Bauer Willi
Kommentare 103

„Ich bringe mich um“

Dieser Satz stammt aus einer  Rede der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast. Sie zitiert darin aus Telefonaten mit Schweinehaltern, die nicht mehr wissen, was sie mit ihren Schweinen machen sollen. Dass sie das auch persönlich bewegt, kann man im folgenden Link sehen:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Corona-auf-dem-Land-Otte-Kinast-bricht-in-Traenen-aus,ottekinast188.html

Im Artikel unter dem Video wird auch erläutert, wie es zum aktuellen „Schweinestau“ kommen konnte. Es ist im wesentlichen das Zusammentreffen von ASP (Exportstopp nach China) und Corona (Schließungen von Schlachtbetrieben). Beide Ereignisse sind von den Schweinehaltern nicht zu verantworten. Erschreckend sind die Kommentare unter diesem Artikel.

Die Interessengemeinschaft deutscher Schweinehalter (ISN) fordert eine Task-Force, die unbürokratische Lösungen ausarbeitet.

https://www.schweine.net/news/zu-weihnachten-ueber-eine-millionen-schweine-in-de.html

Der ohnehin defizitäre Preis von 1,27 €/kg wird von einigen Schlachtern nicht akzeptiert und ein Hauspreis von 1,25 €/kg „vorgeschrieben“. Anderenfalls würde man die Schweine nicht abnehmen.

Die Verzweiflung der Schweinehalter wächst von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Kurzschlusshandlungen sind nicht mehr auszuschließen.

 

 

 

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103 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Nee, bei Masthühnern hast Du einfach Mastzeiten von 8 Wochen, bei Puten sind es glaub ich 25 Wochen. Selbst mit Brutzeit ist es sehr, sehr viel kürzer als der Zyklus beim Schwein. Da kann man schneller reagieren. Und nein, die haben keine bessere Lobbyarbeit. Gibt wohl kaum was, was so vom Tierschutz- und Tierrechtlern angegangen wird wie die Geflügelhaltung. Selbst meine recht glücklichen Gartentucken sind lt. Peta und Co. dringend zu befreien.

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    • Thomas Apfel sagt

      Das mit dem Naturschutz und den Wildschweinen war für mich schon ganz interessant. Ich habe das über einige Jahre mal mit Erfassung Flora auf von Wildschweinen erreichbaren und nicht erreichbaren Flächen dokumentiert. Ich habe eine Fläche von rund 20 ha für die Wildschweine „unbegehbar“ gemacht (Doppelter Knotengeflecht- Zaun und Elektro – Litzen auf de Außenseite). Während in den Innenflächen ca. 90 Arten an krautigen Pflanzen gefunden werden, ist das im Außenbereich der Einzäunung sehr eingeschränkt. Diese Flächen machen den Eindruck, als wären sie 4 mal im Jahr flächendeckend mit der Bodenfräse bearbeitet worden. Der „bearbeitete Bereich“ weist dann auch nur rund 25 krautige Pflanzenarten aus. Ich glaube auch nicht, dass da an Insekten, Bodenbrütern und sonstigem Getier viel übrig bleibt. Die Wildschweindichte ist (vielleicht bald „war“) bei uns jedenfalls extrem hoch. Die Viecher sind extrem schlau. Wenn bei uns jetzt „Hahn in Ruh“ gilt, haben die das ganz schnell raus und sind überall. Die sind nebst Rotwild bei uns auf ehemaligen Truppenübungsplätzen der UdSSR nach der Wende durch reiche Jagdpächter aus „Fern West“ regelrecht „gezüchtet“ (gehalten) worden. Da gab es in den zuständigen Forstämtern Beschwerden über TRITTSCHÄDEN durch Rotwild (nicht etwa Fraßschäden) an Jungpflanzungen, so als wäre eine Hammelherde tagelang in der Schonung eingesperrt gewesen. Dass eine Seuche bei solchen Bestandsdichten die wahrscheinlichste zu erwartende „Aufräumaktion“ sein wird, war zu erwarten.
      Bei TA war neulich ein Plakat aus Stuttgard für mehr Lebensraum für Rotwild in Feld und Flur zu sehen. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, die Städter sehen in der umliegenden Landschaft eine Art „Serengeti-Park“, in dem sie Wolf, Wisent und Auerochs wieder ansiedeln können um dann in geschützten Führungen die „tollen“ Tiere aus sicherer Entfernung ansehen zu können, um dann in der sicheren Großstadtwohnung davon zu schwärmen. Das ist wie mit den Elefanten in Bothswhana: Hauptsache schön viele zu sehen wenn die Safari kommt, die Äcker der Bauern und totgetrampelte Eiheimische sind da nebensächlich. Die Städter zeigen gegenüber dem ländliche Raum ähnliche Auffassungen und Handlungsweisen wie die kolonialen (Stief-) Mutterländer im 19. und 20. Jahrhundert.

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  2. Sabine sagt

    Die Bauern kriegen es im Moment echt von allen Seiten. Die Frage ist, wie lösen wir das jetzt entstandene Problem und wie verhindern wir zukünftig solche Probleme. Und, liebe Politiker und Medienschaffende, bitte seid mir da nicht böse, wenn ich so meine Zweifel habe, dass das mit ner weiteren öffentlichen Diskussion, Abstimmung etc. passieren kann. Manchmal muss man einfach machen. Hätte Helmut Schmidt 1962 gewartet bis man sich über die grundsätzliche Ausrichtung des Küstenschutzes, die damit verbundenen Eingriffe in die Natur, die Auswirkungen auf die Städte und Gemeinden, die Infrastruktur…. einig gewesen wäre, bevor er Entscheidungen getroffen hätte, was wäre dann aus Hamburg geworden?
    Man sagt, dass Krisen Staatmänner gebären… Ich warte, bisher kreisen Politik und Medien und ich seh noch kein Köpfchen.
    Nur mal angenommen (Vorsicht, Revolution!) man würde für einen begrenzten Zeitraum die Schlachtverordnung aussetzen und ihr könntet wenigstens einen Teil der Tiere bei Metzgern vor Ort schlachten lassen, grob zerlegen und einfrieren, würde das helfen? Würde es helfen, wenn man Schlachter und Metzger, die aus dem Beruf abgewandert sind oder schon verrentet wurden, kurz zeitig mobilisiert? Gibt es vllt. stillgelegte Schlachthöfe, die man provisorisch wieder zum Laufen bekommen könnte?
    Ich mein, die Tiere sind da. Die reden wir nicht weg. Die müssen jetzt auch irgendwie verarbeitet werden. Und die in dieser Situation recht lauten Tierschützer und -rechtler werden die nicht totstreicheln. Wenn es nicht genug Schlachtplätze gibt und die großen Schlachtereien Corona nicht in den Griff kriegen, dann sehe ich eigentlich keine Alternative dazu wo anders zu schlachten. Angesichts der drohenden Verelendungswelle weltweit hier Schweine in die Tonne zu kloppen, wäre so ziemlich das aller Letzte, oder?
    Bei der Abwehr der ASP. Würde es da helfen, wenn die BW Zäune zieht? Würde es helfen, wenn – so sehr da auch des Waidmanns Herz sich wehrt – mit Nachtsicht-und Wärmekamera gejagd würde? Würde es helfen, wenn man die Wildschweine in umzäunte Gehege treibt, um sie davon abzuhalten zu wandern? Wäre das machbar? Wäre es machbar entsprechende Entnahmen auch irgendwo auf Eis zu legen, bis sich der Markt beruhigt hat? Welche Möglichkeiten gäbe es noch?
    Und jetzt bitte nicht sagen, dass man in den Markt nicht eingreifen darf. Wir greifen ständig in Märkte ein, nennen das nur anders.

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    • Paulus sagt

      @Sabine, „Angesichts der drohenden Verelendungswelle weltweit hier Schweine in die Tonne zu kloppen, wäre so ziemlich das aller Letzte, oder?“
      Krisensituationen erfordern mitunter drastische oder zumindest unkonventionelle Maßnahmen, das ist nun mal so. Ich kann übrigens aus Erfahrung ein Lied davon singen. Da darf man nicht erst lange mit Moraltheologen und Bedenkenträgern diskutieren, sondern muss entscheiden und handeln. Punkt! Ist aber nix für Schisser und auch nix für Heulsusen. Wenn die Ställe überlaufen hätte ich keine Skrupel als Sofortmaßnahme zumindest Teile der Bestände zu keulen. Beim Ausbruch einer Seuche denkt ja schließlich auch keiner lange darüber nach. Selbstverständlich müssen die Betroffenen entschädigt werden. Angesichts der enormen Summen mit denen manch andere Wirtschaftszweige gestützt werden, dürfte dies zu verkraften sein. Und dann muss man über das nachdenken was Arnold Krämer vorschlägt.
      Bevor jetzt wieder einer mit „pfui Teufel“ kommt; ich weiß ich bin ein schlechter Mensch, aber manchmal ganz brauchbar.

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        • Paulus sagt

          Wenn die Lage wirklich so dramatisch ist wie sie geschildert wird und die Schweinebauern schon stark suizidgefährdet sind, habe ich als Politiker im Amt eines Fachministers dafür zu sorgen, oder mich zumindest darum zu bemühen, dass neben rechtlicher Rückendeckung auch eine Entschädigung erfolgt. Alles andere ist dummes Geseihere oder auch Bullshit!
          Was hat die Heulerei dieser Frau Otte-Kinast denn gebracht? Das sie kurzfristig umsetzbare Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt hat konnte ich den Medien nicht entnehmen. Ich schaue allerdings auch nur noch selten in bäuerlichen Fachzeitschriften nach.

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          • Brötchen sagt

            Was muss getan werden:

            1. feststellen wie hoch der Stau ist, also welche Schlachtzahlen bei den einzelnen Betrieben zu erwarten sind in den nächsten acht Wochen.

            2. Alles dafür tun, dass die Schlachthöfe voll arbeiten können

            3. Ausweichmöglichkeiten offen halten, wie provisorische Haltungsmöglichkeiten. Ausnahmegenehmigungen befristet

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          • Ferkelhebamme sagt

            Paulus, während kein Politiker eine Lösung weiß und die Grünen sogar noch nachtreten, Frau Klöckner gestern beim Branchengespräch Fleisch den Landwirten selbst die Schuld gibt, dass sie wegen Corona vorausschauend weniger hätten aufstellen sollen (und was hätten die Ferkelerzeuger dann mit ihren Ferkeln machen sollen? Noch vorausschauender handeln und bei guten Aussichten wie Anfang des Jahres die Produktion einstellen?) zeigt Frau Otte-Kinast tatsächlich kurzfristig umsetzbare Möglichkeiten auf: das Schlachten an Sonn- und Feiertagen erlauben und die Schlachthöfe bei Infektionen eben nicht für drei Wochen zu schließen. Die Grünen haben noch garnicht gecheckt, dass die letzten Ansteckungen garnicht im Werk stattfanden. Die leben so in ihrer Phantasiewelt, dass sie offensichtlich noch nicht mitbekommen haben, dass wir allgemein steigende Infektionszahlen haben und da an den Schlachthöfen engmaschig getestet wird, ist doch klar, dass dort auch Fälle auftauchen. Nur, dass die jetzt gut vorbereitet sind und direkt Eindämmungsmaßnahmen ergreifen, die ja auch Wirkung zeigen. Die Kühlungen, die nachweislich für die Verbreitung in den Werken gesorgt hatten, sind doch längst umgebaut! Die Tierhaltungsgegner wollen den Tierbestand in D unbedingt verringern, auch mit Gewalt, wie man sieht. Auch auf Kosten der Tiere und der Menschen. Wird dann wohl als Kollsteralschaden für die gute Sache verbucht.
            Ich möchte nicht erleben müssen, dass meine Tiere sinnlos getötet und weggeschmissen werden! Keulung wegen eines Seuchenzuges ist da was ganz anderes. Aber auch das will ich natürlich nicht erleben müssen.
            Und zuletzt: wer hat denn die vielen kleineren Schlachthöfe durch überzogene Vorschriften kaputtgemacht, wer hat dieses System der Billiglöhner gefördert, wer hat die großen immer noch größer werden lassen und die Konzentration des Handels zugelassen, der uns zu äußerster Effizienz zwingt? Selber schuld????

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            • Reinhard Seevers sagt

              Ferkelhebamme, man muss gar keine Schuld verteilen. Alle müssen nur verstehen, dass das System der kapitalistischen Marktwirtschaft und sein Wohlstand nur funktioniert, wenn die Landwirtschaft ihre Produktivität steigert. Dies ist nun am Anschlag, die dafür notwendigen Hebel werden ihr jetzt vorgehalten.
              Reisen, Partys, Kultur und Luxuskonsum sind weiterhin gewünscht, gewollt und sie werden sogar als Ablasshandel für die Agrarindustrie benutzt. Kein Fleisch, dafür mind. ein Kontinentalflug im Jahr.
              Spenden für die armen Bauern in der Dritten Welt und einen Arschtritt für unsere Landwirte. Ein Aufruf, die Bande nicht mehr zu versorgen gelingt genauso wenig, wie eine konzertierte Aktion für die Sache….es scheint aussichtslos.
              Ich hoffe, dass Corona noch lange anhält….dann wird irgendwann deutlich, wozu Kapital notwendig ist: Zum Kauf von Nahrungsmitteln.

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Paulus, die von dir beschriebene “ Heulerei“ von der Ministerin war sehr ernst gemeint. Sie hat hier in die Seele der betroffenen geschaut.
            Das verstehst du sicher nicht.
            Es soll Politiker geben die noch nachvollziehen können wie es im innersten dieser betroffenen aussieht.
            Geht dir natürlich am aller wertesten vorbei.

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        • Paulus sagt

          Worin besteht der Unterschied zwischen keulen und schlachten? Beides bedeutet doch wohl den schnellstmöglichen Tod der Tiere.
          Ich weiß allerdings nicht was genau unter keulen zu verstehen ist. Vielleicht kann das ja mal einer etwas näher erläutern.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Das einzig Gemeinsame ist der Tod des Tieres, der Unterschied liegt im „Sinn“ und „Sinnlos“. Bei der Keulung wird im Betrieb mit der Stromzange getötet – LKW – Entsorgung.

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            • Brötchen sagt

              Es kann sein, das spezielle Geräte verwendet werden, die höhere Stromstärken liefern.
              Beim Schlachten müssen die Parameter sehr genau entsprechend der Bedingungen eingestellt werden, sonst ist die Fleischqualität nicht gut.
              Normalerweise müsste auch beim Keulen ein Kehlschnitt gemacht werden zum entbluten.
              Beim Schlachten ist das genau über dem Brustbein.

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              • Ferkelhebamme sagt

                Mit der Stromzange ist ein Kehlschnitt nicht notwendig.
                In den großen Schlachthöfen wird mit CO2 und dann Kehlschnitt getötet

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              • ist über dem Brustbein die Blutbahn, Vene oder Arterie, wahrscheinlich Arterie, die das von Herzen gepumptes Blut weiter in den Körper transportiert und in dem Fall, dann eben nach Außen. Das Schwein stirbt am verbluten!

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            • Sabine sagt

              Na, das wär schön. Das was ich aus der „Garten-Huhn-Ecke“ während der Geflügelgrippe mitbekommen habe, sieht anders aus. Die Keul-Kommandos hatten Null-Sachkunde, teilweise wurde da versucht Schwäne und Gänse mit viel zu kleinen Zangen zu töten. Wie die Zangen richtig am Hals angesetzt werden, vorher wohl nicht gezeigt. Ich kenn einen Tierhalter, der danach so unter Schock stand, dass er in Behandlung musste. Da hatten die Gemeinde die Leute vom Ordnungsamt, die nicht schnell genug Nein-sagen konnten, einfach morgens angekarrt, in Schneemänner gesteckt und auf die mit Prügeln und Genickbruchzangen auf die Zuchtanlage losgelassen. Die wussten schon nicht, wie man die Tiere richtig einfängt und festhält, da gab es keinen elektrischer Euthanasierer, der, so weit ich weiß, in mobiler Schlachtung vorgeschrieben ist. Das Ergebnis war gruselig, das Geschrei der Tiere, die Panik seiner Lieblinge geht den älteren Herrn heute noch im Albträumen nach. Sowas mit ansehen zu müssen, wünsch ich echt keinem Tierhalter. Und das war „nur“ Geflügel, sich bekanntlich eher mäßig wehren kann und eigentlich recht einfach zu töten ist. Wie das bei Tieren ausschauen mag, die bei Panik richtig Bamule machen könne, will ich mir nicht vorstellen. Manche Sachen muss man halt wirklich können.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Sind die Ställe total überfüllt, kann eine Keulung eben aus Tierschutzgründen angeordnet werden. Den Schaden hat (unverschuldet) der Landwirt.

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      • Arnold Krämer sagt

        Die Branche der Schlachtschweineproduzenten hat sich in der Vergangenheit verbandlich immer gegen Staatseingriffe und gegen Integration in der Wertschöpfungskette gewehrt. Darauf war man stolz. Deshalb muss sie das jetzt auch durchstehen, auch wenn es besonders schwer fällt, weil aktuell zwei besondere „Störfaktoren“ (ASP und Corona) gleichzeitig wirksam sind, an deren Wirkung der Staat nicht ganz unbeteiligt ist.
        Die einzelbetriebliche Betroffenheit ist in jedem Fall groß, aber organisatorisch wie wirtschaftlich extrem unterschiedlich verkraftbar.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Und was war mit den Puten im Juni, als der einzige Wiesenhof-Schlachthof schließen musste? Die sind integriert, standen aber auch kurz vor der Keulung. Eine vertikale Integration hilft da auch nicht, wenn die Kapazitäten einfach nicht da sind.

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          • Arnold Krämer sagt

            Die Geflügelbranche steht weniger als die Schweinebranche im medialen Focus, hat eine bessere Lobbyarbeit und steht wirtschaftlich klar besser da.

            An dem Thema Schlachthofschliessung in Soegel ist man mit guten Argumenten und anwaltlicher Unterstützung dran.

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  3. Matthias Zahn sagt

    Kriseninstrumente Fehlanzeige!!!

    Wie auch bei der Milch, gibt es im Schweinesektor kein Risikomanagement für solche Situationen. Das bezieht sich jetzt NICHT auf den einzelnen Erzeuger. Es ist eher die Branche an sich gemeint. Man denkt halt, das geht immer so weiter, dass der LKW kommt und die Schweine abholt. Aber, es ist immer nur eine Frage der Zeit, wann das einmal nicht mehr der Fall ist. Und was dann?? Nix! Achselzucken!? Die Bauern, als letztes Glied in der Kette, müssen es dann ausbaden….. Mit einem Schweinebauern möchte ich momentan nicht tauschen, denn die haben wirklich eine sehr harte Zeit. Abgesehen von den gesellschaftlichen Anfeindungen kommen nun wirtschaftliche Probleme noch oben drauf.
    Am Ende kommt aber dann doch noch ein ABER: Genauso, wie bei den Milchbauern, haben sich die Schweinebauern immer darauf verlassen, dass schon irgendjemand die Kohlen für sie aus dem Feuer holen wird. Vielleicht wäre es langsam Zeit, erwachsen zu werden und eigenständige Modelle zu entwickeln! Damit man in der nächsten Krise AGIEREN kann und sich nicht nur aufs REAGIEREN beschränken muss…….

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        • Arnold Krämer sagt

          Weichen und nicht mehr wachsen!!!!!????
          Das geht aber nur, wenn Mastställe endgültig nicht mehr genutzt (also mit ausländischen Ferkeln) werden dürfen. Rauskaufen und stilllegen!!?? In D politisch undenkbar.

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            • Arnold Krämer sagt

              Der Verbrauch an Schweinefleisch in D geht seit 1 bis 2 Jahren deutlich zurück und wird mit dem Älterwerden und dem „Wenigerwerden“ der Schweinefleischesser sowie dem Einfluss der Medien in den nächsten Jahren weiter sinken.

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      • Matthias Zahn sagt

        Das Problem ist, dass es jetzt zu spät ist. Man hätte vor Monaten gemeinsam ein Worsecase-Szenario entwickeln müssen. Und man hätte zu Beginn der Pandemie bereits die Produktion um 1-2 % drosseln müssen. Ich weiß, jetzt kommen wieder tausend ABER warum das nicht geht….. Und NEIN der einzelne Bauer kann da nix machen, sondern nur mit einer gemeinsamen Strategie der Branche…… Ich weis auch, so eine Situation hatten wir noch nie. Dennoch steuern wir Bauern immer in jede Krise mit Vollgas rein. Ich weiß, wir armen Bauern können da wieder nix für…. Dennoch haben auch wir Verantwortung für unsere Märkte. Soooo und jetzt hol ich mir meine Prügel ab….. 😉

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        • Die Krise ist schlimmer, weil die Bauern sich alle spezialisiert haben.

          Früher gab es auch Situationen, wo (1966) man die Ferkel am liebsten gar nicht gebären lies,
          aber man mußte durch, finanziell war man ja noch durch den Erlös vom Kuhstall abgesichert.

          Vielfalt ist wohl in jeder Hinsicht der Gewinner, wie auch der Natur.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Oh, Herr Zahn. Auch hier unterwegs? Ein Risikomanagement für solche Situationen? Stellen Sie sich vor, ein vollbesetzter Jumbo-Jet startet auf einen 10-stündigen Flug und 10 Minuten vor Landung mit Kerosin für noch 2 Stunden an Bord erfährt er, dass der Flughafen aufgrund Abzug des Personals geschlossen ist. Im Minutentakt fliegen weitere Flugzeuge an und im Umkreis von 2 Stunden Flugdauer befinden sich nur ein paar kleine Provinzflughäfen, die noch geöffnet sind oder größere Flughäfen, die vorher schon 80% ihrer kapazitätsgrenze erreicht hatten. Was für ein Risikomanagement hätte das verhindern können?

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  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin an alle Nichtschweinehalter in diesem Blog, Könnt ihr euch überhaupt vorstellen was zur Zeit in unseren Köpfen vorgeht? Wir fürchten um unser Existens.
    Wir verstehen die Welt nicht mehr? Und einige Überschlaue in diesem sehr interessanten Blog den Willi hier ins Netz gestellt hat, gibt uns Ratschläge, was wir verändern müssen, sollten. Uns steht das Wasser sprichwörtlich in der Arschkimme und ihr macht euch über uns noch lustig.
    Dafür habe ich Null Bock.

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    • firedragon sagt

      Die Nichtschweinehalter haben Fragen gestellt und nachvollziehbare Antworten erhalten.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        @firedragon, siehe den Kommentar von Paulus.
        „Wenn es zuviel Schweine und zuviel Milch gibt“ ist es euer Problem.
        Auf deutsch, ihr Landwirte seit zu blöd für dieses Wirtschaftssystem, man sollte euch abschaffen.

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        • firedragon sagt

          Brandenburgbauer, Paulus hat’s Dir ja ganz schön angetan, dass Du Dich ziemlich oft ihn einschließt…aber egal, ist Deine Sache.
          Im Übrigen hat Paulus nicht ganz unrecht. Ich bin eigentlich auch der Meinung, ein Angebot an Produkten zu haben, bei dem man nicht in Verkaufsdruck gerät.
          Brauchst mich jetzt auch deswegen nicht angehen- im Bereich Weinbau stehen Neuregelungen zur Diskussion, wenn die EU Vorgaben für den Deutschen Weinbau übernommen werden (müssen), dann kannst Du es Dir sogar leisten täglich in Wein zu baden.

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    • bauerhans sagt

      „…gibt uns Ratschläge, was wir verändern müssen, sollten“

      in anderen foren werden die bauern per se beschimpft und für alles verantwortlich gemacht,die vergiftete umwelt,die hungernden afrikaner,das belastete trinkwasser,die lebensmittel im müll oder auch corona.
      zu antworten,bringt nix.
      morgen abend 20.15 NDR
      die zukunft der landwirtschaft????

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  5. Friedrich sagt

    firedragon
    Wir haben in Deutschland rechnerisch eine Selbstversorgung von 110%. Weil die Mitbürger aber nur die Edelteile esssen , kommen 30% des verwertbaren Schlachtkörpers in den Export.
    Überwiegend nach Asien. Das sind Kopf, Innereien, Bauch , Blut, Beine usw. . Wir schlachten hier rd. 50 Mill. Schweine nur noch. Es waren mal 59 Mill. , weil wir durch die Billigarbeiter das Schlachthaus Europas waren, denn wir konnten es dadurch 30% billiger als die Nachbarländer , die nach Tarif ihre Leute bezahlt haben. Dies Billigarbeitersystem ist unter SPD und den Grünen (Kanzler Schröder + ML Künast) etabliert worden. Die haben auch die knallharten Hygienevorschriften erlassen und damit alle kleinen Schlachtbetriebe zur Aufgabe gebracht. — In Deutschland produzieren wir nur noch fast 40 Mill. Ferkel selbst , mit fallender Tendenz. Über 10 Mill. Ferkel kommen aus Dänemark und den Niederlanden. Die kleinen Ferkelerzeugerbetriebe mit unter 300 Muttersauen hören verstärkt auf und wenn dann mästen sie ihre Ferkel und verkaufen die als Mastschweine. — China und andere Länder nehmen wegen der ASP z.Zt. keine Schweineprodukte ab. Das z.Zt. große Problem ist das aber nicht , sondern die durch Corona bedingten Schlachkapazitäten und da fehlt die politische Entscheidung unterstüzend einzugreifen. Man hat fast das Gefühl , daß die Politik sich freut , daß die Bauern in ihrer Not die Schweinehaltung aufgeben. Sie opfern als also für ihre moralisch-ideologische Politik die Schweinebauern. Das wird sich rächen , weil wir dann im nächsten Jahr erheblich weniger Schweinefleisch am Markt haben und der Verbraucher tiefer in die Tasche greifen muß. Ich werde das bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr nicht vergessen , denn bei mir warten meine Mastschweine auch darauf, geschlachtet zu werden. Auch hier kann man wieder sehen , daß diese Regierung nur auf Substanzverringerung wirtschaftet, wie überall. Am Wahltag um 18.01 Uhr werden wir die Wahrheit dann hören und eine neue Zeit beginnen. Für meine Kinder und Großkinder wird es eine harte Zeit werden.

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  6. Paulus sagt

    Nadine Henke, wenn euch das alles schon klar war, fragt sich der Außenstehende was ihr in dem Bewusstsein denn präventiv unternommen habt? Mir scheint, ihr habt nur da gesessen wie das Kaninchen vor der Schlange. Mir ist schon klar, dass ihr an der ASP und dem chinesischen Importstopp unschuldig seid, und erkenne auch eure Not. Aber hätte man dann nicht einvernehmlich die Produktion rechtzeitig drosseln müssen? Oder statt Ferkel zu importieren erst mal die lokalen Erzeuger stützen müssen? Soweit geht die Solidarität dann wohl doch nicht. Die Bauern können zwar kollektiv wehklagen, aber ansonsten scheint mir gerade in eurer Zunft jeder sich selbst der Nächste zu sein.
    Die Tränen dieser Ministerin kommen zwar medial ganz gut rüber, und waren dramaturgisch wirksam. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass diesem Peter Altmaier die Tränen über die Wangen laufen. In seinem Ressort geht es schließlich um eine ungleich höhere Anzahl von Existenzen. Das geht den Bauern aber gerade mal am Sogenannten vorbei.

    Noch am Rande: Wenn Preise von 1,27 €/kg, ebenso wie der Milchpreis von 0,31 €/kg (seit Jahren) defizitär sind, fragt sich doch jeder halbwegs gescheite Verbraucher warum die Bauern dann noch nicht längst pleite sind. Nach meiner Auffassung habt ihr ein Vertrauens- oder besser gesagt Glaubwürdigkeitsdefizit aufgebaut, das euch in Krisensituationen nun mal vor die Füße fällt. Wenn es zuviel Schweine und zuviel Milch gibt ist das kein gesellschaftliches Problem, und schon gar kein Grund den nationalen Notstand in einer überversorgten Gesellschaft auszurufen. Da kann eine Frau Otte-Kinast soviel heulen wie sie will.
    Mir ist schon klar was jetzt kommt. 🙂 Und nein, Herr Dr. Kremer-Schillings, ich bin nicht empathielos!

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    • Berno sagt

      Hallo Paulus. Für die Mastschweine die jetzt verkauft werden, sind die Sauen vor 10 Monaten belegt worden…. Zu dem Zeitpunkt wurde weder über ASP diskutiert noch von Korona geredet…. Das heißt aber auch, wenn wir jetzt die Entscheidung treffen weniger zu produzieren, dass es noch mindestens 10 Monate dauert bis wir Auswirkungen haben…. Und was in 10 Monaten los ist, kann heute auch niemand sagen…. Vielleicht sind dann wieder Schweine gesucht…. Und ja 1,27 ist nicht kostendeckend und es ist ja auch erst seit kurzen so…. 1,40 ist zwar kostendeckend aber dann habe ich kaum einen Stundenlohn… Pleite ist man nicht aber groß verdienen tut ein Landwirt auch nicht…. Für einen in der Wirtschaft üblichen Betriebsgewinnn und eine Stundenlohn von 10€ Netto müssten da in etwa 1,80€ im Schnitt stehen…. Diese wurden in den letzten Jahren nicht erreicht… Der Schnitt lag er bei 1,55€. Das heißt aber auch, dass kaum Rücklagen für Notsituationen wie diese jetzt gebildet werden konnten…. Übrigens sind die durchschnittlichen Kosten von im Jahr 1990 80cent auf heute 1,35€ pro Kilogramm gestiegen… Der Erlös lag 1990 bei ca. 1,48€ und heute bei 1,55€ .. Heißt die Kosten die durch immer höhere Auflagen/Inflation gestiegen sind, habem mit zu diesem Problem geführt, da gleichzeitig keine Inflation im Gewinn eingetreten ist…. Hätte man eine Inflation gehabt, AO läge der Erlös bei ca.2,20€ pro kg….. Bei dieser Gewinnspanne hätten auch kleine Betriebe gut uberleben können…. 1980 lag der Schweinebestand übriegens bei 36 mio heute bei knapp 25 mio….

      3+
    • Ferkelhebamme sagt

      Für die Deutschen haben wir sogar zu wenig Schweine, denn der Deutsche isst leider sehr exklusiv, Edelteile werden sogar eingeführt, um den Bedarf zu decken. Wo ist da die Solidarität? Esst gefälligst mehr Eisbein und Innereien! Und wenn du meinst auf Milliarden Devisen aus „Abfallprodukten“ verzichten zu können, dann können und müssen wir halt auch auf China-Importe verzichten. Kannste deine Masken selber nähen…
      Den Schweinezyklus habe ich schon mal versucht zu erläutern, das spare ich mir jetzt. Weißt du was das an die Nerven geht?
      Wir können nicht einfach die Produktion herunterfahren und unsere Tiere auf Lager legen wie in der Industrie. Wenn ich jetzt aufhöre, Sauen zu besamen, wirkt sich das erst in einem Jahr aus. Und leere Mutten sind teure Mutten. Hätten wir die besagte Glaskugel, hätten wir vor einem Jahr alles aufgeben sollen?
      Prognosen besagen, dass Ferkel in zwei Jahren richtig teuer werden, wenn es dann überhaupt noch großartig deutsche Ferkel gibt. Dann können sich auch die Schreihälse warm anziehen, wenn ein nicht unbedeutender Teil des Einkommens wieder für Lebensmittel ausgegeben werden muss.

      3+
      • sonnenblume sagt

        Es kann schon sein, dass deutsche Ferkel teuer werden. Aber die Verbraucherpreise werden nicht gewaltig steigen. Das wird der Handel durch günstige Importe schon regeln. Außer, er kann mit dem Hinweis auf fehlende Ware aus D. noch mehr Gewinn abgreifen.

        4+
      • Paulus sagt

        Ferkelhebamme, Industrie war jetzt ein schönes Stichwort. Ich habe auf diesem Blog, als ganz einsamer Rufer in der Wüste, schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es keine industrielle Landwirtschaft gibt und das auch sachlich begründet. Hat aber keinen interessiert.
        Und jetzt kommt ihr plötzlich selbst damit um die Ecke anstatt das das mal rechtzeitig kommuniziert zu haben.
        Und noch etwas: Von einer Ministerin erwarte ich Führungsqualität, keine Rumheulerei. Und von ihrer Administration Lösungsvorschläge für ein Problem. Wenn diese Dame dazu nicht imstande ist, handelt es sich schlicht um eine Fehlbesetzung.

        3+
        • sonnenblume sagt

          Wer hat die Worte Massentierhaltung, oder industrielle Landwirtschaft geprägt und zuerst ins Spiel gebracht? Landwirte, oder doch jemand Anderes? Es stimmt schon. Diese Begriffe hätten von der Berufsvertretung viel stärker beanstandet werden müssen. Dort fährt man immer die sanfte Tour und gerät damit immer mehr ins Hintertreffen

          2+
        • Schmeckt gut sagt

          Paulus, pfui Teufel. Es ist dringend angebracht, in einer Situation, die so verfahren ist, ein wenig Mitgefühl mit den betroffenen Familien (und Tieren) zu zeigen. So kommt auch rüber, wie brutal die Situation ist (hast du uns übrigens schon mehrfach geraten, genau so zu kommunizieren – also, was ist jetzt richtig?). Im Gegensatz zu dir kenne ich unsere Ministerin persönlich und weiß, dass ihre Reaktionen echt und nicht, wie bei vielen Politikern (Schauspielern) vorgetäuscht und vor dem Spiegel geübt. Ich erkenne nur einen maßlosen politischen Druck und dass die Erkenntnis der Brutalität der Gemengelage in Hannover nicht heruntergespielt wird. Das rechne ich der Ministerin und ihrem Stab hoch an.

          1+
          • Schmeckt gut sagt

            PS: Das mit der industriellen LW sehe ich genau so. Wie steht es doch auf Straßenschildern im Pariser Becken 😉 ? Allerdings laufen in Frankreich auch viele realitätsfremde Leute rum. Fehler werden aber auch problemorientiert angefasst (s. Saatgutinkrustierung). Wäre so in D nicht denkbar. Vielleicht mit Habeck als Kanzler?

            0
    • bauerhans sagt

      Paulus,unsere produktion ist unelastisch unflexibel und sehr langfristig angelegt!
      daraus ergibt sich,dass wir eben nicht so können,wie wir wollen. und dass der Staat die Pflicht hat,uns zu unterstützen,was jahrhundertelang so gewesen ist.

      2+
    • Ferkelhebamme sagt

      Noch ein paar Zahlen, Paulus.
      In den letzten zehn Jahren ist der Schweinebestand um 1 Million Tiere gesunken, das entspricht 3,9%, die Zahl der Betriebe um 40%!
      Der Sauenbestand ist um 22,6% gesunken, während 2/3 der Betriebe dicht gemacht haben. Reicht dir das an Pleiten, um glaubwürdig zu sein?
      Der Export von Schweinefleisch hat allein im ersten Halbjahr 2020 übrigens 2,4 Milliarden Euro eingebracht.
      Wir haben bei Ferkeln nur einen Selbstversorgungsgrad von 60%: leider interessiert die Mäster die Herkunft genauso wenig wie die Schlachter und die Verbraucher.
      Wir bräuchten eigentlich nur die Grenzen für ausländische Ferkel schließen und allen wäre geholfen…

      2+
      • sonnenblume sagt

        Selbst wenn wir die Grenzen für Ferkel schließen würden wäre uns nicht geholfen. Dann kommen eben Schlachtkörper ins Land. Das geht auch mit frischer Ware. Und die Mär vom regionalen Einkauf, oder was auch immer, kann man doch vergessen. Wir können unsere Produktion nicht so abschotten. Es werden immer Handelswege gesucht und aufgebaut. Man soll die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgeben, aber wir sollten auch nicht zu viel erwarten.

        1+
        • Ferkelhebamme sagt

          Es sollte auch nur eine kleine Überspitzung in Anspielung auf all die einfachen Lösungen sein, die uns so vorgehalten werden

          1+
          • Lady sagt

            „Es sollte auch nur eine kleine Überspitzung in Anspielung auf all die einfachen Lösungen sein, die uns so vorgehalten werden “

            Trotz des sehr ernsten Thema haben ich bei den für ausländische Ferkel geschlossenen Grenzen schmunzeln müssen.

            Mir war nicht klar, dass sogar Edelteile importiert werden müssen, weil wir Inländer so exklusiv essen. Danke für die Info.

            Wie könnte denn eine Lösung/eine Entspannung der Situation aussehen?

            0
          • sonnenblume sagt

            Das dumme an der Sache ist nur, dass so manch ein führender Kopf ernsthaft an all diese einfachen Lösungen glaubt. Immerhin hat Frau Heinen-Esser schon mal festgestellt, dass Tierwohl an der Ladentheke nicht funktioniert. Die Liste der Erkenntnisse könnte sie noch um etliche Punkte erweitern.

            2+
    • Reinhard Seevers sagt

      Paulus, du hast noch nie etwas von Landwirtschaft verstanden, oder?
      Der deutsche Verdi-Gewerkschafter heult schon rum, wenn er seine 4,8% Lohnerhöhung nicht bekommt und trampelt mit dem Fuß auf. Landwirte halten oft Jahre ohne positives Einkommen aus, weil sie Hoffnung haben, dass es besser werden könnte.
      Eigentum sichert auch Kredite durch Banken, Mehrarbeit und Familienarbeitskräfte kompensieren häufig Fremdlöhne, Sparsamkeit ist normal…..

      3+
  7. Friedrich sagt

    Corona und ASP , also zwei Katastrophen für die Schweinehalter auf einen Schlag und die Politik schaut gleichgültig zu. Nur eine weinende Ministerin läst aufhorchen , aber Berlin und Brüssel schweigen. Mein Fazit : Staatsversagen !! — Den vorsorgenden Staat gibt es nicht mehr , denn bei Corona im Frühjahr war auch keine Vorsorge zu erkennen. Man produziert lediglich Papier , setzt aber nicht um. Genauso ist es mit ASP. Man lacht über den Zaunbau der Dänen , aber wird selbst nicht aktiv , obwohl wir viel näher an den polnischen ASP-Gebieten liegen. Die hohe Politik trifft sich lieber mit Greta und FFF , als sich über die leidenden Schweinebauern Gedanken zu machen. Statt jetzt die Schlachthöfe voll zu unterstützen , daß maximal geschlachtet wird , schließt man in Sögel die Schlachtstätte für drei Wochen. –Derweil werden jeden Tag neue Ferkel geboren und die Ställe werden immer voller , weil 1. die Mastschweine nicht abfließen und damit auch 2. keine Ferkel aufgestallt werden können. Durch die ganze Verunsicherung stallen dann 3. die Mäster auch keine Ferkel auf und damit kollabiert das ganze. Eine Entzerrung der Lage kann es nur geben , wenn eine ordnende Hand die Lieferketten wieder in Gänge bringt, also ML Klöckner ist gefragt , aber die Berliner schlafen weiter. Mit 20 Euro/zugekauftes Ferkel für die Mäster und 20Euro/verkauftes Ferkel für den Ferkelerzeuger und dampfmachen zum Schlachten , dann liefe alles wieder. — Die Holländer haben das doch im Frühjahr mit 50 Euro/Tonne Pommenskartoffel für den Entsorgungsweg in die Biogasanlagen doch auch hinbekommen, aber das sind ja auch Macher . Unsere Politiker haben leider keinen wirtschaftlichen Verstand . Schlafmützen ist noch milde ausgedrückt. Die bekommen ja noch nicht einmal die Sirenen zum Heulen.
    Versager !!!

    8+
    • firedragon sagt

      Friedrich, ich habe ja mit Schweinen nicht mehr viel am Hut.
      In den Fleischtheken gibt es derzeit noch Schweinefleisch zu kaufen, auch bei unserem Metzger.
      So, wie ich es verstanden habe, sind große Teile des Exports weggebrochen.
      Was würde es bringen, wenn jetzt Schweine geschlachtet würden, deren Fleisch eigentlich für den Export gedacht waren?
      Anmerkung: mir ist schon klar, dass man die Tiere in den Ställen nicht stapeln kann.

      0
      • Brötchen sagt

        Drachen innerhalb Europas wird das schon gehandelt, zumal Polen auch betroffen ist und Ungarn. Rumänien.
        jetzt wird Ware für Weihnachten beginnend hergestellt schinken u. rohwurst. einlagern können die auch. die Schlachthöfe laufen zur Zeit sowieso nur zu. 70 % auch wegen Auflagen Corona, das kommt noch dazu.
        wir schieben jetzt eine bugwelle vor uns her.

        2+
        • Brötchen sagt

          kommt noch hinzu jetzt in den Ferien bleiben fast alle zu Hause, die verbrauchen also.

          0
          • firedragon sagt

            Okay, wir schieben eine Welle vor uns her – eine Mill. Tiere, laut Aussage. Wie lange sind Fleisch und Fleischprodukte haltbar? Bräuchte man Lagermöglichkeiten und was zu dem ganzen Desaster noch dazukommt Brötchen, an allen Ecken wird einem eingerichtet, iß weniger Fleisch!
            „Läuft“ doch gerade alles mehr, als blöd…

            0
            • Brötchen sagt

              Du die haben riesige Tiefgefrierlager.
              Du musst bedenken, die Flughäfen sind zur Zeit zu 20 % ausgelastet. Die Leute würden nächste Wochen in Spanien essen und nicht bei uns.
              Du musst auch bedenken Verarbeitungsware ist im Volumen schon reduziert.
              Essen müssen die Leute und allen Unkenrufen zum Trotz, der Handwerker isst kein Sushi oder vegan, die essen Bockwurst und Boulette, weil die müssen richtig arbeiten und was schaffen.

              3+
              • firedragon sagt

                Und was für den Asiatischen Markt gewesen wäre, bekommt man da unter?
                Ich denke da nur an meinen Bereich, wenn da Mill. Liter für einen ausl. Markt produziert wird und der wegbricht, wird die Menge nicht automatisch im Innland verbraucht, ganz und gar nicht, da dieser Markt schon abgedeckt ist.
                Und so ähnlich stelle ich mir das für den Fleischmarkt vor.

                0
                • Brötchen sagt

                  Jetzt geht es erstmal darum, die Frischware muss verarbeitet werden und die Welle muss weg.
                  Soviel exportiert wird nun auch wieder nicht, dass können die schon umlenken, mussten sie ja vorher auch.
                  Deshalb ist das ja eine superflexible Marktwirtschaft.
                  Wie gesagt da gibt es schon Möglichkeiten.

                  0
                • Ferkelhebamme sagt

                  Die asiatischen Märkte haben vor allem Teile abgenommen, die hier in der Tonne landen würden, bzw. jetzt tatsächlich landen: Schwänze, Pfötchen, Öhrchen, etc.. Wertschöpfung statt Müll, dadurch konnten die Verbraucherpreise hier auch schön niedrig gehalten werden. Das Fleisch, was noch exportiert wurde, findet in Europa genauso Absatz, vor allem, da die VEZG ja die Preise sofort gesenkt hatte. Als wir hier 2 Euro für das Kilo Schwein bekommen haben, wurde auch fleißig belgisches Fleisch importiert, weil wegen der ASP schön billig. In Europa gibt es ein Abkommen mit dem Prinzip der Regionalisierung, d.h. aus ASP-freien Regionen darf importiert werden.
                  Die Ursache für den Stau sind momentan tatsächlich hauptsächlich die fehlenden Schlachtkapazitäten, bedingt dadurch, dass durch Coronamaßnahmen (Abstände) die Bänder nicht voll ausgelastet werden können, Betriebe unverhältnismäßig lange geschlossen werden und schlicht die Arbeiter fehlen. Hier werden sie gerade massiv von Amazon abgeworben, außerdem spielt das Verbot der Leiharbeit ein große Rolle: wenn man die Leute mal fragt, wollen die garnicht in Deutschland fest angestellt werden!
                  Man kann nur hoffen, dass Tönnies mit seinem Eilantrag für Sögel Recht bekommt! Auch wenn das wieder eine Welle der Empörung auslösen wird. Leider verstehen Politiker und Verbraucher das Drama garnicht, dass sich gerade abspielt.
                  Es wäre entsetzlich, wenn Tiere getötet werden müssen und im Müll landen! Ich kann die Bauern gut verstehen, die androhen sich was anzutun, sollte das passieren. Seine Tiere in der Tonne landen zu sehen ist grausam, von dem schnell sechsstelligen finanziellen Schaden mal ganz zu schweigen.
                  Wir haben gottseidank noch etwas Platz und durch Verträge und einen fairen genossenschaftlichen Abnehmer eine (noch) recht gesicherte Abnahme. Doch die Preise sind längst nicht mehr kostendeckend und wir können nicht ewig Eigenkapital verbrennen.
                  Ganz oben muss jetzt hart mit China verhandelt werden, damit es zumindest ein positives Signal gibt.

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                • sonnenblume sagt

                  Den Absatz in China können wir in nächster Zeit abschreiben. Die Vertreter in Berlin werden nicht so gut reden können, dass Peking den Einfuhrstopp, und sei es für regionale Ware, wieder frei gibt. Wenn wir Ende nächsten Jahres wieder liefern können, dann können wir schon froh sein. Sofern sich die Handelswege dann nicht schon verlagert haben. Aber bis dahin wird sich hier sehr viel verändern. Die Leerstände häufen sich. Und da kommt kein Tier wieder rein.

                  1+
    • Paulus sagt

      @Friedrich, mit dampf machen beim Schlachten nimmt man zweifelsfrei den Druck bei den Erzeugern weg. Aber geht nicht gleichzeitig, aufgrund des Überangebotes und der Exportbeschränkungen der Erzeugerpreis in die Knie? Staatliche Zuwendungen sind, was die Produktion von Schweinefleisch betrifft, nach meiner Auffassung schlicht undenkbar. Welche Partei sollte sich so etwas antun?

      1+
  8. Brötchen sagt

    Hebamme, das ist objektiv nicht ganz richtig. Vom SPD Ministerium wurde damals ein Zaun an der Grenze abgelehnt. Den mobilen Zaun gibt es jetzt unter den Grünen schon länger und ich erinnere an die Berichte halbstündig im NDR wo der feste Zaun in Dänemark verballhornt wurde und ausreden gefunden wurden, Alla neuer Mauerbau und die dânen sind sowieso doof und nur wir dt. Wissen alles ganz genau…
    Es ist in D. Egal von welcher pol. Coleur nur noch populistischer Schrott, was unsere politgrössen da verzapfen. Und da muss ich Frau Nonnenmacher in Schutz nehmen, die macht bisher eine recht realistische Politik in ihren Möglichkeiten, was ich so mitbekomme. Sie hat ja als Ärztin lange Zeit gearbeitet, so hätte ich sie nie eingeschätzt.?

    Das Problem sind die Landkreise und die Koordination bzw. Die wichtung dort. Ich kann verstehen, wenn nach dem ganzen Coronazeugs die Leute in den lkr. Nun nicht besonders motiviert sind sich den A….. für die Schweine aufzureißen. Wo die doch sowieso ungeliebt sind, um es Recht moderat auszudrücken. Und entgegen der landläufigen Meinung sitzen da keine Kompanien rum, die auf Arbeit warten.

    Ja und ich möchte NRW sehen, wie die einen ASP Fall da vor Ort gemanaget bekommen, wo die mit Corona und Tönnies schon so ihre Schwierigkeiten hatten und haben. Glaube das wird sich nicht viel nehmen.

    Jetzt wird wohl ein fester Zaun um das gesamte Gebiet gebaut, hätte man auch schon
    Früher machen können, ja und das hier wird wohl auch her so nicht kommen…..https://youtu.be/ruGpwqqmpAs

    1+
    • Thomas Apfel sagt

      Das letzte Video hat ja was von schlechten Filmen wie „Robocob“ oder „Danzer“. Hat irgendwie was von Buffalo Bill und mit Jagdromantik nix mehr zu tun, aber sehr effektiv.
      Nachtsicht, automatische Waffen und große Kaliber lassen viele Schweine direkt im Feuer liegen. Für mich irgendwie eine Mischung aus angewidert und andererseits fasziniert von der Effektivität.

      0
      • Brötchen sagt

        Thomas das Video ist hart, ich konnte mir das nicht bis zum Schluss ansehen.
        Aber anders als so wird das wohl nicht gehen.

        1+
        • Thomas Apfel sagt

          Na ja, insbesondere die ersten Sequenzen mit den vielen Schweinen machen auf mich den Eindruck eines Werbefilmchens für Nachtsichtgerät. Dem Verhalten der Tiere nach wahrscheinlich sogar in einem Wildgatter gedreht.??

          0
          • Brötchen sagt

            Beim Video runterscrollen, da gibt es Erklärungen auf deutsch.
            Es gibt etliche ähnliche Videos, die schießen mit Nachtsicht Kojoten zwischen Kühen weg.

            1+
  9. Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Ich finde es gerade sehr müßig, dass nun von vielen diese Krise ausgenutzt wird, um uns Schweinehaltern zu erklären, was wir alles falsch machen und gemacht haben. Dass wir es nicht kommen gesehen haben usw.

    Und ja, dass die ASP kommt, das war uns allen klar. Und dass es dann zu Absatzproblemen beim Export von Schweinefleisch kommt, ebenfalls. Dass jedoch ASP und Corona so reinschlägt, dass schlachtfertige Tiere in den Betrieben stehen und nicht geschlachtet werden, so dass es zu einem massiven Rückstau bis in die Ferkelerzeugerbetriebe kommt, nein, so weitsichtig waren wir nicht. Da haben wohl einige Akteure einfach die besseren Glaskugeln.

    6+
  10. Moin,

    die CDU hier und im Bund hat maßgeblich dazu beigetragen, daß es so eskaliert ist und uns jetzt vor die Füße fällt, die sitzen an der Regierung seit Jahr und Tag, Landwirtschaftsministerium inklusive. Viel heiße Luft, schon bei Dürrehilfe usw.

    Ich selbst lebe in Niedersachsen, der Raum um Vechta-Cloppenburg hat den Spitznamen Schweinegürtel. Massive Abhängigkeit vom Export. Der Geistliche Peter Kossen hat schon seit Jahr und Tag die Zustände in Schlachthöfen kritisiert u.v.m. Die Billigheimermentalität auf Produktionsseite ist bekannt … aber immer mehr soll’s dann richten.

    Die CDU könnte ja Modell aufsetzen wie die Niederlande, dort gibt es eine Exit-Strategie für Schweinehalter, bei der jeder Hof mit 300.000 € gefördert wird, um mehr in Richtung Immobilien/Betreuung gehen zu können. Und das ist nur ein Beispiel. Zahlreiche europäische Nachbarn sind da weiter als wir.

    Maßnahmen zur Preisregulierung von wegen freier Markt lehnt man regelmäßig ab mit deutlicher Betonung auf den freien Wettbewerb. Und weil die Zustände mit der Masse auch nicht besser werden, möchte man am liebsten auch aus den Augen, aus dem Sinn, wenn da wieder irgendeiner Organisation der Geldhahn zugedreht werden soll durch Aberkennung des Gemeinwohls oder weiß der Teufel.

    Umgekehrt freut man sich über jedes Freihandelsabkommen und noch mehr Importkonkurrenz. Ein Friedrich Merz hatte null Probleme mit US-Chlorhühnchen, aber … das Gedächtnis des Wählers ist kurz.

    Die Bäuerinnen und Bauern werden alleingelassen, und nur weil man vermeintlich auch konservativ ist und das Schnitzel toll findet, meint man, mit ein bißchen verbalem Bauchpinseln wäre es getan (kann nicht nur die CDU gut).

    Als nächstes klatschen wir auch noch …

    Wenn man den Taten so viel Aufmerksamkeit schenken würde wie den Worten, aber … nach vierzig Jahren Ariel wechselt man ja auch nicht mehr zu Persil und glaubt lieber am Wirken höherer Mächte, während man Verbrauchern oder Ökos die Schuld gibt, die könnten ja mehr Fleisch essen, oder so …

    Oder man ist ein fieser Möpp: Wer sich auf den Export gestürzt hat, ist selbst Schuld. Nur da wir alle dranhängen, hoffe ich auf konstruktivere Ansätze, Umdenken und vor allem auch eine souveräne Landwirtschaftspolitik OHNE Bauernopfer im wahrsten Sinne. statt wachse oder weiche und Höfesterben en masse.

    0
    • Ferkelhebamme sagt

      Herr Suhr, es sind die Grünen, die das Schlachten an Sonn-u.Feiertagen gerade blockieren und es ist ein grünes Landwirtschaftsministerium in Brandenburg, dass mit der ASP total überfordert ist! Waren ja auch nur 3 Jahre Vorbereitungszeit…
      Sie bemängeln das System, das über Jahrzehnte (unter CDU) entstanden ist?
      Aber nutznießen war ganz nett, nicht wahr?

      5+
  11. Arnold Krämer sagt

    Die Nerven liegen überall blank, bei den Schweinehaltern wegen der Konsequenzen aus ASP und Schlachthofschließungen, bei der Bevölkerung, den Medien, den Politikern wegen Corona. Der Einsatz von Politik und Verwaltungen für die Landwirtschaft allgemein und für bestimmte Produktionsrichtungen speziell hält sich in dieser Gemengelage sehr in Grenzen, um es zurückhaltend auszudrücken. „Klammheimliche Freude“ über die Konsequenzen für die „Massentierhalter“ und ihren Haltungen ist aus vielen Kommentaren und Einlassungen problemlos herauszulesen und zu -hören.
    Der Landkreis Emsland, der in den letzten 30 Jahren in hohem Maße von der Entwicklung der Landwirtschaft sowie dem vor- und nachgelagerten Sektor profitiert hat, sperrt den Tönnies-Schlachthof in Sögel für mehr als drei Wochen (22 Tage), während gleichzeitig ein „berühmter“ emsländischer Bauernsohn, Prof. Drosten, eine Verkürzung der Isolierzeit für Infizierte auf 5 Tage für ausreichend hält. Näheres siehe: https://www.tagesspiegel.de/wissen/drosten-aeussert-sich-zur-quarantaenezeit-habe-keine-verkuerzung-auf-fuenf-tage-vorgeschlagen/26159006.html
    Allein dieses Beispiel zeigt, dass wir „Krise nicht können“, keine guten Aussichten für das was uns angesichts der vielen „Wendeaktiviäten“ in Politik und Gesellschaft noch ins Haus steht.

    1+
      • Christian Suhr sagt

        „Hüte Dich vor dem Boten!“

        Achse des Guten ist politisch nicht empfehlenswert, Henryk M. Broder, der Mann dahinter, mag zwar für die Springerpresse (Welt) schreiben – was auch schon ein Geschmäckle hat – aber achgut ist eindeutig rechts.

        Der Artikel geht auf einen Beitrag der FAZ – sie selbst ein Geschmäckle hat, fragen Sie mal Rezo – ein und labert von einer Krise, die aufgrund sozialer und ökologischer Auflagen entstanden wäre. WAS SIE NICHT IST!
        Hier Rezo zur FAZ und WELT, riesiger Faktencheck ist auch dabei:
        https://www.youtube.com/watch?v=JA3yqXGSi0k
        https://www.youtube.com/watch?v=hkncijUZGKA

        Die Reallöhne sind seit Jahren weit unter dem Produktivitätszuwachs zurückgeblieben, damit ist die Kaufkraft für den Binnenmarkt abgekackt. Exportunternehmen interessieren sich auch nicht wirklich für Binnenmarktkaufkraft. Und dank biligem Euro (Wechselkurs Dollar) statt aufgewerteter D-Mark hat unser Export geboomt. Nur wenn wir alle anderen wegdumpen, müssen die auch Dumping spielen oder ihre Importe runterfahren, wenn deren Kaufkraft nicht gänzlich ausbluten soll. Also bricht uns gerade der Export weg, das ist ganz ohne Umwelt- und Sozialauflagen der Fall. Wir greifen ’nem nackten Mann in die Taschen und es gibt keine Märkte mehr, in die wir in Schneeballsystem-Manier noch eindringen könnten, um das System noch weiter fortführen zu können.

        Makroökonomisch hat jeder weggeschaut, es ging immer um Profitsteigerung des einzelnen Unternehmens. Nur wenn alle mehr produzieren, aber die Löhne auch noch weniger werden, wer soll’s dann kaufen?! Die Automobilbranche produziert schon seit längerem auf Halde, weswegen mancher die Abwrackprämie auch für Verbrenner wollte, dann hätte man dieses Stockpiling noch monetarisieren können.

        Cicero, Tichys Einblick, Epoch Times, Achse des Guten, PI News … alles nationalliberaler bis rechtspopulistischer Schei*, der nur Feindbilder bei Grünen und Co. sucht, Sündenbockprinzip.

        Der Autor des von Ihnen angeführten Artikels schreibt sogar noch für Tichys Einblick und damals auch für die Springerpresse. Da kann man auch BILD lesen … Da braucht man nicht lesen, was der schreibt, um zu wissen, was derjenige denkt!

        Ahnung statt Meinung fände ich nachhaltiger, aber das kann unsere Presse kaum noch 🙁

        0
        • Bauer Willi sagt

          „Cicero, Tichys Einblick, Epoch Times, Achse des Guten, PI News … alles nationalliberaler bis rechtspopulistischer Schei*, der nur Feindbilder bei Grünen und Co. sucht“.

          Oha, aber die TAZ ist ein Beispiel für fairen Journalismus?
          https://taz.de/Bauer-als-Chemie-Lobbyist/!5631848/

          Journalisten des Cicero werden regelmäßig zum Presseclub eingeladen. Da sitzen nach deiner Interpretation dann also Nazis?

          Ich glaube, jetzt „gehen die Pferde mit Dir durch“ (landw. Ausdruck für maßlose Übertreibung)

          4+
        • Lady sagt

          „„Hüte Dich vor dem Boten!“ “

          Ja genau, Paulus hat es auch völlig richtig bereits angeregt.
          Der Bote , der Mitglied ist in einer Partei, die rechtsidentisch ist mit der SED, sollte schlicht einfach den Schnabel halten. Und uns mit Belehrungen zu politischen Einordnungen verschonen.
          Das ist ja allmählich nur noch gruselig…
          Und ehrlich gesagt ,in dem oben genannten Kontext fehlt mir wirklich jegliches Verständnis für das, was Sie hier von sich geben , Herr Suhr.
          Vermutlich lag Brötchen gar nicht so falsch mit seiner Einschätzung vor einigen Tagen…

          3+
        • Arnold Krämer sagt

          Herr Suhr: „Achse des Guten ist politisch nicht empfehlenswert“. Was heißt das? Ist die als Lügenpresse einzuordnen? Lückenpresse ist sie allemal, weil sie Themen aufgreift und Aspekte behandelt, die man in den ÖRM oder MSM nicht oder nur selten findet. Und sich das hin und wieder einmal anzuschauen kann nicht schaden, auch wenn die Kommentare der Leser oft „bescheiden“ sind. Da kann man aber auch drüber hinweg sehen.
          Ich bin so frei, nicht nur gelegentlich taz-Artikel oder den Spiegel zu lesen, sondern eben auch einiges von dem , was Sie als Schei* bezeichnen. Und in den „Cicero“ sollten Sie auch ruhig einmal reinschauen.

          2+
    • Christian Suhr sagt

      Dem möchte ich was hinzufügen.

      Im Landkreis Oldenburg-Land kam es jüngst auch zur Schließung des Schlachtbetriebes Kurant.

      Das Irrwitzige: Die hatten da mittlerweile wirklich ein durchdachtes und nachhaltiges Hygienekonzept, von dem sich sogar regionale Politiker einen guten Eindruck verschaffen konnten. Der Verdacht besteht, daß die Mitarbeiter sich in der Freizeit angesteckt und es reingebracht haben.
      https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/corona-ausbruch-fleischindustie-hatten-100.html

      Durch die Maßnahmen des Betriebes selbst wurden die Infizierten entdeckt.

      Wir haben jedoch auch einige Negativbeispiele, wo es wirklich nur um Ausbeutung an Mensch und Tier geht so mit Blick nach Wildeshausen usw.

      Unser System fährt auf Verschleiß und hat keine Knautschzone. Ja, Krise können wir nicht, die ist nicht eingepreist 🙁

      Oder wie Donald Trump sagen würde: Wenn wir weniger testen, haben wir auch weniger Infizierte … (Ob man auch weniger Verbrechen hat, wenn man weniger Polizei hätte?)

      1+
    • Smarti sagt

      Das ist ein sehr schönes und zugleich sehr trauriges Video, dass tausenfach geteilt werden sollte ! Genau so sieht es auf den Höfen aus, in allen Ländern dieser Welt. Als empathischer Mensch konnte ich es nicht zu Ende schauen.
      Ja, die Nerven liegen blank. Nicht erst seit Corona und auch nicht nur wegen der ASP. Wenn aber dann alles zusammenkommt und immer nochmal und nochmal etwas draufkommt ist irgendwann die Luft zu Ende.

      0
  12. Der Brandenburgbauer sagt

    Deutliche Kritik übte Ott-Kinast daran , Zitat “ das im September ,noch mehr als 400.000 Mastferkel aus Dännemark und der Niederlande in Niedersachsen aufgestallt wurden,während die einheimischen Sauenhalter keine Abnehmer mehr für ihre finden.
    das ist schwer nachvollziehbar“. Für mich auch.
    Wo bleibt hier die Solidarität mit den Berufskollegen?
    Bitte nicht unter diesen Umständen den Fakt bestehende Lieferverträge ins Feld führen.
    Es muss auch möglich sein andere Lösungen zu finden

    7+
    • bauerhans sagt

      …wenn der QS kontrolleur voller begeisterung von den 500 holländischen ferkeln erzählt,die ihm geliefert wurden!

      1+
    • Ferkelhebamme sagt

      Es bräuchte jetzt ein Signal des Handels oder z.B. von ITW, dass deutsche Ferkel bevorzugt werden. Ansonsten ist mit Solidarität seitens der Mäster nicht zu rechnen. Es schließen sich sogar schon welche zusammen, um die Preise der heimischen Züchter noch zu drücken. Jeder kämpft ums blanke Überleben, getreten wird immer nach unten.

      4+
      • Arnold Krämer sagt

        Mäster, das sind auch Viehhändler, Futtermittelhersteller, Viehverwertungsgenossenschaften mit unterschiedlichsten Interessen und Zielen und nicht unwesentlichen Kapazitäten. Diese Gemengelage ist nicht oder nur indirekt über Steuerrecht und Umweltrecht zu „steuern“. Aber das dauert und ist selten „zielgenau“.

        0
  13. bauerhans sagt

    alle kommentare in den medien sind von google-wissen,überheblichkeit und german-angst gekennzeichnet,weil sie anonym sind.

    1+

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