Bauer Willi
Kommentare 53

Glyphosat: Eine Meldung, die es in sich hat…

Bisher ist diese Meldung nur in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu lesen: Demnach „wies die amerikanische Regierung Unternehmen an, auf ihren Produkten nicht mehr vor dem Inhaltsstoff Glyphosat zu warnen.“

Und weiter heißt es:

Die Umweltbehörde EPA teilte nun mit, dass sie mit sofortiger Wirkung keine entsprechenden Hinweise auf Produkten mehr genehmigen werde. Es sei unverantwortlich, Etiketten auf Produkten zu verlangen, die ungenau seien, wenn die EPA selbst davon ausgehe, dass von dem Produkt kein Krebsrisiko ausgehe, sagte Behördenchef Andrew Wheeler.“

Die Begründung:

Es sei wichtig, dass staatliche Regulierungsbehörden wie die EPA den Verbrauchern genaue, wissenschaftlich fundierte Informationen über Risiken, die Pestizide für sie darstellen können, zur Verfügung stellen, betonte Wheeler.“

Den Wortlaut der FAZ-Meldung mit weiteren Details findet ihr hier: https://t.co/xzWdb7MbtM

In den großen Medien ist die Meldung, außer in der FAZ, bisher nicht zu finden. Warum? Ich darf mir ja meinen Teil dazu denken…

Euer Bauer Willi

P.S.: Landwirtschaftliche Medien berichten mittlerweile schon darüber:

http://www.lafranceagricole.fr/actualites/etats-unis-fini-les-etiquettes-qualifiant-le-glyphosate-de-cancerigene-1,8,4181886339.html?utm_source=FAA&utm_medium=infoquotidienne&utm_campaign=mailnumero#sd_source=&sd_id

https://www.topagrar.com/acker/news/verwirrung-um-freikauf-geruechte-von-bayer-bei-glyphosatverfahren-11738615.html

 

 

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53 Kommentare

  1. Thomas sagt

    Kommentar hier lesen neeee. Ist ja fast wie Kain und Abel.
    Bei einem bin ich mir fast sicher : wen wir Menschen so weiter machen fliegt uns der Planet um die Ohren und nicht erst wen die Sonne ☀️ erlischt. Man könnte auch sagen heute regnet es noch mehr Wasser als Plastik
    In paar Jahren wird es dann Mikroplastik mit etwas Wasser sein.

    3+
  2. Stadtmensch sagt

    „Dem Pharma-, Agrar- und Chemiekonzern Bayer ist der Einfluss von Glyphosat auf den Stoffwechselweg in Pflanzen und Mikroorganismen durchaus bekannt. Bayer weiß auch, dass es das Patent von Monsanto zur Hemmung von Mikroorganismen mit Hilfe von Glyphosat gibt.“
    https://www.dw.com/de/glyphosat-ver%C3%A4ndert-darmflora-bayer-und-monsanto-wirkung-bekannt/a-44091947

    Was ein Glück, dass es bei der „Modernen LW“ nicht auf Mikro- Organismen\Nährstoffe im Boden ankommt, denn dafür gibt es „technische und chemisch-synthetische, modere Lösungen“ von „Ökonomischen Menschen“ mit Bayer-Aktien für Ökonomische Menschen mit Bayer-Aktien. Herzlichen Glückwunsch!
    Kauft euch was Schönes – das kurbelt die Wirtschaft an und sichert Beschäftigung.

    Wir hatten die Chance, Alternativen zu entwickeln, aber das „Wirtschaftssystem der kleinen Leute“ will nicht. Der Tellerrand begrenzt das Sichtfeld und wir werden weiter Agrarproduktion auf Kosten der Substanz im Wettbewerb mit denen die jetzt erst anfangen auf „Moderne LW“ umzustellen, betreiben. Wohlan…

    26+
    • Thomas Apfel sagt

      @Stadtmensch
      Sie haben, glaube ich, mal die Publikation von Eberhardt Schulz „Kann der ökologische Landbau die Ernährung sichern und Nachhaltigkeit gewährleisten?“ (Mitteilungen Agrarwissenschaften 30 aus 2016) erwähnt, die ich mir daraufhin bestellt und mit Interesse durchgearbeitet habe. Sollten Sie das auch getan haben, bin ich etwas verwundert, wie Sie darauf kommen, dass in der modernen LW die Mikroorganismen im Boden nicht im Focus stehen. Boden bleibt nur durch Humus und Tonanteile fruchtbar.
      Die Humusreproduktion ist Thema tausender Untersuchungen und entgegen Ihrer Auffassung unterscheidet sich das Bodenleben fruchtbarer Böden kaum zwischen konventionell und Öko-Landbau. Es ist in beiden Systemen eine Herausforderung den Humusgehalt zu erhalten oder sogar zu verbessern. Unterstellen Sie doch den Anwendern chemisch synthetischer Hilfsmittel nicht immer Blödheit, Borniertheit und Profitgier.
      Chemie ist eine beschreibende Wissenschaft, oft sind die Stoffe aus „natürlicher Herkunft“ identisch mit den chemisch synthetischen. Als Beispiel sei hier Senfmehl zur Bekämpfung von Bodenpathogenen benannt: Der wirksame Stoff, der aus den Ölen des Seraptasenfes im Boden gebildet wird, ist chemisch identisch mit dem in Deutschland inzwischen nicht mehr anwendbaren chemisch-synthetischen Metham-Natrium Fluid zur Bodenentseuchung. Das gilt in gleichem Maße für viele chemische Verbindungen, die in der Regel der Natur „abgelauscht“ sind. So gehen die sogenannten Strobilurine zur Pilzbekämpfung auf Stoffe zurück, mit denen bestimmte Pilzarten ihr Myzel vor dem Eindringen anderer Pilze schützen. Es gibt keine einfachen Erklärungen und Doktrinen, die eine Verbesserung der Nachhaltigkeit mit sich bringen. Das Leben als Ganzes ist komplexer als Heilslehren.

      26+
      • Stadtmensch sagt

        Im Buch steht, dass die Definition von Bodenfruchtbarkeit heiß umstritten ist.
        Leider wandert das Buch seit Längerem in unserer Sekte herum und sorgt hoffentlich dafür, dass verkrustete Denkstrukturen aufbrechen.
        Weiterhin hänge ich keiner Heilslehre an, sondern versuche Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Zum Beispiel die von den Auswirkungen von Glyphosat-Formulierungen auf die (jetzt muss ich nachgucken) 5-enolpyruvylshikimate-3-phosphate synthase (also Shikiminsäureweg, EPSPS). Laut wissenschaftlicher Lehrmeinung (und ich glaube immer noch an die Wissenschaft) sind somit viele Bakterien und Pilze (meist auch Antagonisten von unerwünschten Mikroorganismen beeinträchtigt. Das steht sogar so in den entsprechenden Patenten. Was liegt näher als anzunehmen, dass das regelmäßige Auftreten von Fusarien irgendwie mit einem gestörten Gleichgewicht zusammenhängt und der mensch mit einer Art Dauermedikamentierung hier ständig eingreifen muss?

        1+
        • Brötchen sagt

          stadtmensch in den letzten Ausgaben der Bauernzeitung war zu dem Thema ein langer Artikel. es ist also nicht so, dass sich damit niemand beschäftigt. in der heutigen Ausgabe ist ein Artikel zur „schwarmtechnik“ das ist ein großes Projekt in Sachsen und die rechnen sich dabei zukunftschancen aus. war recht detailliert. da ist was auf dem weg.

          1+
        • Thomas Apfel sagt

          @Stadtmensch
          Ich gehe auch davon aus, dass alles was wir tun Auswirkungen hat, die wir oft erst später verstehen. Was mich stört, ist die Annahme es gäbe in Systemen wie unserer Landnutzung mit ständiger Entnahme so etwas wie ein Gleichgewicht. Es gibt aus meiner Sicht so etwas wie den bestmöglichen Status der durch uns bewirtschafteten „Substrate“ für unsere Kulturpflanzen.
          Ein Gleichgewicht mit leichter Zunahme von C org stellt sich nur dann ein, wenn ich nichts entnehme und den Aufwuchs auf dem Feld belasse und genügend Niederschläge fallen. Auch das gilt aber nur für Böden mit entsprechendem Ton- und Kalkgehalt, reine Sandböden versauern in kürzester Zeit.. Ich habe das auf unseren Dauerstillegungen über die Bodenanalysen über viele Jahre verfolgt.
          Die Annahme, dass immer nur die „Guten“ (Antagonisten oder wahlweise auch Wildbienen) von unseren Pflanzenschutzmaßnahmen ausgerottet werden ist aberwitzig. Zumal auch bei den Insektiziden die „Zielorganismen“ nur in ihren Populationsspitzen beschränkt werden und jedes Jahr in fast gleicher Stärke (wie etwas später im Zeitverlauf auch ihre Antagonisten )immer wieder (täglich grüßt das Murmeltier) da sind.
          Deshalb bin ich dafür gut funktionierende Produktionsmethoden, die unsere Ernährung sichern nicht bei jeder neuen Erkenntnis gleich über den Haufen werfen zu wollen.

          16+
          • Stadtmensch sagt

            „nicht bei jeder neuen Erkenntnis gleich über den Haufen werfen“

            Sehe ich auch so.

            2+
        • Bauer Willi sagt

          Gut, dass meine Regenwürmer nicht lesen können. Und das ich den Humusgehalt in 30 Jahren um rund 30% angehoben habe, verdanke ich unter anderem auch Glyphosat. Sonst wäre eine 100%ige Mulchsaat sehr riskant geworden.

          Nun gibt es möglicherweise einen Glyphosat-Ersatz aus Zucker. https://biooekonomie.de/nachrichten/zucker-als-glyphosat-ersatz
          Und wo greift diese biologische Mittel ein? In den Shikimat-Stoffwechsel. Und den gibt es nur bei Pflanzen.

          Blöd aber auch

          10+
          • Stadtmensch sagt

            „Und den gibt es nur bei Pflanzen“

            …und Bakterien und Pilzen. Einige haben EPSPS 2. Da funktioniert der Austausch der Sythase durch Glypho nicht.

            3+
    • Paulus sagt

      Also ich zähle zu denen die sich ab und zu was Schönes kaufen oder leisten können. Ob dies von manchen als unanständig empfunden wird interessiert mich herzlich wenig. Ich habe mit den geschmähten Aktien in monetärer Sicht ein Plus gemacht, während du im Tal der Ahnungslosen, nach dir genehmen Meldungen geifernd, auf deiner armseligen Komposttoilette gesessen hast.

      2+
      • Stadtmensch sagt

        @Paulus
        Muss gerade an Kittelschürzen denken 😉

        https://www.arte.tv/de/videos/082739-000-A/d-mark-einheit-vaterland/

        Irgendwo in der Mitte…

        Sinngemäß: „…da kamen Manager, die in der Heimat vakant waren, weil die Guten zufrieden waren und zu tun hatten und somit keine Neigung zeigten, sich im „Wilden Osten“ weiter zu profilieren.“

        Man sieht auch sehr schön, wie es der Markt wie immer nicht hinbekommt und der Staat rettten, eingreifen, moderieren muss…

        Ach ja, weil das Tor gerade so schön frei ist: ich gehe zum Spaß, arbeiten. Das Geld brauche ich nicht bzw. kann es großzügig in Stadtentwicklung stecken.

        0
        • Paulus sagt

          @ Stadtmensch
          Ich akzeptiere deine Art zu leben und habe sogar Achtung davor, ob du es glaubst oder nicht.
          Es stimmt, die 2. und 3. Garnitur landete bei der Treuhand oder bei der AOK und bei den Sparkassen usw., mit sogen. Buschzulage. Ich kann dir allerdings versichern, dass diese Leute, außer bei der Treuhand nicht die Entscheider waren. Ich konnte meine Auffassung in meiner Company nur glaubwürdig vertreten nachdem ich mich auf das Terrain begeben hatte, auch wenn es nur an einem Tag in der Woche war. Und wenn vor versammelter Belegschaft mal unangenehme Wahrheiten verkündet werden mussten, gab es plötzlich gar keine Garnitur mehr. Dann stand ich nur einsam da, verdammt einsam.

          0
  3. Bauer Fritz sagt

    Meldung von heute:
    Glyphosatverbot in Österreich EU-rechtswidrig
    http://www.bauernzeitung.at/eu-kommission-bestaetigt-totalverbot-von-glyphosat-verstoesst-gegen-eu-recht/
    War übrigens den Abgeordneten VOR dem Beschluß im österr. Parlament klargemacht worden durch eine vom Ministerium (schon im Vorjahr) in Auftrag gegebene Expertenstudie.
    Aber wen interessiert schon Wissenschaft wenn es doch das Bauchgefühl und die veröffentlichte Meinung gibt ….

    12+
  4. Paulus sagt

    Bei der Bayer AG existiert keine amerikanische Tochtergesellschaft namens Monsanto. Die Firmenbezeichnung wurde bereits Mitte 2018 gestrichen. Das sollte mittlerweile auch bei der angeblich seriösen FAZ angekommen sein.
    In Anbetracht dessen, wie amerikanische Prozesse durch die üblichen Instanzen so ablaufen war ein Kurssprung vorauszusehen. Ich habe Grund zur Freude.

    3+
  5. Friedrich sagt

    Für die Politik , die unsere Regierenden machen , brauchen die ein anderes Volk. So hat es jedensfalls Herr Gauck , unserer ehemalige Bundespräsident gesagt. Ich wäre schon zufrieden , wenn man sich hier an das Grundgesetz halten würde , aber das ist ja auch nur ein frommer Wunsch.

    18+
  6. Thomas Apfel sagt

    Man muss nicht so tun, als wären Europa und Deutschland das Paradies in Bezug auf Umweltschutz und Umweltgesetzgebung. Gerade die USA haben umfangreiche und Strenge Naturschutzregeln. Es sind nur zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen.
    Wer etwas zugelassen bekommen möchte, muss die Daten zur Umweltwirkung bei uns wie in den USA detailliert bei den Genehmigungsbehörden vorlegen. Dann wird von den Behörden möglichst nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft und zugelassen oder eben nicht. Das ist in jedem Falle Vorsorge, egal wie ich es nenne. Der Unterschied besteht darin, dass in den USA die „Klageindustrie“ mit ihren teils absurden Prozessen und Forderungen als Drohkulisse entstanden ist, und glauben Sie mir diese Drohkulisse ist nicht weniger wirksam wie unsere. Die unsrige ist die Spezialität einer Veto-Behörde (UBA), die allein das Einhalten des Vorsorgeprinzips für sich beansprucht und überwiegend durch Blockaden Einfluss geltend macht. Dieses System hat in Europa einen extrem starken Einfluß des „Angst- und Mitleidsindustrie“ (NGO´s wie BUND, NABU PETA usw.in Zusammenarbeit mit den Medien) generiert. Die ausgeprägte Neigung unserer Bürokratie Furz und Feuerstein in Gesetze zu gießen in Zusammenhang mit dem neuen Verbandsklagerecht wird aber eine zweite Drohkulisse in Form neuer „Klageindustrie“ auch bei uns etablieren (siehe z.B. Umwelthilfe). Dies führt letztendlich zum Glaubwürdigkeitsverlust auch der Politik der demokratisch gewählten Strukturen und gefährdet die Demokratie. Vor solch einer von Glaubensätzen, Angsterzeugung und Ablasshandel geprägten Gesellschaft möge der Himmel meine Kinder und Enkel beschützen. Die Kirchen haben ihr Geschäftsmodell allerdings seit fast 2.000 Jahren mit dieser Herangehensweise erfolgreich betrieben, das was da im Moment auf uns zukommt sieht nach einer Neuauflage mit anders gemischten Hintergrundakteuren aus.

    31+
  7. Elisabeth Ertl sagt

    Was ist schlecht daran, einen Inhaltsstoff anzugeben? Das würde ich mir schon erwarten. Kommunizieren muss man natürlich Erkenntnisse zum Krebsrisiko.

    25+
    • Brötchen sagt

      Elisabeth….Inhaltsstoff ist rein rechtlich eine Zutat.
      für Rückstände gibt es extra Regelungen. Darauf bezieht sich der Artikel wahrscheinlich.
      Manche müssen deklariert werden, andere nicht. Wie z.b. kann geringe Anteile von Nüssen enthalten.

      0
    • Bauer Willi sagt

      Es geht darum, dass die Produkte nicht mehr mit den Warnhinweis „Wahrscheinlich krebserregend“ gekennzeichnet werden dürfen. Das wird in Kalifornien wohl so gemacht. In den USA gelten andere rechtliche Regeln. Da soll angeblich auch der Hinweis für Wäschetrockner gemacht werden, dass sie nicht für das Trocknen von Haustieren geeignet sind. Es gab wohl Leute, die den Hersteller auf Schadensersatz verklagt haben.

      3+
  8. Moin!

    Die Trump-Administration möchte keinen Verbraucher- und Umweltschutz und forciert ein weiterso, und das verwundert noch? Wer das unkritisch teilt, sollte sich bewußt machen: Bote und Botschaft.

    Oder Gegenfrage: Ist das Netzmittel Tallowamin doch nicht erbgutschädigend gewesen?

    Was für eine Politik verfolgt Donald Trump (eher Bolsonaro-Style, würde ich meinen)?
    Wen hat er da bei der EPA in Verantwortung gebracht?
    Wie steht es grundsätzlich um die EPA?

    Der neue Chef der EPA heißt Andrew Wheeler, Klimawandelleugner, Kohlfreund usw., also Economy first, könnte man sagen (Lobbyist in Umweltbehörde):
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/portraet-des-neuen-epa-chefs-andrew-wheeler-15677607.html

    https://www.cbsnews.com/news/roundup-labels-trump-administration-says-it-wont-approve-glyphosate-warning-labels/

    Zur EPA allgemein:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/epa-donald-trump-will-us-umweltbehoerde-eindampfen-a-1137150.html

    https://www.deutschlandfunk.de/us-umweltbehoerde-epa-trump-schafft-alle-klimaschutz.697.de.html?dram:article_id=381512

    Hauptsache alles Ignorieren, was das Weiterso erschwert!

    Ich wünschte mir wirklich manchmal mehr Recherche … Die FAZ ist übrigens ein Finanzblatt aus Frankfurt, einer Finanzhochbuch, daß da Rendite vor Umwelt oder Verbraucher geht, würde mich auch nicht wundern. Das ist soll, als würde ich mich objektiv von der BILD über Geflüchtete informieren lassen 😀

    Als nächstes vertrauen wir noch auf das DLG-Siegel beim Wurstkauf … uiuiui …

    2+
    • Bauer Willi sagt

      Mir war bei der Veröffentlichung dieser Meldung vollkommen klar, dass genau dieser Kommentar kommen würde. Bei einer Diskussion um Glyphosat gehört aber auch eine solche Meldung in die Öffentlichkeit. Und zwar in den vollen Breite, denn Journalisten sollen informieren, dazu anregen, sich seine eigene Meinung zu bilden und nicht Meinung zu steuern.

      Bei Twitter habe ich gestern einen Kommentar eines Politikers gelesen. Sinngemäß „Mir ist klar, dass wir Pflanzenschutzmittel zur Absicherung der Ernten brauchen. Aber bei Glyphosat ist das was anderes“. (Norwich Rüße, MdL NRW)

      6+
    • Lady sagt

      Moin in die Runde
      Bisher habe ich hier nur sehr gerne still mitgelesen. Daher vorab ein herzliches Dankeschön an Willi und an all diejenigen, die hier vor allem das Thema Landwirtschaft mal etwas anders beleuchten als es sonst in den Medien zu lesen ist. Denn es ist sonst schwer möglich, sich wirklich ein Urteil zu bilden oder zumindest eine „fundierte“ Meinung.
      Christian, wenn ich Sie lese, habe ich immer das Bedürfnis meine Geldbörse, mein Ackerland und den sonstigen Besitz festhalten zu müssen. Das liegt vermutlich daran, dass ich gar keinen Sozialismus möchte. Auch keinen demokratischen, was immer das sein soll.
      An anderer Stelle haben Sie gepostet: „Um mal ein positives Beispiel aus der DDR-Wirtschaft zu bringen, welches mir bekannt ist. Die so genannte Mangelwirtschaft hat zu einem fürsorglichen und nachhaltigen Wirtschaften geführt. Während im so genannten Westen alles möglich schnell auseinanderfallen soll. … Beispiel Glühlampe“
      Wissen Sie, Christian, viel verdrehter geht es kaum. Das meine ich ganz besonders als Mensch, als Ökonomin natürlich auch. Glücklicherweise war die gesamte DDR nicht nachhaltig. Und fürsorglich klingt in meinem Ohr fast zynisch. Es ist jetzt 30 Jahre her, dass sich Menschen aus der DDR zu Tausenden auf den Weg nach Ungarn gemacht haben. Und ganz sicher nicht, um der „Fürsorglichkeit“ zu entkommen.
      Vieler Ihrer Beiträge habe ich entnommen, dass Sie ein „irgendwie anderes System“ möchten. Und sich auch in Ihrer Argumentation – egal um was es geht- davon nicht lösen können. Das macht aus meiner Sicht einen Dialog schwierig, weil die Grundlage so verschieden ist. Dass, was für Sie ein Antrag der Linksfraktion gegen Bodenspekulation war / ist, war für mich eher ein Antrag auf Sozialismus. Der Boden in der Gesamtheit ist kein öffentliches Gut. Da ist schon die Eröffnung nicht richtig. Dass die ökonomische Theorie der öffentlicher Güter der Linkspartei nicht bekannt ist, ist nicht weiter verwunderlich. Aber mir ist wirklich unverständlich, wie in unserem Land eine Partei auf die Idee kommt, Eigentumsverhältnisse zu analysieren, um dann bei Nichtgefallen einzugreifen zu lassen. Und das soll uns Landwirte schützen??? Schutz des Privateigentums ist keine Bedrohung sondern ein wesentlicher Bestandteil unseres „Systems“. Nicht nur im „Möhrenfeld“, genauso auch im „Großen“. Gerade für uns Landwirte sogar ein sehr wesentliches , weil wir nicht so beweglich sind wie etwa Aktienkapital. Mal abgesehen davon, dass der größte Bodenspekulant in den letzten Jahren mit Sicherheit nicht irgendein Unternehmer war.
      Und bitte nicht die Story mit dem Ignorieren. Das erinnert mich an eine ganz andere politische Richtung, mit der Sie nichts am Hut haben. Ich auch nicht! Gute Argumente brauchen keine Populismus, schlechte werden auch damit nicht besser.

      Und was hat das Alles jetzt mit dem Thema hier zu tun? Nichts, eben!

      Willi, bei Trump kann auch morgen die Stimmung wieder umschlagen. Und komplexe Beziehungen sind auch sein Ding. Ich finde es richtig, dass das Thema Glyphosat von allen Seiten beleuchtet wird. Das gehört zu einer Diskussion dazu. Bitte mach weiter so.

      8+
      • Bauer Willi sagt

        Danke. Klar mach ich weiter. Weil die Dinge eben sehr komplex sind. Ich habe mal gelesen, von der Erkenntnis bis zur Verhaltensänderung dauert es rund 5 Jahre. Ich mach das jetzt viereinhalb Jahre und muss feststellen, dass die Zahl nicht stimmen kann…

        6+
        • Lady sagt

          Sorry, sollte natürlich heißen, dass Trump mit komplexen Sachverhalten wenig anfangen kann oder möchte .
          Vielleicht ist es egal, ob 5 oder 20 Jahre. Selbst wenn sich die Erkenntnis nicht ändert, kann die daraus resultierende Änderung des Verhaltens sich doch durchaus mehrfach ändern. Vielleicht ist das sogar ein Hauptproblem: Wir leben in einer dynamischen Welt. Das dürfte ganz viele von uns mathematisch überfordern, da waren schon komplexe lineare Gleichungssysteme eine Herausforderung. Auch ohne zeitliche Komponente.
          Zurück zum Thema:
          Als ich hier in MV zum ersten Mal ein mit Glyphosat behandeltes Feld ganz bewusst gesehen habe, musste ich schlucken. Zu groß war der Gegensatz , dass diese tote Weite etwas mit Lebensmitteln zu tun haben könnte. Es war dummerweise mein Acker. Das Land meiner Mutter war durch die Wende plötzlich zu meiner Verantwortung geworden. Keine 100 Hektar, daher gab es die Flächen zurück. Und ich habe ganz viele Fragen gestellt. Und auch gute , ehrliche , kompetente Antworten bekommen.
          Und das vermisse ich: Viele Menschen stellen keine Fragen, sie urteilen und verurteilen. Das ist doch eigentlich die Aufgabe und das Recht von Richtern, oder??

          1+
          • Bauer Willi sagt

            Jetzt wird es philosophisch: Ich denke, das viele Menschen eben nicht mathematisch denken, sondern nach Gefühl entscheiden, weil eben komplexe Zusammenhänge das Gehirn überfordern. Nehmen wir als Beispiel Werbung: Sie suggeriert unserem Gehirn Unterschiede, die eigentlich keine sind. Um von A nach B zu kommen, kann ich einen Lada oder auch einen Audi Q 7 fahren. Der Audi dürfte das 5fache des Lada kosten, die Käufer werden aber aus ihrer Sicht plausible Gründe anführen, warum sie das Auto gekauft haben. Verkauft werden eigentlich Gefühle.

            Was hat das mit Landwirtschaft zu tun? Als Ackerbauer verkaufe ich austauschbare, anonyme Produkte, also Agrarrohstoffe für irgendwas. Die emotionale Geschichte dazu erzählen andere und verdienen gut damit. Es gibt aber auch Ausnahmen. Ich habe mal ein Video mit einem jungen Bauern in Bayern gemacht, der Fleisch von Weideschweinen verkauft. Der Jungbauer (mit Pferdeschwanz) war ein offener Typ, der einem „einen Knopf an die Backe“ reden konnte. Sein Fleisch ist viermal so teuer wie „normales“ Schweinefleisch und dabei war es nicht Bio! Er kann sich vor Kunden nicht retten. Die gesamte Wertschöpfungskette liegt in seiner Hand, er erzählt die Geschichte also dem Endkunden. Da habe ich mit Weizen, Zuckerrüben und Raps natürlich keine Chance, es sei denn ich baue „Willi´s Wunder Weizen“ an. (WWW) Noch fehlt mir dazu die emotionale Geschichte dazu, sonst hätte ich es längst gemacht.

            Die für uns erstaunlichen Ergebnisse von Volksbegehren (Rettet die Bienen), die ungeprüfte Beliebtheit von Bio-Lebensmitteln, der Erfolg bestimmter Parteien mit einfachen statt komplexer Lösungen belegt meine Theorie. Konkret meine ich AfD und Grüne, die zwar mit unterschiedlichen Inhalten, aber mit den gleichen Denkmustern arbeiten. Fakten sind da eher zweitrangig.

            Die Tatsache, dass „Bauer Willi“ seit über 4 Jahren immer noch gelesen wird, hat auch etwas damit zu tun. Ein bestimmter Kreis findet die Texte und Kommentare gut, sie sprechen ihn emotional an weil sie sich damit identifizieren können. „Der denkt wie ich“.

            Ich war mal zu einer Tagung „Landwirtschaft in der Filterblase“. Mir ist da klar geworden, dass auch ich mich in einer Filterblase (Echokammer) befinde. Wenn man sich dessen bewusst wird und immer wieder versucht, dort herauszukommen, ist man schon einen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Ein Satz von Paul Watzlawik begleitet mich dabei: „Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich nur eine andere Wirklichkeit konstruiert“. Jedes Wort davon ist wichtig. Und jetzt gehe ich zu Bett. Es ist 23:50 Uhr…

            5+
            • Thomas Apfel sagt

              Danke ! Das ist wirklich mal ein gutes „Wort zum Sonntag“.
              Und ich meine das nicht ironisch.

              2+
            • bauerhans sagt

              der mensch ist emotional,egoistisch und aggressiv.

              die meisten,denen ich das erzähle,verneinen das kategorisch.

              1+
            • Lady sagt

              „Konkret meine ich AfD und Grüne, die zwar mit unterschiedlichen Inhalten, aber mit den gleichen Denkmustern arbeiten. Fakten sind da eher zweitrangig.“

              Da stimmt ich gerne zu. Würde es vielleicht noch gerne um Linkspartei ergänzen, die aber im Getöse der beiden anderen glücklicherweise untergeht. Jedenfalls bei euch im Westen.
              Und eventuell ist das auch ein Problem von uns Konservativen/Liberal-Konservativen: Ideologie ist nicht unser Ding, negativ könnte es man auch als eine gewisse Beliebigkeit beschreiben. Wir wollen die Realität verkaufen, keine Illusion, keine Emotion. Wie beim Landwirt!
              Klar kann man die Milch als Weide- oder Heumilch oder auch schlicht Bio gegenüber dem Endverbraucher etwas aufpeppen, aber das ist es dann auch. Und beim Raps müssen wir die Flügel komplett strecken. Und können nur „neidisch“ auf einen Sportwagenhersteller schauen, der genau wusste, dass niemand sein Produkt „braucht“. Schon gar nicht diejenigen, die sich das Auto leisten können. Da verzichtet doch schon die Bandscheibe, aber egal…
              Der WWWeizen hätte marketingmäßig ohne Zweifel Potential. Vor allem das 2. W, null Inhalt, aber extrem erfolgreich als Werbeaussage. Dazu noch eine paar richtig fies klingende PSM, die garantiert nicht erhaltend sind, und das würde sicher ein Renner…beim Taubenzüchter .
              Ich kann bis heute nicht verstehen, warum etwa etwas, was natürlicher Herkunft ist, automatisch „sanfter“ wirken soll als ein entsprechendes Produkt der „Chemie“. Auch ein dämlicher Ausdruck. Wenn etwas wirksam ist, hat es Nebenwirkungen. Und dass gerade die Natur nun richtig „giftige“ Stoffe hervorgebracht hat , dürfte doch wohl auch jeder wissen. Aber das wird ausgeblendet. Und dass jedes Hacken auch Artenvernichtung ist, ebenso. Jeder, der eine Garten hat, weiß, dass in einem verkrauteten Beet wenig wächst. Und ausgerechnet der Landwirt, der uns zuverlässig mit Nahrungsmittel versorgen soll, soll jedes ungeliebte Kraut mit Beifall begrüßen?
              Ich habe den Eindruck, dass gerade die Diskussion um Glyphosat viel Fortschritt verhindert hat. Gerade die NGOs und die Grünen auch wettern nur gegen die konventionelle Landwirtschaft .Wenn hier in MV ein großer Betrieb mal vorstellt, was eben außer Glyphosat auch geht, dann kommt niemand von ihnen . Unerwünscht, „Agrarindustrie“.
              Ich empfinde das als wenig ehrlich/glaubwürdig.

              2+
    • Andreas Burkolter sagt

      Roud Up Power Max hat kein Talliowamin und braucht noch weniger Aufwandmenge.Wir haben in der Schweiz ein Humusaufbauprogramm.Das funktioniert nur mit Chemie sonst muss man den Boden jedes Mal wenden. Das hat CO2 Ausstoss zur Folge was Humus abbaut.Was ist jetzt besser?Humus ist die Grundlage zu Lebensmittelproduktion!

      2+
  9. Thomas Apfel sagt

    Man darf gespannt sein, ob das noch irgendeine Auswirkung hat. Ich denke, das kommt drei Jahre zu spät. Wir hatten vor ein par Tagen, im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung für den hiesigen CDU Kandidaten, Besuch von Herrn Stübgen (Staatssekretär im Klöckner-Ministerium). Klare Aussage. „Nochmal wird sich kein Minister für Glyphosat opfern“. Schade, dass es bei uns keine Behörde gibt, die die Macht hat, wie die Umweltbehörde in den USA mit der Faust auf den Tisch zu schlagen und Wissenschaftlichkeit einzufordern.

    31+
    • Ja, genau! Und wenn dann ein anderer Präsident wirklich mal Umwelt- und Verbraucherschutz auf die Fahne geschrieben hätte, die EPA dann keine Lobbyarbeit für Monsanto und Co. machen würde, wird wieder gemeckert?! 😀

      Ich glaube, die wollen auch Asbest wieder zulassen … *Ironie aus

      Regen Sie sich lieber auf über die Wirtschaftspolitik, warum hier die Landwirte haufenweise aufgeben müssen. Liegt nicht an Glyphosatformulierungen und Forderungen nach mehr Tierwohl nebenbei!

      0
      • bauerhans sagt

        „…warum hier die Landwirte haufenweise aufgeben müssen.“

        liegt an „deutscher gründlichkeit“,german angst und am erfolgreichen exportmodell Deutschland.
        auch an der struktur der lanwirtschaft und an „geizistgeil“.

        9+
      • Obstbäuerin sagt

        Wir werden uns keine teuren Bodenbearbeitungsmaschinen zur Unkrautbeseitigung leisten können, wie sehr viele kleine Betriebe und überlegen, wie wir aussteigen können. Leider klafft ein Loch bis zu unserer kleinen Rente. Irgendwie begreifen Sie die Zusammenhänge nicht, Herr Suhr. Nicht die jetzige Politik beschleunigt das Höfesterben, sondern die zukünftige der Grünen, Linken, der SPD und zunehmend auch der CDU.

        24+
        • Astorianer sagt

          Da muß ich der Obstbäuerin recht geben. in Bayern die CSU und in Baden- Württemberg die CDU sind dabei die Grünen links zu überholen, um Wählerstimmen zurück zu holen.

          4+
      • Thomas Apfel sagt

        Worüber ich mich aufrege, müssen Sie schon mir überlassen Herr Suhr!!
        Und die EPA ist weltweit die Umweltbehörde mit der schärfsten Herangehensweise, schon weil in den USA das Verantwortlichkeitsprinzip für Schäden im Nachhinein Vorrang hat und nicht wie bei uns das „Vorsorgeprinzip“ das zwar gut gemeint ist, aber in der Wirkung zuviel Unwissenschaftlichkeit Raum gibt und damit Spielfeld von Geschäftsinteressen der „sogenannten Naturschutzgeneralisten und – Religionen“ wird.

        16+
        • Günter Reichard sagt

          Schäden im Nachhinein?
          Mir nutzt es nichts, wenn ich krank bin und dafür Millionen kassiere.
          Bei allen Verständnis für die Probleme, aber der Vergleich mit Amerika
          ist vollkommen daneben.

          0
      • Berthold Lauer sagt

        Lieber Herr Suhr, ich kann diese ewige Litanei nicht mehr hören. Sicher gibt es einige Bauern, die wegen wirtschaftlicher Probleme aufhören müssen. Das hat per se aber noch nichts mit der Wirtschaftspolitik zu tun. In fast 40 Jahren als Landwirt habe ich den Ausstieg vieler Kollegen miterlebt. Kein einziger ist von einem anderen rausgedrängt worden. Sie hatten zumeist das Rentenalter erreicht oder die Gesundheit hat keine volle Leistungsfähigkeit mehr zugelasen und sie hatten keine Nachfolge!!! Die Kinder sollten es nämlich mal (oft vermeintlich) besser haben und was „richtiges“ lernen! Es musste auch keiner am Hungertuch nagen oder staatliche Unterstützung beantragen. Ja, es waren auch einige wenige dabei, die aufgrund schlechten wirtschaftens irgendwann das Handtuch geworfen haben. Gibt es in allen Branchen. Und dafür kann man nicht einfach die Politik oder den Bauernverband oder den Nachbarn verantwortlich machen. Andere haben attraktivere Arbeitsplätze gefunden und den Betrieb in den Nebenerwerb überführt. Schauen sie sich mal Statistiken zur Anzahl der Betriebe an: Seit den 1950 hat sich bei uns in Rlp z.Bsp. die Zahl der Milchviehhalter alle 10 Jahre halbiert, unabhängig von Politik, Wirtschaftslage oder Preisniveau. Und es war immer gut, dass einer gewachsen ist und die Flächen übernommen hat, oder dass, wie in den letzten Jahrzenten, Pferdehalter das Grünland übernommen haben. Das mag in den sogenannten Gunstregionen etwas anders sein. Aber wenn Betriebe heute aufhören, dann ist es oft so, dass sie die Schnauze einfach gestrichen voll haben, dass sie keinen Sinn darin sehen, viel Geld für immer strengere Auflagen aufzubringen ohne Gewissheit über die Halbwertzeit solcher Investitionen.

        16+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @Berthold Lauer

          Meine Söhne haben in ihrem gewählten Beruf (Softwareentwickler )was die Entlohnung und die Arbeitszeiten betrifft, wesentlich besser, als ich es je hatte.

          4+
        • Altbauer Jochen sagt

          Ich hab es auch miterlebt wie in den vergangenen 50 Jahren
          von 25 Bauernhöfen im Dorf noch 2 übriggeblieben sind.
          Der Großteil der Flächen nach auswärts verpachtet
          oder von Investoren aufgekauft.
          Die Verpächter beziehen 6-700 Euro Pacht /ha und
          bemühen sich das Geld auszugeben.
          Währenddessen buckelt der Pächter zwischen seinen
          Kühen und führt den Kampf ums wirtschaftliche Überleben.
          Natürlich entscheidet jeder selbst darüber was er tut,
          aber ich finde irgendwas liegt da schief.

          5+
      • brouss sagt

        Ich finde es unverschämt, der EPA Lobbyarbeit für Monsanto und Co. zu unterstellen.
        Lobbyarbeit leisten unsere NGO`s für die Bio-Bauern.

        7+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Und die Medien, die unentgeltlich Werbung für BIO Lebensmittel machen und nur wenige springen darauf an.

          5+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Herr Suhr, haben Sie zumindest einen Gemüse-oder Obstgarten und/oder Hühner bzw. Kaninchen ….. Wenn Sie keinen Garten haben, haben Sie wenigstens schon eine Wand Ihrer Wohnung leergeräumt, um dort vertical gardening auszuprobieren? Wenn ja, haben Sie etwas geerntet? Wenn ja, berichten Sie uns! Wenn nein, wundern Sie sich bitte nicht, wenn hier in diesem Forum vielleicht einmal jemand, weil genervt, Ihnen widerspricht auch dort, wo Sie vielleicht recht haben!
        Meister verdienen Respekt, auch wenn die Demokratie das vergessen hat.

        2+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Herr Suhr,
        es galt viele Jahrzehnte, ja schon Jahrhunderte lang als Form der Emanzipation, der Landwirtschaft den Rücken zu kehren, um etwas zu tun, was weniger kräfteraubend ist, und wofür gesellschaftlich ein höheres Ansehen winkt. „Bauer“ war noch in meiner Jugend ein Schimpfwort. Gleichzeitig trieb man diese „Zurückgebliebenen“ an, immer billiger zu produzieren, so wie halt schon die Lehensherrn den Zehent aus den Bauern herausprügelten, um ein feineres Leben führen zu können. Und so wie das mit allen Unterprivilegerten passiert, schuf man sich auf der anderen Seite ein romantisches Bild vom Bauern in der Fantasie. So wie halt Victor Hugo die Armen in „Les Miserables“ idealisierte, und wie zahlreiche Opern und Operetten die Zigeuner preisen. Nur sobald man mit der Realität konfrontiert wird, fühlt man wieder seine vorgebliche eigene Überlegenheit und fängt zu schulmeistern an. Denn wozu wäre man denn sonst aus der Landwirtschaft ins feinere Intellektuellentum geflüchtet?

        2+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Verantwortlich ist nicht speziell die Wirtschaftspolitik, die Gesellschaft als Ganze will die Bauern auch weiterhin ausbeuten, und keine Partei schafft es, sie daran zu hindern. Politik wird in der Demokratie für die Mehrheit gemacht, also für die KonsumentInnen, nicht für den Bauern. Kaum spricht jemand in Österreich das Wort „Fleischsteuer“ aus, verlangt der Wahlkampf sofort eine heftige Gegenreaktion ALLER Parteien. Argument ist gerade einmal bei den Grünen die fehlende Treffsicherheit einer solchen Maßnahme, alle anderen, vor allem die SPÖ haben sofort klar gestellt: „Das Schnitzel darf kein Luxus werden.“ Denn, so das Parteiprogramm: „Die Landwirtschaft soll zu einem gesunden Leben beitragen, qualitätsvolle, möglichst regionale und leistbare Ernährung sicherstellen und besondere Rücksicht auf Tierrechte und Tierwohl nehmen. Biologische Produktion, traditionelle Anbauweisen und eine kleinstrukturierte Landwirtschaft leisten hierzu den besten Beitrag. Der Einsatz von Pestiziden muss so gering wie möglich gehalten werden. Gentechnisch manipulierte Organismen haben in unserer Landwirtschaft nichts verloren …. Das entscheidende Förderkriterium dabei ist nicht der Grundbesitz, sondern der notwendige Arbeitseinsatz. Wir wollen eine Landwirtschaft, die der Erhaltung der Biodiversität und einer intakten Natur, dem Schutz vor Naturgefahren und der Pflege der Kulturlandschaft dient. Dazu ist die Ausweitung von geschützten Gebieten unerlässlich.“ Keine Rede von insgesamt mehr Geld, allein der Bauer hat all diese Forderungen unter einen Hut zu bringen. Selbst die ÖVP hat nur zwei konkrete Ideen zur Landwirtschaft: Mercosur verhindern und genauere Herkunftsbezeichnungen. Die liberalen NEOS wollen die neiderregenden Subventionen nur noch für die Bereitstellung von Gemeingütern wie Schutz von Biodiversität, Wasser, Boden und Luft sowie der Erhaltung einer
          attraktiven Kulturlandschaft vergeben. In der Lebensmittelproduktion wollen sie mehr Unternehmertum und Wettbewerb in der Landwirtschaft. „Die
          kleinbetrieblichen Strukturen werden als Chance gesehen und dafür genutzt, in Verbindung mit Landschaft und Klima, innovative Einkommenskombinationen zu generieren (z.B. Urlaub am Bauernhof, Veredelung von Qualitätsprodukten, Ab-Hof-Verkauf, erneuerbare Energie aus Biomasse, Wind und Wasserkraft). Betriebe, die diese Chancen nutzen, erzielen eine deutlich höhere Wertschöpfung als herkömmliche Primärerzeuger.“ Wie man den Markt dafür schaffen will, dazu gibt es keine Idee, denn der Kunde ist König, auch für die Politik. Wie wollen Sioe das ändern, Herr Suhr. Wie wollen Sie Wählerstimmen generieren, wenn die Lebensmittel teurer werden sollen?

          3+
      • Hans-Georg Meyer sagt

        Herr Suhr, ich glaube, Sie verkennen die wirtschaftlichen Realitäten und deren Entwicklung der letzten 40 Jahre.

        Bei einem Getreidepreis der jetzt etwa ein Drittel unter dem Preis der Anfang der 80 Jahre liegt. Ein Milchpreis der in den letzten 40 Jahren gleichgeblieben ist! Und das bei gestiegen Gestehungskosten und öffentlichen Abgaben. Z. B. hat sich bei uns die Grundsteuer seit den 80er Jahren verdoppelt.

        Ich kann hier nur von der Entwicklung in meinem Raum ausgehen.
        Wie es anderswo aussieht mögen andere sagen.

        Wie wäre es, wenn Sie wieder zum gleichen Lohn arbeiten würden wie er vor 40 Jahren in Ihrem Beruf gezahlt wurde. Haben Sie sich das schon mal überlegt? Die Abgabenlast würde aber gleich bleiben, wie Sie ihrem heutigen Bruttolohn entspricht.

        2+
    • ottmarWelker sagt

      Im Wasserwerken wie im Einzugsgebiet des Wasserwerkes Langenau, wo durch Umbruch von Grün- in intensiv bewirtschaftes Ackerland etwa ( für die Bodensee Wasserversorgung) wurden schon anfang der 80iger Jahre Verunreinigungen durch Atrazin und Simazin von Wasserschutzinitiativen vermutet.
      Aber diese, die nicht sein sollten, wie überall in Baden Württemberg, nicht sein durften, wurden offenbar nicht öffentlich gemacht, um die Bevölkerung nicht in Panik zu versetzen.
      Als ein Chemieunfall bei Ciba Geigy in Basel die Bevölkerung alarmierte, der Rhein verseucht schien und im Februar stündlich neue Meldungen im Radio, an Fastnacht 85, alarmierende Funde meldeten von flächendeckender Verseuchungen, nicht nur in Rheinnähe ( die Vorbereitung und Analyse von Simazin dauerten ihre Zeit, auch wenn die Labore alles andere stehen und liegen ließen).
      Da war mir klar, dass die „alten“ Sünden bei dieser Gelegenheit nun ungefährdet vor Strafe an den Tag gebracht wurden. Die Vorgänge könnten so plausibel erklärt werden .
      Danach bekam ich auch mit, wie enttäuscht Wissenschaftler aus dem „Mekka“ der Deutschen Unkrautwissenschaften waren, dass Trinkwasser ein reines Lebensmittel mit Nulltoleranz an fremden Beimischungen, seien sie auch subjektiv vernachläßigbar, weil sie nur mit Gaschromatografen in winzigen Mengen genau ermittelt werden konnten unter gesetzlichem Schutz stand.
      Der überzeugteste aber noch schwankende einzige Experte, der damals erste anerkannte Wasseranalysen veröffentlichte, war kurz davor gewesen im „Namen der Wissenschaft“ seine Hand ins Feuer zu legen, für alle Wirkungen und wenn überhaupt, dann garantiert, unbedenklichen Nebenerscheinungen.
      Alle Anderen zogen es vor dies nicht zu beabsichtigen oder ermunterten ihn erst gar nicht dazu.
      Zweideutig hatte er selbst einmal beim Besuch der Agrarforschung einer Süddeutschen Chemieweltfirma bemerkt, dass sie angesichts der vielen Bücher und Nachschlagewerke im Bürodes Chefs auch nur mit Wasser kochen würden oder so ähnlich.
      Die Sonne brachte es an den Tag, nämlich der Schweizer Chemieunfall und dann fragte der verhinderte “ tapfere Held“ vorwurfvoll einen damaligen deutschen Mitarbeiter von der Franfurter Ciba Geigy Niederlassung auf einer internen Feier danach, warum sein Chef ihm darüber nichts gesagt habe.
      Zu vertrauenseelig hatte er einfach Fachkollegen auf beinahe Gedeih und Verderb falsch vertraut.
      Der Spartenleiter oder verantwortliche Ansprechpartner wollte seinen Ruhestand ohne Skandal erreichen und verschwieg Unangenehmes.
      Meine Frau wenigstens meinte dies wäre kein gutes Beispiel für andere. Nicht das einzige.

      Den von Industrievertretern geforderten genveränderten Sojaanbau auch bei uns zum Anbau zuzulassen, weil sie als USA Kenner meinten, es tue uns gut, was der USA gut tue, war schon damals ihr Traum. Im Leserbrief in der FAZ empörte sich diemal jemand aus der Industrie über das eigenmächtige Verhalten seiner Ansicht nach.
      Die Analysenmethoden für die Genveränderung wurden dann in der Wissenschaft eingelernt und beim Saatgut zum Anbauen etwa bei nicht zugelassener Maissorte mit Fremdgenen oder genfreiem Sojaanbau läßt sich ein Vergehen oder Befolgen in der Praxis auch nachweisen, um das Gesetz befolgen zu können.

      In SWR2 Wissen Bauer sucht Zukunft, aus der Reihe unser künftig Brot, ein Beruf im Wandel SWRv2018 Samstag 24.8.2019. 8:30 von Alice Thiel- Sonnen werden der Wasserpfennig als erste Massnahme, die umstritten war und vergessen ist zur Lösung auch erwähnt.

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