Bauer Willi
Kommentare 51

Hallo, liebe Grüne…

Diesen Brief veröffentlichte Eckehard Niemann, AbL-Mitglied und kritischer Geist, in seiner Publikation „Agrar-Hinweise“, die ich regelmäßig lese. Auch wenn ich mit ihm oft nicht übereinstimme, so spricht mir dieser Brief doch in vielen Punkten aus dem Herzen.

Hallo, liebe Grüne,

herzliche Glückwünsche zu Euren neuerlichen Wahlerfolgen, die zeigen, dass Ihr mit Themen wie Klima- und Umweltschutz, Tierwohl und sozialer Gerechtigkeit richtig liegt. Im Bereich der Landwirtschaft plädieren 80% der WählerInnen dafür, dass dies im Rahmen einer bäuerlichen Landwirtschaft umgesetzt wird und dass durch eine solche „Agrarwende“ die bäuerlichen Betriebe gestärkt und erhalten bleiben. Nur die können die sozioökonomischen Träger und Umsetzer der Agrarwende sein – die Alternative wären Agrarkonzerne und nicht Projekte Solidarischer Landwirtschaft (so gut sie auch sind)…

Verbal würdet Ihr dem sicherlich auch zustimmen.

Andererseits habt Ihr bei den Landwirten lediglich 5% der Stimmen bekommen – trotz sehr starker Verluste bei CDU/CSU. Das muss Euch zu denken geben, wenn Ihr es mit der Agrarwende wirklich ernst meint. Eine Programmatik von Agrarwende, die bei den Betroffenen und elementaren Trägern (also bei den Landwirten) derart wenig Anklang findet (und sogar Ängste auslöst), kann so nicht richtig oder vollständig sein. Trotz aller agrarindustrieller und Bauernverbands-Propaganda.

Angesagt ist also auch bei Euch:

– Überprüfung aller Forderungen, inwieweit sie bäuerlichen Strukturen schaden – und wie sie so gestaltet werden können, dass sie praktikabel und bauernhof-nützend sind (insbesondere bei der zentralen Bedeutung der Erzeugerpreise und der EU-Agrarprämien).

– Die ja richtigen Forderungen zugunsten des Ökolandbaus ersetzen bei weitem nicht eine Strategie zum Erhalt und zur Ökologisierung der jetzt (und auch zukünftig) übergroßen Mehrheit der bäuerlich-konventionell wirtschaftenden Betriebe (die Ökoforderungen dürfen schon gar nicht gegen die konventionellen Landwirte gerichtet sein).

– Überzeugt bitte die Öko-Lobbyisten, dass sie ihre Marketing-Strategien nicht weiter aufbauen auf Abgrenzung von konventionellen Bauern (also Berufskollegen). Ausrichtung darauf, dass es im konventionellen Bereich wie auch im Ökolandbau entscheidend darauf ankommen muss, Bauernhöfe statt Agrarfabriken zu erhalten und zu stärken und Agrarfabriken bei der Förderung oder bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht weiter zu unterstützen.

– Sucht bitte verstärkt und gezielt das Gespräch, die Einbeziehung und die Diskussion mit allen Bäuerinnen und Bauern – neben den bisherigen Kontakten zu Umwelt-, Naturschutz- und Tierschutz-Verbänden sowie Bio-Verbänden. Ihr werdet viele überraschend positive Erfahrungen dabei machen, wenn Ihr offen herangeht…

Mit freundlichen Grüßen
Eckehard Niemann, AGRAR-HINWEISE

 

(Aufrufe 4.021 gesamt, 5 heute)

51 Kommentare

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Unter der damaligen Landwirtschaftsministerin Renate Kühnast wurden bei Erdbeeren die Grenzwerte in einem Fall um das 30 Fache im zweiten Fall um das 100 Fache erhöht, damit Italien und Spanien ihre Erdbeeren in Deutschland verkaufen konnten.
      Beide Mittel durften in Deutschland nicht angewendet werden.
      Daran erinnert sich niemand mehr, nicht nur die Jüngeren.

      5+
  1. Schmeckt gut sagt

    Also wißt ihr, was mich an vielen Kommentaren stört – die Rumstänkerei. Ekkehard hat es meiner Meinung nach so ziemlich auf den Punkt gebracht. Wir werden miteinander reden müssen. und zwar auch mit unangenehmen „Zeitgenossen“. Und diesen muß deutlich gemacht werden, dass es beim Umgang mit Land-Witschaft weniger um den Weg (natürlich auch, aber der MUSS und kann nur über die Bauern laufen) als viel mehr um das Ziel geht. Denn im Ziel muß auch der Punkt Wirtschaftlichkeit definiert werden (auch der Punkt verbesserte Vermarktungsstrukturen BIO). Die lieben Kritiker werden erkennen müssen, dass es nicht darum geht, die „Großkapitalisten“ – bäuerliche Unternehmer – auszubluten, sondern sie so zu unterstützen, dass der Wandel möglich wird. Wir Bauern packen diesen Wandel an, wenn wir den Lohn für unsere Mitarbeiter, eine angemessene Betriebsentwicklung und den Lebensunterhalt für die Familie sicherstellen können.

    9+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Beim miteinander Reden muss man zumindest zu zweit sein. Bis jetzt war es meistens so, dass über die Landwirtschaft geredet wurde, ohne dass die Landwirte ihre Ansicht einbringen konnten.
      Die Kräfte die immer von einer Agrarwende faseln, sollten den Bürgern mal klar machen, was die Agrarwende für den Verbraucher kostet, wenn man die Betriebe tatsächlich erhalten will.
      Rumstänkerei sehe ich weniger bei den Landwirten, sondern bei denen die ständig ihre unqualifizierten Absonderungen über die Bauern ergießen.

      11+
    • brouss sagt

      Um sinnvoll miteinander reden zu können, muss man erst mal valide Informationen haben.
      Wer meint mit Kreislaufwirtschaft auf 100% Biohöfen die Menschheit ernähren zu können disqualifiziert sich sofort.
      Leute, die in Bayern Angst vor dem Bienensterben schüren in Wirklichkeit aber die Völkerzahl in 10 Jahren um 25% gestiegen ist, sollten auch vom Mitreden ausgeschlossen werden.
      Solange es keine strikte Trennung von Bio und Konventionell gibt wird keine belastbare Analyse möglich sein.
      Wer Angst vor Gentechnik schürt, aber Sorten mittels Mutagenese züchtet, hat vermutlich eine zu große Bildungslücke.
      Wer keinen 100% sicheren Beweis hat, dass Glyphosat bei irgend jemandem Krebs ausgelöst hat, ist auch nicht verlässlich.

      Wer könnte jetzt noch sinnvoll diskutieren?

      5+
  2. Astorianer sagt

    Die seit Jahren am meisten benutzten Schlagworte, wie Massentierhaltung und Monokulturen, der Grünen sind einfach sowas von daneben, den anscheinent haben die Grünen das logische Denken verloren. Logisch ist doch das immer weniger Bauern, immer größere Einheiten an Tieren und Ackerland bewirtschaften.

    3+
  3. brouss sagt

    Wenn es bisher in einem Bundesland erstmals einen grünen LW-Minister gab, gab es sofort einen Skandal.
    Wenn die Minister dann eine Weile dabei sind, ist immer Ruhe. Wenn die nämlich merken was Realität ist, kommen sie zu einer anderen Meinung.

    Ähnlich würde es auf Bundesebene wahrscheinlich auch laufen.
    Bio-Tiere sind beispielsweise kränker als Konventionelle. Nach dem Institut für Bodenkunde an der Uni Dresden sind die Böden im Bio-Landbau in einem schlechten Zustand. Gibt so Einiges.

    13+
    • Oberländer sagt

      Achtung , diese Äußerungen bezüglich Tier- und Boden-Gesundheit
      könnten schon bald als Fehlinterpretationen gelten und nicht mehr überall geduldet werden

      2+
    • Thomas Apfel sagt

      Hallo @brouss

      könntest Du die Quelle für die Untersuchungen aus Dresden angeben oder verlinken.
      Ich konnte beim Institut für Bodenkunde Dresden leider nichts finden das Deine Aussage belegt. Eine Autorenangabe für eine solche Studie wäre hilfreich.

      1+
  4. Bauer S sagt

    Landwirtschaft und ländlicher Raum werden von allen Parteien eigentlich nicht wahrgenommen. Politik findet nur für die Zentren statt. Alles andre sind Nebenpoletikfelder auch die sogenannte Agrawende

    9+
  5. Arnold Krämer sagt

    Landwirte haben bei ihren Wahlentscheidungen offensichtlich ein feines Gespür für die Widersprüchlichkeit (teilweise Verlogenheit) der Forderungen nach einer Agrarwende.

    Dass man darunter ganz unterschiedliche Dinge verstehen kann, erkennt man schon an der Tatsache, dass lautstarke Verfechter einer Agrarwende ausschließlich die Produktionsweisen im Blick haben und nicht die Strukturen. Typisches Beispiel hierfür ist die Fernsehköchin Sarah Wiener (neuerdings Mitglied des europäischen Parlaments für die Grünen in Österreich), die in Brandenburg einen viele hundert Hektar großen Ökohof bewirtschaftet, besser gesagt bewirtschaften lässt. Das hat aber mit Bäuerlichkeit und Familienbetrieb rein gar nichts zu tun.

    Auf der anderen Seite haben lautstarke Verfechter der Agrarwende wie Herr Niemann eher Eigentumsstrukturen und Bewirtschaftungsstrukturen im Auge. Da wird dann das Schreckensbild von der „bösen“ Agrarindustrie gezeichnet.

    Zu den Fakten:
    Eine bäuerliche Familie kann bei einer engen Generationenfolge über viele Jahre hinweg durchaus 2 oder 3 Familienarbeitskräfte für die Arbeitserledigung in der Landwirtschaft bereitstellen. Damit kann man unter Nutzung heute verfügbarer Technik jeweils durchaus 200-300 Kühe plus Nachzucht halten, 500-600 Sauen versorgen, 4000 oder 5000 Mastschweine betreuen. Für die zugehörige Flächenbewirtschaftung oder Nährstoffentsorgung benötigt man dann zusätzlich die Dienstleistungen von Lohnunternehmern und/oder viehlos wirtschaftende Partnerbetriebe. Das hat m.E. nichts mit Agrarindustrie und Massentierhaltung zu tun.

    Bäuerliche Familien können aber auch andere Entwicklungpfade wählen, und müssen nicht in diese Dimensionen hineinwachsen, um ausreichende Einkommen zu erwirtschaften und stabile Vermögensverhältnisse zu schaffen. Egal wie viele Arbeitskräfte auf den Höfen eingesetzt werden, sie müssen aber immer produktiv beschäftigt sein und dürfen nicht „versteckt arbeitslos“ sein. Das Einkommen von Landwirten ist immer Entlohnung für die eigene, im Eigentum befindliche Fläche, das eingesetzte sonstige Eigenkapital und die Entlohnung der eigenen Arbeitskraft. Und letzteres ist bei normalen Ansätzen für die Produktionsfaktoren der wichtigste Faktor.

    Das „Elend“ vieler Familienbetriebe besteht in der versteckten Arbeitslosigkeit und mangelnder Produktions- sowie Ein-und Verkaufseffizienz. Hinzu kommen in bestimmten Regionen extrem hohe Pachtpreise, die nur über die Quersubvention durch hochrentable Betriebszweige verantwortet werden können.

    Wer in der Vergangenheit in eine ökonomische Schieflage geraten ist, kann sich daraus auch nur schwer wieder befreien ohne Substanzverkäufe und Betriebsaufgabe. Für Betriebsaufgaben sind aber nicht nur wirtschaftliche Gründe verantwortlich zu machen sondern auch sehr viele private Gründe wie Kinderlosigkeit, mangelnde(s) Interesse oder Eignung potentieller Hofnachfolger, Krankheit, plötzlicher Tod, Unfall oder (am sozial verträglichsten) „kluges Heiraten“.

    19+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Hätten die Bauern wirklich so ein feines Gespür für die Widersprüche zwischen Aussagen und Handlungen von Parteien, würden sie wohl kaum zu mehr als 60 % die CDU wählen!

      2+
      • Arnold Krämer sagt

        Sie wählen doch auch immer nur das kleinere Übel, oder ?
        Außerdem geht es hier nicht um die Widersprüche von Aussagen und Handlungen der Parteien, sondern um die Widersprüche in den Zielsetzungen und den angedachten sowie geforderten Maßnahmen sowie das bewusste Leugnen der entsprechenden Konsequenzen.

        Aber vielleicht wird die Gesamtwählerschaft die Grünen mal wirklich auf allen politischen Ebenen verantwortlich handeln lassen (Bund und Länder). Dann werden die Leute merken, was das für Konsequenzen für Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt in D hätte. Aber das käme einer Operation am offenen Herzen gleich, allein der Gedanke lässt schaudern.

        9+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Der erste Absatz Ihrer Erwiderung, lieber Herr Krämer, trifft meiner Wahrnehmung nach vollständig auf das Verhalten der CDU zu! Es wird stets dem bäuerlichen Familienbetrieb das Wort geredet, aber Politik für Großbetriebe und vor allem für den vor- und nachgelagerten Bereich gemacht. Das beste Beispiel ist die substanzzerstörende Milchmarktpolitik der CDU/CSU-Minister nach Abschaffung der Milchquote. Und genau deshalb wähle ich das kleinere Übel, da haben Sie recht!

          2+
          • Arnold Krämer sagt

            Das Reden vom bäuerlichen Familienbetrieb und seine Erwähnung zur Rechtfertigung unterschiedlichster politischer Forderungen oder gesetzlicher Maßnahmen muss generell (bei allen Parteien und Interessenverbänden) aufhören. Damit wird wahlweise entweder „Sand in die Augen gestreut“ oder „weiße Salbe aufgetragen“. Die Landwirte haben es verdient, dass man ehrlich mit ihnen umgeht.

            7+
            • brötchen sagt

              Endlich sagt das mal einer!
              Was ist der Unterschied zwischen einem Familienbetrieb mit 300 Kühen und einer LPG mit 300 Kühen?
              Wer hat schon was verdient? Geht es im Leben danach?

              2+
                • Brötchen sagt

                  Zu der Zeit hatte keine LPG 1000 Kühe das stimmt nicht!

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  In Dedelow gab es 1969 ein Betrieb mit 3745 Milchviehplätzen.

                  3+
                • bauerhans sagt

                  „Zu der Zeit hatte keine LPG 1000 Kühe das stimmt nicht!“

                  ich könnte dir mal die geschichte von der lpg in brandenburg mit dem kreissekretär und den 1000 kühen erzählen,wo 20 fehlten.

                  1+
          • Arnold Krämer sagt

            Der Milchmarkt wird solange unter Druck stehen, wie es Arbeit sparenden technischen und organisatorisch-technischen Fortschritt gibt. Die Milchviehhaltung ist in gewisser Weise ein verspäteter Betriebszweig. Die Schweinehalter haben das alles hinter sich.
            Durch die Melkrobotertechnik und andere organisatorische Verbesserungen steigern die klassischen Familienbetriebe ihre Produktionsmöglichkeiten, verdoppeln teilweise ihre Bestände, verteilen ihre Lohnansprüche (Einkommensansprüche ) auf mehr Milch und senken damit die Stückkosten. Sie setzen bei unbegrenzter Abnahme der zusätzlich produzierten Mengen die Molkereien unter Druck. Denn die müssen das Ganze ja verkaufen in Konkurrenz zu (weltweiten) Anbietern, die billigeren Rohstoff verfügbar haben. Dass sich dabei durch das Mitläufertum manche Milchviehhalter übernehmen, (sich zuviel zutrauen) hat wiederum auch besondere Gründe, die ich hier nicht weiter diskutieren will.
            Die Geschäftspolitik der Molkereien ist, aus welchen Gründen auch immer, eine andere als die sonstiger Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoffe (z. B. Kartoffeln, Rüben, Hähnchen, Puten).
            Und die Politik hat nach wie vor ein Interesse an billigen Lebensmitteln.

            4+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Höherer Verdienst geht entweder mit mehr Subventionen, was kaum bei der Bevölkerung durchzubringen ist, höhere Preise nur mit Außenschutz!

            Und jetzt sagen sie mir die Partei, die in unserem Industriestaat dies beschließen würde. Ein Tipp: Die Grünen gehören auch nicht dazu.

            Warum fällt mir jetzt ein Flötenspieler aus Hameln ein?

            5+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sahrah Wiener ist am Gut Kerkow mit 20 % beteiligt.

      Das schnucklige Gut hat 800 Hektar Fläche und eine Biogasanlage.
      Nach Werner Kogler (Die Grünen) haben die bei den Rindern und Schweinen eine „Bodenhaltung“ 🙂

      Bei Sarah Wieners Partner handelt es sich nicht nur um Personen, sondern auch um Gesellschaften (G.m.b.H.) und AGs.

      2+
      • Arnold Krämer sagt

        Danke für die präzisen Angaben zu Sahrah Wiener und Gut Kerkow

        1+
      • Brötchen sagt

        Der ehemalige Besitzer ist in der Biogasanlage ums Leben gekommen, in der Annahmeschnecke. Sehr tragisch, noch recht jung. Der hat die gebaut, kam glaube ich aus dem Rheinland.

        0
  6. Ottmar Ilchmann sagt

    Ich finde es sehr gut, wie sich Eckehard Niemann hier bei den Grünen für bäuerliche Landwirtschaft einsetzt und auch sehr deutlich Kritik übt an Fehleinschätzungen und falschen Einstellungen. Ich würde mir ähnlich deutliche Statements auch von anderen landwirtschaftlichen Interessenvertretern an die Adresse ihnen nahestehender Parteien wünschen.

    12+
    • Bauer Willi sagt

      Zum Beispiel Kritik von Rukwied an der CDU. Nur als Ergänzung, lieber Ottmar, falls Du das nicht so deutlich sagen wolltest.

      4+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Willi, ich würde die beiden Herren nicht so direkt vergleichen, damit tut man einem Unrecht 😉

        2+
    • Christian Bothe sagt

      Was soll diese Diskussion von Niemann?5% der Bauernschaft haben die tollen Grünen gewählt.Das sagt doch alles!!!

      0
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Tja, Herr Bothe, aber im Rest der Gesellschaft waren es über 20 %, Tendenz steigend. Da ist man als Bauer gut beraten, sich mit dieser Partei auseinander zusetzen und Einflussmöglichkeiten zu nutzen. Denn stellen Sie sich vor, es kann tatsächlich jemand Landwirtschaftsminister werden, den die Bauern NICHT gewählt haben.

        4+
        • Christian Bothe sagt

          Grauenvoll ,das sind doch die Totengräber unserer entwickelten LW und einer zukunftsfähigen Volkswirtschaft. Tut mir leid, H.Ilchmann aber ich sehe bei Leuten wie Habeck und Co.keine für die LW ob groß oder klein eine wirkliche Fachkompetenz.Hatten wir nicht schon mal so jemand????

          1+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Gut, dass sich die Unionsminister stets durch immense Fachkompetenz auszeichnen…

            2+
            • Christian Bothe sagt

              Einen so schlechten Job macht doch Klöckner nicht (mit einigen Ausnahmen)! Sie hat wenigstens von Hause aus damit etwas zu tun, im Vgl.zu den Grünen Typen.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wir Deutsche hatten mal eine Landwirtschaftsministerin, ich Glaube die hieß Renate Kühnast, eine „geballte landwirtschaftliche Fachkompetenz“ 🙁

              2+
        • Jan Köpcke sagt

          Ich hab schon eine Flagge der GRÜNEN im Keller! Ups, das gab’s auch schon mal!

          1+
  7. Hartmut Keller sagt

    Diesen Brief wird die Grünen auch nicht zum Umdenken bewegen. So lange die Grünen nicht selber den Kanzler stellen, werden sie nicht sehr lange über negative Auswirkungen ihrer Wünsche nachdenken. Selbst als kleinerer Koalitionspartner übernehmen die Grünen keine Verantwortung ( siehe z.B. Biogas/Maisanbau). Der Zug ist abgefahren! Wir bekommen ihn nicht mehr aufgehalten. Der nächste Bundeskanzler wird ein Grüner sein. Bleibt nur zu hoffen, dass der Zug dann so schnell wie möglich gegen die Wand donnert, damit möglichst viele Leute wach werden und noch einiges gerettet werden kann. Ich sehe leider keinen anderen Ausweg mehr.

    24+
  8. Berthold Lauer sagt

    Wünschenswert wärs, allein habe ich starke Zweifel: Vielen, und vor allem den Chefstrategen, geht es nicht um „die Landwirtschaft“ und schon gar nicht um das Schicksal einzelner Betriebe. Landwirtschaft ist nur eines von vielen Feindbildern, das diese Partei unabdingbar braucht, um die ganz heterogene Anhängerschaft bei der Stange zu halten. Und da viele dieser Feindbilder im Laufe der Jahre abhanden gekommen sind, siehe Atomkraft, konzentriert man sich auf das was noch übrig ist. Konstruktiver Dialog ist da nur fehl am Platz. Was nicht heißen soll, dass es gar keine dialogbereiten Akteure gibt.

    9+
    • Lieschen Müller sagt

      Auch die CDU hat ihr Feindbild: Sozialismus und Atheisten. Und die FDP: SOZIALE Marktwirtschaft.

      1+
  9. Wilfried Stranz sagt

    ? Der Bauer – das unbekannte Wesen. Noch gibt es so einige unverwegene – allerdings recht verdrossene – die diese mühevolle, archaische Arbeit in und meist mit der Natur auf sich nehmen. Bei Wind und Wetter und Gegenwind aus Politik, Gesellschaft und klugen Recht- und Machthabern. Meine Hochachtung gilt gerade den tierhaltenden Landwirt*innen, besonders den Milchbauern und Milchbäuerinnen, die Tag für Tag ihre Tiere versorgen und ihre bäuerlichen Betriebe bewirtschaften – oft an schwierigen Standorten, Mittelgebirgslagen ..

    Sollen solche traditionellen bäuerlichen Betriebe erhalten werden, was wäre die Alternative ? WIE könnten Lösungen gestaltet werden? Sicherlich gibt es politische Möglichkeiten + Lösungsbeiträge (siehe diverse Parteiprogramme). Mehr tatsächliche Wertschätzung über faire und angemessene Preise durch Verbraucher und Markt“partner“- gerade über das Einkaufsverhalten – eine veränderte Agrar- und Umweltpolitik „von unten“, mit dem Einkaufskorb, mehr Wochen- und Bauernmarkt – wäre das nicht eine prima Alternative ?

    3+
  10. Bauer S sagt

    Keine Angst vor dem grünen Mann. Auch die müssen ihre Bevölkerung mit mehr als Haferbrei satt bekommen. Ansonsten ist der grüne Traum schnell ausgeträumt.

    1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das ist sicher richtig,
      davor hat man die jetzigen Bauern und was noch schlimmer ist, den Nachwuchs Gesellschaftlich in das Abseits gestellt.Bin bereits jetzt der Meinung, dass die Schließung kleiner und mittlerer Betriebe nicht mehr aufzuhalten sind, zumindest in den Gegenden wo Arbeitsplätze vorhanden sind.

      12+
  11. Obstbäuerin sagt

    Ich finde, die Grünen müssen sich nicht ändern, denn als konventioneller Bauer werde ich sie nie wählen. Nur dürfen die Anderen nicht zum Abklatsch der Grünen werden – das ist jetzt ein großes Problem.
    Die Grünen haben bei den Kommunalwahlen im Land Brandenburg 11 % erreicht. In Potsdam waren es 18,7 %. Die großen Städte nähern sich dem Westen langsam an, das flache Land sieht in den Grünen eher keine Option. Immerhin wollen 90 % der Brandenburger keine Grünen an den Schaltstellen. Ich glaube, dass es bei den Bauern noch weniger als 5 % waren, weil in den Kreisen starke Bauernvertretungen angetreten sind und zwischen
    8 und 11 % erreicht haben. Ich glaube es war sogar eine Bauernpartei dabei.

    12+
  12. Astorianer sagt

    Ich glaube nicht das sich die Grünen durch so einen Brief umstimmen lassen. Zu Beginn der Grünen hat Renate Künast 20 % Bio- Erzeugung gefortert. Auch nach so vielen Jahren sind wir davon noch meilenweit entfernt und werden es auch nie erreichen. Das allein hätte doch schon gereicht um ihren festgeschriebenen Weg zu verlassen. Wo haben die Grünen die meisten Wähler gewonnen? In den Städten wo die Mensch meilenweit von der Landwirtschaft entfernt sind. Das kommt davon, wenn man in den Medien und bei Gesprächsrunden die Bauern nicht mitreden lässt. Die Städter sollten doch einmal begreifen das die Bauern es sind, die das zum Leben wichtigste Nahrungsmittel erzeugen.

    26+
    • Bergbäuerin sagt

      Das ist so ein althergebrachter unreflektierter Grundsatz: Wer als links (=fortschrittlich) gelten will, muss eine Stadtpartei sein.
      Die Linken leben noch in der Zeit des Karl Marx, wo man die Landmenschen ungestraft als rückständig, kleinkariert und irrational (religiös) bezeichnen konnte. Die Linken haben es nie in ihr Weltbild integriert, dass die Bildungs- und Kulturoffensive der 70er und 80er Jahre auf dem Land gegriffen hat, dass es dort auch Internet gibt, dass man also den Landmenschen nichts, aber auch schon gar nichts verheimlichen kann. Sie müssen erst draufkommen, dass es jetzt vielmehr umgekehrt eine Bildungsoffensive in der Stadt braucht beim Basiswissen über die Real World, ohne welches Wissen keine Wurzeln hat, sondern orientierungslos in alle Richtungen herumgeblasen wird von den Kräften der Virtual World.

      5+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein mancher in der Stadt hat in Sachen Bildung der Landbevölkerung etwas voraus,
        zumindest bei der Einbildung.
        Weltoffener wollen die sein und toleranter gegenüber Menschen anderer Nationen.

        Tatsächlich ist es so, dass die in der Nachbarwohnung überhaupt nicht interessieren.
        Ein Bekannter hatte in Karlsruhe eine Wohnung vermietet, erst als es fürchterlich aus der Wohnung stank, haben die Nachbarn bemerkt, dass der gute Mann schon lange tot war.

        2+
  13. Oberländer sagt

    Diesen Brief kann ich auch in vollem Umfang unterstützen.
    Ob er Gehör findet , weis ich nicht ob meine Hoffnung ausreicht.
    Und ob unsere Grüninnen und Grüne das Porzellan das sie im
    Umgang mit der Landwirtschaft in den letzten 40 Jahren zertrümmert haben wieder kitten können, um das Vertrauen der
    Landwirte wieder zu erlangen bedarf gründlichster Ausmist-aktionen in den eigenen Reihen.

    20+
    • Inga sagt

      Wenn die ihre versprochenen Ziele erreichen wollen, müssen sie sich mit der Landwirtschaft solidarisieren, und sich auch mehr Fachwissen darüber aneignen. Damit sie nicht als fachfremdes Wissen oder Glaube diesbezüglich verbreiten.

      7+

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