Auf der KTBL-Tagung in Bamberg wurde viel über die „Transformation der Tierhaltung“ diskutiert. Folgenden Beitrag von Dirk Gieschen habe ich bei LinkedIn gefunden und halte ihn für diskussionswürdig. Danke an Herrn Gieschen für die Überlassung des Textes, der zuerst in der Fachzeitschrift „eilbote“ erschienen ist. Vielen Dank auch für die Überlassung des Titelbildes.
Wohin führt der Weg in der Tierhaltung in Deutschland? Mit dieser provokanten und letztlich für die gesamte Agrarbranche sehr wichtigen Leitfrage präsentierten sich die KTBL-Tage 2026 Ende März in Bamberg als Weckruf zur Transformation der Nutztierhaltung. Das Fazit: Der Engpass für die „Transformation“ liegt nicht mehr in der Erkenntnis, sondern in der Umsetzung, stellte die KTBL-Präsidentin Prof. Dr. Nicole Kemper fest.
Handeln oder Nicht-Handeln? Meine Einschätzung: Die Zukunft der Tierhaltung entscheidet sich jetzt durch Handeln oder Nicht-Handeln von Politik, Verbänden und den landwirtschaftlichen Betrieben. Aber wo bleibt dieser Zukunftsplan? Und was heißt das konkret für die Landwirtschaft und speziell für die Landtechnikbranche?
In meinem Newsletter-Editorial für die Fachzeitschrift „eilbote“ am 2.4.2026 habe ich die Konsequenzen für die Land- und Stalltechnikbranche sowie den Landmaschinenhandel analysiert:
Politik ohne Konzept: Die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland entscheidet sich daran, ob es gelingt, Tierwohl, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsrecht endlich so zusammenzubringen, dass daraus praxistaugliche Perspektiven für die Betriebe werden. Kommissionen haben Konzepte ausgearbeitet, die technischen Lösungen sind da, nur der politische Rahmen und vielfach wohl auch der Wille fehlen weiterhin.
Höhere Standards kosten Geld: Die Richtung ist im Grunde klar. Höhere Tierwohlstandards, bessere Klimabilanzen und gesellschaftlich akzeptierte Haltungsverfahren sind machbar. Aber sie kosten Geld, das der Markt derzeit nicht „liefert“. Die große Frage: Woher kommt das Geld, von der EU, vom Bund, vom Verbraucher? Ohne verlässliche Finanzierung, ohne vereinfachte Genehmigungen und ohne Märkte, die Mehrleistungen honorieren, wird der Umbau für viele Tierhalter zum Investitionsrisiko.
Strukturwandel-Turbo: Betriebswirtschaftlich betrachtet ist das Problem schon jetzt, dass die Erfolgs-Differenz zwischen erfolgreichen, meist größeren und modern aufgestellten Betrieben und der Masse an kleineren Betrieben enorm ist. Die Vorreiter haben die Kraft, in die geforderte Modernisierung zu investieren, die Nachläufer fallen weiter ab. Und die Motivation, den Betrieb weiterzuführen und zu investieren, gerät ebenfalls unter die Räder.
Brisanz für die Land- und Stalltechnik: Wo Tierhaltung unter Druck gerät, geraten auch die Investitionen unter Druck. Wenn Ställe nicht umgebaut, erweitert oder neu gedacht werden, fehlen auch die Nachfrage- und Entwicklungs-Impulse für Fütterungstechnik, Entmistung, Lüftung, Gülletechnik, Hoflogistik, Melk- und Automatisierungslösungen und auch für die Außenwirtschaft.
Chancen durch Stallbauten: Die Herausforderungen bieten viele Chancen. Denn die Nutztierhaltung von Kühen, Rindern, Schweinen und Geflügel wird 2035 für mehr Tierwohl, weniger Emissionen und bessere Leistungen immer weniger in jahrzehntealten Ställen stattfinden (können).
Chancen für Land- und Stalltechnik: Die Hofarbeiten werden für mehr Effizienz und einen geringeren CO2-Fußabdruck immer weniger mit dieselbetriebenen Maschinen erledigt werden, während gleichzeitig die Mechanisierung, Automatisierung und Digitalisierung in Stall und Hof und bei der Futtergewinnung flächendeckend weitere kräftige Sprünge machen werden.
Spannende Perspektiven trotz starkem Wandel: Damit tun sich vor Ort für die Landmaschinen- und Stalltechnikbranche grundsätzlich gute Perspektiven auf, vor allem in Regionen, wo die Tierhaltung auch jetzt schon gut aufgestellt ist. Aber die gesamte Branche braucht einen Rahmen, in dem zukunftssicher investiert werden kann. Darin besteht der größte Handlungsbedarf für die Agrarpolitik.
Dipl.-Ing. agr. Dirk Gieschen,
Agrarjournalist, Geschäftsführer GMC Marketing GmbH, Tarmstedt
www.dirk-gieschen.de
Gastartikel stellen die Meinung des Autors dar


Ja,es ist so wie Herr Donhauser schreibt.Mc Sharry,Agenda 2000,BSE,FFHusw. haben zu einen kafkaesken Kontroll u.Bürokratiesystem geführt.Der Kreis dreht sich immer lang-
sam weiter und gebiert eine Maus ( Vorschrift ). Wen das alles ankotzt, der muß sich was
überlegen, bevor Er krank wird. Andere machen sich nichts daraus und geben Gas.
Auch in Südbayern wird der 100Kuhbetrieb Durchschnitt. Die mit einem Roboter stellen
sich den zweiten und dritten rein. Ich habe altersbedingt auf Mutter/Kalbhaltung mi 1x
melken umgestellt. und mich bei der Stadt als Sargträger anstellen lassen. Solange Kälber
Fresser und Schlachtiere gutes Geld bringen gehts. Wenn sich das dreht, muss ich wahr-
scheinlich an einen der Vollgaser verpachten.
Meine bittere Erkenntnis nach 40 Jahren Agrarpolitik: Es gibt keine Lösung!
Wir hatten alle Mechanismen in dieser Zeit schon durch. Zölle, Mindestpreise (Intervention), Quote, „Überlebensprämie“ Direktzahlung unter Abkoppelung von Menge und Preis. Was soll da noch kommen? Wo liegt die Lösung?
Unser Problem bei der Direktzahlung ist die Abhängigkeit vom Staat. „Wer zahlt schafft an!“ Seit Mac Sharry 1992 dieses System der Direktzahlungen einführte, sind wir abhängig und in der Hand des Staates. Zu Beginn mußten wir nur per Katasterauszug die Größe der Fläche nachweisen, Inzwischen wurde daraus ein riesiger Anforderungskatalog den wir zu erfüllen hätten. Denn die Politiker, die darüber entscheiden, sind immer den Zeitgeist/Mainsteam/NGO gefolgt.
Fazit: Wie können wir Landwirte uns wieder aus dieser „Gefangenschaft und Abhängigkeit“ der staatlichen Transferleistungen befreien?
Selbst wenn der Berufsstand fordert, lasst uns in Ruhe, wird man ihn nicht in Ruhe lassen. Marktwirtschaftliche Freiheit hat keine Befürworter mehr in den politischen Parteien, geschweige denn in den Apparaten. Planwirtschaft und politische Mikrosteuerung versprechen den Menschen Heil und ein „gutes Gefühl“.
Danke, Herr Dornhaäser und Herr Krämer für Ihren ehrlichen Worte bzw. Ausprechen der Wahrheit und realen Erkenntnis.
Legal können wir gegen diese schon jahrzentelange Éntwicklung haupsächlich durch die EU verbrochen nicht viel tun bzw. gegensteuern.
Wir können nur Abwarten bis des System zerbricht oder durch einen andere Notlage außer Kraft tritt und dannn irgenwie neuaufgebaut wird. Der Deutsche Michel wird nicht anders reagieren. Vielliecht schafft es ein Widerstand in einem anderen EU Staat wo wir nachziehen könnten.Seit über 500 Jahren kämpfen wir für unsere Freiheit und es werden immer noch weniger Betriebe Leben gelassen. von Freiheit ist in unserer Branche schon gar nicht zu Sprechen.
Schade das die Kirchen auch nicht mehr geduldet haben, aber sie leben ja von der Not der Bevölkerung auch wenn es fast nur noch wir Bauern sind.
Bevormunden und Vorschreiben wie wir zu Wirtschaften haben wollen sie auch noch.
Auch wenn der Papst hier in Deutschland ein Machtwort gesprochen hat werden wir so gut wie keine große Hilfe von den Kirchen erwarten können, es sei denn es kommt große Not für alle.
Ich fande es sehr traurig als Bauer Willi versucht hate mit einenBischof deswegen Kontakt aufzunehmen und er völlig arrogant abgelehnt wurde. Ich dacht immer als ehemaliger
Oberministrant alle Menschen sind vor Gott gleich, was mir mein damaliger Erzbischof
live bestätigt hatte. Aber er sprach von Gott ! nicht vom Ihm oder Seinesgleichen ?
Die Götter auf Erden sind irgendwie anders als es in der Bibel steht ! und scheint nicht nur aus Bauern zu betreffen! und die EU Kommision ist für mich keine demokratische Instanz ,da sie nicht vom Volke gewählt sondern von Lobbyisten vorgeschlagen und ernannt und teilweise auch bezahlt werden.Diese Erkenntnis habe ich auch schon seit 40 Jahren von einen ehemaligen CDU- Europabgeordneten und Landesbauernpräsidenten.
Sie hatten recht und damals auch die Wahrheit ausgesprochen, heute ist es leider eine Seltenheit geworden.
Heute bete ich oft Willis Schuldbekenntnis eines Landwirtes und gehe nicht mehr in die Kirche und zum Verband, beantrage keine Subvention, bin nicht mehr Sebständig und fühle mich aber trotzden viel freier, Amen !!!
Sorry,, sollte Herr Dornhäuser lauten
Es ist bereits 5 nach 12
https://www.agrarheute.com/management/recht/pleitewelle-schweinebauern-fuenf-schweinezuchtbetriebe-nordosten-insolvent-640227
Heute vom NDR auf Youtube erschienen,
Bauern sterben trotz Rekordpreisen:
https://youtu.be/LZqf5Hwxnns
Wer nicht alles ansehen kann, ab Minute 22,38 bekommt Ihr die Antwort auf diesen Beitrag
im BR bei jetzt red I
Die Sendung geht um Landwirtschaft.
In ARD Mediathek
Wie hilflos die Politik ist, zeigt das geplante Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Über ein Jahrzehnt und inzwischen 4 Agrarminister: und kein Plan. Nicht mal eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung haben sie geschafft.
Trotzdem ein riesiges moralisches Anspruchsdenken, während die Realität gerade übelst kickt. Es gibt einen riesigen Investitionsstau in der Schweinehaltung, totale Planlosigkeit und große wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wir schlittern von einer Krise in die nächste, während Luxusprobleme in Stuhlkreisen erörtert werden
Aktuell zum Kennzeichnungsgesetz:
https://www.schweine.net/news/wirtschaftsministerium-bremst-tierhaltungsgesetz.html
Gut so.
Es ist ja auch keine Reform(Verbesserung) sondern eine Ausweitung mit noch mehr Bürokratie jetzt für die Verarbeiter, den Handel und die Großküchen, Gastronomie und eher weiteren Nachteilen für die Schweineerzeuger, weil die Nachfrage dadurch weiter sinken wird.
Dann muss es jetzt dringend in die Tonne!
Und nicht weiter Zeit, Geld, Nerven und Existenzen kosten. Es gibt bereits ITW, eine freiwillige marktwirtschaftliche Initiative, somit ist dem Thema doch Genüge getan.
Und auch die stoßen mit ihrer Nämlichkeitsforderung gerade an ihre Grenzen, weil die Ferkel fehlen und reine Zahlenwerke nun mal nicht die realen Lieferbeziehungen darstellen. Wie überraschend…
Eine Planungssicherheit in der Landwirtschaft hatten wir
noch nie.Man mußte schon selber schauen wo man bleibt.
Ich erinnere an den Mansholt Plan . Er war wahrscheinlich
einer der wenigen der Recht hatte.
Bei uns in Bayern gab es den bayrischen Weg.
Ich glaube es war Dr. Wagner von der Landwirtschafts Kammer
Reihenland der sagte das ist kein Weg, dass ist ein Trampelpfad
Jetzt zur Sache.
Wir bauten 1976 einen Boxenlaufstall für 68 Kühe .
Die Staatlichen Tierzuchtämter waren gegen den Laufstall.
warum, das möchte ich hier nicht aufführen.
das ist Geschichte
Die Umstellung war damals nicht einfach, man hatte ja wenig
Erfahrung
von der politischen Seite hatten wir mit Josef Ertl den besten
Landwirtschaftsminister aller Zeiten.
nach ihm kam Kichle der mit der Milchquotenregelung
Das war das erste Mal dass sich die Politik in die Wirtschaft
Richtig eingemischt hat
Für mich war das die größte Katastrophe die ich als Bauer erlebt
habe. Ich bin jetzt 75 Jahre alt wie haben das alles Teilweise
Recht und schlecht überstanden.
Seit 8:Jahren hat mein Sohn den Betrieb und er hat es mit
kleinen baulichen Veränderungen geschafft in Haltungsstufe
4 zu kommen und das ohne staatliche Verordnung.
Beim Milchpreis zahlt sich das aus.
Damit möchte ich sagen der Staat sol sich aus der Wirtschaft
komplett heraushalten.
Bei den Vorschriften und Verordnungen soll sich die Politik
nicht von den NGOS Treiben lassen.
Wichtig Abschaffung des Verbandsklagerecht
Außer der immensen Bürokratie läuft bei uns alles gut
w
Wie sind gerade in Planung für einen neuen Stall für 160
Milchkühe
Noch eins.
Bei uns in der Nähe , an der Öko -Akademie mit Melkerschule
würde ein Kälberstall für 40 Kälber gebaut.
laut Presse Bericht kosten 1 Million €
kann sich jeder selbst ein Urteil machen.
Der bayerische Weg in der Landwirtschaftspolitik war in der Tat ein Holzweg. Dadurch haben die Landwirte in Bayern viel Zeit verloren und oft nur sehr geringe Milchquoten zugeteilt bekommen. Die wurden dann später Richtung Norden verkauft. Eine mittlere Katastrophe für Ihr Land.
Kein Plan.. dass gilt nicht für Bayern.
Hier geht die Zukunft klar in Richtung Insektenmast.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat vor kurzem dem Betreiber einer Anlage bei Burghausen einen Scheck über 880.000 Euro vorbeigebracht.
Ich bin mit dem Besitzer über 5 Ecken verwandt, wurde aber leider nicht eingeladen.
https://www.tiktok.com/@wirtschaft.bayern/video/7613072173279776022
file:///C:/Users/User/Downloads/83-2026%20Pressemeldung%20des%20Bayerischen%20Wirtschaftsministeriums.pdf
Das ist leider kein Aprilscherz. Bei meinem Aprilscherz hatte ich nur die Presseerklärung von Aiwanger in Richtung Tierwohl frisiert.
Ich fragte bei dieser Firma an und erkundigte mich um die Preise. Die Antwort war sehr interessant: Wir beginnen erst im 4. Quartal 2026 mit der Produktion, Preisbekanntgabe ist daher noch nicht möglich. Wenn das kein Bauchfleck wird? Irgenwie dubios das Ganze.
@Andreas
Ich könnte spontan 3 Firmen nennen, die mit der Schwarzen Soldatenfliege in die Insolvenz gegangen sind. Aus Deutschland, Frankreich und Dänemark. Alle in einer Größenordnung von 50 -100 Mio. € Investment.
Ich frage mich, wer den Aiwanger berät. Der Mann ist doch Landwirt.
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde ich hier, wegen meiner Affinität zu betrieblichen Plänen, komplett verrissen. Der Markt regelt das Notwendige war hier das Credo; nicht wahr @RS? Heute wird bejammert, dass die Politik keinen Plan in Bezug auf den Umgang mit der Landwirtschaft und deren Zukunft hat. DDR 2.0? Was wollt ihr eigentlich? Leitplanken für Unternehmerentscheidungen? Investitionsabsicherung mit Bundesbürgschaft?
Viele Betriebsleiter wollen einfach in Ruhe gelassen werden. Vor 50 Jahren ist die Welt auch nicht untergegangen, waren aber was die Eigenversorgung angeht deutlich resillienter.
👍👍👍
@HS
Die Eigenversorgung scheint vielen Verbrauchern einfach zu teuer zu sein.
Kemet, alle Kollegen, die sich mit Agrarbau beschäftigen und auch ich, sind bis Jahresende mit Arbeit eingedeckt. Es gibt genügend positiv denkende und mutige Landwirte. Das hat mit Marktwirtschaft nicht viel zu tun, so wie die Produktion von Agrarrohstoffen eigentlich nie rein Marktwirtschaftlich wirkte.
Genau so wenig wie die Rohstoffe aus Afrika.
Deswegen die Weltmarktpreise?
@RS
„…genügend positiv denkende und mutige Landwirte“. Positives Denken und mutiges Handeln sind leider mit sehr hohem Risiko einhergehend. Voraussetzung für eine sinnvolle Investition sind das absolut rationale Denken und Handeln. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele neue Bauruinen die jetzt gerade nachgebenden Rindfleischpreise bewirkt haben. Auch ich habe, im Rahmen meiner Beratertätigkeit, manch schöngerechnetes Vorhaben gesehen. Neben dem nicht konstanten Marktgeschehen, tragen auch die extrem gestiegenen Baukosten zum Risiko bei. Die aktuelle Strategie sollte sein, die Füße stillhalten und abwarten.
Ein Unternehmer muss sein Risiko selber einschätzen, denke ich. Ich habe Kunden, mit denen ich seit fast 25Jahren verbunden bin und die die fünfte Maßnahme planen.
Ein Betriebswirtschaftler sagte immer: Die Baukosten sind immer zu hoch und nie passend. Sie sind aber nicht der ausschlaggebende Punkt bei der Wahl einer Investition. Es sind am Ende immer die gesamten Produktionskosten, wobei die Futter- und Arbeitskosten die Wahl bestimmen.
Ich rechne z.B. nie etwas „schön“ sondern immer eher zu „schlecht“…und wenn dann die Entscheidung trotzdem fällt, dann sind alle zufrieden. 😁
In den 90er Jahren habe ich viel mit landw. Beratern zusammengearbeitet. Es gab Förderung aller Arten. Der Berater hat mir dann im Vorfeld immer Instruktionen zur Höhe der Baukosten gegeben: Bei einem zögerlichen und ängstlichen Bauern, der aber gut wirtschaftete und finanziell gut dastand hieß es: den musst du es billig rechnen, damit er zugreift.
Bei einem motivierten etwas forschen aber finanziell angeschlagenen Kandidaten hieß es: Rechne es besonders teuer, damit ich ihm vorrechnen kann, dass es für ihn schlecht ausgehen wird.
Ja so war das in Zeiten, in denen die betriebswirtschaftliche Kompetenz bei der Offizialberatung lag und nicht beim Unternehmer selbst. 😎
In Vollkostenrechnungen für die Betriebszweige sind in der Regel nicht die Baukosten (abgebildet in den Kapitalstückkosten) entscheidend, sondern die „Lohnstückkosten“ (incl. des Lohnanspruchs für die Familien-AK).
Bei Planungsrechnungen (vor einer Investition) hängt fast alles an den Ansätzen/Annahmen. Da kann man alles ausrechnen/hinrechnen.
Entscheidend ist letztlich:
1. Was traue ich mir als Landwirt zu, was darf ich mir zutrauen? Wie belastbar bin ich/ist meine Familie (nicht nur ökonomisch).
2. Was darf ich als Externer dem Landwirt/Investor zutrauen?
In gesättigten Märkten lebt man immer davon, dass andere (früher als ich) die Hoftore schließen, also den Markt entlasten und Produktionskapazitäten (Fläche ggfls Gebäude) anbieten.
Die Globalisierung und Agrarmarktpolitik sowie die Demographieentwicklung machen die Einschätzungen allerdings zunehmend schwieriger.
„Kein Plan? Wohin führt der Weg in der Tierhaltung?“
Ich formuliere mal einen Lösungsansatz auf Basis der Überschrift.
Keine Planwirtschaft. Schwarmintelligenz ermöglicht die individuelle Zukunft der Tierhaltung.
„Strukturwandel-Turbo: Betriebswirtschaftlich betrachtet ist das Problem schon jetzt, dass die Erfolgs-Differenz zwischen erfolgreichen, meist größeren und modern aufgestellten Betrieben und der Masse an kleineren Betrieben enorm ist. Die Vorreiter haben die Kraft, in die geforderte Modernisierung zu investieren, die Nachläufer fallen weiter ab. Und die Motivation, den Betrieb weiterzuführen und zu investieren, gerät ebenfalls unter die Räder.“
Es mag schon sein das die Vorreiter theoretisch die wirtschaftliche Kraft haben. Aber hat auch die nächste Generation die Kraft und Motivation aus z.B. einem gut laufenden Zwei Generationen Betrieb einen Betrieb mit Fremdarbeitskräften zu machen und erfolgreich zu führen.
Ich führe aktuell wegen vorzeitiger Aufgabe der eigenen Sauenhaltung viele Gespräche mit anderen Sauenhaltern bzgl. Verpachtung der eigenen Gebäude und oder Mitarbeit in deren Sauenhaltung. Ebenso sucht mein Mitarbeiter einen neuen Arbeitgeber. Grobe Tendenz aus den Gesprächen. Führen zwei aktive Generationen oder auch Geschwister gemeinsam ein oder mehrere Betriebe wird meist zuversichtlich in die Zukunft geschaut. Ebenso hilft ein Personenpool aus nicht ständig mitarbeitenden Verwandten, Freunden oder z.B. ehemaligen Auszubildenden als Absicherung für arbeitswirtschafliche Krisenzeiten. Bricht allerdings ein Teil der mitarbeitenden Familie oder dieser Pool weg, kommt oft Frust auf und eine vorzeitige Betriebsaufgabe droht bzw. der Betrieb wird in einen aktiven Schrumpfungsprozess geführt obwohl betriebswirtschaftlich kein Grund dafür besteht.
Genau darin sehe auch ich ein wesentliches Problem – die Betriebswirtschaft ist ein Punkt, viel wichtiger: Die stark gewachsenen Betriebe werden nur dann ihre eigene Motivation halten können, wenn die Arbeitsorganisation auch die Freude am Leben und Arbeiten belässt, also ermöglicht.
Das spricht für die von Ihnen beschriebenen Zwei-Generationen- oder Geschwister-Betriebe oder auch für Partnerschaftsmodelle, wie wir sie auch aus der allgemeinen Wirtschaft kennen, auch die Genossenschaftsstruktur kann ihre Renaissance erleben, vielleicht nicht nur im Osten.
Keine gute Entwicklung – und eigentlich haben Sie das auch angedeutet – ist es, wenn genau die Betriebe (Betriebsleiter/innen und Nachfolger) aufhören, die es können. Aber auch das müssen wir gerade feststellen. Und verstehen kann man‘s
Vielleicht ist die Kontinuität und die damit verbundene Tradition über dutzende Generationen hinweg einfach zu Ende. Das Ende der ökonomischen Leiter aufgrund von vielfachen Grenzsetzungen lâutet vielleicht auch das Ende tradierter Wirtschaftsformen ein…..sprich, es ist wie es ist. Evtl. eine Form von Evolution?
Doch es gibt einen Plan, der BR gibt ihn bekannt – ich rate zum Lachen über diesen Artikel, wir haben ja schon lange nicht mehr von Herzen gelacht 🙂
https://apollo-news.net/ohne-lrm-und-abgase-br-beitrag-preist-ackergule-als-alternative-zum-diesel/
Ist das nicht zum Brüllen lustig???? Sogar der Name des Pferdes wird dauernd erwähnt.,,,
Ethik ist heute Pflichtfach für Schüler/innen der Oberstufe, die aus welchen Gründen auch immer nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Tierethik ist häufig integraler Teil dieses Ethikunterrichts. In der Tierethik ist es Konsens, dass Nutztierhaltung gleichbedeutend mit Tierleid ist. Ebenso ist es Konsens, dass Leid wo immer möglich zu vermeiden ist. Im Religionsunterricht ist das Tier heute das „Mitgeschöpf“, womit sich der Religionsunterricht an die Tierethik dranhängt.
Verschiedene Arten von Stallbauten und Haltungskonzepten bedeuten in diesem Kontext unwesentlich mehr oder weniger Tierleid und ändert nichts dran, dass die Tierhaltung in den Schulen mit Tierleid gleichgesetzt wird. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt darauf, dass Tiere leidensfähig sind, und daraus folgt für Lehrer und Schüler, dass Nutztiere immer leiden, weil sie immer vom Menschen ausgebeutet werden. Punkt. Egal, welche Einwände man hier immer anbringen mag. Egal, wie Ställe realiter gebaut werden.
Parallel dazu haben wir eine Kinder- und Jugendbuchliteratur, in der die Grenzen zwischen Mensch und Tier gezielt verwischt werden. Absolut beliebt bspw. Geschichten über Gestaltwandler, die frei zwischen menschlicher und tierischer Gestalt hin und her wechseln.
Dazu kommen unendlich viele Tier-Videos, in denen Tiere verniedlicht und vermenschlicht werden.
Das heißt, Lehrer, Erzieher, Schriftsteller, Verleger, Lektoren, Uni-Professoren etc. ziehen Generationen heran, die ein völlig anderes Verhältnis zum Tier haben dürften als ein Bauer Willi oder ein Jürgen Donhäuser. Das ist ein Problem, das sich nicht mit neuen Stallbauten und neuer Gülletechnik lösen lässt, denn diese Generationen werden mit dem, was auf diese Weise an Tierwohl erreicht wird, nie zufrieden sein. Egal, wie der Stall der Zukunft aussieht, diese Generationen werden weiterhin „Tierleid! Tierleid!“ rufen, selbst dann, wenn sie selber Fleisch essen. Diese Generationen werden auch dann noch „Tierleid! Tierleid!“ rufen, wenn die Tiere komfortabler wohnen als Menschen.
Wo bleibt denn der Aufschrei wegen des Menschenleids, das aktuell im Gazastreifen, im Iran, im Libanon oder in der Ukraine stattfindet? Gibt es landesweit Protestkundgebungen gegen die Bombardierung von Schulen im Iran? Nein, es ist ein sterbender Wal, der landesweit Trauer auslöst.
Ich glaube nicht, dass die Tierhaltung in Deutschland langfristig noch eine Chance hat.
„Wo bleibt denn der Aufschrei wegen des Menschenleids, das aktuell im Gazastreifen, im Iran, im Libanon oder in der Ukraine stattfindet? Gibt es landesweit Protestkundgebungen gegen die Bombardierung von Schulen im Iran? Nein, es ist ein sterbender Wal, der landesweit Trauer auslöst.“
… genau DAS macht mich immer wieder fassungslos. Irgendwie hat die Politik es geschafft, dass die Gesellschaft so fraktioniert ist, dass Friedensforderungen „Lumpenpazifisten-Folklore“ sind. Es war wohl anläßlich des Irak Krieges der „Bush Ami´s“ die letzte Millionendemonstration in Deutschland gegen Krieg. In den USA ist die Antikriegsbewegung viel aktiver. Aber wahrscheinlich muss erst so ein Kriegstreiber wie Trump und seine Mannschaft ans Ruder, dass klar sichtbar wird von woher der Frieden gefährdet ist. In Europa ist das noch nicht angekommen … analytische Unfähigkeit.
Wir bleiben so lange in dem rasenden Bus mit dem Ami-Fahrer am Lenkrad sitzen, bis der Abgrund erreicht ist.
„genau DAS macht mich immer wieder fassungslos.“
Ich sage dazu nichts mehr. Die politisch korrekten Massenmörder machen dich erbarmungslos als Antisemiten, als Putin-Troll, als Demokratie-Verächter und wasweißich nieder. Reden zwecklos bzw. gefährlich.
Habe in letzter Zeit viel gerlernt über die Dynamik, die ganz schnell in einen Zivilisationsverlust führen kann und führt. Aus der Geschichte nix gelernt.
Vielleicht ist die vom Selbsthass zefressene Monade in ihrer Ohnmacht auch ganz besessen von einer Neuauflage diese „Ästhetik“:
„An den Haarspitzen schwankten ihm wie Ähren die Tausende erschlagenen Menschen. Sein bleiches spitzes Gesicht, buschige Brauen, starrer borstiger Schnurrbart, überrieselt von den verstümmelten Regimentern eines Menschenalters (…) seine knotigen Finger bezeichneten ein jeder die Vernichtung von Städten; mit jedem Gelenk war ein Dutzend ausgerotteter Dörfer bezeichnet. Über seine Schultern schoben sich her, zappelten die Körper der gemetzelten Türken, der Franzosen, der Pfälzer, und doch sollte er damit erscheinen vor Gericht einmal, samt ihren Pferden und Hunden, die über ihm hingen, kreuz und quer, einer vor dem andern, über dem andern, eine ungeheure Last, so daß sein Kopf samt dem Hütlein darunter verschwand. Die aufgerissenen roten und borkigen Hälse, Bäuche mit weißen regsamen Farben, geädert, triefend über die geschlitzten zurückdrängenden Arme und die einknickenden Beine. Darmschlingen am langen Gekröse, in die er sich verwickelte, wampend und schlabbernd über die stemmenden lederverwahrten Knie, eine riesenlange, weiche, wurmartig rieselnde Schleppe, an der er ruckt, riß, keuchte, wenn er ging.
(Alfred Döblin, Wallenstein, Drittes Buch „Der Krieg““)
„..Bus mit dem Ami Fahrer…“
den Autokraten vor der Haustüre im Osten der eine Vielzahl von T 70 und sonstigen gepanzerten Fahrzeugen fährt und seit Jahren regelmässig Raktengrüsse gen Westen sendet und zu Hauf Bomben streut nicht vergessen
Wenn ich Bauer wäre, ich würde es genau so machen. Flächen ans westdeutsche Großkapital verpachten und PV drauf oder EFHs oder ein Ausgleichsgebiet oder ein Insektenmasse-Bestimmungsareal. Nachgelagerter Bereich? Weg damit! Hättet ihr mal was studiert, dann könntet ihr auch so schön im Denkpanzer sitzen und „Containment-Strategien“ erarbeiten oder Tierwohl-blabla.
Sollen sie ukrainische Käfigeier fressen. Oder 500g Bio-Hackfleisch für den Stubentiger vom Direktvermarkter ordern. Mir egal. Ich bin fertig mit dem „Endverbraucher“.
Es gibt ja auch noch so etwas wie, Transzendenz, Identität, Ehre, Liebe, Heimat, Mut, Zuversicht, Empathie, Freundschaft, Glück….anstatt Geld, Neid, Wut oder Hass….was meinst du Stadtmensch?
Nach meinem Dafürhalten sind die genannten Begriffe nichts anderes als leere Worthülsen, die je nach Konditionierung mit durchaus unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden. Es sind die Glöckchen, die geläutet werden, wenn man den Pawlow’schen Hund dazu bringen will, Speichel abzusondern oder durch den Reifen zu springen.
Besonders gern werden diese Begriffe von Menschen verwendet, die es als ihre Aufgabe ansehen, aus ihren Mitmenschen Pawlow’sche Hunde zu machen. Da wird die „Heimat“ dann auch mal am Hindukusch verteidigt. Oder Leuten „Mut“ gemacht, aus „Empathie für die leidenden Tiere“ einen Stall abzufackeln. Kolonialisierung bedeutet ja nicht, dass man einem Land seine Bodenschätze nimmt, sondern den Bewohnern eine Vorstellung von „Transzendenz“ vermittelt, indem man ihnen die eigene Religion aufdrängt. Ach ja, und erst die Bruderküsse zwischen Staatenlenkern als Zeichen wahrer „Freundschaft“. Da muss doch sogar der Stadtmensch gerade so wie Bill Gates zum Philanthropen werden.
Marian, wenn Menschlichkeit zum Nihilismus geworden ist, sind wir dort angekommen, wo du bereits zu sein scheinst.
Wenn du mich suchst, findest du mich eher bei der „negativen Dialektik“ als beim „Nihilismus“.
Ich finde nicht, dass das Nihilismus ist. Nur eine messerscharfe Analyse, die leider unangenehm ist.
Ich sehe das komplett anders.
Beispiel:
Das Osterfeuer war aus meiner Erinnerung immer auch ein Treffen der Nachbarschaft, ein Gemeinschaftsgefühl, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit im engeren Umkreis.
Als erstes wurde das Osterfeuer mit einem Umweltfaktor belegt und mit dem Argument der Luftverschmutzung und des Fehlverhaltens bei der Nutzung nicht adäquaten Brennmaterial eingeschränkt.
Als nächstes wurde dem Osterfeuer das Stigma der Tiertötung zugeschrieben, woraus die Pflicht nach kurzfristiger Umschichtung oder des späten Aufbaus folgte.
Dann wurde das Abbrennen des Osterfeuers auf privatem Grund verboten.
Heute werden sogar öffentliche Osterfeuer aus Sicherheitsgründen abgesagt und die Politik denkt darüber nach Feiertage zu streichen, u.a. den Ostermontag und den Pfingstmontag, um die Produktivität zu erhöhen.
Parallel soll den Moslems der Ramadan als Feiertag zuerkannt werden und man installiert Straßenbeleuchtung dafür.
Wie weit will soll die eigene Identität zu Gunsten einer anderen aufgegeben werden und wie gering schätzt dieses Volk am Ende seine eigenen transzendenten Wurzeln?
Ich nenne das moralischen Nihilismus, sorry.
„Hättet ihr mal was studiert, dann könntet ihr auch so schön im Denkpanzer sitzen und „Containment-Strategien“ erarbeiten oder Tierwohl-blabla.“
Ich kann mir vorstellen, dass vielen dieser derart „Werktätigen“ der „Ar… auf Grundeis“ geht angesichts der Perspektiven für ihre brotlosen Künste. Alles Jobs der „fetten“ Jahre, die erkennbar vorbei sind und angesichts der demografischen Entwicklung (qualitaliv wie quantitativ) auch so schnell nicht wieder kommen.
„……denn diese Generationen werden mit dem, was auf diese Weise an Tierwohl erreicht wird, nie zufrieden sein……“
Genau das hatte mir Prof. Grethe, agora agrar auch schon vor über 10 Jahren auf meine Frage nach eine Art „Haltelinie“ für die Forderungen der Tierschützer, auf die sich der Berufsstand einrichten könne, geantwortet.
„Am deutschen Wesen wird die Welt genesen“ dachten wohl die woken Tier- und Umweltschützer. Sie meinten wir würden als Beispiel vorangehen und alle werden folgen. Fakt ist, wir sind ein Beispiel – ein abschreckendes Beispiel geworden wie man seine Landwirtschaft, seine ganze Wirtschaft aus Ideologie zugrunde richtet. Das „deutsche Wesen“ wird also im Gegenteil andere davon abhalten diese Amokfahrt nachzuahmen.
Der Tierschutz ist auch ein Indiz, dass meisten Leute im grünen Team früher im braunen Team gewesen wären:
Die Nazis hatten das strengste Tierschutzgesetz der damaligen Welt.
Den Niedergang unserer Kultur kann man auch bei Faschisten feststellen:
Früher reichte Kraft noch zum marschieren, dann nur noch für Menschenketten. Heute setzen die sich auf die Strasse oder kleben sich gar fest.
Was mir aufgefallen ist, war dass das im Handelsabkommen mit Neuseeland zollfrei erlaubte Rindfleisch aus der Fütterung mit Gras kommen muss.
Daher -denke ich- ist unserer Regierung bewusst, dass unsere eigenen Produkte gesundheitlich nicht allerhöchster Qualität sind.
Diese Optimierung müssten die Bauern halt selber hinkriegen. Wenn man hier so liest, dann habe ich den Eindruck dass es nur um Geld und Rahmenbedingungen geht.
Wir brauchen Innovationen! Am Besten solche mit nem Sprung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesagentur_f%C3%BCr_Sprunginnovationen
So könnten wir -wie die Klöckner empfahl- vor die Welle kommen.
In den meisten Bereichen der Tierhaltung sind wir durch mit technischem Fortschritt und damit verbundener weiterer Zeitersparnis pro erzeugter Menge. Gleichzeitig steigt der Selektionsdruck bei den potenziellen Arbeitskräften diese Technik fehlerarm bedienen zu können. Arbeitskräfte mit welchem Qualifikationsgrad auch immer, werden zum immer knapperen Faktor.
moin ich glaube ein guter Weg die Tierhaltung in Deutschland wieder attraktiv zu machen ist es, den Tierschutz den es jetzt gibt so in der Art zu verbieten. er hat in den meisten Fällen nicht unbedingt etwas zu tun mit Tierschutz sondern mehr mit zufriedenstellen dein Gedanken einige Tierschützer, die von Tieren überhaupt keine Ahnung haben! schönen Sonntag ich meine Dienstag
„Frage: Woher kommt das Geld, von der EU, vom Bund, vom Verbraucher? Ohne verlässliche Finanzierung, ohne vereinfachte Genehmigungen und ohne Märkte, die Mehrleistungen honorieren, wird der Umbau für viele Tierhalter zum Investitionsrisiko.“
In Top Agrar steht heute das laut einer Yougove Analyse aufgrund des Nahostkonfliktes selbst wohlhabende Haushalte vermehrt Handelsmarken kaufen. Darüber werden ganz sicher die Mehrleistungen honoriert, ganz sicher …
Man muss der Tatsache in die Augen sehen, dass die Tierhaltung in Deutschland keine Zukunft hat. Ja, alle wollen Tierwohl etc. Auf der anderen Seite werden die mit hohen Standards erzeugten Lebensmittel im Supermarkt mit Importen konkurrieren. Es ist auch nicht im Interesse der Politik, dass Lebensmittel teurer werden – gerade in den aktuellen Zeiten, wo die Kosten explodieren.
Ich sehe auch nicht, dass sich daran in absehbarer Zukunft etwas ändert. Solange kein „Aha-Effekt“ wie bei der Verteidigung stattfindet, wird sich nichts nachhaltig ändern.
Gerade liest man in der Fachpresse, dass es deutlich weniger Junglandwirte gibt. Ganz ehrlich: Ich wundere mich, dass es überhaupt noch welche gibt, die sich diese Schmach antun. In den Städten haben sie das Problem, dass sie sich nicht mit 8k eine Villa leisten können. Ein erfolgreicher Landwirt kann froh sein, wenn er im Schnitt 3k zum Leben übrig hat. Und viele haben ihre Ansprüche schon massiv zurückgefahren.
Dirk Gieschen fasst zusammen:
„Aber die gesamte Branche braucht einen Rahmen, in dem zukunftssicher investiert werden kann. Darin besteht der größte Handlungsbedarf für die Agrarpolitik.“
Der notwendige Rahmen wird nicht nur bestimmt durch die Agrarpolitik, die vielleicht sogar noch am wenigsten.
Der Agrarsektor ist konfrontiert mit Ansprüchen aus allen Bereichen der Gesellschaft und der Politik, die massive Auswirkungen auf das Selbstverständnis, das Selbstwertgefühl der Landwirte und damit auch auf ihre Investitionsbereitschaft haben. Da hat sich über Jahrzehnte des Überflusses mit vielen Themen u.a. aus den Bereichen Klima, Umwelt, Ernährung etc. gesellschaftlich etwas entwickelt, was sich so schnell nicht zurückentwickeln oder in ihrer Bedeutung reduzieren lässt.
Hier wird alles was Wirtschaft ist vernichtet – so die Aussagen von zwei Ausstellern auf der Agritechnika – und das gilt auch für die Tierhaltung ! Das haben wir auch mit unserer Schweinehaltung erlebt und die Sauen und Mast eingestellt. Die Gebäude sind heute als Abstellräume vermietet. Das verzeihe ich der Politik in Brüssel und Belin niemals ! , denn 30 Jahre persönlicher Einsatz der Familie sind so vernichtet worden. Dafür sollen wir jetzt aus Südamerika , Kanada, Australien , usw. unsere Tierprodukte bekommen. Die Hormonfleischlieferungen aus Brasilien geben schon einmal einen Vorgeschmack für die Zukunft unserer Ernährung ab. Auch die Klimabilanz wird radikal verschlechtert gegenüber der „Vor-Ort“ Produktion, aber das spielt keine Rolle mehr. Mit dem Irankrieg kommt aus Militärkreisen die Ernährungsvorsorge der Bevölkerung in die Diskussion , denn darüber haben die Politiker noch nicht nachgedacht . Hier ist alles „Just in Time“und kleinere Störfälle bewirken schon große Produktionsausfälle. Lagerhaltung findet heute im LKW statt.
Nahrungsmittelvorräte sind nur für 1 – 5% der Bevölkerung vorhanden , weil der Markt es ja richten soll. In der Krise richtet der Markt garnichts , sondern das Kaos bricht aus. Man schickt unsere Stromaggregate in die Ukraine und hier passiert nichts. Das wird sich rächen. Das einzige was hier noch an Tierhaltung bei der Politik übrig bleibt ist die gewollte Geflügelhaltung , weil die Geflügelhaltung sich über die Politik gut aufgestellt hat, aber die Verbraucher wollen auch Rind und Schweine essen. Folgenabschätzung , strategisches Denken und Schachspiel sind für die Berliner und Brüsseler eben Fremdworte. Bei einem größeren Katastrophenfall wird es sie hinwegfegen.
Die Beschreibung des Wachsens und Weichens, wie Dr. Gieschen sie beschreibt, ist eine einseitige Betrachtung der Problematik, die natürlich auf die Konzentration der Tierhaltung in den Alten BL. abhebt.
Problematisch ist aber die durch NGO´s und deren Vertreter in Politik und Verwaltung erzeugte Tierhaltungs-feindliche Grundstimmung. Nicht unbedingt in „der Gesellschaft“ im allgemeinen, aber in den verantwortlichen Verwaltungs- und Entscheidungsstrukturen.
Zudem ploppen (vor allem hier im Osten) immer mehr „Bürgerinitiativen“ auf, die keine „Masssentierhaltung“ in den Dörfern wollen. Die Bauern als Tierhalter sind inzwischen ein viel zu kleiner Anteil an der dörflichen Bevölkerung in den Dörfern, die immer mehr von wohlsituierten Stadtflüchtern als Wohn-, Erholungs- und Schlafsiedlungen gesehen werden. Der Lärm und die Geräusche und Gerüche der Landwirtschaft sind da nur noch Störfaktor.
Wie sonst lässt sich erklären, dass sich hier im Osten vor allem große Betriebe vollkommen von der Tierhaltung verabschieden. Gerade hier bei mir in der Gegend hat ein leistungsstarker Betrieb über mehrere Jahre versucht an verschiedenen Standorten Mastanlagen zu errichten. Es ist an den Bürgerinitiativen und überbordender Bürokratie gescheitert, nicht an den finanziellen Möglichkeiten des Betriebes. Hier geht die Entwicklung immer stärker in Energieerzeugung, ob über Flächenverpachtungen für Windmühlen und PV, oder auf der BioGasStrecke. Aber auch das passt den „Stadtflüchtern“ nicht, weil es das schöne Landschaftsbild stört. Dass die „schöne Landschaft“ nur ein Ergebnis Landwirtschaftlicher Nutzung ist, und dass sie auch nur durch selbiger erhalten werden kann, geht in deren Birnen einfach nicht rein.
Eine Politik, mehrheitlich bestimmt durch die städtischen Wählerschichten und medial unterstützt bzw. „gefüttert“ durch städtische „Eliten“, macht die ländlichen Räume kaputt.
Es dauert sehr lange, bis die Wähler die Zusammenhänge erkennen.
Das Wahlvolk der Landwirte und ihrer Familien ist einfach zu klein und unbedeutsam.
Deshalb ist nur der zunehmende Mangel an öffentlichem und privatem Geld ein wirksamer Faktor für die zukünftigen agrarstrukturellen Entwicklungen in Ost wie West.
Meine Beschreibung mag auf den ersten Blick auf die Konzentrationsregionen der Tierhaltung im Westen abzielen – die Schlüsse daraus betreffen aber die Nutztierhaltung bundesweit.
Die Herausforderungen für tierhaltende Großbetriebe in den östlichen Bundesländern weichen bzgl. der Genehmigungs- und Akzeptanzprobleme kaum von den in den westlichen Bundesländern ab. Oft macht nur die Dimension den Unterschied.
Ob Nachbarn, eine Bürgerinitiative und oder Behörden den Bau eines 1.000er Schweinemaststalls im Westen oder einer 5.000er Mastanlage im Osten blockieren, oder die Öffnung der Außenwände, um Auslauf gewähren zu können, in Weser-Ems oder Franken, ändert am eigentlich Problem, dass sich die Nutztierhaltung so nicht weiterentwickeln kann, nichts. Das Ergebnis ist Stillstand oder der von Ihnen beschriebene der Ausstieg aus der Tierhaltung.
Dass dann der Trend wie von Ihnen beschrieben zu alternativen Betriebskonzepten und erneuerbaren Energien geht, sehe ich genau so.
Das Problem alternativer Betriebskonzepte mit erneuerbarer Energie ist doch die Tatsache, dass dort ohne Subventionen seitens des Staates oder Zwang zu erhöhten Verbraucherpreisen auch wenig läuft. Also ein Holzweg wie so vieles in diesem Lande.
Die von den Solarentwicklern in der Hochphase angebotenen teils exorbitanten Pachtpreise für Freiflächen kommen gerade heftig unter Druck. Alles oberhalb von 3.000 €/ha wird auf Dauer von den Energieerzeugern nicht zu erwirtschaften sein.
Da stehen an vielen Stellen Streit und Nachverhandlungen ins Haus. Unter den Solaranbietern entsteht gerade in der Umsetzung heftige Nervosität.
„Aber die gesamte Branche braucht einen Rahmen, in dem zukunftssicher investiert werden kann. Darin besteht der größte Handlungsbedarf für die Agrarpolitik.“
Zuerst brauchen wir, die Gesellschaft einen Plan. Wir müssen sagen, wie wir uns die Zukunft wünschen und vorstellen. Diese Ziele müssen wir dann unseren Vertretern vermitteln, damit diese ihn umsetzen. Da wir insgesamt keinen Plan „mehr“ haben, kommt eben in der Politik und in der Folge auch beim Bürger kein Plan an.
Mathematisch lag immer alles auf dem Tisch, z.B. die Demographie, die fehlenden eigenen Ressourcen, die Einwanderung fremder Kulturen, die Auslagerung eigener Ökonomien, der überbordende Sozialstaat, die Wokeness, usw usw……das wird aber alles relativiert und sogar noch mit Allem verteidigt, was man hat. Landwirtschaft ist besonders im Fokus, weil es in Händen hält, was Zukunft bedeutet: Der unvermehrbare Boden……den wollen viele haben, alles andere ist egal, denn es ist importierbar.
@R.S.
Ich habe 2015 am Sonntag Abend in der Runde bei Günther Jauch gesessen. Mit dabei Prof. Roeb, dessen Wikipedia-Eintrag Sie sich mal ansehen müssen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Roeb
Seine Aussage mir gegenüber: „Wir brauchen die deutsche Landwirtschaft nicht. Die Steinkohle ist weg, Textilindustrie ist weg und die Lebensmittel kann man weltweit einkaufen.“
Vom Prinzip her hat er recht, oder?
Ich erkenne nicht ganz den Zusammenhang zwischen dem obigen Artikel und der Ansicht dieses merkwürdigen Herrn.
@R.S.
„alles andere ist egal, denn es ist importierbar.“
Mein Kommentar bezog sich auf diesen Satz.
(Auch irgendwie ein „merkwürdiger Herr“. 🙂 )
OK, ich dachte, es hätte irgendwie mit dem Herrn und seiner Person zu tun…meine Einlassung war eher sarkastisch gemeint. 😉
Lebensmittel kann man weltweit einkaufen. Kann man Öl und Gas auch. Mit den aktuellen Erkenntnissen? Preissteigerungen einkalkuliert? Essen müssen wir jeden Tag! Oder kann man Unwägbarkeiten durch Fasten aussitzen?
@BW: Der Autor sagt es klar: Es fehlt an politischem Willen, das Land so zu regieren, damit die Menschen darin sich ihren eigenen Rahmen nach ihren eigenen Vorstellungen aufbauen können, der selbstverständlich nicht die Grenzen anderer Menschen überschreitet. DAS ist das Problem, und das wäre lösbar. Die Aussagen des politisch woken Prof.Roeb erzwingen diese Ergänzung: „Prof.Roeb brauchen wir auch nicht mehr, das können wir weltweit einkaufen“,
Damit hat er ja voll daneben gelegen. Aber bitte, für Geld kann man alles kaufen.
vom Prinzip ja.
Aber wie erginge es dann unserer Landachaft, Umwelt und Ökologie.
uns unserwr Gesundheit?
@RS
„..weil es in Händen hält,….“. Wirklich? Der größte Teil der ldw. Flächen ist schon nicht mehr im Eigentum der wirtschaftenden Betriebe. Sie haben lediglich Besitzrechte an den Flächen. Die Betriebe sind zu mehr als 95% über die Pacht gewachsen. Die Eigentümer der Flächen haben, falls überhaupt noch, lediglich mittelbaren Bezug zu den Flächen. Es bedarf nur noch der Aufweichung des Grundstücksverkehrsgesetzes und die Landschaft wird noch viel bunter. Schon heute ist das Interesse der Landwirtschaft, in Grenzertragsregionen Flächen zu kaufen, nur noch sehr gering. Und dort wo man gut produzieren kann, sind die Kaufpreise unerschwinglich. So wandert das, was die Existenz der ldw. Betriebe über Generationen absicherte, zunehmend in außerlandwirtschaftliche Hände. Die Folgen dürften klar sein.
Laut Herrn Bahrs, Uni Hohenheim gibt es überhaupt nur begrenztes Eigentum an den Flächen, eher nur ein Nutzungsrecht.
Das Bauplanungsrecht, das Naturschutzrecht, das Energiegesetz uvm. erlauben lediglich die Nutzung, die der Staat bei Inanspruchnahme schlicht versagen darf und kann….dennoch ist der Boden die sicherste Anlage in diesem Land.
Ja, @Reinhard Seevers, da stimme ich Ihnen zu – es fehlt der große Plan, der Zukunftsplan für die Landwirtschaft. Wobei – würde denn bei den beträchtlichen Strukturunterschieden in Deutschland wirklich ein Plan ausreichen?
Allein für die Tierhaltung sehe ich vier grundlegend unterschiedliche Regionen, in denen man den großen Plan differenzieren müsste, wenn man eine tragfähige Basis für die Zukunft „anschieben“ wollte.
@DG
Bei den Plänen für die Zukunft müsste man schon heute nur noch ca. 40 Tsd. Betriebe berücksichtigen. Der Rest macht Hobbylandwirtschaft oder ldw. Freizeit-ABM auf ihren Höfen. Wenn das soweit klar ist, nimmt der ökonomische Druck auf die verbleibenden Betriebe auch ab.
Ach, ich träume schon wieder.
Die vier Regionen, welche sie ausgemacht haben, sind hauptsächlich rein politisch-historischer Natur.
Es sind die wegbrechenden nachgelagerten Bereiche, warum zum Teufel auch immer.
Der Osten der Republik blutet in der Tierhaltung gnadenlos aus; auch geschuldet durch die Historie nach der „Wende“. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe mit Ackerbau und Viehzucht stehen hier in der gegenwärtigen Situation auf“ Teufel komm raus“ in die Tierproduktion zu investieren, oder nur noch auf Ackerbau zu setzen: Ackerbau ist im Moment noch einfacher; die Flächenausstattung der größeren Betriebe macht die Entscheidung oft“ leichter“!
Der Trend wird aber nicht vor der imaginären innerdeutschen Grenze haltmachen; da kann Herr Krämer(so sehr ich ihn schätze) noch so auf seine Familienbetriebe im Weser-Ems-Gebiet schwören.
Unter den jetzigen poltischen Bedingungen gehört den (wie definiert man das nun)
Großbetrieben die Zukunft.
Ich mache mich mit dem nicht gemein, aber es ist so.
Sämtliche Nachhaltigsstrategien werden gnadenlos über Bord geworfen.
Ostbauer: Interessante Beiträge und Diskussionen zum Artikel von H.Gieschen!
Was Sie Ostbauer zu A.Kraemer am Schluss formulieren, versuche ich ihm seit Jahren klarzumachen…
Kennen Sie landw. Familienbetriebe im Nordwesten, deren Strukturen, deren Einkommenspotentiale, deren Ergebnisse, deren Motive?
Ich glaube hier geht einiges durcheinander. Die grundsätzliche Tendenz zur Aufgabe der Tierhaltung geht, wie Herr Krämer schon mehrfach ausgeführt hat von politischen und gesellschaftlichen Vorgaben aus, die aber nichts mit der Wirtschaftsform zu tun haben.
Wenn Politik nicht hinter ihrer Agrarwirtschaft und deren Art zu wirtschaften steht und sie verteidigt, sondern immer wieder klein gegen groß, öko gegen konvi ausspielt, dann ist das wenig hilfreich.
Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen müssen passen, damit man ökonomisch durchs Loch kommt. Die noch existierenden Betriebe haben sich ja auch die letzten Jahre nicht ins Boxhorn jagen lassen, sondern haben weiter gemacht. Wer einen Nachfolger hat dem eine ökonomische Möglichkeit zum Weitermachen gegeben ist, der hat nach wie vor die Chance, WENN der ökonomische Rahmen stimmt, und nur dann.
Ein positives Signal aus der Gesetzgebung scheint es seit 2024 im BimSCHG zu geben. Wir versuchen gerade mit einer Anwaltssozietät eine genehmigte Anlage, die baulich saniert werden soll, und der das Bauamt die Tierhaltung inzwischen untersagt hat, die baurechtliche Beurteilung und damit das Recht auf Forderung nach einem Bauantrag zu entziehen. Gem. §13 BimSchG ist durch die sog. Konzentrationswirkung in Form einer Fachstellungnahme, die Einbeziehung des Bauamts nicht mehr erforderlich. Das staatliche Umweltamt spielt mit und das Bauamt, das diese Form der Tierhaltung schlicht nicht haben will, ist raus….das ist für mich ein kleiner Lichtblick.😎
AK: Denke schon! Habe mich dieser Tage wieder einige Zeit in SH in ländlichen Gegenden herumgetrieben, und gute Familienbetriebe besucht und gesehen. Das ändert aber nichts an den Tatsachen was Großbetriebe im Osten und auch deren Probleme betrifft! Schauen Sie sich mal den Betrieb an: http://www.agrar-kauern.de, falls Sie es interessiert wie es gehen kann, trotz aller Probleme zur Zeit auch hier im Osten! Der Chef war mal ein VEG Kollege von mir…