11 Kommentare

  1. Ottmar Ilchmann sagt

    Große Investitionen sind eben oft das Einfallstor für außerlandwirtschaftliche Investoren, das ist bei Biogasanlagen und Mastställen auch nicht anders. So ein Betrieb mit landwirtschaftlichen Flächen ist immer eine sichere Kapitalanlage, und wenn man ihn, wie jetzt in der Krise, auch noch günstig “schießen” kann, umso besser. Dass es hier mal Molkereien bzw. Molkereibesitzer sind, ist folgerichtig, denn es sind oft die Geschäftspartner der Landwirte, die einsteigen, wie Futtermittelfirmen, Tierärzte, aber auch Banken. Die Milchbauern werden mit Tiefstpreisen in den Ruin betrieben, und die Verursacher der Preismisere, die selber natürlich auch in der Krise noch Gewinne machen, machen dann ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. All das ist politisch gewollt, denn Schmidts Landwirtschaftsministerium steht für Strukturwandel, Ressourcenallokation und den Einstieg von neuen Produzenten im Milchbereich, um die Effizienz zu erhöhen.

  2. Sabine sagt

    In die Produktion steigt aber niemand ein, wenn dort grundsätzlich kein Geld zu verdienen ist. Weder ne private Molkerei noch ne Bank machen bei solchen Übernahmen einen auf Caritas, die sehen was ihnen die Investition langfristig bringen wird.
    Vielleicht ist die Frage nicht, ob ihr in Zukunft für eine AG arbeiten wollt, sondern nur, ob Ihr und Eure Familien die Mehrheitseigner seid oder ob die Aktien den Investmentfonds, Lebensmittel-Multis und Banken gehören.
    Ich hab ja recht wenig Ahnung von der eigentlichen Struktur, aber -haltet mal kurz meine Ahnungslosigkeit aus….
    Anträge, Monitoring, Verordnungen, Zertifizierungen…..alles Papierkram, der den einzelnen Betrieb sehr belasten und die Arbeitskraft des Betriebsleiter sehr in Anspruch nimmt, richtig?
    Welche Möglichkeiten habt ihr da zum Outsourcing? Was gibt es da schon, was könntet ihr euch vorstellen?
    Gäbe es die Möglichkeit Verwaltungs- oder Finanzierungs-Arbeitsgemeinschaften oder Genossenschaften zu gründen?
    Würde es hier vllt. Sinn machen, wenn ihr die Daten nur noch- möglichst elektronisch- sammelt und an ein spezialisiertes Büro abgebt, das für die Landwirte in eurer Region oder in eurer Sparte dann fristgerecht die Daten aufbereitet und an die verschiedenen Stellen weiterleitet?
    Die selben Zahlen in fünf verschiedene Formulare eintragen, kann eine Bürokauffrau besser als ihr, jede Wette. Die hat sich nämlich dafür entschieden ihren Tag mit dem “bemalen” von Papier zu verbringen. Auch die Steuer könnte von diesem Büro gemacht werden und, so es denn eine Spezialisierung der Bürokräfte gibt, könnten die sich auch mit den ständigen Änderungen und neu aufgelegten Programmen auseinandersetzen. Statt fremde Berater einsetzten sich seinen Berater selber ausbilden. Der ist dann euren Vertrieben verpflichtet und alleine, weil er oder sie ihren Arbeitsplatz erhalten will, wird er oder sie ganz genau hinschauen, was sie Euch vorschlägt.

    Diese Büros könnten auch Ausschreibungen für Eure Betriebe erstellen und Angebote vergleichen, oder auch Rechnungsläufe verfolgen und mahnen. Das geht beim Sack Kraftfutter oder Dünger los und hört beim Bauunternehmen für eine Gebäudeerweiterung oder Sanierung auf.
    Der Alois macht glaub ich schon so etwas in der Richtung. Zusammen Einkaufen und von den Rabatten und Großhandelspreisen profitieren.
    Agrar-Service-Firmen und Maschinen-Ringe gibt es ja schon. Wie sieht es eigentlich mit einem Personal-Pool aus? Was passiert eigentlich, wenn jemand bei Euch krank wird, ihr eine Saisonkraft braucht oder eine Stelle neu besetzt werden muss? Sucht da jeder für sich eine Lösung, oder gibt es spezialisierte Zeitarbeitsfirmen und wenn, wäre es da sinnvoll einen Arbeitskräfte-Pool mit anderen Landwirten aufzubauen?
    Ich weiß, dass es gerade im landwirtschaftlichen Bereich die Raiffeisen-Tradition gibt, nur scheint die mir son bisschen den Entwicklungen hinterher zu hinken oder sich so zu “was anderem” entwickelt zu haben, dass es nicht mehr so passt.
    Wie seht ihr das?

    • bauerhans sagt

      sabine,das gibts alles!
      nur können sich aus produzierenden bauern nicht einfach so verkaufsprofis entwickeln.

      • Alois Wohlfahrt sagt

        Nein, Bauern werden mit Sicherheit nicht übernacht zu Verkaufsprofis. Aber auch als Bauer kann ich mich mal langsam mit der Materie beschäftigen und nicht immer gleich alles ablehnen. Nur so als Tipp: Einen Internet-Shop einrichten kostet vielleicht 1000 oder 2000 Euro. Soviel wie eine rote oder gelbe Traktorfelge. Mit was kann man mehr Umsatz machen?

      • Sabine sagt

        Der Alois hat recht, es geht nicht darum Morgen auf ein Verkäuferseminar zu rennen und einen Monat Telefon-Couching zu machen.
        Sondern sich mal umzugucken welche Möglichkeiten es gibt.

  3. bauerhans sagt

    da hatten fachleute gerechnet,ein angebot unterbreitet und den insolventen milchviehgrossbetrieb mit fremdarbeitskräften sicherlich zu sehr günstigen bedingungen übernehmen können,weil letztlich die kreditbanken entscheiden,wer den zuschlag bekommt.
    da gehts nur um rendite!!

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