Bauer Willi
Kommentare 19

Ist dein Betrieb sicher vor Seuchen?

Folgende Bitte um Weiterleitung erreichte mich vor kurzem. 

Wir führen am Friedrich-Loeffler-Institut im Rahmen eines Forschungsprojekts gerade eine anonyme Online-Umfrage zum Thema Biosicherheit in Tierhaltungen durch.

Dabei geht es uns vor allem darum, Erfahrungen sowie Meinungen aus der Praxis zu erhalten. Die erhobenen Daten sollen in zukünftigen Strategien zur Verbesserung der Biosicherheit berücksichtigt werden.

Durch das aktuelle Ausbruchsgeschehen der Afrikanischen Schweinepest und der Geflügelpest ist das Thema präsenter denn je. Nur im Austausch mit den potentiell betroffenen Landwirten wird es uns möglich sein, sinnvolle und praxisorientierte Maßnahmen zur Verbesserung der Biosicherheit auf den Weg zu bringen.

Link zur Online-Umfrage

Die Umfrage ist sehr gut gestaltet und benötigt im Normalfall wirklich nur wenige Minuten. Bitte ehrlich beantworten, sonst bringt es nichts. Es geht ja schließlich um praxisorientierte Maßnahmen.

(Aufrufe 1.145 gesamt, 1 heute)

19 Kommentare

  1. Smarti sagt

    Diese Fragen habe ich gerne beantwortet. Es wäre wirklich auch an der Zeit, die Tierbesitzer per App oder per Mail zu warnen, wenn irgendwo in der Nähe eine ansteckende Seuche auftritt. Viele Krankheiten sind ja nicht anzeigepflichtig aber trotzdem ansteckend.
    Erst kürzlich hatte ein Nachbarsbetrieb eine hoch ansteckende Pferdeseuche ( Herpes ) mit zwei toten Pferde- nur per Zufall ( eine Einstellerin von dort hatte uns angerufen und gewarnt ) haben wir davon erfahren. Herpes bei unseren Zuchtstuten und Fohlen hätte ein Desaster werden können.
    Vor ein paar Jahren hatten wir im Kuhstall das Q-Fieber, so mit Verkalbungen, schwersten Erkrankungen bis zum Schlachten (das hat das Durchschnittsalter der Schlachttiere gleich um Jahre gesenkt !). Übertragen wird das von Wildtieren oder Schafen auf Zecken und dann ( sogar via Wind ) auf die Kühe… also ohne Laborbedingungen nicht zu verhindern. Hin und wieder “erwischt” es auch Menschen, meist von durchziehenden Schafen.
    Je grösser unsere Herden ( Kühe, Pferde…) wurden, desto wichtiger ist ein Schutz vor Seuchen. Bei zwei Tieren holt man den Tierarzt und gut, bei 20 oder gar 50 kranken Tieren gibt es sehr unschöne Bilder, oft auch tote Tiere und damit riesige Verluste an Lebensqualität und Geld.
    Gerade Menschen ( neugierige Besucher, Kunden von denen wir leben…) sind immer eine Gefahr für die Gesundheit der Tiere. Ich habe öfters ein ungutes Gefühl… man muss halt abwägen.
    Einmal kam eine ganze Familie um Hundebabys anzuschauen: sie seien gerade in der Nähe, ob sie spontan vorbei kommen könnten…
    Klar, nach einer halben Stunde streicheln dann die Mama: wir waren vorher an einem anderen Ort, aber da hätten ihr die Hunde nicht so gefallen, die haben so krank ausgesehen – deshalb den nächsten Züchter angerufen… Puls !
    Auch Pferdehalter ( die suchen einen neuen Platz ) oder Pferdekäufer ( die suchen im Besten Fall ein Pferd oder wollen meist nur mal gucken ) machen Touren, wo sie dann einen Stall nach dem anderen abklappern…
    Ich habe da im Laufe der Jahre so meine Verhörmethoden entwickelt…
    ansonsten eine Quarantäne für neue Tiere, keine Weidetiere von uns in der Nähe von Schafen oder fremden Rindern und Pferden,

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  2. Jürgen Donhauser sagt

    Willkommen in meiner Welt. Seit Jahren weise daraufhin, das es nicht zu lösende Zielkonflikte zwischen Biosicherheit und „Tierwohl“ gibt. Wie verhindere ich z.B. bei der Möglichkeit Auslauf bzw. Außenklima das Schadnager oder Vögel in den Stall kommen? Wir sind laut SalmonellenVO zur Schadnagerbekämpfung verpflichtet und sollen dann aber 365 Tage im Jahr dann Tag der Offenen Tür für Ratten, Mäuse und Vögel machen?

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    • Arnold Krämer sagt

      Hauptsache, die lieben Tiere haben bis zum (Seuchen-) Tod ein schönes Leben gehabt. So denkt das gemeine Volk.

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    • sonnenblume sagt

      Das kommt davon, wenn man eine Sache nicht zu Ende denkt. Und da hapert es bei unserem ganzen Vorschriftenwesen gewaltig. Jeder denkt nur in seinem Interesse und heraus kommt ein Mix für die Tonne. Aber jeder ist in seinem Bereich der Fachmann. Zu dumm nur, dass die Praktiker damit nicht umgehen können.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Bei Bauanträgen prüfen die zuständigen Vetämter fast ausschließlich die Haltung und so gut wie nie die Seuchenhygiene.

        • sonnenblume sagt

          Wie wird das jetzt mit den Offenställen? Alle Vorschriften befolgt und wenn Probleme auftreten, die ja durchaus möglich sind, ist der Bauer der Dumme und der Verantwortliche. Dann muss er sehen wie er zurecht kommt mit z.B. Salmonellen usw. Gibt Schreibkram, zusätzliche Arbeit, incl. Kontrollen ohne Ende.

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  3. Frikadellen piet 44 sagt

    moin wenn ich mich daran erinnere dass einige Landwirte das mit der Hygiene bei den Schweinen nicht immer zu ernst nehmen hoffe ich dass das ganze hier nicht stattfinden wird aber wissen tu es nicht

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    • Smarti sagt

      Dass die Kamele und auch die Arabischen Pferde nicht den BMI der deutschen Tiere erreichen, ist klar. Der Besitzer der Tiere hatte auch vor dem Lockdown schon kaum Geld, um seine Familie und sein Tier ( seine einzige Arbeit ) zu ernähren und danach ging es nochmals steil bergab.
      Aber in dem Artikel steht, dass den Touri-Kamelen kein Wasser zur Verfügung stand (Kamelen… die tagelang ohne Wasser auskommen können). Der Rest des Artikels ist “wie bei uns” – ein Foto von einem verletzten oder kranken Tier, ein mieser Tierquäler und alle Besitzer von Kamelen landen im gleichen Topf und sind mal eben ihre Existenz los.
      Soviel ich weiss, werden in Ägypten Pferde und Kamele nicht geschlachtet oder getötet, sondern sie werden “Allah anvertraut”, das heisst sie verrecken elendiglich, wenn sich niemand mehr um sie kümmern kann ( sie ihr Futter nicht mehr erwirtschaften ).

      Da man hier in Deutschland ja die Schafe mit Lamas schützen will ( so ein Quatsch ) – bzw. die Lamas den Wölfen verfüttern will, könnte man doch überlegen, die Schafherden mit Kamelen zu schützen. Das könnte gut sein, dass die mit einem Wolf kurzen Prozess machen.

      Ich hatte mal einen grossen, kräftigen Esel, der verfolgte jeden Hund, und hätte ihn auch getötet, hätte er ihn erwischt – da musste ich richtig gut aufpassen. Gekriegt hatte ich den Grauen von einem Schafhalter, weil er mit den Schaflämmern Fussball gespielt hatte – das fand der Schäfer natürlich nicht witzig, und deshalb wollte er ihn loswerden. Aber in den mongolischen Herden leben doch Schafe und Kamele zusammen ?

  4. Ludwig sagt

    Warum kommen die erst jetzt damit , wo doch die Politik uns über Jahre mit Vorschriften und Kontrollen permanent zur Einhaltung aller Vorgaben gegängelt hat. Q+S , sowie ISO 2000 sind doch hier im Norden normal. Bei mir haben sechs staatl. oder sonstige Organisationen ständig kontrolliert. Im Durchschnitt viermal im Jahr. Wahrscheinlich wohne ich zu dicht an deren Amtsstuben , weil nur 20% der Betriebe jedes Jahr kontrolliert werden müßen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die KOMMEN nicht damit, die wollen nur wissen, wie Bauern für dieses Thema sensibilisiert bzw. vorbreitet sind.
      In den großen Anlagen ist das immer Thema. In den ganz vielen “Kleinen” eben nicht. Und da ist es auch nicht oder nur schwer konsequent umsetzbar, weil tausend Hanseln täglich über die Höfe oder durch die Stallungen laufen und sogar sollen = Transparenz.
      Tierärzte, Futtermittellieferanten, Lohnunternehmer, Händler, Freunde, Berater, alle trampeln sie durch die Anlagen. Milchtankwagen kreuzen Viehverkehrswege, Güllewagen queren mehrere Hofanlagen, Futterlieferanten fahren von Tür zu Tor.

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  5. firedragon sagt

    Ich habe mir das mal durchgelesen …
    Da alle unsere Tiere draußen an der Luft sind, alles offen ist und die auch noch auf die Wiese können, ist ‘Biosicherheit’ kein Thema bei uns.
    Unser Betrieb wäre allerdings auch nicht gefährdet (‘nur’ ein finanzieller Verlust), wenn es alle Tiere dahinraffen würde, wäre nur Schade um die Tiere.
    Also auch von mir eher ein Schulterzuck.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich sehe in der “Draußenhaltung” eine hohe Gefahr für die Biosicherheit….deswegen gibt es doch die Umfrage= ASP? Du hast keinen Schaden, dafür aber vielleicht der Rest der Republik? 😮

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  6. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Im grunde kann man nur auf sehr viele Unsicherheiten hinweisen,die der einzelne Betrieb im täglichen Geschäft eben nicht vorhersehen kann.

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Tja, ist für Bäuerlein schwierig zu beantworten….für den spezialisierten Massentierhalter tägliches Geschäft. Schulterzuck.

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