minister-kuendigen-veraenderungen-fuer-landwirte-und-verbraucher-an-17701742.html

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cem-oezdemir-sagt-hanf-boom-voraus-und-will-weniger-nutztiere-in-deutschland-a-78761edb-a6f4-4283-9488-a1fb5cf2a194-amp

  • Was steht drin?

Hier ein paar Auszüge mit meinen Kommentaren.

„Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima.“

Ich weiß nicht, wieviele Regierungen sich am Thema “faire Lebensmittelpreise” schon die Zähne ausgebissen haben. Ich wünschte mir, dass es dieser Regierung gelingt, dass Thema zufriedenstellend zu lösen.

Glauben kann ich nicht daran, denn bisher hat noch keine Regierung das Oligopol des LEH zerschlagen. Wie will sie festlegen, wie hoch deren Gewinnmarge sein darf?  Und die ist während der Corona-Krise nochmals größer geworden.

Wenn es keine “Ramschpreise” mehr gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass die Bauern mehr bekommen. Herr Özdemir, das ist Betriebswirtschaft zweites Semester.

Özdemir möchte eine Ausweitung der Fläche ökologisch bestellter Felder bis 2030 von derzeit knapp 10 auf 30 Prozent und dabei die „Nachfragemacht des Staates nutzen“. Die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen sollten auf mehr regionale und Bio-Produkte umgestellt werden

Renate Künast wollte von 2002 bis 2012 auf 20% Bio-Landbau kommen. Heute, 2021 liegen wir bei knapp 10%. (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/landwirtschaft-kuenast-in-der-klemme-a-176881.html) Im Übrigen ist das Ziel 30% Bio bis 2030 schon seitens der EU so formuliert worden. Es ist also nichts Neues.

Doch wo sollen die Bio-Bauern herkommen? Und wer diktiert den öffentlichen Einrichtungen den Speiseplan? Wie sollen die höheren Preise von Bio an die Kunden weitergegeben werden? Oder wird Bio noch höher subventioniert? Oder der HartzIV-Satz erhöht?

Zum Tierschutz will Özdemir den Strafrahmen erhöhen und mehr Kontrollen. »Wir wollen die Rechtsgrundlage für eine kameragestützte Überwachung in großen Schlachthöfen schaffen, damit wir wissen, was da passiert«

“Rechtsgrundlage für kameragestützte Überwachung in Schlachthöfen…” Da bin ich aber gespannt, was das Bundesverfassungsgericht dazu sagt. Heute die Schlachthöfe überwachen, morgen die Bauernhöfe? Big Brother ist watching you…

Zu Cannabis meinst der Bundeslandwirtschaftsminister: »Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen« Und weiter: »Niemand soll sich die Birne wegkiffen, aber ich freue mich, dass der Irrsinn des Cannabis-Verbots endlich endet« Und weiter: »Eine Legalisierung, wie wir sie jetzt planen, stärkt also den Jugend- und Verbraucherschutz…” 

Da fehlen mir schlicht und einfach die Worte. (Übrigens: für die Joints reichen wenige Hektar, und selbst wenn es Tausend wären…pillepalle…) 

Soweit die – nicht vollständigen –  Ausführungen von Cem Özdemir. Jetzt zur Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne)

„Ich gehe nicht davon aus, dass wir innerhalb von vier Jahren komplett auf Pestizide verzichten können.”

Mit dieser Prognose könnte Steffi Lemke recht behalten.

„Wir können den Pestizideinsatz durch finanzielle Anreize, aber auch durch Ordnungsrecht verringern“

So kann es natürlich auch gehen. Zuckerbrot und Peitsche. Wenn da nicht das EU-Recht wäre. Oder will sie das auch aushebeln?

Lemke warnt in der Debatte über den Ausbau von erneuerbaren Energien davor, den Klimaschutz über den Artenschutz zu stellen.

Das ist ein Seitenhieb auf ihren Parteikollegen Sven Giegold (Grüne), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Er hatte sinngemäß gesagt, dass man nicht wegen des Rotmilans auf den Bau von Windkraftanlagen verzichten könne. Da gibt es wohl einen grünen Zielkonflikt.

Und wie üblich, mischt sich das Umweltministerium in landwirtschaftliche Belange ein.

„Wir müssen dringend aussteigen aus diesem System der einfachen Flächenprämie, die ohne ökologische Gegenleistung gezahlt wird.”

Diese Aussage ist schlicht falsch, weil wir natürlich auch heute ökologische Gegenleistungen erbringen. Schon mal was von Cross Compliance gehört?

Aber wer es bisher noch nicht gemerkt hat: Die Vorstellungen der grünen Minister und Ministerinnen sind voll von Zielkonflikten und Widersprüchen. Vor allem bewirken sie

  • eine Demotivation der Landwirte und besonders der Jugend, was zu noch weniger und noch größeren Betrieben führen wird
  • ein extremes schnelles und umfassendes Höfesterben in den viehstarken Regionen
  • eine noch größere Abhängigkeit von Lebensmittel-Importen aufgrund geringerer Erntemengen
  • deutlich steigende Lebensmittelpreise in einer schon jetzt finanziell angespannten Situation und daraus folgend
  • Lebensmittelpreise als Inflationstreiber

Dazu passen auch diese Meldungen, die die extrem gestiegenen (“Kunst”-) Düngerpreise als einen Preistreiber für Lebensmittel erkannt haben.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Lebensmittelpreise-koennten-massiv-steigen-article23020297.html

https://www.br.de/nachrichten/meldung/welternaehrungsorganisation-want-vor-steigenden-preisen-durch-duengerkrise,30044b4a0

 

 

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80 Kommentare

  1. Ich fand die Seitenächste parteisieb.de auch sehr interessant zugemacht dem Thema. Es ist erschreckend wie viel die Ampelkoalition zur Landwirtschaft geschrieben hat. Allein zum Pflanzenschutz!

  2. Alois sagt

    Immer das Wort “wir” in den Äußerungen der Politikdarsteller.
    Frage: wer ist eigentlich “WIR” ?

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  3. firedragon sagt

    “… Bei Landwirten in Deutschland sieht Cem Özdemir großes Interesse an der Legalisierung von Cannabis. »Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen«, sagte er der Zeitung. …”

    Räusper – LW hat nicht nur Interesse an der Legalisierung von Cannabis, nein – gleich großes Interesse … ähm, wie kommt Hr. Özdemir da drauf?
    Cannabis wird ja im ersten Moment mit Droge in Verbindung gebracht … so wie Pflanzenschutzmittel mit Umweltvergiftung, Mineraldünger mit Grundwasserverseuchung, Nutztierhaltung mit Tierqual … wird LW zukünftig mit Drogenhandel in Verbindung gesetzt ? Schließlich hat ja die LW großes Interesse an der Legalisierung 🤔

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    • Stadtmensch sagt

      Auch wieder ein schöner Fall von “Eigenverantwortung”: Ich bin nicht fit für den Schichtdienst, also nehme ich dieses CBD Mittelchen, das keine Zulassung als Lebensmittel hat. Wozu brauchen wir Verbraucherschutz der uns entmündigt?
      Der Markt und Influenzer regeln das schon. Siehe amerikanische Jugend, die mit Juul und Vaping völlig auf den Hund gekommen ist. Also die, die noch übrig waren nach der Medikamentenmissbrauchswelle…

      • Reinhard Seevers sagt

        Bei Schnaps, Bier und Zigaretten machst du auch so einen Aufriss um die Eigenverantwortung?😄

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  4. Wie verhält es sich eigentlich mit der insektiziden Wirkung von Cannabis. Der Wirkstoff THC in der Hanfpflanze soll doch die Pflanze bestimmt vor Fraßfeinden schützen. Beim Cannabiskonsum wird 95% des THC über Kot und Urin wieder ausgeschieden. Wahrscheinlich wird in den Kläranlagen fast kein THC herausgefiltert. Werden jetzt ganz legal Pestizide in unsere Bäche und Flüsse geleitet.

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  5. In der aktuellen Situation und angesichts der Preisprognosen für das nächste Jahr ist es schon ziemlich realitätsfern, jetzt (noch) höhere Preise für Lebensmittel zu fordern.
    Und nein, in unserem Land legt nicht irgendein Minister die Preise fest, sondern das nennt sich Angebot und Nachfrage. Und ganz sicher werden es sich die großen Discounter nicht unkommentiert bieten lassen, sich hier wegen angeblicher “Ramschpreise” anzählen lassen zu müssen.
    Aber dass die Grünen so ihre Probleme mit der Marktwirtschaft haben, ist ja nicht neu. Früher wollten sie wenigstens die anstehenden Preiserhöhungen eher verschleiern – Trittins Kugel Eis etwa- . Das war zumindest eine verständliche Strategie. Minister Özdemir scheint hingegen niemanden etwas Gutes tun zu wollen… Vielleicht gedanklich, aber in der konkreten Umsetzung wird es nichts werden.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Auf seiner persönlichen Website ist noch gar nichts von seinem neuen Job zu lesen. Da ist er noch in der urbanen und globalen Gesellschaft unterwegs….vielleicht ist er ja gar kein LW-Minister und wir werden nur veräppelt?🤔😄
      Auf jeden Fall haben die Grünen einen Fehler gemacht, sie hätten den Hofreiter nehmen sollen!☝️😎

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      • Smarti sagt

        Wenn die nächsten 2-4 Jahre so werden wie ich denke, haben die Grünen ganz allgemein die A.-Karte gezogen. Vier Jahre noch durchhalten ( wenn überhaupt, vielleicht schaffen sie “es” auch schneller mit Bärbock als Vorbild 🙂 .

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  6. Ferkelhebamme sagt

    Hey Leute, der Cem ist garnicht so doof: Cannabis-Konsum führt häufig zu einem Fress-Flash! Diese Gesellschaft wird ein Traum: tiefenentspannt und dauerhungrig. Und wir liefern Cannabis und Lebensmittel! Und übernehmen die Weltherrschaft 🙂

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      • Stadtmensch sagt

        Haha, der vom Institut für Demokratieforschung bedauert, dass mit der Legalisierung von Cannabis aka “Soma”, der Kapitalismus in jede Pore der beteiligten Individuen dringt, weil alles unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit erfolgt.
        Da beklagen sie, dass Utopien nur Anhänger finden, wenn man tief in der Sche…e sitzt und es dank legalisierter Drogen niemand mehr merkt, wenn dieser Zustand erreicht ist. Bin kein Renegat, aber das ist echt zum Fremdschämen mit der intellektuellen Auftragsarbeit heutzutage.
        Da lob ich mir den Pragmatismus von Ferkelhebamme!

        Von 1850 bis jetzt ist es gelungen, dem geneigten Konsumenten das Doppelte an Nahrungkalorien unterzuhelfen obwohl er sich jetzt kaum noch bewegt*. Da geht noch was.
        *) F. Kuhlmann “Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland”

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  7. Andreas sagt

    “Doch wo sollen die Bio-Bauern herkommen? ”
    Da sehe ich auch ein großes Problem !
    Aber es gibt auch hier ein einfaches Mittel:
    Um auf einen Anteil von 30 % Biobauern zu kommen,
    muß sich nur die Zahl der Konvi-Bauern um 66 % verringern !
    Ich denke, dass ist in absehbarer Zeit zu erreichen

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    • Thomas Bröcker sagt

      Das passt rein rechnerisch sogar, Andreas. Die Frage ist nur, ob in diesem Zeitraum eher die Betriebe der modernen Landwirtschaft, oder die des Bioanbaus in der Lage sind ihre Fläche zu verdreifachen. Will sagen: ein Drittel Biobauern durch Wegbrechen konventioneller Betriebszahlen bedeuten keineswegs auch eine Verdreifachung der Flächengröße der Biobetriebe, sondern eher eine Ausweitung des konventionellen Ackerbaus zu Ungunsten der Viehhaltung. Was dabei in erster Linie passiert, ist ein Verlust an Wertschöpfung in den ländlichen Räumen von etwa 50 % gegenüber jetzt. Und – nicht zu früh freuen – beim Wachsen und Weichen treten die Biobetriebe gerade in die vom Handel vorgespurte Loipe ein !

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  8. Christian Bothe sagt

    Mein Kommentar zu einigen Aussagen in der Top Agrar von Oezdemir…
    Staatliche Nachfragemacht soll Ökolandbau ankurbeln„ So ein fachlicher Fehltritt von Oezdemir! Er sollte sich erstmal weiterbilden ehe er solche Aussagen trifft! Öko-LW als Zukunftsmodell? Was für ein nonsense! Vergleichen Sie mal die Erträge zwischen Konvis und Ökos! Da geht Ihnen vielleicht ein Licht auf H.Oezdemir? 9 Milliarden Menschen wollen ernährt werden und das mit Öko-LW????Das Lemcke auch noch mit in das Horn bläst, ist bedauerlich als studierte Dipl.Agr.Ing.Beim Studium schlecht aufgepasst…Bio ist und bleibt eine Nische und 30% 2030 zu erreichen eine Utopie genauso wie der Preis dafür für jedermann…W

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      • evo.... sagt

        Na dann produzieren die Konzerne außerhalb Deutschlands (Europas).

        Dann ist wieder ein bißchen Wertschöpfung weg.

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      • Damit ist doch bestimmt gemeint,
        dass die Pharmafirmen die Restbestände von nicht mehr zugelassenen PSM in die 3. Welt verscherbeln,
        Das soll dann per Gesetz verboten werden.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Derzeit wird viel über Bio in den Mensen der Schulen und Kindergärten gestritten, die Kommunen sollen die Kosten übernehmen, den Eltern ist es zu teuer.

    • Thomas Bröcker sagt

      Irgendwie konzentrieren die vielen Kommentare (ich habe nach 20 min aufgegeben) nur auf 2 Kernsätze:
      Fleischessen macht dick, doof und krank versus ohne Fleisch hätten wir unseren heutigen Fähigkeiten nicht.
      Vegan und pflanzliche Ernährung macht doof und dünn und krank versus Pflanzliche Kost macht schlau, gesund und fit.

      Ich kann den Müll nicht mehr hören/lesen und finde das nur noch ermüdend.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Thomas,
        meinst Du man kann auf die meisten Kommentare sinnvoll antworten?
        Das wäre vergebliche Mühe.

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  9. Kassandra Triebel sagt

    Eignet sich Hanf bzw. Cannabis überhaupt zum Anbau in Deutschland, ist Cannabis nicht empfindlich gegenüber Nässe und Frost? Und gehen damit nicht auch Flächen für Getreide verloren?

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    • Schorsch Summerer sagt

      Der herr Özdemir meint nicht den Nutzhanf. Der ist anspruchslos und kann jederzeit ohne viel Aufwand bei uns angebaut werden. Eine Anmeldung brauchte es glaube ich. Das wars schon.
      Es geht hier um medizinischen Hanf zum Kiffen. Dieser braucht Pflege und, zumindest in den Ländern in denen er derzeit schon angebaut wird, bewaffneten Schutz sonst bekommt er Beine. Deshalb wird er streng abgeschirmt in Gewächshäusern angebaut. Mit Kunstlicht um die Qualität zu sichern. Die Klimabilanz ist katastrophal.
      Gestern erst beklagte man sich übrigens dass die Zahl der Tabakkonsumenten wieder angestiegen ist. Es wird behauptet dass das sehr schlecht für die Gesundheit sei. Welch ein Glück dass man in Zukunft aufs Kiffen ausweichen kann.
      https://www.welt.de/debatte/kommentare/article235884810/Hanf-in-der-Landwirtschaft-Dope-und-Malz-Gott-erhalt-s.html

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      • firedragon sagt

        Jep, Faserhanf muss bis zu einem bestimmten Stichtag angemeldet werden, mit Angabe des verwendeten Saatguts. Ist nur dann blöd, wenn man bis dahin kein Saatgut hat und das angeben kann.
        Im Anbau ist Faserhanf wohl unproblematisch. Es benötigt nur eine gewisse Faserqualität und man braucht einen Abnehmer. Diese Einnahmequelle ist jetzt nicht so, dass man damit große Sprünge machen könnte.
        Wir hatten uns dafür interessiert und wieder verworfen, weil für uns unrentabel.

        Stadtmensch, für Außenstehende liest sich so manches sehr schön … vieles sieht in der Praxis dann doch anders aus.
        An Deiner Stelle würde ich es langsam mal sein lassen, der LW mangelde Experimentierfreudigkeit vorzuwerfen, das Gegenteil ist der Fall.

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        • Stadtmensch sagt

          “An Deiner Stelle würde ich es langsam mal sein lassen”

          War mir bissel zu einseitig heute wieder hier die Debatte.
          Ist mir schon klar, warum Faserhanf-Nutzung nicht losgeht.

          Was das Kiffen angeht nur so viel:
          Als Bewohner der “Crystal-Meth Haupstadt Europas” kann ich nur müde lächeln bei diesen ganzen Diskussionen. Die Legalisierung von Cannabis ist kein Problem. Wesentlich hierbei für uns gestandene Zyniker: Steuereinnahmen gehen zu Lasten harter Drogen wie Alkohol oder Tabak:
          https://www.nzz.ch/schweiz/was-die-cannabis-legalisierung-bewirken-wuerde-der-faktencheck-ld.1623665

        • Arnold Krämer sagt

          Das mit der Experimentierfreude der Landwirte kann ich nur bestätigen. Aber Stadtmensch kann das nicht wissen. Ist aber auch nicht schlimm, weil sein Blickwinkel hier im Blog nützlich ist als “Gegenkontrolle”. Sonst klopfen sich hier nur alle wechselseitig auf die Schulter.

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          • firedragon sagt

            Ja Herr Krämer, Stadtmensches Blickwinkel ist wichtig … bin ich auch nicht abgeneigt, die LW durch seinen Winkel zu sehen … ist nur manchmal ernüchternd oder auch erhellend (je nachdem, wie die Tagesverfassung ist 😇), wie LW wahrgenommen wird …

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        • sonnenblume sagt

          Nutzhanf ” benötigt nur eine gewisse Faserqualität”. Ganz so unproblematisch ist die Sache mit der Qualität dann doch wohl nicht. Habe gelesen das schon gewisse Voraussetzungen gegeben sein müssen. Jedenfalls konnte hier ein Neueinsteiger das Material nicht verkaufen. Weitere Versuche sind geplant.

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          • firedragon sagt

            😇 “nur”

            Ist eben die Frage, wie viele Versuche sich der jeweilige Betrieb leisten kann.

      • fingerphilosoph sagt

        Die Versiegelung der Landschaft durch Teer wollen die Grünen verbieten, während sie die Versiegelung der menschlichen Lungen durch Teer aufgrund Kiffens fördern. Daraus könnte man nun den Schluss ziehen, dass in den Augen der Grünen der Mensch weniger schützenswert ist als die Umwelt.

        Hab ich hier mal gesagt, dass ich Özdemir als Landwirtschaftsminister gut finde? Ich geh bis Ende des Jahres in Sack und Asche und tu Buße.

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        • Stadtmensch sagt

          Es heißt nicht “Umwelt”. Umwelt ist viel zu anthropozentrisch! Bei den geteerten menschlichen Lungen muss man differenzieren, ob sie geteert werden oder ob man selber teert. Aus dir wird nie ein richtiger Grüner.
          Außerdem (hab ich gerade gemerkt) ist ja gleich Jahresende. Dann ist dein Bußgang ja sehr kurz…
          😉

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          War vor 2 Jahren in Gunther von Hagens Körperwelten,
          was war ich froh, dass ich vor 50 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, die Lungen waren tiefschwarz.

    • Arnold Krämer sagt

      Nutzhanf ist bisher eine klitzekleine Nische. 2020 wurden 613 ha im nördlichen Kreis Emsland für eine niederländische Firma angebaut.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Nutzhanf konnte und wurde auch bislang schon angebaut. Chem Ötzi hat den jedenfalls mit “Jugendschutz” wohl kaum gemeint. Bislang hat sich das nicht so richtig durchgesetzt, weil auch hier, wie bei vielen Nischenkulturen, Nutzhanf-Aufwanf und Erlös in krassem Missverhältnis stehen. Die eisenharten Stängel beanspruchen die verfügbare Technik über Gebühr, besonders, wenn auf besseren Böden auch richtige ordentliche Wummis heranwachsen.

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      • Brötchen sagt

        Gibt doch genug Fasern aus der Schaf Haltung wird doch Dünger draus gemacht.
        Und die Produkte zur Dämmung gibt es auch schon ewig, setzt sich bloss nicht so durch.
        Ich habe gestern im Hühnerstall die Auslauftüren mit Schaf wolle die Ritzen ökologisch gedämmt.
        Krieg ich ein Cem…..bienchen

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        • Christian Bothe sagt

          Nur zur Info. Nutzhanf baut man hier in Ostthueringen seit Jahren an.Das funktioniert sehr gut.Ich spreche von der Region Gera/Altenburg.Wurde dann zur Weiterverarbeitung nach Westdeutschland gebracht.

          • evo.... sagt

            Ein Problem mit den nachwachsen Rohstoffen ist doch, dass die Äcker noch schneller ausgelaugt werden.
            Umgekehrt wird nämlich immer vergessen, dass die importierten Futtermittel unsere Böden aufgewertet haben.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Stadtmensch, die Bauern waren schon früher weiter als Stadtmenschen denken:
      https://www.strohmuseum.de/

      Da haben Bauern schon frühzeitig ökologische Produkte hergestellt und ganze Industrien mit aufgebaut. Meine Mutter hat in Heimarbeit noch Strohhalme geschnitten….würde heute aufgrund von Hygienevorschriften verboten….schließlich sind fast alle, die solche Strohhalme genutzt haben, bereits gestorben….😉

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es gibt noch welcher Frauen, die Strohschuhe herstellen, aber der Verdienst ist sehr bescheiden, deshalb sterben die aus.

        • Warte mal
          ab, wenn diese Strohschuhe wieder nachgefragt sind. Dann werden sie teurer, eventuell wird eine Produktiosstrasse aufgebaut und die industriellen Massenabfertigung fängt an!
          Dann ist Stroh nachgefragt und lukrativer.

  10. Reinhard Friedrich sagt

    Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium heißt Sven Gigold. Ansonsten kann ich die Einschätzungen nur unterstreichen. Vor allem die Aussagen zur GAP sind eine freche Lüge.

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  11. oberländer sagt

    Vielleicht sollten wir erstmal eine erhebliche Menge der aus Hanf hergestellten
    bewusstseinserweiternden Produkte konsumieren damit wir dann die
    geistigen Ausflüsse dieser Ökoführer verstehen können .

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  12. firedragon sagt

    ” … Nur so werden wir ausreichend gesunde und vielfältige Nahrungsmittel haben“, forderte die Umweltministerin. …”
    Diese Aussage wird im Zusammenhang mit der Flächenprämie genannt.
    Was vermissen die Damen und Herren und natürlich alles Diverse?
    Wir leben in einem Zeitalter der ausreichend gesunden und vielfältigen Nahrungsmittel, wie es sie nie vorher gab.

    LW könnte ja nur Biohanf anbauen, dann träumen zukünftig alle sie sind glücklich gesund gesättigt … liegen seufzend im Blumenmeer und werden von Schmetterlingsflügeln sanft gen Himmel gestreichelt … Träume können so schön sein, man darf nur nicht den Fehler behen und aufwachen.

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  13. Harald Müller sagt

    Ich halte für äußerst bedenklich, dass der Öko-Ausbau über die “Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen” voran getrieben werden soll.

    Was in der Theorie harmlos klingt, entpuppt sich als Zeitbombe für die Fehlernährung eineer ganzen Generation:
    Da niemand bereit ist, die Mehrkosten in Schulkantinen zu zahlen, wird in der Praxis eben die Beilage zur Hauptkomponente:
    Aus Schnitzel mit Pommes undd Ketchup werden Bio-Pommes mit Ketchup.
    Aus Spaghetti Bolognese werden Bio-Spaghetti mit Tomatensauce.
    Aus dem Würstcheneitopf wird Bio-Kartoffeleintopf…

    Die Folge:
    Weniger Protein (Fleisch!), aber dafür noch viel mehr Kohlenhydrate. Also noch mehr adipöse Kinder…

    Perfiderweise rühhmen sich Städt, die bereits in dieses Kindermästungsprogramm eingestiegen sind, auch noch, dass die Umstellung auf Bio ja sogar ohne wesentlichen Mehrpreis zu haben wäre…

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    • evo.... sagt

      Aus dem Würstcheneintopf wird wird ein Tofueintopf. Dann machen wir die Kinder gleich zu Veganers.
      Sieht man doch an Attila Hildmann, wie aktiv die dann werden.

      Was mir auch mal aufgefallen ist:

      Die deutschen Fußballer waren vor der EM drei Wochen in Herzogenaurach bei Adidas. Da gibt es nur Bio.
      Dann sind sie aber früh gegen die Engländer raus geflogen. Ich vermute das lag am Bio-Essen. Ich will ja versuchen mit meiner Ernährungs-Philosophie in den Profisport rein zu kommen und schau mir in einer Kneipe Spiele an. Da sag ich mal, dass die Spieler in England viel gesünder aussehen.
      Die sollen erstmal gute Ernährungsforschung betreiben.

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  14. Schöne Worte unseres neuen Landwirtschaftsministers, die wir Bauern(innen) gerne lesen, die aber genauso verhallen werden, wie die der Vorgänger(innen).
    Das zwangsweise Aufblähen des Bio- Angebotes wird zu einem Preisdumping im Bio Sektor führen. Da hat keiner was davon, ausser der Konsument und der Händler.
    Völlig utopisch ist auch das Ansinnen, in Schlachthöfen Kameras zu installieren. Um die Situation hier zu verbessern wurden schon Maßnahmen ergriffen. Lassen wir doch die erst mal wirken. Man hat hier sicherlich gut überlegt, was zu tun ist.
    Bei den Grünen sehe ich das Problem, dass sie erst reden und später eventuell überlegen, was das Gesprochene für Konsequenzen hat. Anders kann ich diese zum Teil unausgegorenen Vorschläge nicht interpretieren.
    Als Lösung für die derzeitigen Probleme sehe ich den verlässlichen Ausbau der Energieerzeugung hier im Lande. Flächen für Agri- PV ausweisen, Biogaserzeugung aus Biomasseprodukten wie Gras.
    Wenn sich speziell in der Milchviehhaltung nicht rasch die Umstände verbessern werden wir erleben, dass sich das Höfesterben extrem beschleunigt. Die “Jungen”, sofern sie da sind, haben keinen Bock auf hohe Arbeitsbelastung, Entlohnung unter Mindestlohn, Gängelung, Kontrolle und Bürokratie bis zum Abwinken…..

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    • evo.... sagt

      Na dann verpachten die Aufgeber an Bio-Milchbauern und dann steigt der Anteil der Bio-Fläche. Ich denke so kalkulieren die.

      Bio-Milch auf überwiegend Grünland und Kleegras dürfte ein funktionsfähiges System sein.
      Gleichzeitig braucht man auch weniger Fläche.

      • Smarti sagt

        Sali evo…, Biomilch mit Kleegras, ja eigentlich sollte das doch funktionieren. Die Ställe sind ja schon vorhanden, weil man weniger Kühe von der Fläche füttert, stimmt das auch ganz gut mit der höheren Stallfläche. Meist sind die Ställe schon recht weit abbezahlt, also Alles gut ?
        Die Schwarzwaldmilch hat drei Jahre an einem tollen Projekt gearbeitet. In Titisee eine Schaukäserei mit Gastro – Werbung und Nachhaltigkeit für die Milch im Schwarzwald vom Feinsten. Jetzt : von jetzt auf gleich Alles storniert.
        Was ist der Grund ? Ganz bestimmt sind es nicht die gestiegenen Baukosten – Schwarzwaldmilch hat keine Kredite laufen ! Gemessen am Umsatz – und das weiss jeder Landwirt, machen die Baukosten nicht viel aus….
        Meine Vermutung: vereinfacht gesagt, haben hier wohl die Grünen einen grossen Bio-Käse-Traum geschrottet. ( Bauer hört auf – Milch weg, die finden nicht mal mehr Umsteller ).

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  15. Ferkelhebamme sagt

    Immerhin meldet sich die FDP zu Lemkes Pestizid-Äußerungen, dass die Ampelkoalition „keine Verschärfung des Zulassungsverfahrens vereinbart hat!“
    Dass es auf Lebensmittel keine Ramschpreise geben darf, hat bis jetzt glaub ich jeder LW-Minister von sich gegeben: Blablabla.
    Jugendschutz durch Legalisierung von Cannabis, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…

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      • Reinhard Seevers sagt

        Auch Cem wird es nicht schaffen, die Ansprüche der urbanen Hipster mit den sozialen Ansprüchen einer Unterschicht, zu versöhnen.
        Die ZKL hat doch ausreichend Zielvorgaben gemacht, man muss sie lediglich mit dem Geld versorgen, das es benötigt, um umgesetzt werden zu können….dann kann man sich alle Sonntagsreden sparen.
        Geld sei doch genug da, hört man landauf landab……

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        • Brötchen sagt

          Reinhard die Urbanen Hipster sind auch nur Leute, die sich ihren bescheidenen Lebensstil eigentlich nicht leisten können. Da ist viel Show und nix dahinter.

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      • Brötchen sagt

        Bei uns kreiselt es in einer Kreisstadt, da der Stadtwerkechef wohl mit Futures spekuliert hat.
        Die Stadtwerke sind die facto insolvent.
        Erst dachten die 1.5 Mio reichen jetzt ist von 16 Mio die Rede.
        Alle Kunden sind gekündigt.
        Der Chef war aus dem großen Kreis der Supermanager. Internationale Elite.

        Warum sag ich das, er hat wohl auf einen bestimmten Preis gewettet und die Steigerung der Preise hat dann die Auswirkungen….
        100000 Hartzer, die mehr Betriebskostenzuschüsse brauchen sind auch ganz schnell! Millionen.
        Selbst 0.5 % Zinserhöhungen auf mehrere Mrd. Sind auch erkleckliche Summen.
        Es wird noch lustig werden, was unsere Spitzenkräfte da wohl zu bieten haben.
        Zuerst an …..gebt den Hanf frei……

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      • Thomas Bröcker sagt

        Interessant sin die Kommentare zu diesem Artikel. Es scheint sich die Ansicht breit zu machen, dass das Essen neben den Supermärkten in Fabriken hergestellt wird und die “konventionelle Landwirtschaft am Ende ist” und man nur durch ihre Abschaffung die “Natur” und die Welt retten kann. Diese Diskussion haben wir in diesem Blog auch ordentlich befeuert. Irgendwie ist es aber Zeit auf stur zu schalten und die modernen Landwirtschaft unisono zu verteidigen, statt ständig darauf zu schielen, ob man mit ein bisschen mehr Bio vielleicht bei diesen fehlinformierten Städtern “ankuscheln” kann.
        “Vielleicht sind die ja dann nicht so böse mit/zu mir und meinem Betrieb.”
        Es ist wirklich Zeit für klare Kante und sonst nichts.

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  16. Ich muss es immer wieder sagen, in der ganzen Welt rüstet man die Landwirtschaft auf. Hier soll sie defacto abgeschafft werden. Für alle die Herrn Özdemir eine Chance geben wollten wird nun ganz schnell eines besseren belehrt. Hoffentlich wird die Armut nicht zu groß 😪 😪 😪

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  17. Thomas Bröcker sagt

    Wie das umgesetzt werden soll ist mir schleierhaft. Özdemir macht da weiter, wo Künast aufgehört hat, mit der selben Verblendung und den selben Dogmen. Dann ist ihm eine beamtete Staatssekretärin zur Seite gestellt, die bislang nur versucht hat auf Landesebene relativ erfolglos Öko-Aktionspläne umzusetzen um in die Nähe der 30 % Ziele zu gelangen. Ich hoffe nur, dass wenigstens die parlamentarische Staatssekretärin etwas wirtschaftlichen Sachverstand mitbringt.
    So wie diese neue Umweltministerin und der Landwirtschaftsminister von Naturschutzframes und den eigenen Lügen und Halbwahrheiten von langen Jahren in der Opposition geprägt sind, fährt das gegen die Wand.
    Den Hanf überhaupt zu erwähnen, zeugt von dem nicht vorhandenen Überblick dieser neuen Riege an “Gestaltern”.
    Ich hoffe nur, dass noch irgendeine Form von Tierhaltung und Pflanzenschutz legale Produktion möglich macht, mit der man als Betrieb überlebt. Ich befürchte allerdings, dass die ihre, von Unkenntnis und falschen Zahlen geprägte, Agenda erst einmal umsetzen wollen. Das Schlimme ist, wir fangen in den Gesprächen mit der Politik alle vier Jahre wieder bei NULL an.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      “…. wir fangen in den Gesprächen mit der Politik alle vier Jahre wieder bei NULL an.”

      vor Ort in der Praxis ist es so,die älteren Pragmatiker z.B. aus der Biostation werden jetzt durch jüngere Theoretiker ersetzt,die auf ihren Richtlinien bestehen.

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      • Arnold Krämer sagt

        Auch in den Ministerien fangen alle nach 4 Jahren wieder bei NULL an. Hat mir vor Jahren schon ein hoher Ministerialbeamter bestätigt.
        Die Bürger dieses Landes unterhalten und finanzieren einen immer größer werdenden “Selbstbedienungsladen” der Parteien mit äußerst fragwürdigen Ergebnissen und Konsequenzen.

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        • Obstbäuerin sagt

          So ganz bei 0 aber nicht, Herr Krämer. Da sitzen aus den früheren Legislaturperioden so manche NGO-Abkömmlinge auf ihren Beamtenpöstchen (sicher auch noch welche von Renate und Barbara), die jetzt weiter aufgestockt werden.

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    • Das mit dem Nutzhanfanbau ist ja nicht si schlimm,
      aber das Verhalten des LEHs müssen die GRÜNEN auch kontrollieren.
      Denn Mittel aus der Natur zu erramschen ist Sünde, denn diese Mittel haben ihren Preis, gerade weil sie nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, ohne die Ökologie zu schädigen.
      Vielleicht steht das irgendwo in der Bibel, im Koran auch.

      Und die Grünen haben sich das doch auf die Fahne geschrieben.

  18. Werner-Georg Übelacker sagt

    Bauer Willi,
    Du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Ich sehe das genau so.
    Kurz und bündig. leicht zu verstehen, prima.
    Danke
    Weiter so.

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