Bauer Willi
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Greenwashing: REWE und die Eiweißstrategie

Vor ein paar Jahren durfte ich bei einer REWE-Veranstaltung auftreten. Eingeladen wurde ich von Alain Caparros, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von REWE International. Der Sitz der REWE ist in Köln.

Die Veranstaltung fand in Berlin statt. Eingeladen waren alle „Stakeholder“, von Wettbewerbern über NGO bis hin zu Politik. Auch Renate Künast war anwesend.

Ich habe mich mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten von REWE über deren Verhalten gegenüber den Lieferanten, insbesondere der Landwirtschaft unterhalten. Ein Thema war auch damals die „Eiweißstrategie“ von REWE. Ich habe mich an dieses Gespräch erinnert, als ich durch Zufall von der „Proteinstrategie“ von REWE erfahren habe. Wie man sieht, wurde aus „Eiweiß“ nun „Protein“, ansonsten hat sich nicht viel verändert.

https://www.rewe-group.com/content/uploads/2025/08/proteinstrategie-positionspapier.pdf

Es lohnt sich, die vier Seiten zu lesen. Es findet sich einiges über „kultiviertes Fleisch“ (Laborfleisch), eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Pflanzendrinks, und weitere Forderungen an die Politik. Ausser ein paar nichtssagenden Phrasen ist über den Bereich Landwirtschaft nicht viel zu lesen.

Bei der Veranstaltung musste der Nachhaltigkeitsbeauftrage schließlich auch zugeben, dass es für REWE unerheblich ist, ob die Erbsen oder Bohnen aus deutschen Anbau sind. Entscheidend ist der Preis. Gekauft wird da, wo es am billigsten ist und das ist oft der Weltmarkt.

Das war nun keine wirklich neue Erkenntnis,. Auch sonst ging das Vorhaben von REWE, sich als Wohltäter der Landwirtschaft darzustellen, gründlich in die Hose. Dass mir meine Argumentation in diesem Gespräch ein Lob von Frau Künast einbrachte, konnte ich nicht verhindern. Das hab ich ihr auch gesagt: „Frau Künast, was fange ich jetzt mit einem Lob von Ihnen an?“ Sie war not amused.

Fazit: Die Ernährungs“strategien“ der Supermärkte und Discounter sind reines Marketing. Das trifft auch auf Aussagen zu wie „bis 2030 wollen wir nur noch xy anbieten“ sind nicht ernst zu nehmen. Von daher sollte man sich als Landwirt nicht von jeder Äußerung des LEH erschrecken lassen. Wenn die Marge nicht mehr stimmt, wird halt die „Strategie“ den neuen Bedingungen angepasst.

#REWE, #Eiweiß, #Politik, #Landwirtschaft, #Greenwashing, #Strategie

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43 Kommentare

  1. Limes sagt

    zu „Ganz ehrlich, CDU und SPD haben die Probleme ja in den letzten 30 Jahren verursacht. Warum soll man die wählen?“ von @LieschenMüller und Oma Liesbeth Kommentaren
    dazu die Fakten: In der Bundesregierung waren in den letzten 30 Jahren ab 1996 folgende Parteien beteiligt: SPD 20 Jahre, CDU/CSU 19 Jahre, Grüne 11 Jahre, FDP 9 Jahre
    in Sachsen Anhalt haben seit 1990 folgende Parteien die Regierung gebildet
    SPD 28 Jahre, CDU 28 Jahre, FDP 13 Jahre, Grüne 9 Jahre, die Minderheitsregierung Höppner (SPD) wurde 8 Jahre von der PDS (Vorgänger Linke) toleriert.
    Aktuell 2026 im Bundesrat über Landesregierung haben folgende Parteien direkt Einfluss: SPD, CDU, Grüne, CSU, die Linke, BSW, FW. Da Gesetze einvernehmlich ratifiziert werden müssen und auch bei Landesregierungen der Koalitionszwang besteht müßen faule Kompromisse geschlossen werden. Seit 1990 waren immer auch linke Parteien vertreten z.B auch die PDS der Vorläufer der Partei die Linke.
    Oma Liesbeth hat schon viele Parteien kennengelernt und evtl schon verschiedene gewählt auch bei der nächsten Wahl muß sie sich wieder entscheiden, wird nicht einfach. Aber Oma Liesbeth ist aufgeweckt und nicht so eingefahren wie manch einer der sich der geistigen Elite zuordnet und immer nur eine Partei wählt oder sogar noch glaubt das seien die richtigen für die als „Massen“ titulierten Menschen.

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  2. Rathje Clasen sagt

    Gut , wenn die Spitzenqualität hier im Einkauf nicht bezahlt wird, (Importe) , dann kommt , wenn überhaupt , nur Standard .
    Irgendwie meinen wir dasselbe.

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  3. Ludwig sagt

    Gelogen wird hier überall bei den LEHs. Von Nachhaltigkeit reden, alles von den Lieferanten verlangen , aber selber nichts tun. Als jetzt das Hormonfleisch nachweislich aus Brasilien kam , wurde es natürlich billigst an die Kunden verkauft und eine dicke Marge einkassiert. Dasselbe kann man in der Sache der Politik nachsagen. Wenn hier ein Bauer so ein Tier produziert hätte , dann wäre es als nicht „Eßtauglich“ in die Entsorgung gegangen , aber die EU-Politik läst den Import bis zum 30. September weiterlaufen. – Hier kann man sehen , daß die Politik per Ministererlaubnissen in den letzten Jahrzehnten eine Symbiose mit den LEHs entstanden ist. Der LEH setzt also die Anforderungen der Politik durch.Mit dem Hormonfleisch hat dieses Kartell sein wahres Gesicht gezeigt , nämlich die Vernichtung der Bauern. Qualität ist egal !! All unsere Qualitätsprogramme , staatl. Kontrollen , menschenverachtendes Niedermachen der Bauern , usw. war nur mit dem Ziel uns fertig zu machen in Gang gesetzt worden. Unsere Forderung nach Herkunftskennzeichnung usw. wurde deshalb nie von denen beführwortet , denn das hätte den Verbraucher ja zu schlau gemacht. Wenn die Politik konsequent gewesen wäre , dann hätte nie diese hohe Konzentration der LEHs stattfinden dürfen, sondern mehr Vielfalt im Lebensmittelbereich einkehren müßen. Wir haben heute eine politisch gewollte und steuerbare Konzentration im LEH-Bereich, die die Qualität der Nahrungsmittel immer mehr durch Zusatzstoffe , wie Geschmacksverstärker , usw. immer mehr vom Urprodukt entfernt. Nicht umsonst nehmen Allergien , Unverträglichkeiten , usw. rasant zu. Wir brauchen nicht nur eine Wende in der Energiewende sondern auch auf allen Ebenen in der Volkswirtschaft.

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  4. Michael Beckmann sagt

    Solange der Verbraucher in vielen Bereichen nur das billigste Produkt kauft, egal ob aus Geiz oder weil er sich nichts anderes Leisten kann oder möchte, hat der LEH ein leichtes Spiel. Wie war der Spruch noch mal. An Regal und der Kasse endet die Moral. Immer wenn ein Produkt des LEHs wirbt mit verbesserter Rezeptur, denke ich mir, was haben die jetzt wieder gefunden um 2-3 Cent einzusparen und ihre Margen zu verbessern. Wie voll sind unsere Regale noch, wenn es in andren Ländern zu Missernten kommt, oder Ware gehortet wird, wie es der Chinese schon zum Teil macht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Der Käufer entscheidet nach seinem individuellen Wunsch. Der Preis ist nicht immer der Maßstab. Das riesige Regal voller Nussmischungen und Trockenfrüchte, Müsli und lifestyle- Produkte ist ein Hort höchster Preise. Schau mal auf den Kilopreis für Nussmischungen oder Cranberries. Die liegen zum Teil über 50,-€/kg……die Fleischwurst dagegen ist billig….nun kann man ja selbst entscheiden, wie man leben möchte und das tun die Menschen.

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      • Inga sagt

        Cranberries ist eine Billigfrucht und Füllstoff für Müslimischungen und -riegel.

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  5. Frikadellen piet sagt

    moin ich persönlich weiße nicht in was für einer Welt die leben? die glauben anscheinend alles besser zu wissen hat sie Landwirte, die es seit Jahren sehr gut machen! bin mal sehr gespannt wo das ganze hinführt und wie lange die Landwirte das noch wirtschaftlich mitmachen? schönen Tag und munter bleiben

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  6. Limes sagt

    Interessant REWE und PENNY ein Konzern mit fast 100 Mrd Umsatz und 380000 Mitarbeitern glaubt er „stellt Geschmack und Vielfalt in den Fokus“ so zumindest steht es in den vier strategischen Säulen. Allerdings will er seinen Kunden vorschreiben was sie zu kaufen und zu Essen haben! Ach ja die Belehrungen und Vorschriften was dem Kunden schmecken soll müßen andere übernehmen und bezahlen.
    Die Politik durch gesetzliche Regelungen, neue Gesetze, Steuergelder… für Rewe genehme Produkte und Produktionsformen.
    Ja wir Verbraucher sind einfach so dumm wir können nicht selbstständig handeln und einkaufen wir brauchen unbedingt Gesetze und Vorschriften um glücklich zu leben.
    Wie es bei REWE und PENNY um Geschmack und Vielfalt bei den von Ihnen präferierten pflanzlichen Produkten aussieht kann jeder sehen sobald er durch das Drehkreuz am Eingang gegangen ist und sich in der sogenannten Abteilungen mit frischen pflanzlichen Produkten befindet.
    Seis drum falls ich etwas ich bei Rewe und Penny nicht bekomme gehe ich eben zu Netto.

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  7. wolfgang nellen sagt

    So ganz stimmt das nicht. Sehr großen Respekt haben die großen LEH Ketten vor den NGOs. Da zahlt man dann auch (ungern) Abgaben an Verbände wie VLOG oder WWF weil sonst die Aktivisten vor den Läden rumturnen.

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    • Stadtmensch sagt

      Wie sieht die Alternative aus? Der Kunde will billig und nach seiner Konditionierung „lecker“. Das lässt sich relativ leicht mit Ausbeutung, Erpressung und Umweltzerstörung bewerkstelligen.
      Sollen die Massen, denen eh alles egal ist was sich jenseits ihres Tellerrandes abspielt, an der Kasse abstimmen oder wollen wir weiter die Kraft für eine gesellschaftliche Debatte aufbringen?

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Sollen die Massen, denen eh alles egal ist was sich jenseits ihres Tellerrandes abspielt, an der Kasse abstimmen oder wollen wir weiter die Kraft für eine gesellschaftliche Debatte aufbringen?“

        Wer ist WIR und mit wem soll welche Debatte geführt werden? Wer Hunger hat kauft Lebensmittel welche er sich leisten kann und welche ihm angeboten werden.
        Ob diese Lebensmittel der Weltrettung dienen fragt keiner. Haben die Menschen in der Sahelzone sich schon mal echauffiert, dass ihr Maisbrei nicht nachhaltig hergestellt wurde?

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      • evonik sagt

        Wir Deutschen haben eine Neigung zu einem dümmlichen Fanatismus, deshalb sollten wir uns eine gesellschaftliche Debatte sparen. Wir leiden immer noch unter der Bücherverbrennung durch die Nazis. Die Reste der Bildungskultur, die wir nach 1945 noch hatten, wurden spätestens von den 68ern bekämpft

        Wir bräuchten Bildung, Sacharbeit und eine Verwaltung mit Ethik! Ein Beispiel ist hier die Gentechnik. Da haben wir mittlerweile fast überall ein Label „Ohne Gentechnik“ auf den Lebensmitteln, aber so wie wir Pflanzen züchten ist doch millionenfach gefährlicher.

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        • Stadtmensch sagt

          Wir sollten auch weiterhin die Konsequenzen totalitären Denkens reflektieren. Bücherverbrennung und jede Art von Bilderstürmerei zählt für mich auch unter die Rubrik „unzulässige Vereinfachung“. Genauso wie der Spruch: „ich bin Christ und folge einer Religion, deshalb stellen sich mir viele Fragen gar nicht“
          Sowas kam hier alles schon als Totschlagargument.
          Debatten sind dringend notwendig, denn daraus lernt die KI, die uns morgen administrieren wird.
          Wer will schon mit einfachen Entscheidungen aus der Küchenphilosophie und dem Hausverstand konfrontiert werden?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch, du bist mir immer zu kryptisch unterwegs, zu wenig konkret, zu wenig realistisch und zu viel theoretisch. Sag doch mal, wie sich was durch welche Personen und welche Institutionen wohin entwickeln soll und wer das befeuern soll und darf …oder ganz simpel gefragt: Wer sagt Oma Liesbeth, was sie wann wie tun soll, damit sie Bestandteil der Weltrettung sein kann.

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            • Stadtmensch sagt

              Ich versuche es aus der Geschichte heraus zu verstehen. Für mich ist die Herausbildung von Interessengruppen, die argumentativ gegeneinander antreten einfach nur eine evolutionäre Spielart in unserem Kulturkreis, um zu Entscheidungen zu kommen. Vor der Aufklärung – also vor dem Verlust des Glaubens an ein gottgewolltes Schicksal -, gab es keine Idee von „Entwicklung“. Niemand konnte sich vorstellen, dass man seine Lebensumstände beeinflussen kann.

              Mit Oma Liesbeth kann man diese Sachen nicht erörtern, nicht weil sie dumm ist, sondern weil sie praktisch orientiert ist, und sich eingerichtet hat. Sie WILL gar nichts anderes, als ihre täglichen Problemchen unter Kontrolle zu haben. Und vielleicht hat sie auch nicht die Zeit oder den Überblick, aus dieser Schleife rauszukommen.
              Dashalb sagt der Arnold Gehlen: Der Mensch ist ein Mängelwesen und braucht straffe Führung. Gutes altes Rechtes Denken also.

              Wollen wir jetzt auf diesen ganzen kulturellen Unterbau verzichten, diese Kubikkilometer an intellektuellen Ergüssen aus den jeweiligen Reifstadien der Menschheit, nur weil Zeitgenossen nicht mehr mitkommen? Zu komplex?

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              • Reinhard Seevers sagt

                „Wollen wir jetzt auf diesen ganzen kulturellen Unterbau verzichten, diese Kubikkilometer an intellektuellen Ergüssen aus den jeweiligen Reifstadien der Menschheit, nur weil Zeitgenossen nicht mehr mitkommen? Zu komplex?“

                Wie auch immer…wenn du etwas Theoretisches andenkst, muss es dennoch vom einfachen Bürger mitgetragen werden können…meinetwegen auch als Entwicklung über Jahrzehnte. Wenn aber akute existenzielle Probleme den Alltag bestimmen, dann kann man mit noch so vielen theoretischen Ansätzen daherkommen, das hilft niemanden. Die Sozen haben auch ständig solche theoretischen Anwandlungen, konnte man gestern bei Lanz wunderbar beobachten.

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              • Bauer Willi sagt

                @Stadtmensch
                Ich will jetzt nicht politisch werden (ist ja schon oft genug schief gegangen…) aber wen wählt Oma Lisbeth? Sie hat Angst, dass sie mit der Rente nicht mehr hinkommt, dass die Miete erhöht wird und dass das Essen teurer wird. Von Pflegeversicherung und Medikamenten erst gar nicht zu reden? Wer löst all ihre Probleme? Oder besser: wer behauptet, die Probleme zu lösen?
                Oma Lisbeth ist nicht dumm aber eine einfache Natur. Wenn sie in Sachsen-Anhalt lebt, gehört sie wohl zu den 41%…

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                • Lieschen Müller sagt

                  Ganz ehrlich, CDU und SPD haben die Probleme ja in den letzten 30 Jahren verursacht. Warum soll man die wählen?

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                • Stadtmensch sagt

                  „Wer löst all ihre Probleme?“

                  Die Politik sendet „Signale“. Zwei habe ich aufgeschnappt:
                  1. Beamte sollen mit in die GKV einzahlen
                  2. Vermögende (ab 100K Jahreseinkommen) sollen für die Pflege ihrer Eltern verstärkt in die Verantwortung genommen werden

                  Wer jault auf und zaubert „Spezialisten“ aus dem Hut, die das alles zerreden? Zum x-ten Mal?

                  Jenau! Der schwarzblaugelbe Block! Die Leute mit dem Geld. Die mit der „Wirtschaftskompetenz“. Die mit dem „Wir müssen wieder…“, die Mehrzweckeier!

                  Keine Ahnung, warum Oma Liesbeth die wählt…

                • Kemetbauer sagt

                  @BW
                  Es mag sein, dass eine „einfache Natur“ schneller den Weg zur „Alternative“ findet aber dort trifft sie mittlerweile auch auf andere geistige Kaliber. Viele Leute haben ganz einfach die Schnauze voll. Zu den Stammwählern werden, zumindest im September hier in ST, viele Protestwähler kommen. Die wissen, dass die Blauen es nicht besser machen aber diese Kaste muss einfach mal von den Trögen getrennt werden. So oder ähnlich hört man es derzeit oft. Da nutzt es auch nichts, dass der jetzige MP und zukünftige Möchtegern-MP „Blut von meinem Blut“ ist, wie der Ex-MP im Januar mitteilte. Manchmal glaubt man, dass es nicht tiefer geht; aber man wird schnell eines Besseren belehrt.
                  btw: ST hat 34 Mrd. € Schulden und fast keine Chance, die aus eigener Kraft loszuwerden. Da kann man dann ja auch mal experimentieren.

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                • Kemetbauer sagt

                  @KB
                  Ich muss mich korrigieren, der Schuldenstand betragt 26,9 Mrd. €.

  8. Reinhard Seevers sagt

    REWE betreibt hier ein Framing, eine Lobbyarbeit unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Zitat: „Damit treiben wir aktiv die politisch und gesellschaftlich gewünschte
    Ernährungswende voran. “
    Sie nehmen für sich eine gesellschaftliche Forderung in Anspruch, die dann mit Aktionen wie: Planetary Health Diet, Science Based Target (SBTi) und EU-novel-food-Verfahren eine angeblich wissenschaftlich fundierte und politisch vereinbarte Zielvorgabe umsetzen wollen.
    Sie rufen nach Gesetzen und Regelungen sowie Fördermittel (Horizon Europe), um uns eine Form der Notwendigkeit zu implementieren, weil die Welt nunmal gerettet werden muss….und ganz vorn dabei der Deutsche LEH. „Wir fordern einen nationalen Proteinplan = Proteinsplit….Das ist mir zu offensichtliches nugging (WWF ist der Hauptmotor dabei)
    Nun ist die Klimakatastrophe erstmal abgesagt und Rewe scheint sich weiterhin dem irren Ziel der Klimaneutralität verfplichtet. Erbsen, Bohnen, Linsen bringen den A… zum Grinsen.
    Solange REWE nicht einmal in der Lage ist sein O&G so zu lagern, dass es nicht schon am zweiten Tag vergammelt ist, so lange können die mich mal kreuzweise.

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    • Bauer Willi sagt

      @RS
      „REWE betreibt hier ein Framing, eine Lobbyarbeit unter dem Deckmantel des Klimaschutzes.“
      Genau das ist es, was mich so wütend macht. Und wenn man dann noch das Verhalten beim Einkauf sieht „Ab morgen nur noch Haltungsstufe xy“ dann sind diese Konzerne die eigentlichen Gesetzgeber.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ulrike Guérot nennt das „Neo-Feudalismus durch oligarchische Unternehmen“. Dazu gehören auch die großen Tec-Unternehmen. Sie sind inzwischen so Kapitalmächtig und damit Politmächtig, dass sie die Regierungen steuern können und es auch tun.
        Die Frage nach einer zukünftigen Lösung ist offen…die Linke beantwortet sie mit dem Kampf gegen den Kapitalismus. Die Neokonservativen mit Rüstungsanstrengungen….und wir zahlen….so oder so.

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        • Dietmar Groß sagt

          Die jüngsten Meldungen http://www.agrarheute.com/share/4641024
          über den gewaltsamen Tod von Saisonarbeitskräften in Italien machen deutlich, dass das hochkonzentrierte Lebensmittelgeschäft in unserer Zeit im Interesse einer moralisch/ökologischen Verantwortbarkeit von unabhängigen gesellschaftlichen Kräften kontrolliert werden muss.
          „Lieschen Müller“ wird das nicht mit dem Einkaufskorb leisten können.
          Dazu brauchen wir die hier oft geschmähte, nicht von Werbeeinnahmen gekaufte Presse, aber auch unabhängige NGOs.
          BauerWilli kann und will das alleine nicht leisten!!!!

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          • Inga sagt

            Es wird Zeit, dass
            Ethik und Moral den gleichen Stellenwert bekommt, wie der Umweltschutz.

            Müsste auch in andere Kulturen eingebaut werden.

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          • schmeckt gut sagt

            Herr Groß, setzen Sie sich mit diesem Kommentar dafür ein, dass sich die widerlichen Verhältnisse in einigen Regionen in Italien mit Hilfe der angesprochenen Organisationen verbessern sollen, oder zielen sie insbesondere auf unser schönes Deutschland? D als vorrangiges Ziel von Kampagnien der NGOs hervorzuheben ist eine immer wiederkehrende Reaktion, die wir O&G-anbauer als Spendenbettelei kennen – und in D werden aufgrund der schon strengen hiesigen Regeln wichtige Strukturen zerschlagen. Das Einkaufsverhalten des LEH ändert sich aber nicht, denn für einen weltweiten und „fairen“ Einkauf gibt es ja die vielen „unabhängigen“ Institutionen mit den bunten Labels und Zertifikaten – Feigenblätter für den Mülleimer. Wo wollen sie mit dem „Großreinemachen“ anfangen, Herr Groß?

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            • Dietmar Groß sagt

              @schmeckt gut:
              selbstverständlich geht es darum, die widerlichen Verhältnisse bei der Beschäftigung von Saisonarbeitskräften in Italien anzuprangern! Ihre Unterstellung, ich ziele auf „unser schönes Deutschland“ ist – mit Verlaub- dumm.
              Und wer kann diese sozialen Missverhältnisse wirksam anprangern?
              Der Staat mit einem „Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz“ mithilfe von Zertifizierungsorganisationen?
              Abgelehnt – und das ist auch gut so!
              Bleibt nur die Kraft einer freien Presse und von entsprechend motivierten NGOs.
              Oder fällt Ihnen was Besseres ein ausser zu lamentieren?

              • Bauer Willi sagt

                @Dietmar Groß
                Die „widerlichen Verhältnisse“ haben laut dem Bericht von agrarheute nun überhaupt nichts mit der Landwirten dort zu tun. Es sind mafiöse Strukturen innerhalb der Erntehelfer-Szene, die widerlich ist. Das kriminelle Tun ist ein Fall für die Justiz, nicht für NGO.
                Ich finde Ihre Art der Darstellung irreführend. Machen Sie das bewusst oder sind Sie – mit Verlaub – dumm?

              • schmeckt gut sagt

                Genauso habe ich es erwartet. Sie unterstellen der hiesigen LW im Grundsatz „präkere“ Verhältnisse, weil ja dieser schlimme Bericht auf agrarheute war (über Italien). Diese Schlußfolgerungen auf Pressemeldungen, die aber auch so garnichts mit den hiesigen Verhältnissen zu tun haben, kennen wir zuhauf. Meine, zugegeben, etwas unklare Formulierung hat sich also ausgezahlt. Waren sie schon mal auf einem Obstbaubetrieb? Da ist nichts mit schlechter Behandlung der Helfer, sonst gibt es keine Helfer mehr. Ist eh schwierig genug, gute und motivierte Kräfte zu bekommen. Und aus ihrer Sicht ist klar, dass „neutrale Presse und NGOs“ die Richtung vorgeben (sollen). Nur wenige Formate haben bisher die Realität auf den Höfen so darstellen können, wie sie wirklich ist. Ja, den Helfern soll es gut gehen. Wenn aber die Hoftüren aufgrund nicht mehr erfüllbarer Auflagen und „neutraler Berichterstattung durch NGOS“ geschlossen sind, geht es den Helfern besser?

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                • Dietmar Groß sagt

                  @BW,@schmecktgut:
                  Ich kritisiere die aktuellen Berichte über den gewaltsamen Tod von Erntehelfern in Italien als eklatantes Beispiel für Wettbewerbsverzerrungen im europäischen Lebensmittelmarkt.
                  Wie auch bereits andere Kommentatoren geschrieben haben, ist das nicht nur ein Problem, welches die Strafverfolgungsbehörden in Italien lösen müssen (wenn der Gipfel des Eisbergs wieder einmal sichtbar wird).
                  Sondern das ist ein Politikum, welches breit diskutiert werden muss, bis es die politischen Entscheidungsgremien erreicht. Und um das zu erreichen, braucht es die Zusammenarbeit mit der kritischen Presse und auch mit den NGOs.
                  Das ich so etwas als Bauer denke und öffentlich äußere, passt nicht in Ihr Freund-Feind-Schema und deswegen müssen sie mich hier missverstehen.
                  Das müssen Sie aber aushalten, zumindest solange Sie mich hier nicht aussperren.

                • schmeckt gut sagt

                  Danke für die Klarstellung. Sie werden es kaum glauben, aber so argumentiert, bin ich dabei. Bis auf die Presse und die NGOs, die meistens viel zu „unternehmerisch“ agieren (Spendengelder, Clicks bei social media, kamerageil um Gelder zu generieren..) und die eigentlichen Ziele verfehlen.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Deutsche Erntehelfer sollen nach Mindestlohn bezahlt werden, italienische leben wie Hunde. O&G aus der Mittelmeerregion ist in Deutschland ausnahmslos positiv geframt. NIEMAND hat ein Interesse, diesen Widerspruch aufzulösen. Unsere Politiker mal gar nicht.
                  Das ist ein weiterer dringender Baustein die Regormierung der EU.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              In einem anderen Forum (Zeit Online) habe ich die bedauernswerten Bedingungen, unter denen die Landarbeiter dort arbeiten müssen, kritisiert, unterstützt durch den Link: Europas schmutzige Ernte. Immer, wenn ich fragte, erhielt ich die Antwort, dass es uns nichts angeht, da es nicht in Deutschland ist.
              Mit dieser Haltung schmecken deren Lebensmittel immer noch gut.

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          • Reinhard Seevers sagt

            In Italien herrschen andere Bedingungen, als in Deutschland. Es gibt dort einen großen informellen Arbeitsmarkt, der in der Form bei uns gesetzlich nicht möglich ist. Und DAS, obwohl wir eine gemeinsame EU haben. Den Bürgern ist es egal, dort setzen sich nur wenige für eine faire Arbeitsbedingung für diese Menschen ein. Ganz groß dabei ist die Mafia, auf Sizilien haben die die Pistazien unter Kontrolle. Wer etwas ändern will, muss sich in der EU bemerkbar machen und Italien mal auf die Finger klopfen…..wird aber nicht passieren.
            Unsere Linken labern lieber über die Reichensteuer… Schulterzuck.

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          • evonik sagt

            Ich lese von Afghanen, Pakistani und Tunesiern. Daraus folgt doch:

            Das ist in erster Linie ein Problem der Migration!

            Also müsste man die AfD auf das Problem hinweisen. Gewerkschaften ,die denen helfen, gibt es ja schon in Italien. Man muss die Einflüsse migrationsfreundlicher NGO´s beschneiden, sonst verschärft sich das Problem nur weiter.
            Es kann eigentlich nicht sein, dass die Kirchen Rettungsschiffe im Mittelmeer betreiben und für die geretteten Personen die Gesellschaft aufkommen muss.

            Ich denke ihre Form der Landwirtschaft wird stark von NGO´s unterstützt und das hat Auswirkungen auf ihr Unterbewußtsein.

  9. Rathje Clasen sagt

    Die Erzeugnisse /Rohstoffe , die auf dem Weltmarkt gehandelt werden, gehen dorthin , wo am besten bezahlt wird. Und das ist nunmal eher Asien , und nicht die EU, egal ob es um LNG, Erbsen, Soja, Fleisch , ,Medikamente ….,, usw handelt .
    Das fällt uns Deutschen mit unserer Geiz ist Geil .
    Mentalität irgendwann ganz gewaltig vor die Füße.

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    • schmeckt gut sagt

      Volle Zustimmung. Ergänzend dazu: O&G wird ebenfalls, wie sollte es anders sein, vorrangig in die Hochpreisländer geliefert – und das ist nicht D. Für uns bleibt ein Warenstapel, der zwar okay ist, mehr aber auch nicht. Bsp.: Kiwis gibt es in allen Kalibern und Reifegraden. Die besten südamerikanischen Erzeuger werden sicherlich nicht D beliefern, oder hat man in D schon fast reife Kiwis mit 150-200 g gesehen? Ja, die gibt es tatsächlich auf hochpreisigen Märkten – groß, wie Äpfel und mit tollem Aroma. Hier gibt es nur „unreife“ Kiwis für 0,69 Euro das Stück mit halbem Gewicht. Hauptsache sie sind „haltbar“. Mit den Kiwi Gold ist ein wenig besser geworden.

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      • Rathje Clasen sagt

        Naja , zur Not geht es auch ohne Bananen.
        Hatten viele Deutsche ja schon mal.

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        • schmeckt gut sagt

          Rathje, es geht doch nicht darum, eine Frucht als „überflüssig“ oder nicht notwendig für das Überleben zu erklären, sondern erkennbar zu machen, dass die vom deutschen LEH immer wieder beworbenen „Liebe zum LM“ oder die ausgelobte Spitzenqualität bewusst nicht bezahlt wird, weil immer der EK an erster Stelle steht. Der Verbrauer hat so kaum die Möglichkeit, Spitzenqualitäten zu erkennen und zu kaufen. Ein Grund, warum auch die Großmärkte ums Überleben kämpfen.

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