Bauer Willi
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Ist das Gentechnik?

Gute Grüne Gentechnik müsste alle diese Kritikpunkte ausräumen: Sie müsste eine Pflanze bearbeiten, die für konventionelle Züchter eine echte Herausforderung ist, wie etwa den Weizen, dessen Genom fünfmal so viele Gene hat wie das menschliche. Sie müsste ein Merkmal wählen, das vielen nützt, dem Züchter, dem Landwirt und dem Konsumenten. Beim Weizen wäre das eine Pilztoleranz. Die würde den Landwirt vor manchmal dramatischen Ertragseinbrüchen und Umwelt und Konsumenten vor dem bisher oft massiven Einsatz von Fungiziden schützen. Der genetische Eingriff müsste sehr präzise sein. Und er dürfte nicht nur die globale Marktmacht eines Chemiegiganten stärken.“

So schreibt es Andreas Sentker in „Zeit Online“. Und tatsächlich gibt es dieses Projekt.

https://www.zeit.de/2020/39/gruene-gentechnik-weizen-projekt-bundesverband-deutscher-pflanzenzuechter

Stellt sich nun die Frage, wie die Kritiker reagieren.

Denn: es wurde nichts verändert, ausser dass zur Erlangung einer Pilztoleranz ein Genom im Weizen abgeschaltet wurde. Wie es auch in der Natur passieren kann.

Mich interessiert eure Meinung.

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44 Kommentare

  1. Christian Bothe sagt

    07.10.20 Top agrar eben!
    Lieber Bauer Willi. Ich lese das gerade und finde es super und faszinierend! Da werden aber einige Grüne vor Scham noch grüner werden, denke ich. Abgesehen von den Entscheidungen des EuGH.
    „Ihre bei Bakterien abgeschaute Methode Crispr/Cas9 revolutioniert die Züchtung. Für ihre Leistungen erhielten nun Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna den Nobelpreis für Chemie.“

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    • Lady sagt

      „Für ihre Leistungen erhielten nun Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna den Nobelpreis für Chemie.“ “

      Die Französin arbeitet wohl zur Zeit in Deutschland, sagt jedenfalls die FAZ. Das sollte die EU als Weckruf verstehen, die Zukunft wartet nicht auf uns. Oder auch in der Version von Gorbi.
      Aber vermutlich stehen jetzt schon wieder die Kritiker des oben genannten Projekts in den Startlöchern und versuchen zu verhindern, dass irgendwann mal auf dem Feld/im Freiland weiter gemacht werden muss. Und was könnte da nicht alles passieren….,
      Daher ist der Ansatz hier nicht von Gentechnik zu sprechen durchaus richtig, sonst kommen wir einfach nicht weiter.

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      • Ostbauer sagt

        Ich hab mich tierisch gefreut, als ich das gehört habe. Das ist mal ein Statement der Wissenschaft zu dem Thema.
        Jetzt muss man nur noch die Politik überzeugen und da hab ich noch so meine Zweifel.

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  2. Inga sagt

    Ich denke hier geht es um den Besitz der Gene und ich denke nur die Sollten Allgemeinbesitz sein, wie das Grundwasser .
    So könnten wir und auch die armen Bauern in der 3. Welt , für die es noch wichtiger ist, nachbauen.

    Ach da können sich NGOs auch drannklemmen, wenn sie da Bescheid wüssten, Karl.

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    • Karl Timme sagt

      Inga, ich bin kein Experte der Gentechnik. Etwas mehr als das Allgemeinwissen aus persöhnlichem Interesse. Habe etliche Vorträge zu dem Thema gehört. Dabei geht es auch in der Wissenschaft kontrovers zu. Die Pysiker haben eine andere Sicht auf das Thema als wie die Biochemiker oder Ethtiker. Zwischen alledem habe ich mir meine eigene, mir Eigen-Meinung gebildet.
      Wie hier schon ausgeführt, die Forschung ist nicht kostenfrei. Wurde sie früher größtenteils durch Forschungsgelder des Bundes und der Länder finanziert, ist es heute die Wirtschaft die hier den Größtenteil der Forschungsgelder aufbringt.
      Bei der Gentechnik war die Uni Göttingen einmal federführtend. Ihre Forschung hatten die Ebene des Labors überschritten. Die Freilandversuche konnten nicht ausgewertet werden, Gentechnikgegner hatten unter Aufsicht der Polizei die Versuchsfelder mehrfach vernichtet.
      Das Ergebnis: die letzten Versuche fanden in den USA statt und wurden dann dort Patentiert.
      Ein Erfolg der Gegener?
      Mitnichten, ausser in Deutschland wird in der ganzen Welt die sogenannte Gentechnik angewannd.
      Die Gegner wollten zunächst auch die sogenannte rote Gentechnik verbieten, haben dafür aber keine Mehrheit erhalten obwohl die Ablehnungsgründe die gleichen waren wie bei der grünen Gentechnik ( Herr Suhr hat darüber ausführlich und wiederholt berichtet).
      Hier feiert die Wiedersprüchlichkeit Ihren Höhepunkt. Aus einem Selbsterlebnis:
      Ein Bekannter, schon seit Jugendzeit, von Kindheit an Diabetiker schwärmt über das heutige Insulin ,produziert in Konvertvertern durch Genveränderten Bakterien, es ist besser verträglich und hat weniger Nebenwirkungen. Injeziert durch eine Pumpe direkt in den Blutkreislauf.
      Gleichzeitig ist er Gegner der Grünen Gentechnik! All seine Argumente gegen die Gentechnik unterscheidet nicht zwischen grüner und roter Gentechnik.
      Dann sind da noch die Chemischen Säuresquenzen, die das Erbgut speichern. UnterAnderem sehr viel Ballast aus Jahrtausener Vergangenheit. So schleppen wir uns mit dem Erbgut des Neandertaler und des Frühmenschen der aus Afrika nach der Europäischen Eiszeit nach Europa eingewandert ist. Über 80% dieser Info liegt aber Brach. Nur ca. 20% machen den heutigen Menschen aus.
      Religiös betrachtet wird dies durch Gott gesteuert. Die Wissenschaft streitet bis heute darüber wo das Leben beginnt.

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      • Inga sagt

        War das der BT-Mais in Göttingen, Karl?

        Das meinte ich ja, dass es für uns Menschen schädlich ist, wenn weltweite Saatgutfirmen Besitzer von Genen sind,
        daran verarmt nicht nur die Biologische Vielfalt sondern auch unsere Lebensqualität.

        Andere kreative Züchter dürfen dann aus diesen Genen nichts mehr machen, irgendetwas weiterzüchten, eine andere Eigenschaft dazu oder so. Das käme doch der Sortenvielfalt zu gute, oder?

        Wir geben diesen Konzernen die Macht über unser Leben, sie bestimmten was wir essen sollen,

        Habe gerade das in 3sat gesehen:
        https://www.3sat.de/gesellschaft/politik-und-gesellschaft/der-vormarsch-des-soja-104.html

        Entweder behalten wir im privaten für den privaten Anbau im Garten noch andere alte Sorten von Tomaten und Gemüse, damit wir die Vielfalt an Sorten noch haben, mit mehr Geschmack und gesunden Inhaltssoffen
        oder wir werden den Konzernen hörig und essen die paar hochgezüchteten Sorten die die uns anbieten, schön haltbar, aber ohne Geschmack und Vitamine.

        Das gleiche machen die mit Soja und Vieh Mast.

        Wir essen aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen Würmer und in Amerika und China das doppelte an Schweinefleisch pro Person.
        Diese Konzerne verkaufen nicht nur Saatgut und bauen es in Südamerika an, behandeln es mit eigenen PSM, liefern es nach China (auch wo anders in die Welt)‘ und neue Schweinerassen, die chinesischen Bauern vor Ort müssen für die auch die Schweine mästen, die werden dann in deren Schlachthäuser geschlachtet, um dann billig auf den Markt zu werfen, dafür werden von der Chinesischen Regierung noch subventioniert.

        Das wollten die hier in Deutschland oder ganz EU auch machen, da haben sich aber die Bauern gewehrt, sie wollten nicht Knecht auf dem eigenen Hof sein.

        Die Leute da sind machtlos, sie können auch nichts gegen den schwindenden Wald machen.
        Und laut sagen dürfen sie dagegen auch nichts, wie die Leute früher in der DDR (und wir alle früher bei Hitler) gegen das Regime. Wie jetzt vielleicht Erdogan auch oder so.

        Wenn in einer Gemarkung hier nun mehrere Monokulturen z.B. Mais stehen, dann wäre es doch doch von Vorteil, wenn das wenigstens verschiedene Sorten mit verschiedenen Eigenschaften wären, oder?

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Corona-Impfstoff geht in Zulassungsprozess
    Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde.

    Während wir daran arbeiten, einen potenziellen Impfstoff in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit zu entwickeln, um dieser Pandemie ein Ende zu bereiten, ist es unsere Pflicht, sicherzustellen, dass wir dies mit den höchsten ethischen Standards sowie unter Einhaltung fundierter wissenschaftlicher Prinzipien tun.
    Biontech-Chef und Mitgründer Ugur Sahin
    Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe – es ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers. Im Körper wird daraus ein Eiweiß des Virus hergestellt, genauer gesagt das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt.“

    Teufelszeug, gentechnisch veränderte Viren in meinen Körper nein, niemals iiiigitt…..ich werde Impfgegner (Satire)

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    • Inga sagt

      Und von diesem Oberflächenprotein wird man immun?
      Was sind das für Viren, die es in jeder Zelle einschleust?

      Sind das irgendwelche abgeschwächten Viren, die die Immunität hervorruft?

      _Und schützt dieser Impfstoff immer noch, wenn sich der CoronaVirus genetisch ändert, anpasst?

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      • Reinhard Seevers sagt

        I N G A ….wer soll dir deine Fragen beantworten? Ruf doch bitte bei Biontech an und informier uns danach, ja? Augenroll

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          • Inga sagt

            Unter den schlauen Leuten hier wird das doch wohl einer wissen, der in dieser Disziplin besser Bescheid weiß, wie ich, oder?

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  4. fingerphilosoph sagt

    Eine Operation bleibt eine Operation, auch wenn keine Narbe bleibt, an der man den Eingriff im Nachhinein identifizieren kann. Wenn ein narbenlos operierter Mensch behauptet, er wäre niemals operiert worden, dann ist das schlichtweg eine Lüge. Damit wird die Leistung des Chirurgen negiert.

    Gentechnik stellt sich selbst ins Abseits, wenn sie zu solchen Lügen greift. Eine Wissenschaft, die sich mittels Lügen gegen den Willen der Mehrheit durchsetzen will, hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt.

    Die willkürliche Umdefinition des Begriffs, wonach präzise Gentechnik plötzlich gar keine mehr sein soll, ist doch der beste Beweis dafür, dass es in Wirklichkeit gar nicht um Wissenschaft geht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Dann erfinden wir eben eine neue Definition….ändert nichts an der Diskussion, das Kind bekommt lediglich einen neuen Namen.
      Vorschlag für einen Namen: „Böse Naturveränderung“

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      • Inga sagt

        Veränderung bleibt Veränderung???
        Und wird weitervererbt, logisch, gehört ja zur Sorteneigenschaft, wie bei der herkömmlichen Züchtung.

        Jetzt wüste ich von den Experten gerne, ob diese schnelle Veränderung auch Nebenwirkungen hat?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Inga: „Jetzt wüste ich von den Experten gerne, ob diese schnelle Veränderung auch Nebenwirkungen hat?“

          Da würde ich mit Radio Eriwan antworten: Im Prinzip nein, aber je nachdem, welchen Experten du fragst, wirst du die ein oder andere Antwort erhalten.

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          • Paulus sagt

            Na ja, Inga stellt, wahrscheinlich unbewusst, schon eine nicht unwichtige Frage, nämlich die nach den Nebenwirkungen.
            Ich begebe mich als Laie jetzt mal bewusst aufs Glatteis. Unter Pilztoleranz verstehe ich, dass ein Befall dem Weizen nichts anhaben kann, eben weil der Befall von der Pflanze toleriert wird ohne das sie Schaden nimmt. Das heißt aber doch sie kann durchaus befallen sein. Da stellt sich schon die Frage was denn mit den daraus hergestellten Produkten ist? Wird das Korn fungizid behandelt?
            Mir kommt da gerade mal so die Trichinose in den Sinn. Schweine, zumindest die in der freien Wildbahn, zeigen nach meiner Kenntnis keine Symptome, demnach sind sie trichinentolerant. Wenn ich trichinöses Fleisch zu mir nehme sieht das schon völlig anders aus. Ist jetzt zugegeben etwas weit hergeholt.

            PS. Das stört mich enorm an diesen sogen. Wissenschaftsjournalisten, sie können nicht einmal Journalismus, geschweige denn Wissenschaft. Der Artikel in der Zeit ist für mich inhaltlich wertlos.

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            • firedragon sagt

              Paulus, ich kann Dir das ein wenig aus dem Bereich Weinbau erklären. Hier werden pilzwiderstandsfähige Sorten gezüchtet, ganz regulär und nicht mit der Genschere. Dir geht’s ja erst mal vorrangig um den Pilzbefall. Je nach Jahr und Wetter bilden sich mal mehr, mal weniger Pilze und befallen die Reben, dagegen wird viel behandelt, dass Rebstock und Trauben geschützt sind.
              Durch Züchtung, unter Einbindung von Resistenzpartnern, konnte erreicht werden, dass sich der Rebstock quasi selbst schützt. So gibt es erst gar keinen Pilzbefall. Allerdings ist das von Jahr zu Jahr unterschiedlich, je nachdem wie hoch der Pilzdruck ist. Dann hilft man der Rebe mit ein paar wenigen Fungizidbehandlungen.
              Ziel einer solcher Zucht ist, Reduzierung von Wirkstoffen, bis zum möglichen Weglassen (wie gesagt, das ist jahresabhängig)
              So würde ich mir das auch beim Getreide vorstellen – der Pilz kann erst gar nicht etablieren.

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              • Paulus sagt

                Firedragon, danke für die Erklärung. Trotzdem kann ich die Begriffe „Pilztoleranz“ und „Pilzresistenz“ nicht so einfach zusammen bringen. Liegt wahrscheinlich daran das ich nur ein blöder Inschenör bin. Könnte natürlich auch sein, dass Herr Dr. Kremer-Schillings mal wieder kritiklos auf eine journalistische Glanzleistung hereingefallen ist.

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                • Bauer Willi sagt

                  @Paulus
                  „Mal wieder reingefallen ist“. Ich wollte es Dir gerade erklären, aber jetzt lass ich es.

                  Nun ja, bin ja nicht so. Resistenz bedeutet, dass ein Organismus (Pflanze, Tier, Mensch) nicht befallen wird, die Krankheit nicht ausbricht, er dagegen resistent ist. Also keinerlei Schaden davon trägt. Toleranz: der Organismus kann befallen werden, aber Pflanze, Tier, Mensch trägt keinen oder kaum einen Schaden davon. Er toleriert den Schädling, die Krankheit etc.

                  Was an dem Artikel eigentlich interessant ist: Die Abschaltung des Gens kann man mittels Mutagenese machen (Bestrahlung, Chemie, alte Züchtungsmethoden) was recht unspezifisch ist, oder mit modernen Züchtungsmethoden, was ganz gezielt geht. Ersteres kann lange dauern, man weiß nicht so recht, was dabei passiert, aber man hat das erwünschte Produkt. So läuft es seit Jahrzehnten. Für mich und wahrscheinlich jeden anderen Inschenör auch, warum die neue, gezielte Methode, wo nur das verändert wird, was erwünscht ist, so verteufelt wird.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Ich halte die Vereinfachungen und Verallgemeinerungen in der Diskussion um die Gentechnik für ausgesprochen verantwortungslos und fahrlässig. Erstens codieren 95% der DNA-Nukleotide überhaupt keine Erbinformation, sondern haben funktionale Aufgaben, von denen man von einem Großteil nicht weiß, was für welche das sind.

                  Diejenigen Abschnitte, die codieren, sind meistens redundant angelegt, also geht es nicht nur drum, ein einzelnes Gen abzuschalten, man muss dieselbe Gensequenz gleich mehrfach abschalten und das passiert natürlicherweise oder durch ungerichtete Bestrahlung eben gerade nicht.

                  Zweitens ist es lächerlich so zu tun, als wäre eine Eigenschaft wie Pilzresistenz, Trockenresistenz oder was auch immer nur in einer einzigen Geninformation codiert. In der Regel sind immer mehrere Gene an einer derartigen Eigenschaft beteiligt. Kommt hinzu, dass viele Gene überhaupt nicht eindeutig codieren. Das heißt, einem einzelnen Gensequenz lässt sich nicht so einfach eine phänotypische Eigenschaft zuordnen.

                  Wer glaubt, mit dem simplen An- und Abschalten einer einzelnen Gensequenz wäre es getan, hat von Gentechnik null Ahnung. In der Regel handelt es sich um den Umbau der halben Pflanze, weil eine Veränderung an Gen A notwendig eine Veränderung an Gen B nach sich zieht.

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                • Karl Timme sagt

                  fingerphilosoph,
                  siehe mein Post oben zu Inga.

                  „Erstens codieren 95% der DNA-Nukleotide überhaupt keine Erbinformation, sondern haben funktionale Aufgaben, von denen man von einem Großteil nicht weiß, was für welche das sind.“
                  D o c h , nur wollen wir hoffen das wir diese Info nicht brauchen, stammen aus Vergangenheitsbewältigung, auch aus Überstandene Pandemien und Seuchen weit vor christlicher Zeit zu beginn der Menschheit.

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            • Inga sagt

              Werden die zum Verzehr gedachten Wildschweine nicht einer Trichinenbeschau unterzogen?
              Oder kann man diese Trichinen nicht durch Erhitzung zerstören?
              Oder verwendet man von denen auch rohes Hackfleisch wie vom Hausschwein?

              Ich denke bei pilztolerantem Getreide wird sich kein Pilz ansiedeln, Weizen ist mutterkorntolerant oder -restistent , aber bei Roggen ist es nicht so, den kann man nicht verwenden, kommt gar nicht in die Mühle.
              Wie ist es bei Triticale?

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              • Paulus sagt

                Inga, selbstverständlich gilt für Wildschweine und auch andere Wildarten die von Trichinose befallen werden können, die Pflicht der Fleischbeschau.
                Sonst darf das Wildbret nicht in den Verkehr gebracht werden. Eigenartigerweise darf man es als Jäger aber selbst verzehren. Bon Appétit!
                Abgesehen davon gilt für Jäger seit ewigen Zeiten: Bestelle dir niemals Wild in der Gastronomie, außer du hast es selbst geliefert. 🙂 Hat jetzt aber nichts mit Trichinen zu tun.

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                • Inga sagt

                  Und warum darf der Bauer sein Schwein nicht ohne Trichinenbeschau selbst essen?

                  Geldmacherei von Veterinäramt?
                  Oder weil beim Bauern früher immer fremde Menschen, wie z.B. Helfer mit am Tisch saßen?

                  Aber vielleicht hat der Jäger auch so ein Fachblick wie der Fleischbeschauer, denn der mußte so bis 1960 oder noch später eine Lebendbesichtigung des Schweines machen.
                  Später nur die 2. mit dem Mikroskop am Küchentisch.

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    • Philip sagt

      Im Falle von Genome Editing bei Pflanzen käme es ja dem „Chirurgen“ zu, die Wahrheit dauerhaft zu verbreiten.
      Falls die Pflanzen samenfest sind, wären dem Ganzen allerdings praktische Grenzen gesetzt, da der Eingriff theoretisch unbeweisbar ist.

      Oder der „Chirurg“ hinterlässt ein Wasserzeichen im Genom:)
      Dann kann man das Ganze aber auch gleich lassen…

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  5. firedragon sagt

    Passt gut zum Thema von gestern, wozu ich mir meine Gedanken gemacht hatte.
    Wenn bspw gefordert wird, weniger oder keine Wirkstoffe auszubringen um Pflanzen, die der Ernährung dienen, gegen Krankheiten zu schützen, braucht es andere Möglichkeiten Schutz zu gewährleisten.
    Ob dieser Schutz in Form von Züchtung, durch Einkreuzung von Resistenzpartnern (langwierig) oder durch einen minimalen Eingriff (zack) hergestellt wird, hängt von den Maximalforderungen von Schreihälsen ab.
    Ich erkläre das auch gerne.
    Wenn von jetzt auf gleich Wirkstoffe verboten werden, muss schnellstmöglich Ersatz her, also die Genschere, dann ist ein schnelles Sicherheitsnetz da.
    Wenn Resistenzen durch herkömmliche Züchtung auf sich warten lassen, dann müssen Wirkstoffe eben so lange verwendet werden dürfen, bis dieses Sicherheitsnetz geschaffen ist.
    So etwas käme auf meine Pro/Contra – Liste.

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    • Paulus sagt

      Inga, für dich fange ich jetzt mal ganz von vorne an. Forschung ist immer eine teuere Angelegenheit, davon kann ich aus Erfahrung berichten.
      Selbst die führenden deutschen Forschungsgesellschaften, die ja an sich unverdächtig sind, finanzieren sich weitgehend über Patente, bzw. Lizenzvergaben oder in Einzelfällen auch mit deren Verkauf. Wirtschaftsunternehmen investieren nur in F&E wenn dies Gewinne verspricht, alles andere wäre unternehmerischer Schwachsinn.
      Ausnahmen gibt es nicht einmal bei den Philanthropen wie z.B. der Gates Foundation, auch die halten Patente, stellen aber mitunter kostenlose Lizenzen zur Verfügung.

      Ein schönes Beispiel hätte ich noch. Ein ehemaliger Ostbetrieb hat nach der Wende in Zusammenarbeit mit Greenpeace einen FCKW-freien Kühlschrank entwickelt. GP bestand darauf kein Patent anzumelden, um der Menschheit diese Errungenschaft nicht vor zu enthalten. Foron oder wie der Ex-DDR Laden hieß, war nach ein paar Monaten pleite, während Westunternehmen mit deren Technologie munter drauflos produzierten.

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      • Inga sagt

        Ja, das weiß ich alles,

        könnte man F und E. nicht den neutralen Universitäten lassen?

        Bei den Internationalen Konzernen geht es doch ins Uferlose.

        Wenn die Gene frei bleiben, dann könnten mehr kreative Leute was positives damit machen, abgesehen von den Nachbaugebühren.

        Diese Konzerne haben sich das Recht an den Genen geklaut und dadurch sind sie mächtig und agieren weltweit (das ist nicht von Nachteil) .

        Ein Bauer oder Rübenfahrer haben vor der Zeit mit der Maustechnik so eine gute Rübengabel an für den Frontlader (oder anderes Ladegerät) erfunden aber nicht angemeldet,
        ein paar Wochen später war es auf dem markt.

        Da hatte noch jemand so eine Idee?
        Das ist ja was mechanisches,

        Aber Gene sind was natürliches.
        Soll da einer Firma das Gen für z.B. Pilzresistenz einer Pflanze gehören?

        Sie hat doch die Sorte, die sie damit hervorgebracht hat und wird sie anmelden.

        Und sie muß für die verschiedenen Klimabedingungen in der ganzen Welt Sorten anmelden!

        Und wenn eine andere Firma nun bei dieser Sorte mit der Pilzresistenz noch eine Ertragssteigerung oder was anderes positives dazu kreuzt,
        das geht ja dann nicht, oder?
        Dann wäre ja die Forschungsfreiheit eingeschränkt, oder?
        Das wäre zum Nachteil von Bauern und Verbrauchern, finde ich.

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  6. Reinhard Seevers sagt

    Ich vermute/glaube, dass diese Diskussion zu einem Streitgespräch zwischen Unwissenden, Halbwissenden und Ideologen sowie Verblendeten werden wird,….es führt zu keinem guten Ende.

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    • Stadtmensch sagt

      Man kann ja trotzdem als Ahnungsloser ein paar Fragen in die Runde werfen:
      Häufig ist es so, dass die Lösung bestehender Probleme neue Probleme schafft.
      Beim Einsatz der Gentechnik in der Medizin werden wohl hauptsächlich Erbkrankheiten behandelt, die sich selbst bei idealen Lebensumständen nicht vermeiden lassen.

      Beim Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft wird versucht (Achtung Polemik!) die Folgen der „Dauermedikamentierung“ von Böden und Nutzpflanzen durch Anpassung des Erbgutes zu lindern. Oder anders – Hat schon mal jemand ein Weizenfeld auf einem „unbehandelten“ Boden im „natürlichen Gleichgewicht“ untersucht? Angenommen der Weizen bekommt dort Vollwertkost, kann er dann schon allein aus diesem Grund einem Pilzbefall widerstehen?
      Ansonsten habe ich überhaupt nichts gegen Gentechnik-Forschung: https://www.helmholtz.de/erde_und_umwelt/dieguteunddiebsemanipulation/

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Man kann ja trotzdem als Ahnungsloser ein paar Fragen in die Runde werfen:“

        Sehen sie Herr Stadtmensch, so sollte es sein, man stellt Fragen über etwas, wenn man selbst etwas nicht nicht weiß. Das finde ich mal Gut.
        Antworten kann ich ihnen nicht, weil meine Sachkenntnis im Ackerbau etwas dürftig ist.

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      • Inga sagt

        Was verstehst du unter Bodenbehandlung, Stadtmensch?
        Die Grunddüngung?
        Düngung ist keine medizinische Behandlung,, sie ist Nahrung für die Pflanzen.

        Die med. Behandlung für sie nennt man Pflanzenschutz, die Medikamente dazu heißen Pflanzenschutzmittel PSM dazu gibt es ein Pflanzenschutzamt wie für die Menschen das Gesundheitsamt!
        Für Tiere das Veterinäramt, das ja auch andere Aufgaben hat.

        Ja, bei den Pflanzen gibt es Sorten die leichter eine Krankheit bekommen als andere, wie bei Menschen und andren Individuen auch. Das ist genetisch bedingt.

        Weil man nun sowie so auf Ertrag züchtet, versucht man auch gleichzeitig auf KrankheitsResistenz zu züchten.

        Weil das auf die herkömmliche Züchtungsart auf Phänotyp zu langsam geht versucht man es eben mit Hilfe von Gentechnik.
        Und die neue Crispr/Cas hat sich ja in der Humanmedizin (Rote Gentechnik) schon bewährt.

        Wenn deswegen die Pflanzen ein niedrigeres Krankheitsbild zeigen, spart man auch PSM!
        Gefällt der Umwelt.

        Gute Ernährung kann
        bei Mensch, Tier und Pflanze gegen Krankheiten robuster machen!

        Pflanzenart:
        Weizen Roggen Hafer, Gerste, Rüben Kartoffeln usw.

        Jede Nutzpflanzenart hat verschieden Sorten, Familien mit gleichen Genen, z.B. Robustheit gegen Pilzerreger)

        So weit ich weiß!

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  7. Moin,

    ich will mich mal kürzer halten als sonst:

    1. Nicht Gentechnik aus geschlossener Umgebung (mikrobielle Basis etc.) gleichsetzen mit Einsatz auf freiem Feld (Stichworte wie Introgression, Verdrängung des Natürlichen, Bayer-Monsanto-Patentklagen gegen nicht-gentechnikverwendende Höfe, die das Pech hatten, wenn da roundup-ready Zeug oder ähnliches im Ackerlandet).

    2. Resistenzen entwickeln sich nicht nur bei Agro-Chemie, sondern auch bei gentechnisch veränderten Sorten. So gibt es zunehmend mehr Insekten, die schon gegen Bt resistent sind.

    3. Bayer-Monsanto und Co. wollen Umsatz machen, da geht es in erster LInie um pflanzenschutzmittelresistente Sorten für mehr Einsatz von Agrochemie (roundup-ready, Xtend usw.). Hintertür soll die Wohltat mit Resistenzen oder Trockenstreß als Argument sein.

    4. Meist kann man es herkömmlich auch realisieren mit Fruchtfolgen usw. Golden Rice für Vitamin A … warum nicht mehr Gemüse anbauen für abwechslungsreichere Ernährung …

    5. Massive Fehler bei CRISPR (bis zu 40% On-Target- und Off-Target-Fehler), siehe zuletzt das Thema hornloser Rinder aber auch in der Humanmedizin nachgewiesen.
    https://www.testbiotech.org/aktuelles/hornlose-gentechnik-rinder-fehler-im-erbgut-uebersehen

    Aber man kann sich auch jährlich ein neues Smartphone holen, weil schön ist …

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    • Bauer Willi sagt

      zu 2. Resistenzen entwickeln sich überall, auch beim Menschen, ist etwas „natürliches“
      zu 3. Das ewige Argument, dass Unternehmen Geld verdienen wollen (wer will das nicht?)
      zu 4. „wenn ihr kein Brot habt, dann esst doch Kuchen“ (zynisch)
      zu 5. testbiotech ist eine Firma, die als Geschäftsmodell Anti-Gentechnik betreibt

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      • Ja, Resistenzen entwickeln sich überall. Also warum Gentechnik, wenn man ehr wieder am Anfang landet, vor allem vor dem Hintergrund, daß sich Gentechnik eben nicht nur auf Resistenzentwicklung beschränken wird und auch noch haufenweise Fehler einschleppt. Das, was beim Menschen der Bluter ist, wird dann auch für Getreide und Co. der Fall sein … die Geister, die man rief …

        Wenn die Unternehmen die Bauern wegklagen (Patentklagen), habe ich damit ein Problem. Ebenso damit, daß Verwehungen auf Feld A zur Ernteausfällen auf Feld B führen (z.B. Dicamba), weil der eine ganzjährig auf gentechnisch veränderte Sorten spritzen kann, der andere keine gentechnikveränderten Sorten einsetzt. Geld verdienen ist okay, aber das ewige Profitsteigern über die Nachhaltigkeit hinaus eben nicht, egal, ob sozial, ökologisch oder makroökonomisch.

        Was Biotech angeht:
        1. Kann doch Anti-Gentechnik sein, bin ich auch, wenn die Aussage stimmt. Also stimmt das, was Biotech da geschrieben hat, oder stimmt es nicht? Die katholische Kirche wird ja auch nicht über Allah predigen.
        2. Du kannst Kritikern nicht vorwerfen, daß sie kritisieren, dann müßtest Du auch den BDP als nicht-objektiv erachten. Zitat aus dem von Dir geteilten Artikel:
        „Ein solches Projekt hat in dieser Woche der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) vorgestellt. 54 mittelständische Unternehmen sind daran beteiligt.“
        Zu den Unternehmen zählen laut Wikipedia:
        … etliche große Konzerne der Saatgutindustrie … unter anderem Bayer CropScience AG, DLF-Trifolium, KWS Saat, Maribo, Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Syngenta Cereals und Syngenta Seeds GmbH.
        („Mittelständische Unternehmen“, wenn das nicht Lobbyismus und Schönfärberei ist *zwinkersmiley)

        Ein König sollte nicht nur auf diejenigen hören, die ihm sagen, was er hören will!

        Was das mit dem Brot soll, verstehe ich nicht, aber mit Blick auf unser Konsumverhalten, was in Industrienationen schon jetzt alles weggeworfen wird, und daß das Bevölkerungswachstum dort am geringsten ist, wo Wohlstand und Nahrungsmittelangebot am grßten sind (siehe Deutschland und Japan), sind wir noch weit davon entfernt zu verhungern (es sei denn, wir bekommen die Bodendegradation und den Klimawandel/Dürren nicht in den Griff, aber da hilft auch eher Humusaufbau, nicht Gentechnik). Wir können auch darüber sprechen, warum an der Börse mehr Lebensmittel gehandelt werden als real existieren usw. Aber das führt hier doch zu nichts!?

        Zieh eine Bilanz der Auswirkung der Gentechnik auf die Landwirtschaft in den USA. Ist ja nicht so, daß wir unerfahren an den Start gehen.

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        • Bauer Willi sagt

          Ich habe keine andere Antwort erwartet. Es ist unmöglich geworden, wissenschaftlich zu argumentieren. Die Ausschaltung des einen Gens kann auch durch Bestrahlung oder chemische Behandlung erreicht werden. So arbeiten die Züchter seit Jahrzehnten. Oder eben auf natürliche Selektion warten.

          Sobald Crispr-Cas dabei steht, gehen die Lampen an und das Maschinengewehr der angelesenen NGO-Argumente wird abgefeuert.

          Ein König sollte auf alle hören…

          +1
    • Inga sagt

      Golden Rice ist für Menschen, die in einem anderen Teil unserer Erde beheimatet sind, wo keine Gemüse wie hier wachsen.

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  8. Mark sagt

    Interessant sind die Kommentare zum Artikel. Es sind bei weitem nicht nur ablehnende Statemments. Der UNIKREBSFORSCHER trifft m.E. den Nagel so ziemlich auf den Kopf:

    „Wenn grüne Gentechnik wirklich Vorteile für Versorgung, Bauern in armen Ländern und Umwelt (wie z.B. rekombinates Insulin in der med. versorgung) bringen würde, wäre die Akzeptanz bald besser. Man solte dann auch auf Patente verzichten, damit das Produkt möglichst weit gegen Dürre, Versalzung usw. angebaut werden kann, ohne dass Kleinbauern sich verschulden müssen. Bisher: Fehlanzeige. Selbst der goldene Reis muss noch beweisen dass er wirklich nützt. Bin gespannt. Wir nutzen Gentechnik jeden Tag im Krebslabor, Z.B. um neue THerapien zu finden. Weil es da sinnvoll/nützlich ist gibt es keine Akzeptanzprobleme.“

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    • Karl Timme sagt

      Ist ebend keine grüne Gentechnik, hier lässt sich durch die NGO’s kein Geld generieren.

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      • Inga sagt

        Ich denke hier geht es um den Besitz der Gene und ich denke nur die Sollten Allgemeinbesitz sein, wie das Grundwasser .
        So könnten wir und auch die armen Bauern in der 3. Welt , für die es noch wichtiger ist, nachbauen.

        Ach da können sich NGOs auch drannklemmen, wenn sie da Bescheid wüssten, Karl.

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