Bauer Willi
Kommentare 38

Lieber Olaf Scholz…

Lieber Olaf Scholz, ich kann gar nicht ausdrücken, wie dankbar ich Ihnen für Ihren Text in der BamS bin!

https://m.bild.de/politik/kolumnen/kolumne/us-wahlen-gast-kommentar-von-olaf-scholz-mehr-respekt-bitte-73822640,view=amp.bildMobile.html

Dieses Zitat von Ihnen passt auch für Deutschland:

“In den USA ist es gar nicht allein der Gegensatz zwischen Arm und Reich, der das Land spaltet. Es ist der immer stärker wachsende Gegensatz zwischen Großstadt-Bewohnern und der Landbevölkerung. Die Eliten an Ost- und Westküste nennen die ländlichen Staaten des mittleren Westens naserümpfend „Fly over States“, also Bundesstaaten, mit denen sie nichts zu tun haben wollen, über die sie nur hinwegfliegen.”

Und so schreiben Sie dann auch:

Auch bei uns in Deutschland ist zu beobachten, dass die Gesellschaft auseinanderläuft. Dass sich manche wie Bürgerinnen oder Bürger zweiter Klasse fühlen. Andere wiederum glauben, dass ein gelungenes Leben nur mit Studium und toller Altbauwohnung möglich sei”

Wir Leute auf dem Land, besonders wir Landwirte beobachten das jeden Tag. Und bekommen dies auch täglich zu spüren. Das ist nicht gut. Und Sie haben auch einen Vorschlag und schreiben:

“Niemand sollte sich für etwas Besseres halten. Mitunter wird über großstädtische Latte-Macchiato-Trinker gelästert. Das halte ich für falsch, schon weil diese italienische Kaffeespezialität lecker ist. Wichtig ist aber, dass der, der den Kaffee bestellt, demjenigen mit Respekt begegnet, der ihn zubereitet und ihm den Kaffee bringt.”

Ich möchte das ergänzen: Wichtig ist aber, dass der, der den Kaffee bestellt, auch demjenigen mit Respekt begegnet, der die Milch für den Kaffee bringt. Das sind wir Bauern.

Wie gesagt, ich finde Ihren Text sehr gut. Allerdings muss ich auch erwähnen, dass Ihre Partei, die SPD, an der von Ihnen geschilderten Entwicklung mitgewirkt hat und auch immer noch mitwirkt.  Was Ministerin Schulze und andere Vertreter*innen Ihrer Partei fast täglich in Richtung Landwirtschaft senden, ist genau das, was Sie, Herr Scholz, in ihrem Artikel bemerken und bemängeln. Wir Bauern stellen fest, dass insbesonders das Bundesumweltministerium die Gegensätze befördert, Landwirte zu Bürgern zweiter Klasse degradiert und eben denjenigen nicht mit Respekt begegnet, die die Milch zum Latte Macchiato liefert.

Lieber Herr Scholz, sprechen Sie eigentlich ab und zu mit Ihrer Genossin Schulze? Was sagen Sie ihr, wenn sie – wieder einmal – Keile in die Gesellschaft treibt und uns Bauern Knüppel ins Kreuz wirft? Zum Beispiel, indem Sie die demokratisch erzielten Beschlüsse der EU-Agrarminister zur GAP nicht akzeptieren will. (Erinnert mich irgendwie an einen ehemaligen Präsidenten…)

Solange Sie die Differenz zwischen Ihren Worten und Ihren Taten nicht auflösen, kann ich Ihre Aussagen nicht ernst nehmen. Sie wirken unglaubwürdig.

Ihr Bauer Willi

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38 Kommentare

  1. Thomas Apfel sagt

    Mahlzeit, Alois,
    das mit dem Einfluss der Chemie in der Landwirtschaft auf das Klima müssten Sie schon nochmal genauer erläutern. Was ist “Die Chemie” und was meinen Sie mit Klimarelevanz derselben ? Gehen Sie von der erzeugten Einheit (kg, kcal usw.)und deren Auswirkung auf Klima-relevante Parameter aus, oder von der verfügbaren LN ? Was an Produktionsvolumen wovon gestehen Sie den Bauern zu ?

  2. Endres Alois sagt

    Der Tod der bäuerlichen Landwirtschaft ist die Substitution des Faktors Arbeit — Bewirtschaftung durch den Faktor Chemie und Technik und die daraus resultierenden Produktionswüsten mit Billig- und Überschußproduktion. Der Klimawandel wäre ein Grund den Bauernstand zu erhalten und auf Chemie und Produktionswüsten zu verzichten. Die Ignoranz der Schädigung des Klimas durch den Einsatz der Chemie und der Großflächenlandwirtschaft sprich Produktionswüsten rücken die Bewegung in den Bereich der argumentativ nicht Erreichbaren. In der Außenwirtschaft dürften in Zukunft nur noch humusmehrende, (Dauerkulturen) und keine humuszehrenden (Mais) Früchte meht angebaut werden.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Interessant finde ich immer, wenn Menschen erklären, dass man der Lebensmittelproduktion der Bauernhöfen auf die Chemie verzichten kann und gleichzeitig der Bauernstand erhalten.
      Was glauben sie, was für Ansprüche der Verbraucher an die äußerliche Qualität stellt? Auch der BIO Apfel muss makellos sein und darf kaum mehr kosten, als der konventionelle.

      Was der Verbraucher fordert, muss auch für den Erzeuger erfüllbar sein, so lange die Lebensmittel zu Weltmarktpreisen im Regal stehen, kann der Bauer sich keine Späßchen mit Pestizidfreien Wirtschaften erlauben.

    • Reinhard Seevers sagt

      Alois hat ein Problem mit der Chemie…..dabei beginnt erst das Jahrhundert der Chemie. Es etablieren sich immer mehr Pyrolyseverfahren bei der Energiegewinnung und im Recycling…..aufgemerkt Alois, sie kommen, sie werden dich holen….
      Was war nochmal bäuerlich?

    • Schmeckt gut sagt

      Alois, nochmal deutlich. Wir Bauern (und das Handwerk) haben große Schwierigkeiten für die notwendigen Arbeiten motiviere Kräfte zu finden. Nun kann man argumentieren, dass der “bäuerliche” Landwirt und die Landwirtin (selbstverständlich mit Kopftuch) nur ins Gesellschaftsbild passt, wenn die Arbeiten ohne Maschinenunterstützung (und Chemie) mega”nachhaltig” erfolgen. Nur, lieber Alois, es wird sich kein Hofnachfolger finden, der so bescheuert ist, diese gesellschaftlichen Ansprüche zu erfüllen. Buckel krumm machen is nich. Ehefrauen lassen sich unter diesen Voraussetzungen auch nicht finden (“Bauern sucht Frau” lässt grüßen 😉 ). Alternative: gut bezahlten Job in der Industrie suchen. Und das Beste ist: Jobsuche für Bauern ist relativ problemlos möglich, denn potentielle Arbeitgeber wissen, dass wir nicht rumlabern, sondern anpacken können.

      • Schmeckt gut sagt

        Uuups, wie peinlich. Hab doch glatt die Ehemänner und Diverse vergessen zu erwähnen. Asche auf mein Haupt.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was die meisten nicht wissen, oder wissen wollen, die Frauen der Jungbauern haben alle ihren Beruf, wo sie ihr Geld verdienen, die möchten nicht den ganzen Tag mit der Handhacke auf dem Acker stehen, währen andere Frauen ihre Nägel lackieren.

        Wenn sich bei uns Söhne eines Landwirtes um einen Ausbildungsplatz bei den Automobilzulieferen bewerben haben, dann war der Ausbildungsplatz so gut wie sicher, auch für Hauptschüler, eine zwei in Mathe wurde verlangt und der Test zb. bei Schaeffler musste bestanden werden, die schaften manche mit ABI nicht.

    • Obstbäuerin sagt

      “… In der Außenwirtschaft dürften in Zukunft nur noch humusmehrende, (Dauerkulturen) und keine humuszehrenden (Mais) Früchte meht angebaut werden…..”
      Und wie sieht es in der INNENWIRTSCHAFT aus, Endres Alois? “…Faktor Chemie und Technik ….” auch gleich mit abschaffen? Sind es die Amische, die das so leben?

  3. Paulus sagt

    Bauer Willi wäre nicht Bauer Willi, wenn er nicht versucht hätte irgendwie den Bogen vom Barista (so nennt man heutzutage jemand der dank einer mehrjährigen Ausbildung tatsächlich im Stande ist einen simplen Kaffee zu kochen) zum Milchbauern hinzubekommen. Das ist nun mal seine Mission und er erfüllt diese mit bewundernswerter Akribie, das muss man ihm lassen! Das ist nicht böse gemeint, ganz im Gegenteil.
    Was den ländlichen Raum betrifft habe ich allerdings eine völlig andere Wahrnehmung und hatte das hier auch schon mal kundgetan. Gerade junge Familien, und vor allem die durchaus Besserverdienenden und somit gebildeten, drängt es in die ländlichen Bereiche. Wie sonst ist zu erklären, dass Bauland selbst in relativ entlegenen Käffern außerordentlich begehrt ist. An den Grundstückspreisen allein kann es nicht liegen. Viele mittelständische Unternehmen haben genau dies als Standortvorteil erkannt und selbst in der tiefsten Eifel gibt es erstaunlicherweise internationale Player. Das Geseihere eines SPD-Politikers ist doch Chickenshit von Vorgestern.

    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      Danke. Das klingt ja fast wie ein Lob. Übrigens: ich koche jeden Morgen den Kaffee. Bisher hat noch keiner gemeckert. 🙂
      Zur Wahrnehmung: in meinem Vortrag sage ich immer den Satz: “Unsere Mitbürger mögen Landwirte. Sie lehnen nur unsere Landwirtschaft ab.”

  4. Obstbäuerin sagt

    ….”Wichtig ist aber, dass der, der den Kaffee bestellt, demjenigen mit Respekt begegnet, der ihn zubereitet und ihm den Kaffee bringt.“…. Das hat die SPD gerade noch auf dem Schirm – diejenigen, die unsere Produkte verarbeiten und diejenigen, die sie an den Mann (Stadtmenschen) bringen. Urproduktion jedoch ist beliebig, kann auch woanders stattfinden. Eigentlich sagt dieser Satz alles über das Verhältnis sehr vieler Politiker zu unserer Branche aus. Man hält uns für unwichtig.

  5. Friedrich sagt

    Herr Scholz räubert uns genauso was vor , wie alle anderen Politiker. “An den Taten sollt er sie erkennen ” und da fehlt es. Da wird das Grundgesetz und die Europ. Verträge gebrochen und kein Abgeordneter sagt etwas. Wir haben nur noch “Nicker” im Bundestag. Jeder , der dort uns vertritt ,ist schon ein Fehltritt. Auch die Gewaltenteilung gibt es bei uns nicht. Das bestätigte sogar der Europ. Gerichtshof. Der Suoverän , das Volk, wird nicht mehr vertreten , da unsere hochbezahlten Abgeordneten ihre Pflicht gegenüber dem Wähler nicht mehr erfüllen. Auch die Wahlversprechen entpuppen sich doch auch als Stimmenkauf. Auch unser “hochgelobter Bundespräsident” wollte sich doch mehr um den “Ländlichen Raum ” kümmern. Haben wir etwas davon gemerkt ? Eben , alles nur Sprüche und nix dahinter. Unsere derzeitigen Politiker haben unser Parteiensystem ausgehebelt .
    Hier brauchen wir ein Reset., einen Neuanfang. Die Abgeordneten schauen nur auf das Geld und nicht auf ihren Wählerauftrag. Jetzt wollen die sogar für den Schutz vor dem Volk einen Sicherheitsgraben um den Bundestag bauen.

    • W.K. ein wenig Selbstversorgerin sagt

      ” sich doch mehr um den „Ländlichen Raum “ kümmern.”

      aber genau da steckt doch der Fehler. Wenn sich Städter um dn ländlichen Raum kümmern, dann meinn sie üblicherweise, dass es dort so werden soll wie es in den Städten bereits ist. Ich für meinen Teil bin in NRW in einer damaligen Kleinstadt mit seehr viel ländlichem Raum drumrum groß geworden. Einen Teil meiner Zeit durfte ich auf dem groelterlichen Hof, den später mein Onkel weiter führte verbringen. Als Erwachsene habe ich in dn Städten Düsseldorf, Essen Frankfurt a.M. und Osnabrück gelebt, aber auch in inigen wirklich kleinen Dörfern, in einem wurde noch der Eber quer durchs Dorf zur Sau getrieben.
      Niedergelassen habe ich mich dann endgültig in Franken in einem 2.000-Seelen-Dorf mitten im ländlichen Raum. Ich fühle mich nur dann als Bürger zweiter Klasse, wenn es um die Mobilität geht. Auf den ÖNV kann ich nicht umsteigen, wegen der Höhenunterschiede kann, bzw. will ich auch nicht auf das Rad umsteigen und zufuß die Strecken zu bewältigen ist ausgeschlossen.
      Aber dieses Manko nehme ich gerne für die bedeutend höhere Lebensqualität hin. Egal ob es die größere Wohnung ist, der eigene Garten, die frische Luft, die besseren regionalen Lebensmittel, Nachbarn die man kennt und die aufeinander achten. Wenn ich einen Latte will, dann kann ich den auch selber machen, aber so gut wie kein Städter kann sich mal eben einen Holzherd zusätzlich in die Küche stellen.
      Um nichts auf der Welt möchte ich auf all die Vorzüge des ländlichen Raums verzichten. Wir sind keine Bürger 2. Klasse, wir haben einfach ander Prioritäten. Jemand. der meint wir fühlten uns als Bürger 2. Klasse hält sich selbst für was Besseres – und deshalb möchte er uns dann beglücken mit all dem was wir uns garnicht wünschen.

  6. bauerhans sagt

    ich glaube nicht,dass O.Scholz z.b. einer S.Schulze auch nur verbal gegenüber tritt und sie um mäßigung bittet,das müsste schon unsere Bundeskanzlerin machen!

    bei unserer hiesigen SPD,alleinherrscherin seit 1945,hatte ich mal angefragt,ob sie die bauern vergessen hätte,es kamen nur die üblichen beschwichtigungen.
    da sitzen leute im gemeinderat,die scharf auf das sitzungsgeld sind,bis zu 600€ im monat.

    • Reinhard Seevers sagt

      Andere Branchen haben den gleichen Ärger mit der Schulze. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) hat auf seiner Jahresversammlung einen Staatssekretär entsandt und ausrichten lassen, dass Frau Schulze die Branche als “Systemrelevant” betrachtet…..Die Branche steht kurz vor dem Kollaps aufgrund sinkender Ölpreise und damit steigenden Entsorgungskosten, Fehlende Abnahme der Kunststoffindustrie, nicht mehr zugelassene Verbrennung, etc….Überschrift: “Der Kittel brennt”

  7. Ehemaliger Landwirt sagt

    “„Auch bei uns in Deutschland ist zu beobachten, dass die Gesellschaft auseinanderläuft. Dass sich manche wie Bürgerinnen oder Bürger zweiter Klasse fühlen. Andere wiederum glauben, dass ein gelungenes Leben nur mit Studium und toller Altbauwohnung möglich sei“”

    Nein,
    ich fühle mich nicht als Bürger zweiter Klasse, aber viel meinen, dass ich als Bauer, auch als Ehemaliger einer niederen Kaste angehöre.
    Das ist mir schon viele male begegnet.
    Angefangen hat das bereits nach 3 Wochen der Schulentlassung ein ehemaliger Mitschüler meinte sagen zu müssen, ich wäre ein dummer Bauer. Mit dem seine Noten hätte ich mich nicht getraut, nach Hause zu gehen.

    • Der hat es dann ja nötig gehabt. War er sich selbst nicht gut genug?

      Wir haben doch die Willi Brandt Ära durch.
      Die hat doch alle gleich gemacht, egal ob Bürger, Bauer oder Edelmann.
      Für jeden war Bildungszugang möglich, im Gegensatz zu vorher.
      Die Lehrer in der Schule haben schon vorher drauf geachtet, dass wir uns nicht nach dem Beruf des Vaters bewerten sollten.
      Beruflich haben wir dann alle für die komplizierter werdende Technologie in unserer Volkswirtschaft (zu der ja die Landwirtschaft auch gehört) gelernt, egal, ob wir aus Stadt oder Land kommen!
      So nun sind so viele Jahre vergangen, waren auf den gleichen Unis und Fachschulen haben die selben Berufe, und machen dennoch einen Unterschied zwischen Land und Stadt?

      Was sollen denn dem Ehemaligen seine Söhne da denken?

      Wir haben uns sozial so viel weiterentwickelt und lassen es zu, dass solche ungebildeten Dummschwätzer, die das nicht mitbekommen haben hier die Meinungbildner sind?

      Den Mainstream bilden?

      Das ist ja Rolle rückwärts, sind wir wirklich so rückwärtsgewandt???

      H

  8. Arnold Krämer sagt

    Die SPD wird schon seit geraumer Zeit von ihren Stammwählern abgestraft für ihre in weiten Teilen unglaubwürdige und widersprüchliche Politik. Der Hebel, den die Landwirte in und mit ihrem privaten und wirtschaftlichen Umfeld im ländlichen Raum haben, ist leider nicht sehr groß, um alle Parteien zu Verstand zu bringen. Denn alle Altparteien betreiben eine fragwürdige und gegen die Interessen der ländlichen Räume gerichtete Agrarpolitik, indem sie die Betriebe mit vielen Kosten treibenden Klein-Klein-Regelungen überziehen und ihr wirtschaftliches Aus befördern. Der kleinteilige und wenig sichtbare vor- und nachgelagerte Sektor kommt damit ebenfalls unter die Räder. Die ländlichen Räume werden dadurch arm gemacht. Daran können dann auch schöne Berichte, wie gestern erst von Frau Klöckner vorgestellt, nichts ändern, weil der Ansatz über staatliche Förderungen (erst Geld einsammeln und dann bürokratisch umverteilen) nicht wirklich tragfähig ist.

    • Reinhard Seevers sagt

      Die Agrarsoziale Gesellschaft kämpft seit Jahrzehnten für den Erhalt des ländlichen Raumes. Keine Partei hat jemals Schlüsse aus der Vielzahl von Aktionen und Veröffentlichungen gezogen und Konsequenzen folgen lassen…das war immer schon ein Problem und ist nicht erst jetzt aktuell. Es ist vielleicht sichtbarer aber nicht neu.

      • Brötchen sagt

        Stimmt, das war schon nach der Wahl von Trump bekannt.

        Guten Morgen Herr Scholz, das sie das schon mitbekommen, nach über 4 Jahren!

        Die SPD kümmert sich auch um jede noch so kleine Minderheit, die sicher auch ihre Probleme hat, nur nicht mehr um die, welche den Wohlstand erarbeiten.

        Übrigens gibt es eine Stadtflucht an der USA Westküste, die auch bei uns beobachtbar ist. Da wird er dann auch nach 4 Jahren seine Weisheiten verkünden.
        Er wohnt ja bei mir um die Ecke…

        Ich hatte gerade letztens mit dem Inhaber eines kleinen Baugeschäftes gesprochen, der das auch nicht versteht, was da bei uns abgeht. Es wird alles zersiedelt und selbst in den kleinen Dörfern extrem gebaut, mit zwei- und dreistöckigen Blöcken.
        Die müssen alle zur Arbeit fahren! Was das für einen Verkehr nach sich zieht, ist eigentlich absehbar und jetzt schon fast nicht mehr tragbar.
        Er meinte aber auch, das die meisten sich da finanziell übernehmen, auch weil die Baupreise extrem gestiegen sind—–> siehe SPD.

        Die Partei ist beim besten Willen, auch wenn die lokalen Größen sicher eine gute Arbeit machen, nicht mehr wählbar!

        Da sind ja die Grünen wenigstens noch ehrlich..

      • Reinhard Seevers sagt

        Ich finde schon, dass sich insgesamt in diesem Lande mehr gekümmert wird, als in den angeführten USA. Das ist eine völlig andere Lage und Situation. Allein die Dimensionen und die Infrastrukturen sind nicht vergleichbar. Abgesehen von den Freiheitsgedanken des Amerikaners.
        Unser Klagen auf höchstem Niveau wird weltweit gesehen müde belächelt…ok, von den reichen Norwegern vielleicht nicht..😎.

        • Arnold Krämer sagt

          “Ich finde schon, dass sich insgesamt in diesem Lande mehr gekümmert wird, als in den angeführten USA”
          Da haben Sie sicherlich recht.
          Aber ist es nicht in D ein Stück weit so (Tendenz gefühlt zunehmend) dass sich die Politik eifrig bemüht, die Probleme zu lösen, die sie selbst geschaffen hat oder selbst herbeiführt?
          Für den Agrarbereich, den ich seit rund 55 Jahren privat und beruflich überblicken und ein ganzes Stück weit beurteilen kann, ist das jedenfalls so.

          • Reinhard Seevers sagt

            Ich glaube die Problemlage resultiert aus der Komplexität der Entwicklung der Menschheit unter der Prämisse zur Steigerung des Wohlstands. Alles basiert auf der Schaffung von Wohlstand für alle…den Weg dahin will aber jeder anders und jeder für sich gehen. Die Ausbeutung der Ressourcen für unseren Wohlstand hat Konsequenzen, die nun von denen bemängelt werden, die den Wohlstand haben, aber die Konsequenzen nicht akzeptieren wollen.
            Die Entwicklung in diesem Land, von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft und nun zur Digitalen Gesellschaft ist eine Folge daraus. Zurück geht nicht und in welche Richtung es nach vorne gehen soll, da ist man sich uneinig. Das geht aber allen Ländern so….wirkt sich nur überall anders aus. Die einen haben Pseudodiktatoren erhalten, die anderen verwickeln sich in Bürokratie oder wieder andere in Kriege….

            • Brötchen sagt

              Reinhard, es könnte so einfach sein….sollen sie die Leute weniger gängeln und bestimmte Dinge vereinfachen, dann wäre schon alles gut.

              Die Politiker denken, sie können alles mit Geld zukleistern, aber das ist nicht das Problem. Damit schafft man Abhängigkeiten, damit bloss keiner merkt, das man ohne Staat viel besser leben könnte.

              Gut wäre auch, wenn man endlich die Einbrüche usw. in den Griff bekommen würde, ansonsten brauche ich keinen Staat.

              Mir ist das gestern bei der Verlinkung der Polizeimeldungen aufgefallen, was da an Einbrüchen u.ä. so los ist, das geht über keine Kuhhaut mehr.

              Du hast sicher Schweden und Dänmark etwas vergessen, die machen auch vieles ganz gut.
              Abluftreinigung kennen die da gar nicht und offene Güllelager, sind da auch einfacher zu bauen.

              • Brötchen sagt

                Polen, Tschechei und Ungarn ist auch nicht mehr so hinterm Mond, wie es mal war, da lässt es sich auch recht gut leben.

            • Arnold Krämer sagt

              Wie sich der Staat grundsätzlich übernimmt, kann man jetzt in der Corona-Lage deutlich erkennen. Zig Seiten immer neue oder wiederkehrende Vorschriften, um Sicherheit zu “produzieren”, dabei den Anspruch, allen und jedem gerecht zu werden, notfalls mit viel versprochenem (geliehenen) Geld, um dann aber zu merken, dass man doch wieder den einen oder anderen, die eine oder andere Konstellation vergessen/übersehen hat. Der Weg in die Zentralverwaltungswirtschaft mit dem Anspruch auf Zwangsbeglückung (“Ich liebe euch doch alle”, Erich Mielke) wird uns auf Dauer ziemlich arm machen.

              • Reinhard Seevers sagt

                Sicher ist auch die Berücksichtigung jeder noch so kleinen Randgruppe und deren “Zufriedenstellung” ein wichtiger Grund für unsere derart verkorkste Bürokratie. Anspruchsdenken wird damit für alle ein Muss. Die Gefahr, dass ICH vergessen werde ist groß und spiegelt sich ja auch in Montagsdemos und Blockaden von Schlachthöfen wider.
                Aber diese selbstgemachten “Probleme” waren doch immer unser Ausdruck von gesellschaftlicher Verantwortung für Schwächere. Sie ist zum Anspruchsdenken Aller mutiert….wie es scheint. In Kombination mit der Meinungsfreiheit und dem Internet wird daraus Geschwurbel und Hass….

  9. firedragon sagt

    SPD und Lanwirtschaft?
    Davon kann ich in dem Text nichts lesen – Herrn Scholz geht es in dem Text um die ausreichend finanzielle Entlohnung von AN im Niedriglohnsektor, daran arbeitet die SPD.
    Das ist für den AN gut und richtig.
    Die Erhöhung des Mindestlohns betrifft allerdings auch die LW. Dazu hätte ich mal eine Frage – wie bitteschön, soll die LW in der Lage sein, höhere Löhne (das würden wir sehr gerne machen) an AN auszahlen, wenn LW im Gegenzug nichts für die Grundprodukte erhält, zusätzlich Auflagen zu erfüllen hat, deren Kosten der einzelnen LW zu stemmen hat?
    Das andere Geschriebene, von wegen zwei Klassen, kann übergangen werden – das ist nur hohles Geschwätz ohne Lösung und Substanz.

    • Ulfrid sagt

      “””wie bitteschön, soll die LW in der Lage sein, höhere Löhne (das würden wir sehr gerne machen) an AN auszahlen, wenn LW im Gegenzug nichts für die Grundprodukte erhält, zusätzlich Auflagen zu erfüllen hat, deren Kosten der einzelnen LW zu stemmen hat?”””

      Dies ginge nur, wenn es für unsere Produkte auch garanierte Mindestpreise gibt, die nicht unter Herstellungspreis liegen dürften.
      Da wären auch recht schnell einige Forderungen an uns Landwirte vom Tisch, weil diese sich dann im Preis wieder finden würden.

      • firedragon sagt

        Ulfrid, es wird keine Mindestpreise geben. Wie will man das rechtfertigen?
        Ist es nicht vielmehr so, wenn ganz unten etwas so und so viel kostet, wird es nach oben immer teurer.
        Bspl. der Mindestlohn steigt, der AG muss das irgendwie wieder reinwirtschaften, also steigt das Produkt oder Leistung im Preis und so schraubt sich das immer weiter hoch. Das ist ein Rattenschwanz, dann landet man wieder beim AN, der braucht wieder mehr Geld, damit er die Teuerung in allen Lebensbereichen wieder zahlen kann und so weiter…

        • Smarti sagt

          Mindestpreise kann es in einer freien Marktwirtschaft nie geben. Viele Landwirte werden in den nächsten Jahren noch mehr oder weniger freiwillig aufhören, andere werden von immer höheren Auflagen, verbunden mit immer weniger Einnahmen, dazu gezwungen werden. Diese Spirale ist längst in Gang gesetzt und könnte nicht mehr gestoppt werden, selbst wenn das noch eine Mehrheit wollte (wollen die meisten aber gar nicht, dazu ist alles zu verflochten und undurchsichtig).
          Noch ist eine Reduzierung der Arbeitszeit im Gespräch… ich denke, dass sich das irgendwann ändern wird. Wer sich mehr als das Minimum leisten möchte, der arbeitet ein paar Stunden pro Woche mehr dafür. Was in meinen Augen ja auch nur fair wäre…

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