Bauer Willi
Kommentare 73

Kein schönes Thema: Suizid

Schwieriges  Thema, unbequem, Tabu. Doch auch darüber muss berichtet werden. Gerade weil es verdrängt wird.

Peter von „Land schafft Leben“ in Österreich war mit Agrarjournalisten in Frankreich. Was er dort erfahren hat, schildert er in einem sehr eindrücklichen Artikel.

https://www.landschafftleben.at/blog/agrarriese-frankreich-agri-bashing-und-bauernsterben-statt-champagner-laune_b2725

Doch Suizid unter Bauern ist auch in anderen Ländern ein Thema

https://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/usa-suizidrate-unter-farmern-so-hoch-wie-noch-nie-16608669.html

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73 Kommentare

  1. Sabine Röhler sagt

    Auch Bauern können an Depressionen erkra kein. Nicht erkannt, kann diese Krankheit zum selbstbestimmten Tod führen.
    Es ist eine unpopuläre Krankheit, über die viele lästern, die aber keiner haben will.
    Jeder kann daran erkranken. Der Stress , Schicksalsschläge betrieblich oder familär müssen nur gross genug sein, um diese psychische Erkrankung auszulösen.
    Dann sollte man zum Arzt gehe und sich Hilfe holen.
    Doch leider erkennt der Erkrankte geschweige denn sein familiäres Umfeld es meistens erst sehr spät.
    Bauern arbeiten sehr viel, meist auch unter
    Selbstausbeutung. Da wird sich nicht geschont,
    damit der Betrieb rund läuft und es den Tieren gut geht.
    Viele scheuen den Weg im Krankheitsfall, sich über den Maschinenring, Betriebshilfe zu beschaffen (Auch wenn es ja nur eine Grippe ist). Der bürokratische Aufwand wird gescheut, ebenso jemand Fremden auf seine Technik bzw. Tiere loszulassen.
    Beitrag an SVLFG wird aber pünktlich bezahlt.
    Denkt an eure Gesundheit Liebe Berufskollegen. Sie ist unser höchstes Gut.
    Einem Menschen, der an Depression erkrankt ist, sollte man genauso viel Mitgefühl entgegenbringen wie einem Menschen, der sich z.B. das Bein gebrochen hat.
    Depressionen nehmen dem Menschen das, was ihn antreibt, den Lebensmut und somit
    die Lebensfreude.
    Ich finde, dass keine Krankheit wie diese schlimmer sein kann, weil sie den Menschen komplett verändert.
    Die Lebensqualität ist dahin.
    Passt auf euch auf!
    Gönnt euch mal was und schaltet einen Gang zurück!

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  2. Stadtmensch sagt

    Aus gegebenem Anlass, ein Gedicht:

    „Ihr eilt dem Grabe zu, doch was sucht ihr dort? Gedanken ruhlos, Zwecke ohne Rast dem eitlen Hirn entfloh’n, nun weltgeformt.
    Oh sehnend Herz, getrieben von der Hast zu haben was in schönsten Farben loht.
    Geist wissbegierig, der du leer dich fragst woher du kamst und wo der Weg hingeht und wissen willst was in den Sternen steht.
    Oh, wohin eilt ihr, dass ihr niederrast so raschen Schritts, das Gras des Lebens Pfads
    und fliehend Glück und Gram zugleich ausspäht nach Zuflucht in des grauen Tods Gelass?
    Oh Herz und Geist Gedanken ihr, was seht Wertvolles ihr im Grab, dass ihr erstrebt?“

    Percy Bysshe Shelley

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  3. Scheunenfund sagt

    Danke, dass du das Thema hier mal ansprichst. Ich habe selber vor einigen Jahren auf diese Weise meinen Vater verloren. Ich habe ihn gefunden und habe ihn auch noch vom Balken abgenommen. Diese Erfahrung wünsche ich keinem, auch nicht den Verfassern einiger überheblichen Kommentare hier. Ich bin der Meinung, das eigentlich keiner mitreden kann, wenn er nicht selber ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Ich selber bin ein halbes Jahr später zusammengebrochen und wäre selbst dann noch nicht von alleine zum Arzt gegangen. Ein Bekannter, der ähnliches erlebt hatte, hat mich letztendlich dazu gedrängt, einen Psychologen aufzusuchen. Ich bin ihm auf ewig dafür dankbar, denn erst in der Therapie habe ich erkannt, dass ich fast so weit war wie mein Vater. Sehr schlimm fand ich aber die Suche nach einem Therapieplatz. Nur durch Beziehungen konnte ich einen kurzfristigen Termin erhalten. Die Therapie dauerte mehrere Jahre und beinhaltete auch einen Kuraufenthalt. Dort habe ich dann auch erfahren, das besonders die Zahl der betroffenen Landwirte erheblich zugenommen hat. Mich wundert, dass selbst in den Fachzeitschriften darüber kaum berichtet wird. Da eine Depression nich von heute auf morgen kommt, ist es für Familie und gute Freunde oft nicht zu erkennen. Man kann und darf ihnen keine Vorwürfe machen. Selber findet man aber auch nicht die Kraft, etwas zu unternehmen. Das ist alles immer leicht gesagt. Für mich ist es das Beste, wenn ich offen darüber spreche, dass ging aber vorher einfach nicht. In den Gesprächen während der Kur habe ich natürlich auch viel von den Problemen der Kollegen gehört. Da waren schon ganz traurige Fälle, die aber meistens nicht auf eigenes Versagen zurückzuführen waren. Besonders häufig hatten Landwirte einen großen Teil ihrer Pachtflächen an zahlungkräftige Betreiber von Biogasanlagen verloren. Ein Lohnunternehmer hatte so seine Kundschaft verloren, da die Biogasanlage alles mit der eigenen Mechanisierung übernommen hatte. Das sind dann nich alleine die Gründe für eine Depression, können aber der Auslöser sein und letztendlich zum Suizid führen.

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    • „Ich bin der Meinung, das eigentlich keiner mitreden kann, wenn er nicht selber ähnliche Erfahrungen gemacht hat.“ Genau deshalb halte ich mich hier zurück, danke für die Erläuterung und Zeit.

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    • Hallo Scheunenfund!

      Danke für deinen sehr emotionalen Beitrag. Ich arbeite als freie Journalistin, schreibe zum Beispiel für die ZEIT und die Stuttgarter Zeitung, und recherchiere zur Zeit zum Thema Bauern und Selbstmord. Ich finde es sehr wichtig, das medial und gesellschaftlich mehr über dieses Phänomen gesprochen wird, um die Lebensumstände von Landwirten in Deutschland in Zukunft zu verbessern. Wie du bestimmt weißt, kämpfen besonders die Schweiz und Frankreich mit hohen Selbstmordraten von Bauern. Um dies auch in Deutschland anzusprechen und darauf Aufmerksam zu machen, möchte ich eine Sozialreportage aus der Perspektive der Familienangehörigen von verstorbenen Bauern / Bäuerinnen schreiben, um deren Erfahrungen und Ansichten ans Licht zu bringen.
      Falls Sie oder ein anderer Gesprächspartner bereit dazu wären, mir mehr über das Leid der Bauern und ihre eigenen Erfahrungen zu erzählen, können Sie sich gerne bei mir melden.

      Nur das Beste für Sie und danke für Ihre wertvolle Zeit,

      Madeleine Londene
      freie Journalistin
      mlondene@gmx.de

      Website: https://www.torial.com/madeleine.londene

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  4. Paulus sagt

    Das allein wirtschaftliche Probleme zu solch einem Entschluss führen kann ich mir nur schwer vorstellen, da müssen auch andere Faktoren im Spiel sein. Ich denke mal, die Einbildung nach einem Scheitern, aus welchem Grund auch immer, seinen Status zu verlieren und evtl. sozial ausgegrenzt zu sein spielt u.a. auch eine Rolle.
    Ich kann folgendes aus eigener Erfahrung berichten: Guter Job, Hütte gekauft und umgebaut, auf gut deutsch den Arsch voll Schulden und unsere Tochter war gerade mal ein paar Monate alt. Kündigung nach Verkauf meiner Company, zwar mit einer guten Abfindung, allerdings mit einem weit ausdehnbaren 2-jährigen Konkurrenzverbot belegt. Im Grunde kam es einem Berufsverbot gleich. Meine größte Sorge war, dass mich danach in der Wirtschaft kein Hund mehr anpinkelt. Da steigert man sich selbst als rational denkender Mensch, in schlaflosen Nächten leicht in Dinge hinein die abwegig sind. Wenn man in einer solchen Situation, die einem als vermeintlich ausweglos erscheint auch noch eher introvertiert ist kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es zu solchen Handlungen kommt.
    Ich bekam durch Zufall ganz schnell ein Angebot der DEG in Köln um bei einigen Projekten in Afrika als Berater tätig zu sein. Schon nach meinem ersten oder zweiten Aufenthalt dort, erschienen mir meine eigenen Sorgen als nahezu lächerlich.
    Also, daraus ein bauernspezifisches Problem zu machen erscheint mir etwas abwegig. Und jetzt sage ich noch etwas ganz Schlimmes: Das Denken, über Generationen hinweg, mit der Ablieferung irgendwelcher LW-Güter ein sicheres Einkommen zu generieren, erscheint mir nicht mehr zeitgemäß. Die Veränderungen, die ich in meiner beruflichen Laufbahn erfahren habe, würden jeden Bauern erschüttern. Ich habe, seit ich 48 bin sogar nur noch befristete Arbeitsverträge, ohne Netz und doppelten Boden. Wie es in vier oder fünf Jahren weiterging wusste ich nie.

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    • Hartmut sagt

      Ich stimme dir in weiten Teilen zu, aber in der Landwirtschaft haben wir ein Problem. Und zwar haben mehrere Generationen den vorhandenen Betrieb mir harter Arbeit aufgebaut, da ist es nicht so einfach, dieses Erbe einfach so zu beenden und etwas Neues anzufangen. Wir Bauern sehen uns eher als Verwalter des Erbes und wollen es nicht so einfach auf den Kopf hauen, auch wenn das viele Außenstehende uns so vorschlagen würden.

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    • Bauer Willi sagt

      Das Denken in Generationen mag nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Stimmt. Aber derjenige, der so denkt, hat trotzdem schlaflose Nächte. Er empfindet es als Scheitern, auch wenn die Ursachen ganz woanders liegen mögen.
      Wer im Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen investiert hat, kann in diesen Zeiten sehr schnell auf´s falsche Pferd gesetzt haben.

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      • Altbauer Jochen sagt

        Wenn das Denken in Generationen nicht mehr
        zeitgemäß sein soll,-was ist es dann ?
        -Nach mir die Sintflut ? -das kann es nicht sein !
        Unsere „Volksparteien“ zerlegen sich nach und nach
        weil wir kein Volk mehr ,sondern nur noch eine Bevölkerung haben.
        Von innerem Individualismus getrieben, äußeren Einflüssen
        oft wehrlos ergeben .
        Das ist nicht das, was uns Bauern zu eigen sein sollte !
        Das ererbte zu bewahren, weiter zu entwickeln und
        weiter zu geben, ist- und war immer Garant, das nachfolgende Generationen ihre Chance finden konnten.
        Das es oft schwer ist und auch anders entschieden wird , oder werden muss,kann ich verstehen. Ich habe genügend Berufskollegen
        die „Stalltür abschließen“ sehen.
        Ein Suizid hilft niemandem und bringt Leid in die Familie.

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        • Brötchen sagt

          Jochen, es gibt heute vermehrt depressive Erkrankungen, die auch mit suizidabsichten gekoppelt sein können.
          Teilweise auch erblich bedingt bzw. gibt es Faktoren, die es begünstigen.

          Das ist ein sehr komplexes Thema.

          Deshalb ist Dein letzter Satz schwierig, weil mit der Argumentation kannst du keinen Menschen in einer depressiven Stimmung erreichen.
          Depressive Menschen handeln teilweise total irrational für einen normal denkenden und fühlenden Menschen.
          Man sollte sich da wirklich professionelle Hilfe holen.
          Sehr schwieriges Thema.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ich glaube, es hängt auch damit zusammen, dass die Landwirtschaft nicht IRGENDEIN Business ist, sondern die Grundlage für alles andere. Die Erfahrung, dass das nicht mehr möglich ist, dass diese existenzielle Arbeit jetzt womöglich irgendein Arschloch macht, und dass man quasi jetzt diesem Arschloch das Essen abkaufen muss, die ist viel schwerer zu verkraften, als wenn irgendeine Lokomotivfabrik schließt und man halt in einem anderen Maschinenbau unterkommen muss.

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      • „wenn irgendeine Lokomotivfabrik schließt und man halt in einem anderen Maschinenbau unterkommen muss“.

        Der ist sozial abgesichert,
        aber ein Bauer mit eigenen Betrieb?
        Vielelicht fühlt er sich noch seinen Eltern und Kindern gegenüber verpflichtet, weil es schon immer so war!
        Wenn das aus politischen Gründen nicht mehr geht, dann fühlt er sich gescheitert.

        Ich weiß noch, als in den 60igern meinem Vater und Opa die Berufskollegen in der DDR leid taten, weil sie ja nun auf ihrem eigenen Hof kein Chef mehr waren, wie es immer war. Eine Art Enteignung!
        Den Sinn des Lebens (wozu sie von den Vorfahren beauftragt wurden) verloren und die Selbstmordrate stieg dort unter den Bauern an.

        Diese Selbstmordrate ging in den 90igern weiter, als sie ihre Fläche aus der LPG herausnehmen konnten und weiter als freier Bauer wirtschaften durften.
        Die Fläche reichte nicht mehr für ein Familieneinkommen aus, so wie es früher bei den Vorfahren üblich war. Aber Stall und Scheune, die vielleicht die Großeltern errichtet haben standen da und warteten. Sie konnten noch nicht mal modernisiert werden, es lohnte sich nicht, der Sinn war verloren!

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    • Ja Paulus,
      Kannst du dich mit deinem Arbeitsplatz so identifizieren wie ein Bauer?

      Er hat ihn von den lieben Vorfahren geerbt, die ihm auch andere Werte beigebracht haben.
      Wer dafür kein Verständnis hat, der hat vielleicht das Dollarzeichen in den Augen.
      Die schmeissen das Ganze (Heimat, Geborgenheit für Leib und Seele, Lebensinhalt?, Auftrag, Familieneinkommen usw.)

      mit den A… äh, Po um.
      Da hängt mehr dtan als der Geldwert!

      Und so kann es sein das wir aussenstehende meinen, wenn einem Bauern das genommen wird, dass er dann Suizid begehen kann, besonders von Personen, die es Nachvolluiehen können.

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      • Paulus sagt

        @ Inga, nur kurz und sehr vereinfacht zu deiner Frage. Nein, kann ich ganz sicher nicht! Ich wurde, egal in welcher Funktion dafür bezahlt Probleme zu lösen um zum wirtschaftlichen Erfolg der jeweiligen Company beizutragen, mitunter auch kurz und schmerzlos, nicht mehr und nicht weniger. Allein daran wurde ich immer gemessen. Ob es nun Lokomotiven oder sonstiger technischer Kram ist – geschenkt und unerheblich.
        Ein Industrieheini, der nach jahrelanger Strampelei mangels Performance von heute auf morgen von seinen Aufgaben entbunden, sprich entlassen werden kann, denkt in anderen Kategorien als ein Landwirt der in der x-ten Generation einen Hof bewirtschaftet. Das erklärt den Unbedarften vielleicht auch, weshalb sogen. Schleuderstühle, die eh nur mit befristeten Verträgen ausgestattet werden, etwas höher dotiert werden (müssen) und mitunter gar nicht so gefragt sind.

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        • bauerhans sagt

          „etwas höher dotiert werden“

          na Paulus,da hab ich aber andere erfahrungen,die werden sehr sehr ordentlich dotiert,da kann man sich einfach fallen lassen,schlägt nie auf.
          kommt natürlich immer auf den typen an,der eine jammert,der andere hakts ab und sucht ne neue herausforderung.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Es hat auch etwas mit Kultur zu tun. Die Niederländer sind ebenfalls gerne Bauern, scheinen sich aber in der Lage zu fühlen, auch in der Ferne eine neue Scholle zu suchen. Evtl. sind wir ja historisch anders geprägt und man hält sich an anderen „Werten“ fest. Ob das eine besser ist, als das andere, sei dahingestellt.

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  5. Karl Timme sagt

    Hallo zusammen, wahrlich kein leichtes Thema. Nachdem die SVLFG Ihren Zusammenschluß fast bewälltigt hat, hat sie sich auch diesem Thema angenommen und eine Studie in Auftrag gegeben. Vor dem Suizid liegt meistens der Burnout nur wird dieser in der Landwirtschaft nicht öffentlich gemacht, weil der Landwirt als Unternehmer zufunktionieren hat. Habe auch an dieser Studie teilgenommen.
    Lieber Herr ………,
    wir freuen uns sehr über Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft, die Studie TEC-A an der Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit SVLFG und IVPNetworks zu unterstützen! Vielen Dank für das Zusenden der unterschriebenen Einverständniserklärung.
    Erste Online-Befragung
    Auf unserer Online-Plattform ist nun die erste Online-Befragung für Sie freigeschaltet. Weitere Online-Befragungen folgen im Abstand von jeweils 6 Monaten. Zu den Befragungen werden Sie jedes Mal erneut per E-Mail eingeladen. Jede Befragung wird ca. 60 Minuten in Anspruch nehmen.
    Gehen Sie nun am besten folgendermaßen vor
    1. Rufen Sie folgenden Link auf: https://ww2.unipark.de/uc/teca-befragung-1/?code=fea006b1dab8bc6f
    2. Beantworten Sie die Fragen.
    Der obenstehende Link führt Sie zur ersten Online-Befragung. Sobald Sie die erste Online-Befragung ausgefüllt haben, werden Sie zu einer der beiden Studiengruppen zufallseingeteilt. Gruppe A erhält ein telefonisches Einzelfallcoaching, Gruppe B bekommt spezifische Informationen zu psychischen Beschwerden und Hilfestellung bei der Nutzung von Gesundheitsangeboten der Regelversorgung.
    Ihr Mitwirken ist für uns sehr wichtig. Da wir uns besonders für mögliche Veränderungen im Laufe der Zeit interessieren, ist eine fortlaufende Teilnahme über den ganzen Studienzeitraum für die Ergebnisse und den Erfolg dieses Projekts entscheidend. Ab der zweiten Online-Befragung (in 6 Monaten) erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 15€ pro abgeschlossener Online-Befragung.
    Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen jederzeit per E-Mail an projekt-teca@fau.de zur Verfügung oder Mo+Mi 10-15 Uhr und Di+Do 10-13 Uhr telefonisch unter +49 (0) 9131 85 67563.
    Mit herzlichen Grüßen
    Ihr Studienteam der Universität Erlangen-Nürnberg
    Studie zur Wirksamkeit von telefonischem
    Einzelfallcoaching in den Agrarberufen (TEC-A)
    Studienkoordinatorin: Janika Thieleke, M.Sc.
    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
    Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie (KliPs)
    Nägelsbachstr. 25a | 91052 Erlangen 

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  6. BerndK sagt

    @Willi Es werden schon länger Angebote von der SVLFG gemacht.
    https://cdn.svlfg.de/fiona8-blobs/public/svlfgonpremiseproduction/77f700da0780c105/911abcce89c3/flyer-motivation.pdf
    Ob und wie sie angenommen werden, da hab ich keine Ahnung. Da kannst Du ja mal nachfragen.
    Hier ein Radiobeitrag vom BR zu dem Thema:
    https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/stress-bei-bauern-gespraech-mit-stefan-adelsberger-landw-sozialversicherung-100.html
    Der Marburger Bund hat in seiner Zeitung vom April 2018 auch auf das Thema „Grüne Berufe und Depressionen“ hingewiesen.
    Zum Glück werden Depressionen heutzutage als therapierbare Krankheit und nicht als „reiss dich mal zusammen“ Syndrom gesehen. Der Kranke muss nur rechtzeitig aus seiner Deckung kommen.

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  7. firedragon sagt

    Guten Morgen,

    diesmal tatsächlich kein Thema, mit dem man „hausieren“ geht.
    In meinem Umfeld gibt es Menschen mit Depressionen, auch mit Hang zum Suizidgedanken.
    Ich kann jetzt nur für mich sprechen – erstens, Hochachtung, dass ein Mensch sich für einen so weit öffnet und sich überwindet über seinen Zustand zu sprechen, weil zweitens, der angesprochenen Person eine Möglichkeit geben wird, irgendwie zu reagieren und sei es nur das Zuhören oder ein Indenarmnehmen.
    Depressionen, die einen unter anderem zu einem Suizid „führen“, sieht man leider nicht von außen.

    Wir haben über den BWV – Infodienst Bereich Soziales am 19.9.2019, ein „Angebotsschreiben“
    -Suizid keine Lösung – erhalten.
    Die SVLFG bietet unter der 24h-Hotline 0561 78510101 Hilfe von ausgebildeten und erfahrenen Psychologen an.

    Als ich das an diesem Datum auf dem Computer geöffnet hatte, hab ich bitter aufgelacht – war doch das Aufstellen Grüner Kreuze voll im Gange.
    (keine Sorge, mir geht’s noch gut)

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  8. Lidwina Kirchbicvhler sagt

    Lieber Bauer Willi, ich verfolge dieses Thema grad auch ein wenig, weili dieser Link gerade auf facebook die Runde macht. Mir wäre es wichtig, das,s wenn schon Suizid im Kontext mit Landwirtschaft und all ihren Problemen gebracht wird, unbedingt auch immer zuerst Anlaufstellen für Hilfe genannt werden. Leider scheuen sich immer noch viele offen darüber zu reden, auch Betroffene wie Angehörige und sie suchen keine Hilfen, die aber schon zu kriegen wären. Ärzte, Therapeuthen, Rehas……. usw………Anlaufstellen gibt es viele (leider aber auch große Wartezeiten) und das richtige finden ist auch nicht leicht. In Bayern wären für mich von landwirtschaftlicher Seite unbedingt die von den Diözesen getragenen bäuerlichen Familienberatungen und das Sorgentelefon des BBV zu nennen. Es nutzt nix dieses sensible Thema (agrar)politisch zu verbraten, da stehen buchstäblich Menschenleben auf dem Spiel. Hier gehört mit Sorgfalt argumentiert.

    https://landwirtschaftliche-familienberatung.de/einrichtungen/ihre-region/bayern

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    • Thomas Apfel sagt

      Ganz schön überheblicher Sch.., Herr Seevers. Wir haben hier 1990 mit voller Überzeugung das Richtige zu tun, eine LPG auf der Produktionsseite über Wiedereinrichtung Bäuerlicher Familienbetriebe privatisiert. Die Umstände waren günstig, der Weg schien gangbar, nachdem ich mir das System im Alten Land und am Bodensee angesehen hatte.
      Wir sind mit 17 Betrieben mit je rund 30 ha gestartet (75% Obst). Wir waren damit als Einzelbetriebe mehr als doppelt so groß wie vergleichbare Betriebe in den alten Bundesländern. Das lief auch 20 Jahre lang ganz gut, hat sich aber inzwischen durch Wetterkapriolen, ungünstige Entwicklungen im Marktumfeld und in den politischen Rahmenbedingungen eher negativ entwickelt. Es sind jetzt noch 10 Betriebe da, von denen 5 in 2 bis 5 Jahren ebenfalls die Tore schließen werden. Die verbleibenden 5 Betriebe (400 ha mit 65% Obst) werden durch Produktivitätssteigerung wahrscheinlich die Genossenschaft weiter erhalten können. Auf dem Wege bis Heute ist diese Entwicklung von 3 Suiziden begleitet. Alle hatten auch persönliche Ursachen z.B. in Beziehungsproblemen, aber die wirtschaftlichen Gründe, Streß und fehlende Anerkennung spielten immer die größte Rolle, Da ich die handelnden Personen alle persönlich kenne/kannte weiß ich wo von ich rede. Das ganze ist nicht repräsentativ, aber eine Suizidrate je nach Rechenweise von 8 bis 15 % spricht für sich!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Also mein Therapeut sagte immer: Nehmen Sie sich nicht so wichtig, nehmen Sie sich ernst!

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          • Du hast es ja gut verarbeitet, dass dein Betrieb keine familiäre Zukunft mehr hat.
            Auch weil deine Söhne eine besser Alternative gefunden haben!
            Aber durch wieviel Notzeiten hat der Betrieb diene Vorfahren getragen!

            Den Rest scheibst du dir hier von der Seele!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wenig durch Notzeiten.
              Der Betrieb entstand erst durch ein Gewerbe, genauer gesagt, die Flächen wurden mit den Erlösen des Gewerbebetriebes gekauft.

              Als mein Vater ab dem 1. September 1939 dem Vaterland „dienen“ durfte, war meine Mutter alleine mit ihrer Mutter auf dem Hof und durfte mithelfen, die Bevölkerung zu ernähren.
              Das war eine Notzeit, weil sie manchmal mehr abliefern sollte, als sie erzeugte.

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              • Ich dachte der landw. Betrieb war zuerst da und hat sowohl durch den 1. Alsauch durch den 2. WK und danach geführt. Da wusste die Verwandschaft wo wir wohnten.
                Flüchtlinge und Evakuierte aus den ausgebombteb Groß städten wurden ja auch in die große n Bauernhäuser aufgenommen.
                Ich denke mal, da entstand der Neid gegenübenüber den Bauer. Und wurde an die nächsten Generationen weitergegeben.
                Deswegen vergleichen viele Privatleute unseren groß en Trecker mit ihrem Privatpkw.
                Währen Spediteure so groß e Brummis haben dürfen wie sie wollen. Da sagt keiner was.
                Manche Betriebe sind ja schon mehrere Generationen im Besitz der selben Familie.

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        • Stadtmensch sagt

          Reinhard, ich leide auch an dieser Welt. Ist aber schon vielen so gegangen:

          Verschiedene Gefährlichkeit des Lebens. – Ihr wißt gar nicht, was ihr erlebt, ihr lauft wie betrunken durchs Leben und fallt ab und zu eine Treppe hinab. Aber, dank eurer Trunkenheit brecht ihr doch nicht dabei die Glieder: eure Muskeln sind zu matt und euer Kopf zu dunkel, als daß ihr die Steine dieser Treppe so hart fändet wie wir anderen! Für uns ist das Leben eine größere Gefahr: wir sind von Glas – wehe, wenn wir uns stoßen! Und alles ist verloren, wenn wir fallen!

          ist vom Herrn Nietzsche

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin,Thomas so wie du es beschreibst ist es in der Mehrzahl der Fälle “ …. , aber die wirtschaflichen Gründe,Streß und fehlende Anerkennung spielten immer die größte Rolle“.
        Meinungen an betroffene wie, “ Ein Indianer kennt keinen Schmerz oder nun reiß dich mal zusammen, die dann von außenstehenden geäußert werden sind mehr wie kontraproduktiv.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es ist schon wagemutig, zu wissen, was die „größere“ Rolle spielte…..aktiver Therapeut mit Wissen über Patienten?

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          • firedragon sagt

            Herr Seevers,
            „Feingefühl“ scheint für Sie ein Fremdwort zu sein… zumindest erwecken Sie diesen Eindruck.

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              • firedragon sagt

                bauerhans,
                ich sage auch, was ich denke. Feingefühl bezog sich auf den Umgang mit dem Thema. Und wenn Du das als Schleimerei abtust, hilft das dem, der am Scheunenbalken am Strick baumelt am wenigsten – war ich deutlich genug für Dich?
                Ich verliere ungern meine Freunde auf diese Weise, kapiert!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Und mit deinem Vorwurf gegen mich kannst du deinen Freund vom Scheunenbalken retten, ja?
                  Bin ich deutlich genug?

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                • firedragon sagt

                  Ich atme grad mal tief durch, eh mir noch was rausrutscht…

                  Es ist eine Gradwanderung für Außenstehende, ohne psychologische Ausbildung, betroffen Menschen eine Hilfe zu sein.

                  So und hiermit bin für heute draußen.
                  Euch ein schönes Wochenende, genießt den Tag… tschö.

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                • Beer Georg sagt

                  Meine Mutter (Bäuerin) wurde jahrelang von schweren Depressionen geplagt. Dank guter Therapeuten hat sie die Kurve gekriegt. Ich bin deshalb jedem dankbar, der ein bisschen Empathie zeigt.

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          • Thomas Apfel sagt

            Hallo Herr Seevers,
            Na ja, dass stimmt schon, wie wollen sie das verifizieren. Den Betroffenen können Sie im Nachhinein nicht fragen. Wohl aber im Vorfeld. Zwei der drei Fälle betrafen meine Familie bzw. einen guten Freund. Da habe ich im Vorfeld sehr viele Gespräche geführt, ein Therapeut war auch eingebunden. Psychische Probleme, die meist die Ursache sind, entstehen nicht von heut auf morgen und haben meist einen Komplex aus Ursachen. Direkte Betroffenheit zu schildern führt meist zu „Beißhemmungen“ beim Gegenüber. Das hilft aber selten weiter, also bitte beißen. Was mich stört, und das ist ja Gang und Gäbe in dieser Gesellschaft der Erfolgreichen, ist der Hinweis auf alleinige persönliche Schuld (oder besser Ursache).
            Landwirte zählen weltweit definitiv zu den an stärksten Betroffenen (siehe auch Indien) . Wann und ob Jemand die Entscheidung zum Suizid fällt, hat eine starke persönliche Komponente. Direkte Auslöser können aber durchaus Rentenbescheide in aussichtsloser Lage und Ähnliches sein. Es gibt ja eigentlich keine objektiven Gründe sich umzubringen, wohl aber auch wirtschaftliche Einflüsse, die die Entscheidung dahin bei psychisch vordepositionierten Menschen auslösen.

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              • Thomas Apfel sagt

                In unserem Falle waren es zwei Frauen und ein Mann.
                Es gibt keine einfachen Antworten!

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                • Ich habe als entfernte Verwandte und Bekannte
                  3 Selbstmorde auf diese Weise mit erlebt.
                  An verschiedenen Orten und zu verschiednen Zeiten.
                  Der Volksmund erzählte sich immer das gleiche:

                  Die wissen das vorher, die bereiten das vor
                  das ist erblich
                  die Kinder dürfen davon nichts wissen!

                  Ist dann eine Depression wirklich der Auslöser?

                  Die Tochter von dem einen Selbstmörder (Kleinbauer) hat es ca. 1990 auch getan, die wohnte wohl im selben Haus, aber hatte mit Landwirtschaft nichts mehr zu tun!

                  Diese Tochter, vielleicht die älteste sollte den Betrieb in den 50igern übernehmen, stritt sich mit ihren Vater und zog mit ihrem Mann in die Stadt.

                  Erst über ein Jahr später stellte sich Nachwuchs ein, also die beiden „mußten“ nicht heiraten, wie es früher üblich war. Vielleicht war der Druck des Vaters die Schuld?

                  Erst als die jüngste Tochter, die den Betrieb auch nicht weiterführen wollte, war da ja schon zu klein suizidierte sich der Vater Anfang der 60igern , sie heirate wenige Jahre später und zog aus.
                  Die Mutter war allein, verpachtete und diese älteste Tochter kam zurück und bewohnte das große Haus! Ihre Ehemann beschaffte das Familieneinkommen ausserlandwirtschaftlich!

                  Fazit,
                  die Situation der Landwirtschaft erzeugt vielleicht Depressionen, besonders auch weil es ihr an Anerkennung der Mitmenschen fehlt, aber
                  ist sie wirklich der Auslöser am Suizid?

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            @Seevers, sie sind auf dem bestem Weg ,dieses Thema als lächerlich abzuarbeiten. Das finde ich persönlich sehr überheblich von ihnen.
            Aber ich hatte im Vorfeld, vom großen Zampano, auch nichts anderes erwartet.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Lieber Herr Brandenburger,
              so wie ich es sehe, bin ich bis jetzt der Einzige, der sich als Betroffener geoutet hat. Möchten sie mich persönlich angreifen, dann bitte, ich bin bereit!

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              • Thomas Apfel sagt

                Reinhard, entschuldige bitte, ich hatte das Outening nicht als solches erkannt. Scheinbar bist Du aber Jemand, der das Problem für seine Person mit Härte gegen sich und Andere zu klären versucht. Ich bin nach dem Suizid meiner ersten Frau nicht in ein schwarzes Loch gefallen, weil da zwei Kinder waren und der im Aufbau befindliche Betrieb. Eingeholt hat mich das Ganze, als ich 1917 auf einmal Zeit und Ruhe hatte weil ich nach Herzinfarkt zur Reha musste. Da habe ich für die Zeit der Reha psychologische Hilfe in Anspruch genommen und das war gut so.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich kann nicht erkennen, was das Thema erreichen will.
                  – Mitgefühl?
                  – Empathie?
                  – Betroffenheit?
                  – Anklage (gegen wen?)
                  – Aufklärung?
                  – Unterstützung?

                  Suizid ist immer ein individuelles ganz persönliches Problem. Es Berufsbezogen zu diskutieren relativiert die Mehrzahl aller anderen Menschen….es ist ein menschliches Problem. Wo steckt der Sinn in der Berufsbezogenheit? Was soll damit ausgedrückt oder gar erreicht werden?
                  Fakt ist, es fehlen Therpeuten und Therapieplätze. Es fehlt an Eingeständnis eigener Unzulänglichkeiten und Probleme, an dem Eingeständnis von Schwäche und die Notwendigkeit der Hilfe. Es fehlt an Eingeständnis, dass psychische Erkrankungen Krankheiten sind usw……

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                • Thomas Apfel sagt

                  Reinhard, Du hast doch oben selber die Berufsbezogenheit eingestellt. Und ich wehre mich vehement dagegen, dass es immer nur ein individuelles Problem und eine Krankheit ist. Es sind auch immer das Umfeld, die Umstände, die Lebensituation, die unter Druck gereten, solche Reaktionen auslöst, sicher nicht bei Jedem, aber im Trend nach Berufsgruppen verstärkt.
                  Und was es bewegen soll: Achtet aufeinander, seid aufmerksam und empathisch, verachtet nicht den wirtschaftlich nicht so Erfolgreichen, sondern steht ihm bei,… soweit es möglich ist.
                  Zur Illustration nochmal: In gesicherten Verhältnissen wie das in dem Großbetrieb zu DDR Zeiten war, gab es in 12 Berufsjahren bei 400 Beschäftigten nicht einen Suizid. Wohl aber nach der Wende bei unsicherer werdenden wirtschaftlichen Verhältnissen.
                  Depressionen sind eine Krankheit, Reinhard, ein Suizid ist eben nicht.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Zitat Thomas Apfel:…“Achtet aufeinander, seid aufmerksam und empathisch, verachtet nicht den wirtschaftlich nicht so Erfolgreichen, sondern steht ihm bei,… soweit es möglich ist.“

                  Eben, das gilt für alle Menschen und Berufe.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Seevers,
      ein Suizid als letzte Möglichkeit eine Opferrolle einzunehmen,
      eine sehr zynische Bemerkung.

      Vermutlich fehlt ihnen die Fantasie, was im Kopf eines Landwirtes vorgeht, der mal der Meinung war, alles richtig gemacht zu haben und jetzt vor den Scherben steht, die er selbst nicht verursacht hat, sondern weil er das Opfer des unglaublichen Preisdruckes geworden ist. Das dauernde Bauernbashing geht auch nicht spurlos vorüber. Kommen dann noch innerfamiläre Probleme auf ihn zu, dann kann es zu psychischen Probleme kommen bei denen er keine andere Lösung als den Suizid sieht.

      Aber wen interessiert das schon, so lange die Regale beim Dicounter übervoll sind.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Herr Seevers,
        ein Suizid als letzte Möglichkeit eine Opferrolle einzunehmen,
        eine sehr zynische Bemerkung.

        Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Ich habe den Beitrag gemeint, nicht die Personen als Betroffene….aber lassen wir das……

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Soweit mir bekannt, ist das ein Block über landwirtschaftliche Themen, da ist es normal, dass Suizide von Landwirten im Vordergrund stehen.

          Was sie meinen, sollten sie besser kenntlich machen, dass auch ich Lesen kann, was sie meinen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Noch einmal: Man sollte schon erkennen, dass die Diskussion eines Beitrages nicht automatisch eine persönliche Ebene anspricht….
            Es muss möglich sein den Sinn eines Beitrages zu thematisieren, ohne dem Vorwurf einer persönlichen Beleidigung zu unterliegen, meinen sie nicht?

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    • bauerhans sagt

      „Das Problem ist ein persönliches.“

      ich hatte das hier zweimal miterlebt: ein alleinstehender landwirt,der unbedingt mit seinem betrieb wachsen wollte und euphorisch investierte,dabei aber total den überblick verlor.
      er war auch nicht bereit,hilfe vom schwager (versierter landwirt,der im vertrieb tätig war) anzunehmen bzw. lehnte diese ab,weil er ja alles im griff hätte.
      der hatte dann die jagdflinte „genommen“,aber so,dass er noch 6 wochen im koma gelegen hatte.
      der andere war ein landmaschinenhändler,der die vorstellung hatte,er müsse seiner familie materiell alles ermöglichen,leisten konnte er sich das aber nicht.
      sein vorbild war sein schwager (bauernsohn) ,der hier einen jeanshandel aufgezogen hatte mit zig fillialen und nem privaten lebensstil eines millionärs.
      im landmaschinenbetrieb gings drunter und drüber,rechnungen wurden nicht gestellt oder falsch geschrieben.
      lieferungen von maschinen nur noch gegen vorkasse etc.
      dann fing er das trinken an und der konkurs ereilte die firma.
      danach war er dann fahrende werkstatt eines lohnunternehmers,aber das klappte natürlich nicht wegen der unzuverlässigkeit.
      interessant ist,dass die famile darauf besteht,dass er durch „krankheit“ verstorben ist.

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  9. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, am sinnvollsten darüber reden können wahrscheinlich nur betroffene und das verlangt in so einem Blog sehr viel Mut und Überwindung.
    Auf der anderen Seite kann das Menschen die zur Zeit davon betroffen sind sehr hilfreich sein. Keiner sollte behaupten er ist dagegen immun.

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  10. Reinhold Bonfig sagt

    Auch deutsche Bauern begehen Selbstmord. Darüber schrieb ich als freier Journalist in den 1990er Jahren schon. Das Interesse der Redaktionen landwirtschaftlicher Wochenblätter in den deutschsprachigen Ländern hielt sich in Grenzen. Sie veröffentlichten meinen Artikel nicht. Das sagte viel aus über die Einstellung zu diesem Thema. Ich war damals sehr enttäuscht von meinen Kollegen, die nicht darüber berichten wollten. Ich meine, die Situation ist heute nicht viel besser.

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    • Ein heikles Thema, über das man nicht gerne spricht. Umso mehr Hochachtung an Willi, dass er dies hier einstellt.

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      • Bauer Willi sagt

        Habe eben eine Mail bekommen, ich wäre eine Drecksau. Wegen des Themas von heute. Das hatte ich schon länger nicht mehr.

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        • Christian Bothe sagt

          @Bauer Willi, diese Mail ignorieren!Es gibt so viele kaputte Typen heute!Das Thema selbst ist eine schwierige Angelegenheit und ich bin eigentlich froh, das es in meinem Bekanntenkreis so etwas bisher nur einmal gab!

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          • Bauer Willi sagt

            Ich habe es nur hier geschrieben, um zu schildern, wie sensibel und hochemotional manche Menschen reagieren. Die Hintergründe für diese Aussage kann ich auch nicht nachvollziehen.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Es ist wohl immer eine Gratwanderung. Einerseits darf man das Thema nicht verschweigen, andererseits sollte man menschliche Tragödien nicht zu sehr dafür instrumentalisieren, über spezifische Probleme eines Berufsstandes zu jammern. Hinter jedem Schicksal steckt eine ganz eigene Geschichte und das Ganze darf nicht zu einer pietätlosen „Uns Bauern geht es so schlecht, viele bringen sich um und X, Y, oder Z sind daran schuld“ – Propaganda ausarten.
      Der Grund, wieso ich es kritisch sehe: Bei dem Thema fiel mir sofort Vandana Shiva ein. Diese Frau reist um die Welt und erzählt überall, eine bestimmte Firma wäre am Suizid zigtausender indischer Landwirte schuld. Untermalt mit in der Tat erschreckenden Zahlen. Wobei die absoluten Zahlen deshalb so hoch sind, weil dort 500 Millionen Menschen in der Landwirtschaft arbeiten, Die Suizidrate selbst ist nicht höher als bei der indischen Restbevölkerung und wesentlich niederer als bei uns. Und war in der Zeit, bevor besagte Firma in Indien auftrat, nicht niederer.

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    • Auf die Kleine Bauernrente kann man sich vorbereiten, denn sie kommt ja nicht plötzlich und unverhofft.

      Man ist ja das Planen gewöhnt.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ja und Nein.

        Öfters hört man, dass Arbeitnehmer nichts für das Alter sparen konnten, weil sie zuwenig verdienten und jetzt mit wenig Rente auskommen müssen.

        Wie viele haben sich auf die Landwirtschaft verlassen und haben den Ausstieg verpasst. Das Geld muss auch die Landwirtsfamilie haben um was anzusparen.

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    • bauerhans sagt

      Bauernrente gibts nicht,nur Altersgeld und das entspricht dessen,was man eingezahlt hatte und dem zuschuss vom staat,weil ja immer mehr empfänger immer weniger einzahlern gegenüber stehen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Nicht zu vergessen,
        der Steuerzahler zahlt an die Knappschaftsversicherung wesentlich mehr an einen Rentner, als bei der Alterskasse. Zudem darf bei der Knappschaft jeder mit 62 in Rente gehen, bei der Landwirtschaft gilt 65 und 8 Monate derzeit.
        Auch nicht zu vergessen, die deutsche Rentenversicherung wird mit 76 Milliarden aus dem Bundeshaushalt unterstützt.

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        • Die in diesem Jahr 65 werden, müssen 9 Monte länger arbeiten, können also einen Monat später in Rente gehen, als die, die in 2019 65 wurden.
          Das geht so lange, bis die Rentner bis 24 Monate nach ihrem 65. Geburtstag in Rente gehen dürfen, denn dann haben sie das 67 Lebensjahr vollendet!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die Regelaltersgrenze liegt seit einigen Jahren bei einem Alter von 67 Jahren, jedoch nur für Versicherte, die nach dem Jahr 1964 geboren wurden. Wer vor 1947 geboren wurde kann also nach wie vor mit 65 Jahren in die Rente starten. Alle Jahrgänge dazwischen unterliegen einer Übergangsregelung, das heißt, wer in diesem Jahr 65 wird, muss noch 8 Jahre auf das volle Altersgeld warten.
            Landwirte können eine vorzeitige Altersrente mit 65 Jahren in Anspruch nehmen, wenn sie eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben. Da gibt es die Abschläge von 0,3 % je Monat, also 7,2 % dauerhaft.

            https://www.stmas.bayern.de/fibel/sf_a040.php

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