Am 29.7.2026 haben wir den letzten Raps geerntet. Mit der Weizenernte waren wir schon rund eine Woche früher durch. An der Genossenschaft kommen nur noch vereinzelt Fahrzeuge mit Raps an, 98% der Mähdruschfrüchte (Gerste, Weizen, Triticale, Hafer, Raps etc) sind unter Dach und Fach.
Der Ertrag
Das Ergebnis: wir sind dankbar, dass die große Katastrophe ausgeblieben ist. Der Weizenertrag liegt je nach Sorte zwischen 90 und 100 dt/ha und damit unter dem Vorjahr, dass allerdings auch sehr gut war. Überrascht hat uns der Raps. den wir in einem Zeitraum von einer Woche geerntet haben, weil die unterschiedlichen Felder unterschiedlich reif waren, obwohl die gleiche Sorte gesät wurde. Begonnen haben wir mit 45 dt/ha, die letzte Parzelle hatte 55 dt/ha, was uns sehr gefreut hat. Wie sich die Unterschiede erklären lassen? Wir wissen es nicht, denn auch der Saattermin war bei allen Rapsparzellen gleich. Eine mögliche Erklärung ist der Niederschlag. Das Feld mit dem höchsten Ertrag hat möglicherweise eine Regenschauer mehr bekommen als die anderen und das zum richtigen Zeitpunkt.
Die Qualität
Die Qualität war beim Weizen klar eine Frage der Sorte. Chevignon hatte eine guten Ertrag, aber nur rund 11,5% Protein, RGT Reform war schwächer im Ertrag, hatte allerdings einen Proteingehalt zwischen 13 und 13,5% was für uns ungewöhnlich hoch ist. Wir düngen eher verhalten.
Die Ölgehalte von 41-43% beim Raps kommen bei weitem nicht an die Werte des Vorjahres (47-48%) heran. Dabei hatten wir vermutet, dass die hohen Temperaturen auch höhere Ölgehalte bringen. Das war aber nicht so. Erklären können wir uns auch das nicht.
Der Ernteverlauf
Die diesjährige Ernte war wegen der entzerrten Termine insgesamt entspannt. Daher kam es auch bei unserer Genossenschaft kaum zu Wartezeiten. Mit einer Annahmekapazität von 500 Tonnen in der Stunde überrascht das nicht. Andererseits ist dies auch notwendig, weil die Mähdrescher immer schlagkräftiger werden und somit auch die Transport-Fahrzeuge schnell wieder zurückkommen müssen. Unseren Mähdrescher (siehe Bild) haben wir aus einer Betriebsgemeinschaft herausgekauft, die sich ein größeres Modell zugelegt hat. Unserer hat dieses Jahr seine 19te Ernte gemacht. Dank sorgfältiger Durchsicht und vorausschauender Pflege (macht der Sohn selbst) wieder einmal ohne Stillstand. Auch dafür darf man dankbar sein.
Die Preise
Als ich den Betrieb 1986 von meinem Vater gepachtet habe, habe ich für den Weizen 46 DM/dt erlöst. Heute, 40 Jahre später, habe ich einen Vorkontrakt über 20 €/dt gemacht. Der aktuelle Preis liegt unter 20 €. Wenn ich jetzt nicht verkaufe, sondern auf „bessere Zeiten“ warte, muß ich eine Lagergebühr an meine Genossenschaft bezahlen. Das muss ich in meiner Kalkulation berücksichtigen. Eine längere Lagerung muss also zumindest im Verkaufserlös die Lagerkosten neutralisieren, sonst habe ich Geld verloren.
Die Preisbildung für Getreide und Raps geschieht übrigens an der MATIF in Paris. Das ist eine Börse, an der Agrargüter gehandelt werden. Nachlesen kann man die aktuellen Preise (leicht zeitverzögert) hier: https://www.kaack-terminhandel.de/ Am Preis an der MATIF orientiert sich der gesamte Agrarhandel.
Wie die Preise zustande kommen, ist mir oft ein Rätsel. Es gibt Tage, an denen die Preise explodieren um dann wenig später so abzustürzen, dass einem schwindelig wird. Dazu fällt mir der schlaue Satz ein : „Eine Prognose ist dann schwierig, wenn sie die Zukunft betrifft“. Oder der Tipp eines Börsianers: „Wann ist der richtige Tag zum verkaufen? Einen Tag vor dem höchsten Preis“.
Düngervorkauf: Wir haben vorige Woche Dünger für den Anbau 2026/27 vorgekauft. Der Preis lag rund 50% höher als im langjährigen Schnitt. Auch hier wieder der schlaue Satz: „Haben ist besser als brauchen“. Wer weiß, was im Orient noch so alles passiert. Beim Diesel sind wir erst einmal versorgt. Aber billig war der auch nicht.
Dass die Verkaufserlöse nicht mehr zu unseren Kosten passen, brauche ich wohl nicht weiter zu erklären. Die französische Regierung hat den Landwirten einen Zuschuss zum Dünger von 70 €/t zugesagt. Und Berlin? Geht in die Sommerpause…
Na dann…


Viele sind positiv erstaunt über relativ gute Erträge. Ein hervorragender Pflanzendünger ist CO2 und Wärme. Da haben wir viel getan. Einige Anmerkungen dazu:
Beispiel Planung E-Auto: PV-Anlage 10kW herstellen verursacht 20 t CO2. Batteriespeicher 10kWh herstellen 1,5 t CO2, E-Auto herstellen 8 t CO2. Gesamt 29,5 t. Herstellung Diesel-PKW 4 t CO2. 29,5t minus 4t ist 25,5 t mehr für E-Auto. CO2 Emission E-Auto je km 70g CO2 dt. Stromix. Diesel PKW 5l/100km ist CO2 Ausstoss 133g/km. 133 Gramm minus Annahme Hälfte Strom vom Netz 35g ist 98g Differenz mehr je km für Diesel. 25,5t mehr CO2 durch Herstellung E-Auto geteilt durch 98g CO2 Ersparnis je km ist 260204. Diese Menge CO2 für 260204 Diesel-km im Vergleich zu E-Auto hauen wir sofort auf einmal raus. Wärme: PV-Module erzeugen je 1 kWh Strom 200 bis 400W Wärme. 390 Milliarden kWh PV-Strom seit 2020 mal 200W ist 78 Milliarden kWh Abwärmeenergie entspricht 7,8 Milliarden Liter Heizöl. Die Nebenwirkung von PV-Strom-Erzeugung ist die Heizleistung von 7,8 Milliarden Liter Heizöl 2020-2025. Werden die PV-Anlagen abgeregelt, d.h. es wird kein Strom erzeugt, verdoppelt sich die Abwärme. Aufheizen im Vorrat: 15 % bis 40 % der CO2 – Emissionen verbleiben für 1.000 bis zu mehreren hunderttausend Jahren in der Atmosphäre. Die erste Hälfte der CO2 Emissionen wird in 30 bis 100 Jahren abgebaut.
Beim heutigen Durchschnitts-Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor liegt der CO₂‑Ausstoß inklusive der gesamten Kette von Förderung, Transport, Raffination und Bereitstellung des Kraftstoffs („Well‑to‑Wheel“) im Bereich von grob 200 g CO₂ pro Kilometer und darüber, je nach Fahrzeugklasse und realem Verbrauch.
Damit ist der CO₂‑Ausstoß über die gesamte Kette deutlich höher als die oft zitierten „Abgaswerte“ von 100–150 g CO₂/km aus dem Prospekt, die sich nur auf die Verbrennung im Motor („Tank‑to‑Wheel“) beziehen.
Die ankommenden rund 1000 W/m² Sonnenstrahlung an einem klaren Tag werden im Übrigen in jedem Fall weit überwiegend in Wärme umgewandelt. Ob wir es mit einem Ziegel- oder Schieferdach, mit PV‑Modulen belegt oder unbelegt zu tun haben, verändert vor allem die zeitliche und räumliche Verteilung dieser Wärme – nicht die grundsätzliche Energiemenge.
Die Frage ist also nicht, ob ein Dach mit PV‑Modulen „mehr Wärme macht“ als ein Ziegeldach – die Sonne liefert ihre ~1000 W/m² so oder so. Der entscheidende Unterschied ist: Ohne PV müssen wir mehr fossilen Strom erzeugen. Damit holen wir zusätzliche gespeicherte Sonnenenergie aus Kohle, Öl und Gas ins Klimasystem und erhöhen Wärme- und CO₂‑Eintrag. Mit PV reduzieren wir diese zusätzliche fossile Wärmequelle.
Das Problem ist doch, das wir in den letzten 2 Jahrzehnten im Vorgriff von mehr als 10 Jahren CO2 produziert haben und massiv vorgewärmt haben. Die Diesel-Bereitstellungskette verursacht laut KI 25-32g je km. Die Bereitstellungskette hat aber ein E-Auto in etwa gleich aufwändig. Wenn ich bei Sonneneinstrahlung meine Hand in den Rasen lege empfinde ich keine Hitze, ein PV-Modul wird 70 Grad heiss, auch bei den großen Acker-PV-Anlagen. In der Sonne wird ein weißes Auto außen nie so heiß wie ein schwarzes. Pflanzen wandeln durch Photosynthese mit Hilfe Sonnenlicht CO2 u.a. in Glukose und Sauerstoff um.
Zitat aus Fraunhofer-Dokument: „Dunkle PV-Module mit einem effektiven Wirkungsgrad von 18 % und einer Albedo von 5 %, die ein helles Ziegeldach mit 30 % Albedo abdecken … erzeugen pro kWh Strom 400 Wh zusätzliche Abwärme, d.h. 40 % der produzierten elektrischen Energie.“
Wenn ich eine sehr helle Dachfläche in eine sehr dunkle (Extrembeispiel) mit PV-Modulen verwandele, heize ich damit nicht die Erde auf, indem ich die Albedo verringere. Die erzeugte kWh Strom spart eine fossil erzeugte KWh Strom ein, bei der pro 1 kWh ca. 1,5 KWh ungenutzt als Wärme in die Umwelt gehen. Das ist mehr als 0,4 kWh zusätzlich bei diesem Extrembeispiel hell zu dunkel.
Außerdem gibts auch Systeme, die den Wirkunksgrad der PV-Module steigern, indem sie parallel auf der Modulrückseite noch Warmwasser bereiten (Kombi-Kollektoren). Muss man wollen.
Wir können aber auch alles so lassen wie es ist. Ist ja ein konservativer Blog …
Wenn ich auf Ackerflächen PV- Anlagen setze, so wie dies derzeit massenhaft geschieht, heize ich die Erde auf, und zwar massiv besonders in den Problemmonaten Juni – August. Über diesen Anlagen werden in diesen Monaten bis zu 85 °C gemessen. Würde auf diesen Flächen beispielsweise Mais wachsen, würde dieser die Atmosphäre kühlen. Das Delta ist entscheident.
https://www.deutschlandfunk.de/der-kampf-ums-auto-freiheit-klima-und-die-zukunft-der-staedte-102.html
Sehr unterhaltsam…
Schön das bei euch die Ernte ordentlich war .
Jetzt bleibt noch an zu warten wie es mit dem Mais
und den Z-Rüben läuft.
In meiner Ecke wird der Maisertrag eher sehr kompakt
ausfallen , auf den kiesigen Ecken ist er schon am vertrocknen .
Es ist schön zu sehen wenn die Regierungen in den Nachbarländern
ihre Bauern unterstützen .
Ein Hilfsprogram für die Bauern in Buntland würde wohl so aussehen
das auf der einen Seite 1 Euro nach gigantischem Ämtleristen-Aufwand
gegeben wird , und im Gegenzug 2 Euro abgezockt werden .
Ach ja während ich das hier schreibe hat es nach langer Zeit mal wieder
geregnet , ganze 6 ltr/m2 .
Über einen Ertrag von 9 bis 10 to/ha Winterweizen bzw 4,5 bis 5,5 to/ha Winterraps da würden sich viele Landwirte auch in „Normaljahren“ freuen sofern es solche Jahre überhaupt gibt bzw jemals gab.
evtl ist doch etwas an der alten Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun und Fass“ Zumindest scheint dies bei Winterkulturen wie Wintergerste, Winterweizen und Winterraps aber auch für den ersten Grünlandschnitt zu gelten sofern sie nicht bereits stark von Auflaufschäden oder durch Auswinterung betroffen waren. Gerade die Möglichkeit eine lange Vegetationszeit z.B 11 Monate bei Winterraps zu nutzen und das überschaubare Auswinterungsrisiko in unseren Breiten im Vergleich zu anderen Anbauländern ist ein Standort Vorteil. Nutzt aber alles nichts wenn die Preise weltweit im Keller sind.
https://www.lanuk.nrw.de/themen/wasser/hydrologische-messnetze/hydrologische-berichte/hydrologischer-status-nrw-31-mai-2026
Polen unterstützt seine Landwirte auch
https://www.topagrar.com/schwein/news/polen-hilfsgelder-gegen-niedrige-schweinepreise-und-hohe-dungerkosten-20027658.html
Deutschland ist überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig.
Wir persönlich sind mit unseren Erträgen zufrieden: guter Durchschnitt. Die Erlöse dafür sind traurig, die Kosten dafür explodiert. Wir schaffen das so nicht, weder im Ackerbau, noch mit den Schweinen
Willi , alles richtig gemacht und die frühreifen Weizensorten haben den Hitzeschlag nicht so hart getroffen. Hier in Niedersachsen haben wir mehr Regen bekommen , allein seit dem 19. Juni bis heute sind es rd. 50mm . Letzte Nacht waren es allein 6 mm. Hier steht noch viel Weizen und Raps. Wir haben noch 60% Weizen stehen. Alles soll auf dem Hof eingelagert werden und dann warten wir auf das höhere Preisniveau !?. Den N-Dünger (AHL) haben wir vorgekauft (30% Mehrpreis zum Vorjahr) . Den lagern wir in AHL-Tanks auf dem Hof in den nächsten Wochen ein. Unsere Rüben wachsen durch den ständigen Regen gut , denn die rd. 200 mm Regen seit Mai lassen keine Defizite erkennen. Sorgen machen natürlich die politischen und weltwirtschaftlichen Spannungen und die verrückten Gesetze in Brüssel und Berlin. Die merkens wohl überhaupt nicht mehr. Aktuell konnte man lesen , daß Frankreich den Bauern 50 Euro/To Dünger zahlt , während hier nichts kommt . Das ist stellvertretend für alles in unserer Volkswirtschaft zu erleben , da überall keine wirtschaftliche Kompetenz vorhanden ist , oder auch von Dummheit gesprochen werden kann. Gut , daß man noch Arbeit hat , die davon ablenkt was außerhalb der Höfe für Blödsinn verzapft wird.
@Ludwig
Ich muss Dich korrigieren. Frankreich zahlt seinen Landwirten 70 €/t Dünger. Es geht vor allem darum, dass sich viele Landwirte beim Vorkauf zurückhalten, weil Kosten und Erlöse so auseinander laufen. Wenn dann im Frühjahr doch Ware gekauft werden soll, klappt die Logistik nicht mehr. Unsere Genossenschaft lagert gerade Dünger für 2027 ein.
Finde es toll, das BW seine „Erntekarten“ den Bloggern zur Diskussion stellt!Insgesamt nicht schlecht unter den gegebenen Bedingungen vor Ort, abgesehen von den Preisen und Kosten…
Dafür daß es bei ihnen offensichtlich so lange nicht geregnet hat erscheinen mir die Erträge sehr hoch.
Das ist so. Wir sind selber positiv erstaunt. Richtig erklären können wir es uns nicht. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Erträge gewesen wären, wenn die Hitze nicht den Ertragszuwachs abgebrochen hätte! Man sieht es an den Körner: da sind viele dabei, die relativ klein geblieben sind. Wenn die auch voll ausgebildet worden wären, hätten wir wohl Erträge oberhalb von 110 dt/ha bekommen. So wie in 2025.