Alois
Kommentare 77

Garantierter Milchpreis

Davon dürften viele Milcherzeuger träumen: Ein abgesicherter Milchpreis auf 5 Jahre.

Folgender Film schildert, wie ein Bauern dieses Ziel erreicht. Mit vertraglich integrierter Produktion und Marketing. Es geht viel, wenn der Lebensmitteleinzelhandel mitspielt.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/heumilch-milch-molkerei-100.html

Bildquelle: BR

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77 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Der Preis für die Milch ist hoch. Der Kuh wird das Kalb genommen, nachdem sie damit 9 Monate schwanger war. Dem Kalb wird die Mutter genommen und die Babymilch. Das männliche Kalb ist nur ein Abfallprodukt der Milchausbeutung, ihm wird das Leben schon als Baby genommen. Der Kuh kostet die Milch in jungen Jahren ebenfalls das Leben, nachdem anders nicht mehr genug rauszupressen ist. Teurer kann Milch nicht sein.
    Es ist so traurig, dass die Menschen die die armen Tiere ausbeuten wirklich nichts für sie übrig haben als den Tod. Das Einzig das wirklich zählt ist das Geld. Das Leben hat dagegen keinen Wert.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Letzte Woche habe ich in einer Veganer-Zeitschrift gelesen, die schreiben den selben Quatsch wie sie.

      Eine Kuh ist nicht schwanger, sondern Trächtig.

      Eine Kuh gibt keine Babymilch, sondern Kolostralmilch, auch Biestmilch genannt. (in der Schweiz Brieschmili)

      Wie die Milch den Kühen in jungen Jahren das Leben kosten soll, diese Aussagen konnte ich in dem oben genannten Illustrierte leider nicht sichten.

      Der Tod ist das Ende des Lebens, soweit mir bekannt, wird auch des Nachbars Fiffi dieses Schicksal erleiden.

      • Johann Meyer sagt

        Aus der Sicht eines Veganer schreiben Sie den gleichen Quatsch. Sie machen sich nicht einmal die Mühe die Hintergründe der vegetarischen Motive zu betrachten. Das ist auch eine Form mangelnder Empathie ,wie es unlängs im Spiegel beschrieben wurde.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Erklären sie mal einem Unwissenden die Hintergründe einer veganen Ernährung.
          Der Quatsch von Astrid reicht nicht aus, um die Menschheit vom veganen Leben zu überzeugen, daran sollten sie auch mal denken.

          So, jetzt gehe ich zu meinen Hühnern, legen die freiwillig keine Eier, dann werde ich die Ausbeutung sofort beenden, indem ich sie schlachte.

    • Ich seh das so sagt

      … und was das Schlimmste ist: nicht mal Biokühe werden zu Tode gestreichelt oder begehen liebenswürdigerweise gleich freiwillig Selbstmord, nur um sich nach einem erfüllten Leben endlich auf dem Teller wiederfinden zu dürfen.

    • Richtig, ein hochsubventionierter Anachronismus. Eine Freundin hat wenigstens dafür gesorgt, dass eine Molkerei ihren Milchautomaten aus der Grundschule abholen musste. Auch so ein Skandal, diese Beeinflussung der Kinder in öffentlichen Einrichtungen. Die Schule hatte nicht einmal eine Gegenleistung für das Aufstellen des Automaten in ihrem Gebäude verlangt.

      • Martin Grube sagt

        Ja Herr Anwalt,
        wirklich schlimm, wenn man aufgrund einer Minderheitenmeinung, lebenswichtige und gesunde Lebensmittelautomaten aus der Schule entfernt. Steht da wenigstens jetzt einer von Coca Cola…

      • Sabine sagt

        Also.. ich bin echt alt. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es stark verbilligte Milch in der Schule gab, um auch Kindern aus sozial schwachen Familien eine gute Versorgung mit Mineralien und Vitaminen zu ermöglichen. Heute klagt eine meiner Freundinnen, die an einer Schule für lernschwache Kinder arbeitet, dass gut die Hälfte der Kinder weniger auffällig wäre, würden die Kinder bedarfsgerecht ernährt und redet sich den Mund fusselig, dass man Kinder nicht mit bunten Zuckerlösungen und Microwellen-Gerichten großziehen kann.
        Und nicht nur in USA empfehlen Ernährungsärzte inzwischen frische, möglichst wenig behandelte Milch gegen alle Möglichen Probleme von Einschlafstörungen über Konzentrationsprobleme bis Hautunreinheiten.
        Man kann übrigens auch Mehrnutzungsrassen in mutterkuhgebundener Kälberaufzucht halten. Nur muss man das dann auch bezahlen und Neu- oder Umbauten von Ställen genehmigen. Und wer will, dass Kühe auf der Wiese ihr Wunder vollbringen, aus für uns ungenießbaren Gräsern ein wirklich erstaunlich gutes Lebensmittel zu machen, der muss das nicht nur bezahlen, der muss auch die Klappe halten, wenn ein Landwirt die Landstraße blockiert, weil er seine Tiere auf zwei Mal am Tag über die Straße treibt, ne Kuh morgens um 4 Uhr irgendwo laut Muh-Sagt… und er sollte vielleicht nicht unbedingt in Verzückung ausbrechen, wenn in Lemgo der erste Wolf gesichtet wird.
        Wenn einem die Tiere so wahnsinnig wichtig sind, gibt es Alternativen. Mir zu erzählen, man wäre vegan, weil man die Tiere so liebt ist völliger Quatsch, denn genau diese Tiere werden verschwinden, wenn man sie nicht mehr nutzt.
        … und ich sehe immer noch keine Tierschutz-Orga, die sich an die Seite der Landwirte stellt, die gerade für die Freilandhaltung ihrer Tiere kämpfen und in den letzten Jahren Zehntausende in Mobilställe investiert haben und nun gezwungen sind, ihre Tiere einzusperren. Nee, da wird zum X-Mal der ne Legebatterie gezeigt und Verzicht gepredigt, statt den Freiland-Bauern zu helfen, die von den Landräten und Ministerien im Riss gelassen werden. … und kräftig die Werbetrommel gerührt, um Leute dazu zu bringen mit viel Chemie und noch mehr Technik gebastelte Eiweiß-Pampen zu kaufen. Wo die noch natürlich ist, konnte mir hier immer noch niemand erklären. Unsere Nutztiere können Lebensmittel immer noch besser herstellen als die Chemiker der Lebensmittelindustrie.
        Jetzt hat man also den bösen Milchautomaten aus der Schule gemobbt. Ganz großes Tennis. Hoffentlich zeigen sich Coca Cola und Nestle erkenntlich dafür.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Also.. ich bin echt alt. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es stark verbilligte Milch in der Schule gab, um auch Kindern aus sozial schwachen Familien eine gute Versorgung mit Mineralien und Vitaminen zu ermöglichen.”

          Am Anfang meiner Schulzeit gab es die Schulmilchspeisung – so hieß es damals nach meiner Erinnerung – damit wir alle groß und stark werden, ich habe mich damals für Kakao entschieden, frische Milch direkt vom Euter gab es zuhause.

      • Hab mich erkundigt. Es liefert ein anderer Anbieter Milch, der Hausmeister verteilt sie in den Klassenräumen und die Eltern zahlen eine Pauschale (ist sogar günstiger). Die Eltern wollten mehr Kontrolle, kein Angebot mehr von gezuckerten Milchmischgetränken. Außerdem gibt es Obst.

      • fred huber sagt

        “Eine Freundin hat wenigstens dafür gesorgt, dass eine Molkerei ihren Milchautomaten aus der Grundschule abholen musste.”

        war das die gleiche wie die mit dem Glockenspiel?

        aber im ernst. effizienter kann man sich und seine Weltanschauung nicht demontieren, oder?

        • Bad news is good news. 😉 Aber die Regelung ist doch ganz vernünftig, dass die Milch nun im Klassenraum ausgegeben wird. Die Freundin – übrigens keine Veganerin, aber etwas besorgt wegen Zuckerzusätzen und Zusatzstoffen in Milchmischgetränken und sonstwo – hat die Mehrheit der Elternschaft für sich gewinnen können.

          • fred huber sagt

            vernünftig ist vor allem, dass immer noch milch ausgegeben wird. je mehr, und je unverfälschter, desto besser! 😉

  2. Friedrich sagt

    Die Heutrocknung kommt aus Süddeutschland , weil es in den Bergregionen erheblich mehr regnet, als in anderen Gebieten. Habe was von 1000 ltr./m2 gehört. Zum Vergleich hier in Südhannover 600 – 700 ltr/m2 und in Ostdeutschland 400 – 500 ltr. .Das sind schon Unterschiede. Da muß das gemähte Gras im Allgäu schnell unter Dach gebracht werden. Der nächste Regen kommt bestimmt. Vielleicht kann Alois da was zu sagen ? Du hast doch auch eine Heutrocknung.
    Mit meinem Kommentar über die Milchpreise wollte ich nur anmerken , daß REWE für den
    Verkauf fast genauso viel Geld bekommt , wie der Heumilchbauer. Den Aufwand, den der Bauer gegenüber dem REWE erbringt, ist doch um ein vielfaches höher. Deshalb sehe ich den Heumilchpreis für den Bauern als zu gering an , gerade bei der speziellen Produktion. Genau davor haben die konv. Bauern einwände , denn wenn sie umstellen , kommt am Ende auch nicht mehr raus , wie bei der jetzigen Produktion. REWE und Co fordern , haben aber kein Produktionsrisiko. Ein Industrieller würde eine Heuhalle nur investieren , wenn er nach 3 – 5 Jahren das Geld wieder hätte. Die investieren teilweise nur , wenn in einem Jahr das Geld wieder zurück ist. Für eine Laufzeit von 30 Jahren würde kein Industrieeller investieren. Das machen nur Bauern , weil hier in Generationen gedacht wird . Das ist die wahre Nachhaltigkeit ! Nur durch die lange Nutzungsdauer geht überhaupt Landwirtschaft. Das wird immer wieder vergessen. Kritiker haben wir genung , aber keiner ist da , um wirkliche Zukunftsvorschläge zu machen. Ohne eine wirkliche Perspektive wird auch keine Änderung eintreten, sondern die Betriebe immer weniger werden. Deshalb ist die gegen die Bauern laufende Aktion auch verlogen.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Friedrich, guckst Du 😉
      https://www.facebook.com/derbauerwilli/videos/1732797073659872/
      Jeder Bauer im Allgäu hat einen Heulüfter.
      Glaub mir, wir kriegen das Heu schon trocken, auch wenn es viel regnet.

      Bei dem Preisgefüge gebe ich Dir Recht. Aber es darf sich jeder selbst entscheiden, ob er für den billigsten Weltmarktpreis produziert – oder sich faire Partner im Handel sucht.

      Alois

    • bauerhans sagt

      “Zukunftsvorschläge”

      vorm pachten und investieren,rechnen lassen,auch mit schlechten zahlen und nicht mit dem gewesenen durchschnitt.
      mit dem landnachbarn zusammen arbeiten,das muss nicht der nachbar sein,zwei wissen mehr als einer.

  3. Ich seh das so sagt

    Es ist doch toll, wenn Bauern-Kollegen etwas auf die Beine gestellt haben (alleine oder mit anderen). Es ist nichts von oben Verordnetes (so wie sonst vieles, was auf Bauern im wahrsten Sinne des Wortes einschlägt), sie scheinen für sich damit zufrieden zu sein. Ich wünsche ihnen Erfolg.

    Ich will mal einen Text bringen von Lothar Zenetti (* 6. Februar 1926 in Frankfurt am Main), er ist deutscher römisch-katholischer Theologe, Priester und Schriftsteller. 1984 erhielt er den Preis Humor in der Kirche (ja so jemanden und sowas gibt es auch); (https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Zenetti)

    Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
    Was keiner sagt, das sagt heraus
    Was keiner denkt, das wagt zu denken
    Was keiner anfängt, das führt aus.

    Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen
    wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
    Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
    wenn alle mittun, steht allein.

    Wo alle loben, habt Bedenken
    Wo alle spotten, spottet nicht
    Wo alle geizen, wagt zu schenken
    Wo alles dunkel ist, macht Licht.

    Übrigens liedmäßig interpretiert von zwei großen deutschen Liedermachern. Zuerst (wieder mal) Konstantin Wecker (https://www.youtube.com/watch?v=Nvw7W5MGP80 ) und dann gemeinsam mit Reinhard Mey (https://www.youtube.com/watch?v=9Ky-x9Xq0Is).

    Es bringt nichts jeden positiven Versuch anderer Bauern madig zu machen und als Bedenkenträger durch die Gegend zu laufen.

  4. Friedrich sagt

    Habt ihr mal die Preise verglichen ? Der Bauer bekommt mind. 40 ct/ltr , die Molkerei vom REWE 1 Euro/ltr. und REWE verkauft für 1,35 Euro/ltr. . Wer ist hier wohl ohne Zusatzinvestition der Gewinner ? Der Bauer braucht allein 10 ct/ltr. für seine Bergehalle und kommt dann auf 30 ct/ltr. , also nur unwesentlich mehr , wie jetzt der normale Milchpreis ist. Mit dieser Vermarktungsschiene hat er aber im Stall und mit der Vermarktung mehr Arbeit. Also große Reichtümer lassen sich auch in dieser Schiene nicht erreichen. Bei dem Aufwand müßten da schon 50 ct/ltr. für den Bauern kommen. Was sagt ihr dazu ??

  5. Berthold Lauer sagt

    Warum muss man denn immer gleich den Weg, den Andere eingeschlagen haben, kritisieren oder nach allen möglichen Gründen suchen, warum etwas nicht geht? Dieser Kollege hat seinen Weg oder auch nur seine Nische gefunden, seinen Betrieb zu sichern. Wenn ein Markt da ist oder wenn man sich einen Markt schaffen kann, dann muss er auch bedient werden! Respekt! Das muss und soll doch gar nicht jeder kopieren! Für mich zeigt es nur, dass es viele Wege gibt und dass man nicht darauf warten muss, dass das System, mit dem man vielleicht nicht zurechtkommt, umgekrempelt wird. Und umgekehrt sind auch diejenigen zu respektieren, die sich im bestehenden System auf andere Weise behaupten! Es gibt kein einheitliches Rezept für alle! Wir sollten froh sein, dass wir in einem Land und in einer Zeit leben, die diese Vielfalt sowohl auf Seiten der Erzeuger als auch der Verbraucher (noch) zuläßt!

    • Johann Meyer sagt

      Bauern lassen sich leicht austauschen mit diesen Einzelstrategien der Vermarkter. Solidarität und ein langfristiges Konzept gehen anders.

  6. bauerhans sagt

    bei “unserem englischen wetter” hier in owl haben sogar die pferdebauern probleme,das heu einigermassen einzufahren und müssen oft anwelksilage draus machen d.h. das noch nicht trockene heu wird gepresst und eingewickelt.
    die wenigen milchbauern hier,setzen auf wickelsilage d.h. das relativ junge gras wird ein bis zwei tage nach dem mähen gepresst und eingewickelt.

  7. Warum kommen gute Ideen oft aus dem Oberallgäu und warum gelingt Euch, was anderen nicht gelingt? In den Niederlanden geht der Zug immer noch in die andere Richtung: Mehr Kühe auf wenig Fläche, Futtermittelimporte und Nährstoffaustrag. Was will der europäische Verbraucher?

  8. Johann Meyer sagt

    Die Bauernfamilie ist engagiert ,den Kühen geht es offensichtlich gut und sie wirtschaften wohl in angemessenen Größen. Aber bevor ein Bauer in mehr Tierkomfort und nachhaltiges Wirtschaften investiert, verschuldet er sich lieber in Energiefressende Technik.
    Diese hohen Investitionssummen erzeugen auf alle anderen einen hohen Druck.

      • Johann Meyer sagt

        Leider werden im Film keine Angaben zur Technik gemacht. Hier geht es auch nicht nur um die künstliche Trocknung des letzten Schnittes.

    • “Aber bevor ein Bauer in mehr Tierkomfort und nachhaltiges Wirtschaften investiert, verschuldet er sich lieber in Energiefressende Technik”.
      In was hätten Sie denn an seiner Stelle investiert?

      • Johann Meyer sagt

        Bevor ich mich von Konzernen wie Rewe instrumentalisieren ließe, um Premiummarken zu etablieren, als Ersatz für das nicht immer geliebte Bio oder um bestimmte Kunden zu binden, hätte ich zunächst abgewartet oder mich gleich für Bio entschieden. Die Kosten der Umstellung stehen in keinem Verhältnis zu diesem Projekt. Mit ein paar Heilsversprechen lassen sich Investitionswillige und hier geht es wohl nur darum, leicht ködern. Gegen die erkärte Meinung vieler kaufkräftiger Bürger zu handeln, halte ich für wirtschaftlich unverantwortlich. Aber für derartige Fehler gibt es demnächst bestimmt wieder Notprogramme aus Steuermitteln.

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