Bauer Willi
Kommentare 34

Giftige Kartoffeln…

Vor wenigen Tagen machte eine Meldung über den Rückruf von Kartoffeln die Runde.

https://www.fr.de/verbraucher/betroffen-warnung-pestizide-grosser-kartoffel-rueckruf-rewe-penny-mehrere-bundeslaender-93096041.html

Einige Medien sprachen schon von “giftigen Kartoffeln”:

https://www.moz.de/nachrichten/panorama/rueckruf-aktion-giftige-kartoffeln-bei-penny-und-rewe-produktrueckruf-in-acht-bundeslaendern-73873637.html

Der Inverkehrbringer der Kartoffeln, die Firma Böhmer, hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben. In dieser Pressemitteilung werden Hinweise zu den Chargen und zur Sorte gemacht. Allerdings kann man erst anhand der Fotos der Produktanhänger erfahren, dass die Kartoffeln aus Ägypten eingeführt wurden.

PM_Rueckruf_Kartoffeln_20240527_RBW_und_Marktliebe-pweu(1)

Auf Nachfrage teilte mir die Pressestelle der Firma mit, dass es sich bei dem Pflanzenschutzmittel um den Wirkstoff Fluazifop handelt, der auch in Europa und somit auch in Deutschland zugelassen ist und gegen Gräser wie zum Beispiel Quecke eingesetzt wird.

Warum es zur Überschreitung der Höchstmenge gekommen ist, ist nicht geklärt. Eine Fehlanwendung (z.B. Überdosierung etc.) erscheint wahrscheinlich, diese kann aber grundsätzlich überall vorkommen, wo Menschen arbeiten. Also auch in Deutschland.

Was dieser Rückruf zeigt: Unsere Kontrollsysteme arbeiten gut, der Handel arbeitet verantwortlich.

 

 

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34 Kommentare

  1. Limes sagt

    Achtung alles zurück im Rewe, Penny Edeka Kartoffelfall!
    In der der WDR Sendung hier und heute vom Freitag den 7.6.2024 wurde anlässlich eines Beitrags zum Welttag der Lebensmittelsicherheit berichtet es war doch ganz anderes als gedacht und bisher berichtet. Der Ernährungswissenschaftler Dr Lück raunt und lässt uns im Gespräch mit der Moderatorin wissen es ist Glyphosat.
    Auszüge Sendung ab 17:25
    Lück: “www. lebensmittelwarnung vom BVL da kann man ja jederzeit rein gucken. Nehmen wir den Kartoffelfall. Um welche Produkte handelt es sich. Grosse Mengen Glyphosat eingesetzt. Entwarnung wenn man Kartoffeln schält dann ist das Glyphosat weg.”
    Es wird im Kartoffelfall auf die BVL web Seite verwiesen aber offensichtlich haben weder Ernährungswissenschaftler Lück noch irgend jemand beim Sender sich die Mühe gemacht zu lesen was auf der web page steht. Erbärmliche Recherche denn da steht nichts zu Glyphosat. Aber gut Fakten sind ja nicht so wichtig Hauptsache man kann Stimmung machen.
    Weiterhin. Die Sendung wird auf der WDR Videotextseite wie folgt angekündigt
    “Themen für die Sendung am Donnerstag, den 7. Juni 2024
    Welttag der Lebensmittelsicherheit: Wir schauen mit dem Ernährungswissenschaftler Stephan Lück auf aktuelle Rückrufe von Nahrungsmitteln”
    Kaum zu glauben es geht also noch peinlicher der WDR verlegt Freitag den 7.6.2024 auf einen Donnerstag.
    Deutsches ÖR Qualtitätsfernsehen at it`s best. Man hat den Eindruck rund um die Uhr 365/366 Tage im Jahr Realsatire und Stimmungsmache.
    Leider muß ich dafür Zwangsgebühren zahlen.
    https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute/sendungen/tages-uebersicht-huh-100.html

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  2. Sonja Dengler sagt

    Keineswegs glaube ich diesen “Qualitäts-Medien” – die treiben doch nur wieder eine andere Sau durchs Dorf.
    Was mir auffällt: es gibt Kartoffeln aus Ägypten, die sind in wenig gut einsehbaren Netzen eingepackt und sehen nicht gut aus – und dann gibt es noch solche, die man sich selbst abpackt, die gut aussehen. Davon habe ich mal welche gekauft, aber sie schmeckten nach nichts.
    Also warte ich einfach, bis unsere Bauern hier Kartoffeln anbieten und bis dahin essen wir halt die, die schon ein bisschen Keime ansetzen. Letztes Jahr habe ich die gereimten im Garten eingebuddelt, nachdem der Bauer mir erklärte, was ich beachten muss. Bis zur Ernte dauerte es lange, aber die paar haben uns dann sehr gut geschmeckt.
    Das Label “Bio” ist offenbar schon am untergehen: Rewe bietet hier in großen Lettern an, dass man %e bekommt, wenn man Bio kauft 🙂 Finde ich irgendwie beruhigend.
    Das ganze Theater mit dem Essen ja/nein, Superfood ja/nein geht mir sowas von auf den Keks….

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  3. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Das Hauptproblem der Versalzung tritt insbesondere in den wertvollsten Regionen des Nildeltas auf, wo sehr wertvolles Schwemmland über Jahrtausende hinweg infolge jährlicher Überflutungen entstanden ist.

    Wiegen der Menschheit liegen u.a. im Zwei-Strom-Land mit den großen Flusssystemen des Euphrat und Tigris sowie entlang des Nils, wo noch heute bewunderte und allseits bestaunte damalige Hochkulturen hervorgebracht wurden, die Anfänge nachweislichen Wohlstandes, mit den Zeitzeichen monumentaler Bauwerke jener Zeit, die die Menschheit jemals entstehen ließen. Diese Architekturkunst bewundert man zu Recht bis zum heutigen Tage.

    Da wir uns zeitlebens schon als Übermenschen betrachten, hat mit Baubeginn des Assuan-Staudammes in den 1960er des vergangenen Jahrhunderts die Versalzung im Nachgang verstärkt eingesetzt, die immer wiederkehrende Überflutung fehlte fortan.

    Warum, so frage ich mich prinzipiell, muss man in Ägypten Kartoffeln für den EU-Markt produzieren!? Sieht man ggf. nicht die reale Not, zunächst einmal das eigene Volk hinlänglich versorgen zu wollen!?…

    Eine Frage, die von einigen wohl als hetzerisch empfunden wird:

    Warum müssen 110 Mio. Ägypter -ein Land, das nahezu nur aus Wüste besteht- für die nachweislichen Ackerbaugunstregionen Kartoffeln anbauen und vorhalten, während innerhalb letzterer wertvollste Flächenareale offensichtlich ohne Not stillgelegt werden müssen.

    Etwa 96,5% Ägyptens bestehen aus der Wüste Sahara, so ganz nebenbei.

    Wer ist der größte Weizenimporteur weltweit!? – …Und dieser muss für den deutschen/europäischen Markt Kartoffeln anbauen!? Wie nachweislich systemkrank ist eben dieses Tun und Treiben grundsätzlich zu bewerten!?

    Randnotiz: Wer Bodenanalysen im Nildelta vornimmt, wird wohl die eine oder andere recht böse Überraschung erleben…!? Bei uns würde selbiger Schlick als „untaugliche Mülldeponien“ abgewertet. – Jetzt der große Aufschrei, oh mein Gott, verlogen, als hätte man von nix gewusst hinsichtlich der nachgewiesenen Belastungen…

    Aber wie so oft im Leben, die deutschen Produktionen sind eben „viel zu teuer“, daher karrt man weltweit von allerorten zu uns heran, wenn’s einfach weit billiger ist. Dieses kleine Beispiel zeigt allerdings sehr anschaulich aus, warum die Menschen von weit her Deutschland eine hohe Attraktivität an seinen jeweiligen Futtertrögen zuzuschreiben wissen.

    Die Bauern kapieren es – der Rest eher nicht!!! Geiz ist geil dominiert einen durchaus funktionierenden Markt. Sämtliche „Beigaben“ muss man damit schlichtweg auch „veratmen“ wollen.

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  4. Limes sagt

    Es gibt auf der BVL Seite Lebensmittelwarnung zwei Meldungen zur Sorte Lilly eine vom 28.5. Rewe und Penny ohne genaue Angabe Herkunft und eine zweite vom 31.5. Edeka mit Angabe Ursprung Ägypten. Beide ohne jeweils ohne Hinweis auf Wirkstoff sowie gefundene Rückstandsmenge.
    Penny hat sich ja Anfang 2024 in einer Deutschlandweiten Kampagne begleitet durch Medien Trara auf die Fahne geschrieben die “wahren Kosten” zu kommunizieren und u.a lakatiert “… und wie ihr damit der Umwelt helft”. Da passt diese oberflächliche Information irgendwie nicht zur Penny Kampagne oder war alles nur die üblichen hohlen Versprechungen!
    https://www.lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/liste/alle/deutschlandweit/10/0

    @Joachim Kaiser: “Wie hoch sind die Werte gewesen? Welche Grenzwerte gelten hier in Deutschland und welche in Ägypten.?”
    Der MRL (Maximum Residue Level = Rückstandshöchstmenge) Kartoffeln für Fluazifop in der EU liegt bei 0,15 mg/kg. Jede Anwendung/Kultur hat in der EU eigene MRL`s.
    Wie hoch der Wert in diesem Fall war dazu habe ich keine öffentlichen Informationen gefunden. Wie es sich der MRL für Ägypten bzw ausserhalb der EU darstellt kann ich nicht sagen.
    https://ec.europa.eu/food/plant/pesticides/eu-pesticides-database/start/screen/mrls/details?lg_code=EN&pest_res_id_list=304&product_id_list=
    https://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/pesticides

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  5. Thomas Bröcker sagt

    Problematisch ist an den Kartoffeln eher, dass sie in großen Teilen mit tertiärem Wasser bewässert werden. Der Streit um die Nutzung dieser Wasserreserve (Nubischer Sandstein-Aquifer) war schon einer der Gründe für den Libyenkrieg. Gaddafi hat dieses Wasser in großem Maßstab genutzt (legitim – denn es liegt in großen Teilen unter diesem Land).
    Dieser Speicher hat allein soviel nutzbares Wasser, dass man die Fläche der Bundesrepublik Deutschland damit komplett 30 m unter Wasser setzen könnte.
    Dieses teure Wasser wird letztlich für für überflüssiges Gemüse und auch für Kartoffeln für die verwöhnten Europäer verballert, nur damit alles zu jeder Zeit angeboten werden kann.
    DAS gehört eigentlich in den Focus.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Ihre Einlassungen in der Sache sind überaus korrekt.

      Was aber auch Sie folgerichtig hier leider jetzt nicht thematisieren ist die unerwünschte Gegebenheit, dass Flächen, die wiederkehrend bewässert werden innerhalb weltweiter Trockenregionen infolge Verdunstung allmählich versalzen.

      Ein Riesenproblem, das man allerdings überhaupt nicht auf dem Bildschirm zu haben scheint.

      Das ursprüngliche Bewässerungssystem vor dem Bau des Assuan-Staudammes hat eben diese Problem nicht gekannt…

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      • Thomas Bröcker sagt

        Der Anbau in der Wüste ist, soweit ich das mit meinem dürftigen Informationsstand von hier aus beurteilen kann, eh nicht auf langfristig ausgelegt. Um überhaupt irgendeine Form von Nährstoff- und Wasserhaltevermögen zu generieren, werden beim Start und später große Mengen an Kompost eingesetzt (Diese Nährstoffe und organische Masse wird dem Kreislauf im Niltal entzogen). Diese Substanz wird unter den Bedingungen dort sehr schnell abgebaut. Nach 20 bis 30 Jahren ist das dann erledigt und die nächste Fläche wird erschlossen. Da war das Mali-Projekt von Ghaddafi nachhaltiger … weil bessere Böden bewässert wurden (bewässert werden sollten).

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  6. Pälzer Buh sagt

    Was mich mehr Interessiert als die paar Nanogramm an Grenzüberschreitung an PSM ist,:”Wie werden die Kartoffeln Sachgerecht entsorgt? Über den Tiermagen etwa? Die dann später wieder dabei uns auf dem Teller landen? Oder als späterer Dünger der zuvor die Biogasanlage fütterte? Oder doch als Sondermüll durch die Verbrennungsanlage gejagt?”
    Eine Antwort wäre wünschenswert.

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  7. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war sagt

    Es ist doch Quatsch sich über die Kartoffeln aufzuregen, da wird man wenn man will jeden Tag etwas anderes finden. Es bringt auch nichts das System gut zu finden und zu sagen wir halten uns so toll daran. Das System wird angepasst wie man es braucht.
    Vera Lengsfeld hat das beschrieben:
    https://vera-lengsfeld.de/2024/05/30/fuenf-thesen-ueber-gruenismus-und-die-zukunft-von-demokratie-und-wohlstand-zweiter-teil/#more-7662
    Der Rückruf der Kartoffeln ist nur Beiwerk und eine Werbung für funktionierende Kontrolle. Über eine wirkliche Schädlichkeit sagt das noch nichts.

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  8. Polymesos sagt

    Fragt man Leute nach chemischen Gefahren, nennt jeder Pestizide zuerst.

    Dabei waren Drucksachen bzw. elektronische Geräte, die vor Pestiziden warnten, giftiger als die Kartoffeln wegen Druckfarben, Flammschutzmittel usw.

    Gälten die hyperstrengen Grenzwerte der Pestizide auch für Industrieprodukte, entstünde ein sofortiger Komplettrückruf jedweder Ware.

    Man könnte vermuten, dass die Pestizid Grenzwerte ausgesprochen nützlich für die Wirtschaft sind. So lässt sich das echte Problem hinter einem Scheinproblem verstecken.

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      • Polymesos sagt

        Die Pestizid Grenzwerte werden systematisch abnormal tief angesetzt. Das wird regelmäßig nur bei Pestiziden so gemacht. Niemand findet das seltsam.

        Ergebnis: Immer ist irgendein Pestizid Grenzwert überschritten. Andere Grenzwerte dagegen nie.

        Ergebnis: Immer mehr Leute bekommen Angst vor Pestiziden.

        Ergebnis: Die 99,9 % der ernsthaft giftigen Stoffe die ja praktisch alle nicht Pestizid sind fallen aus der Aufmerksamkeit.

        Ergebnis: Die Wirtschaft kann Industrie Produkte weiter verkaufen, obwohl sie nicht etwa nur wahrscheinlich, sondern manchmal ganz sicher krebserregend sind, und das auch schon in der Menge, in der sie angewendet werden. Da sie aber nicht Pestizid sind, interessiert das niemanden, und wir streichen sie etwa als Farbe ins Babyzimmer usw.

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    • zmp_nachfahre sagt

      Die meisten Pestizide in der Nahrung stammen übrigens von den Pflanzen selbst, die wollen ja nicht ohne weiteres gefressen werden. Dazu gab es schon 1990 in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) einen Artikel: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.87.19.7777 – Alleine im Kohl kann man 49 verschiedene Stoffe finden.
      Der “Witz” dabei ist, daß für diese natürlichen Stoffe nur sehr wenig untersucht ist, wie gefährlich sie eigentlich sind. Die Autoren vermuten, daß natürliche und synthetische Stoffe ähnlich krebserregend seien, daß aber die künstlichen besser überwacht und entsprechend tendenziell ungefährlicher sind.

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      • evo.... sagt

        Das sind doch meine Gedanken. Wenn die Biobauern besonders gesunde Sorten anbauen, dann hat man den Gehalt an diesen natürlichen Pestiziden erhöht oder diese natürlichen Gifte mutiert.

        Die Strobilurine gehen ja auf einen natürlichen Stoff zurück den man in Pilzen (oder Samen?) gefunden hat. Was passiert jetzt wenn man diese Pilze “gesünder” züchtet? Ich denke das natürliche Strobilurin wird in seiner chemischen Struktur verändert. Und dann lässt man dieses Gift völlig unkontrolliert auf die Menschheit und die Fauna los.

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  9. Rolf Sieling sagt

    Wo sind denn jetzt die ganzen Palästinenser Freunde? Der Aufschrei müsste doch kommen, wenn in der Nachbarschaft von Ägypten die Menschen nichts zu essen haben. Die Landwirte in Deutschland gehen denselben Weg wie die Textilindustrie oder die Solarindustrie. Handel und Logistik macht Gewinne, Firmen die im Ausland produzieren gewinnen an der Börse. Die ehrlichen mittelständischen Unternehmen sind hier nur das Feigenblatt. Und eigentlich sind alle recoursen weltweit knapp, aber die Verschwendung beim Transport findet kein Ende. Eigentlich finde ich das lieferkettengesetz nicht schlecht, hoffentlich geht Deutschland keinen Sonderweg.

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  10. Joachim Kaiser sagt

    Ich kann leider die Links nicht öffnen.
    Deshalb meine Frage: Wie hoch sind die Werte gewesen? Welche Grenzwerte gelten hier in Deutschland und welche in Ägypten.?
    Sollte der Grenzwert von Ägypten nicht erreicht sein, spricht nichts gegen das in Verkehr bringen.
    Der deutsche Handel ist allerdings verpflichtet die Grenzwerte von Deutschland einzuhalten.

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    • Bauer Willi sagt

      @Joachim Kaiser
      Die Werte werden nicht genannt, nur das sie überschritten wurden. Wie hoch der Grenzwert in Deutschland und wie hoch er in Ägypten ist, wird gerade geprüft. Es kann tatsächlich sein, dass der Landwirt in Ägypten sich korrekt verhalten hat.
      Vielleicht haben sich die Pharaonen deshalb so lange gehalten. Es ist allerdings nicht überliefert, ob sie Kartoffeln gegessen haben. Aber Stop, die Kartoffel kam ja erst nach Europa, nachdem Amerika entdeckt wurde…

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  11. Frikadellen piet 45 sagt

    hallo normal ich muss mittlerweile feststellen dass es überhaupt nichts gibt wo die Landwirtschaft schlecht arbeitet oder kann da jemand was gegen sagen

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  12. Frank sagt

    “Allerdings kann man erst anhand der Fotos der Produktanhänger erfahren, dass die Kartoffeln aus Ägypten eingeführt wurden.”

    Was ja am Rückruf und seinem Grund nichts ändert und die Herkunft den Verbraucher zudem schon beim Kauf vermutlich nicht weiter interessierte. Oder erwartet da jemand feingeistige Wahrnehmungsunterschiede a la “Na da können die deutschen Bauern jetzt mal nix für.” ?

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    • Bauer Willi sagt

      @Frank
      Da viele Produktwarnungen bei Lebensmittel aufgrund von Pflanzenschutzmitteln-Problemen besonders Importware betreffen, wäre eine bessere Kenntlichmachung schon angebracht.
      Weil da die deutschen Bauern „nix dafür können.“ 😉

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich kann Franks Einwand nachvollziehen. Wenn die Grünen und die EU den PSM-Einsatz halbieren respektive ganz verbieten möchte und dafür auch im Wahlkampf offen eintreten, dann ist eine derartige Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt Wasser auf die Mühlen der Grünen. Wenn gleichzeitig nicht veröffentlicht wird, woher die Ware kommt, wird parallel auch nicht der Import von Nahrung hinterfragt und auch nicht der globale Handel mit den sichtbaren Folgen in Frage gestellt.
        Man hat damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: PSM-Gefahr verallgemeinert und den Handel nicht hinterfragt.

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      • Inga sagt

        Ganz richtig

        Aber es macht ja Spaß, unsere Landwirtschaft als Buhmann dahinzustellen.
        Hat das unsere Bevölkerung wirklich nötig ?

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      • Frank sagt

        @Bauer Willi
        Glauben Sie echt, dass der Hinweis auf die Herkunft die allgemeine Aufregerei tatsächlich überlagern kann? Weil der Verbraucher immer so trennscharf denkt und schlussfolgert?
        @ Reinhard Seevers
        Auch hier bin ich mir gar nicht sicher, ob die gut gedachte Wirkung “Hinterfragen des Imports/Handelsssystems” durch bessere Deklaration eintritt.
        Vielleicht würde Max Mustermann, wenn alle Importe so richtig fettgedruckt deklariert würden, auch fragen , wofür der deutschen Landwirtschaft “so viel Geld in den Rachen gestopft wird”, wenn die Hälfte des Lebensmittelangebots wahrnehmbar doch aus dem Ausland kommt.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Frank, damit stellst du ja alle medial und politisch postulierten Aussagen, dass der Bürger mehr regional und saisonal wünscht und sich daraus auch eine nachhaltige Wirtschaftsweise ableiten lasse, komplett in Frage. Wer will denn nun was? Und wonach soll sich Erzeugung letztendlich richten?

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      • Inga sagt

        Ach aus Nicht-EU-Ländern!

        Wenn ich mich nicht irre,
        nehmen wir die Kartoffeln von dort, damit die unseres Getreide abnehmen
        Da wächst ja keins.

    • Landwirt aus Leidenschaft sagt

      Vielen Dank Herr Seevers, Sie nehmen mir das Wort aus dem Munde. Wenn wir hier in D keine Kartoffeln anbauen würden, bzw. Hier keine wachsen würden, wäre ein Import ja nachvollziehbar, aber das Problem ist hier wieder einmal das liebe Geld. Die importierten sind im Einkauf vermutlich um ein vielfaches billiger, allerdings ist dann die Frage der Nachhaltigkeit obsolet. Der so oft von den Grünen propagierte CO2 Fußabdruck ist aber bei der Importware um ein vielfaches höher. Naja Geiz ist eben geil und den Verbraucher interessiert es nicht, zumal die Lebenshaltungskosten, den Grünen sei Dank, in den vergangenen Jahren exorbitant gestiegen sind und die Menschen grundsätzlich sparen müssen und wo tun sie das? Natürlich dort, wo ich die Möglichkeit habe und wenn die in D produzierten Kartoffeln 5 Euro/kg kosten und die anderen eben nur 2 Euro/ kg, dann ist die Frage der Herkunft völlig sekundär.

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      • Gerhard Herrmann sagt

        5 Euro/kg??? Unser bevorzugter Bauer hatte bisher die “Annabell” noch nicht aus der Erde wegen verspäteter Reife und jetzt wegen des starken Regens. Dann halt beim fliegenden Gemüsehändler 5 Euro für 2,5 kg !!!! Immer noch stark, aber erträglich. Im fortgeschrittenen Jahr bis in den Winter hinein zahlen wir für 12,5 kg 16 Euro. Beste Qualität. In der Angebotslücke im Frühjahr nehmen wir (wieder) beim Gemüsehändler das wenige was da ist, woher es auch kommt. Die Kartoffel ist schließlich DAS Grundnahrungsmittel schlechthin.

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      • Inga sagt

        Reichen denn die Kartoffeln von unseren Bauern für ins alle in D aus?

        Wie ich mitbekommen habe, wächst dort in der sandigen Wüste nichts außer Kartoffeln.

        Also nehmen wir denen ihre Kartoffel ab und die nehmen unseres Getreide, denke ich.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wir haben in dieser Zeit immer das Phänomen, dass unsere Frühkartoffeln mit den Exportkartoffeln konkurieren. Diese sind aber keine klassischen Frühkartoffeln, sondern bereits schalenfeste Ware.
          Richtige Frühkartoffeln gibt es nur sehr begrenzt in Deutschland. Außerdem kennen die meisten Bürger sie kaum noch. Da sie nicht schalenfest sind, halten sie nicht lange und der LEH kann nur sehr schlecht damit umgehen. So hat sich die sog. “Frühkartoffel” aus Ägypten eingeschlichen und die Bürger sagen sich: …oh, es gibt schon frische neue Kartoffeln…” Dabei liegt noch gute alte Ware in den Lägern, die nun nur noch schlecht verkauft werden kann. OK, in diesem Jahr könnte es etwas besser aussehen.
          “Richtige” Frühkartoffeln, solche, bei der sich die Schale als Haut von der Knolle löst, die man herrlich mit Butter und Salz und einem grünen Salat essen kann, solche Köstlichkeit kennen die Wenigsten ….hhhmmmhh.😉

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  13. Frikadellen piet 45 sagt

    moin und die Bauern sowieso aber irgendwas stimmt im System noch nicht dass es in den Handel kommt mal sehen ob es hier Lösungen dafür gibt

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