Bauer Willi
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Hafermilch ist keine Lösung

Leider hinter der Bezahlsperre, aber lohnenswert zu lesen, weil gegen den Mainstream.

https://zeitung.faz.net/fas/wirtschaft/2022-04-24/hafermilch-ist-keine-loesung/750639.html

Hier die ersten Zeilen: (Zitat FAZ)

Herr Windisch, was halten Sie von Hafermilch?

Ich finde Hafermilch grundsätzlich gut, Farbe und Geschmack sind in Ordnung. Wer das für seinen Kaffee mag, soll es meinetwegen im Supermarkt kaufen. Aber nur, wenn die Hafermilch professionell erzeugt wurde. Und solange wir sie als Ergänzung zur Milch von der Kuh betrachten, nicht als einen Ersatz. Sie hat mit Milch eigentlich nichts zu tun. Sie enthält viel weniger Eiweiß, und sie ist ein Endprodukt der Lebensmittelerzeugung. Milch dagegen ist ein Primärprodukt der Tierhaltung, das zu Käse, Joghurt und noch vielen anderen Lebensmitteln verarbeitet werden kann.

Geht es nicht gerade darum, die Viehhaltung mit ihren Folgen für Klima, Umwelt und Tierwohl abzuschaffen?

Nein. Für die Klimakrise ist Hafermilch keine Lösung, für das Problem der Welternährung auch nicht.

Aber für das Klima und die Welternährung ist die rein vegane Landwirtschaft doch viel besser.

Das ist ein Denkfehler. Sie übersehen dabei etwas Entscheidendes. Wenn Sie Milch mit Hafermilch ersetzen, dann vermehren Sie Ihren Konsum an veganer Biomasse auf Kosten der Tiere. Die Kühe fressen idealerweise Gras und Rückstände aus der Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Das heißt, sie holen mehr aus der Biomasse heraus, als ohne sie für die Ernährung der Menschheit zur Verfügung stünde – weil ihr Verdauungstrakt wahre Wunder tut.

 

Wie bitte?

Die Viehhaltung, der zweite Kreislauf in der Landwirtschaft nach dem Pflanzenanbau, liefert uns praktisch umsonst zusätzlich eine große Menge an Kilokalorien und Eiweiß, und zwar mindestens so viel wie ein halbes Kilogramm veganes Lebensmittel. Das heißt: Wenn wir diesen zweiten Kreislauf weglassen, etwa indem wir komplett auf Hafermilch umstellen, dann müssen wir zum Ausgleich die vegane Produktion massiv erhöhen. Dann müssen die Schlepper mehr über die Felder fahren, es muss mehr Stickstoffdünger ausgebracht werden – und die CO2-Emissionen steigen.

Das müssen Sie genauer erklären. Das Futter für die Kuh gibt es doch auch nicht ohne Emissionen.

Jetzt müssen wir kurz über Biologie reden. Die Wiederkäuer, zu denen die Kühe gehören, sind in der Evolution enorm erfolgreich. Sie überleben in Gegenden, in denen viele andere Tiere kein Futter finden. Das schafft die Kuh, weil sie einen Pansen voller Mikroorganismen hat. Die Kuh frisst nämlich gar kein Gras. Sie füttert vielmehr ihre Pansenmikroben mit Gras und frisst das, was die Mikroben daraus machen: verwertbare Abbauprodukte als Energiequelle und die Mikroorganismen selbst als hochwertiges Eiweiß. Das ist bei einer ordentlichen Milchkuh jeden Tag ein Putzeimer voll veganes Protein. Und das mit einem Futter, das der Mensch gar nicht essen kann! Dieses System ist so leistungsfähig, dass die Profis unter den Landwirten locker eine Kuh mit 6000 Litern Milch im Jahr füttern können, ohne dass sie dem Menschen auch nur eine Kilokalorie oder ein Gramm Eiweiß weggefressen hat.

 

Und weiter unten kommt noch ein Aspekt, der mir so nicht bewusst war, und der sicherlich bei dem ein oder anderen Widerspruch auslösen wird. Ich esse gern Vollkornbrot…

Wer sich gesund ernähren will, isst Vollkornbrot. Da wird das ganze Korn genutzt, es bleibt viel weniger Biomasse in der Mühle übrig.

Die Kleie kann ich zwar essen, richtig, aber dann scheide ich sie ohne Verwertung größtenteils wieder aus. Vom Gesichtspunkt der Nahrungsmitteleffizienz gesehen, ist das Verschwendung. Die Ballaststoffe, für die Vollkornmehl immer so gelobt wird, kann ich viel besser aus Gemüse holen. Dann kann ich die Kleie an Tiere verfüttern und gewinne zusätzliche Kalorien. Gebt dem Tier, was des Tieres ist!

Das heißt, der Vollkornbrotesser ist der Sünder, nicht der Milchtrinker?

Ja, genau! Es kommt noch etwas dazu, von den Kalorien abgesehen. In der Kleie stecken drei Viertel des Phosphors, das dem Feld mit der Ernte des Getreides entzogen wurde. Wenn ich die Kleie esse, dann landet der Phosphor in der Kläranlage, und der Landwirt muss das Feld mit umso mehr davon düngen, und zwar aus fossilen Quellen. Schon wieder Verschwendung! Viehhaltung sorgt dafür, dass dieser Phosphor über den Stallmist wieder zurück aufs Feld kommt. Wir sehen jetzt schon, dass viele Felder im Nordosten von Deutschland, die ohne Vieh bewirtschaftet werden, an Phosphor verarmen. Da muss dringend wieder Tierhaltung her, sonst werden die Erträge sinken.

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59 Kommentare

  1. Bauer Fritz sagt

    Prof. Breunig von der Uni Weihenstephan ist nicht ganz der Ansicht von Prof. Windisch:
    (https://twitter.com/peter_breunig/status/1518839973750915077)

    Gut so. So geht (wissenschaftliche) Erkenntnis.

    Wenn nun so viele an Sinn und Nutzen der Kühe arbeiten und forschen, wird umso klarer, daß die Parolenschreier der NGOs dergleichen Erkenntnisse weder hatten noch haben noch daran interessierte sind oder waren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ja, super….canolapro! Dann sind wir doch dem soilentgreen ein ganzes Stück näher gekommen?
      👍😎

  2. Ich muss hier mal ganz entschieden Herrn Professor Windisch widersprechen. Hafermilch ist ganz definitiv eine Lösung und zwar eine Lösung von Hafer in Wasser. Ca. die Hälfte der Ballaststoffe des Hafers ist wasserlöslich. Die Stärke wird in Zucker umgewandelt und Zucker ist ganz hervorragend in Wasser löslich. Auch die Stärke wäre bei 90 Grad sehr gut wasserlöslich, allerdings könnte man dann die Hafermilch nicht trinken sondern müsste man sie löffeln (Haferschleim). Eine noch bessere Alternative zur Milchalternative ist Pepsi Cola. Der Zuckergehalt ist ungefähr so wie bei Hafermilch (7g/100ml).Es fehlt nur noch ein Schuss Rapsöl, ein wenig Eiweißpulver, etwas Holzstaub(für die Ballaststoffe) , ein paar Mikrogramm Haferaroma (für den Geschmack) und der übliche Zusatz an Calcium und Vitaminen. Ausserdem ist die Flächeneffizenz ist bei Cola ungefähr 8 mal so hoch wie bei Hafermilch.
    Ist nicht ganz ernst gemeint.

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  3. Bauer Fritz sagt

    Das Zitat „Lügen laufen Sprints, aber die Wahrheit läuft einen Marathon.“ scheint hoffentlich zunehmend Eingang zu finden in jene Redaktionsstuben, die bislang in willfährig woker Mainstream-Manier den NGO-Lügen gefolgt sind und zusammen mit den (eher a-)sozialen Medien dazu beigetragen, daß “Die Lüge um die Welt reiste, währen die Wahrheit noch ihre Schuhe anzieht”.

    Daß die Zusammenhänge doch “etwas” komplexer sind als jenen coolen Zweizeiler die obige Verbreiter bisher als gesicherte Wahrheiten rausposaunten, scheint sich nun doch nach vielen Jahren (hoffentlich) langsam durchzusetzen.

    In diesem Artikel (https://www.derstandard.de/story/2000135080767/klimakiller-kuh-sie-kann-auch-anders) findet sich etwa die Feststellung der Autorin: “Weniger dieser Tiere, so die simple Schlussfolgerung, bedeute eine bessere CO2-Bilanz. Einige Forschende entgegnen jedoch: Wir brauchen noch mehr Rinder. Richtig gehalten und gefüttert, könnten sie helfen, die Landwirtschaft an die Folgen der Klimakrise an zupassen.” Und sie schreibt weiter: “Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die Tierärztin und Agrarwissenschafterin mit dem Thema, 2010 (!!!) erläuterte Anita Idel in ihrem Buch (Die Kuh ist kein Klimakiller), warum das Rind seinen schlechten Ruf nicht verdient.”

    Man hätte also schon sehr sehr lange Zeit auf die Vernünftigen hören können und ebenso ausgewogen vernünftig argumentieren können – wenn man hätte wollen.
    Das Hauptproblem (bislang) dabei: “Vernunft muß sich jeder selbst erwerben – Dummheit pflanzt sich gratis fort”. (Erich Kästner)

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  4. Ferkelhebamme sagt

    Sagt das mal jemand dem Özdemir? Passend zum Thema postet er gerade, wie er auf einem Stand einer Messe in Köln über nachhaltige pflanzenbasierte Drinks spricht. Das ist trendy und werbewirksam.
    Geliefert hat er immer noch NICHTS, für die Tierhalter in D eine Katastrophe.
    Schöne neue Veggie-Welt

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    • Inga sagt

      Hat man nicht schon längst festgestellt, dass dass das schädliche Methan in der Luft weniger von Wiederkäuern, sondern mehr vom Kohleabbau stammt?

      Das die Mühe um Mandel- Hafermich und Co. eine Verschwendung ist?

      Die Kuh hat uns mit ihren Dünger aus der klassischen 3 Federwirtschaft rausgeholfen und so hatten wir 150% der Fläche für Nahrungsmittelanbau.
      Die gesunde Milch hat alles was ein Baby und somit Mensch braucht.

      Abgesehen davon was ihr Fehlen in der Umwelt für Schäden hinterlasst.

      Darüber muß sich gerade Chem Ö. Gedanken machen.

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    • Thorens sagt

      Özdemir hat gerade eher damit zu tun, Warnwesten für Hühner zu proklamieren, um den Habicht abzuschrecken. Es ist kaum mehr auszuhalten.

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      • Inga sagt

        Wen der ordentliche Berater hätte, dann würd4e er so einen Blödsinn nicht verzapfen.
        Und nun geht es nun mal um die fehlenden Getreidemengen aus Russland und wie man die am Besten kompensiert.

        Besonders wenn das Feld noch bestellbereit ist.
        Da kann man nicht länger überlegen.
        Das kann man bei der Rüstungsgüter manche, die kann man Tag und Nachtproduzieren und anhalten.
        Aber Naturgüter wie Getreide kann man nur 1 mal im Jahr bestellen, damit im nächsten Jahr zur Verfügung stehen,

        .

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        • Inga sagt

          Artensterben oder Hungerkatastrophe

          Eine Hungerkatastrophe droht in vielen Ländern der Dritten Welt durch den Wegfall der Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine. Ist es da nicht mehr als logisch, dass wir ökologischen Ausgleichsflächen wie Brachen und Blühwiesen, sofort für die Nahrungsmittelproduktion frei machen? Wir haben mit einem Bauern, einem Agrar-Ökologen und einem Agrar-Ökonomen gesprochen.

          https://www.zdf.de/wissen/nano/220425-sendung-nano-104.html

          Nach Min: 5,23 kommt

          Artensterben oder Hungerkatastrophe.

          Rainer Oppermann, Agrarökologe meint die Stilllegungsfkächen sind schlechte Standorte und da wächst kein gescheites Getreide.

          Auch die Bauern haben eine Argument dagegen, sagt die Journalistin von Nano.

          Der Bauer aus Mannheim meint,

          wir sind 4 Woche zu spät und außerdem kriege wir da kein Dünger mehr für.

          Warum hat er nicht noch dazu gesagt, dass wir da eher von der Politik Grünes Licht haben müßen, um das in die Planung mit einzubeziehen und je mach Standort aus säen könnten?

          Man kann ja Grasbrache dem Kuhbauern geben und der taucht dafür Ackerland für Getreide.???

          Sebastian Lakner Uni Rostock Agrarökonom,

          er meint wir sollten lieber die 70% der landw. Fläche, die Tierfutter und Energie genutzt wird auch in den Nahrunsmittelproduktion mit aufnehmen, damit der Hunger in der Welt kleiner bleibt.

          Davon kompensieren wir in Hebst nihct das fehlende Getreide aus Russland und Ukraine.

          Es müßte da schneller gehandelt werden.

          Den Umbau auf Viehlos und Fleischfrei können wir ja später mal probieren, aber nicht jetzt!

          Artensterben oder Hungerkatastrophe

          Eine Hungerkatastrophe droht in vielen Ländern der Dritten Welt durch den Wegfall der Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine. Ist es da nicht mehr als logisch, dass wir ökologischen Ausgleichsflächen wie Brachen und Blühwiesen, sofort für die Nahrungsmittelproduktion frei machen? Wir haben mit einem Bauern, einem Agrar-Ökologen und einem Agrar-Ökonomen gesprochen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die artenarmen Monokulturen der Ukraine und Russlands ernähren die Welt….ist doch komisch oder? Wo sind die Blödkoppe der Ökofraktion, die müssten doch endlich ihre Augen offen haben.

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            • Inga sagt

              Ja, vielleicht ist es dort so eine gewachsene Landschaft?

              Warum hat denn keiner auf der Ackerflächen in der DDR versucht die Arten gegenüber früher oder vergleichbar mit der BRD, wo es kleinere Äcker gibt zu untersuchen?

              Ansonsten hat die Unkraine viel fruchtbarerer Böden, bestimmt mit mehr Biodiversität ist als hier drin. Vielleicht brauchen wir deswegen die Luft mit Vögel und Insekten noch dazu?

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            • Inga sagt

              Ob der Herr Seevers da wohl nicht richtig gelesen oder verstanden hat?
              Es geht um unsere
              umweltfreumdliche Landwirtschaftspolitk (Artenhsterben) gegenüber einer drohenden Hungerkatastrophe in der Welt!

              Nicht um die Biodiversität auf unkrainischen Äckern! Auf unseren Äckern muß mehr Getreide wachsen, indem wir die ökologischen Ausgleichsflächen wie Brachen und Blühwiesen mit bewirtschaften!
              Die Entscheidung hätte langst getroffen wernden müssen, wir haben dazu nicht solange Zeit wie Sebastian Lakner Uni Rostock!
              Die Natur wartet nicht so lange.

              Der Ausgleich an Getreide auf dem Weltmarkt muß im kommenden Winter schon geschehen da sein und nicht in ferner Zukunft!

              Das meinte ich!

              Artensterben oder Hungerkatastrophe

              Eine Hungerkatastrophe droht in vielen Ländern der Dritten Welt durch den Wegfall der Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine. Ist es da nicht mehr als logisch, dass wir ökologischen Ausgleichsflächen wie Brachen und Blühwiesen, sofort für die Nahrungsmittelproduktion frei machen? Wir haben mit einem Bauern, einem Agrar-Ökologen und einem Agrar-Ökonomen gesprochen.

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  5. Andreas sagt

    Es st schon irre, die meisten Milchbauern füttern ihre Kälber gedankenlos mit Milchaustauscher auf Palmöl-Basis.
    Gleichzeitig regen sie sich auf, wenn die Verbraucher Milchaustauscher auf Haferbasis im Musli oder Kaffee verwenden.
    Dabei hat die Natur die Kuhmilch nicht für die Menschen, sondern für die Kälber erschaffen.

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    • evo.... sagt

      Die Natur hat Hafer ( Soja, Mandeln, Buchweizen,…) aber auch nicht zum Trinken, sondern zum Essen geschaffen. Ich empfehle deshalb, die div. alternativen Milchen vor dem Schlucken gut zu kauen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Dabei hat die Natur die Kuhmilch nicht für die Menschen, sondern für die Kälber erschaffen.”

      Mensch, da haben unsere Vorfahren ihre Entwicklung einer Fehleinschätzung zu verdanken….hätten sie den Hafer getrunken, wären uns Milliarden Dumpfbacken erspart geblieben. Gott, wie konnte das passieren?
      Und all die Schafsmilch und Ziegenmilchtrinker, die Yak-Milch und Kamel-Milch Entsorger….wie blöd sind die alle.

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      • Inga sagt

        Ich nehme an, dass früher der Hafer in unserer Ernährung viel mehr eine Rolle gespielt hat als heute.
        Man denke an den englischen Porridge , ähnliches haben unsere Großeltern auch gegessen, sie nannten es nur Haferschleim. Mit halb Wasser und halb Milch zubereitet,
        weil er auch ernährungsphysiologisch so gesund war/ist, deswegen ist modernste Mensch von heute auf die Idee gekommen sein Frühstück mit Haferflocken zu gestalten, weil Hafer so gesund ist. aber ob die ungekochten Haferflocken das auch bieten können?

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Es st schon irre, die meisten Milchbauern füttern ihre Kälber gedankenlos mit Milchaustauscher auf Palmöl-Basis.”

      Das ist falsch. Die meisten Milchaustauscher basieren auf tierischen Eiweißquellen. Lediglich Nullaustauscher beinhalten pflanzliche Eiweiße, die vorwiegend aus Soja und Weizen gewonnen werden.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @ Andreas, um auf ihrem Niveau zu antworten: Das Getreide hat seine Babys (Getreidekörner) auch nicht dazu bestimmt von uns eingesammelt, zerquetscht und mit qualvoller Hitze behandelt zu werden. 🤷🏼‍♂️

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    • Inga sagt

      wir brauchen doch auch die Milcherzeugnisse wie Käse und Joghurt daraus.
      Und die Hafermilch wird ein Irrtum sein,
      weil manche den Zeitgeist die Kuhmilch wäre ungesund, brauchen.

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    • Smarti sagt

      Andreas, hast Du schonmal gesehen, dass “die Natur” Häuser mit Heizung und fliessend Wasser baut ? Baut die Natur Strassen und die Verkehrsmittel dazu ….willst Du so leben wie die Natur Dich erschaffen hat: mit Beeren, Wurzeln, Fleisch und einer Höhle. Dann mach das doch, das geht auch in bio :).

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  6. Anton aus Tirol sagt

    Ist wirklich spannend, was eine Kuh und andere Wiederkäuer “können”. Ist dem denn so, dass Kühe nur Futter bekommen, dass sonst nicht für Menschen direkt verwertbar ist (Gras und Biomassereste)?
    Wie hoch ist der Anteil an Maissilage und Kraftfutter etc. verglichen mit dem im Futter?
    Danke und Grüße

    • Thorens sagt

      “Ist dem denn so, dass Kühe nur Futter bekommen, dass sonst nicht für Menschen direkt verwertbar ist (Gras und Biomassereste)?”

      Das könnte so sein, wenn der Bauer nicht vom Erlös seiner Produkte sich und seine Familie auch noch zu ernähren hätte. Deswegen muss der Bauer vor allem auch ökonomisch handeln. 1 ha Silomais produziert jährlich etwa 50 % mehr Futtertrockenmasse als 1 ha Grünland. Bei Flächenknappheit ein Argument, denn das lässt zumindest theoretisch mehr Raum für den Anbau zusätzlicher Nahrung für den Menschen. Mais gehört zu den produktivsten Kulturpflanzen, die wir kennen (Tipp: mal nach C4-Pflanzen googeln).

      Was versteht Anton aus Tirol unter Kraftfutter?

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  7. Anton aus Tirol sagt

    Gerade im letzten Absatz lässt sich erkennen, dass Kläranlagen sehr wichtig für die zukünftige Landwirtschaft sein werden und die wertvollen Nährstoffe recyceln und zur Verfügung stellen müssen, um der Nachhaltigkeit ein gutes Stück näher zu kommen.
    All die guten Nährstoffe enden sonst wo, aber nicht da wo diese gebraucht werden.
    Hier muss ein Sinneswandel her und vom Gesetzgeber ein Rahmen, um hier aktiv werden zu können.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine technische Phosphatrückgewinnung aus dem Abwasserpfad unter bestimmten Bedingungen ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Neben dem eigentlichen Phosphatrückgewinnungsverfahren sind in hohem Maße die lokalen Randbedingungen bezüglich
      der Ergebnisse der vergleichenden Bewertung entscheidend. Unter Berücksichtigung der kommenden
      gesetzlichen Randbedingungen der Dünge- und der Klärschlammverordnung wird in Zukunft voraussichtlich die Monoverbrennung als primäre Option für die Klärschlammentsorgung dienen und die
      Phosphatrückgewinnung vorwiegend aus der Klärschlammasche erfolgen. Da bei der Rückgewinnung
      aus der Klärschlammasche hohe Rückgewinnungsraten, die den Vorgaben der Klärschlammverordnung genügen, erzielt werden können, ist ab dem Kalenderjahr 2029 mit etwa 30.000 bis 40.000 Tonnen Phosphor pro Jahr in Form von Phosphatrezyklaten zu rechnen. Inwieweit und zu welchen Preisen diese Rezyklate durch den Markt angenommen werden, kann aus heutiger Sicht noch nicht abgeschätzt werden”

      https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-02-19_texte_13-2019_phorwaerts.pdf

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      • Thorens sagt

        Inwieweit und zu welchen Preisen diese Rezyklate durch den Markt angenommen werden, kann aus heutiger Sicht noch nicht abgeschätzt werden”

        Das dürfte ausschließlich mit der Akzeptanz für ein Düngemittel aus Klärschlamm und dessen Preis im Vergleich zu anderen Düngephosphaten zusammenhängen. Biobetriebe dürfen derzeit an mineralsichen P-Düngern ausschließlich Rohphosphate einsetzen, die, oft schwermetallbelastet, über viele tausend Kilometer, überwiegend aus Nordafrika, hierher transportiert werden.

        Die Politik könnte aber darauf hinwirken, dass diese Rezyklate vom Markt aufgenommen werden, indem diese auch für den Biolandbau zugelassen werden, was sie aktuell nicht sind. Ein Thema für Brüssel. Allerdings nehme ich an, dass diese Produkte überwiegend durch die Düngerindustrie abgenommen werden, um sie dann, wie heute schon die Rohphosphate, weiter zu verarbeiten (z.B. Aufschluss durch Säure). Damit dürfte sich die Löslichkeit bzw. Pflanzenverfügbarkeit der Klärschlammphosphate, die nach der Monoverbrennung Rohphosphaten ähnlich sein sollen, verbessern. Auch dürfte dadurch der zu deklarierende Hinweis auf die Herkunft aus Klärschlamm entfallen können.

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    • Thorens sagt

      “Hier muss ein Sinneswandel her und vom Gesetzgeber ein Rahmen, um hier aktiv werden zu können.”

      Tja, das leuchtet ein und ist schnell gefordert. Wenn nur in der Kanalisation nicht so viele Problemstoffe zueinanderfänden. Allein, was da so an Medikamentenrückständen zusammenkommt. Das will keiner wirklich auf dem Acker haben. Deshalb scheint im Augenblick die Monoverbrennung der Klärschlämme das Mittel der Wahl zu sein. Schade um den ganzen schönen (organischen) Stickstoff im Klärschlamm, der dann verloren ist.

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    • Günter sagt

      Allein die Reinigung der Klärschlämme wird soviel kosten dass es für niemanden rentabel ist. Und die Rückstände im Microbereich wie Viren, Medikamente usw. bilden mit der momentanen Technik ein zu hohes Risiko. Man sucht hat wieder Lösungen für die Folgenbekämpfung statt die Ursachen anzugehen.

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      • Thorens sagt

        Günter, welches sind denn die Ursachen, die anzugehen wären?
        Kein Stuhlgang mehr? Keine Medikamente mehr? Jedem Haus seine Dreikammergrube und verbindliche Schadstoffzertifizierung vor dem Abpumpen?

        Wo würdest du da ansetzen?

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      • Thorens sagt

        “Allein die Reinigung der Klärschlämme wird soviel kosten dass es für niemanden rentabel ist.”

        Das muss genauso rentabel sein wie die Abwasserentsorgung heute. Nämlich gar nicht. Was der Markt an notwendigem Erlös für das Rezyklat nicht hergibt, wird der Verursacher über die Abwassergebühr auszugleichen haben. Sollten wir uns Klimaschutz, Ressourcenschonung und weniger Abhängigkeit von Anderen nicht auch da etwas kosten lassen, so wie überall sonst auch? Ich fürchte, da werden noch ganz andere Themen auf die Gesellschaft zukommen.

        Immerhin beträgt die prognostizierte Menge P-Rezyklat zwischen etwa 70 und 90 % der aktuell in D gehandelten Jahresmenge an P-Düngemitteln auf Basis elementaren Phosphors, was etwa 200.000 t/a an P2O5 entspricht.

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        • evo.... sagt

          Es geht ja nicht nur um den Phosphor. K, Mg, Zn, Se,…… sind auch drin. Das gilt übrigens auch für Gülle und Mist/Jauche.

          Ich würde schon längst 2 Abwasser-Anschlüsse bei Neubauten und größeren Renovierungen vorschreiben. Die kann man ja vorerst wieder zusammen führen, aber irgendwann muss die Fäkalienfraktion separat erfasst werden.

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  8. Smarti sagt

    Hafermilch ist einfach nur ein Esslöffel Hafermehl in Wasser aufgelöst. Und so schmeckt und nährt sie auch…
    Hafermilch in nicht reziklierbaren Tetrapaks zu kaufen ist genau so umweltschädlich und dumm wie in Deutschland Wasser aus der Flasche zu konsumieren.
    Damit zeigt der Käufer mir, wie weit es her ist mit seiner Intelligenz und “umweltfreundlichkeit”. Es ist für mich erschreckend, wie viele Menschen Hafermilch und Co. kaufen.

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  9. Ehemaliger Landwirt sagt

    Den sticht der Hafer, früher hörte man dies öfters, wenn einem Mann das weibliche Geschlecht besonders angetan war.
    Tritt die selbe Wirkung auch bei Hafermilch auf?
    Nix genaues weiß man?😉😂

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    • Smarti sagt

      Der müsste so viel Hafermilch trinken, da würde nur die Blase drücken :). Allerdings sagt man ja auch: “Dumm f… gut” – da würde es wieder zum Hafermilchkäufer passen :).
      Und jetzt ist aber wirklich Schluss mit dem Niedermachen meiner lieben Hafermilchkonsumenten.

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    • Inga sagt

      Was meinte denn mein Vater damit, als er zu seinem zukünftigen Schwiegersohn sagte:

      “Wenn du unser Renate willst, dann mußt du aber noch etwas Hafer anbauen!”

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Da musste mal die Renate fragen, viel leicht könnte die das Rätsel lösen?

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        • Inga sagt

          Die hat mich ja gefragt,
          ich habe es ihr so übersetzt,
          Ihr Freund ist Vater nicht gut genug.

          Dieser soll noch mehr Hafer abbauen, ich dachte nicht mehr sexuell anstrengen sondern niveaumässig oder vermögensmässig, nach Bauernlogik.

          Er stammt ja von einfachen Leuten ab, hat es aber trotzdem zu Schulleiter einee großen Schule gebracht.
          Wofür braucht er Hafer?
          Vielleicht für Hafermilch?
          Renate aber auch, nur an einer anderen Schule.

          Ich wollte ja nur wissen, ob der Spruch

          Da musst du etwas Hafer mehr anbauen

          was mit sexueller Fitness zu tun hat,
          oder mit dem Spruch

          Mich sticht der Hafer

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  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Die Knochen sind der Phosphatspeicher schlechthin bei den meisten Warmblütlern und damit ist Phosphor in Verbindung mit Calcium u.a. für uns Menschlein unverzichtbar. Wenn man obige Erklärungen dazu verinnerlicht, entsteht der Eindruck man könne auf Phosphat in der menschlichen Ernährung weitgehend verzichten. Dem ist nicht so – ohne Phosphat kein Leben.

    Hier sollten wir argumentativ untermauernd Paracelsus ins Spiel bringen:
    „„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.”

    Eine gesunde Ernährung ist eine ausgewogene Ernährung und dazu gehört eben auch in dem entsprechenden Maße Fleisch sowie die Vielfalt unserer ernährungsphysiologisch wertvollen Milchprodukte. Für mich führt diese aktuell politisch angestrebte Ernährungsdiktatur allerdings weit eher direkt hinein in die Zweiklassen-Ernährung innerhalb unserer dekadenten Wohlstandsgesellschaft. Der Skandal heute schlechthin. Das gute Stück Fleisch zum Erhalt der Lebenskraft kann sich in erster Linie problemlos sodann fast nur noch der gut betuchte Verbraucher überhaupt leisten. – Eine absolut toxische Manipulation – GIFT für unsere freiheitliche Demokratie!!!

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  11. Jürgen Donhauser sagt

    Auch mir fiel sofort die Geschichte mit dem Phosphor im Artikel auf. Auch die Betonung der schlechten Verwertung bei veganer Ernährung. Da die anschließenden Ausscheidungen des Menschen und der Zusammenführung mit anderen schädlichen Stoffen (z.B. Medikamente usw.) in der Kläranlage eine Verwertung im Nährstoffkreislauf unmöglich machen, entziehen wir dadurch dauerhaft wertvolle Nährstoffe.

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  12. Thomas Bröcker sagt

    Das mit dem Phosphor ist ein interessanter Zusammenhang, den ich so auch gar nicht auf dem Schirm hatte. Phosphor ist hier tatsächlich meist nahe an der Unterversorgung.
    Das Trommeln gegen die Tierhaltung geht aber trotzdem massiv weiter. Gerade aktuell in Top-Agrar Schlagzeilen eine “neue Studie” der Uni Bonn.
    Prof Quaim wiederholt erstmal alle (falschen) Narrative der Anti Tierhaltungs Bewegung, um dann maximal 20 kg Fleischverbrauch pro Kopf und Jahr zu fordern. “Der Fleischverbrauch muss um 75 % gesenkt werden” – so seine Aussage.
    Die werden die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft komplett aushöhlen, um dann festzustellen, dass man Tierfutter nicht essen kann. Das Futter wird dann billig exportiert und das Fleisch teuer importiert. Aber da kann ja dann, die US-Landwirtschaft einspringen. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass die USA, nicht nur beim Gas, sondern auch bei der europäischen Landwirtschaftspolitik die Finger im Spiel haben. Oder habe ich jetzt schon Paranoia ?

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    • Inga sagt

      Die Tierhaltung ist ja weltweit umweltschädlich und nicht nur hier im kleinen Deutschland.

      • Obstbäuerin sagt

        Dann müssen da, wo nichts weiter geht als Tierhaltung, die Menschen abgeschafft werden, Inga. Und wenn ich nicht irre, sind das grosse Gebiete auf der Erde.

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      • Inga sagt

        Dann verstehen diese “Volldeppen” den Natur-Kreislauf mit seiner Biodiversität nicht.

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      • Schmeckt gut sagt

        Reinhard, Gemüse (Blattgemüse im besonderen) muss hoch mit Stickstoff versorgt werden. Erstens weil der LEH hellgrüne Anlieferungen reklamiert und zweitens weil Gemüse tatsächlich einen hohen Nährstoffbedarf hat. Das Problem beim Gemüse ist, dass es geerntet werden muss, wenn es noch im vollen Wachstum ist. Getreide wird totreif geerntet und hat von daher nur wenig Probleme bei der N-Auswaschung. Dieses Grundproblem bleibt bestehen – ein weiterer Zielkonflikt den der selbsternannte “Düngerexperte” wohl übersieht.

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      • Dorfmensch sagt

        @Reinhard Seevers: Das dumme Zeugs “von in Stickstoff baden” kommt von einem Selbstversorgungsgrad an Informationen (besser Mitteilungen) in den deutschen Medien von 523% (Stand 1.1.2022). Da bleibt nicht mehr viel Gescheites zum Veröffentlichen übrig.
        Leider merken viele Journalisten auch nicht, dass sie sich von Geburt an 24 h am Tag in Stickstoff baden (Luftstickstoff). Dagegen müsste man mal schreiben und Rettung einfordern. Stickstoff muss endlich verboten werden.

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    • Bauer Willi sagt

      @Thomas
      Das USDA war eines der ersten, die die Farm-to-Fork-Strategie kritisiert haben und aufzeigten, dass Europa dann eine Importregion würde. Würden die ja nicht machen, wenn sie daraus Kapital schlagen wollten.

      Zur Paranoia kann ich jetzt nichts sagen, ich bin kein Mediziner… 🙂

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    • Smarti sagt

      Ist die Angst vor Paranoia eigentlich auch Paranoia ? Mit geht´s genauso, mag immer öfter gar nicht mehr so genau nachdenken… wittere auch überall Verschwörungen, obwohl ich das gar nicht will.
      Die Welt ist wohl einfach sehr klein…

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      • evo.... sagt

        Mal off topic (sorry) zum Thema Paranoia.

        Die israelische Sängerin Noa hat mal mal gesagt, die Juden litten an einer posttraumatischen Paranoia. Ich habe jetzt mal dazu Prof. Google befragt und bin als Erstes auf das Video gestoßen:

        https://www.youtube.com/watch?v=O5_FObZu-zU

        Und dann Überraschung: Es war das erste Mal, dass mir Youtube nach dem Anklicken vorab keine Werbung gezeigt hat.

        Aber ich mag die Emotionalität im Vergleich zur Deutschen.

  13. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Hafermilch ist gerade angesagt.
    Hier gibts jede Menge Freizeitpferde,wo viel Quetschhafer nachgefragt wird,dennoch ist kein Start damit zu machen.
    Ein Händler hatte von hier die Rennbahn Hoppegarten beliefert,da wurde der Hafer solange durch den Trieur geschickt,bis das Hektolitergewicht passte,Händler ist insolvent.

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