Bauer Willi
Kommentare 71

Herr Spiller, ernsthaft? Noch mal eine Kommission?

Prof. Achim Spiller hat erkannt, dass sowohl die Borchert- Kommission als auch die ZKL (Zukunftskommission Landwirtschaft) gescheitert sind. Und wenn das der Co-Vorsitzende der ZKL sagt, dann wird es ja wohl stimmen.

https://www.topagrar.com/schwein/news/tierschutzstrategie-2026-agrarokonom-spiller-pladiert-fur-neuen-anlauf-20019949.html?

Für Julia Klöckner war die Zeit zu kurz seit der Veröffentlichung der Ergebnisse, Cem Özdemir hat auch nichts davon umgesetzt und Alois Rainer, unser derzeitiger Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (LEH…) findet die Ergebnisse nett, sagt aber ganz deutlich, dass dafür kein Geld da ist. Also: ab in die Tonne damit.

Ich will ja nicht sagen, dass ich es „schon immer gewusst habe“, aber es stimmt trotzdem. Wenn, wie es die ZKL gemacht hat, einen „Vertrag zu Lasten Dritter“ abschließt, kann das nicht funktionieren.

Es war von Beginn an so angelegt, dass die Beschlüsse der Kommissionen lediglich beschreiben, was an gesellschaftlichen Wünschen von den Landwirten umgesetzt werden soll. Es sollte für öffentliche Leistungen öffentliches Geld geben. So wie es die diversen Agrar-Professoren es seit langem fordern.

  • Aber

Die Umsetzung der ZKL-Ergebnisse hätten rund 6 Milliarden Euro, die der Borchert-Kommission weitere 4 Milliarden Euro jedes Jahr (!) gekostet. Gut, in dem allgemeinen Gewühl von hunderten von Milliarden für alles Mögliche wäre das kaum aufgefallen, aber für die Landwirtschaft? Dafür dann doch nicht.

Und dann steht in top agrar folgendes:
„Der WBAE-Vorsitzende spricht sich dafür aus, trotz der aktuell herausfordernden Lage 2026 einen neuen Aufschlag für eine Tierschutzstrategie zu wagen, die vielleicht nicht so ambitioniert wie die gescheiterten, dafür aber erfolgreich ist.“

Und weiter heißt es:

„Auch das Beharrungsvermögen der Agrar-Bubble kritisiert der Göttinger Agrarökonom.“

Das finde ich nun nicht besonders nett. Und das ist sehr höflich ausgedrückt.

Hier habe ich den letzten Satz fett gedruckt, weil der das Dilemma der Essensmacher sehr deutlich macht:
„Um langfristig die Sympathien der Gesellschaft für die heimische Nutztierhaltung zu erhalten, braucht es laut dem Agrarökonomen also Verbesserungen beim Tierwohl, etwa in Form von Weidegang bei Milchkühen, der grundsätzlich besser ankommen als reine Stallhaltung. Weidehaltung oder Strohschweine sind aber deutlich teurer, gleichzeitig gibt es nun einmal die berühmte Lücke zwischen Befragungen zum Kaufverhalten und dem tatsächlichen Kauf an der Theke.“

Nein, Herr Spiller, das Dilemma kann keine Kommission lösen.

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71 Kommentare

  1. Elisabeth Ertl sagt

    „Die Umsetzung der ZKL-Ergebnisse hätten rund 6 Milliarden Euro, die der Borchert-Kommission weitere 4 Milliarden Euro jedes Jahr (!) gekostet. Gut, in dem allgemeinen Gewühl von hunderten von Milliarden für alles Mögliche wäre das kaum aufgefallen, aber für die Landwirtschaft? Dafür dann doch nicht.“
    Uns warum gab es keine neuerliche groß aufgezogene Demo, um genau das anzuprangern?
    Vielleicht, weil Spiller doch recht hat:
    „Auch das Beharrungsvermögen der Agrar-Bubble kritisiert der Göttinger Agrarökonom.“

  2. Limes sagt

    „Brodowin gibt zwar die eigene Milcherzeugung auf, nicht aber die Verarbeitung zugekaufter Milch.“
    @Kemetbauer ist so nicht korrekt.
    Heute in topagrar zu lesen: Ökodorf Brodowin schließt Molkerei
    „Als Gründe nennt der Betrieb stark steigende Energie- und hohe Verarbeitungskosten sowie ein Marktumfeld, das handwerkliche Bio-Erzeugung massiv unter Druck setze. Man habe alle Einspar- und Rationalisierungsmöglichkeiten genutzt, es gebe nun keinen Spielraum mehr nach unten. Die Lieferverträge sollen aber noch bis zum Auslaufen einhalten werden.“
    https://www.topagrar.com/rind/news/okodorf-brodowin-schliesst-molkerei-20020270.html

    Wer die Milch in Zukunft verarbeiten wird ist nicht ersichtlch.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Ich habe zu mindestens gehört, dass es auch ein Personalproblem ist. In Teilen wenig motiviertes und schlecht geführtes Personal (Feedback freiwilliger Helfer). Wenn so ein Grundproblem auf die aktuelle Marktlage trifft, ist die Reißleine der Ausweg. Zumal gutes Personal in der Regel nicht gerade Schlange vorm Betriebstor steht. Zusätzlicher Druck entsteht, weil hier im Osten kaum ökonomisch sinnvolle Verwertungsmöglichkeiten z.B. für Molke bestehen.

      • Limes sagt

        warum besteht im Osten und in diesem Betrieb ein Verwertungsproblem bei Molke.
        Der Betrieb sollte mindestens eine Verwertung von Molke als Tierfutter für Schweine ermöglich können sofern eine Vermarktung im Direktvertrieb im Hofladen oder im nahen Berlin verbunden mit anderen Produkten nicht möglich.

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    • Kemetbauer sagt

      @L
      Da war ich nicht aktuell informiert. Das fällt allerdings im Fall Brodowin auch nicht ganz leicht. Im April 2014 lautete die Meldung Aufgabe der Milchviehhaltung. Dann hieß es, wir melken mit 60 Kühen weiter. Kurz darauf sollte auf 120 aufgestockt werden und dann kam das „Aus“. Wenn ein Unternehmen so geführt wird, dann darf man auch sagen, dass die Ökonomie vielleicht nicht ganz so wichtig ist.

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      • Limes sagt

        Beim Ökohof Brodowin denke ich an diese Aussage „Auch das Beharrungsvermögen der Agrar-Bubble kritisiert der Göttinger Agrarökonom.“ gemeint ist Spiller. Sind es nicht diese Geschäftsmodelle und Bewirtschaftungsmethoden die gewünscht sind und als Vorbild für die „Agrar-Bubble“ dienen sollen zumindest wird dieser Eindruck vermittelt und von Teilen der Bevölkerung die mit Landwirtschaft nicht vertraut sind übernommen. Vermittelt und geglaubt wird auch es sei ökonomisch umsetzbar.
        Wenn eine beachtliche Betriebsgrösse von 2400 ha mit besten Voraussetzungen für Milch Produktion durch umfangreiche Grünlandflächen inkl Weide im Umfeld des Ortes/Betrieb, Silage aus Kleegras in der Ackerfruchtfolge sowie Tierfutter durch Leguminosen Anbau nicht ausreicht wie soll Milch dann ausserhalb der „Agrar-Bubble“ produziert werden? Das macht mich ratlos. Die Ausrede „da ist die Ökonomie nicht so wichtig“ reicht nicht. Übrigens geadelt wurde der Betrieb auch noch durch einen Besuch von King Charles und Steinmeier mit Käseverkostung. Kürzlich erfolgte auch ein Besuch von Ministerpräsident Woitke mit Brandenburgs Ldw Ministerin Mittelstätt und Bundes Ldw Minister Rainer. In den Medien ist der Ökohof ebenfalls seit Jahren präsent.
        Also nochmals zusammenfassend wie stellen sich die Agrarökonomen wie Spiller und ihre Unterstützer die zukünftige Produktion von Nahrungsmitteln vor damit Landwirte ein auskömmliches Einkommen erwirtschaften können.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es ist wie überall in der ideologischen bubble: Utopie trifft auf Realität und versagt….
          Man kann die Realität nur zeitlich begrenzt ausblenden, irgendwann trifft sie nunmal ein.

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  3. Kemetbauer sagt

    @BW
    Sie unterstellen mir Zynismus, wenn ich, allerdings sehr rational, auf die Entwicklungen in der Landwirtschaft verweise. Darf ich fragen, ob Ihre Familie schon immer mit der heutigen Betriebsgröße gesegnet war? Oder hat es im Verlauf der Generationen gelegentliche Flächenkäufe gegeben? Falls ja, müssten Ihnen heute doch noch erhebliche ethisch moralische Bedenken kommen.
    Es ist richtig, dass ich kontinuierlich die Fläche meines Betriebes vergrößere. Das sogen. Weihnachtsgeld geht, natürlich abzüglich der Steuern, immer in die Flächenerweiterung. Hier ist das noch ökonomisch sinnvoll möglich. Die jüngere Generation hier hat ein anderes Verhältnis zur Landwirtschaft als in den ABL. Wobei die Zeit der Schnäppchen auch hier längst vorbei ist. Ich habe keine Bedenken, die mir angebotenen Flächen zu kaufen. NE-Landwirtschaft trifft man hier im Osten wesentlich seltener an als im Westen. D.h., die hier zum Kauf angebotenen Flächen befanden sich i.d.R. schon längst nicht mehr in der Bewirtschaftung durch den Eigentümer.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „NE-Landwirtschaft trifft man hier im Osten wesentlich seltener an als im Westen.“

      Die Rentenbank schreibt dazu:

      „Besonders hoch ist der Anteil in Baden-Württemberg und Hessen, wo mehr als zwei Drittel der Einzelunternehmen im Nebenerwerb geführt werden. Im Saarland sowie in Sachsen und Thüringen sind es knapp zwei Drittel. In fast allen Bundesländern ist der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe seit 2013 spürbar gestiegen.“

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      • Peter sagt

        „es gibt in dieser Welt auch Lebensentwürfe, die gut funktionieren, ohne dass ein Ökonom sie in die richtige Schublade eingeordnet hat oder einordnen konnte.“ …trifft weiter zu. Eine Abgrenzung ist kaum noch möglich. Irgendwelche Bürokraten versuchen irgendwelche Kriterien zu definieren. Was ist, wenn ich Eigenbedarfs-Landwirtschaft betreibe?

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  4. Kemetbauer sagt

    @RS
    Die Organisations- und Unternehmensstruktur interessiert nicht vorrangig. Es geht um den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit. Wie sagte noch Prof. Dr. M. Köhne: Vergleichen kann man nur, was vergleichbar ist. Es geht um vergleichbare Tätigkeitsfelder im Bereich der ldw. Urproduktion. Warum sollte da das Einzelunternehmen nicht mit einer Gesellschaft vergleichbar sein?
    Wer allerdings glaubt, dass ein Unternehmen mit Friseurladen, Gasthof, Metzgerei, Tourismusbetrieb, Landwirtschaft, Dienstleistung u.a.m. mit einem reinen Landwirtschaftsbetrieb vergleichbar ist, der vergleicht auch sonst wohl gern Äpfel mit Birnen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Man kann sogar Äpfel mit Birnen vergleichen und dann feststellen, dass beides Obst ist. Vergleichbar ist alles, man muss es nur einordnen können.

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  5. Nicolai Asmussen sagt

    Moin
    Wir haben die ZKL, die kümmert sich um die Welternährung, nicht um das Tierwohl.

    Dann hatten wir die Borchert-Komission.
    Alles richtig gemacht, bloß nicht im Willen der Politik.

    Also brauchen wir eine DRITTE Komission, die auch endlich von der Politik gehört wird.
    Die gesamte Arbeit ist gemacht.
    Man muß sie nur wiederfinden.

    Grillgruß
    Nicolai

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  6. Eckart Grünhagen sagt

    Langsam reicht es mir wirklich endgültig, wie Herr Spiller über uns Bauern spricht.

    Bei TableBriefings wird er folgendermaßen zitiert [ https://table.media/agrifood/analyse/alternative-proteinquellen-wie-die-branche-krisenfester-werden-will ]:


    Von einem „Zangengriff“ um alternative Proteinquellen spricht Agrarökonom Achim Spiller. Dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats (WBAE) und Mitglied der Zukunftskom-mission Landwirtschaft (ZKL) zufolge hätten sowohl Markt als auch Politik versagt. Der Markt, indem er Klimafolgen der Tierindustrie nicht einpreise und zu viel Greenwashing be-treibe. Die Politik habe versagt, indem sie pflanzliche Ersatzprodukte unnötig polarisiere und sie ungleich besteuere. Um das Marktversagen auszugleichen, brauche es eine langfristige Förderpolitik, fordert Spiller.

    Wer als Wissenschaftler den Anspruch hat, unvoreingenommen zu forschen, sollte Begriffe wie „Tierindustrie“ tunlichst vermeiden.

    Wer von Marktversagen spricht, nur weil Verbraucher nicht bereit sind, für Klimafolgen zu bezahlen, hat nicht verstanden, wie Märkte funktionieren.

    Eine pflanzlichen Proteinquellen zugeneigte langfristige Förderpolitik könnte in meinen Augen ein Fass ohne Boden für öffentliche Haushalte werden.

    Die Äußerungen Spillers in topagrar lesen sich so, als sei es für NGOs, den LEH oder die Politik unabdingbar, seinen Lehrstuhl mit Drittmitteln weiterhin fürstlich auszustatten. Wir lesen dann bestimmt weiter von Veröffentlichungen seines Lehrstuhls, die auf Befragungen beruhen, die bestimmt — wie so oft — nicht repräsentativ sind. Obwohl die Spillersche Arbeitsgruppe samt seiner privaten Beratungsfirma immer und immer wieder versucht, das Gegenteil zu suggerieren.

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  7. Arnold Krämer sagt

    „Auch das Beharrungsvermögen der Agrar-Bubble kritisiert der Göttinger Agrarökonom.“

    Was gibt es da zu kritisieren? Landwirte können rechnen. Landwirte haben aber auch ein gutes Gespür ( Bauchgefühl) für das, was trägt und Bestand haben kann. Vieles ist nicht stimmig (Recht, Markt, Ökonomie) und vertrauenswürdig und ohne Vertrauen geht in der Wirtschaft nicht wirklich etwas, außer man schüttet die Leute mit Staatsknete zu. Warum sollten Landwirte Vertrauen haben, wenn Politiker, NGO-Vertreter, Wissenschaftler unternehmerische Entscheidungen mit moralischen Begründungen einfordern?

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    • Schmeckt gut sagt

      Genauso sehe ich es auch. Wenn jetzt bei Ford im Saarland (gewerkschaftliche) Stimmen „hoffen“, dass die Arbeitsplätze vom abgewickelten Werk in Saarlouis in der nächsten Zeit beim „grünen Stahl“ entstehen, glauben diese Menschen anscheinend an „moralische und ethische“ Werte der Ökonomie. Diese gibt es nicht. Es gelten dieselben „Maßstäbe“, wie bei landwirtschaftlichen Rohstoffen und auch Obst und Gemüse. Was über den Weltmarkt „billiger“ angeboten/beschafft werden kann, findet auch den (einen) Weg in die deutsche Volkswirtschaft. Für wie blöd halten uns die „Volksvertreter“? Landwirtschaft leidet unter den vielen Auflagen und wird (bewußt) den Weltmarkt(dumping)preisen ausgesetzt – fast ohne Ausgleich. Wir können nicht abhauen. Genau das passiert jetzt ebenfalls mit der deutschen Wirtschaft. Sprücheklopferei hilft nicht, Subventionen für jede Tonne Stahl (oder andere Produkte) auch nicht. Konzerne können umsiedeln und die Angebote der (ach so nachhaltigen) wirtschaftsnahen Staaten annehmen. Unser Mittelstand kaum. Ist man „Verschwörungstheoretiker“, wenn man den Zusammenbruch der europäischen Wirtschaft voraus sieht? Oder von vorgestern? Für „blühende Landschaften“ in einem „modernen“ Wirtschaftsumfeld mit KI, Robotern und Dienstleistungsorientierung fehlt uns billige Energie und andere, wichtige Rohstoffe (Seltene Erden, Eisen, Kupfer…)

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  8. Polymesos sagt

    Mal angenommen, es gäbe staatliches Geld für Tierwohl,
    gibt es natürlich nicht, aber nur mal angenommen,
    würde das etwas bewirken?
    Natürlich nicht!
    Denn …

    … alles was kleinstrukturierte Unternehmen vom Staat bekommen
    wird von den tatsächlichen Akteuren (LEH) eingepreist.
    Das gilt seit jeher für alle Subventionen.
    Kein Cent davon bleibt bei der Landwirtschaft.

    Was in jahrelangen Diskussionen vom Staat ausgetüftelt wird,
    ist von Konzernen in einem Nachmittagsmeeting ausgehebelt.

    Im Idealfall erhält der Steuerzahler an der Ladenkasse alles zurück,
    sofern er nicht bereit ist Mondpreise zu zahlen.

    Der Bauer, ebenso der Arbeitnehmer bekommt immer und zu jeder Zeit
    genau soviel, dass er morgen wieder aufsteht.
    Auch der Kunde zahlt jederzeit soviel,
    dass er morgen wieder kommt.

    Das Niveau hängt nicht von Beschlüssen ab,
    sondern immer vom Selbstbewusstsein.

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  9. Arnold Krämer sagt

    „Der WBAE-Vorsitzende spricht sich dafür aus, trotz der aktuell herausfordernden Lage 2026 einen neuen Aufschlag für eine Tierschutzstrategie zu wagen, die vielleicht nicht so ambitioniert wie die gescheiterten, dafür aber erfolgreich ist.“

    Was soll das? Es macht überhaupt keinen Sinn, neue Diskussionen zu beginnen.
    Das Bundesverfassungsgericht hat nämlich immer noch nicht auf den Normenkontrollantrag des Landes Berlin reagiert. Es soll ja bekanntlich prüfen, ob akuelle Vorschriften der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung (Schwein) mit dem Grundgesetz vereinbar sind und wie der Gesetzgeber ggfls reagieren soll bzw. muss. (Meines Erachtens eine unlösbare Aufgabe für noch so schlaue Juristen). Aber warten wir es ab.

    Erst nach einem Urteil (er-) kennt man den zukünftigen Rechtsrahmen speziell für die Schweine, allgemeiner vielleicht aber auch für Rinder und Geflügel. Danach kann man dann „loslegen“.
    Vorher wird nur unnötig ohne erkennbaren Nutzen „gelabert“. Dafür sollten keine weiteren Steuergelder bereitgestellt werden.

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Hi @Arnold
      Eine Nachfrage:
      Inwieweit besteht ein Zusammenhang zw. einer freiwilligen Erhöhung der Halltungsstufe und des Normenkontrollantrages?
      Grüße
      Nicolai

      • Arnold Krämer sagt

        Wir duzen uns zwar nicht, Herr Asmussen. Trotzdem will ich Ihre Frage beantworten:

        Die Haltungsstufen 2, 3, und 4 wurden durch den Handel/die Wirtschaft (ITW) definiert, sind also freiwillig und dienen der Marktabgrenzung bzw. Marktpositionierung.
        Die Haltungsstufe 5 wurde zusätzlich nur für den Bereich Schwein durch den Gesetzgeber im Tierhaltungskennzeichnungsgesetz beschrieben. Dieser hat zusätzlich für die Stufen 2, 3, und 4 der ITW einige kleine Abweichnungen formuliert, die dann von ITW für den Bereich Schwein m.W. übernommen wurden.

        Wir wissen nicht, welche Maßstäbe das Bundesverfassungsgericht in seinem anstehenden Urteil an den grundgesetzlich garantierten Tierschutz anlegt (Tierwohl und Tierschutz müssen nicht identisch sein!) anlegt.
        Vielleicht reicht ihm ja der gesetztliche Haltungs-Standard, also Stufe 1. Vielleicht muss aber der gesetzliche Standard in D für Schweine, und in Folge auch für Rind und Geflügel, mehr oder weniger deutlich angehoben werden. Das hätte dann wirklich erhebliche volkswirtschaftliche Konsequenzen für die ländlichen Räume und für die Lebensmittelpreise im Lande.
        Also: Abwarten und Teetrinken!

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        • Reinhard Seevers sagt

          …..und dann gibt es da noch die BLE-Förderung für Stall mit Auslauf und/oder Außenklimastall und deren Anforderungen an Flâche etc. 🥳
          Die ist unabhängig von ITW, kann aber darin eingeordnet werden.

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        • Nicolai Asmussen sagt

          Hi @Arnold
          Mir ist kein Gesetz bekannt, daß ich jemanden siezen soll (muß).

          Zum Thema:
          Wie Du jetzt richtig herausgestellt hast besteht kein Zusammenhang zwischen der Norm… und erhöhtem Tierwohl.
          Danke für die Aufklärung.

          Grüße
          Nicolai

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          • Bauer Willi sagt

            @Herr Asmussen, bitte halten Sie sich an die Spielregeln. Hier auf dem Blog wird in der Regel gesiezt und es wird auch mit ganzen Sätzen gearbeitet. Ich habe große Mühe, Ihre hingeworfenen Worte in einen Zusammenhang zu stellen.
            Wenn Sie niemand versteht, ist Ihr Kommentar für andere wertlos.

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  10. Nicolai Asmussen sagt

    Moin
    Die Rolle Cem Özdemirs dabei.

    Er war ein ausdrücklicher Bio-Minister.
    Er wollte das wir mehr Bio haben.

    Was bedeuted das im Kontext zum Tierwohl?

    Kunden haben Bio-Fleisch nicht zuletzt wegen der Haltungsbedingungen gekauft.
    Wenn jetzt die Vorschläge der BoKo umgesetzt würden, dann brächen die Argumente für Bio weg.
    Wachstum Bio ohne neue Kunden?

    Das durfte er nicht zulassen.
    Er hat die BoKo erst ignoriert, dann mit eigenen, schlechteren Vorschlägen torpediert.
    Die BoKo ist nicht gescheitert, sie wurde von allen Seiten ausgebremst.
    Sogar von den Landwirten, die mit Nichtwissen gesagt haben, 40 ct seien ZUWENIG.

    Geht weiter
    Nicolai

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Die Gründe, so verlautete weiter vom Firmensitz, seien stark steigende Energie- und hohe Verarbeitungskosten sowie ein Marktumfeld, das handwerkliche Bio-Erzeugung massiv unter Druck setze.

      Das Unternehmen versichert, dass alle Einspar- und Rationalisierungsmöglichkeiten genutzt worden seien – ohne Spielraum nach unten. Und leider ohne Erfolg. Dem 1991 ins Leben gerufenen Ökodorf Brodowin, in dem Bio-Lebensmittel in Demeter-Qualität (Milch, Käse, Gemüse und Obst) hergestellt werden, blieb jetzt trotzdem nichts anderes übrig, als die Notbremse zu ziehen…..“

      Öko-Vorzeigehof Brodowin gibt die Milcherzeugung auf.

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      • Kemetbauer sagt

        @RS
        Brodowin gibt zwar die eigene Milcherzeugung auf, nicht aber die Verarbeitung zugekaufter Milch. Die haben ganz einfach versäumt, frühzeitig in die eigenen Milcherzeugung zu investieren. Jetzt ist der Laden abgerockt. Aktuell rechnet sich eine solche Investition einfach nicht mehr. Ökonomisches Denken und Handeln ist bei Demeter-Kollegen einfach nicht so wichtig.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Ökonomisches Denken und Handeln ist bei Demeter-Kollegen einfach nicht so wichtig.“

          Das kann man so einfach verallgemeinern, echt?🤔
          Ich habe einen Demeter-Betrieb als Kunden, den ich seit 1999 begleite und der seit 1955 besteht. Der melkt schon seit fast 20 Jahren mit einem Melkroboter. Da scheint ökonomisches Denken doch einen gewissen Stellenwert zu haben.

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          • Kemetbauer sagt

            @RS
            Natürlich kennt hier jeder einen Demeter-Kollegen, der das ganz anders sieht. Ich habe über 15 Jahre auch Demeter-Betriebe beraten. Meine Erkenntnis ist, dass viele D-Betriebe noch nicht in der Jetztzeit angekommen sind. Wenn ich dann den gesamten Esoterik-Bereich versucht hatte kostenmäßig in Relation zum fast nicht vorhandenen Produktionsvorteil zu setzen, war die Beratung recht schnell am Ende. Ganz freiwillig hatten einige Betriebe die Beratung auch nicht in Anspruch genommen.

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            • Karl Timme sagt

              Kemetbauer:
              „>Ich habe über 15 Jahre auch Demeter-Betriebe beratenGanz freiwillig hatten einige Betriebe die Beratung auch nicht in Anspruch genommen<."

              Was für eine Beratung ist das denn, die zwangsweise durchgeführt wird (Bank?)?
              Da ist die Akzeptanz dann besonders hoch, mit steigendem Frust des Beraters. Denn muß er dann nicht unbedingt hier im Block auslassen, sondern sollte sich Gedanken über seine Berufswahl machen.

              • Arnold Krämer sagt

                „Zwangsberatung“ (durch eine Bank veranlasst) kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie nach (verständlichem) anfänglichem Misstrauen und innerem Widerstand vom Klienten angenommen wird. Ansonsten bleibt es bei reiner (einseitiger) Informationsvermittlung und dem Stellen einer Rechnung.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  So einen Fall hab ich auch mal betreut. Die örtlichen Banken gaben keinen Kredit mehr, ein Treuhänder machte die Buchführung bis hin zu einem Haushaltsbuch. Dann wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches bestimmen sollte, unter welchen Bedingungen der Betrieb weitergeführt werde könne. Da griff man dann zur Idee der Umstellung auf BIO, rechnete und rechnete, band die GLS- Bank ein und siehe da, der Betrieb lief weiter und der Junior ist auch nach 15 Jahren noch am Wurschteln. Ob es nun betrieblich, oder volkswirtschaftlich sinnvoll war und ist, steht auf einem anderen Blatt.

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        • Limes sagt

          @Kemetbauer „Ökonomisches Denken und Handeln ist bei Demeter-Kollegen einfach nicht so wichtig.“
          Das hört sich zu gut an um wahr zu sein an. Die Realität ist eine andere, denn so ganz fremd ist den Bio Betrieben die Ökonomie wohl nicht sie werden wie Grosskonzerne gemanagt mit allen finanziellen Kniffen. z.B die BioBoden Genossenschaft eG und angeschlossene Vermögensverwaltung investieren in mehrere hundert ha große Demeter Betriebe wie Haffwiesenhof GmbH, Hof Buckow Besitzgesellschaft mbH & Landgesellschaft Salziger See GmbH & Co. KG Landgesellschaft Rothenklempenow, Landgut Seegrund, auch die Kattendörfer gehören zur BioBoden Genossenschaft eG.
          Das gesamte Konzern Geflecht dieser BioBoden Genossenschaft mit Demeter Betrieben inkl Vermögensverwaltungs Gesellschaft (Einhundertunderste J-M-P Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, Oldenburg) ist im beigefügten link ersichtlich. Hier sind offensichtlich Finanzprofis am Werk.
          https://www.northdata.de/BioBoden%20Verwaltungs%20GmbH,%20Bochum/HRB%2012310

          geben sie im nächsten beigefügtem link BioBoden Genossenschaft bzw Kattendorfer Hof GmbH ein erhalten sie die Übersicht der Fördergelder
          https://www.proplanta.de/agrarsubventionen-2024-liste-der-empfaenger/proplanta_karten.php

          Es gehört in die Märchen Rubrik das für Bio Betriebe ökonomisches Handeln nicht so wichtig ist und es anderen Betriebsformen nur ums Geld geht.

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          • Kemetbauer sagt

            Wenn ich als Leiter eines Biobetriebes auf die Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen angewiesen bin, ist die beste Zeit eh schon vorbei. Die Gesellschaften kaufen ldw. Flächen und verpachten oder verkaufen, in homöopathischen Dosen, die Flächen an die bedürftigen Biobetriebe. Und alle wollen von ihrer „Arbeit“ gut leben.
            Die eingeschränkte ökonomische Betrachtung hatte ich vor allem bei den Demeter-Betrieben verortet. Die haben höhere Ansprüche.

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        • Bauer Willi sagt

          @Kemetbauer
          Mein Freund Dieter E. ist seit 1986 Demeter-Bauer und wirtschaftlich erfolgreich. Und dazu noch selbstkritsch, symphatisch und hat Humor.
          Komme eben von einem Adventsmarkt und habe meinen Bioland-Kollegen vom Nachbarort getroffen. Der macht es allerdings im Nebenerwerb und seine Frau ist Lehrerin 🙂

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          • Kemetbauer sagt

            @BW
            Welchen Anteil am Erfolg hat denn da die Landwirtschaft?
            NE-Betriebe sollten bei einer Erfolgsbeurteilung immer speziell bewertet werden. Da müssen landwirtschaftsfremde Erfolgsparameter grundsätzlich außen vor bleiben. Und dann stellt sich die Frage, warum ist der Betrieb ein NE-Betrieb? Wenn man zwei außerlandwirtschaftliche Einkommen benötigt, um sich eine Landwirtschaft leisten zu können, hat das schon etwas von Spielerei/Hobby.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Kemet, es gibt in dieser Welt auch Lebensentwürfe, die gut funktionieren, ohne dass ein Ökonom sie in die richtige Schublade eingeordnet hat oder einordnen konnte. Sie haben eine etwas puristische Sicht auf die Ökonomie, kann das sein?

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              • Kemetbauer sagt

                @RS
                Das haben Sie richtig erkannt. Wenn von Landwirtschaft die Rede ist, dann meine ich damit die Urproduktion. Was immer man dann noch an Wertsteigerungsstufen hinzusetzen kann, ist i.d.R. eine gewerbliche Tätigkeit. Wenn der Standort solche Aufwertungen der selbsterzeugten Produkte hergibt ist das natürlich ökonomisch von Vorteil. Das hat aber mit der Landwirtschaft nichts zu tun.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Kemet, wie ordnen Sie dann Großkonzerne im Agrarbereich ein, die Landwirtschaft ausschließlich mit Lohnabhangigen betreiben? Ist das dann Industrie?!Wo fängt das eine an und wo hört das andere auf?

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                • Das ist ihre Meinung als Nichtlandwirt. Es ist ja Freie Meinungsäußerung.

                  Ein echter geschulter Landwirt weiß, dass er
                  Biologe, Genetiker, Acker- u. Pflanzenbauer sein muss
                  wie auch Tierhalter und -züchter sein muß.
                  Auch Kaufmann, nicht nur für Direktvermarktung.

            • Bauer Willi sagt

              @Kemetbauer,
              ich empfinde Ihren Kommentar als zynisch. Auch ich habe unseren Betrieb im Nebenerwerb geführt. Ich konnte ihn im vergangenen Jahr an die nächste Generation weitergeben.

              Übrigens betreiben in Deutschland 50% der Landwirte (ca 120.000) ihren Betrieb als Hobby…

              Ich frage mich, was so ein Kommentar soll? Meist werden solche Aussagen von Vollerwerbsbetrieben abgesondert, die sich das Land der Nebenerwerbsbauern gerne „unter den Nagel“ reißen wollen. Ich formuliere das bewusst so scharf…

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              • Kemetbauer sagt

                @WB
                Mit Verlaub, welche Absicht Sie mir unterstellen, ist mir wurscht. Ca. 80% der NE-Betriebe sind, zumindest mittelfristig betrachtet, Auslaufbetriebe. Wenn diese halbwegs gut gewirtschaftet haben, sind die auf eine Liquidierung des betrieblichen Anlagevermögens nicht angewiesen. Da nicht wenige aber regelmäßige Pachteinnahmen in ihre Altersabsicherung einkalkuliert haben, ist die Weiterbewirtschaftung der Flächen, gegen Entgelt, notwendig. Was das mit „unter den Nagel reißen“ zu tun hat, will sich mir nicht erschließen. Aber wahrscheinlich geht es eher nicht um den Inhalt meines Kommentars, sondern darum, dass ich ihn geschrieben habe.
                Wie hatten Sie noch geschrieben, hier darf jeder seine Meinung äußern. Wenn diese aber nicht mit Ihrer Meinung übereinstimmt, wird es wohl schwierig.

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                • Bauer Willi sagt

                  @Kemetbauer
                  Ich unterstelle Ihnen nichts. Und selbstverständlich dürfen Sie Ihre Meinung, die ich nicht teile, frei äußern.
                  So wie ich meine Meinung gerne wiederhole: ich empfinde Ihren obigen Kommentar als zynisch.

                  Das ist meine Meinung.

                  2
  11. Rolf Sieling sagt

    Agrar-Bubble ist gut. Den ganzen Wahnsinn sieht man doch gerade bei den Biogasanlagen, die aus dem EEG laufen. Der Umsatz ist direkt in Deutschland verblieben, für Lohner- Verpächter- Handwerker- Steuern. Jetzt gibt’s LNG und das Geld geht in die USA. Langfristig haben uns diese ganzen Transfers aber nichts gebracht, Russland, China und USA pfeifen auf europäische Interessen. Mit der Ukraine wird das in zehn Jahren dasselbe sein, vielleicht sind wir bis dahin bei Lebensmitteln abhängig. Bei Corona waren die Lieferketten aus gesundheitlichen Gründen gestört. Heute sehe ich noch mehr Risiken.

    11
  12. Arnold Krämer sagt

    Auch wenn die mikroökonomischen und haushaltspoltischen Fakten sagen, Borchert-Plan und ZKL sind „tot“, werden die Themen weiter „wissenschaftlich bearbeitet“. Einen recht guten Überblick von den Aktivitäten bekommt man, wenn man sich das Programm der KTBL-Tage 2026 anschaut.
    https://www.ktbl.de/ktbl-tage

    KTBL ist das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft mit Sitz in Darmstadt, den Landwirten vor allem bekannt durch das KTBL-Taschenbuch mit seinen umfangreichen Daten rund um die Produktionstechnik in der Landwirtschaft. Als e.V. ist er natürlich auch abhängig von Aufträgen aus dem politische Raum.

    5
  13. Nicolai Asmussen sagt

    Ohauerha.
    Ich fange mal von hinten an.

    Eine Umfrage habe ich selbst gemacht.
    Mit einem konkreten Preisaufschlag.
    Alle würden ihn bezahlen.

    Der Aufschlag liegt unter dem üblichen Preisschwankungen im Handel und tut keinem weh.
    Das beliebte Würstchen würde 10,40 € kosten statt 10.
    Mein liebstes Grilltier, das Ribeye, läge dann bei 30,40 € statt 30 €.

    Und dafür geht’s den Tieren besser, anstatt das eine höhere MwSt im Staatsäckel untergeht.
    Grillgruß
    Nicolai

    1
  14. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Kann man glaube ich vergleichen mit der COP 30 in Brasilien. Verhandeln ohne Ende ohne gewünschtes Ergebnis denn die Realitäten sprechen eine andere Sprache. Quasi ein letztes Aufbäumen.

    6
    • Nicolai Asmussen sagt

      Hi @Es war…
      Du errinnerst dich an Stuttgart 21 (oder 27).

      Heiner Geißler wurde engagiert, um die Diskussion zu leiten.
      Es konnte sich jeder auskotzen.

      Der Trick dahinter:
      Es fühlte sich jeder angehört, obwohl es nichts brachte.
      Dafür war er der Richtige.
      Ein alter Mann mit Engelsgeduld.
      Grüße
      Nicolai

      7
  15. Ich würde mich über das ,“Beharrungsvermögen der Agrabubble“ nicht weiter aufregen.
    Jede Branche bildet ihre Bubble und die beharrt auf dem was für sie vorteilhaft ist. Normalste Sache der Welt. Nur manche wollen das nicht hören und halten sich damit für erhaben über diese Normalität.

    5
  16. Brandenburgbauer sagt

    Moin, jeder der mit dieser Materie vertraut ist ,
    weiß auch, das alles was auf diesem Gebiet unternommen wurde “ versandet “ ist. Es wurden Millionen von Euro verpulfert für Null- Ergebnis. Die Leidtragenden wir Landwirte.
    Unterm Strich, bringt es RS in seinem Kommentar auf den Punkt , GELD. Auch dieser neue Ansatz wird daran scheitern. Das Vertrauen in die Politik scheitert von Tag zu Tag immer mehr. Die blinde Kriegsttüchtigmachung der Verantwortlichen im Land , läßt nun überhaupt keinen Spielraum mehr. Die Wirtschaft kollabiert, die Gesellschaft ist unzufrieden . Stimmt alles nicht sagen die Entscheidungsträger. Und da soll für die Umwelt und Natur verschmutzende Landwirtschaft noch Geld “ geopfert werden.

    8
  17. Werner Knödler sagt

    Guten Morgen
    Die deutschen Landwirte haben noch nie so gut gearbeitet wie in den
    letzten 50 Jahren.
    Top Menge ,top Qualität Billigster Preis !
    Damit waren gut 90 % der Bevölkerung in diesem Land zufrieden !
    Lediglich ein paar völlig bedeutungslose Faulpelze ,
    Schreihälse und Spendensammler hatten damit Probleme !
    Ihr politisches Sprachrohr sind , die an Wohlstandsverwahrlosung
    nicht zu überbietenden Grünen.
    Sie haben gemeinsam in den letzten 40 Jahren unter Duldung unserer
    der Exportindustrie dienlichen Regierungen der Landwirtschaft das Leben
    schwer gemacht .
    40 Jahre Erfahrung lehren mich nicht mehr auf Sinnvolles aus Politik und
    Verwaltung zu hoffen.

    38
    • Kemetbauer sagt

      @WK
      Jeder der sich mit Ökonomie beschäftigt weiß, dass Ihre Dreieraufzählung völliger Unsinn ist. Gute Qualität und niedriger Preis sind nicht miteinander vereinbar. Nur die Landwirtschaft, mit ihren ausgewiesenen Ökonomen, bringt das zustande. Die letzten 50 Jahre in der Landwirtschaft waren gekennzeichnet von permanenten politischen Einflüssen. Ständig wurde reglementiert, gefördert, das Eigentumsrecht ausgehöhlt u.a.m. Dabei ging es der Politik allerdings nie um die Landwirtschaft selbst, sondern immer nur um den Erhalt möglichst vieler Betriebe. Heute fällt uns das, zumindest im internationalen Vergleich, auf die Füße. Wie man diese Zeit als eine Zeit der guten Arbeit der Landwirte darstellen kann, ist mir rätselhaft.
      Bei Ihrem letzten Satz muss ich allerdings zustimmen.

      5
      • Christian Bothe sagt

        KB. “Jeder der sich mit Ökonomie beschäftigt weiß, dass Ihre Dreieraufzählung völliger Unsinn ist. Gute Qualität und niedriger Preis sind nicht miteinander vereinbar.”
        Da schreiben Sie aber wieder einen Schmarn, was das Zitat betrifft! Wenn Sie industriemaessige effektive LW betreiben, funktioniert das genauso wie im Kleinen, was die Qualität betrifft! Auch im Biobereich ( Dennree und sein 6000 ha Betrieb mit über 1000 MK)! Spätestens die Listung im LEH ( habe ich alles hinter mir) verlangt vom Produzenten Qualität und einen entsprechenden EK!
        Scheinbar haben Sie damit nichts am Hut oder produzieren ( wenn überhaupt?) zu solchen von Ihnen genannten Bedingungen…
        Bsp.:Non Food: BMW und VW! Beides hat in seiner Preisklasse eine gute Qualität und das bei hohen Produktionszahlen ( trotz diverser Rückrufe…)! Auch wen der Vergleich etwas hinkt…

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        • Kemetbauer sagt

          @CB
          Wenn dem so wäre, bräuchte die deutsche Landwirtschaft keine Agrarsozialhilfe. Darauf ist sie allerdings, quer durch alle Größenordnungen, angewiesen. Als vor einigen Jahren die Flächenprämie um fast 50 % abgesenkt wurde, tönten einige, dass sie jetzt gar keine Förderanträge mehr stellen würden. Ganze 4% haben das wirklich umgesetzt. Die anderen haben argumentiert, dass sie, um ihre Produkte weiterhin absetzen zu können, wieder Förderanträge gesellt hätten. Die ldw. Erzeugerpreise sind, mit Ausnahme beim Rindfleisch, ziemlich ruinös. Oder halten Sie 16,50€/dt FuW für eine relevante Größe? Vielleicht fehlt Ihnen auch nur die Erfahrung als eigenverantwortlicher Betriebsinhaber und -leiter?

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          • Also arbeiten Bauern für ihre Sozialhilfe, um Nahrungsmittel für die Bevölkerung herzustellen und die Landschaftspflege zu garantieren.?

            Für den Staat billiger als dafür extra beamtete Ranger einzustellen.???

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          • Christian Bothe sagt

            KM: Letzterer Satz ist wohl Ihrer Unerfahrenheit geschuldet! Sie mal meine Blogs aufmerksamer gelesen, dann würden Sie sich anders äußern…

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          • firedragon sagt

            „… Vielleicht fehlt Ihnen auch nur die Erfahrung als eigenverantwortlicher Betriebsinhaber und -leiter? …“

            Pssst Kemetbauer,
            damit liegst Du schwer daneben 😉

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          • Christian Bothe sagt

            KM: Da muss man Qualität produzieren! E- oder A-Weizen oder Vermehrung und Saatgut produzieren und keinen Fuweizen…

            • Christian Bothe sagt

              Ist ja nicht das Thema, aber KM argumentiert immer so “unterhaltsam.”
              Spiller seine Aussagen sind ja schon immer bedenklich( leider Bezahlschranke top Agrar). Mehr Tierwohl? Weidegang für MK? Strohschweine? Der Herr sollte mal 1000MK auf die Weide schicken! Wenn wir von Ökonomie reden,und nur darum geht’s,hat eine ganzjährige Stallhaltung leistungsmaessig nur Vorteile( darüber gibt’s und gab’s schon viele wissenschaftliche Arbeiten in den Betrieben!).Habe früher selbst mal so etwas praktiziert, statt Weidegang nach dem Melken auf Ganzjahresstallhaltung (Anbindehaltung) umgestellt mit dem Ergebnis einer enormen Steigerung der Milchleistung/Kuh! Ähnliches zu Strohschweinen: Wozu? Mehr Arbeitsaufwand, Kosten etc. Die Qualität zeigen die Schlachtkoerper und da gibts kaum Unterschiede gegenüber industrieller Mast auf Spaltenboden! Auch das ist nicht neu in der Tierproduktion und letzteres ein Hype von grünen Tierschützern Dr Neuzeit…

              2
          • Werner Knödler sagt

            Die Flächenprämien gehen durchlaufend an die
            Grundstücks – E I G E N T Ü M E R . Dumme aktive Landwirte
            waren bald zu Beginn des Flächenprämien – Wesens augenscheinlich
            in der Lage diese für Reale Preisabschläge erhaltenen
            Ausgleichszahlungen an potenzielle Verpächter weiter zu geben .
            Wer dieses fatale Spiel nicht mit gemacht hat ging auf der Suche nach Flächen in aller Regel leer aus .
            Man sollte immer die Historie sehen .
            Lebensmittelproduktion zur Sicherung der Bevölkerung eines Staates überlasen nur ganz dumme Menschen dem Freien Markt . Sie ist so wichtig das sie nachhaltig ( man verzeihe mir diesen ausgelatschten Begriff ) geschützt und gefördert werden muß.

            1
  18. Arnold Krämer sagt

    Die angeblichen „Wünsche der Gesellschaft“, ermittelt und bewertet durch „Umfragewissenschaftler“ wie Prof. Spiller, sind die fragwürdige Grundlage für medialen und politischen Aktionismus aus einer noch nicht lange verflossenen Zeit, in der alles möglich erschien. Die Zeiten sind vorbei.

    30
  19. Reinhard Seevers sagt

    „Um langfristig die Sympathien der Gesellschaft für die heimische Nutztierhaltung zu erhalten….“

    Ein weiteres Beispiel für die Infantilisierung der Gesellschaft. Es geht immer und ausschließlich um Geld.

    19
    • Warum sollten wir Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen,
      wir sollten eher Rücksicht auf das Tierwohl nehmen, damit sie besser gedeihen und mehr Leistung bringen.
      Das zeigt sich auch beim Erlös.

      2
  20. Frikadellen piet 47 sagt

    moin ich denke auch, dass das Dilemma keine Kommission lösen kann. ich würde sogar noch weitergeben, dass das allgemeine Verständnis in der Gesellschaft für die Landwirtschaft verdammt schlecht ist und von daher wir als Landwirte sowieso nicht zu produzieren können wie die Gesellschaft es möchte! das Beste wäre so weitermachen die gehabt und männliche Gesellschaft meint dass etwas falsch läuft vielleicht erklären warum es so läuft oder vielleicht doch gar nichts machen da sie immer meckern werden. schönen Sonntag

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